Ausgabe 
29.10.1907 Erstes Blatt
 
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Dienstag 2V. Oktober 1907

157* Jahrgang

Erstes Blatt

Nr. 254 erl»*"<ä«1 auütr Sonntag«.

Stuhl weder direkt noch indirekt in die Abberusung des Bischofs von Wilna, Barons von der Roop, aus der Diözese ein willigte.

Hans Rosen aus Livland. Professor Baron Alexander Meyendorf in Petersburg, Baron Hamilkar Fölkersahm aus

Aus StaSt und Land.

Gießen, 29. DH. 1907.

** Vom Großherz. Ho f. II. KK'. HH- der Groß^ Herzog und die Großherzogin begaben sich am Sonntag vor­mittag im Auto nach Mainz, um der Einweihung der restaurierten St. Johanniskirche beizuwohnen. Prinz Wal­demar von Preußen isr am Sonntag nachmittag von Jagd^ schloß Wolfsgarten abgereist. I. G. H Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Prinzessin Luise und dem Prinzen Ludwig Franz kehrten im Laufe des heutigen Montags Lnach Schloß Heiligenberg zurück. Der Großherzvg und die Großherzogin sowie Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen begaben sich am Montag nachmittag nach Schloß Heiligenberg und nehmen auf zwei Tage daselbst Wohnung.

** In Audienz empfan gen nmrde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Geh. Hofrat Prof. Dr. Hansen von Gießen, Hofbuchbinder L. Weitzel und Kaufmann W. Bube von Biidingen.

** Beig. Keller bestätigt. S. K. H. der Groß- Herzog haben der durch die Stadtverordnetenversamm-^ lung zu Gießen erfolgten Wahl des Gerichtsassessors Karl Keller aus Mainz zum besoldeten Beigeordneten der Provinzialhauptstadt Gießen die Bestätigung erteilt.

** Eine Abschiedsseier für General v. Lin­den au wird an einem der nächsten Tage abgehalten, werden. c

** Der neue Bezirkskommandeur v. Kno-^ belsdorff, Oberstlt. z. D. und zweiter Stabsoffizier beim Kommando des Landwehrbezirks Straßburg, zum Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen ernannt.

** Nationalliberaler Verein. Die außer» ordentliche Generalversammlung, die Vorschläge zur gemein­samen Kandidatenliste für die demnächst stattsindenden Stadtverordnetenwahlen festlegen soll, findet morgen, Mitt­woch, 9 Uhr pünktlich im Hinteren Saale des ,Löwen" statt. Gleichzeitig werden in dieser Bersaurmlung die ^Ver­treter auf dem diesjährigen Parteitag über die Verhäng langen in Wiesbaden Bericht erstatten.

** Der Au sschuß für die Beratung der Ver^ waltungsgesetze wird sich am nächsten Mittwoch unter dem Vorsitz des Präs. Haas mit der Weiterberatmrg der Städteordnung beschäftigen. Die Referenten für die Landgemeindeordnung, die Abg. Köhler mit) liebel arbeiten zurzeit einen Bericht aus, der die in den Aus- schußberatungen zum Ausdruck gekommenen Wünsche und Anträge übersichtlich gegenübereilt und diese näher erläutert

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Das Urteil im Prozeß Moltke-Harden.

Berlin, 29. Ott. (Priv. Telegr.) Im Prozeß Moltke-Harden wurde heute vormittag 10 Uhr das Urteil verkündigt. Harden wurde f r e i g c f p r o ch e n.

Das Gericht nahm an, daß die Artikel beleidigender Natur seien, aber es sei dem Beklagten der Wahr­heitsbeweis gelungen. Es sei sestgestellt, daß von Ntoltke homosexuell veranlagt sei, wenn er auch keine homosexuellen Handlungen begangen habe.

Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit hem hessischen Landwirt die (bWiui Kamillen. Hattet viermal in der Mche beigelegt und »weimal wöchentlich das Ulsblütt für den Kreis Äicften. Fernsprech-An- Icklubld. Redaktion 113 sserlag u. Expedition 61

Kurland. , r.

