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31.1.1907 Drittes Blatt
 
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Ärztlich tiedorlag8"

Donnerstag 31. Januar 1907

Drittes Blatt

L 5 7. Jahrgang

Erlcheinl täglich mti Ausnahme deS Sonntags.

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te'Äte

238 678

92,06

ZmportvonFuttcrmittelnund rechtzeitige £ e f f * rLng der Rerchsgr cnze für Schlach tvieheiufuhr faiit Ausnahme der für die angeschlagene Zuchirichtung erforder­lichen Rassetierc) in Zukunft wirksamer zu begegnen.

5 426 851

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Um 1. Dezember 1906 Am 1. 1 ezemder 1904 1906 mehr .... 1906 weniger . . . 3n fcuuöcriieilen 1906 mehr.....

$n -undertteileu 1906 weniger . . .

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Tie«ützener FamlUenblLÜer" werden bem ^Anzeiger' Dreimal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Terhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Schweine 15 334 762 12 5 8 899

2 770 863

Warnnns. nmt hiermit

Sohne Anion Lcnnv- ewin^n leiben oder c.7 inü zu verabreichen, SU. BtriM

:rc? MtSbnrq 15.____

-9000 Mfe ifl&VMfbetfielui'X an b. Mcn. Mu. crtK

<Roianon*brud und Lerlaa der Dr übl'schen Umoersuät-- Buch- und Sicinbnidaet.

R. Sange, Gießen.

iltalttrirÄ SchlüenberflHrü tQQ.r' Dfi ÄlMsitt! ort in versieben, jm-r -Dnctel, Snffinncr. N'e:! (tat Mercß Ölcir trnhe ft. #»

Zur Krage der aüsäyrL.ch wirdcrüehrcnöeu Kleischteuervngrn.

Don hervorragender sachoersländtger Seite

TDitb unS geschrieben:

Da» ErgehniS besonders fällt bie Zunahme der Schweine auf. Ter Rückgang in bei- Schafhaltung Hal sich gegen die früheren Zählungen verlangsamt und bietet info .rn kein

^7-^nhlnil

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ißfji ®)äb(f)cn

RLdaknon, fc-pebuton und £ rudere i: Dchul- ftrase 7. Expedino» unb Verlag: rR<botiiDn:e^ll2. Tel.-?ldr.: Anzera «Gieße«.

TaS königlich Preußische Statistische LandeSamt hat daS Ergebnis der außerordentlichen Viehzählung vom I. Te- zember 1906 bereits 14 Tage vor dem fälligen Termin (1. Februar) fertiggestellt. Es wurden ermittelt: Pferde Rinder Srba'e

falten nur e-5 für geboten, den sicher wieder '.ehrenden Fleischteuerungen durch zollfreie

Gießener Strafkammer.

)( Gießen. 29. Zan. Wegen unlauteren Wettbewerbs sreigefprochea.

