Issue 
04/04/1907 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

»J (himisditfe^

Öassddofr iiii

Nrot«l>y

^liberalen. Er wußte wie jeöcr andere, bau ouö cuj.d al des bayerischen ftammerliberaltömuß von der neuen 'Ißnbl* kreiSeinteilung abhängig war. und nun suchte er bei dieser Gelegenheit für den Liberalismus zu retten, roa3 möglich war. 3n der ZenlrumSpartei herrschte darob große Entrüstung, und lowohl in öffentlichen Versammlungen als m der Abgeoidiieten- tanunec wurde dem Vitnisler unumwunden das Mißtrauen der ZcntrumSpartei ausgesprochen. Graf Feilitzsch hat dann den Wahlreformantrag deS Zentrums angenommen u>id bannt jeme Lage verbcflert.

Der Rücktritt deS Herrn v. Feilitzsch ist. rote sich hieraus schon ergibt, für die politische Lage m Bayern von großer Bedeutung. Senf Nachfolger, Herr v. Brettreich, ist 49 Jahre alt, Sohn eines Fürstlich Thurn-ThaxiSschen Lomänenverwallers. Er war von 1889 biS 1894 HülfS- orbcitcc im Nlinilterium des Innern und Ende 1896 Regier- nngsrat im Nlinisterlum. Bier Jahre später wurde er Ober- regierungSrat und 1903 Ministerialrat. J'N Ministerium ivar er der Referent für die Landwirtschaft. Als solcher machte er sich nicht nur bei den Landwirten sehr beliebt, son- dern sand auch die volle Anerkennung der in der Beurteilung der Landwirtschaft kompetenten Nichllandwirte. Besondere 'Aufmerksamkeit miöniete er dein landwirtschaftlichen Unter- richtSwesen und der Erziehung der Landwirte zur Hebung und Besserung deS Betriebes und der Verwertung dec Pro­duktion. Die Flurbereinigung fand bei ihm besondere För­derung, ebenso die Schlachtvieh- und Fleischbeschau u. s. w. Bor einigen Fahren beteiligte er sich an einer von der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft durch Nordamerika unter­nommenen Informationsreise; die dabei gesammelten Erfahr­ungen hat er litterarisch niedergelegt. Berufene Personen mit aulonlativem Urteil erklären, daß er zurzeit der hervorragendste Berwoltungsbeamte in Bayern sei.

Polnisch ist Brettreich niemals hervorgetreten. Man nimmt an, daß er sich für Parteipolitik überhaupt nicht in­teressieren werde. Brettreich ist katholisch, aber mit einer protestantischen Frau verheiratet. Diese Mischehe könnte .hm beim Zentrum gefährlich sein, wenn die Ehe nicht kinderlos wäre.

Im allgemeinen ist daS bayr. Ministerium jetzt noch mehr rin Ministerium des Zentrunis als seither. Wenn auch künftig noch der eine oder andere Minister ein wenig der liberalen Seite zuneigt, so wird doch die Zu- lammensetzung deS Ministeriums tm ganzen gleichartiger. ES iuirb sich neutraler hinStellen als bisher, in Wahrheit aber dem Zentrum wohl noch willfähriger sein als das letzte Ministerium. Zu den Leidtragenden zählt der Beamten- 1 liberalismus, den Feilitzsch nach Kräften gefördert Hal.

ittr die uns anmg

Ufß Kit noch elrtiy

Men feil «Hause. W e Schmidt, riefeWen >

'bl. nach Utbertlnhir- turne Angebote mit. W ebener Anzeiger erbet?

spiel, sondern nur das schlechte. Sie machen es genau wie die italienischen Nobili, welche ihre ungeheuren Guter ver- pachten und den Ertrag fern von ihrem Besitz in den Großstädten verprassen. Die Bojaren und Nobili haben kein Bewußtsein ihrer sozialen und patriotischen Verpflichtungen, sie sind hartgesottene Egoisten, welche nichts Höheres kennen als daS Vergnügen. Vermögende Unternehmer, zum Teil Juden, boten den Bojaren die nöligen Gelder, sie bildeten förmliche Pächterringe, eigneten sich ganze Provinzen an und sogen die armen Kleinbauern, welche auf Landpacht und Arbeitsverdienst angewiesen waren, aus. Em ge­wisser Fischer besaß allein 40 Höfe, welche den Umfang etwa von der Größe Oberhessens hatten. Das hört nun auf. Künftig dürfen Pachten nicht größer sein als 400 Hektar. Wenn er auf Umwegen durch Verwandte oder andere Leute mehr zusammenpachtet, haben die Pachtverträge keine Gültigkeit. Der König erklärt: Dieser mein Wille muß Gesetz werden.

