antasien zu rollen, aber angeficht5 der im anderen Saufe erhobenen Bedenken fei die Regierung bereit, der dort getroffenen Abänderungen flimiftimmen.
Abg. Bähr meint, die Einbeziehung des RachtragSkapitelS 116b m den ordentlichen Etat fei ein „® e n e r q l ft r e i ch* des Finanzministers gewesen. Man Habe das Haus damit tn eine Zwangslage versetzt
Br äs. Haas erteilt dem Redner einen Ordnungsruf.
Finanzminister Dr. Gnauth erwidert darauf, daß es sich hierbei nm eine einfache kalkulatorische Maßnahme handle, um die Deckung eines Defizits im Budget.
Abg. Tr. Schmitt wendet sich nochmals e n t r n ft e t gegen die Haltung der E r st e n R n m m c r und betont, daß sich die Kammer dach nicht unter das andere Haus stellen lasten dürfe. Er bitte dringend, es bet der Billigung der Regierungsvorlage zu belasten und den Beschlitß der Ersten Kammer abzulehiwn.
Staatsmimster E >v a l d ersucht mit erhobener Stimme, jetzt, nachdem endlich die schtvierigen Aufgaben glücklich bis zum (Shbe geführt seien, nicht van neuem in kriegerischer Weise die Verhandlungen zu führen und wegen einer rem formalen Sache die ganze Arbeit zu vernichten. Tie Erste Kammer sei in vielen Punkten entgegen gekommen, man könne deshalb schon hier einen Widerspruch fallen lassen. Tie Erste Kammer sei vor dem Lande ebenso verantivortlich löte die Zweite Kammer.
Abg. Ulrich wirst der Ersten Kammer „kriegerische 91bfichten" vor; sie habe diese Frage nur ausgebracht, um b e r Zweiten Kammer in demagogischer Weise etwas am 3 e u fl e z u flicken. Die Ziveue Kammer fei berufen, die Voltsrechte zu wahren.
Präsident Haas ruft den Abg. Ulrich zur Ordnung. (Bewegung.)
Rach einigen weiteren Erörterungen beschließt das Hans gegen 7 Stimmen, der feiner früheren Entscheidung zu verbleiben.
Nachdem darauf noch die gestern verschobene Abstimmung üb eiben Antrag Tr. Irenay beneffenb die Arbeitsnachweise vollzogen und der Antrag angenommen worden ist, vertagt sich das Halls.
Nächste Sitzung: Mittwoch früh.
l)ccr und Flotte.
— Zur Disposition gestellt wird der (Generalmajor Heinrich Scharch. Er ,sl 1850 in Darmstadt geboren und am 1. April 1867 in das damalige 4. Großh. Hessische Infanterieregiment emgelreien. As Leutnant im Infanterieregiment 91 r. 116 nahm er am Kriege gegen Frankreich teil und erwarb sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er war zuletzt Kommandeur der 87. Jn° teriebrigaöe ui Thorn.
Airche und Schule.
. Ein Bi schoss erlaß gegen die F e u e r b e ft a 11 u n g. In bezug auf die Feuerbestattung veröffentlicht das Mainzer Journal »ülgenöcn Erlaß des 'Mainzer bischöflichen Ordinariats: „1. Jedem katholischen Christen ist es streng verboten, einem Feuerbestaltungs- uercin als Mitglied beizutreten, Verfügungen zur Verbceunung des eigenen Leichnams zu treffen, oder den Leichnam emeS anderen verbrennen zu lassen. 2. Ter latholische Geistliche muy jede Be- teiligimg an einer Feuelbeslatlung, mi befonbereu also die Einsegnung des LeichnalllS, sei es im Krematorium oder in der Fried- hö'skapelle oder un Tranerhauje, desgleichen die Begleitung der Leiche, sowie die Abhaltung der Exequlen ablehnen. 8. (Sinern katholischen Ehilsten, der obigem Velbote seiner heiligen Kirche zuividerhanbelt, muy die ©penbimg der helltgen ©aframente versagt werden."
vermischtes.
