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30.7.1907 Erstes Blatt
 
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ar ine sind denn auch mit

Nüftungen der en

Versprechen gemäß .auf der Haager Konferenz den vielkommen­tierten Abrüstungsantrag einzubringen.

nweit Mentone, die übrige Zeit verbringt sie zumeist auf Leisen.

Bekanntlich hat sie ku-z nach dem Kriege von 1870/71 och mehrmals Versuche gemacht, wieder eine politische Rolle u spielen, trotzdem sie eigentlich gewarnt sein mußte. Da e großen Anteil an dem für Frankreich unglücklichen Kriege ifltre, wäre es auch recht sonderbar gewesen, sie in ihre )eimat zurückkommen zu lassen. Nach den ersten vergeblichen -ersuchen zog sie sich denn auch vollständig ins Privatleben urück und hatte sich, soweit bekannt ist, nicht wieder nn Ve­rödungen beteiligt, die auf die Wiedereinführung eines aiferlichen Regimes in Frankreich hingezielt haben. Weder ig eS in ihrer Absicht, einen Teil ihres beträchtlichen Ver- wgenS für den in Brüssel ansässigen Prinzen Viktor Napoleon ii opfern, noch nahm sie Anteil an dem Boulanger-Rummel; uch während der Dreyfusaffäre wollte sie von der cmti- .'vublikanifchen Bewegung nichts wissen. Es ist bewunderns­wert, wie diese Frau, die in ihrem langen Leben soviel durch- cmacht hat, trotz aller Schicksalsschläge noch jetzt im hohen lltec grüße Reisen unternimmt und eifrig an allen Tages- reignisseu, wenn auch in ihrer Zuu'ickgezogenhell, Anteil immt.

Weit schmerzlicher als der Verlust dec Krone war für e d^r Tod ihres einzigen Sohnes im Jahre 1879. Prinz ulu weilte damals als englischer Offizier in Südafrika und el dort durch den Speer eines Zulukriegers auf einem Rekog- oszier'.mgsritt. Vielleicht hatte sie doch noch Hoffnungen, ihr Sprößling einst Kaiser von Frankreich werden könnte, och läßt sich Bestimmtes hierüber nicht behaupten. ' Jedcn- ills stchi jo viel fest, das; sie seit dem Tage, an dem sie die

( Aie Heutige Dummer umfaßt 10 Seiten-

Kaiser WiHelm und ^Kaiserin ßugrn^-

Aus Bergen kommt die intereffantr Nachricht, daß der msec am SanMag der Witwe Napoleons III. einen ingeren Besuch cüuf ihrer Jacht abgestattet hat. E§ ist nicht ! erste Mal, daß Kaiser Wilhelm der französischen Ex- nserin gegenübetrgestanden hat, denn bereits vor 14 Jahren alte er gelegeniLich eines Besuches in England mit ihr eine lnterredung. Damals fiel es besonders auf, daß der Kaiser u Ehren der ehemaligen Beherrscherin des französischen aiserreiches englische Uniform angelegt hatte. Wie feiner* der erste Besuch, hat auch dieses Mal das Zusammen- -effen in Paris; großes Aufsehen hervorgerufen und die anzöfische Preffe beschäftigt sich sehr angelegentlich, wie sie 3 überhaupt so gern tut, mit unserem Kaiser. Selbst- crständfich hat die Unterredung in Bergen keinen politischen >harakter, den«, die Exkaiserin Eugenie ist lediglich Privat- erson. Seit ihrer Flucht aus Paris, zwei Tage nach der rchlacht von Sedan, lebt sie im Exil und hält sich nur ein* is zweimal im Jahre auf kurze Zeit in Paris auf, wo sie n Hotel Continental, dem Tuileciengarten gegenüber, ab- eigt und den Platz überblicken kann, auf dem ihr ehemaliges 5chloß vor dem deutsch-französischen Kriege gestanden hat. binen großen Teil des Jahres verlebt die jetzt 81jährige iaiserm in ihrer Villa am Kap St. Martin an der Riviera

tzm lustiges Unkraut unter dem Weizen.

