Ausgabe 
4.9.1907 Zweites Blatt
 
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lief) entgegenzutreten.

Constantine (Algier), 4. Sept. Mehrere Erdstöße sind in verschiedenen Ortschaften verspürt worden. In Jla stürzten drei Wohnhäuser ein. Eine Moschee zeigt Risse. In Benibirmane sind ebenfalls mehrere Wohnhäuser ein­gestürzt. Ein junges Mädchen ist unter den Trümmern b e- graben.

Tanger, 3. Sept. Ter hiesige Korrespondent der Köln. Ztg. meldet zur Lage im Süden Marokkos, daß ein Kriegszug nach Casablanca nicht beabsichtigt sei. Muley Hafid wird gegen Fez ziehen, wo er ein­flußreiche Anhänger besitzt. Im ganzen Süden mehrt sich die Zaht seiner Anhänger, in den letzten Tagen haben sich wieder mehrere Kaids ihm angeschlojsen. Tie Stadt Mo- gador will abwarten, was die übrigen Küstenstädte tun. Tie Zahl der Auswanderer aus Tanger nimmt zu.

Fez, 3. Sept. Ter Sultan hielt eine Verjarnmlung der Alemas ab, in der Muley Hastd als Aufrührer erklärt wurde. Auf die Aufforderung, sich für Abdul Aziz oder Muley Haftb zu erklären, sprachen alle Alemas dem Sultan ihr Vertrauen aus. In der Versammlung wurde die Mög- lichkeir erörtert, bei Frankreich eine Anleihe auszunehmen.

Original-DrKhrmeldungen.

Dresden, 4. Sept. Die verw. Frau des Stadtrat Flath hat dem Bürgerhospital ihr gesamtes Ver­mögen in Hohe von löO 000 Mk. vermach t.

Strausberg, 4. Sept. Tie Zahl der Verwundeten bei dem Eisenbahnunglück bei Rehfelde beläuft sich aus acht (der Lokomotivführer, 2 Postbeamte und füns

Märkte.

th- Gießen, 4. Sept. Ter gestrige Rindviehmarkt -eigte den größten Auftrieb, den unser Markt seit langem nicht zu

nach 11 Uhr zu Ende­

te. Frankfurt a. M., 4. Sept. (Orig.-Teleqr. desGieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkawe standen 00 Kälber, 00 Schate u. Hammel, 1676 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 7300 Pf., Lebendgewicht 5700.00 Pf., 2. Qual. 7172 Pt., Lebendgewicht 56.5000 Pfg., 3. Qual. 6264 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 0000 Psg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgewicht 0000 Psg. Schafe 1. Qualität 0000 Pfg., 2. Qualität 0000 Pfg. Markt gedruckt, Ueber- sland bedemail'. ____________

HtWet. - Im Gruv-mald Lei Berlin, in d-SI-erreichnm Fs waren v«en an G«h°ieh Stück

Mlssees, tourbe die 20jährige Eddy von und zuMuhlen , ä,' in der Chnritö als Krankenpflegerin tätig war, bewußtlos Mlfarfundrn. Tie Lebensmüde, deren Vater em Rlttergutsbeliver in ber Provinz Posen ist, hatte Lysol getrunken und sich nukerdem zwei Schnittwunden an der linken Pulsader beige-

Das Motiv der Tat soll Llebesgram Teilt. Der Zu- üand l>er jungen Dame ist ernst, doch dürfte sie mit dem Leben bavonkommen. Eine Brandstifterbande seht die Um­gebung von Aclft in Belgien in Schrecken- 35Hower und Rauernhöfe wurden in den letzten Wochen durch Brandstiftung vernichtet- In der letzten Macht allein fanden fünf große Brande statt Am 3. September wurden an der Mauer Plakate ge­sunden, in denen für diese Woche fünf neue Einüscherungen^an- aekündigt werden- Tie Gendarmerie fand bisher noch kerne ^pur Verbrecher. Aus Simla wird gemeldet: Ein Grauen er- -veacnder Fall einer kannibalischen Mordtat hat. sich.m ^anthawaddy in Birnra zugetragcn- Zlvei Birmesen sind beschuldigt, daß sie einen Mann und e i n W e i b g e t o t e t, aerüstet ob' zum Teil verzehrt haben- Diese ab­scheuliche Tat ist auf einen seltsamen Aberglauben an wunder­bare Wirkungen, die dem Genuß von Menschensleisch äugo schrieben werden, zurückzuführcn-

rrunft und wisden-chaft.

Tie nicht nur in unserer engeren hessischen Heimat interessierende Nachricht von der Berufung des Professors Olbrrch als Nachfolger des nach Berlin berufenen Prof. Behrens, zum Tirettor der Kunstgewerbeschuie in Düssel­dorf, bestätigt sich, wie uns heute aus Darmstadt ge­schrieben wird, erfreulicherweise noch nicht und Eingeweihte und mit den Verhältnissen mtim Vertraute glauben auch nicht, daß O. dieser Berufung, die voraussichtlich an il)u herantreten wird, Folge leistet, davon abgesehen, daß unser Groß Herzog in der Angelegenheit selbstverständlich auch noch ein Wörtchen reden wird. Und ob der Düsseldorfer Posten, besonders in Anbetracht der damit verbundenen Lehr­tätigkeit, den Anlagen, Wünschen und Ideen Olbrichs ent­sprechen wird, scheint mehr wie zweifelhaft. Daß die Darm­städter Ausstellung 1908, sowie eine Reihe anderer bedeu­tender Projekte den hervorragenden Künstler sicher noch eine Zeitlang an die Darmstädter Scholle fesseln werden, steht außer aller Frage. Ganz im Gegensatz dazu behauptet Der Darmstädter Korrespondent derFranks. Ztg.", daß Prof. I. M. Olbrich dem an ihn bereits tatsächlich ergan­genen Ruf als Direktor der Kunstgewerbeschule in Düssel- dorf annehmen werde, vorausgesetzt, daß der Großherzog ihn von den Verpflichtungen seiner Darmstädter Stellung entbin d e t.________________ _

