Ausgabe 
27.11.1907 Erstes Blatt
 
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Versammlung am Donnerstag, 28. Nov., tiachm. 4 Uhr, list folgende Tagesordnung aufgestellt: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Baugesuch des Konrad Rüb'samen für den Wismarer Weg. 3. Desgl. dec Gebr. Kahl für den Wetzlarer Weg. 4. Desgl. des Peter Kronenberg für die Süd-Anlage. 5. Einrichtung der israelitischen Leichenhalle. 8. Wirtschaftsgebäude auf dem Friedhof am Rodberg. 7. Ent­wässerung des Fabrikgrundstücks von Karl Bänninger jr. am Schiffenberger Weg. 8. Vergebung von Arbeiten und Liefer­ungen. 9. Einziehung von Vertragsstrafen. 10. Genehmigung I von Rechnungen. 11. Wasserrohrverlegung nach dem Grund­stück ,An den Bahnhöfen 20". 12. Die Löhne der städtischen Laglöhner (Handwerker). 13. Aenderung dec Gemarkungs­grenze mit Oppenrod. 14. Schutzstreifen bei den Gebäuden der Irrenanstalt. 15. Vergebung dec Holzhauerlöhne. 16. Holz-! ubgabe an das Landwirtschaftliche Institut. 17. Festsetzung bec ortsüblichen Tagelöhne im land- und forstwirtschaftlichen I Betriebe. 18. Genehmigung dec Rechnung für 1906 und des Voranschlags für 1908 der Plockschen Stiftung.

Uns Stabt rrno Lamo«

Gießen, 27. Rovembec 1907.

Vom Großherzoglichen Hofe. S.K.H. dec Groß­herzog wird am kommenden Samstag, 30. November, mit seiner Gemahlin und deren Schwester, Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich, einec Einladung des Offizierkorps des Dragoner- Regiments Nr. 23 zu einer Ballfestlichkeit in den Räumen des Osstzierkasinos Folge leisten.

r **Die hessische Wahlrechtsreform. D er Ge- se tzgebungsausschuß der zweiten Kammer war heute vormittag unter Vorsitz des Abg. v. Brentano zu einer weiteren Beratung über die W ahlr e ch t s v o rl a ge zu­sammengetreten. Der Ausschuß beschloß nach eingehenden Erörterungen, noch einmal mit dem Gesetzgebungsausschuß der ersten Kammer wogen der Wahlrechtsvorlage in Ver­bindung zu treten. Es handelt sich um die in der Vorlage vorgeschlagenen Verfassungsänderungen. Wenn die erste Kammer gewillt sein sollte, die Abänderung des Art. 75 der Verfassung fallen zu lassen, so würde guter Informa­tion nach die Mehrheit des Ausschusses der zweiten Kam­mer nicht abgeneigt sein, einer gesetzlichen Festlegung des bisherigen langjährigen Gewohnheitsrechts der ersten Karn- mer betreffs der Rekommunikation zuzustimmen und über die sonstigen Differenzpunkte weiter zu verhandeln. Von £er Rückäußerung des Ausschusses der ersten Kammer dürfte es demnach abhängen, ob die Ausschüsse beider Stände­kammern noch einmal zu einer gemeinschaftlichen Beratung ilber die Wahlrechtsvorlage zusammenkommen weiHen.

** Für die Sitzung der Stadtverordneten- 1

gesange des Vereins Harmonie, sowie gemeinschaftliche r sänge belebten die Festesstimmung. Heute mittag ein führerloses Gespann, einen Pflug hinter s nachschleppend, durch die Straßen unserer Stadt -j beiden Pferde waren einem 3/4 Stunden vor: hier am Wald rande pflügenden Knechte durchgegangen, und zwar info! eines Schreckens, den ein im Walde durch den Sturm nied sausender Baum verursachte. In der Stadt wurde h Gespann nahe seinem Heim aufgefangen; glücklicherwe hielten sich infolge des Unwetters keine Kinder auf Straße auf, so daß außer den Trümmern des Pfwg kein weiterer Schaden zu beklagen ist.