Ettiige Wochen vor bem Beginn der Dreijahrhundertfeier uferet Ludoviciana traf bei Professoren und Beamten der Universität das Warnungsschreiben des Allgemeinen deutschen >entr^iK>erbaiwes zur Bekämpfung des Alkoholismus ein, das uteib; in Nr. 169 vom 22. Juli desGieß. Anz." abgedruckt iurde..

die Staatsrcgierung. Der oben zitierte, uns etwas unangenehme Professor behauptete sogar, er müsse es ganz und gar bezweifeln, daß dem Zentralverb and zur Bekämpfung des Alkoholismus unbekannt sei, daß keiner der Adressaten den Altoholgenuß emp­fehle oder dazu ermuntere, weil längst jeder Universiiätsdozent die Studenten viel besser als derAbstinententag" über den Schaden des Alkoholgenusses aufkläre und die llniversitüts- lehrer durch Enthaltung von alkoholischen Getränken sich selbst vor Schaden bewahren und mit ihrenl Beispiel vorangehen. Umso mehr halte er es für eine Torheit, die die Narrenkappe ver­diente, mit Kapuzinerpredigten bei studentischen Festlichkeiten auf­zutreten.

Er behauptete, man könne demZentralverbande" ganz andere positive Aufgabe empfehlen, deren Nichterfüllung seinem Ziele täglich entgegenarbeitet.

1. sollte der Zentralverband, statt Proteste zu drucken, einmal für einen preiswürdigen und trinkbaren Ersatz der alkoholischen Getränke sorgen. Die alkoholfreien Getränke des Handels sind sämtlich abscheiiliche Flüssigkeiten, deren Fabrikation nichts beablichtigt, als sich auf Kosten wohlmeinender Menschen zu bereichern, -r le Schlechtigkeit, Unbekömmlichkeit und der erstaunliche Preis dieser edleri Gemische unbekannter Zusammensetzung lind Ursache, dag viele wieder zu dem besserli uiid billigern alkoholischen Getränken zurückkehreii. ... <

2. Der Zentralverband sorge dafür, daß nicht blos aus den Akademien, sondern auch anderswo Freiheit in Trmksitten herrsche. Warum protestiert er nicht dagegen, daß ment in den großen Hotels der Sommerfrischen, wo sich Körper und Geist erholen soll, gezwungen wird, täglich ein anständiges Quantum alkoholischer Getränke zu vertilgen. Hier ist nicht, wie bei einem Feste em idealer Nebnnzweck vorhanden, sondern blos der reale Gewinn der Wirte die Triebfeder. Wenn man 6 Wochen gezwungen wird gute, wenn auch schädliche alkoholische Getränke zu genießen, dann gewöhnt sich inancher die alkoholfreien Tisanen wieder ab.

Diese Rügen erscheinen nicht unberechtigt, aber man müßte wohl fragen, hat denn der Zentralverband nicht längst diese Mängel abgestellt? was tut er denn eigentlich? (schimpfen! die Red.) Soviel ist sicher, daß in der Alkoholfrage nur Erfolg zu erwarten ist, wenn man dem Satze, das Bessere ist der Feind des Guten, genügt. Hier lvird es Wahrheit:

Tas Gute, dieser Satz steht fest, Ist stets das Böse, das man läßt.

Der Himmel bewahre uns aber vor den Verhältnissen ameri­kanischer Tempkrenzstädte, denen der Zentralverband offenbar zustrebt. Wir bitten und alle beim Abschiedsfrühschoppen geleerte Selterswasserflaschen zu überlassen, die dem Zentralverband als unwiderleglicher Beweis für den Vortritt der Ludoviciana bet Bekämpfung allerKrebsschäden* zugewandt werden sollen. So würde uns Onkel Franziskus, Tante Ottilie und Tante Gertrud doch nicht glauben. ®in Privat-Abstinent.