Sticht genug! Ter König Karl macht als wirklicher Staatsmann und König ganze Arbeit. Er korrigiett die bisherigen Pachtverträge der Bauern, weil sie das Staats­und Volksinteresse gefährden und zu vernichten drohen. Alle Verpflichtungen der Kleinpächter, Bodenzinse und Pacht­beträge, werden auf ein Drittel herabgesetzt. Wer bisher den Wucherern einen Pacht von 60 Franken für den Hektar be­zahlt hatte, zahlt von 1907 ab bloß 20 Franken. Das ist ganz in der Ordnung. Wenn der Staat in Gefahr ist und ihm der Untergang droht, dann muß zu außergewöhnlichen Mitteln gegriffen werden. Ta kann man das private Un­recht nicht mehr länger als Recht anerkennen. Rumänien handelt hier nach berühmten Mustern. Der König von Preußen hat nach der Niederlage von Jena, um die Bauern für sich zu gewinnen, einfach die Bodenzinse gestrichen und so die hülfsbereiten Kräfte für den Aufbau seiner neuen Armee gewonnen. Um die Revolution des Jahres 1848 zu besiegen, hat der Kaiser von Oesterreich Bodenzinse und Staatspachtgelder auf em Drittel erniedrigt urtd so die Grund, entlastung vollzogen. Die besten Staatsmänner und Kaiser im römischen Reich haben ebenso gehandelt.

"nenfori-

WlkßW

politische Lagerscha«.

Reue Steuerquellen?

Wir lesen in der agrar. ,Dtsch. Tagesztg.":

Lalbofsiziös wurde in diesen Tagen angcdeutet, daß Kran Zunächst keine neuen Steuerquellen suchen und er- schließen werde, sondern vorläufig mit den Ernküniten des Reiches auszutvnrmen hoHe. Tas ist gewiß richtig; und man wird auch im jetzigen und vielleicht im nächsten Etat bei großer Sparsamkeit und bei ziemlich starker Heranziehung der Einzelftaaten. zu den Matrikularb eitrag en ta^ iäckuch, freilich mit Mühe und 9tot, auskommen können, ^ man aber auf die Dauer nicht anskommen fann, liegt aut der Hand, zumal wenn man berücksichtigt, daß eine et beb liebe Erhöhung der Beamtengehälter unumgänglich ist. -wir nehmen deshalb ivohl mit Recht an, daß man sichin den Kreisen des Reichsschatzamts bereits mit der Frage besaßt hall wo die neuen Steucrquellen zu erichlietzen seien. An B re r u n d a ö fl i wird man sich wohl nicht heranwagen, obwohl frier ohne oe-

MlNiflirwechsrt in Any in.

Heute früh lag uns folgende Meldung vor:

München, 8. April. Ter Prinzregenl hat mit einem Hand- schreiben vorn Heutigen den Rücktritt des SlaalsnimisterS des Innern Grasen von Feilitzsch unter überaus warmer An- erlennunq seiner hervorragenden Verdienste, sowie unter Belassung des Titels eines Slaalsniinislers und derzeiugen Ranges genehmigt und ihm fern Reliesbildms in Gold überreichen lassen. Gleichzeitig wurde der Regierungspräsident der Oberpsalz Friedrich v. Brett- reich zum Staatsrat im ordentlichen Liechte und zum Staats- m i n i st e r des Innern ernannt.

Mit dem Grafen Feilitzsch schied der letzte Minister des einstigen Ministeriums Crailsheun-Lutz vom politischen Schau- platz. Graf Crailsheim war 23, Finanzminister Freiherr o Riedel 25 und Graf Feilitzsch fast 26 Jahre Minister. Als letzter von der Garde der Alten tritt Graf Feilitzsch in den Ruhestand. .