Lus Strafantrag des hiesigen Teta illisten- verein-L wurde gegen die Inhaber der qnrnta BuchtarS Lasse-- magazin f^er, die Bruder F. und 3t. B. zu Tonmunb ein Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbes ein<v eitet Tas Schöffengericht stellte fest, baß es die Firma für angebracht hielt, u'jt sich eine große Kundschaft zum Ab'atz von Laifee anzuziehen, in ihrem Geschäft auch Zocker zu bllligem Preise zu führen, um das Publikum anzulüäen und zu Dexanlafien, neben billigem Zuller auch Lasse ;u taufen. Die Verkäuferin wurde von Dortmund aus beauftragt, zu annoncieren, daß prima Kristallzucker das Pfund zu 18 Bfg. verkauft werde, gleichzeitig mußte sie ein Plal.il des nämlichen Inhalts an dem Schausen.ler anbnngcu. Die Lertäuserin gab zunächst den Zucker in allen geforderten Mengen ab. Sie erhielt aber bald einen Brief von Der Firma, der Preis des Zuckers sei so niedrig geieiji, daß nichts daran verdient wird, sie solle den Vorrat für bie Lasicekunden sparen . denen sie auch vis zu iunf Pfund geben tarnt. Gesetzlich Derpflidtei fei sie nur, cm Pfund zu geben. Aus diese Seuung hin gab die Verkäuferin den Zuaer in größeren Mengen nur an LaneLtuntnn, anderen gab sie immer nur ein Pfund ab; wenn sie merlle. daß mehrere Angehörige einer Familie nach und nach tarnen, ober bas Linder beauftragt wurden, Zucker zu holen, so verweigerte sie überhaupt die Lieferung, hierin sah der Tetalltistenverein einen Verfloß gegen den 2 4 des Gefttze:- berreffenb die Bclampiung des un-autcrcn Wettbewerbs und stellte Antrag aus Bestrafung. Da das Vergehen aus genanntem Paragraph verfolgt werden sollte, Halle nicht nur jeder Gewerbe­treibende, sondern auch Verbund: zur Förderung gewerblicher Interessen das Strasantragsrecht. ^uch Die Staatsanwaltschast war in diesem Fall bciugt, die Strafuenoigung zu über- nehmen, was sie auch tat. Das Schöffengericht kam aber auf Grund der Erwägung zum F r e i s p r u ch. daß. da niemand em Schaden entstanden ist, es an den Voraussetzunge.i der Schadensersatz trage iclj.c, was aber zur Erhebung der Straifmge erforderlich ist. Tie Besorgnis vor künftigem Schaden zind das Interesse der Auftea.llrhtttu.'ig von Treu und Glauben un Ge- utzallsvertebr bere0,11301 nickst zur llnitrengung der Lchllrens- fiage. Der Verbau.- har nicht d-^s Recht, Lchadenscriatztlage zu erheben, da nur Die eüizc.ncn Gewerbe tteioenven als Kläger auf treten können. Ter gellend zu maaende .ochad.n muß als durch die miwah.c bicLame nachgewieseu fein und well Die» nicht geschehen in, fei die Straiuage unzulässig. Tiefes Er­kenntnis wurde Don Der Strafkammer auf Äeruiung der Ltaats- anwaltschail einer Reoisiou unter»ogen. Wenn fich auai die Strafkammer diesen llusiuhmngen nicht olischließen lonnte, ,o verwarf sie doch Di: Berufung der Staatsanwaltschaft, da weder festgestellt ist, daß faJtoe Angaben gemocht worden linb, noch eine höhere Preisbemesfung der aageootenen War: erfolgt ist.

Ein treuer Helfer.

Gelegenllich b:r --- . -er Treichmafchine zu Torf- Güll hat der TagStznLX Heuiruh Roth von Liiengsdera einem

unerfreuliches Bild.

Die Gehöfte mit Viehbestand und die viehbesitzenbeu Haushaltungen sind im Jahre 1802 nach den gleichen Gesichtspunkten rote im Jahre 1906 uorgenommen worben. Im Jahre 1906 wurden ermittelt:

] 677 u97 Gehöfte überhaupt gegen 3 498 845 im Jahre 19o2 2 Ö82 951 mit Viehbestand 2 477 63a , 19Oo

3287 9r>3 oiehbesitzende Haushaltungen , 8154121 . 1903

VU10 Hal auch hier Die Landwirtschaft erfreultchir- rocife eine aufwärtsschreitende Entwickelung naiuent- l ch bei den viehbesitzenden Haushaltungen zu verzeichnen; ob fit aber im richtigen Verhältnis zur Zunahme der Bevölkerung f.eht, läßt sich natürlich auö den Angaben nicht ersehen. Cbig. Zahlen lönnen unS nicht über die Tatsache hmwegtäuschen, daß trotz der Steigerung in der Viehprobuktlon im vorigen Jahre eine Fleischteuerung bestanden hat. Es t|t als eine sehr erfreuliche Wendung zu begrüßen, wenn die Land- wirtschaft sich nach und nach entschließt, ihr Hauptziel auf eine Steigerung der Tierproduktion ju legen, nachdem die konsumierenden Klassen, darunter nicht jum mindesten die schwer betroffene Arbeiterbevölkerung, die Cpfcr der schon mehrere Jahre hintereinander aufgetretenen

Tiebstahl am Weihnachtsabend.