* Raubmord. In Gohlis bei Leipzig wurde am Montag gegen mittag die 26 Jahre alte Frau Margarethe des 'Markthelfers Roßberg in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Sie ist erwürgt worden. Die Leiche war nur mit dem Hemd bekleidet. Eine Schlinge war ihr um den Hals gelegt unb diese an dem Bettpfosten befestigt, damit es den 2ln» fchein erwecken solle, als habe sich die Iran selbst das Leben genommen. Man nimmt an, daß der 'Mord dlirch einen Liebhaber der Frau auSgeführt worden ist, da um 1/212 Uhr ein Mann mit einem Paket un Arm die Wohnung verlassen hat. Auch ist bereits festgestellt, daß aus der Wohntmg ein Barbetrag von 65 Mark fehlt. Unter dem Verdacht, den Raubmord verübt zu haben, wurde der 20jährige Schuhmacher 9iaumann verhaftet. Er gestand die Tat zu.
* Al auch mal auch nicht. In einer Dorfschule des Alemeler Kreises erhielt die Mittelstufe die 9lufgabe, einen Aufsatz über die Kleinbahn zu schreiben. Ein kleiner Litauer löste diese Aufgabe in folgender Weise: „Der Kleinbahn geht von Memel bis Poßciten, manchmal fällt er auch runter. Manchmal auch nicht. Manchmal nimmt er Fracht von Poßeiten nach 'Memel. Alanchmal auch nicht. Auch Aienschen können mit fahren, mer nut will, muß bezahlen. Von G. bis Ai. kostet 10 Pfg. Ter Kleinbahn ist sehr gefährlich, man muß keinen Stein auf die Schienen legen, sonst springt er runter. Wenn viel Schnee ist zwingt er nicht." — Em anderer junger Ostpreuße, em Lycker, darf sich rühinen, der Autor des geflügelten Wortes „Wie's trefft!" zu sein. Er prägte es vor etwa einem halben Jahrhundert in einem Aufsätze über „die Katze", den er folgendermaßen' behandelte: „Alanchmal ist der Katz em Kater, manchmal ist der Katz em Katz. Wie's trefft."
Schöffengericht Gieße».
Gießen, 26. März. Eiuwerfen eine» Fensters.
In bei Erregung uuer einen vvrhecgegangenm Disput roegm eines Wagens man ein hiesiger Arbeiter einen groö-n Stein durch das Fenster in die Wohnung seines Gegners; es entitanb- dadurch ein Salden von etnxi 3 'JJit. Da der Angeklagte in der Erregung handelte und die Scheibe wieder ntuchen lieg, erschien eine Geldstrafe von 6 Mark ev. 2 Tage Gefängnis für eine ausreichende Sühne.
Beleidigung eine» SchutzmauueS und ruhestörender Lärm.
Mehrere Studenten von einer hiesigen Korporation versuchten in angetrunkenem Smcanbc in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar d. I. in das hiesige SUubgebäube, wo gerade Maskenball war, hinein,’,ii .langen, um von der Galerie aus zuzusehen. Der dort postiert. Schutzmann mies sie mehrmals zuruci, da dies verboten fcu Während die übrigen weggingen, machte ein Student wiederholt den Versuch, doch auf die Galerie zu kommen. Als ihn der Schutzmann aus dem Klnbgeoäude hinauüwies, sagte er einige Male an der Türe: „Polyp, komm nur her!" Sodann Lüpfte er mit noch anderen laut lärmend an die Fenster und die verschloßene Türe. ckis der Schutzmann ihn dann ab» faßte, verübte er ruhejtörenden Lärm und biieß diesem mit einer Trompete in das Ohr. Ilm weiteren Slündal zu vermeiden, mußte er dje Nacht int Wachtwkal behalten werden. In der heutigen Sitzung bestritt der Verteidiger des Angeklagten, bag in dem Worte „P o l t) y" eine Beleidigung zu erblicken sei. Das Wort habe, objektiv betrachtet, keinen' beleidigenden Charakter und die Absicht der Beleidigung sei im vorliegenden Fall nicht vorhanden gewesen. In Berlin z. B. sei es üblich, die Schutzleute die „Blauen" zu neunen und die obersten Gerichte hätten wiederholl entschiede, day lUrin eine Beleidigung nicht zu erbltaen sei. Da- richt h'e.t jedoch unter Festhaltung au seiner seitherigen i; das Vor^egcu einer Beieio-gung durch Gebrauch
des 'b 'i-7 " |i.r gegeben. Einen Menschen mit einem
berat. . ^ier zu vergleichen, sei unbedingt beieib.genb. Außerdem gäbe der Angeklagte aus Aerger über die durch den
Schutzmann erfolgte Zurückweisung in der Absich t, diesen zu beleidigen und zu Tränfen, das Wort gebraucht. Ter Angeklagte erhielt wegen Beleidigung eine Geldstrafe von 10 Mark, ev. 2 Tage Gefänanis n"d wegen Ruhestörung eine Geldstrafe von 10 Mark ev. 2 Tage Haft.
