Ausgabe 
31.7.1907 Zweites Blatt
 
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ich mich durch vorliegendes Schreiben mit gebührendem Gehorsam und der gebührenden Ehrfurcht.

Würzburg, den 1. März 1899.

Dr. H. Schell, Prof, theolog.

München, 30. Juli. Das bayerische Ministerium des Inneren veröffentlicht heute einen Erlaß, der Be­stimmungen über die Vereinfachung des dienst­lichen Verkehrs, vor allem der Schreibwerke zur genaueren Beachtung in Erinnerung bringt. Der neue Erlaß will vor allem auch den übertriebenen Formalismus bei Prüfung der Rechnungen vermieden wissen. Er fordert die Behörden auf, Erfahrungen über weitere Möglichkeiten zur Vereinfachung des Geschäftsganges im Verwaltungswesen zu sammeln und nach Ablauf eines Jahres darüber zu be­richten.

Grundsteinlegung des Haager Friedenspalastes.

Haag, 30. Juli. Heute nachmittag fand die Gr irn b ffe i n- legung zum ri e d e n s p a l a ff dec Carnegie-Stiftung in Anwesenheit der Mitglieder der Friedenskonferenz, des diploma­tischen Korps, der Hoswürdcntröger, der Minister, Deputierten nnd sonstigen Behörden statt. Der Präsident der Carnegiestiftung, van Karnebeek, hielt die Festrede und gab die Geschichte des Schiedsgerichts wieder, dankte Carnegie und schilderte den geplanten Bau. Er wird zwei Stockwerke haben und einen großen Gerichts- saal von 300 Quadratmetern enthalten. Eine Bibliothek ist dem Bau ungesagt; sie hat Platz für 200 000 Bände. Tann ging Nelidow zu dem schwebend hängenden riesigen Grundstein hin, auf dem in Eoldlettcru eingegraben steht:Paci justitia sir- mändae hanc aedem Andrea Carnegii munificcntia dedicavit". Nelidow schaufelte drei Sandhäuschen auf dem gemauerten Unter­bau. Tann senkt sich der Stein nnd Nelidow hält eine Ansprache. Er erinnerte an den Friedenskult im alten Rom, an den Janus- Tempel. Es handele sich heute nicht allein um die Errichtung eines mehr oder weniger prächtigen Palastes, sondern einem neuen Gedanken, einem neuen Prinzip in den Beziehungen der Völker werde eine Heimstätte errichtet/ ein Sitz, der des Gedankens würdig sei, dem der B/au gelte. Dieser Gedanke, Friede durch Recht und Gerechtigkeit, hat durch die Gründung einer internationalen Insti­tution seine feierliche Weihe erhalten. Hierauf 'wurde mitgeteilt, daß Frau d'Albert aus Paris im Namen von fünf Millionen Frauen der LigaFrieden durch Erziehung" eine Medaille für Carnegie überbringe. Noch einige mit großer Schönheit gesungene Chöre und die Feier Idar zu Ende. Man versammelte sich dann in dem kleinen Sommer-Palais, wo auch die Pläne zu dem Frie­denstempel hängen. Es ist, wie der Frankfurter Zeitung berichtet wird, ein ziemlich charakterloser, aus einem willkürlichen Gemisch niederländischer Frührenaissancestile zusammenkomponierter Bau, der ebensogut ein Rathaus darstellen könnte und keineswegs die erhabene Idee zum Ausdruck bringt, der er dienen soll. Man begreift die stlarke Be.veguug, die sich gegen diesen Bau im Kveise hervorragender niederländsiUcr Architekten geltend macht.

ArrslanS.

Haag, 30. Juli. Zirka 50 Matrosen des Kriegs­schiffesGelderland", welches augenblicklich vor New- york liegt, sind desertiert.

Kaclowitz, 30. Juli. Der serbisch-griechische Patriarch Brankowitsch ist gestorben.

Paris, 30. Juli. Ministerpräsident Clemeuceau wird morgen nach Karlsbad reisen.

