Ausgabe 
28.2.1907 Erstes Blatt
 
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Man verlange nur

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Verein

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tutionen ainischen inb ujn». in äj)n« rbe nach teilt, daß l*wi|]en«

Die diesjährige

Haupt-Versammlung fiitbet am Montag, den 1. Marz 1907, abcnbd 9 Udr in dem Restaurant Jbürtseh statt.

Tagesordnung: 1. Berichterstattung, 2. Rechnungsablage, 3. Vor- stairdswahl, 4. Verschiedenes. [1366

NB. Die Mitglieder werden um zahlreiches Erscheinen gebeten.

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Todes-Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, bah gestern nachmittag 4 lihr unter lieber Sohn und Bruder

Robert

nach langem, mit grober Geduld getragenem Leiden im Alter von 20 Fuhren sanft in deut Herrn entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Konrad Hahn

Schmiedemeister

Rödgen, den 27. Februar 1907.

Die Beerdigung findet statt SamStag, den 2. März, nachmittags V»2 Uhr. 1359

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, dem jüngst ^llgenofien« eiben wolle, worden Ul n awitflüeb» mit gtäullin ((tflvbak

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',*D15nnerfaat' findet nur in solchen Ialjren statt, in welchen während der Zeit vom 6. Januar (Dreikönigstag) bis zur Fastnacht keine Hochzeit stattgesunden hat. AlSdann ver­mummen sich sämtliche jungen Burschen deS OrtcS und gehen darauf aus, die Mädchen deS Ortes zu fangen und mit Stricken zu binden. Die Mädchen werden nun so gebunden zu einer mit starkem Tornengestrüpp eingeflochtcnen Egge geführt, und nun beginnt, unter vielseitigen Fluchtversuchen der Torffchönen, die Dlännersaat. Ein Säemann mit Drei­spitz und in alter Tracht geht mit einem Säesack voraus, Spreu die Männersaat in alle Winde zu streuen; d.e an die Egge gespannten Mädchen müssen sie eineggen, aus dieser Saat sollen Männer für die Mädchen wachsen. Nach dcr Saat findet ein allgemeiner Schmaus statt. Im letzten Jahre waren gegen 40 Mädchen an der Egge.

* Teurer Besuch. Die reichste aller amerikanischen Dollarerbmnen, die nach Europa heirateten, ist wahrscheinlich weder die Herzogin Consuelo von Marlborough, geborene Miß Danderbilt, und auch nicht die Gräfin Bom de Castellano, geborene Miß Gould, sondern die, übrigens auch viel hübschere Herzogin von Roxeburghe, die mit ihrem Mädchennamen Mist Mary Goelet hieb, bevor sie den achten Herzog von Roxe­burghe, den vornehmsten Magnaten Schottlands, zum Manne nahm. Den vornehmsten aber nicht den reichsten. Das Vermögen der Herzöge von Roxeburghe halte, das war kein Geheimnis, tut Laufe der Zeiten beträchtlich abgcnommen und der Glanz ihres Namens war einer auffrischenden Vergoldung recht bedürftig geworden. Nun, die Schätze von Mib Goelet, deren Mitgift 100 Millionen Mark betragen haben soll, haben von dem Tage an, da sie Herzogin wurde, baS ihrige redlich dazu getan. FloorS Castle, der Hauptsitz der Noxe- burghe, ein alles historisches Schloß, stand feit langem un­bewohnt und war der Gefahr des Verfalles ausgesetzt. Jetzt ist es einer der stattlichsten und am besten gehaltenen aller Herrensitze des vereinigten Königreichs. Allerdings hat die junge Herzogin sich die Sache etwas kosten lasten; man er- zählt, es seien nicht weniger als eine Million Dollars, also vier Millionen Mark auf den Ausbau und die Verschönerung dcS Schlosses verwendet worden. Nun wird Floors Castle auch zum erstenmal wieder königliche Gäste bekommen. Der Prinz und die Prinzessin von Wales haben eine Einladung des Herzogs und der Herzogin von Roxeburghe angenommen und in Floors Castle werden großartige Vorbereitungen zu ihrer Aufnahme getrosten. Für diese Vorbereitungen hat die Herzogin die Summe von einer halben Million Dollars aus­gesetzt, damit das Schloß der Ahnen ihres Galten sich auch wirklich in jeder Hinsicht würdig präsentiere. Zwei Millionen Mark für einen Logierbesuch von wenigen Tagen, baS ist immerhin ein tüchtiger Betrag, selbst wenn dieser Besuch ein Prinz von Wales isr.