Das Urteil in dem Pferdeprozctz.
In der heutigen Sitzung wurde das Urteil in der Strafsache gegen zwei Pferdehändler, die auf dem hiesigen Frühiahrspferde- marft im vorigen Jlahre einen Landwirt aus Ober-Mörlen bei einem Pferdehandel um oa. 250 Mk. betrogen hatten, verkündet. Der Verkäufer des Pferdes erhielt 9 Wochen Gefängnis wegen Betruges. Tie Strafe wurde mit der wegen Diebstahls von dem Landgericht in Neuwied erkannten Gefängnisstrafe von 1 Jahr zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis vereinigt. Ter andere Angeklagte wurde freigesprochen. Das Gericht stellte fest, das eine Mittärerschnft bei dem Betrug nicht vorliege. Die Annahme einer Anstiftung stütze sich allein auf das Zeugnis des selbstbelasteten Mitangeklagten. Wenn dieses auch nicht ganz urfghubtoürbig erscheine, so reiche es zu einer Verurteilung doch nicht aus.
Beleidigung eines BahnstcigschasfnerS.
Als am Abend des 24. Oktooer v. I. die Passagiere des Arbeiterzuges den Perron zu Lang-Göns verlassen wollten, stieß infolge des Gedränges ein Arbeiter gegen den Schafner. Schaffner. Tiefer gab daraufhin jenem einen Stoß, daß er an das Geländer flog. 5Zn der Erregung hierüber ries der Arbeiter: „Wenn das wieder vorkommt, schlage ich dir mit der Pfeife auf den Kopf." Am nächsten Morgen stellte der Schaffner den Arbeiter bei dem Passieren des Perrons nochmals wegen des Vorfalles zur Siebe. Er sagte dabei: „Man weiß ja, wo du her bist." Tieser erwiderte hierauf auch mit beleidigenden Äußerungen. Ter Schaffner bestritt unter Eid, den Arbeiter gestoßen und ihn beleidigt zu haben. Ein anderer Zeuge bekundete jedoch eid.ich den oben geschilderten Vorgang. Das Gericht hielt daher die beiderseitigen Beleidigungen für erwiesen. Mit Rücksicht auf die besonderen Umstände des Falles erklärte das Gericht den Angeklagten für ftrlaffrei und legte die Küsten der Staatskasse zur Last.
Sonntagsruhe.
Bei einer Revision der hie, .gen Arbeitsstätten wegen lieber» tretung der Vorschriften über die So nntagsruhe wurde fest- gestellt, daß in der Drechslerwerkstatt eines hiesigen, Geschäfts ein Arbeiter Sonntags morgens an der Arbeit war; sein Arbeitgeber hatte ihn nicht dazu aufgefordert, sondern er hatte es freiwillig getan. Tsa dieser äußerte, er habe schon mehr am Sonntag arbeiten lassen, und werde es auch ferner tun, wurde er durch Strafbefehl in eine Geldstrafe von 2 0 Mark wegen Uebcrtretung des § 105 b. Abs. 1 und 140 der Gew.-O. genommen. Auf feinen Einspruch wurde die Strafe auf 8 Mk. ev. 2 Tage Haft herabgesetzt.
