cb. Ruppertsburg, 3. Juni. Die hiesige Kirche ist einer umfassenden Renovation unterzogen worden. Die Einweihungsfeierlichkeiten sind auf den 14. Juli festgesetzt. Heute besichtigte Professor Walbe aus Darmstadt das Innere der Kirche.
cb. Gonterskirchen, 3. Juni. Heute stürzte beim Strohholen die Frau des Forstwarts Melchior von der Tenne, wodurch sie sich so verletzte, daß sofort ärztliche Hülfe herbeigeholt werden mußte.
)( Nidda, 3. Juni. Gestern fand unter großer Beteiligung die E i n w e i b u n g d e s n e u e n L ö s ch g e r ä t e- h aus vs mit dem 30 j ähr i gen Stiftungsfest der hiesigen freiwilligen Feuerwehr statt. Die kreisamtliche Behörde war verhindert; es waren aber erschienen der K'reisfeuerwehrinspektor, der Vorsitzende des Landes-Verbandes H. Müller zu Offenbach a. M., H. Tamm von Friedberg, H. Söhnge-Ortenberg, sowie Abordnungen der Feuerwehren von Gießen (freiwillige und Gailsche^, Ortenberg, von welch letzterem Orte noch die gut geschulte Feuerwehrkapelle den musikalischen Teil der Feier übernommen hatte. Um 2 Uhr nachmittags wurden die Ehrengäste mit Musik vom Bahnhof an das alte Spritzenhaus geleitet, wo sie von dem Kommandanten Vetzberger begrüßt wurden. Sodann wurde auf dem Marktplatz Paradeaufstellung genommen und eine Schulübung der Nidd. freiw. Feuerwehr veranstaltet. Hieran schloß sich ein Brandangriff auf das Rathaus mit der Aufgabe, das Hotel Stern zu schützen. Zwischen Signal und erstem Wasserstrahl verliefen Dzl Minuten; ein Reservezug mit 2 Schläuchen brauchte zwei Minuten zum Angriff. Die Uebung fand allgemeine Anerkennung. Hierauf wurde das neue Löschgerätehaus am Marktplatz durch Herrn Bürgermeister Roth übergeben, und von dem Kommandanten Vetzberger mit dem Gelöbnis übernommen, allzeit mit der Wehr der Stadt zum Schutze zu sein. Eine Schulübung der Pflichtfeuerwehr schloß die Veranstaltung, welche leider vom Regen sebr beeinträchtigt wurde. Bei dem folgenden Kommers im Gambrinus wurden verschiedene anerkennende Toaste ausgebracht. Die Vereine Offenbach und Gießen hatten je eine Photographie ihrer Mitglieder in geschmackvollen Rahmen überbracht. Bei den Ansprachen wurde betont, daß die Räumlichkeiten über dem Geräteraum zu einem bleibenden Heim für die Versammlungen des Vereins dienen möchten. Bei dem abends statt- gefundenen Konzert toastete Pfarrer Werner auf die Kommandanten der Wehren und Kommandant Vetzberger regte, veranlaßt durch die schönen Leistungen der Ortenberger Feuerwehrkapelle unter H. Lehrer Hertel zu Selters, die Wiederbelebung der eingeschlafenen Niddaer Feuerwehrkapelle an. Kommandant Vetzberger, ein geborener Gießener, hat seinerzeit die Ortenberger Wehr gegründet und später die Niddaer Wehr organisiert.
Mainz, 3. Juni. Auf Grund eines Beschlusses der letzten Landeskomiteesitzung hat Justizrat Dr. Schmitt die Führung des Generalsekretariats der Hess. Zentrumspartei bis zur Konstituierung der neuen Parteiorgane dem Redakteur Lorenz Diehl übertragen.