Petersburg, 29. Okt. Der Chef der russischen Ge­fängnisverwaltung in Petersburg, Staatsrat Maxi-- mowski wurde in seinem Arbeitszimmer von einer un­bekannten Frau durch sieben Schüsse getütet. Die <yrau wurde verhaftet . Die Täterin ist eine junge, elegante Dame die bei Maximowski als Bittstellerin erschienen war. Als man ihre Kleider durchsuchte, fand man bei ihr an der Brust einen Gummibeutel mit Dynamit, den sie wiederholt mit gebundenen Händen zur Explosion zu bringen versuchte. Sie handelte anscheinend rm Auftrage einer sozialrevolutionären Gruppe.

In Kasan drang die Polizei in die U n r- v ersität ein. 200 Studenten wurden verhaftet.

Rom, 28. Okt. ,/Osservatore Romano" erklärt, daß entgegen den ausgetauchten Gerüchten der Heilige

AtträEd.

Wien, 28. Okt. Nachdem das Befinden des Kai­sers anhaltend günstig ist, wird der Besuch des spanischen Wnigspaares zwischen dem 27. und 29. November er- olgen.

Haag, 29. Okt. Wie hier bekannt wird, wird die Kaiserjacht Hohenzollern bei ihrer Ankunft auf der Rhede von Ymuiden von drei deutschen Kriegsschiffen eskortiert werden.

Bern, 28. Okt. In allen Städten der Schweiz Vera- anstalteten die bürgerlichen Parteien heute große Kund­gebungen für das von den Sozialdemokraten hart angefochtene neue Wehrgesetz, das nächsten Sonntag zur Volksabstimmung kommt. In Zürich, wo Bundesrat Forrer, der Vorsteher des Militärwesens, eine Rede hielt, beteiligten sich an der Versammlung und dem Straßenumzug an 10 000 Bürger, in Bern 6000, in Sankt Gallen 8000, in Thun 3000, in Genf 2000, in Solothurn 1200. Die sozialistische Gegenkundgebung in Bern brachte kaum 2000 Männer auf; man hatte hier Zusammenstöße befürchtet, doch ist alles ruhig abgelaufen.

Christiania, 28. Okt. In dem heute abend ab­gehaltenen Staatsrat nahm der König die Demis- ionsgesuche des Ministerpräsidenten Mi­ch e l s e n, des Verteidigungsministers Olessen, des Kultus­ministers Dr. Ins en und des Justizniinisters Dr. Bothner an und nahm folgende Ernennungen vor: Der bis­herige Minister des Aeußern, Loevland, wurde unter Bei­behaltung des Portefeuilles als Minister des Aeußern zum Ministerpräsidenten, Rechtsanwalt Bredal zum Justiz­minister, Kapitän zur See Dawes zum Verteidigungs­minister, das Mitglied des Storthings, Bankdirektor Hal­vorsen, zum Finanzminister und der bisherige Finanz­minister Berge zum Kultusminister ernannt.

Paris, 28. Okt. Die Ankunft des spanischen Königspaares ersolgte heute vormittag 11 Uhr. Am Bahnhofe wurde das Königspaar von den Mitgliedern der spanischen Gesandtschaft und einem Vertreter des Prä­sidenten der Republik empfangen. Abends fand im Elysee ein großes Diner statt. Um 5 Uhr nachmittags empfing der König den früheren Präsidenten Loubet und dessen Gemahlin in Lcudienz. Die Audienz war von Loubet auf telegraphischem Wege vom König erbeten worden.

London, 28. Okt. DerDaily Telegraph" meldet aus Soeul, daß ein Aufstand der Koreaner sich über die nordwestlichen Provinzen von Korea ausdehnt. Es fanden eine Reihe von Kämpfen statt, wobei die Koreaner 1850 Tote und die japanischen Truppen 174 Tote hatten. Die japanischen Truppen unterdrücken den Aufstand mit großer Energie.