London, 30. Juli. Oberhaus nnd Unterhaus haben die zu einem Ehrengeschenk für Lord Cromer ge­forderten 50 000 Pfund Sterling bewilligt.

Petersburg, 30. Juli. Der Ches des französi­schen Generalstabes, General Braun, wurde heute in Peterhof vorn Kaiser und dec Kaiserin in Audienz empfangen und später zur Frühstückstafel zugezogen.

Newyork, 30. Juli. Die Bekämpfung der anti- amerikanischen Bewegung in einzelnen Teilen Kubas macht den Behörden immer mehr zu schaffen. Bei Guan­tanamo im Osten der Insel werden gegemvärtig größere Abteilungen der Rurales (Landgendacmerie) zusammengezogen, um Bestrebungen, die zum offenen Ausstande drängen, nieder- zuhalten. Bereits ist es zu mehreren Zusammenstößen mit revolutionären Haufen gekommen. Man glaubt hier an ernstliche Vorbereitungen zu bewaffneten Kämpfen und schenkt den amtlichen Dementis, daß die Lage nicht be­unruhigt sei, wenig Glauben.

Aus StaSt nn- Land.

Schmückt Eure Fenster und Balkone mit blühenden Blumen.

Gießen, 31. Juli 1907.

* * Im alten Schlosse ist von der Stadt in präch­tiger Mappe aus rotem Leder folgende Adresse niedergelegt worden:

Allerdurchlauchtigster Großherzog, Allergnädigster Fürst unD Herr! Allerdurchlauchtigste Großherzogin, Allergnädigste Fürstin und Frau!

In dem Augenblick, da Eure Kgl. Hoheiten aufs neue Besitz ergreifen von dem alten Schloß Ihrer Väter, heißt Eurer Kgl. Hoheiten getreue Stadt Gießen ihren geliebten Landesherrn und seine hohe Gemahls aus freudigem Herzen willkommen. Sehen wir uns doch am Ziele eines lange gehegten Wunsches, und dürfen lvir doch hoffen, Eure Kgl. Hoheiten in Zukunft recht oft in unseren Mauern zu begrüßen. Mögen Eure Konigl. Hoheiten diese Hoffntmg erfüllen uni) sich heimisch fühlen inmitten einet* Bürgerschaft, die allezeit treu zu ihrem Fürsienhause stand iind sleheii ivird.

Gießen, den 31. Juli 1907.

Im Namen der Stadt Gießen: Ai ecu m, Oberbürgermeister.

Georgi, Heyligenstaedt, Curschmann, Beigeordnete.

Die Adresse ist in bunter Kalligraphie ausgeführt und trägt als besonderen Schmuck ein sarbiges Aquarell, dar­stellend das alte Gießen, in anmutiger landschaftlicher Um­rahmung. Das Ganze ist ein sehr gefälliges Weck des Gießener Zeichenlehrers Gerhard.

* * Seinen 70. Geburtstag feiert heute der Chemiker, ord. Professor an der Landesiiniversität, Geh. Hofrat Dr.phil. Alexander Naumann. Zu Eudorf bei Alsfeld geboren, studierte Naumann hier Chemie, promovierte an der Landes- Universität, wurde dann Assistent an der damaligen höheren Gewerbeschule zu Darmstadt und 1860 am chemischen Laboratoriunl dec Universität Tübingen. Hierauf kehrte er wiederum hierher zurück, oblag hier mathematischen Studien, wurde Gymnasiallehrer und habilitierte sich gleichzeitig 1864 an der Universität. 1869 wurde er zum a. o. Professor und 1882 zuin o. Professor und Direktor des chemischen Univer­sitätslaboratoriums ernannt. Von seinen Werken nennen wir:Grundriß der Thermochemie" (1869),Handbuch der allgemeinen und physikalischen Chemie" (bildet gleichzeitig einen Teil von Gmelin-KrautsHandbuch dec Chemie") 1877, die Grundlehren der 'Chemie" (1879) undLehr- und Handbuch dec Thermochemie" (1882).