Der Mepgergeselle L. B. von .Lruiz meb fick bettelnb Vogelsberg herum. Am Weihnachtsabend eriduen er auf dem Postamt in Gedern und erfumte einen schulten. Den Poslverwaller, mit dem er angeblich Den Feldzug 70/71 mitgemaeft Halen wollte, um em Limosen ju_ biucn. mbem er einen lüliü'cn 'tarnen angab. AlS sich der (SchälTt entiexnt haitr. nahm er em am ecf,alter liegendes Euimarkstück und verschwand damu. Trotzvem das Geldstück bei ihm gciunden worden ist. leugnete er Die Tat. Aui die Frage, wesyalb er das Almosen nicht abgewartet habe, gab er an, die Dcchnachlsglocken hatten ui d.m Plowent zu läuten begonnen, dies habe ihn so ergriffen, daß er zur Kirche eden mußte. Seine Ltraflifre weist Strafen aus fast allen Deutschen Staaten auf. Darunter längere Zucht > auSstrafen wegen Raubes. Degen des einfachen Diebstahls un Rückfall erhielt er neun Monate Gefängnis und wegen Bc.t ln5 sechs 'Wochen Last, worauf drei Äo^stii llluerfuchung-. hast ungerechnet weiden: weiter wurden ihm die bukgerlichen c.lrenre^ae auf fünf Jahre aOeriannt und cs erfolgte^ wieder- h.llr Zulaifigleit Der Polizeiaufsicht. Aach der Strasver dußung wird er der LandeSvolizeibehörde zwecks Internierung in ein" Arbeitshaus überwiesen.

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öermifd^tes»

T ic Lronprinzessin ... -1.. e a lS«T aner in. Gine lange Reihe von Jahren hmDura, 'ehlle es dem Berliner ^oje, so ' chreibt man uns aus ter llieichsHauptstadt, an tanzenden, lungen Prinzessinnen. Tie Hofbälle ir j.cei' - h-r regelmäßig von einem Der Bortanzer mit einer bet .00iDamen der Aziqerin eröffnet. Jetzt ist D.e llronprtnzenu-. Cäcilie Die entc tanzende Tarne des Hofes. Tie .'arnveinzessm .st eine große Freunbm des Tanzes ura) zugletoi eine Sortrefflüi;: Töuzerm. Ta die Wllttcr'atfon fick, diesmal nur aur wen.ge Lochen zufamme«- drängt, <o tanzt die Berliner Hoigesellfchai. gegenwärtig Abend für Abend, uns Ine Ausdauer, mit Der die Kronprinzen in itch dem Vergnügen oes Tanzes hingiot. ist der beste Beweis für dir ausgezeiamete Gesundhci:,' Der sie 11a; erireut Fhru früher säst überzarte Gestatt hat iuu feit ihrer Mullen'chan zu etwas vollerer, fraulichen Anmut entwickell. Hierbei mag erwähnt wcroen. daß bic Gerüchte, in der Jan1 ic des Kronprinzen >ehc man einem zweiten freudigen Greignstie entgegen, feuer Begründung entbehren Auch L-l llronprinz und feine Br Der tanzen leidenschaiuicli gern und tanzen gut. So bieten bie Berliner 4)31 balle jest ein oelebute.-

- ncrDcn, Da: ist alle Tvaollun, ueas mit einem Lalzer eröiinet, uno sie schließen mit einer Art von Polonaifc, wobei fim.^che Paare an Den fauerhepen Säten vorüberziehen und ihnen mit einer tiefen Ser: gung den xanT jux Die sZieuoen des Abends abstatten.

- Lortanzer bei Ho. e. Ter dauer Hai, wie nun uns aus Berlin miueut. ,u Zortänzern tut d.c Dieejahngen Hofsesie die Toerleulliants Graf von Pt eil und Klein vH* guih vom Regiment Der Gardes du Gorps und Ära! Lend zu vsulcnburg vom 1. Cüarberegiment zu Fuß bestimmck Grat Psell ubte des Amt als Brrilltzer ichon tat nergangenrn Tontet. L>raf Culenfcurg tritt c 1 bic Srelle feines jleguncm?! ur. .^oen. dcs £oetuutnant3 ran £ i e 11 e und 53il 12 - .. v emr ,. ;g.:c Tohn des Lberh. mar -,0-is Gr. i Auguu *a kiuienuarg.

