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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamilirn. blätter viermal in der Woche beigelegt und nveimal wöchentlich das Kreisbiart für den Kreis Kletzen Fernsprech-An- schlußl. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 vdresie für Depeschenr tlnaeinet Gtetzc».
»«nahm« 999 Anzeigen für öie Tagesnuminer bis oormttlags 10 Uhr.
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Erstes Blatt
157. Jahrgang
JK A jährlich Mk. 2.20; durch '^bhole- u. Zweigstellen * monatlich 65 Pf.; durch
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Donnerstag 28. November 1907
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'S monatlich 75 Pf^ viertel-
die Post Alk. 2.— viertel- jährt. auSscht. Beftellg. \ W ZeilenorerS: lokal IbPs^ v auÄwärlS 20 Mennig, -Verantwortlich
für den politischen Teil: 6* Anderson; f. Feuilleton und »Vermischtes* P Wittko; iüi »Stadt u. Land" und ^Denchts-
«Ei«nz»rvS «nd Verlag der vrühi'schen Univ.-Such- Md Steinönidertl R. Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schuiftrsße 7. lin“''l()e®teträli)ftiVe&
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Ile deutige Dummer «mfaßt 10 Seiten.
Zwei wichtige Gesetze.
, S1*1 Rerchstage sind nunmehr die beiden wichtigsten Gesetze der Session eingebracht worden, von deren Er- edigung sur die künftige Gestaltung unserer innerpolitischen lZerl>ältutsse viel abhängt. Sowohl das Bärsengesetz wie das reue R e i ch s v ereinsgesetz sind Folgeerscheinungen der onscrvatw-lweralen Paarung, und sie tragen naturgemäß >ie Vorzüge und Schattenseiten einer sich aus sehr ent- zegengesetzte Parteien stützenden Regierunaspolitik. Beide ^nttvucse sua-en langjährigen Wünschen der Linken ent- ;egenzukomlnen, ohne auf der anderen Seite aber die siechte gar zu sehr vor den Kops zu stoßen. Unter diesen Imständen ist es selbstverständlich, daß es nicht möglich oar, borde Seiten zufrieden zu stellen, und die Staatsraison »erlangt es, daß von beiden Seiten Konzessionen gemacht werden.
Die Linke kann mft der B ö r s e n n o v e l l e ziemlich zu- rieden sein, weil das verhaßte Börsenregister fällt und iuch sonst verschiedene Bestimmungen eingeführt werden, )ie geeignet sind, den Handel an der Börse wieder zu »eleben; im Lager der Rechten scheint man allerdings oerliger zufrieden zu sein, wenngleich die Regierung den wünschen dieser Seite dadurch nachzukommen suchte, daß ie das Verbot des Terminhandels für Getreide aufrecht rhalten hat.
Es mag ja aus taktischen Erwägungen begreiflich sein, oenn das führende Organ des Bundes der Landwirte legen den Entwurf überaus scharf Front macht, in der Hoffnung, auf diese Weise vielleicht für die Landwirtschaft wch mehr herauszuschlagen; im Interesse des- Blocks ist iber ein solches Verhalten nicht. Dies gilt auch auf »er anderen Seite von Blättern der Linken, wenn diese en Entwurf eines Reichsvereinsgesetzes mehr gehässig als bjektiv kritisieren.
Es ist unleugbar, daß das neue Gesetz mit einer Reihe orsintflutlicher Bestimmungen aufränmh vor allem die inzelstaatliche Buntscheckigkeit der sich oft widersprechen- en Verordnungen beseitigt.