Das Wiener christlich-soziale Montagsblatt behauptet übrigens, daß die Wiener Polizei jcyon zur Zeit, als Eulenburg Botschafter in Men war, von dessen sittlichen Vergehungen gewußt hätte. Anderseits gibt dasselbe Blatt an, man sei in Men mit Eulenburg un­zufrieden gewesen, weil er sich durch Ratschläge, die er österreichischen Ministern gab, ininnerpolitischeVer- hältnisse eingemischt habe.

DerMatin" veröffentlicht, wie bereits telegraphisch mitgeteilt wurde, ein Interview mit dem e h e m a l i - gen Berliner Botschaftsrat Lecomte, der sich zurzeit auf Urlaub in Paris aufhält. Leeomte sagte: Ich i, über Wesen und Wirkungen der Konrurrenz-1 ^in erfreut, daß Sie mir Gelegenheit geben, mein Herz von äußern. Auch der preußische Handelsminister Empörung zu erleichtern, von der es überströmt. In " " ' -----meiner Karriere habe ich während 26 Jahren nur die Llch-

tung meiner Chefs genossen. Man hat von meiner beschleu­nigten Abreise von Berlin gesprochen. Die Wahrheit ist, daß ich sreiwillig bis zum Juni d. I. geblieben bin, obwohl meine Beförderung zum Gesandten mir erlaubte, den Posten im Januar zu verlassen. Leeonite erklärt dann weiter, er kenne Harden persönlich nicht und glaube auch nicht, daß er persönliche Gründe habe, ihm übel zu wollen. Er ver­mute, daß Harden unter fremdem Einfluß gehandelt habe. Aber man habe ja von der Entlassung Holsteins und von den Ereignissen, die diese Entlassung herbei führten, gehört. Da müsse man die Gründe für den gegenwärtigen Vorgang suchen. Jedermann wisse, daß die politischen Evolutionen, die seinen Rücktritt herbeigeführt hätten, dem Einfluß des Fürsten Eulenburo zuzujchreiben sind, dessen Freund Lecomte gewesen ist. Den Grafen Hohenau habe er zwei bis drei­mal höchstens gesehen. Was den Grafen Lynar betrifft, von deni so viel gesprochen werde, so habe er ihn niemals gesehen. Es sei ferner em Irrtum, zu sagen, daß Lecomte im vorigen Jahre durch den Fürsten Eulenburg dem Kaiser chorgestellt worden sei. Lecomte schloß, ich will sagen, daß ich nicht zu jenen gehöre, die ihre polittschen Gegner bc- ttinipsen, indem sie ihr Privatleben beschmutzen. Das wäre D , , glicht französisch. ...

scheu Verbandes kaufmännischer Vereine. Er will die Kon-1---------. - --

Die Angelegenheit Moltke-Harden.

Wie derHann. Cour." zu melden weiß, hat der Kaiser alsbald eine in s ch arf er Fo rm gehaltene Kabinettsordre ergehen lassen, die sich mit den im Prozeß hervorgetretenen Mißständen im Heere besaßt und eine Reihe strenger Verhaltungs-Vorschriften sür die verantwortlichen Regiments-Zbommandeure enthält. Die Kabinettsordve sei den Generalkommandos bereits am Samstag zugestellt worden.

Aür und wider die Konkurrenzklausel.

Eine Abänderung der auf die Konkurrenzklausel be- züaiicl-en Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (Art. 7476) 7st oon verschiedenen Seiten angeregt lvorden. Der Staats- sekretckr des ReickMjustiFamts Dr. Wteberi>ing erwähnte bc- ieib? im Zlpril d. I. im Reichstage, daß infolge mancher richt unbedenklicher Erscheinungen eine Revision der ein- jchlägigen Bestimmungen in Llussicht genommen worden sei. Die Regierungen der Bundesstaaten sind demgemäß aufge- sordert worden, über Wesen und Wirkungen der Konkurrenz- 1 Üausel sich zu , .. . ,

bat aii sämtliche Handelsvertrettmgen und Kaufmannsge- nchte ein Iiundschreiben gerichtet, um Auskunft darüber zu erhallen, in welchem Umfange gegenwärtig die Konkur- renckiausel i'iblich ist, namentlich auch den Handlungslehr-! fingen gegenüber, und welche Gründe fiir die Aufrecht-! crhaltung der Konkurreuzklausel auf der bisherigen Grund­lage sich etwa geltend machen ließen. Diesem Verlangen nach Aufklärung kommen die vom deutschen Handelstage gesammelten Berichte in eingehender Weise nach.