x N i d d a, 26. Nov. Auch hier wurde der Geburt- tag S. K. H. des Großherzogs gefeiert. Von bi Schulfeiern hervorzuheben die Feier der höheren Bürae schule, zu der die Eltern und Angehörigen der Schm geladen waren. Es wechselten patriotische Gesänge ui Deklamationen miteinander ab. Auf die Festrede des Leb amtsassessors Dr. Vetter über den Landgrafen Err Ludwig als kunstsinnigen Fürsten folgte ein Hoch auf b Großherzog und die Nationalhymne. Die Bürgerschaft h ging den Tag durch einen Kommers im Gambrinus - dem Beamte und Bürger zahlreich tcilnahmen. Die gefhei HE Oberamtsrichter Römheld, der auch ein beifällig Qu genommenes Geburtstagsgedicht versaßt hat. Den mui kalischen Teil hatte das Orchester und der Gesangverei des Lehrers Endres übernommen. Tie Stimmung iOf ed)t patriotisch. Die seit gestern eingetretene nas > Witterung kommt den Landwirten sehr gelegen. Einnu war der Boden sehr ausgetrocknet; sodann kann nur bt Regen der Mäuseplage ein Ende machen. Die Müller )Qht mit Sorge dem Frost entgegen, denn für den Fall des Froste hätten viele Müller wegen Wassermangel nicht mehr mahle können. Die Erweiterungsarbeiten an unsere^ Bahn Hofe haben begonnen. 60 Arbeiter, meist aus bc; Spessart, sind am südlichen Ende beschäftigt. Der G ländeerwerb seitens der Bahn dürfte in kurzem perfe geworden sein. Lluch für die vermehrte Wasserlieserun an die Bahn seitens der städtischen Wasserleitung wird i kurzem gesorgt fein. Heute vereinigten die überraschte Landwirte Niddas das Publikum mit einem Milchaus ! ä) lag 18 Psg. statt 16 Pfg. seither pro Liter. Ma spricht,Futtermangel" sei die Ursache.

+ Eichenrod, 25. Nov. Eine eigenartige Bei g e o c d n e te n w a h l vollzog sich hier vor einigen Tage, '-öon 37 Stimmberechtigten machte niemand von seine, Stimmrecht Gebrauch. Zum Schlüsse wählte ein Mitgbc dec Wahlkommission Herrn Konrad Bläser, dec somitein ftimmig" für den verstorbenen Beigeordneten Greb gewäh ist. Bläser soll sich jedoch weigern, die Wahl anzunehmei

21. Blitzen rod, 25. Nov. Heute früh wurde bt Arbeiter I. Rockel am hiesigen Bahnhofe erfroren auf gefunden. Rocket, der anscheinend dem Alkohol stark z-. gesprochen hatte, kam an der Böschung dec Zufiihrstraßc not bem Bahnhofe zu Fall, rollte sie hmab und blieb in bei nuten vorbeiführenden Wässerchen, in das beim Ausfinde der Leiche die Füße hingen, besimmngslos liegen, so daß d. -rod eintcat. Rockel i|t 32 Fahre alt und hinterläßt en Familie mit 6 Kindern.

Tmf 4 Millionen Mitgliedern. Haüptgegen stände der Beratung waren das Verhältnis der Krankenkassen zu den Aerzten, der Entwurf eines Reichsapothekeiigesetzes, die Ausbildung der Kassenbeamten, Paragr. 52 des Krankenversicherungsgesetzes, die Abänderung des Paragr. 32, Msatz 2 des Krankcnversicherungs- geietye^ (Ermäßigung des dem Reservefonds zu überweiseiwen Betrags von 10 auf 5 %) und die Einbeziehung der Heimarbeiter m die Krankenversicherung. Tie nächste Jahresversammlung soll in Braunichweig stattfinden. Geschäftsführer Fourier verbrei- tete ^>ich im Anschluß daran in längeren Ausführungen über die «reie Arztwahl, in der er für die Krankenkassen und für bie wirtlich erkrankten Kassenmitglieder keinen Vorteil, sondern nur Nachteil erblicken kann.