bb. Mainz, 2. Juni. Der Verband Deutscher Eisenhändler, der über 2000 Mitglieder aus allen Gegenden des Reiches zählt, ist seit Donnerstag zu seiner Generalversammlung hier zusammengetreten. Mit dieser Versammlung ist, wie in früheren Jahren schon anderwärts, eine Eisenwarenmesse in der Stadthalle verbunden. Die Eröffnung der Messe fand am Donnerstag mittag unter Anwesenheit hoher Zivil- und Militärpersonen statt. Der Verbandsvorsitzende, Kommerzienrat Carl Schmahl hieß die zahlreich erschienenen Gäste willkommen. Ein Nundgang durch die Ausstellung bot auch manchem Nichtfachmann viel des Interessanten. Besonders die Neuheiten der Haus- und Küchengerätebranche fanden von dem großen Publikum viel Bewunderung. Ein Mllitärkonzert der 88 er im Stadtpark und GesangSvorträge im Festsaal der „Liedertafel" beschlossen den ersten Tag der auf 4 Tage festgesetzten Veranstaltungen. — Freitag hielt der Verbandsausschuß seine Vorbesprechung zur Hauptversainmlung, die heute stattfand, ab. Ein großer Teil der Teilnehmer beteiligte sich am Nachmittag an der offiziellen Dampferfahrt nach Biebrich. Mit einem „Festkonzert" der Städtischen Kapelle endete der zweite Festtag. Eine der segensreichsten Einrichtungen de§ Verbands, die „PensionS- und Unterstützungsvereinigung" der Angestellten von Verbandsmitgliedern, tagte am Samstag im Verbandshause. Die Mitglieder besichtigten inzwischen das Römisch- Germanische Museum. Von den Beschlüssen der heutigen Hauptversammlung des Verbandes dürfte von allgemeinerem Interesse sein, daß fiir Packungen aller Art Kleineisen- und Kurzwaren die Abschaffung der Dutzend- und Großpackungen beschloßen worden ist und fortan die Fabrikanten angehalten sind und nur noch Quantitäten nach dem Dezimalsystem abzugeben und zu berechnen. — Der heutige Andrang nach der Ausstellung wurde gegen Mittag bedeutend. Der Besuch am heutigen Tag dürfte sich auf 1500 Personen belaufen haben. Kurz nach 4 Uhr wurde die Ausstellung geschlossen. — Den Schluß der Veranstaltung bildet morgen eine Fahrt durch den Rheingau mit Sonderdarupfer und Besuch des Nationaldenkmals. Abends auf der Rückfahrt nach Mainz ist die Beleuchtung der Rheinufer und Brücken von Eltville bis Mainz geplant.
Bingen, 2. Juni. Mehrere hiesige Handwerker haben sich an den RcichStagsabg. Keller gewandt und wollen von ihm erreichen, daß er sich an der richtigen Stelle dafür verwendet, daß für Arbeitsvergebungen auf dem Submission sw ege ein anderes Verfahren künftig eingeführt werde. Man möchte erreichen, daß bei unwesentlichen Unterschieden in der Preisforderung stets die am Orte wohnenden Handwerker berücksichtigt werden sollten, nicht aber die Firma, die die geringste Forderung gestellt hat. Der 9(6= geordnete steht nach seiner Mitteilung diesen Bestrebungen sympathisch gegenüber und will sie nach Kräften fördern. Zunächst ersuchte er um Material als Grundlage.
Frankfurt, 3. Juni. Der amerikanifche Bräutigam, Barnsdal-Nubcr, der Amerikaner aus Mannheim, der einer heiratslustigen Dame aus Rhein Hess en 6 3 0 0 0 M k. abnahm , ist am Samstag von Zürich in polizeilicher Begleitung hier angekommen und wurde ins Untersuchungsgefängnis cingclicfert. Es waren bei ihm noch 45 000 Mk. gefunden worden, 10 000 Mk. hatte er für ein Automobil verausgabt, das er acht Tage benützte. Da der Züricher Händler das Auto zurücknehmen muß, wird die betroaene Braut, abzüglich der Fangprämie von 3000 Mk. etwa 50 000 Mk. zurückerhalten, sodß sie der kurze Brautstand etwa 15 000 Mk. kosten wird; 1800 Mark hatte sic dem Bräutigam bereits bei der Verlobung geliehen. Barnsdall-Nuber wurde heute vor dem Untersuchungsrichter einem langen Verhör unterzogen. Von Wiest au£ wurde be? hiesigen