Während nämlich die Handelskammern für die Beibe- l-altung der Konkurrenzklausel mit aller Entschiedenheit eintreten und höchstens eine gewisse Abschwächung zuge­stehen wollen, wird im vollen Gegensatz hierzu von den Ver­einigungen, in welchen die Angestellten in der vorderen Reihe stehen, die Veseittgmig jeglicher Kvnkurrenzverbotc gesvrdert. In diesem Sinne verlangt beispielsweise das sozialpolitische Programm des Vereins deutscher Kaufleute die Ungültigkeit aller Verembarungen zwischen Prinzipal und Angestellten, durch die letztere in ihrer beruflichen Be­tätigung noch nach Beendigung ibres Dienstverhältnisses be­hindert werden könnten. Desgleichen petitioniert der Deutsch- nanonale Handlungsgehilfenverband beim Reichstag, daß die Anwendung der Konkurrenzklausel bedingungslos ver­boten werde. Weniger radikal lautet der Beschluß des beut»

VezugSpretSr monatlich 76 viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. oiertel- jahrl. ausjchl. Bestellg.

Zeilenoreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pfennig.

Berantwortlich v 9 tür den volttychen Teil:

«= General-Anjeiger für Gberhesfen WM

WSnummer «HtatfonzdruS und vrrlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und sreindrnckerrl. 8. Longe, «edattion, Expedition und Druckerei - Schuistrstzr r. Lnjetgenteil. Beck, bi« vormittags 1U Uhr. _____ - ------- ,, ,,

Lar anerkennet brauch ' Sachsen und die Schistahrtsabgabcu

nur auf die Höchstdauer eines Jahres und wenn das Jahres- Die sächsische zweite Kammer verhandelte gestern über gehalt des Angestellten den Betrag von 5000 Mark über- die v o n d e n Fr e is rn n i g e n ern g e b r a ch t e n t e r- steigt. Hierzu sei bemerkt, daß die Kaufmannsgerichte in pellation, in der die sächsische Regierung um Auskunft München und Frankfurt a. M. die geltenden Vorschriften des ersucht wird, welche Stellung sie in der Angelegen-

handelsgeseßbuches dahin einschränken wollen, daß die Kon- U1)u Preußen ersttebten Einführung von

hirrenzttausel unwirksam sein soll, wenn, der Abhilfe bei S^^?ahrtsabgaben im Bundesrat einzu- ber Beendigung des Dienstverhältnisses nrcyt mehr 3000 c u gedenke Die Interpellation wurde von dem Konkurrenzklausel vereinbart werden darf, auf ein Jahr die Emsuhrung von Schisfahrtsabgaben wendet. Dee Ae- ebgeturzt werden. Mit besonderer Schärfe hat alsdann der gierung erklärte durch Fiilanzmimiter Dr. v. Jiuger, oap verband deutscher Handlungsgehilfen gegen offene wie ver- jw sich nach wie vor, mit Rücksicht auf die schweren steckte Konkurrenzklauseln sich ausgesprochen. Endlich sei aus Schädigungen, die die sächsischen volkswirtschaftlichen Jnter- daS Votum des Jentralausschusses Berliner kaufmännischer, er[eiöen mühten, gegen die Einführung von gewerblicher und industrieller Vereine verwiesen. Hier wird , . ,, a j t g Q b e n senden würde. Tiefe ableh-

cin abiveicheridcr Stanopunit vertreten, indem betont wird, de Stcllunanahmc werde die Regierung auch dann bei- dah die radikale Beseitigung der «onknrrenzvertrage gerade nenoe ^lelmngnaym verlanate authentische

