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scheint tSgllch mit Ausnahme des Sonn^gS.
Ve ..Gietzenrr Famllienblütter" werden dem Hnjetflev* viermal wöchentlich beigelegt, daS 'Kreisblati für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erlernt monatlich einmal.
Msrtt L5?. Jahrgang
DomrerZLng LI. Oktober 15)07
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Universitäts - Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei.' Schulstraße 7. Expedition und Verlag: S-LAbl. Nedaktio>u^^AI12. Tel.-ÄldroSlnzergerGießen.
poOti^c SngcsßctziE.
Die Vereinigten Staaten und Japan.
Ter „Newyork Herald" berichtet aus Washington, daß die japanische Frage noch immer die Regierung be- schajtige und daß trotz aller amtlichen Erklärungen ein Konflikt mit Japan als möglich betrachtet wird. Besondere Besürchtungcn herrschen in Washington bezüglich der Philippinen, angesichts der Ausdehnung, die die japanische Flotte g^wonne-.t hat. Aus diesem Grunde werden die Verteioigungsarbeiten auf den Philippinen fortgesetzt i.erden. Kriegsminister Taft hat nach seiner Reife dem zunegsamt mitgeteilt, daß die jetzige Befestigung der Philippinen vollkommen unzureichend sei, um dem Anriss einer modernen Flotte zu widerstehen. Neue Pläne chr Befestigungsarbeiten werden demnächst dem General- wmiiee der Landesverteidigung unterbreitet werden.
Neapel angekommen. Heber die Ergebnisse der Reise äußerte Dernburg unverhohlene Vesriedigung. O st a f r i k a mi t seinen 10 Millionen arbeitsamen Menschen, sagte der Staatssekretär, ist für Deutschland eilt überaus wertvoller erfreulicher Zuwachs. ES ist ein Land, das seine natur - gemäße Entwicklung haben wird, ohne daß wir viel zu tun haben werden, da der Boden von hoher Fruchtbarkeit ist. Kurzum, wir haben etwas an unseren Kolonien, nur darf nicht zuviel hinein- regiert werden. Es genügt, zu organisieren. Ich' komme mit keiner großen Geldforderung zurück, aber mit der Sicherheit einer außerordentlich günstigen Entwicklung der Kolonie, lieber die Ergebnisse der Expedition des Professors Koch hatte Dernburg Worte der Begeisterung. Was Koch zustande gebracht, sei geradezu bewundernswert. <
berg in jein Schloß gebracht, wo die Priuzes-in bis auf Weiteres verbleibt.
Dresden, 31. Okt. König Friedrich August von Sachsen, der vom 5. bis 17. November in Tat in Kärnthen der Jagd obliegt, wird sich von dort nach Schloß Tallaus begeben, um die Prinzessin Pia Monier: kennen zu lernen.
Aus Rußland.
W j a t k a, 30. Okt. Gegen oen Wagen des mittags aus der Kathedrale zurücrkehrenben Zeremonienmeisters und iellvertretenden Gouverneurs Fürsten G o r t s ch o t o w wurde eine Bombe geschleudert, die nicht explodierte. Der Täter, ein früherer Gymnasiast, wurde in dem Augenblick, als er einen Revolver auf den Gouver- r.enr an legte, durch einen Schuß eines in Begleitung des Fürsten befindlichen Tscherkessen niedergestreckt.
Der Kaiser und Pater Schmidt.