Kriminalpolizei mitgeteilt, daß Barnsdall-Nuber tm Jahre 1903 116 OOOKronengestohlenhat. Zur selben Zeit hat er eine Russin um 80 000 Francs betrogen. Barnsdall hielt sich damals in einer Heilanstalt bei Dresden auf.. Die erste Dame, eine Wienerin, lernte er dort kennen. Er schwindelte ihr vor, daß er sehr reich sei und in London wohne; er veranlaßte schließlich die junge Dame, mit ihm nach London zu reisen, wo er ihr die 116 000 Kronen stahl. Die Russin hielt sich ebenfalls bei Dresden auf. Nachdem Barnsdall-Nuber hier abgeurteilt ist, wird er an die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, wo er wegen betrügerischen Bankerotts im Jahre 1903 gesucht wird, abgegeben. Dann erwartet ihn die Staatsanwaltschaft Berlin wegen Heiratsschwindels, schließlich kommt er nach Dresden und Wien wegen der beiden oben erwähnten Fälle. ,
Frankfurt a. M., 3. Juni. Die gestrige Versammlung von Bahnärzten im Direktionsbezirk Frankfurt war von 60 Teilnehmern besucht. Nach einem Referat von Dr. Käß über die Behandlung schwerer Unfall-Neurosen gab Geheimrat Gallo eine Erklärung über die freie Acrztewahl ab. — Der Eiben -- bau m macht jetzt im Vergleich zu seinen ersten Wandertagen Riesenfortschritte. Nahezu die Hälfte des Weges bis zum neuen Standort ist zurückgelegt. Hinter dem Palmcn- garten an der Ginnheimer Höhe ist das Grab gegraben, in dem der 3OOjähvige, wenns gut geht, seine künftige Heimat finden soll. — Im benachbarten Fechenheim siel das 6 jährige Töchterchen eines Arbeiters in den Main und ertrank. — Ein 18jähriger Eisendreher aus Offenbach wurde heute am Mainufer nur mit einem Trikothemd bekleidet, vollständig erschöpft und halb erstarrt, von einem Schutzmann aufgefunden. Er hatte sich gestern nachmittag beim Fußballspiel derart aufgeregt, daß eine Geistesstörung bei ihm eingetreten ist. Der Fußballspieler, der die ganze Nacht im Fischerfeld herumgeirrt war, kam nach der Irrenanstalt.
x Gleiberg, 2. Juni. Aus Anlaß der Turu- fahrt des Gaues Hessen sammelten sich heute morgen um 8 Uhr die Wetturner in Gießen, um gemeinschaftlich über Gleiberg und Krofdorf nach Rodheim a. d. B. zu marschieren. Von der Burg Gleiberg begrüßten Böllerschüsse die Turner schon von weitem. Auf der Burg wurde das Frühstück eingenommen und nach einer kurzen Rast ging es nach Nodheim.
2 Ehringshausen (Dill), 3. Juni. In dem Bahnhotel kam eS gestern abend zu einer blutigen Tat. Durch ein Geringes veranlaßt, stach der Arbeiter Sch. einen anderen Arbeiter D., beide von hier, mit einem Messer in einer Weise, daß D., aus acht Wunden stark blutend, ohnmächtig niedersank. Ob die schweren Verletzungen lebensgefährlicher Art sind, läßt sich zur Stunde noch nicht feststellen. Der Messerheld wurde noch am selben Abend unserem Gerichtsgefängnis eingeliefert.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Dillenburg wurde das Denkmal für den altnassauischen Forstmann G. L. Hurtig in Gegenwart zahlreicher Forstmänner und der Vertreter der Forst- und Stadtbehörde enthüllt. Bergschullehrer DöngeS und Forstmeister Schilling erinnerten in ihren Ansprachen an die dauernden Verdienste des „Begründers einer geordneten Forstwissenschaft", der von 1797— 1806 die erste preußische Forstschule in Dillenburg leitete.
Reichsgerichtsbrief.
Nachdruck verboten.
Leipzig, Juni.
Die Leitung eines Viehtransportes 6 e bi n at nicht d i e Ueber nähme der Tierge fahr nachß 833 B. G. B.
In diesem Sinne hat das Reichsgericht aus folgendem Anlaß entschieden. Der Viehbegleiter Krauß in Mannheim hatte für die beiden Beklagten Max und Jakob L. in Mutterstadt einen Viehtransport Don Mhslowitz nach Mannheim übernommen. Während der Leitung dieses Transportes wurde er im Eisenbahnwagen durch einen Fasel (junger Stier) derart an die Wand gedrückt und verletzt, daß er an den Folgen einer Blinddarmentzündung verstarb. Die Hinterbliebenen des K. machen nun Schadenersatzansprüche gegen die Eigentümer geltend unter Berufung auf § 833 B. G. B. Die Bellagten wenden hiergegen aber ein, daß K. die Aufsicht über die Tiere durch Vertrag übernommen habe, was gleichzeitig auch eine Haftpflichtübernahme der Tiergefahr in sich schließe. Die Beklagten beziehen sich hierbei auf ein früheres Urteil des Reichsgerichts, welches ausspricht, daß der Zureiter eines Pferdes Die von demselben ausgehenden Gefahren mit übernimmt.