der allseitig gewünschten freien Entivicklung des Handlnngs- behalten, wenn die von ^reuszen verlangte auiyenli^e gehilfenstandes zum Schaden gereichen könnte, beim:Es Interpretation de» § 54 Absatz 4 der Re chsversasjung zu würden alsdann zwei Klassen von Gehilfen entstehen: einige gunsten Preußens ausfallen sollte. A,te Konservativen und wenige bestbezahlte Vertrauensleute auf der einen Seite und die Nationalliberalen erklärten ihre Zustimmung zu der ein Heer von mechanisch Arbeitenden, denen der Unter- Regierung.

nehmer, da er sich ihnen gegenüber nicht gegen Vertrauens- ---- "------L

niis,brauch zu schützen vermag, gar nicht erst die Möglichkeit Nußlaud.

geben würde, einen solchen Vertrauensmißürauch zu be- Petersburg 28 Okt. Bis jetzt, 12 Uhr 40 Min. liehen. Die Folge wäre, daß diese breite Schicht, die es * Meldungen über 327 Abgeordneten­heute schon schwer genug hat, vorwärts zu kommen, immer nacyrs, uegen jccio ng Monarchisten 98

mehr zu qualitätslosen Arbeitern herabgedrückt, in der Ent- Wahlen vor, darunter 160 Rechte und Monar^en, uv iauung ihrer Individualität gelähmt und an jeder selb- Oktobristen und Gemäßigte,. 3 friedlrchc Querung, -o stündigen Initiative gehindert würde." Kadetten, 1 polnischer Sozialist, 6 Mohamedaner, 9 Sozia

Was nun die Gutachten der bisher vernommenen Han- listen und 19 Linke.

delskammern anlangt, so wird von ihnen die Konkurrenz- Riga, 28. Okt. Bei den gestrigen Duma wählen klausel wohl durchweg für unentbehrlich gehalten. Sie wollen in ben drei Ostseeprovinzen wurden zu Abge- auch von einer Ungültigkeit der Klausel bei einem Gehalte ordneten gewählt- 6 Deutsche, 2 Esthen, 1 Lette und 1 Jude, von 3000 Mk., wie von den Kausmannsgerichten vorge- . Nis'selowitsch. Die deutschen Abgeordneten

schlagen war, nichts wissen und lehnen die Besasrankung der ^aron Alfred Schilling aus Esthland, Otto Benschke Geltungsdauer der^.Konmrrenzklauiel auf nur em Jahr ab. Iino ^aLDI1 cnrrtrflTrnrt' nus mprmnt Baron

hingegen sind sämtliche Kammern mit wenigen Ausnahmen aus Reval, Bürgermeister B

mit der Nichtanwendung der Konkurrenzklausel bei Hand­lungslehrlingen einverstanden. Die Ausjassung der großen Mehrheit der Kammern dürfte zutreffend in dem Gutachten aus Nürnberg ausgedrückt sein, worin es heißt:Sicherlich wäre es nur zu begrüßen, wenn die Bindung der Ange­stellten über die Dauer des DienstverhältnisseL hinaus Doll» | kommen entbehrt werden könnte. Allein dem stehen sach­liche Gründe im Wege; solange die Ueberlegenbeit eines Betriebes über andere von Umständen abhängt, deren Be­kanntwerden die Beseitigung oder Gefährdung der Ueber- legenheit bedeutet, solange deshalb unreelle Koiikurrenten Gewicht daraus legen, die Mitardeiter des glücklicheren Mit­bewerbers und damit das Geheimnis von dessen Erfolgen zu gewinnen, solange wird auch die Konkurrenzklausel ein notwendiges DJtittet zur Aufrechterhaltung der errungenen bevorzugten Stellung eines Betriebes bleiben." Wir gehen wohl nicht irre mit der Annahme, daß die Reichsregierung nact) bie;en gutachtlichen Aeutzerungen einen Mittelweg be­schreiten und die Konturrenzktausel lediglich einer müderen Formulierung unterwersen wird.