Wenn der vorliegende Entwurf nicht allen Wünschen ntspricht, so hat das mancherlei Gründe, einmal waren ie Einzelstaaten durch die Neuordnung der Materie ge- ötigt, auf ihre bisherigen Rechte auf diesem Gebiete u verzichten, was auch ohne weiteres geschehen ist. Wenn ich trotzdem wider Erwarten in Bezug auf die Anmeldung ckfentlick-er Versammlungen in den Bestimmungen ein Ldüud befindet, wonach hierüber die Landesbehörden zu utjcheiden haben, so geschieht dies mit Rücksicht auf einige üddeulsche Staaten, wo matt eine 2lnmeldepflicht nid^t kennt mb die man daher unter dem neuen Reichsgesetz nicht chlcchter stellen wollte; was sich also äußerlich als ein Fehler darstellt, ist in Wirklichkeit ein Vorzug, deren ■2. auch sonst noch eine Reihe anderer in dem Ent- ourfe gibt. ,
Vor allen Dingen ist den Frauen uneingeschränkte Teilnahme an ö-sentlichen Versammlungen gestattet, eben* 3 sind auch die'Befugnisse der Polizei nach verschiedenen Achtungen hin ganz bedeutend eingeschränkt, vor allen Dingen ist eine Auslösung von Versammlungen nicht mehr n das Belieben der überwachenden Beamten gestellt, son- ern kann nur erfolgen, wenn auf irgend eine Weise ,egen das Vereinsgesetz verstoßen oder zu verbrecherischen Daten aufgefordert wird.
Mit alledem wird man sich zufrieden geben können, agegen bildet nach wie vor die Sprachenfrage einen heiklen Zuntr, und es wird hierbei vor allen Dingen darauf an- ommen, wie sich die Freisinnigen hierzu stellen. Augen- lictlich überwiegt wenigstens in der Presse die ablehnende wltung, aber es ist doch vielleicht anzunehmen, daß ei einigen Zugeständnissen in dieser Hinficht es zu einer 'inigung kommen wird. Daß die Linke aufrichtig gewillt ft, am Block so lange wie irgend möglich sestzuhalten, ewies die Haltung der freisinnigen Redner gelegentlich er sozialistischen Interpellation über die Lebensmittel- merung, bei der man unter selbstverständlicher Wahrung es bisherigen wirtschaftlichen Standpunktes gemeinsam mit er Rechten vorging.
j3arlamentarefd?es.
Berlin, 2(. 9cov. Dem Reichstag ist heute die Novelle am V i e Hs euche n g esc tz nebst Begründung zugegangcn. — -ie Petitionskommission hielt heute chre erste Sitzung i dem neuen Tagungsabschnitt ab. Es wurden lediglich Bitt- hristen rein persönlicher Art verhandeli, davon eine militärische Nresfend einen Schadenersatz zur Berücksichtigung überwiesen, ie andern zum Teil durch Uebergang zur Tagesordnung er- öigt, zum Teil für die Beratung ün Plenum für ungeeignet er- äit. — Ter Entwurf über die deutsch-britischen H aw- elsbeziehungen wird dem Reichstage am Ende der Woche rgehen, er verlängert das bestehende Provisorium. — Die vmmission zur Vorberatung des Gesetzentwurfs betr. den Ab- hluß eines Unfallversickerungs Vertrages zwi- henDeutschland und den Niederlanden erledigte heute m Vertrag in erster Lesung und nahm ihn in der Fassung n: Regürungsoorlage an. Von den Vertretern der Regierung urde die Erklärung abgegeben, daß die Berussgenossenschaften igewiesen seien, den deutschen Arbeitern, die in Holland ar- ’iten (in Betracht' kommen hauptsächlich die deutschen Schiffs- Reiter, die in den Rheüchäsen die holländischen Schiffe ent- ben; das weiteste Entgegenlvmmen zu betveyen. Daraufhin 'gen die Abgg. Erzberger (Ztr.) und Dove (freis. Vgg.) ihre edenken zurück und der Vertrag wurde gegen die Stimme
Abg. Stadthagen angenommen. — Die kommissarischen Be- itungcn über die B e I o l d u n g s a u fb e s s e r u n g der eichsbeamten werden, wie die N.-Z. hort, demnächst ihren nsang nehmen. Ihnen wird der vom Reiä-sschatzamt aufge- cllte Besoloungsplan zugrunde liegen, und es i|t anzunehmen, rß die beteiligten Ressorts auf dieser Grundlage zu einer Kligeu Ueberemjtimmung gelangen. Sollte eine Einigung nicht Hielt werden, so steht die weitere Entfcheidung beim Reichskanz
ler. — Das Herrenhaus hat sich heute nach einvicrtel- stündiger S,tzung, nach Erledigung geschüftlickM Mitteilungen, au' unbestimmte Zeit vertagt.