* * Berufung. Dec Pcivatdozent a. d. Universität und 1, Assistent der Frauenklinik Dr. Paul Krömer, der

langiähckge Mitarbeiter, Professor Dr. Pfannenstiels, hat einen Ruf bekommen als 1. Lehrer dec Hebammenlehcanstalt und Leiter der gynäkologischen Poliklinik dec königlichen CharitS in Berlin.^ Er hat für den 1. Oktober d. I. den Ruf angenommen. Für unsere Hochschule insbesondece die Frauenklinik bedeutet dies einen ~ großen Verlust, für Dc. Kromer dagegen ist die Berufung als besonders ehrenvoll anzusehen.

** Pfarrpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Fciedr. Schultheis zu Freiensteinau die evang. Pfarcstelle zu Hochweisel übertragen.

G e r i ch t § p e c s o n a l n a ch r i ch t e ,i. S. K. H. der Großherzog haben den Aktuar bei dem Amtsgericht Zwingenberg Gg. Uhcig unter Anerkennung seiner lang­jährigen treuen Dienste, auf sein Rachsuchen in den Ruhestand versetzt, sowie ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse de§ Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und dem Aktuaciatsaffistenten bei dem Amtsgericht Büdingen Fciedr. Kleyensteubec zum Aktuar bei dem Amtsgericht Zwingenberg ernannt. Ernannt wurde der Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Gernsheim Christian Otto Schäfer zum Aktuariatsassisienten bei dem Amtsgericht Büdingen, dec Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Johs. Heppect ziim Aktuariatsasfistenten bei dem Amtsgericht Gernsheim und dec Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Pfeddersheim Otto Schulz zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Alzey. In den Rnhestand ivucde versetzt dec Oberaufseher am Provinzialarresthaus in Darmstadt Phil. Platz auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit'.

* -Zwanzig Motorradfahrer benötigt die Versuchs­abteilung der Verkehrstruppen für die Tauer der Kaiser- Manöver 1907, da nach einer dicsbez. Mitteilung ein Ver­such mU Der Verwendung freiwilliger Krastradfahcer gemacht werden soll. Der sich Meldende muß Mitglied dec Deutschen Motocfahrer-Vereinigung sein und sich mit feiner Maschine sind den notwendigen Ersatzteilen auf 10 Tage zur Vec- fügung stellen. Ec muß sich bezüglich des Kcastfahrdienstes den Anordnungen dec Kommando-Behöcde, dec er zugeteilt wird, fügen. Die Heeresverwaltung übernimmt die Kosten, indem sie für die Unterhaltung des Fahrers, wie des Rades je Mk. 15 zusammen Mk. 30 für den Tag vergütet. Auch die Reisespesen zum Gestellungsort, sowie die Kosten dec Rückreise nach Beendigung dec Uebung werden vergütet. Durch die D. M.-V. ist der sich Beteiligende weiter gegen einen Abschluß bei dec Versicherungsgesellschaft gegen Haft­pflicht für Körperverletzung wie Sachbeschädigung entsprechend versichert.

D e r Maharadschas) von Bikanir ist am Dienstag nachmittag von Groß-Gerau aus, wohin er von S. K. H. dem Großherzog mit Gefolge geleitet wurde, mit Dem fahrplanmäßigen Schnellzug über Mainz-Köln wieder nach London zurückgereist, von wo aus er demnächst die Heimreise antceten wird. Dec indische Fürst hat für das Gcoßherzogliche Paar wertvolle Geschenke mitgebracht und jetzt bei seinem Mschied die Angehörigen des Hofstaats und die Dienerschaft reichlich bedacht.

8ck Londorf, 30. Juli. Die gerichtliche Sektion des vorgestern im großen Wooge bei Darmstadt plötzlich ertrunkenen Gardisten H. Wallenfels von hier hat ergeben, daß er im Wasser plötzlich einen Herzschlag erhalten haben muß, da dies als Todesursache festgestellt wurde. Tatsache ist, daß er des Schwimmens kundig war, sodaß man niemand von seinen Vorgesetzten einen Vorwurf machen kann. Bedauerlich ist der Fall um so mehr, als W. der einzige Sohn seiner unterstützungsbedürftigen Mutter ist und deshalb voraussichtlich dieser Tage entlassen worden wäre, obwohl er erst im ersten Jahre diente. Die Beisetzung fand gestern auf Dem DarrnstäDter Friedhof statt unter Vorantritt Der Regi­mentsmusik, während Der Bataillons-KomnianDeur, der Kom­pagniechef, Die Offiziere Der Kompagnie unD Diese selbst Den KameraDen zur letzten Ruhestätte begleiteten.