Am 27. Juni 1881 war der damalige Regierungspräsident von Oberbayern Dr. Max Freih. v. Feilitzsch, geb. 1834, zum Mmister des Innern ernannt worden. Was zum Schutze der Landwirtschaft, deS Handwerks und Gewerbes geschehen konnte, das wurde alsbald von ihm gemacht. Graf v. Feilitzsch ist indes im langen Laufe seiner Minislerlaufbahn den An­regungen und Anträgen des Zentrums fast stets in allzu weitem Maße entgegengekommen. Der Sozialpolitik im engeren Sinne aber widmete er seine Aufmerksamkeit. Arbeitsämter, Gewerbegerichte, Fabrikinspektion, Wohnungswesen nsw. wurden unter ihm emgeführt oder ausgebaut. An der Reichsgesetz- gebung nahm er regen Anteil. An der Schaffung der neuen Zolltarifgesetze hat er Mitgeholfen. Es war zumeist aber eine konservativ - ultramontane Wirtschaftspolitik, die Gras Feilitzsch getrieben hat. Wie sein früherer Kabinettschef Graf Crailsheim protestantisch, verstand er es doch meisterhaft, sich jeder neuen Lage anzupasjen und den wechselnden Ström­ungen sich zu unterwerfen. So namentlich beim Sturz seines Freundes Crailsheim. Innerlich auf Selle Crailsheims Iteheud, trat er dennoch für dessen Rücktritt em. Crailsheim ging und Feilitzsch blieb. Und so verstand er eS vorzüglich, mit der Zentrumspartei auszulornmen. Allem bei der Schaffung des neuen Laudtagswahlaesetzes neigte er mehr auf Selle der

von 7/

'auöbeamn Ws en unbmtkni,cttbck

Mstz- i

^fieret,

16,eaentL

auf bet Haager Friedens tonte renz wird nun doch zur Tatsache; wie der Draht uns gestern mclbele, hat die engt. Vir­gierung turd) ihren Pttersburger Botschafter oiiigied der ruil. Regierung a.S einladende Macht, wie auch den notigen Staats- kanzleien die amlliche Mitteilung zugehen ia,icii, dag England au, der Haager FriedenSkvnjerenz die Frage der Beschränkung der Kriegsrnstungen anzuregen gewillt sei. xet Wunsch Isnglaiu» wird sich *.k|ü erfüllen, freilich hängen die Trauben etwas hoch, und man mug sich daher damit begnügen, den enguschen Bar,chlag einer Sonderkonferenz zu unterbreiten, statt ihn au, das Programm der Hauptkonferenz gesetzt zu icfren. ~ie Aeächte stehen überwiegend dem Proiette wenig sympathisch gegenüber, wen Sie von besten Unausführvarlett üoerzeugt lind Einer Sonderloii- serenz überwiesen, kann aber die Beratung der Abrüstungs,rage twtz ailler Meinungsverschiedenheiten keinen Schaden anrichun, zumal ja wohl alle Echte im Grunde ihres Herzens den Wunsch hegen, daß die militärischen Rüstungen nicht weiter in d.e Hohe Schnellen möchten. Gegen eine theoretische Erörterung der rustnngsidee gelegentlich der Haager Fric.dmsl!onjerenz wird denn auch keine Macht einschließlich Deutschlands euvas emzuwenden haben, wenngleich man von vornherein überzeugt ist,, datz bei der Beratung nicht viel heruustommen ivird. Charakteristisch über die Art unb Weise, wie man über die Frage diskutieren will, wirre, wenn die Meldung sich bestätigen sollte, der ausdrückliche Ausschluß der militärischen und yjtatuufrclegierten der Konserenz- teünebnur von dieser Sonderbesprechung, in welcher gerade, wie kaum in einer anderen, Fachleute unentbehrlich Sind; vielleicht befürchtet man, daß diese Herten, die den Krieg ars Beruf betreiben, der AbrüstungSsrage nicht objettiv genug gegenubetstanden und ein Fiasko unausoleiblich wäre. Irgend welcher prakt. Wett wird nach dllebem, was man von der Haltung der Gwßmachte weis, wohl kaum zu verzeichnen sein, zumal es ia auch em oSsenes Geheimnis ist, daß die Borllebe der englischen Regierung sm: die Abrüstung einen recht egoistischen Charakter tragt. Wir in ä-eutsch- lanb können der englischen Regierung denErsvlg , die Ad- rüstungssrage im Haag zu erörtern, von Herzen gönnen, da t>en engludjen Absichten die Spitze abgebrochen lvorden ift und saft alle Aeächte dem englischen Mane ablehenend gegenuderstehen

Einem Aerllnet Blatte »urolge ist indes die.Absicht, das Problem der Abrüstung von enter besonderen Kommission beraten xu lassen, bis zur Stunde der deutschen Regierung noch nicht mitgeteilt worden. Vielleicht handelte es Sich bei bet gestrigen Meldung nur um einen Fühler, der die deutsche Regierung veranlassen soll, ihre Stellung äu dieser Frage, die letzt gemsient- lich in den Vordergrutid geschoben wird, vorzeitig darzulegen.