Trier, 27. Nov. Tas Zentrum beabsichtigt laut „Lan- deszeitung", den Landgerichlsrat Schreiner, Trier, an Stelle des verstorbenen Dasbach für die Landtagsersatzwahl in Trier aufzustellen.
L a b i a u, 27. Nov. Bei der heutigen Landtagsersatzwahl im zweiten Wahlkreise des Regicrungsbezirts Königsberg L Pr., Labiau-Wehlau, wurden im ganzen 316 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den Landesrat a. D. B u r ch a r d (Kvns.) 194, auf v. Massow -Parnehmen 122 Stimmen. Burchard ist sonnt gewählt.
M ü n ch e n, 27. Nov. Ter bayerische Berkehrsmirrister teilte im Finanzausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer mit, daß der Postscheck verkehr vermutlich am 1. Januar 1909 im ganzen deutschen Reich zur Einführung gelangen wird.
Karlsruhe, 27.,Nov. Die badisck)e zweite Kammer wählte zum ersten Präsidenten den Abgeordneten Fehrenbach (Ztr.) mit 30 gegen 26 Stimmen, die auf den nationalkiberalen Abgeordneten Gönner entfielen. Die Sozialdemokraten gaben weiße Zettel ab. Mit dieser Wahl hat das Zentrum zum er st en Mal in Baden den er ft en Präs identen sitz in d e r K a m m e r eingenommen.
Teutjche Bereinigung.
Als weitere Folge der national-katholischen Sonderbewegung bei den letzten Reichstagswahlen hat sich jetzt der „Rheinisch-Westfälischen Ztg." zufolge eine „D e u t s ch e V e r e i n i g u n g" gebildet mit Bonn als Vorort. An der Spitze steht der Oberpräsident von Schor- lemer. Der Vereinigung gehört der katholische Adel des Rheinlandes und Westfalens an, ferner evangelische und katholische Berufsstände aller Art, Universitäts-Professoren und Geistliche. Der Zweck ist, den Zusammenschluß der deutschen Katholiken mit gleichgesinnten Staatsbürger anderer christlicher Konfessionen zu bewirken zur Förderung vaterländischer Interessen, zum Ausgleich konfessioneller Gegensätze und zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Dies Ziel hofft man zu erreichen durch eine neu zu gründende Zeitschrift, durch Zeitungsberichte, Vorträge, sowie Einwirkung auf die politischen Parteien und die Abgeordneten.
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Bevorstehender Wechsel im Präsidium, der Reichsbank.
Zu dem Gerücht von einem bevorstehenden Wechsel im Präsidium der Reichsbank erfährt der Lok.-Anz. von einer dem Reichsbank-Präsidenten Dr. Koch nahestehenden Seite, dieser trage sich bereits feit längerer Zeit mit dem Gedanken, von seinem verantwortungsvollen Posten zurückzutreten. Er fühle sich nicht mehr körperlich kräftig genug, um die Last seines Amtes wie bisher tragen zu können. Einen bestimmten Termin für feinen Rücktritt habe er bisher nicht in Aussicht genommen. Was die Frage seines Nachfolgers betreffe, so könne diese noch als durchaus offen bezeichnet werden. Wenn in Börsenkreifen wieder der Name des Geheimen §lommerzienrates v. Mendelssohn-Bartholdy in diesem Zusammenhänge genannt werde, so könne daraus verwiesen werden, daß Herr v. Mendelssohn noch vorgestern im Herrenhaufe aus direkte Befragung die Aöficht, das Reichsbank-Präsidium zu übernehmen, entschieden bestritten habe. In den Kreisen der Reichsbank-Verwaltung denke man in erster Reihe an den Vizepräsidenten Dr. v. Glasenapp als Nachfolger von Dr. Kvch.
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Zentrum und Regierung in Bayern.