Z- Bad-Salzhausen, 30. Juli. Am 1. August finDet hier zum erstenmal Konzert von privater Seite (auf ,Häusers Garten", Hotel Kronprinz statt). Hotelier Häuser will bei annehmbaren Besuch seitens Der Kurgäste künftig 2 Konzerte in der Woche veranstalten, um Der schon jahre­lang beklagten Eintönigkeit an Wochentagen ein Ende zu inachen. Demnächst gibt dec Verkehrsverein wöchentlich 2 mal einkostenloses" Verzeichnis Der vakanten möbl. Zimmer von Bad Salzhausen unD elf Nachbarorten durch Anschlag bekannt.

X Stockhausen bei Mücke, 30. Juli. Sehr verdient hat sich Die Eisenbahnbehörde um unsere Haltestelle ge­macht, indem sie einem schon längst bestandenen Bedürfnisse Abhülfe geschaffen hat. Der Haltestellenausseher Rohm, Der seither auf Miete in einem Dachstock wohnte, konnte nun vor Kurzem seine Dienstwohnung beziehen. Der villenartige Neubau, Der unter Leitung des Bahnmeisters Stein von der Firma Wilhelm Schepp zu Saasen ausgeführt wurde, ist eine Zierde des ganzen Ortes.

Z- Lauterbach, 30. Juli. Der Maschinist Köhler erlitt gestern abend gegen 11 Uhr in Der hiesigen Brauerei einen Unfall. Während er an dec Dampfmaschine beschäftigt war, mürbe diese von dem Heizer, der Köhler nicht bemerkte, in Betrieb gesetzt. Bei dem Zurückfahren der Kolbenstange erfaßte diese K. und zerquetschte ihm den einen Oberschenkel. Der Verunglückte mußte sofort in das Hospital verbracht werden.

A Breitscheld, 30. Juli. In Der Sache Der Körperverletzung mit töDlichem Ausgang sei noch mitgeteilt, daß Der getötete Italiener unverheiratet ist. Schon einer Der beiDcn Stiche hätte den sofortigen Tod zur Folge gehabt. Am Herborner Amtsgericht wurden bereits fünf Burschen von hier eingehend vernommen. Der Täter scheint soweit er­mittelt zu fein. Zur besseren Instandsetzung unserer Vieh­weide (Grabenanlage, Abzugsrohre 2C.) hat die hiesige Ge­meinde 4000 Mark flüssig gemacht.

? Dutenhofen (bei Wetzlar), 31. Juli. Der stetig steigende Verkehr hat die Erweiterung unseres Bahn­hofgeb Üudes nötig gemacht. Die Genehmigung zu dieser und den weiteren Veränderungen (Ueberholungsgel^ise, event. auch ein Tunnel zum Bahngeleise) muß ivegen der Höhe des Objektes beim Abgeordnetenhaus eingeholt werden. Von den Einnahmen Der Station hat unsere GemeinDe hohen Nutzen. Von Der Güterabfertigung überwies Die Station schon 000 Mk.

in Die Gemeindekasse. Jetzt ist aber der Genuß noch nr3ßer Da zurzeit 200 Proz. Umlagen erhoben werden und ini ver gangenen Jahre Die Eisenbahnstation 36 000 Mk. verein' nahrnte. Tie Zuwendungen kommen Dutenhofen sehr / statten, zumal der Ort momentan rund 40 000 Mk. Schulden 8« tilgen hat. Zu den harrenden neuen Ausgaben für den Schulhausbau sind deshalb 12 000 Mk. Staatszuschuß ver. sprachen worden.