-n- Rödgen, 26. Nov. Im kommenden Frühjahre wird jedenfalls auf unserer Station eine Gütervexla be­stelle eingerichtet. Damit wäre einem dringenden Bedürfnis abgeholfeu und ein Wunsch erfüllt, den die Gemeinden Rödgen und Trohe schon längst hegten. Zunächst wird nur Stückgut abgefertigt werben. Seither kam für dessen Beförderung die Station Großen-Buseck in Betracht. Das Docthinverbri'ngen war immerhin umständlich und wurde doch meistens der Bahn aufgebürden, indem man wenn der Gegenstand nicht allzu umfangreich war für 5 Pfennige die 4. Wagenklasse bis Großen-Buseck benutzte und dann die Sendung dort ausgab Hoffentlich folgt auch die Post bald diesem Beispiel' und errichtet hier eine Agentur. Dann würde sich auch dieser Verkehr glatter abwickeln. In den letzten Wochen hat sich hier ein neuer Turnverein gebildet.

r , krankenkasse Greßen hielt.gestern abend

Anter dem Vorntz oes Herrn Gg. Dahmer im Felsenkeller ihre u n g in der 31 Kassemnitglieder- und 4 Arbettgeber-Vertreter vertreten lvaren. In die Prüfnngs- wmmrsswn sur dre Rechnung des Jahres 1907 wurden die rrJSSJ Schmidt und Sch los ferme ister Wiegandt

lletztever als Arbeitgeber), sowie als Ersatzmann Franz gewühlt. r$CL ber Erganzungswahl des Vorstandes wurden als Vertreter der Arbettgeber die Herren Haas und Nauheimer und als Ver- ttetw der Arbeitnehmer die Herren Krüger, Krug, Strohwig und GeschaftSsuhrer Fourier berichtete sodann über। dre 15. Generalversammlung der freien Vereinigung von Kran-1 &e^cn> die am 30. Ium d I in r- Bereinigung zählt 43 Krankenkassen ^9 QQQ Mrtgliedern. Es wurden vorzugsweise kassen- technlsche Fragen behandelt, u. a. wurde besprochen der Wert emhecklicher Geschäfts so rmulare für 5irankenkassen, die Leistungen der staaklrchm BctriebSkrankeukafse mtb die Rechts-msprüche der Krankenkcqsen nach Laragr^ 25 des Gewerbc-UnfallocrsrchMinas- getei^ In dem Geschäftsbericht des geschäftsfnbrenden Aus'- schusfes wurde darüber Klage geführt, daß die Regierung alle Einträge, und Erngaben des Verbandes unbeantwortet lasse. Es W VtrMt werden, durch gleichzeitige Eingaben an die Land-

-In ^ud-rrst emc Antwott der Regierung zu erhalten. Trc nächste Jahresversammlung soll ini Worms ftattfmbcn. Herr ^rr.aH?lC>t<cr|lal?tc runi Schluß einen Bericht über die 14 a28lt9hm,H>S deutscher OrtSkranicn-

v nt Mannheim, bei der die Ortskranken-1 h^TfTPt^n Herren Haas, Fourier und Gg. Schmidt

vertreten war. htx Verband zahlt zur Zeit 235 Verbände und

O L a u b a ch, 25. Nov. Die Reihe der Festlichkeiten für Großherzogs Geburtstag eröffnete in seinem mit Herbstlaub geschmückten großen Saale bei dichter Besetzung das Gymnasium Fridericianum nachmittags i/26 Uhr durch leinen Festa L t u s. Das 15 Nummern enthaltende Pro­gramm setzte sich aus die Hessentreue rühmenden Gedichten und mehrstimmigen Chören zusammen. Die Festrede hielt Oberlehrer Keller. Er entwarf ein Bild, wie von Lud­wig dem Getreuen, dem Gründer der Gießener Universität wie die verschiedenen hessischen Landesfürsten sich be­strebten, Kunst und Wissenschaft zu fördern, und wie dies in hohem Maße von unserem jetzigen Großherzog gelte, der als Kunstmacen in deutschen Landen bekannt sei und als Erhalter kunstgeschichtlicher Denkmäler und alter wich­tiger Bauten sich verdient mache. Am Wend fand eine allgemeine Fe st Versammlung im Schützenhof statt ^ne Begrüßungsansprache hielt Graf Karl aus Arns­burg, die Festrede 5^ofapotheker R o ß b a ch, die allgemeinen Beifall fand. Vorträge des hiesigen Mufikvereins, Chor-