Im bayrischen Landtage kam es gestern $u einer Auseinandersetzung zwischen dem Abgeordneten Schädler und dem Kriegsminister. Auf Beanstandung aus dem Hause beim Justizetat erklärte der Kriegsminister, baß bei der geringen Bevölkerungszunahuie, bei der Bayern pro Bataillon noch um 6 Mann hinter der Etatsstärke der anderen Bundesstaaten zurückbleibe, an einer Reduktion der Strafanstaltswachen festgehalten werden müsse. Der Abgeordnete Schädler sprach daraus dem Kriegsminister gegenüber von Sägelrafseln, worauf dieser erwiderte, er habe lediglich auf die Befugnis der obersten Bundesbehörde hingewiesen. Die Folge dieses Zusammenstoßes war, daß das Zentrum düe Regieruugssorderung von 29 000 Mark für Personal-Vermehrung beim Zellen-Gesängnis Nürnberg ablehnte. *
Der Senat der Universität Tübingen hat sich der Beschwerde jer Fakultät über
den Eingriff des Dtottenburger Bischofs in die Lehrfreiheit abgeschlossen. Es liege ein formell und sachlich unzulässiger Eingriff in die Uuiversitätsverwaltuug und Lehrfreiheit vor, gegen den Verwahrung einzulegen umsomehr Anlaß gegeben sei, als der bedauerliche Vorfall im Zusammenhang mit der neuerlich stark heroortretenden Tendenz der römischen Kirche stehe, der Freiheit der Lehrer Fesseln anzulegen.
Heer uufc Floere.
— Der neue kommandierende General des 19. Armeekorps. Der Kaiser Hal mit einer Kabinettsordre vom 27. November den General der Infanterie Grafen Vitzthum v. Eckstaedt, Kommandeur des 19. (2. königl. sächsischen) Armeekorps, von dieser Stellung enthoben und auf Grund des Vorschlages des Königs von Sachsen den General der Artillerie v. Kirch doch, bisher Generalleutnant unb Kommandeur der 32. Division, zum kommandierenden General des 19. (2. königl. sächsischen) Armeekorps ernannt. General Franz v. Kirchbach ist im Jahre 1849 m Auerbach im Vogt> d geboren, trat 1866 als Portepeesahnrich in die sächsische <■ aiee ein und wurde nach der Schlacht von König-
grätz Leutnant und machte 1870 den deutsch-französischen Feldzug als Adjutant tm sächsischen Fußartillerieregiment mit. Im Jahre 1896 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur des 32. JeldartlUerle-Reginlents tn Riesa. Im Jahre 1899 wurde er Generalmajor und im Jahre 1902 Generalleutnant und Kommandeur der 40. Artillerie-Brigade.
AMslarZS.
Paris, 27. Nov. Der turzüch erkrankte englische Kabinetts chef Sir Campbell Banuerman ist heute aus London kommend hier eingetroffen und wird einige Tage hier verweilen. Sodann wird er sich nach Biarritz be-i geben. Die Rückkehr nach England erfolgt Mitte Januar.
Paris, 27. ^Itov. Die 2. Abteilung der französischen Truppen in Marokko hatte ein zehn- ftündiges Gefecht, das anfänglich einen schlechten Verlaus nahm. Die kleine Truppe war auf 1600 Marokkaner gestoßen und mußte sich auf das rechte User des Kisz zu- rückziehen. Nach mehrstündigem Kampf trat der Feind einen geordneten Rückzug nach Aghbal an. Um 4 Uhr ;iachmittags war die Ebene endlich gesäubert. Die Franzosen hatten acht Verletzte, darunter vier schwer. Die Franzosen sich inzwischen nach Udschda zurückgekehrt. Nach den letzten Meldungen haben sich den Benisnasfen noch eine Reihe anderer Stämme angeschlossen, die sich bisher neutral verhalten hatten. In den neuesten Telegrammen wird die Lage als kritisch bezeichnet. Die Zahl der am Sonntag gefallenen Benisnasfen, die auf 200 angegeben wurde, wird jetzt auf 150 gefchützt.