Die „Germania" berichtet: Pater Schmidt, Direktor des katholischen deutschen Hojpizes in Jerusalem, wurde gestern abend in längerer Audienz vom Kaiser empfangen. Ter Monarch war außerordentlich freundlich und liebenswürdig, die Unterhaltung lebhaft und angeregt. Boll Teilnahme erkundigte sich der Kaiser nach dem Fortschreiten res tzospizwerkes, des Neubaues des Damaskus-Tores, nach der Entwicklung der Schule und dem Ergebnis der gesamten Tätigkeit der Vertreter des katholischen Deutschtums in Jerusalem. Der Kaiser ist bereit, an der inneren Ausstattung des neuen St. Pauls-Hospitals sich mit zu beteiligen durch Ausstattung eines schönen nach ihm zu benennenden Zimmers, desgleichen auch die Gelehrten-Biblio- thek der Anstalt durch Zuwendung von geeigneten Werken orientalischer, biblischer, rabbinischer Literatur-zu heben und nicht minder auch die naturwissenschaftlichen Sammlungen durch Uebern-eisung geeigneter Gabey zu fördern und zu vervollständigen. Als Pater Schmidt von seiner Heimat Westfalen redete und von den Besuchen, die er nach langer Abwesenheit wieder einmal dort gemacht habe, fand der Kaiser Anlaß, auch von den vortrefflichen Eindrücken zu reden, die diese Provinz bei seiner letzten Anwesenheit aus ihn gemacht habe. Boll des Lobes erwähnte er Münster, das biedere, herrliche Volk im Lande der Eichen. Freundliche Erwähnung fand Paderborn, das waldige Sauer- land usw.
Nach dem Hardenprozeß.
Der „Post" zufolge soll der Justiz Minister zum Kaiser befohlen worden sein, um Vortrag darüber zu halten, warum die Klage gegen Harden ex ofticio von der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden sei. 9)1 an halte die Stellung des Justizministers für ernstlich er- sch ü kterk. — Das /Berliner Tageblatt" meldet, die Staatsanwaltschaft erwäge, ob sie die Klage gegen Harden nunmehr im öffentlichen Interesse weiter verfolgen solle, Rach § 417 der St. P. O. ist der Staatsanwalt berechtigt, in jeder Lage der Sache bis zur Rechtskraft des Urteils die Verfolgung zu übernehmen. Ein dahingehender Entschluß sei jedoch bisher noch nicht gefaßt worden. Ohne Zweifel wird die Staatsanwaltschaft sich nun auch mit dem Fürsten Eulenburg und den übrigen Herren seiner Tafelrunde beschäftigen müssen.
Dernburg über Ostafrika.
Der Dampfer „Prinzregent" mit dem Staatssekretär Tcrnburg an Bord, ist gestern nach sturmfreier Fahrt in
Siebener StadtLheertcr.
Unsere Kate.
Lustspiel von H. H. Davies.
Der mit malerischem Geschmack ausgestattetcn Aufführung her „Rabenstcincrin", die durch ein vortreffliches Zusammenspiel aller und namentlich durch die Leistung der Haupk- barftellcr, insonderheit des Irl. 9lchkerberg, einer Künstlerin von imposanter, waldesdüsterer Herbheit und loderndem Wilb- feucr, kaum einzuschränkendes Lob verdiente, dem deutschen Naubritterroman folgte am Mittwoch ein englischer Gouvernantenroman, dem dentschen Mittelalter englisches Altjungsern- tum. Doch nicht von jener üblen Art, die wir von Euerer Bells unseliger »Jane Eyre" her kennen und fürchten. Gewiß, auch Davies' dramatisierter Roman ist ein bischen altmodisch, so altmodisch chua, wie eine gute alte Tante, die uns mit freundlichen Blicken umfängt und die wir in all ihrer genierlichen Zimperlichkeit lieb haben, weil wir wissen, daß sie reinen und golbtrcuen Herzens ist.
Und wie es in Deutschland allezeit Leiste geben wird, die der Hennburg den Vorzug geben werden vor Hauptmann ober Hofmannsthal, so in England dem Verfasser von „Sherlock Holmes" ober „Unsere Käte" vor Wilde und Shaiv. Schließlich hat jede Gesellschaftskategorie das Recht mif ihr besonderes litterarisches Entzücken.