** Staatliche Pensionsversicherung der Prrvatangestellten. Im Hause des Kaufmännischen Vereins sprachen Herr HugoSchwarzund Frau B r ö l l aus Frankfurt a. M. gestern abend vor einem, zu einem ,»großen Teil aus Damen bestehenden Publikum über die ge- wlante P-ensionsversicherung der Prwatangestellten. Herr Schwarz zeichnete zunächst in-kurzen, klaren Zügen die wirt­schaftlichen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte und legte bar, wie die Aenderung der Produktionsweise auch Einfluß auf das Verhältnis des Arbeiters zuni Arbeitgeber ge­wonnen habe und wie der Ged!anke der sozinleii Gesetz- Sitng immer festeren Boden gewonnen habe. Nachdem^ die Gesetzgebüng zuerst der gewerblichen Arbeiter an­genommen habe, seien jetzt auch die geistigen Arbeiter, die Vertreter des Mittelstandes ausgetreten und wollten auch teil haben an den Segnungen der sozialen Gesetzgebung. Ueber das Ziel sei man sich einig, nur über den Weg herrsche bedauerlicherweise noch Meinungsverschiedenheit. Redner bekannte sich als Anhänger der Sondertassen und be­sprach dann tm einzelnen die bekannten Leitsätze des Haupt- < ausschusses der Privatbeamten. Herr Schwarz schloß mit ernem warmen Appell an die Privatbeamten und forderte sie auf, fest zufammenzuhalten, denn Einigkeit mache stark. Hierauf betrat Frau Bröll die Rednertribüne und legte iin knapper Ausführung dar, wie die Frauen fidi zu den Leitsätzen des Hauptausschusses stellten. Die Rednerin übte hreriöei sehr strenge Kritik und fand vieles zu bemängeln. .Es sei vor allem ein Fehler gewesen, daß man die Frauen zu den Beratungen nicht mit herangezogen habe. Die Frauen seien der Meinung, daß der vorgeschlagene Beitraa Don 10 Prozent zu hoch sei. Ferner wollten die Frauen ferne Erweiterung des Kreises der Versicherten auf alle Ladenangestellten und alle diejenigen weiblichen Per- sonen, die ohne Gehalt im Haushalre ihrer Angehörigen tätig seien. Auch die Verteilung der Beitragslasten, wie sie der Hauptcnisschuß fixiert habe, sei nicht gerecht, da die wirt- Maftliche Lage der männlichen und weiblichen Angestellten nicht gleich sei, , die weiblichen würden schlechter bezahlt. Man entrechte die Frauen und mache sie zu Bürgern zweiter *9^ sn auch nicht gerecht, von den unverheirateten weiblichen Angestellten zu verlangen, daß sie Beiträge zu Gunsten der Verheirateten zahlen. Die Frauen forderten Daher eine Ausscheidung der Witwenversorgung und wünsch­ten dafür eine Witwenversicherung. Die Rednerin schloß mit den Worten: Wir müssen dahin streben, daß man die Frau auch als vollen Menschen behandelt. An die Vor­träge schloß sich eine Diskussion an.

29. Jahresfeft

des Oberhessischett Vereins für innere Mission.

(Originalartikel desGieß. Anz.")

1. Tag.

o, rv < - « < .. Gießen, 26. Nov.

^»m Gemeindefaal der Matthäus-Gemeinde hatten sich heut ^tc^e Freunde und Mitglieder des Vereins für inner Mission versammelt, um dem Vortrag des Pfarrers Gaftpa aus Unterriexingen über Aufgaben und Mittel d e r K r a r kenfliege au s dem Lande zu lauschen. Nachdem der Vor Ntzende, Prosei ior O. S t a m m - Gießen, die Anwesenden, de runter Vertteler heftftcher Kreisämter und Kreisgesundheitsämlci begrüße und dem Rechner des Vereins Entlastung erteilt wai

s3»crw^-°r-trrn9cnbc nI?t Jcincn sehr interessanten und bc rn« Ausführungen beginnen. Er wies zunächst daran hm, daß die osientlichen Krankenkassen, Jnvalibitäts- und Altere n QltCnhgern bereit seien, einen jähr b£n kosten einer Kranlenpflegestatiou z hpitännt ^i^n^ittef zur Bekämpfung der Kraul

auf slLsbie mrri^hllIg $?.n Krantenpflegerinnenstationei nn h?i,mrt^nbe' &bs den Diakonisseiimntterhäusern vielfac an den notigen Kräften fehlt, fömien geeignete Frauen aus de> Gemeinden gewonnen und für ihre eigene Gemeinde ausac fidbrt »erben Die Hilft del Öin^®®Äaeim£ j ^hr gp begrüßen, belonders die des neu gegründeten BenildjC Ä11 S; will ^Schwestern als '