Wie man in China und Indien hohen Gästen zu Ehren eine Hinrichtung vorführt, so hätte man einen rodensteinischen Enkel durch einen Abstinenten niedertrmken lassen sollen. Das wäre eine hübsche Nummer mit moralischem Schlußeffekt gewesen. Aber es ist zu spät. Kein Abstinent könnte sich jetzt noch ordentlich im Wassertrinken trainieren und leider ist die Gegenpartei immer trainiert. Hütte nur der Zentralverband wenigstens seine Epistel in Versen verfaßt. Man hätte sie daun in das. Kommers­liederbuch mit ausgenommen, und sie hätte zur Hebung der studentischen Fidelität und Moral in gleicher Weise beigetragen. Der Zentralverband hätte sogar noch die Aussicht gehabt, den für das beste Kommerslied ausgesetzten Preis von 20 Fla­schen Selterswasser - zu gewinnen.

Ein Professor, den wir allerdings nicht für ganz objektiv halten, weil wir ihn schon einmal bei O r t e n b a ch in Wetzlar getroffen haben, verfocht Meinungen, die wir hier zwar wieder­geben, aber natürlich, ohne sie anzuerkennen. Er meinte, der Zentralverband habe seine Besugnis als Verein doch ganz wesent- lich überschritten und schade einer guten-, Sache, indem er sie selbst der Lächerlichkeit überliefere. Denn er Coerde lebhaft bei dieser Gelegenheit an eine Bestimmung des alten Bonner Sta­tuts erinnert, wonach es den Studenten streng untersagt war, sich bei Hochzeiten und Festen einzudrängen, eine Bestimmung, deren Auffrischung er dem Zentralverbande für seine Statuten >....pfähl. Wir teilen diese Ansichten natürlich nicht! (Aber wir: D. Red.) Doch möchten auch wir noch bescheiden ftagen, ton «un gerade Gießen in dieser Predigt (Kapuzinerpredigt! D. Reo.) so scharf ermahnt wird. Gießen! welches den genialen Erfinder des Flestch- extraktes, dieser Himmelsgabe für Abstinenten, als Symbol der Mäßigkeit anführen kann.

Allerdings wollen wir das etwas verdächtige WortKom­mers" nicht totschweigen. Aber die Kommerse in Gießen be­deuten wesentlich eine alte Form fröhlicher Geselligkeit und nie­mals eineOffizielle Anerkennung akademischer Trinksitten". Diese Ateinung des Zentralveroandes kommt lvohl daher, daß er noch die älteste Auflage des Konversatwnslexikons benutzt. Auch der Kommers ist schonumgewertet". Du weißt es, Bacchos, Göttlicher! daß unsere Studenten gar nicht alle Wem urid Bier trinken. Tu sahst es, vielleicht mit Mißfallen, daß schon Korporationsstudenten bei ihren Kneipen Mineralwasser schlürfen. Aber wie du auch darüber denken magst, hilf uns voll görtlicher Gerechtigkeit und ' bestätige, daß wir niemals Alkohol" tranken, nicht einmal schwedischen Punsch, wie in Hamburg und Bremen, dem Sitze des Zentralverbandes, bei Festen üblich! , , . . _

Ein großer Trost erwächst der Ludoviciana dadurch, daß der Vorwurf:Die Veranstalter der großen Jahrhundertfeier machen sich der Förderung des Alkoholismus schuldig!" sie eigent­lich gar nicht angeht. Der Zentralverband hat die an allen Post­anstalten angeschriebene Aufforderung:Richtige Adresse nicht vergessen!" nicht beachtet. Veranstalter der Dreijahrhundertseier find nickt die tefefforen und Bemnten der Universität, sondern.

Stöffel und die Soldaten.