öxau Öolitmna frrüit _ Ludwlgstrabe L

sondere Schwierigkeiten uno ohne bedenkliche Foiaen mehr zu holen sein würde, selbstverständlich unter Schonung des heimischen Tabakes und der kleinen Betriebe. Zu einem sogenanntenAus­bau" der Erbschastssteuer würde man wohl geneigt sein; aber man sürchtct mit Recht, sdaß ein derartiger Pl"n die schärfste Opposition der Konservativen und Agrarier wecken würd-. 3n der Fahrkatlcniteuer hatte man jetzt ein ziemlich starkes Haar gefunben; es^ wird wohl lein Akensch buraii bvntcn, sie nochauszubauen". Sonach wirb nichts übrig bleiben, als daß man sich ent.ch.ießt, pu den Steuern seine Zuflucht zu nehmen, die von uns wahteno der tueiutung der Fmanzresorrn und nachher wieder holl empfohlen worden sind. Tazu gehört in erster Linie neben der Wehtsteuet, bw sinanziell 'ullerbingß nicht besonders ins Gewicht fallen durste, die D i v i d e n d e n st e u e r , deren Ertrag hmreichen mürbe, um die MehrbedunNisse des Reiches und der EinzelStaaten aus lang: Zeit hinaus zu deaen. Wenn roir den Gedanken einer solchen oteuer immer wieder erwähnen, so geschieht es hauptsächlich des­halb, um den leitenden Kreisen und der Oesfenllichkell Gelegenheit zu geben, sich daran zu gewöhnen und damit vertraut zu machen. Man mag freute noch spotten und die Achseln zucken übet diesen unseren Vorschlag: dag mir schlleßlich daran nicht vorbeitvmmen, davon sind wir überzeugt. *

£ie Besprechung der AbrüstungSfrage

Ueutißv Ztummer umtaljt 8 netten.

Jie ^aueiniivolutiou hat gkst gt!

AuS Bukarest wird berichtet:

König Karl von Rumänien ist ein alter kränklicher Herr, aber seine Staatsklugheit und Tatkraft hat ihn nicht oec- lasien. Angesichts der allg. Erhebung der sonst so gut­mütigen, genügsamen, an Arbeit und Not gewohnten Bauern­bevölkerung mußte er sich sagen, daß cs sich für ihn um Krone und Land handle, für ihn selbst und die Dynastie der Hohenzollern in Rumänien. War auch die Armee^ gut und zuverlässig, so war sie doch auf die Dauer kaum fähig, dem Ungestüni der empörten 'DhUionen von Dreschflegeln, Sensen, Knütteln, Heu- und Dristgabeln Stand zu halten. Zudem bestehen die rumänischen Regimenter zu neun Zehn­teln aus Bauernsöhnen, welche das gleiche Empsinden haben, wie ihre Väter und Brüder, Mütter und Schwestern. Der König erklärte: Wenn die Bauern mit ihren Forderungen recht haben, dann ist es ein Unrecht, diese Bauern wegen ihrer Ausbeuter totschleßen zu lasten. Ter König hielt einen Staatsrat ab, dankte das konservatlve Nünislerium ab und berief ein Ministerium Sturd za, von dem er wußte, daß «8 den DolkSschiudern keinen Vorschub leiste. Der König erließ einen Aufruf an die Bauern und versprach ihnen Abhülfe für ihre gerechten Beschwerden.

Der König versprach ober nicht bloß im allgemeinen Hülse, er ordnete auch sofort Taten an. Alle staatlichen Ländereien, welche bisher verpachtet waren, sollen an die von ihnen bis aufs Blut ausgesäckelten bäuerlichen Unter- pachtet, direkt ohne Zwischenhändler, auf lange Fristen zu auskömmlichen Preisen verpachtet werden. Tas Wucher- jgflein hört auf, em Heer von Bauern wird künftig sein Brot nicht mehr unter Tränen und Kummer esten. Die Männer und Familien, welche die eigentliche Nation ausmachen, dem König die besten Soldaten stellen und das Vaterland mit ihrem Gut und Blut erhalten, sollen von nun an ein menschenwürdiges Dasein führen. So sprach König Karl. Semem Worte folgte die Tat und die Revolution ward sofort beendigt.