6 Marburg, 30. Juli. Hier ist eine akademisch«, Lesehalle errichtet worden, lieber die Besetzung der Vor- standsämter sind zwischen den kocporierten und den nicht'- korporierten Studierenden einige Meinungsverschiedenheiten entstanden, Die jedoch bald beigelegt sein Dürften.

Marburg, 30. Juli. Wie DieHess. Ldsztg." erfährt ist Die Umwandlung der Pferdebahn in eine elektrische Bahn in Aussicht genommen. Rach den auj Grund der seitherigen Erfahrungen angestellten Berechnungen und Ermittlungen glaubt man die Rentabilität einer elektri­schen Bahn annehmen zu Dürfen. Wenigstens werde sie in den ersten Jahren nur einen verhältnismäßig geringen Zu­schuß erfordern. Das Geleise Der PferDebahn wird 'für den elektrischen Betrieb natürlich Verwendung finden und dieser dann auch durch die Oberstadt ausgenommen werden. Der Fahrpreis bleibt derselbe wie seither.

ll Frankfurt a. M., 30. Juli. Wie Die Abend, blätter von der Bergstraße melden, wurde Baron Johann Adam von Steht zu Weinheim dieser x2age unter Dem dringenden Verdacht des Diebstahls in Untersuchungs­haft genommen. Inzwischen ergaben sich schwerwiegende Verdachtsmomente, wonach sich der Baron auch eines Sitt- lichkeitsdeliktes schuldig machte; das Opfer war ein zehnjähriges Mädchen.

VerenischLe».

* Der wegen angeblichen Vatermordes zum Tode verurteilte, Dann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnaDigtc unD schließlich in die Heilanstalt zu Bunzlau übergeführte Hermann Rupprecht ist jetzt völlig begnadigt worden. Der Fall Rupprecht ist vor einiger Zeit im preuß. Abgeordneten, hause zur Sprache gebracht worden. Beim Baden im Nhein ertrank dec 26jährige canä. pbil. Atax Döcc-K e h 1

Handel.

Zur 9 a g e d e c K o h 1 e n i n d n st r i e. Die mm vorliegender ^csib.lahresergebnisse der Kohlengesellschasten liefern den ziffern­mäßigen Beweis, daß die Gesellschaflen infolge der durchgeführtei Preiserhöhung nicht nur das Mehr Der Selbstkosten, das im erste, Vierteljahr entstanden war, auszugleichen vermochten, sondern das darüber hinaus noch, eine Steigerung des Gewinnes ermöglich wurde. Nach Den Ausstellungen der K. Z. blieb im ersten Viertel­jahr 1907 der Ueberschuß bei Harpen, Hibernia, bei Mühlheime, Bergwerksverein, bei Klagen und Ewald mehr oder weniger stau hinter dem im ersten Vierteljahr 1906 zurück, während er nur bc Königsborn, König Wilhelm und König Ludwig großer war. Dani brachte aber das zweite Jahresvieitel sämtlichen aufgeführten t Unternehmern eine zum Teil recht erhebliche Steigerung des Ge­winnes. Zugleich ist hierbei das vor allem bemerkenswert, das die Ueberschüsse im letztverfloffenen Vierteljahr überall größer wäre, als in der entsprechenden Vorjahrszeit. Dadurch wurde es meisten­teils möglich, die Ausfälle des ersten Vierteljahres wieder ans zugleichen, sodaß das erste Halbjahr bei Königsborn, König Wilhelm beim Mühlheimer Bergwerksverein, bei Maßen und König Ludwin mit einem Mehr gegenüber dem Vorjahre abschließen konnten. Bc Harpen, Hibernia und Ewald war dies allerdings nicht möglich vielmehr bleiben hier Die Ergebnisse noch hinter Den vorjährige, zurück. In runden Ziffern ausgedrückt, stellen sich die Halbjahres ergebniffe im Vergleich zum Vorjahr wie folgt: Harpen minu- 734000 Mk., Hiberniaminus 330000 Alk., Königsbornplus 404000Mk König Wilhelm plus 41 000 Alk., Mühjheimer Bergwerksverein plu- 73 000 Mk., Maßen plus 46000 Mk., Ewald minus 452 000 fBit. uni König Ludwig plus 386 000 Mk.