Die ZeitungRussij" erzählt von einer Episode, welche das Verhältnis von Stössel zu den Soldaten charakterisiert:

,Mich interessierte immer bu Frage, tote verhält sich Stössel zu den Soldaten? Mehrere meiner Gespräche mit den Soldaten ergaben, daß Stössel geschickt mit ihnen zu kokettieren verstand. Er war immer bestlrebt vor der Fwnt sich alsguten", aber- strengen und gerechten General aufzuspielen, gekiinftelt schroff gegen die Offiziere, war er gekünstelt entgegenkommend gegenj)ie Soldaten, was ihm unter den Offizieren Haß und unter den Sol­daten eine Zeit lang gwße Popularität brachte. Er gab jict) dazu her, mit den ^Sowaten zu scherzen und einfach zu sein. Ich persönlich fühlte immer die falschen Noten heraus, sagte mein Gervahrsmann, aber die anderen Soldaten, welche immer von. ihren Vorgesetzten gefühllos, roh und brutal behandelt zu werden pflegten, glaubten an seine erkünstelte Gutmütigkeit.Er ist uns gutgesinnt, liebt und bedauert uns" behaupteten sie in der ersten. Zeit. Aber schließlich erkannten die Soldaten doch seine wahre Natur. Folgender Vorsall illustriert die Enttäuschung der Sol­daten: Eines Tages erschien Stössel in den Forts, als eine heftige Kanonade von den Japanern eröffnet wurde. Stössel befand sich unten mit einem Stabsoffizier, fern von jeder Gefahr. Ein schwer verwundeter Soldat, mit einem abgerissenen Beine, wurde hereingebracht. Ach, armer mit diesen Worten kam Stössel an ihn heran geben Sie ihm doch das Ehrenzeichen 4. Ranges, Kapitän! Ter Kapitän legte vorsichtig ein Georgband auf die Uniform des Unglücklichen. Aber plötzlich erhob^ sich der Ver­wunderte und schleuderte mit Gewjalt das Kreuz Stössel ins Ge­sicht, und überschüttete ihn mit einem Strom von schonuu'gs- losenften Beschuldigungen und Schimpfnwrten:Dein Kreuz, Be­trüger, habe ich nicht nötig. In mir trage ich mein Kreuz, welches du nicht verdienst!" so rief der Soldat, fiel in Ohn­macht und kam nicht wieder zu sich. Diese Szene machte auf, die Soldaten einen großen Eindruck. L-ie verstanden endlich, daß Stössel sie weder liebt, noch schont, wie es ihnen zu Anfang erschien. Stössel las beständig den Soldaten gefälschte Tele­gramme vor, in denen stand, daß Kuropatkin sich immer mit jedem Tage Port-Arthur nähere. Die Soldaten, lvelche an­fangs ihm blindlings glaubten, überzeugten sich endlich von der

einem solchen Vorschlag nicht in Einklang zu bringen. Deutsch­land hat sich deshalb auch rundweg gegen den Mrüstungsantrag ausgesprochen und wird sich vermutlich bei den im Haag zu erwartenden Debatten passiv verhalten. Der französische Be­vollmächtigte Burgeois hat eine ähnliche Formel wie die Eng­länder eingebracht und vermutlich werden auch noch andere An­träge zur Abrüstungsfrage eingebracht werden. Schließlich wird man sich auf eine Resolution einigen, die so diplomatisch ge­halten sein wird, daß sie^nichts besagt und Herr Campbelk- Bannermann wird sich im Stillen ins Fäustchen lachen. Schließ­lich werdeg diejenigen Recht behalten, die im Voraus die Kon­ferenz für recht überflüssig gehalten haben und man wird so­bald nicht wieder für die Wiederholung eines ähnlichen Schau­spiels eintreten können.

Privateigentums zur See, die Kriegserklärung und die Ein­schränkung der Rüstungen. Ten englischen Abrüstungs- Vorschlag scheint man als Schlußapotheose aufzuheben, um den Anschein zu ettoecken, als ob man in dieser wichtigen Frage in der Kommission sich nicht überstürzen wollte und ferner, um die Konferenz mit einem Brillantfeueriverk abzuschließen. Großen Illusionen braucht man sich in dieser Hinsicht durchaus nicht hinzugeben, denn man weiß längst, daß es Herrn Campvelb- Bannerman mtt der Abrüstung durchaus nicht ernst ist. Orc hat seinerzeit bei den Wahlen das englische Volk düpieren wollen und hat die Abrüftungsfrage a ls Agitationsmittel benutzt, um für die liberale Partei recht viel Stimmen zu fangen. Das ist ihm gelungen und nun konnte er natürlich nicht anders, als seinem

w«.*..®.. Erstes Blatt 157.Jahrgang Dienstag 30. Juli 1907

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S«i£ General-Anzeiger sür Gberheffen -ZW--