Xnt Rheinland hat man auch den Vec

sn /'Krankenbesucherinnen gemacht, eilt Versuch der sein Berechtigung noch nicht völlig erwiesen hat. Als" besonder > wichtig zur Bekämpfung der Krankheitsnot empfahl Redner bi Einführung der Krankenp legekästenEbarlottenvi eoe" die i; Württemberg sich sehr gut bewährt^^h-ben^Tieft Är°nk'enp leg' $i^nyefornnintCburjdil' Y1 _°st°ntlichen Gesundheitsbehördc ^,ie ^kforgntv, durch dre Ausleihung der Pflanzmittel an /L^nde Krankhetten zu verbreiten, hat sich du ch ftlrelang^ Gebrauch als unnötig erwiesen. Auch in Grabt, n I

wto ?^bessen sind solche KraEnpslegeMen be

ciNgefuhrt, d. B. tn der Gemeinde Wallenrod bei Remter , 6ad). Tw Charlottenvslegen" sind an, besten in die einer geprüften Krankenpflegerin zu neben hnrfi !

-"-vertrant werden u«' zu bekämpfen beitragen, d,e idranlheitsnvt aus dem San» Ser Korreferent, Pfarrer .Schwabe-Gießen, ergänzte bv

Friedberg, 25. Nov. Zum ersten Beigeordnete wurde vom Stadtverordnetenkollegium dec seitherige uvei Beigeordnete Landtagsäbgeordne'ter D a m m (freis') g öum zweiten Beigeordneten Justizrat Windecke (natlib.). Der langjährige seitherige erste Beigeordnete H i ron ym u s trat mit Rücksicht auf fein hohes Alter' - 72 Jahre zurück.

ö'b. Darmstadt,- 26. Nov. Heute sand hier unter B. teilißung fast des gesamten Offizierskorps der Garnison Benetzung der sterblichen Ueberreste des verstorbenen £bci Leutnante und Regiments-Adjutanten Schmidt vom Art-Acq! Rr. b. eines geborenen Darmstädters, mit allen militärisch.r Ehren statt. Diviswns-Pfarrer Fickenscher hielt die Tramran Sprache. Erne L.mibiNierte Batterie gab drei Salven aus volvern ab.

Hanau 26. Nov. Heute früh wurden die ältesten 17 und lo ^ahre zahlenden Söhne des Bahnsteigscharwer^ Aretthauer tot m ujrem Schlafzimmer aufgefunden die Familie gestern abend beim Nachtessen Bücklinge gerebr, und einer ber)eiben ungenießbar war, nimmt man an/ da von oen ältesten Söhnen verzehrten Bücklinge ebenfalls oei dorben waren, und der Tod durch Vergiftung verdorbene Speisen eingetreten ist. Die Sektion der Leichen findet Milt wochvormittag statt.

. . c r herein der Detailliften hielt gestern abend feine Generalversammlung ab, die außerordentlich stark besucht war Aus dem von dem Vorsitzenden Kaufmann C. Röhr erstatteteii G e ) ch ü stsbericht en Me hm en wir: Die Zahl der ^ocitglieder hat sich im Laufe des Jahres wiederum erhöht. ~em. herein sind neu beigetreten 3 Mitglieder und es liegen zurzeit noch weitere 10 Anmeldungen vor. Die Kassenverhältnisse oes Vereins lind günstig. Bei der vorgenommenen Vorstands- wahl rvurden die Herren C. Röhr und F. Nassauer wiedergewählt, wahrend neugewählt wurden die Herren R. Buchacker und A. Drepfutz. ^ic Tätigkeit des Vereins war auch im verflossenen ^a^rc. rea)t rege; insbesondere hat er zu verschiedenen ivichtigen Vagesfragen, wie Aufhebung der Konkurrenzklaujel, Verschärfung des Ge>etzes über unlauteren Wettbewerb, Errichtung von Hant/ lungsgehilfenkammern, Gründung von Konsumvereinen usw. Stel­lung genommen. Besonders erwähnenswert von der gestrigen Tagesordnung ist die Stellung des Vereins in Bezug auf die Verkürzung der Verkaufszeit an Sonntagen. VN oic)er Hinsicht wurde alkgemein die Ansicht vertreten, daß zurzeit für Gießen mit Rücksicht auf seine Lage zu den Nachbar- stadten und den dort zugelassenen Verkaufszeiten eine Verkürzung 5?er Borkausszeit an Sonntagen nur mit größerem schaden für die hiesige Geschäftswelt verbunden sei. Es ivurde mit Recht oaraus hingewiefen, daß die Gießener Geschäftsleute, die schon 'vwwso durch die vielen in den Nachbarstädten einmüudenden ^cebenbahnen in Oberhessen im Nachteil seien, bedeutenden Schaden durch jede und sei es auch nur die geringste Verkürzung der Verlaufszelt an Sonntagen erleiden würden. Man war der Mei- nung, dag an eine Verkürzung der Verkaufszeit nur dann gedacht werden könne, wenn solche einheitlich und auf reichs- I gesetzlichem Wege geschehe. In der Versammlung, in der nebenbei bemerkt, eine Anzahl größere Firmen vertreten waren, wurden me seitherigen Erfahrungen über die vollständige Sonntagsruhe ui anderen Städten mitgeteilt. Danach soll die vollständige I Sonntagsruhe nur mit größerem Schaden für- die Geschäftswelt I verbunden teilt, und die Erwartungen, den Mrlust durch Mehr- I eivnahMe an Wochentagen zu decken, sich nicht verwirklicht haben.