Ter König tat noch mehr. Damit, daß der Staat mit gutem Beispiel voranging, ist es nicht getan. Denn die Bojaren, die privaten Grundherren, befolgen kein gutes Bei-

ümilhi ichnen unb Mab, 'Men, Sntwm tstern für :Utt,

MUÜ Ustv. 02195 i O.

fmanMre 8 l

! M. Jv !?ft fiA chneiderm nirnmi d

3^'

L)ecr und Flotte.

Vom Rhein, 3. Aprll. Aus dem Schießplatz der Wahner Heide bat jüngst eine größere Landwehrübung der juß- Artillerie stattgesunden. Es waren 3000 Landwehrkeute aus der Rheinprovinz und Westfalen, Baden, Württemberg, Schles­wig-Holstein, Hessen unb Hannover eingezogen. Aus zwei Regi- meuter »erteilt wurden sie mit Ausnahme der Regiments- uno Bataillonskommandeure nur von Landwehroflizieren in allen Dienstgraden befehligt, denen wenige aktive Olsiziere beigegeben waren Während der Uebung^eit wurden die Landwehrleute in allen Zweigen des artilleristischen Dienstes gründlich roieoer eingeführt, sodaß jeder Mann je viermal zum Schietzen kam. Ungeachtet des wahrend der Uebungszeit vom 13. bis 2j. Marz herrschenden schlechten Wetters wurde von allen Vorgesetzten die nie wankende Lust unb Liebe zum Dienst sowie^bie tadellose Führung bet alten Solbaten lobend anerkannt, -jn Bezug aus die Disziplin ist nach derKöln. Ztg." insbtz'onbere heroorzn- heben, daß von den an den Sonntagen in großer Zahl^von der 150 Mann starken Kompagnie je 100, beurlaubten Soldaten, deren Reiseziel meistens Köln war, bei einzelnen Kompagnien kein einziger die ihm bewilligte Urlaubszeit überschritten Hai. So konnte der höchste Waffenoorgesetzte, General der Artlllerie v. Dulitz, am Schluß der Hebung den Regimentern freudig ausdrücken, daß die zur Hebung eingezogene Landwehr m Aus­bildung, Führung und Haltung unter den recht schwierigen Verhältnissen den Beweis ihrer Tüchtigkeit geliefert unO gezeigt habe, daß sich Kaiser und Volk auf ihre Landwehr Kit ver- lassen können.

rroloniälpoft.

Wie schon am 20. v. Mts. mitgeteilt wurde, hatte Simon Köpper, der Kapitän der Franzmann-Hotten- rotten, versprochen, gegen Zusage von Leben und Freiheit^leinen ganzen Stamm zu sammeln und die W a f f e n bei Gochas abiugebeT Er selbst hatte am 7. März .den Marsch dort­hin angetreten. Nach einer Meldung aus Windhuk hat Simon Köpper fein Versprechen jedoch n i ch t geh alten, sondern ist mit der gesamten Werft wieder südostwärts in die Kalahari- Wüste zurückgekehrt. Dorthin ist ihm Major Pierer sofort gefolgt, um bedingungslose Waffenstreckung zu erzwingen.

Zöarumll>U?i.lhlwauiel" wah ten.

Die Niederlage der Sozialdemokraten bei der letzten Reichstagswahl ist in den meisten Wahlkreisen des Reiches zustande gekommen erstens durch Zusammenschluß der Bürger­lichen gegen die Sozialdemokraten und dann dadurch, daß die ,Partei" der Nichtwähler auf der Bildfläche erschien. Mar hat nicht überall diese Tatsache anerkennen wollen. Du Wahrheit ist aber doch die, daß im Januar und Februar deutsche Bürger an der Wahlurne erschienen sind, die für gewöhnlich zu Hause bleiben.

Die .Süddeutschen Monatshefte" (Aiünchen) bringen nun einen recht bedeutungsvollen Artikel, der sich Qls ein wortschreiben an Friedrich Naumann darslellt, der m einem

Nr. 78/^ Erstes Blatt 1S7. Jahrgang Donnerstag 4. April 1007

ökficnct Amelgtrm

Woche beigelegt un H ßcilenprcie. lufal 16

zweimal wöchentlich da^ UM auswatts DU ll'ennig.

General-Anzeiger für Oberhessen

8i6«fle m- tepeidien: Rota(|ortsbru<f unb Oer(aq öer BrüNtoen Unie.'Bud). und Sttlnöniderei. B. fange. ReöafHoi. «sN-dttwn und Druierel: rchulftratze r.

Anzeiger «leben. i« W» j