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fleischteuerung tragen mußten.

Leider lassen sich nickst die statistischen Erhebungen so durch» führen, daß daraus .auch z. B. die vierteljährlichen Schwank ungen in der Zahl der teilen Schlac/sttiere ersehen werden konnten. ! sich diese Schwankungen bei den S^.-veilien in wellen Grenzen hewegen, ist zweifellos und erklärt das Hinausichnellen der Fleisch- vrcise in den gleichen Zahreszeiten. Ein Schwein ist im Alter oon ca. 11 Monaten schlachtreif. Wun wird aber fast allgemein so bei dem Einlegen Der Schweine verfahren, daß zurzell Der I geringsten Futtervorrüte Die Stallungen am sckstväck'.stcn besetzt I sind. Stabile Verhältnisse können in dieser Hinsicht bei Den I Zöllen, die auf dem Import der Fmtcrmlltel lasten, schlechterdings I nicht erzielt werden, und die Folge ist, daß bei unser er derzeitigen agrarischen Zollpolitik die Fleisch- I teucrungen eine a111ähxlich sicher Wiederkehr

inii'lllAe ?.ninhfn & llcftunbrn In 8vrcifn lAiiertfllen'Prit!(Vl?t)reri Ru erfrnncn Vlcbigltr,

Gießener Anzeiger

Gmeral-Ayzeiger für Oderhessen

- - 4,13 -

ist sonach außerordentlich günstig,

Der falsche Llabsarzt.

(Unberee.i gtir j'Dru-a verboten.'!

S. u. L. M ü n ch e n, 28. Zan.

Vox dem hiesigen Obelktiegsgericht gelangte Die Affäre des !Nischen Stabsarztes zur geria}tiia)en Erörterung, die ein Seiten- 'i zu dem Auftreten des falschen Lauptmanns bvn stöpenick caustellt. Auf der Anklagebank saß der Sanitäts-Unter-

Vergehen gegen die Gewerbeordnung.

Tex Händlerin A. von Dobenhausen ging wegen Vergebens gegen die Gewerbeordnung em Straf beicht über Drei 'Mark zu, weil sie entgegen einer bollzeiveruxd* iiuug nach 11 llhr nachts noch Waren auf her xirchweche zu Weckettznm fellhElt und verkaufte, trotzdem sie von der Polizei 5um Sostießen ihres Standes auigeprDert worden war. Gegen oas ihren Einspruch verwertende llrtenntnis des Schöifeugeriruts erhob ne Veruiung. Nachdem sie belehrt worden war, daß nad) einer CnliC.aDung De. Strallarnrner Gelvcrbetreivende verp,lichter icien, sich über die einschiägig<m Gesetzesbestimmungen zu orieL- ticren, zog sie ihre Berufung zurück.

Eine Automobllsahtt.

Dr. jur. 3. v B. von Benur civi-u einen Strafbefehl über 10 üJlL, well er mit feinem Automobil, daS er sechst Zettete, im ichue.ien Tempi zu Bad-Nauheim hinabgefahren in. lir ertzvb Wideripruch and bestritt, wie auch fein Cbauricur, Daß er io fibneil gestchren ist, wie '.hm zur Last gelegt wird. Einige Rutscher I)allcn fick' nämlich beichw-ert, daß fic schleunigst unter Baume yaoen ausweichen mässen, um einen Zusammenstotz zu vermeiden, sodaß die Fahr- gäite schimpften. Tas Scho sengericht verwarf seinen Einspruch, mb cm es auchiihrt-, es fei nicht zu verkennen, Datz in Lutscher trcil'ui eine gewisie Animosität gegen Die Aritomo bi Ibesitzer herr,chi, doch mußte es Den beeidigten 11. Magen Der drc. Jeugen Giauöen schcnecn. Weil et zeig.' bic tätliche Erfahrung. oaß^Automobll. hrer bei näherem Berllautiein mit dem beliebten ^oort denen Gefahren weniger beachten und gegen ihre Bedemung abgestumpft zu werden pslegcn. Tiesec von oem Anßellagteii und der Staats' üiuaaLticbait angefochtene Urteil fc.ll» feine Bestätigung. Ein Anlaß, dem Anträge der Staatsanwallfmast geniäß. Die Strafe zu erhöhen, lag nicht vor, da ein Unfall nicht cingctrcttii ist.