London, 27. Nov. Wie die Morning Post aus Shanghai meldet, macht die Erhebung der chinesischen Bevölkerung in der Provinz Tschakiang noch weitere Fortschritte. Die Aufständigen haben von einigen Städten Besitz ergriffen und somit ihren Einfluß wesentlich erhöht. Kaiserliche Truppen, die entsandt wurden, um den Aufstand zu unterdrücken, erlitten eine schwere Niederlage und flüchteten vor den Rebellen. Weitere Einzelheiten über die Bewegung fehlen noch. Unter den Europäern in Shanghai ist eine gewisse Unruhe bemerkbar.
Taebris, 27. Nov. In Urmia sind ernste Unruhen ausgebrochen. Man verlangt die Absetzung des Gouverneurs Jmatyuli, der die Msicht haben soll, gewisse Agitatoren auszuweisen. Der Gouverneur verließ die Stadt. Einem Gerüchte zufolge sollen die Türken sich des Distriktes Seudj-Bulag bemächtigt haben.
Ans ShaOt uuo L^sns.
Gießen, 28. Nov. 1907.
** Die Gro ßher zo glichen Herrschaften fuhren am Dienstag vormittag mit dem Fürsten und der Prinzessin Dorothea zu SolrnZ-Lich im Auto nach Frankfurt und nahmen dort im Englisch en Hof das Mittagessen. Die Lichfchen Herrschaften reiften nachmittags nach Lich weiter, während der Großherzog und die Großherzogin gegen 5 Uhr im Neuen Palais wieder eintrafen. Arn Mittwoch nachmittag begaben sich die Großherzoglichen Herrschaften mit Gefolge im Auto nach Offenbach, nahmen das Abendessen beim Kreisrat v. tzombergk und besuchten sodann das Konzert des Turnvereins Offnen b a ch. Die Rückkehr nach Darmstadt erfolgte nach Schluß des Konzerts im Auto. Der Großherzog und die Großherzogin werden heute abend bei dem Staatsminister Ewald speisen:
** Der GesetzgeVungsausschuß der zweiten Kammer tritt am Freitag, 29. Nov., nachmittags 3 Uhr, wieder zur Beratung der noch unerledigten Vorlagen, besonders des Bachgeftetzes und des Antrags Köhler, den Schlipp eschen Erlaß betr., zusammen. Referent des Ausschusses für den Antrag Köhler ist Abg. Leun. Der Ausscyutzpräsident hat für die Beratungen drei Tage, Freitag, Samstag und ^Nontag, in Aussicht genommen.
** Der Generalkonsul der Republik Panama, Julio Ar jo na in Hamburg, der sich im Besitz des Reichsexequaturs befindet, ist zur Ausübung konsularischer Ver< Achtungen im Großherzogtum zugelassen worden.
** Verwaltungsgerichtshof. S. K. H. der Groß Herzog haben den Vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Oberregierungsrat Dr. Ernst Weber für die Dauer des dermalen von ihm bekleideten Amtes zum Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes ernannt.
** Vom Großh. Hostheater. S. K. H. der Großherzog haben die Hofmusiker Herrn. Harnisch, Rud. Müller, Phil. S t u r m s e l s, Alb. Diedrich, Otto Bartke, Paul Uhlmann, Hch. Eymann, Louis Gothe, Leop. Schütter, Ulrich Rohde und Friedrich Brück mann zu Kammermusikern und den Vorstand der Frauen-Garderobe des Hoftheaters Marg. Heß zur Hos- theater-Garderobe-Verwaiterin ernannt, ,owie dein Hvf- theaterdiener Heinrich Zinn kann die Medaille für langjährige treue Dienste verliehen.
** Des Großherzogs Dank. Der Gesangverein Liederkranz sandte gelegentlich des Geburtstages Sr. S. K. des Großherzogs lolg^naes Telegramm ab: „DerGesang- berein Liederkranz Gießen gestattet sich, seinem geliebten Landesfürsten zu seinem Geburtstage die innigsten Glückwünsche ehrfurchtsvoll darzubringen." Daraus lief am Abend des 25. folgende Drahtantwort ein: „Gesangverein Liederkranz, Gießen. Herzlichen Dank für freundliches Gedenken. Ernst Ludwig."
” Ordensverleihung. Dem Weichensteller Jakob Werther in Gießen mürbe von Sr. M. dem König von Preußen das allgemeine Ehrenzeichen für 40 Dienstjahre verliehen.