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ns vormittags io urnc. Rotationsdruck und veriag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Stemdnickerei. 8. Lange. Uedaftion, Expedition und vruckerei: Schulstratz« 7. ®;^e.6!JUtnibeIt

Es ist selbstverständlich, daß Rektor sogleich durch reitende ulboten den Engeren Senat zusammenrufen ließ, um darüber n beraten, wie bie Jahrhundertfeier der Universität dem Schrei­en anzupas,en oder ob sie ganz abzubeftellen sei. Denn die ^resjahrhund^rtfeier stimmt mit jedem öffentlichen und Fami- enjeste darin überein, daß man bei den schuldigen Bewirtunaen er zugereisten Gäste nicht glaubte, den Marktbrunnen zur Lo- hvng des Durstes zur Verfügung stellen zu dürfen, sondern 3cin zu kredenzen die feste Absicht hatte. Es geriet nun alles ls Wanken Die Senatsitzung dauerte bis 2 Uhr llachts (Sovrel rvs bekam:t, wird in den Sitzungen des Engeren Senats nichts, ijo auch kein Alkohol getrullken. D. Red.) Man kam zu ö: Ansicht, daß Aenderungen ganz unmöglich seien und daß antialiöholistische Knlturdokument zu spät emgetrofsen sei )ie Speisenfolge des Festmahls war gedruckt Man konnte meyt lehr die gefährlichen Weinsorten mit edlen Sprudelmarken uber- pucken. Auf telephonische Anfrage wurde gemeldet, daß der l.alzauszug des für den Kommers bestellten Bieres schon m allster, nicht mehr aufzuhaltender Gärung begriffen fei, .sodaß s unmöglich würde, den Kommers bei süßer, den Geist be- hwichtigender Klamme abgehalten. Aus den ^Vorschlag des Rer- -rs, trotz alledem das Fest im Interesse der Moral und des rastvotleii Fortbestandes des deutschen Volkes ganz allen zu issen, da nur das die in dem Schreiben gesorderteKon- mueuz" fein könne, entgegnete ein erfahrenes Mitglied des / ^nato, daß die Verhandlungen mit der vorgesetzten Behörde der di.se Frage voraussichtlich 6 Wochen dauenr wurden: Es lltstche dann die größere Gefahr, das; die Ehrengäste, um sich ie Beit zur Entscheidung zu vertreiben, viel, ach! viel rnehr llkohol zu fick nehmen würden, als in den drei vorgesehenen Ksttagen. Und toemt das Fest dann dochverfugt wurde, amt kämen diese drei Tage noch hinzu.

Kiit schucerzlichem Bedauern wurde also für unveränderte tbhattung des Festes gefttmmt. Die Professoren haben fich aber as Wort gegeben, das Fest mit dem Anschreiben m der Ta che u feiern und haben sich verpflichtet, keinerleiAkademische rinkfillen" zu dulden, namentlich weder untereinander noch h, StudentenBierjungen" zu trinken, und streng zu verbieten, die Fakultäten sich gegmsettig mitGanzen M die Dust nengen. Damit ist sicher t)ie 9* ^orge btä andes zur Bekämpfung oes Altoholismus (E. V.) beseitigt.