r ,!urbc deshalb einstimmig beschlossen, bei allen zuständigen Behörden, insbesondere bei der Großh. Handelskammer, gegen lbde Abschrankung der Verkaufszeit vorstellig zu werden.

... r- *e eteranenkapelle, die aus ehemaligen Mili-

tarmusiknn und Musikfrenirden besteht, wird nächsten Sonntag auf der Liebigs h ö h e ein. Konzert V2 5 Uhr beginnend beranftatten. Die Kapelle konzertierte schon dreimal für wohl­tätige Bwecke für hilfsbedürftige Veteranen, Wohltätigkeits- bazar für Südwe,tafrika und für die Abgebrannten in Herb- ^tein diesmal soll der Erlös für Noten, Pulte 2c. be­stimmt fein, damit die Kapelle ,tnt Bedarfsfälle ihre eigenen Uten)Uten besitzt. Im Januar nächsten Jahres ist ein Konzert .^gunlten hiesiger ^tadtarmen vorgesehen. Bei der großen Beliebtheit, deren sich die Kapelle durch ihre vorzüglichen Leistungen erfreut und in Anbetracht des guten Zweckes dürfte em volles Haus am kommenden^ Sonntag wohl zu erwarten fein.

Verein der nationalliberalen Jugend. Die Hauptversannnlung findet, wie aus dem 9lnnoneenteil ersicht­lich ist, Donnerstag, 28. November, abends 9 Uhr, im Kaiserhof" statt. Dem geschäftlichen Teil wird sich das dritte Referat über Arbeiterfürsorge anschließen.

Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehr er stelle an dec Gememdeschule zu Schotten.

Der c r ft e Schnee, der Sonntag nacht fiel, gab einem unserer Leser im Biebertal Veranlassung zu I folgender Mitteilung: Nachdem der Winter bereits am 6. November uns seine Visitenkarte geschickt und alle stehenden Gewässer mit einer festen Eisdecke über» 2^8/ erglänzten heute morgen Wiesen und Felder tm ersten Schneegewand. Noch spricht man von dem schönen Herbst, liest von dem unverhältnismäßig warmen Oktober- Wetter und schon hat der raue Gesell, dessen Begleiter Eis, Lchnee und schneidende Ost- und Nordwinde sind, Einkehr gehalten Nach einem seit vielen Jahren geführten Wetter- > lalender ^hatten wir 1880 am 20. Oktober, 1881 am 5. Okt. und 1887 am 15. Okt. den ersten Schnee. Den spätesten Schnee hatten wir im Winter 1888/89 am 3. Februar 1889. 9lod} seltener ist Frostwetter im Oktober zu verzeichnen Hierin macht nur das Jahr 1905 eine Ausnahme, wo am 21. Oktober morgens 8 Uhr schon 3 Grad unter Null zu verzeichnen waren. Zum großen Leidwesen der Kinder­welt hat die liebe Sonne den Schnee bald ausgesogen und so konnte der Winter auch heute seine Herrschaft noch nicht behaupten. Erzählt doch der Voltsmund: Wenn der Düns- berg zum dritten Male seine Schneekappe aufgesetzt hat dann erst ist der Winter da.