Wrgeu Tierquälerei sreigesproche».

(Hegen Don jugenbllchen u-ugiui} <1 ?..Uc von ö 0 m berg erging wegen aierauälcrci ein Sixafbesehl über 20 Mk., rveii er das strerd seines Tienstherrn Derart an trieb, daß eS triefend naß, stark zitternd und 'u>wer aimenD zu Äauie eüuraf, >coa6 Der Tiensthcrr Aergernis Daran nahm. 2er vom Bau r des Angellagten erfpbenc Einspruch wuroe vorn Schöitengerickit mll der Begründung verworfen, daß nach der Rechtsprechung ichon dann eine Tierquälerei Dorncgt, wenn Dem Tier em toroer* 1 ich es Mißbehagen bereitet wird, wenn der Wortlaut ix.-:- Gesetzes auch boshartes £,uälcn und Aerger.iis erregende Uti.^uDLunf 0erlangt. 2uC Strafe wurde so doch bemefici., well der An­geklagte als äußerst roher Aicensch bcLannt sei, dcl bereue wegen Tierquälerei bestraft ist. Tas von dem Angeklagten bezw. dessen Bater angefochtene Urteil wurde aufgehoben unb auf Fr«^ predjung erkannt, da nad) den Aussagen der Zeugen^ in Der Berufungsinstanz, die im wesentlichen von Denjenigen d.o Schössen gcrichts abweichen, eine Tierauälerei nicht nach ge­wiesen ist.

Tie Fahrt über fremde Wiefen.

Dem Müller . von bn Sommers:: r h.c bei .y a r b a ai gurg ein Srrasbefehl über 1 Mk. zu, weil er nach Ansicht oe-o Fell'ckutzperfonals unbefugt über > remDe Wiesen g al>ren ist. er o,hob Wider.pruch und behauptete, da.' Riecht stehe ihm 5_l; cs sei ein altes Recht, das schon vier Generationen ausübieo. Tie angebotenen Be.. i>e reu .n am Schö'iengericht nicht aus, weshalb sein Einspruch zurückgewiesen wurde. Aus feine Be^ rafuug kam Die Straf lammet ,um F r c 1' p r a- , Da, bem "2üi- geüagten nicht nasizuweisen war, daß er im Bewußyein der Rechtswidrigkeit gehandelt hat. Tie Frage, ob ihm «n Liecht zusteht ifc:i mal, wurde niait beruhe.

nie nimmt noch Sliinbcn K an. LI lnEchrnidt,Zieitnrotcb I fällst suckl flchmito:' »»1II nerrT5inlnr, ; ffehenina m beir, iliaicrlitnebotrunttr(Ts Icnencr Aweinet erbrir. stde einer Dame, bie fii . Venrerlunenermnen dz In «den bicfüeil ilüdit? id)t erteilen* Zchstst?!- "07 a. b. Clleh. riny e-:

Offizier St ar 1 Schulz unter der Beschuldigung, in der Uniform eine- Stabsarztes eine große Anzahl Frauen und junger Mädchen körperlich unter- sucht und sich Damit ein öfsent.icheS Amt angemaßt unb eine 14m nicht -ust-ölende llniwrm triderrechllich getragen zu haben.