Wäre das Schreiben fiüher eingegangen, )o hatte man 11 Surne des Zentralverbandes eine Programmnummer zur Mütchen Verhöhnung . des WotzyliZmus emschieben toWV

Todesboischast erhielt, die Trauertleidung nicht wieder ab­gelegt hat. Nur selten wird ihr Name in der Oeffentlichkeit genannt und mancher Leser würde die einst so gefeierte Kaiserin längst für tot halten, wenn nicht zufällig, wie jetzt anläßlich des Besilches Kaiser Wilhelms, ihr Name durch die Zeitungen ginge. Ihre Verwandten sind fast alle tot und ihr Verkehr beschränkt sich auf eine ganz kleine Zahl von Intimen, zu denen auch die junge Königin von Spanien gehört, die sie, wie man bei der Verheiratung der Prinzessin Erna erfuhr, besonders protegiert hat. Kaiser Wilh-lut pflegt besonders auf seinen Nordlandsreisen zahlreiche Ausländer zu empfangen und zu besuchen, aber so interessant, wie seine Zusammenkunft mit der Kaiserin Eugenik dürften wohl wenige gewesen sein. Ueber den Inhalt dieser Unterredung wird wohl kaum etwas bekannt werden, aber es unterliegt gar feinem Zweifel, daß sie lediglich einen Höflichkeitsakt bedeutet. Da sie in Paris nur günstig beurteilt wird, kann sie auch die Annäheriing zwischen Deutschland und Frankreich fördern.

poiitNche Tagesschar».

Die Haager Friedenskonferenz.

Tie Vertreter von 47 Staaten sitzen nunmehr seit mehr als sechs Wochen im Haag und beraten in Kommissionen- und Unter­ausschüssen über die vielen Anträge, die von den Telegierten der einzelnen Mächte zu den auf der Tagesordnung stehenden Fvagen gestellt werden. Ab und zu liest man auch, daß wieder einmal eine Plenarsitzung ftattgefunden hat, aber auch dann werden lange Reden gehalten, ohne daß es zu festen Wmachungen kommt. Wie es heißt, soll Ende August, also bereits in vier Wochen die Konferenz geschlossen werden, man kann daher schon heute mit Bestimmtheit behaupten, daß ihr Resultat durchaus nicht dem großen Apparat entspricht, den man ins Werk gesetzt hat. Endgültig erledigt hat man bisher nur die Konvention über die Pflege der Kranken und Verwundeten im Seekriege, dank dem allseitig anerkannten Eifer und Fleiß der deutschen Delegierten, die einen sorgfältig durchgearbeiteten Entwurf vorgelegt haben. Wenn man bisher nicht mehr erreicht hat, so liegt das zum großen ereile daran, daß der Präsident der Friedenskonferenz für dieses Amt nicht die richtige Persönlichkeit ist. Nelidow ist sicherlich ein erfahrener Diplomat, denn er hat sich Jahrzehnte hindurch als russischer Botschafter in verschiedenen Ländern bewährt, aber das Präsidium im Haag wäre besser einem gewandten Parlamentarier, wie beispielsweise dem Fmnzosen Bourgeois, der sicherlich energischer und um­sichtiger die ganzen Geschäfte geführt hätte, übertragen worden. Es ist ja richtig, daß gewisse Rücksichten auf den Zaren als den Urheber der Friedenskonferenz genommen werden mußten, aber immerhin toiar es ein heute nicht mehr gut zu machender Fehler, den greisen Nelidow, dessen Stimme nicht einmal für den Sitzungs­saal ausreicht, auf den Präsidentenstuhl zu setzen. Unter dieser Mhrung ist es eben kein Wunder, daß die Kommissionen nicht vorwärts kommen, und daß infolgedessen nicht genügend Stoff für das Plenum vorhanden ist. Viel bemerkt wurde in der letzten Plenarsitzung die Rede des Freiherrn von Marschall über die obligatorische Schiedssprechung, wie denn überhaupt unser erster Delegierter nach übereinstimmenben Berichten das geistige Oberhaupt der Haager Konferenz ist. Herr von Marschall sprach sich grrindsätzlich für die obligatorische Schiedssprechung aus, lehnte aber einen obligatorischen Weltschiedsvertrag ab, selbst wenn es sich um rein juristische Fragen handelt und schied Kon­flikte rein politischer Natur aus. Ob man die Haager Kon­ferenz zum dauernden Schiedsgericht umwandeln wird, wie es geplant ist, bleibt noch abzuwarten. Die wichtigsten Anttäge, die in den Kommissionen noch beraten tverden, sind die über das Oberprisengericht, den Staatsbankerott, die BeHandlung^des