Landgericht Frankenthal und Oberlandesgericht Zweibrücken kamen aber zur Verurteilung der Bellagten, indem sie erklärten, daß ein Kausalzusammenhang zwischen der Tiergefahr und dem Tode des Verunglückten K. unbedingt bestehe, sowie daß des Verfügungsrecht des K. über die Tiere, das überdies noch durch die Vorschriften des Eiscnbahnreglements eingeschränkt gewesen sei, in diesem Falle nicht eine Uebernahme der Tiergefahr nach § 833 B. G., B. bedinge. Von einer unbeschränkten Herrschaft über die Tiere könnte keine Rede sein und es komme immer auf den einzelnen Vertrag an, wenn bei der Uebernahme eines Tieres auf bestimmte Zeit gleichzeitig die Gefahr somit übernommen werden sollte. Was Den Fall mit dem Trainer (Zureiter) betreffe, so sei dieser Vertrag in ganz müderem Sinne aufzufassen.
Gegen dieses Urteil hatten die Beklagten Revision eingelegt; aber ohne besonderen Erfolg. Der 4. Zivilsenat des Reichsgerichts erkannte auf Zurückweisung der Revision der Beklagten mit einer geringen Maßnahmen prozessualer Natur zu Gunsten der Beklagten.
Wie man in Ungarn lästige Ehehälften beseitigt.
S. n. H. Budapest, 31. Mai.
Vor dem Geschworenengericht in Temesvar hat ein Gift- mordprozeß seinen Anfang genommen. Es sind 7 Eheleute an- geklagt, sich Der anderen Ehehälfte durch Gift entledigt zu haben. Alle Angeklagten stammen aus dem Dorfe Knez bei Temesvar. Es sind vier Witwen und drei Witwer, die sich wegen Mordes und wegen Mordversuches zu verantworten haben, weil sie mit Hülfe von „weisen" Frauen ihre Gatten aus der Welt geschafft haben, Die Hauptangeklagte Frau Bogyok hat sich in ihrer Zelle erhängt. Tie Mordtaten wurden dadurch ausgedeckt, daß der Landwirt Ploskar gegen die alte Frau Petroman schon im März 1905 Anzeige erstattete, weil sie seiner Frau für 20 Kronen ein Fläschchen mit Gift angeboten hatte, weil sie glaubte, Frau Ploskar führe mit ihrem Manne kein glückliches Eheleben. Die Petroman wurde verhaftet und sie gab an, sie hätte das Gift von einer Frau Belo erhallen, mit dem Auftrage, es an solche Männer oder Frauen zu verkaufen, die mit ihren Ehehälften in Zwist lebten und sie aus der Welt schaffen wollten. Im Laufe der Untersuchung ging bei der Staatsanwaltschaft die anonyme Anzeige ein, daß zahlreiche Eheleute aus Knez durch solches Gift getötet worden seien. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Ausgrabung und Obduktion verschiedener Leichen an. Es wurden auch wirklich bei 7 Leichen Arsenteilchen festgestellt. Daraufhin erhob die Staatsanwaltschaft 9lnklagen gegen die Wilwen Boiezesz, Petroman, Riedor, die Witwer Varjafan, Argyclan, Bogyok und die Elisabeth Thoeres, die sich bereits wieder mit Nicolas Glasz verheiratet hat, gegen den auch Anklage wegen Beihülfe erhoben worden ist. Tie Petroman, die das Gift lieferte, hat verschiedene hohe Preise dafür gefordert, die Witwe Voiczesz mußte 200 Kronen dafür geben. Tie Angeklagten sind bei ihren Mordtaten mit aller Energie vorgegangen. Half eine Dosis Gift nicht, so besorgten sie sich eine zweile, bis sie ihr verbrecherisches Ziel erreichten. Tie Haupt- Unternehmerin der Gistsabrik, die Frau Belu, ist stüchlig geworden.