Ein geriebener Bursche.
Im Januar d. I. erschien bei einem hiesigen Schneider ein Bursche von 19 Jahren und ließ sich Kost und Logis geben. Er gab dabei einen falschen Namen an und erklärte, er sei Buchdrucker, verdiene wöchentlich 28 Mk., das Kostgeld bezahle sein Vormund. In Wirklichkeit hatte er kein Geld und stand nicht in Arbeit. Als ihm Vorhalt gemacht wurde, wie er denn immer bis 11 Uhr morgens schlafen könne, sagte er, er sei bei den Buchdruckern so, es seien da Dag- und Nachtschichten. Außerdem veranlaßte er den Schneider, ihm einen Ueberzieher zu leihen, da sein eigener in den Schmutz gefallen sei und chemisch gereinigt werde. Nach zwei Wochen verschwand er unter Mitnahme des Ueber- ziel)ers, ohne fein Kostgeld bezahlt zu haben. Den gleichen Schwindel hatte er im Dezember v. I. bei einer Witwe in der Orünberger Straße verübt und diese 4—5 Mk. geschädigt. Gelegentlich revidierte er auch einmlal die Garderobe verschiedener Schauspielerinnen von hier im Theater und entwendete mehrere Portemonnaies mit Inhalt, 1 schwarze Halskette im Werte von 3 Mk., 1 Lorgnette für 10 Mk., 1 Parfümschachtel, 2 Paar Ohrringe, 1 Brosche und.anderes. Tn er alles eingestand und eine schlechte Erziehung genossen hat, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von 1 Monat und erklärte sie durch die erlittene Untersuchungshaft für' verkMt. s
Verweisung gemäß § 270 St.-G °B.
Ein Ar beiter Hütte m einer hiesigen Wirtschaft aus einer Schublade ein Portemonnaie mit 70 Mk. meggenomrnen. Da er alsbald verfolgt wurde, Wurf er das Geld unterwegs weg, flüchtete sich in ein Haus und schloß sich im Aborte ein. Als die Türe gewaltsam geöffnet werden sollte, schoß er sich mit einem Revolver zwei Kugeln in den Kopf. Tie Verletzung war nicht gefährlich. In der heutigen Sitzung wurde festgestellt, daß der Angeklagte bereits zweimal wegen Diebstahls bestraft ist, so daß gemäß § 244 Str.-G.-B. auf Zuchthaus erkannt werden muß. Mit Rückp sicht hieraus sprach das Schöffengericht seine Unzuständigkeit aus und verwies die Sache an die Strafkammer.
Gerichtssaal.
Leipzig, 25. März. Zwischen dem Hausbesitzer- v er ei n in Gera und dem dortigen Bürgerverein war ein Streit entstanden, der zu einer Beleidigungsklage des Vorstandes des ersteren Vereins gegen den des letzteren führte. In 6er ersten Verhandlung vor dem Schöffengericht in Gera, wo Dr. Arnold den Vorsitz führte, lehnte 6ie beklagte Partei den Vorsitzenden ab, weil er als Vorstandsmitglieo des Bürger- und Hausbesitzervereins für den Rechtsvertreter der klägerischen Partei Rechtsanwalt Dr. Oberländer bei der Landtagswahl agitiert habe. Nun wurde der Vorsitz dem Assessor D r. Drabota übertragen. Da sich bei der beklagten Partei ein einflußreicher früherer Staatsbeamter, der Kommissionsrat Jahn, befand, befürchtet Dr. Oberländer, Assessor Drabota könnte zum Schaden feiner Partei ans Avancemenisrücksichten zu zart mit dem Angeklagten umgehen, weshalb er ihn ablehnte. Durch die Begründung der Ablehnung fühlte sich Dr. Drabota beleidigt. Er ließ Dr. Oberländer zum Duell auf Säbel fordern. Das Duell kam am 20. Oktober vorigen Jahres in Leipzig zum Austrag und verlief unblutig. Heute hatten sich die beiden vor der hiesigen Strafkammer wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen zu verantworten. Dr. Drabota wurde zu 3 Monaten Festung s- hast verurteilt, Dr. Oberländer, der im vorigen Jahre bereits wegen Zweikampfs bestraft worden ist, erhielt 4 Monate Festungshaft.