Wir blicken in ein blitzsauberes, etwas altmodisches Stäbchen in einem ebenso altmodisch verschlafenen Städtchen des merry old England. Man ist da sehr wohlanständig, sehr ängstlich bedacht auf die Beobachtung des Althergebrachten, und fühlt sich behaglich und gemütlich, still ziifneden im eng umgrenzten Pflichtenkreis. *
In diese graue weltferne bescheidene Abgeschiedenheit flattert plötzlich ein buntfiederiger Vogel aus der großen Welk, em kleiner Teilfelskerl weiblichen Geschlechts. Uiisere Käte isls, ein alterndes Mädchen, eine Schriftstellerin, die zwar böse, böse Bücher schreibt, im Herzen heimlich aber immer noch ihre Kleinmädchenliebessehnsucht trägt, eine Emanzipierte angeblich, d. h. nach der Ansicht prüder Kleinbürgerlichkelt, in Wahrheit aber von gleicher Furcht und gleicher Wonne
Knappschaftliche Rückversicherung.
Die auf Beschluß der Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Knapps chaftsverbandes am 9. September in Eisenach für Oktober in Aussicht genommene konstituierende Versammlung zur Begründung einer knapp sch aftlichen Rückversicherung auf Gegenseitigkeit hat gestern in Berlin unter dem Vorsitz des Geheimen Bergrates Dr. Weidtmann und in Anwesenheit des Geh. Oberbergrates Steinbrinck und des Regierungsrates Weymann vom prenß. Handelsministerium stattgcjundcn. Die Vertreter von 50 Knappfchastsvereinen erklärten die Bereitwilligkeit der von ihnen vertretenen Vereine zum sofortigen Beitritt; die Vertreter von 10 weiteren Vereinen gaben dieselbe Erklärung unter dem Vorbehalte der Zustimmung ihrer Vorstände beziehungsweise Generalversammlungen ab. Die Satzungen wurden mit einigen unwesentlichen Aenderuugen im Wortlaut der Eisenacher Beschlüsse einstimmig angenommen und darauf wurde durch Unterzeichnung eines notariellen Protokolls die Gründung der Rück-Ber- s i ch e r u n g S a n st a l t vollzogen. Damit ist ein vom Allgemeinen Deutschen Knappschafts-Verband seit Jahr und Tag angestrebtes hoch bedeutsames Werk zum vorläufigen erfolgreichen Abschluß gekommen.
Zum Falt Schroers.
Tie „Köln. Ztg." meldet aus Bonn vom 30. Okt.: Ter akademische Senat der Universität Bonn hat in seiner gestrigen Sitzung ein scharfes Protokoll gegen die Kundgebung des Kardinals Fischer gegenüber dem Professor Schroers an das Kultusministerium gerichtet. Soviel bekannt geworden ist, ist der Beschluß einstimmig gefaßt worden. Ter Dekan der katholischen theologischen Fakultät hat sich der Abstimmung enthalten, aber eine Erklärung zum Protokoll gegeben. Ter Protest des Senates findet in dem Vorgehen des erzbischöflichen Stuhles zu Köln als einer außerhalb der Universität jtehen- den Behörde einen Eingriff in die innere Organisation und in den Lehrbetrieb der Universität. Ter Minister wird gebeten, gegen einen solchen Angriff Schutz zu gewähren. Wie weiter bekannt wird, ist mit dem Kurator der Universität, Geheimrat Ebbinghaus, auch Professor Schroers nach Berlin zum Kultusminister gereist.
Die Uebergabe der Prinzessin Pia Monica.