X Hanau, 3. Juni. Vor der Strafkammer hatte sich heute der an der Mädchenvolksschule hier tätige Lehrer Heinrich Simon, gebürtig ans Niederrodenbach, zu verantwortet, dem die Anklage sittliche Verfehlungen an Schulmädchen zur Last legte. Er soll sich derartige Verfehlungen in 7 selbständigen Handlungen haben zu fchiilden kommen lassen, strafbar nach §§ 174,1, 176,3 und 185 deS N.-St.-G.-B. Ter Angeklagte, welcher 41 Jahre alt, verheiratet und Vater von 4 Kindern ist, stand schon nm 4. März d. I. vor der Strafkammer, doch wurde er auf Antrag der Verteidigung mit 6 Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Landesirrenanstalt Marburg überwiesen. Hier wurde er als geistig normal begutachtet. Tie heutige Ver- Handlung endete mit der Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis unter Annahme mildernder Umstände. 5 Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden in Anrechnung gebracht.
„F reie Verein e" heißen die s o z i a l d e m o k r a t i s ch en Gewerkschaften, offenbar weil mancher mit sanfter Gewalt hineingekeilt worden ist. So wurde neulich in Düsseldorf em Schneider, Mitglied des „Freien Schneidervereins" zu 1 Woche Gefängnis verurteilt, weil er einen Kollegen d u r ch Droh- u ii g e ii i n den Verband z u nötigen gesucht hat.
Altona, 1. Juni. Die Strafkammer verurteilte den Tischlergesellen Reinke wegen Beleidigung der deutschen Schutztruppe zu 4 Monaten Gefängnis. Er hatte in einer Reichstagswähleroer- sammlung gesagt, s ä m t l i ch e ft n g e h ö r i g e d e r S chutzlrup p seien verkommene Subjekte.
*DergezüchtigtePrinz. Der Prinz Anton von Bourbon-Orleans, Herzog von Gallicra, hat vor der achten Pariser Strafkammer gegen seine frühere Geliebte, eine gewisse Madame Guggenheimer, Klage angestrengt. Tie Schone hatte den Prinzen, der von seiner Gemahlin, der Infantin Eulalie von Spanien, Tante des Königs Alphons XIII., getrennt lebt, auf der Straße überfallen und mit ihrem Regenschirm und mit ihren Fäusten verprügelt. Er fordert jetzt die Bestrafung der ehemaligen Freundin. Deren Anwalt erklärte, der Zorn feiner Klientin sei begreiflich und entschuldbar, da er ihr ein Darlehn von 50 000 Francs nicht zurückgezahlt habe. Das Gericht vertagte seine Entscheidung damals um mehrere Wochen. Jetzt Hal es seinen Spruch gefällt und Madame Guggenheimer zu der Geldstrafe von 100 Francs verurteilt. ' 5
21 u ft in (Texas), 1. Juni. Das Gericht hat die mit der S t a n- d a r d O i l C o m p a n y in Verbindung stehende W a t e r s and Pierce Oil- Gesellschaft zu einer Geldstrafe von 1 623 000 Dollars verurteilt und der Gesellschaft die Berechtigung zur Fortführung ihrer Geschäfte in Texas abgebrochen. Tie verurteilte Gesellschaft wird Berufung gegen das Urteil einlegen.
$pi<?lplaK der «reinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 4. Juni*): „Tannhäuser." Mittwoch den 5. Juni, abends halb 8 Uhr: „Tie lustige Witwe." Donnerstag den 6. Juni: „Pellcas und Melisande." Freitag den 7. Juni, abends halb 8 Uhr: „Salome." Samstag den 8. Juni: „Künstler- blut." Sonntag den 9. Juni: „Das goldene Kreuz." Hierauf: „Wiener Walzer." Montag den 10. Juni geschlossen.
Schauspielhaus.
Tienstag den 4. Juni"): „Dte große Gemeinde." Mittwoch den 5. Juni: „Ein Wintermärchen." Donnerstag den 6. Juni, abends halb 8 Uhr: „Robert u>td Bertram." Freitag den 7.Jnul: „Don Carlos." Santstag den 8. Juni: „Heimat." Sonntag ben 9. Juni: „Die große Gemeinde." Moittag ben 10. Juni: „Hamlet."
') Aitfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt ailcr unter :.. er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rcdakti"' dem gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Ich hatte gestern Besuch aus Darmstadt. Ich führte ihn auch zum Theater. Er betrachtete sichs unb wollte gerade „prächtig" sagen, als er das Torhäuschen erblickte. „Was ist denn bas für eine Baracke?" fragte er. „Soll denn die stehen bleiben?" Ich sagte ihm: „Ja, die Herren Stadtverordneten wollen es haben, obwohl dem allgemein widersprochen wird." „Tas ist ja ein Elend für Gießen", sagte mein Besuch. „Wenn sie e§ unbebingt haben wollen, mögen sie es ins Aichantt verlegen." Hieraus tarnt man sehen, baß bas unglückselige Häuschen, bas als Oktroi-Erhebestelle an diesen: Platze wahrlich keinen sehr großen und wichtigen Dienst bcr Stabt leistet, incbt mir ben Giencnern num'ätlt. 0.