Im Lugust d. I. mußten sich zahlreiche Militär-Pensionsilen, ne um eine Anstellung, bczw. um Erhöhung ihrer Pension eingetommen waren, auf bem hiesigen Bezirkstommando ern:r ärztlichen Unteifuchung unterziehen. Jedesmal nun, wenn einer biefer Leute das Ticnstgebäude verlassen wollte, trat Schul; an sie heran mit Der Frage, ob sie Frauen, Schwestern oder sonstige weibliche Astiverwanoten hätten. Ten Leuten, die diese Frage bc;aj! -n befahl er. ihre Angehörigen glei<r. ail» zum oecke in D'v Be>ir -.'tommando zu sipicken würdigerweiie folgten sämtliche b.efer Anordnung, und so erfüllen im Lause der nächsten Tage im Bc^rtLkomuiando eine 2lnzahl Frauen und MadcvLN, bie nach Schulz fragten unb von Den Lrdonuanzen ui das Zimmer deS Angeklagten geschiat wurden. Lier empfing (ic ber Angellagtc in der Uniform eines Stabs­arztes, such-te fich bic häbichesten aus und ließ Diese sich ent- 1 f c 1 b c il Tie Fxai.cn und M.' -; tarnen di-ier Lus . rderung Li)iic jdKit Arg nach, da sie D;r Ueberzeugung waren, es mit einem Ltab-^axzt zu tun zu y wen. Auu, ars einige von ihnen

feiten bCiüiiigt wurden, wagten sie leine ibibcrrcD., loe-. man ihnen ia zu Saufe elligeschärft Halle, daß von ihrer Unter cozw. eine Einstellung abhängig gemaa,i würde. AIS eine De; untersuchten Frauen Daheim Besa.^-erDe lührtc, beruhigten sie u',rc Ange^rigen sogar nut bem ^inimjc Daraut, Datz D.^mi not,, ein Geling.,l ü<r bei oem Bezirll ommirndv eingereicht.n 'la.tmii außer Zlmi^i stehe. Erst als D r in Bettacht Lmmatbc .ir.cger feine Lnlloort aur sein Bittgesuch erhieu, machte er |iJ) eines Tages aus und verlangte un Lrezi^ksrummando Den Diensttuende Stabsarzt zu stechen. Tiefer glaubte zunächst, einen Zrrswn .\n uar fich zu Ifobea, weil Der croufre Eh.mann ch 1 m.t bi mguw.r '.jlicne sragxe, wie et dazu gekommen iei, feine Frau za aitaaiersit, ohne Daß Die verspwchene Pensioiiverhohang bcmuluji worden fei. Ars der Scann Dann Darau» verwies. Daß andere Lamcraden, die ihre w^ib.iLsen Angehörigen ebenfalls zur ar.t-ichen llxd.x> luchung eutfantr hallen, euemalls ohne eine Antwort aur ihre wünsche geblieben seien, meldete er Die Sache feiner vorgesetzten Behörde, und diese ermittelte bald in Der Person des Schutz Den falschen Stabsarzt. , .

In der er|ten Belhandüuig gab bieier sich Den Amchein, als er Die Untersuchungen nur aus wisienscha.llichem Interesw vorge.iommcn hab', well er später zum Lazarelldieiist ücerrreten wollte. Ta auch Die geladenen Zeuginnen au§ begreiflicher Scheu mit ihren Angaben über das Vorgehen Des Angetlagten n.hr zurückhielten, so nahm das Kriegsgericht der 1. Division nur das unerlaubte Tragen einer Dem Angeklagten nicht zu- stehenden Unijovm, sowie Die mehrfache Anmaßung ein.-5 öffent­lichen Avttes an und verurteilte ihn zu insgesamt acht Mo­naten Gefängnis und Degradation.

Gegen dieses Urteil legte ledoch bei Angeklagte Revision uUi uub in ber gegenwärtigeii Verhandlung vor Dem £bei> briegsgericht wurden Die untersuchten Frauen so redselig, daß der Angeklagte schließlich erllltte, er habe Die ihm zur Last gelegten Taten ui Bewußtlosigkeit begangen. Soweit er sich aberyaupt auf bie Vorgänge erinnern könne, habe er damals lubigiid) fest stellen wollen, welche Veränderungen die inneren Or­gane drs JDeibliajen Äwrpers durch das ^orsettragen erhielten.