Märkte.

-p K i r ch h e i n, 80. Juli. Auf Dem heute hier abgehaltenei Rin d v i e h m a r k t waren über 700 Kühe, Rinder und Kälbe ausgestellt. Ter Handel ging bei hohen Preisen recht flott; besonder verlangt und gut bezahlt wurden frischmilchende Kühe. Auf dec Schrveinemarkt betrug die Zufuhr von Ferkeln und Läufern übe 600 Stück. Die Preise waren hoher wie das letztemal, je größe Die Ware, Desto schneller gestaltete sich der Verkauf. Mastschwein waren nur sehr wenig am Platze.

tc. F r a n.k furt a. M., 31. Juli. lOrig.-Telegr. desGies Anz.") V i e h m a r k t. Zum Derkauke standen 00 Kalber, 00 Schaf u. Hammel, 1448 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 7071 Ps Lebendgewicht 5600.00 Pf., 2. Qual. 6970 Pf., Lebendgewick 55.00-00 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 P Lebendgewicht 00 00 Psg., 2, Qual. 0000 Pfg., Lebendgewict 0000 Psg., Schlachtgewicht 0000 Psg. Schafe 1. Qnalstc 0000 Pfg., 2. Qualität 00-00 Psg, Geschäft bei Schweinen gut, Ueberstand unbedeutend.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hamit und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse., 31. Juli. 1.15 Uhr.

3Reichsanleihe . . 93.00 3% do. . . 83.30 3>2% Konsols .... 93.30 3% do.....83.40

;.3^% Hessen . . . 91.75

3j^% Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente. . 97.90 4% % Oesterr. Silberrente 9800 45ö Ungar. Goldrente . . 92.85 4% Italien. Rente . . . 103 40 3 >6 Portugiesen Serie I . 66.70 3% Portugiesen III 67.50 4^o/6 russ.Staatsanl. 1905 91.75 4/4^0 japan. Staatsanleihe 90.30 4% Couv. Türken von 1903 94.50 Türkenlose......141.20

4% Griech. Monopol-Anl. . 48.90 4% äussere Argentinier . 83.90 3°/0 Mexikaner . . 62.50 4>$7o Chinesen .... 96.00

Aktien:

Bochum Guss..... 209.00

Buderus E. W ... 113.20 Tendenz: lustlos.

Berliner Börse,

Cauada E. B......174.20

Darmstädter Bank . . . 128.00 Deutsche Bank .... 223.40 Dortmunder-Union C. . . 68.70 Dresdner Bank ... 137.10

Tendenz : ruhig.

Elektriz. Lahmeyer . « » 116.2

Elektnz. Sohuckert . . . 104 2 Eschweiler Bergwerk . 207.9 Gelsenkirchen Bergwerk . 190.1 Hamburg-Amerik. Paketf. 132.C Harpener Bergwerk. . . 194 k Laurahütte......218.2

Nordd. Lloyd.....116a

Obeischles. Eisen-Industrie 102.1 Berliner Handelsges . . lol.l

Darmstädter Bank 127."

Deutsche Bank . . . 223.1

Deutsch-Asiat. Bank . 143. Diskouto-Kommandit. . . 168.c Dresdner Bank . . . 137.1 Kreditaktien..... 204

Baltimore- und Ohio-

Eisen tabu . . . 961

Gotthard bahn . . , ..-

Lombard. Eisenbahn . . 80 Oesterr. Staats bahn . . . 140.- Prince-Henri-Eisenbahn . 131.1

31. Juli. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 193.! Laurahütte ..... Lombarden E. B. ... 29.1 Nordd. Lloyd.....116J

Tiirkenlose . ... 140.'

Das Verzeichnis der Teilnehmer am Univerfitäi Jubiläum ist zum preis von ZV pfg. in der Sefchäfl stelle des Giehener Anzeigers zu haben._______________

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