Alice - Frauen ° Verein.
Der im Jahre 186? von der Hochscligen nachmaligen Großherzogin Alice von Hessen gegründete Alice - Frauen-Verein Tür Krankenpflege vom roten Kreuz (Proteiwr: S. K. H. Groß- hetzog Ernst Ludwig, Präsidentin: Ihre Großherzogliche Hoheit ö-rau Prinzessin Ludwig von Ballenberg, Prinzessin Viktoria von Hessen) hat die Anisgabe, im Kriege im Zusammenwirken mit dem Hefiischen Landesverein vom Roten Kreuz die Militärverwaltung in der Fürsorge für die int Felde Verwundeten und Er- frarttten zu unterstützen, im Frieden diese Hülfstätigteit vorzubereiten und überhaupt zur Förderung einer zweckmäßigen Krankenpflege in Friedenszeiten, insbesondere im Großherzogtum Hessen, mit Rat und Tat beantragen. Zur Erfüllung dieser satzungsgemäßen Ausgaben bildet der Alice-Frauenverein Berufs- k r a n l e n p f l e g e r i n n e n für Kriegs- und Friedenszeiten aus und verwendet diese in Frieden zur Ausübung der Krankenpflege im Mutterhaus (dem Alice-Hospital zu Darmstadt) und in anderen Krankenhäusern sowie außerhalb von solchen (in der sog. Privatkiuinienpsiege), indem er sie dem Staate, Kreisen, Gemeinden, kirchlichen Verbänden, freien Krantenpsiegevereincn usw. zur Verfügung stellt. Außer int Alicehospital ?n Darmstadt wird der Krankenpflegedienst von Schwestern des Aliee-Frauen- Vereins zurzeit versehen: in der Medizin.scheu Klinik und der Frauenkiinit der Landesuniversität Gießen, im Kreis rankenhaus zu Alzey, tm Stradtlrankenhaus Bad-Nauheim, in der Lmtgenheil- anstalt d.r Landesv.rllckierungs^nstalt Groich. He,Heu „El iioreuheil- ftättc" bei Winterkasten, m der Wmdeil oinngsnätte „Lenz, uimtte" bei Darmstadt. Ferne )ind in folgenden Gemeinden des Grogherzog- tnms Hessen Allee ^.igwinein in der Gemeindeliancenp,t!ge tätig: Osteiibach, Alsieid, Alzey, oow-Nnnheim, Ober-Ramstadt,
Butzbach, Framersheim, Flonheim, Gan-Odernheim, Rimback Neustadt i. O., Wöllstein. — Der Alice-Frauenverein, welcher glich des Verbandes der deutschen Frauen-, Hükfs- und PslegL. vereine unter dem Roten Kreuz und des. Verbands deutscher Krankenpflegeanstalten vom Roten Kreuz ist, sorgt für feint Pflegerinnen in gesunden und kranken Tagen in auskömmlicher Weise durch Gewährung freien Unterhalts und eines
mit den Dienstjahren steigenden Gehalts, eines alb
jährlichen vierwöchentlichen Erholungsurlaubs, ferner ärztliche Behandlung und Verpflegung während der Erkrankung und einer angemessenen Allers- unb Tienftunfähigkeitsversorgung. Tie Probezeit und Ausbildungszeit der Schwestern beträgt in der Regel mindestens ein Jahr. Am Schluffe derselben müssen sie eine wissenschaftliche und technische Prüfung ablegen und werden bann im Dienste des Vereins lebenslänglich angestellt. Voraussetznnz für die Aufnahme in die Schwesternschaft, welche von der Vorsteherin des Alice-Hofpitals als Oberin geleitet wirb, bildet völlige Unbescholtenheit, völlige geistige und körperliche Gesundheit, aus. reichende Bildung des Verstandes und Gemüts und ein Lebensalter von nicht über 35 Jahren. Die Ausbildung erfolgt unentgeltlich unter Gewährung von freier Wohnung und Verköstigung im Mutterhaus, sowie einer entsprechenden Vergütung. Dem Alie> Frauenverein gehören zurzeit 75 Pflegerinnen an. Da jedoch fort» während an den Verein Gesuche nm Ueberlassung von Schwestern gerichtet werden, denen nicht entsprochen werden kann, ba über sämtliche Schwestern bereits verfügt ist, können noch einige Lehr- pflegerinnen angenommen werden. Frauen unb Jungfrauen, welche sich dem hohen und edlen Berufe der Krankenpflege widmen wollen, seien hierauf hingewiesen. Nähere Auskunft erteilt die Vorsteherin des Alice-Hosvitals zu Darmstadt.