junge Stiere und Rinder zur Zucht etwa 200 Stück und Kalber, 250 Stück- Tie Kundschaft-zeigte wenig Kauflust, sie klagte über chlechten Handel int Lande, weit die Ernteverhältnisse nicht so ind wie sie sein sollen und besonders die Grummeternte sehr viel zu wünschen übrig läßt- Infolge der großen Flaue des Marktes wurden die Preise aller Viehgattungen erheblich ge­worfen- Gutes Vieh wurde zwar immer noch leidlich hoch be­zahlt, aber beim Milchvieh konnten die Verkäufer in Mittel- Ware nur Geld verlieren, da der Preis um ca- 2530 Mk. billiger war als bei den letzten Märkten- Dieselbe Tendenz war beim Handel mit jungem Zuchtvieh bemerkbar, das eben­falls nur zu weichenden Preisen anzubringen war- Gangochsen waren nur wenige Paare am Markt und fanden, ohne daß sich ein sonderlicher Handel darin entwickelte, zu guten Preisen Abnehmer. Für Fettvieh war ein Preisrückgang von 2 Vs bis 3 Mk- für den Zentner bemerkbar, obschon es an Käufern aus den Städten der Provinz und von der Lahn nicht fehlte- Auch die Preise für Kälber mußten sich einen erheblichen Abschlag gegen die letzten Märkte gefallen lassen, obgleich Frankfurter und Wiesbadener 'Einkäufer in das Geschäft eingriffen- Ter Markt blieb in allen Viehgattungen trotz der billigeren Preise stark überständig. Verzichtete doch, ein großer Teil der Handels­leute zu den gebotenen Preisen auf das Geschäft und erklärte, zum Geldverlieren habe man immer noch Zeit- Gehandelt wur­den das Stück Kühe frischmelkend und tragend 1- Qualität 450 bis 500 Mk- (einzelne schwere Tiere bis 530 Mk.), 2. Qualität 320380 Mk-, 3. Qual. 260300 Mk., junge Stiere und Rinder zur Zucht 130140 Mk-, schwere und in Form bessere Tiere 150180 Mk-, Gangschsen gingen das Paar je nach Güte ab zu 750950 Mk- Die Preise für Fettvieh stellten sich pro Zentner Schlachtgewicht fette Rinder 1- Qual. 7678 Mk., 2. Qualität 7274 Mk-, fette Kühe 1. Qual. 6567 Mk., 2. Qual. 62 bis 64 Mk- Kälber 1. Qual, (über 50 Psd. Schlachtgew. habend) 6770 Mk-, 2. Qual, (zwischen 4050 Psd. Schlachtgewicht schwere Tiere) 6466 Mk-, 3. Qual, (leichtere Stücke) 5458 Mk. Ter Milchviehmarkt ging schon gegen 10 Uhr, der übrige Handel

Gießener Wetterdienst.

BoranSsichtliche Witternug für Hesse» am Donnerstag den 5. September: Wechselnde Bewölkung. Keine erheblichen Rieder« schlüge. Kühl. Schwache nördliche Winde.

IPassagiere); getötet ist niemand. Die Ursache des Unglücks r I ist darin zu suchen, daß der zweite Wagen in Brand geriet, " weshalb stark gebremst wuroe.-^.Hierbei'- entgleisten vier Wagen, die gleichfalls in Braud gerieten.

Salzburg, 4. Sept. Ter Oberjäger des Erzherzogs Franz Ferdinand wurde im Walde von Wilderern er­schossen. Ter Täter ist unbekannt.

Klagenfurt, 4. Sept. Auf dem Manöverfelde ver­haftete dre Gendarmerie einen italienischen Offizier unter dem Verdacht der Spionage.

Budapest, 4. Sept. In dem Marktflecken Zeben wütete ein 18 stündiger Brand. 86 Wohnhäuser und zahl­reiche Nebengebäude wurden eingeäschert. Ter Brand konnte erst mit Hilfe des Militärs gelöscht werden.

Fiume, 4. Sept. Hier wurden meyrere Waggons für Tanger bestimmter Gewehre auf einen Damp­fer verladen. Als die Polizei ankam, um dies zu ver­hindern, war der Dampfer bereits abgegangen.

Odessa, 4. Sept. Der gestrige Tag ist ruhig ver­laufen. Jedoch dürften bei der heute stattsindenden Pro­zession wieder Ausschreitungen zu erwarten sein. Tie Selbstschutz-Organisation ist in Aktion getreten, um dem Treiben des Verbandes der wahrhast russischen Leute ernst-

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Gießen, den 3. September 1907.

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Gießen, den 2. September 1907. B8/9

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Lich, den 30. August 1907.

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