B r ix e n , 31. Ott. Prinzessin Pia M o n i ea ist gestern hier angekommen und wurde vom Baron Schön- erfüllt wie jcöcö liebe Gänselcin. Und gründliche nnbcfric- digt, weil niemals noch der Rechte kam. 9hm aber endlich kommt er, natürlich, denn es ist ja em „Lustspiel". Es ist ein Maler, der in feinem „Eulennest" bisher nur Schafe und allenfalls die Heide malte. Er ist arg versimpelt unter den
Schafen, so daß er sich unter ihnen gar nicht mehr recht
auskennt. Und so hat er sich denn schlimm verplempert,
d. h. er hat sich verlobt mit einem Schäfchen, mit dem
Mädchen im Städtchen — eS gibt darinnen nur eines. Er tatS der Abwechselung halber, ohne recht zum Bewußtsem seines dummen Streiches zu kommen. Run aber, da unsere Käte kommt, verliebt nnb verlobt er sich schleunigst um. Und das Mädchen im Städtchen machts ihm umgehend nach. Versteht das tugendsame Täubchen doch ganz und gar nicht den Maler, und zieht es ihr kleines Herzelein doch zu dem Gesalbten des Herrn, dem Herrn Vikar, der da trieft von Gottseligkeit und Unausstehlichkeit. Und er ivirb mit ihr eine „ideale Ehe" führen, ans der „alle Leidenschaft verbannt ist" ...
Es sind achtbare Ansätze zu tieferer CharaUeristN zu bemerken. Scheint es doch, als wollte der Verfasser freundlich lächelnd seinen geduldig lauschenden Hörern zu Gemüte führen, was unser trefflicher Fontane a.L Facit aus fernen Lebens- ivanberungcn zog: „DaS Haus, die Heimat, die Besenrainnng, die sind das Glück und sind die Wett". Er mag auch kleinstädtische Bigotterie und Prüderie haben verspotten wollen. Aber diese Llbfichten gingen wohl schließlich über seine Krasr. Die anfangs ganz treffend angelegte Charakteristik der Handelnden verflacht und bald haben ivir nur die traditionellen Theaterfiguren vor uns, wie wir sic von unseren deutschen Schwank-„Poeten" seit dem alten ehrlichen Venedig rennen, nur nicht ganz so kurzweilig rote diese.
Die Handlung ist durchstchtig wie Fensterglas und außer den vier Liebesleutchen gibts in dem Stücke nur noch eine ^jdlich nette Schwiegermutter, einen vorlauten Bengel, eine grinsende Köchin und eine gebratene Ente. Uber ben Dialog find die Scherze recht sparsam verteilt. Ter zweite Akt ist am nettesten erfunden und gestaltet, alles Übrige eigentlich nur die Umrahmung dafür.
Meuterer in Wladiwostok.
Wie aus Wladiwostok gemeldet wird, reizten Agitatoren die Besatzung deS Torpedobookszerilörers Srvry zur Meuterei auf. Die Meuterer-hißten die rote Fragge und eröffneten das Feuer gegen die Stadt und die Truppen. Durch das Feuer des Kanonenbootes Mandschnv nnd dreier Tvrpedobootszerstörer und mit Hilfe des her- beigeeilten 12. Schützenregiments wurde das meuternde Doot zerschossen. Tie Meuterer wurden verhaftet. Tie Agitatoren fand man als Leichen vor. Auch der Vdom- Mandant des Skory war getötet worden, ebenso der des einen angreifcnden Torpedobootes und einige Einwohner der Stadt. Ueber die Festung ist der Belagerungszustand verhängt worden.
Berlin, 31. Olt. Reichsmrrzler Fürst Bülolvj empfing gestern die F i n a n z m i n i st e r der deutschen Einzelstaa'teu zur Besprechung finanzieller Fragen.
— Wie in diplomatischen Kreisen verlautet, wird Staatssekretär v. Sch ö n den Kaiser als Vertreter des Auswärtigen Amtes nach London begleiten.
Berlin, 30. Okt. Der „Reichsauzeiger" veröfsentlicht die Entlassung T s ch i r s ch L y s von dem Posten des Staatssekretärs des Auswärtigen behufs anderweitiger dienstlicher Verwendung, sowie die Ernennung des bisherigen Petersburger Botschafters v. Schön zum Staatssekretär des AilS- wärrigen.
— Reichstagsabg. D. Naumann ist, wie die „Natl. Korr." hört, schwer er krault. Er befindet sich zur Kur im Meisten Hirsch bei Dresden. Augenblicklich soll es besser um ihn stehen. Alle Gefahr scheint aber noch nicht beseitigt.