gpidplax der vereinigten Frankfurter StadttHeater.
Opernhaus.
Mittwoch den 27. März, abends halb 8 Uhr: ^Der Waffen- schmied." Toimerslag den 28. März*): „Tiefland." Freitag den 29. Nlärz geschlossen. Samstag beit 30. März: „Maurer und Schlosser." Sonntag beit 31. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Zar und Zimmermann/ Abenbs 7 Uhr: „Oberon." Montag den 1. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Die lustige Witwe." Abends halb 7 Uhr: „Salome."
Schauspielhaus.
Mittwoch ben 27. März, nachmittags halb 3 Uhr: Volksschüler- Vorstellung: „Wilhelm Tell/ Abends 7 Uhr: „Husarenfieberll Tonnerstag den 28. März, abends halb 8 Uhr: „Uriel Acosta/ Freitag den 29. März geschlossen. Samstag den 30. März: „Götz von Berltchingen." Sonntag ben 31. A^ärz, nachmittags halb 4 Ubr: „Husarenfieber." Abenbs 7 Uhr: „Götz von Berltchingen." Montag den 1. April, nachmittags halb 4 Uhr: „G'wtssenswurm." Abends 7 Uhr: „Robert und Bertram."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Eingesandt.
Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Beigeordneten wähl in Q u e ck b o r n. In Nr. 43 des „Gieß. Anz." findet sich ein Eingesandt aus Queckborn, das Bezug nimmt auf« die hiesige Beigeordnetenwahl. Es wird darin behauptet, „die Erbitterung sei so groß, daß Familienzwtstigkeiten entstanden wären und Klagen und Beschwerden in Hülle und Fülle in Aussicht gestellt seien." Ich möchte entgegnen, ob Zwistigkeiten m ben einzelnen Familien wegen der Beigeorbnetenwal)l vor- gefallen sind, kann man nicht alS sicher konstatieren. Ich glaube vielmehr bei einigen das Gegenteil annelnnen zu können, ba et vollendete Tatsache ist, daß Familien, die sich vor wenigen Jahren noch die größten Gememheiten an den Kops warfen, heute in holder Leeleiigemeinschast oeibunben sind. Von Klagen ist hier nichts bekannt. Nlögen sie iveiter in der Phantasie des Einen oder Andern eine harmlose Rolle spielen, die Alehrzahl unserer Tors- bewohner wünscht nichts sehnlicher alS volle Rtihe und Frieden. Daß am Wahltage die Wogen etwas hoch gingen, das ist w,e bei allen Wahlen, wo heiß geftriiten wird, nur natürlich. Alan sollte indes nicht behaupten, ine unterlegene Partei habe die „Schandtaten" allein begangen. Zum Beweise biene folgendes: Einer der Unterlegenen wurde, als er nachts auS der Wirtschaft kam, niil Schmutz beworfen. Den Inhaber des „Wahlbureans" traf in seinem Ho<e ein Steinwull, weiter versuchte man ihm die Fensterläden aufzubrechen. Einem Dritten mürbe das Hans bombardiert und sein Wagen umgestürzl usw. Was ben Einfluß des Alkohols betrifft, so muß zugegeben werden, daß hiervon viel genossen worden ist, nur mit dem Unterschiede, daß die unterlegene Partei einen Tag trank, während die Sieger sich noch einen zweiten znlegte». Wenn der Artikelschreiber die Reichstagswahl herbetzieht und schreibt, „wie sich viele bei Gelegenheiten von Versammlinwen betragen hätten," so möchte ich erwidern, daß es doch nur wenige gab, die durch Schreien ihre politischen Gegner mundtot zu macheii juchten. Ich gebe ihm weiter zu, daß mit unsauberen Waffen gekämpft wurde, es fragt sich nur, wer sie führte. Ter größere Teil des Landvolkes läuft nicht gleich zum Kadi oder lärmt m der Oesfentlichkeit, wenn ihm etwas quer geht, das möchte ich noch kruz hier ieftstellen.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Glessen.