Ter l)üi5ugc,<genc .tri j c Sackcherstäntz 3- konnte jedoch an dem Angcllagien feine Spur eines abnormen Ge'ineszuttandcs feftfülleii unb so ließ bas OberkciegSgencht bas erstnchter- 1 iche Urteil bejtcljcn, indem es in feiner Begründung ausiuhrte, Dag ber Angeklagte bie Untersuchungen Djrgenommcn habe, um ieüic Sinnlichteu zu bcixicDigen. Angenchts 1 einer niedrigen iuib gernellige.(.ch..'.chen Gesinnung enchellie Die Ella- iegung der Berufung du ...tu srivol unb nur bem Umstande, datz Der Angeklagte allein unp nicht auch der GerichtSherr Berufung einlcgte, habe Dieter eS zu verdanken, daß nicht auf eine höhere Strafe e r I a n n. werden tonnte.

öspiz.i*

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1 llm ständen der Fall ist.

Fragen wir aber einmal, w 1 e stehtes mit b er Begrün» I lang Der Sverrmaßregeln gegen Den Schlacht» 1. aieh-Zmport zu Zeiten der Fleischteuerung ? Sind Die Seuchengefahren wirklich so groß, wie E aie Agrarier behaupten? Fachmänner werben uns bc- läitgen, daß in dieser Beziehung Schlaa tricre ganz anders aii y Äufttiere zu beurteilen sind Eine Einfuhr bei letzteren würde aurdj Lerfchlepoen von Leuten des Auslandes unsere Viehbestände pveifellos auf das Allerbebenllichste schädigen unb dem Mark ber | Kation empfindliche Wunden schlagen.

Ganz anders ist der Import von Schtachl- V ticren zu beurteilen Für diese ist uns die Prog'.ichkell I eg eben, sie in anuua) Deriiegelten und übermaa.en Aohnwagen I. Don ber Reichsgrenze direkt nach Den Schlachthöfen ber Groß­städte so zu ttansportieren, daß aucy nicht Die geringste Berührung mit unserem Zuchtvieh und eine Berseua ung desselben in Frage i kommt.

Was sagte aber Verr Kohler, als im vorigen Fahre id ic Fleischreuerung ihre bedenklichste döhe erreicht hatte? Er forderte, bic Grenzen sollten rrst recht fest geschloffen bleiben, leugnete Die Diot Der ilonfumenicn ; mb beschuldigte bie ZwEchenhändler als bie einzige llrsachc (!) ; btt unerschwinglichen Fleischpreise.

Wir billigen ein dauerndes Verbot der Euimhr von Zuchttieren tic Erhallung eines seuchesreicn Bie!'?estandcs im Interesse Der S Londwirtschaft und Des Wohles ber Allgemeinhell. Dagegen

toten "wtf

ber ßitficr Strafte. 3

Arbeiter den Neifekvfier aufgrdrockreii und tgm außer Lleidungs- tücken ein Portemonnaie mit 2 Mk. entwendEr trat ipaicr bei c stiem hiejigen Ctloxim in Dienst ;;nb ftahi ein cm Mitarbeiter bie Papiere unb ein Paar Schuhe. Wegen eines schweren und einfachen Tiebstak'fs erhielt er ein Jahr und -wer Mo­nate Gefängnis

renbe Erscheinung sein werden.

Tas feudale Junkertum, welches rücksichtslos seine Machtstellung in bet Politik ausnutzt, sorgt, daß tu biefer Hinsicht sobald lein Wandel geschaffen wird, eS ist der Feind eines leglichen Importes von Futtermitteln, Fleisch ober Lieh.

I Die Fnterefsen des Kleinbauern dagegen liegen wieder ganz anders als Die Der Großgrundbesitzer. Tie Gelegenheit eines billigen Bezuges von Futtermitteln würde I Dem kleinen Gutsbesitzer eine ganz andere Älöglfchkeit für eine ersprießliche Beteiligung an der Tierproduktion geben und ihm J »ine rationellere Wirtschaft sichern, als das nach den obwaltenden