Landet.
— Marburger S t a d t a n l e i h e. Wir machen auf ben in der heutigen Nummer enthaltenen Prospekt über die von dem Bankhaus Baruch Strauß, hier, zur öffentlichen Zeichnung (ungelegten 550 000 Mk. 3Vs Proz. Marburger St.-Anl. v. 08 aufmerksam, die mündel sicher und bei der Reichsbank in der er ft en Klasse lombardfähig find. Bei den gewichenen Kursen der 3Vs Proz. Werte dürfte die Anleihe als chancenreiche Kapitalsanlage zu empfehlen^sein.
TeSefonssche fäiwsitoerichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse 4. Juni. 1.15 Uhr.
3%°[0 Beichsanleihe . . 93.75 3% do. . . 83.70 3^°/o Konsols .... 93.85 3-6 do.....83.70
BH6/, Hessen . . 93.30 3%°/0 Oberhessen . . . —.— 4-6 Oesterr. Goldrente. . 99.10 4*/8 % Oesterr. Silberrente 99 40 4-6 Ungar. Goldrente . . 93.50 4?6 Italien. Rente . . . —.— 3-6 Portugiesen Serie I . 67.65 3-6 Portugiesen „ III 68.20 russ.Staatsanl. 1905 90.75
4>6°,O japan. Staatsanleihe 93.60 4-6 Conv. Türken von 1903 93.60 Türkenlose.....139.60
4-6 Grieeh. Monopol-Anl. —.— 4-6 äussere Argentinier —.— 3°/0 Mexikaner . . . 64.60
4jV70 Chinesen .... 96.60
Aktien:
Bochum Guss..... 228.20
Buderus E. W . . —.—
Elektriz. Lahmeyer . . . 122.25 Elektriz. Schlickert . . . 109.00 Eschweiler Bergwerk . . 224.10 Gelsenkirchen Bergwerk . —.— Hamburg-Amerik. Paketf. 131.20 Harpener Bergwerk. . 205.75
Laurahütte...... 225.10
Nordd. Lloyd . . . . H8.20
Obeischles. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Handelsges . . 151.— Darmstädter Bank. 129.50
Deutsche Bank . • . 223.90
Deutsch-Asiat. Bank . . 155.20 Diskonto-Kommaudit. . . 169.00 Dresdner Bank . . . 140.80 Kreditaktien..... 206.40
Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 92.30
Gotthardbahn . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 25 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.40 Prince-Heuri-Eisenbahn . 134.20
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 4. Juni. Au(angskurse.
Canada E. B......165.00
Darmstädter Bank . . • 129.60
Deutsche Bank .... 223.80
Dortmunder-Union C. . . 75.70
Dresdner Bank . . . 141.—
Tendenz,: schwach-
Harpener Bergwerk. . Laurahütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . Türkenlose . . .
. 205.40
. 225.10
. 25.20
. 117.60
. 139.60
Die ^innoLndwig Kröll, Haus- und Küchengeräte; Magazin in der Blockstrasse hält Mittwoch, den 5. Juni mittags« zwischen 4 und 7 Uhr in ihren Lokalitäten einen Probe- Koch- und Backtag ab.
Es gelangt zur Vorführung der Blasbergische Schnell-Gar- Kockcr, welcher sich nicht nur zum Kochen unb Braien, sondern auch zu»: Backen vorzüglich bewährt uitb welcher durch seine durchaus praktische Verwendbarkeit in interessierten Kreisen großen Beifall gesunden bat. Er zeichnet sich von vielen anderen Systemen dadurch nu£', daß ein Erhitzen von Chanwttvlatten und dergl. unnötig, ferner denkbar einfachste Bedienung, leichte Reinigung und dadurch, daß der ganze Locher aus Metall ist, keine üblen Gerüche annehmend. Es werden wahrend dieser Vorführung noch weitere Küchenmaschinen und vraktische -Hilssgerätc gezeigt und wird es sich sehr lohnen, -hiefern Kochtag beizuwohnen. o/L