Frankfurter 27. März. 1.15 Uhr.
3>xo/o Reichsanleihe 96.05 3% do. . . 87.95 Ah°lo Konsole .... 96.zö do. .... 85.20
3^°A) Hessen . . 94.20 'z3°/o Oberhessen . . . 94 00 4?0 Uesterr. Goldrente. . 98.90 4l6?o Uesterr. Silberreute 99.50 4y0 Ungar. Goldrente . . 93.85 4% Italien. Heute . . . —.— 3ZU6 Portugiesen tierie I . 67.50 3% Portugiesen „ 111 68 00
°/e russ.titaatsanl. 190«) 90.40
4>au o Japan- btaatsauleihe 90.50 iy0 Couv. Türken von 19U3 92.70 Tiirkeulose ... . . 140.40
l% Gneeh. Monopol-Aul. —.—
äussere Argentinier . 84.80 o°/0 iÜexiKaner . . . 65.80
4 ya v/0 Chinesen .... 95.2u
Aktien;
Bochum Guss.....221.25
Buderus E. W ... —
Tendenz: fest.
Elektriz. Lahmeyer . . . 133.5)
Elektnz. Schlickert . . . 110.2)
Eschweiler Bergwerk . 227.0) Gelsenkirchen Bergwerk . 196.01 Hamburg-Amerik. Paket». 139.3) Harpeuer Bergwerk. . . 200.63 Laurab title......2*3.5)
*\ordd. Llojd . ... 124-8)
Ubeischles. Eisen-Industrie 112.0) Berliner riaudelsges . . 159.0) Darmstädter Bank 134.4) Deutsche Bank . . . 239.5)
Deutsch-Asiat Bank . . 168.2) Diskuutu-Kommaudit. . . 172.7) Dresdner Bank . . . 149.50 Kreditaktieu.....212.10
Baltimore- und Uhio-
Eiseulahu . . . 105.30
Gotthard bahn . . . . z6.30
Lomuard. Eisenbahn . . —
Uesterr. Ötaatsuanu . . . 141.70 1'nuce-H.euri-Eiseubahu . 135.0)
Berliner Börse, 27. März. Anlangskurse.
168.75
232.25
74.00
150.2ü
Harpeuer Bergwerk i.auranütte ..uuibarden E. B. Aordd. Lloyd . . 1 ürnenluse .
Cauada E. B.....
Darmstadter Bank . .
Deutsche Bank . . .
Durtmuuder-Uuiou 0. .
Dresdner Bank . . .
1 enden/;: sehr fest.
. 205.50 . 221.40 . 26.50 . 12Ö.vO . 139.75
89er kategorische L-operativ
fc-, für die Zeit des Uehergmigs zur Lc^evi . Jahreszeit lautet: yichmi <jai)d ächte Sodener . ' mui3 man vdi
doppelt vvr'ehen, denn gerade c rtältuiigeu des
Halles und der Bronchien. ' anifch ivcrbcit
ungemein häufig. Man veugl > > ningcit unr uui
man bekiunpit vorhandene Ei n i!' i nirv den Gevraiich d'LWÄ voll G-ai's achten Sodener Mlumat- .nullen, die man,M bo Blü- in auen Apocheren, Drogen- oder Atineralivaffco oandlungen Laufen tcum. hv*/ii