— Ein aus der großen Gesehesmaterie der Denkmalspflege herausgenommencr, kleine re r Gesetzent w u r f über den Schutz früh geschichtlich er Denkmäler wird vom Kultusministerium dem Landtage, wie die „N. Z." hört, in kommender Sesswn unterbreitet werden. Der Entwurf sieht den Schutz bis auf die Zeit vor, vou der an wir über urkundliches und literarisches Material verfügen, es fallen unter den Schutz außer prähistorischen Denkmälern im engeren Sinne u. a. auch alle Funde in und über der Erde, ebenso die Münzsunbe. Dagegen sind die Funde der rein geschichtlichen Zeit in das Gesetz nicht einbezogen.
Bonn, 30. Okt. Der Bonner Univerjitätskurator Geh. Rat Ebbinghaus ist vom Kultusminister T-r. Holle n a a> Berlin berufen worden. Wie int allgemeinen angenommen wird, läßt sich der Minister Vortragüberden Fall des Prof. Schroers halten, der bekanntüch ferne Vorlesungen eingestellt hat, nachdem deren Besuch den Stu-
Aber dieser mittlere Akt gibt uns doch andererseits auch zu denken. Wir sehen: die Welt, nicht nur die Kleinstadt^— denn unsere Käte kommt ja aus der größten Stadt der Welt — gebietet, daß eine junge Dame nie allein sei mit einem jungen Manne. Ja, niaiinn beim nicht? Was hat sie zu iurchten? Sie, bie reife Weltstadtdame, zittert und bebt. Warum muß ihr Atem schneller und müssen ihre Singen übergehen? Man spürt in diesem Akte doch so etwas von dem Aroschnoduft der Mimili-Novellen Claurens, vermengt mit dem Saccharin der Frau Elise Polko.
Der freundliche Erfolg des Stücklems war hier nicht zum geringen Teil der guten Darstellung zu verdanken. Wenn alle englischen Misses, die über den Kanal zu uns kommen, so nett und anziehend wären wie Toni Sylva als „unsere Käte", dann würden sie sich bald größerer Beliebtheit erfreuen als dies für gewöhnlich der Fall ijt. Sie spielte, trotz eines Unwohlseins, das ärz-itiche Hil,e notwendig machte, mit so viel absichtsloser Anmn-, Natürlichkeit und Drolerie, daß man ihr Mit Entz-uaen folgte. Sie gehört zioar noch lange liicht zu den „jungen Mädchen, Die vor der Tür zum Altjungfeimheim steyen, ganz im Gegenteil. Dadurch geriet ja manches m dem ^machen ein wenig schief, das aber :nachte fast gar nichts, ivenn als einziger Fcyler festzustellen ist, daß eine Knnitwrrn fnr eine Rolle zu jung ist, dann ifc das ilcoel wayrua) nullt groß. Unbedingt glaubte man diesem temperamentvoll her ensgeraden Mädel, was sie sagte, tat und eiiLpfUiib, weniger freilich, was sie geschrieben haben sollte. Jedenfalls war's eine sehr liebenswürdige Leistung vvn sieghaftem Charme. Ganz ausgezeichnet war geleite Sch u m a n n in der Figur der Frau Spencer. Tie zimpcrncpe Kleinstädterin aus der Biedermeierzeit dürste schwenia) charal- teristischer und komischer herausgebracht werden können. Die einfachsten Worte aus ihrem Munde riefen Heiterkeit yervor. Wenn sie die Wasser ihrer mütterlichen Beredsamkeit auf das Haupt des schuldigen Malers ergoß uiib zwischendurch über ihr Herzklopfen jammerte, dann glaubte man ihr dieses aufs Wort. Kde Nuance war lebensecht; und dabei hielt sich ihre Komik immer im Diskreten, kaum ie störte ein Ton der Effekthascherei die Einheit des^Bitdcs. Dora Ormont nahm bie Rolle der jugendlichen Frömmlerin etwas zu feierlich in Miene uub Haltung. Freilich