* Der berühmte Basler Fastnachtsumzug nahm Montag seinen programmäßigen Verlauf. Eine dcr besten Gruppen int Zuge war die desPumpklubs" (Turner), die die Köpcnicker Tragikomödie zum Gegenstand halte. Zwei berittene Gendarmen eröffneten den Zug; ihnen folgten als Schustergcsellcn verkleidete Musikanten; dann kam der Haupt­mann von Köpenick mit seinen Grenadieren, die Droschke mit dem verhafteten Bürgermeister, seiner Gemahlin und dem Kassen- rcndantcil nebst zahlreichem Gefolge auö dem 'Rathaus zu Köpenick. Hinter der Droschke trottete ein Eselein, das in einem Wägelchen bas Gepäck mitsührte. Von Gendarmen eskortiert folgte, schwere Handschellen nachschleppend, der Schuster Voigt in Zivil. Auf einem Wagen wuroe ihm das von denfremden Mächten" für die Siegesallco gestiftete Denkmal nachgcsührt: Vertreter der fremden Machte gaben in großer Uniform das Geleite. Weniger geschmack- doll, ja geradezu plump und verlebend war eine zweiteDeutsche" Gruppe, die denAfrikanischen Kolonialschwinde l" behandelte. Den Zug eröffnete Prinz Karneval zu Pferde; ihm folgten ein Offizier und Soldaten von der berittenen Infanterie in Tropenunisorm, ein aus Soldaten dcr Schubtruppe gebildetes Musilwrps, daun auf einem Einspänner der Gouverneur mit einer Rcgcrbainc nebst Bedienten, eskortiert von seiner schwarzen Garde. Hierauf kam ein von vier Pferden gezogenes gewaltiges Ge­schütz, auf dessen Protze der Tod saß. und hinterher trabten 013 Kanonenfutter die letzten aufständischen Hereros: sodann folgte ein in Tropenunisorm gekleidetes Pfeifen- und Trommlerkorvs. Ein Wagen mit Negerstrafli.igcn und Missionaren und ein Wagen mit der deutschen Staatstuh, auf dessen Rücken Michel mit der Zipfelmütze saß, schlossen den Zug.

Aus dem russischen Frauen leben teilt 5. Mani- kowsli inUeber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt) einige charakteristische und nicht allgemein bekannte Zuge mit. Ist schon das Los des Bauern kaum beneidenswert, so ist das der Bäuerin unsäglich trostloser. Schon mit ihrer Ge­burt kennzeichnet sich ihr hartes Los. Es ist Brauch, wenn das erste Kind eines jungvermählten Paares ein M ä dchen ist, daß am nächsten Tage dieFreundenden ALann überlegen und ihnprügeln so wills die Sitte. Bis vor etwa zwanzig Jahren existierte noch der Heiratszwang, co Iain es, daß das Volkslied die Ehe als ein Unglück für das Mädchen schilderte. Und in feine feiner Lieder hat das Volk so viel Herz und Gemüt hineinaelegt als in die, welche bad vornehmste Ereignis des Menschenlebens zum Gegenstand haben die Ehe. Heute läßt sie sich keinen Mann mehr aufzwingen. Hier wird von der Ehe wie von der Erfüllung der liebsten Wünsche gesungen. Und da­mit ist der revolutionäre Grundsatz in das Dorf eingebtungen Ist die Russin berheiratet, trägt sie einen tarierten Rock statt eines gestreiften, einen hohen Kopfaufsatz statt eines TucheS und

/,

K 9106

Auswärtige Bieter haben sich ötn OoHrtiitA ihvörnoittiftfLii

bebörbe über ihre Zahlungstähtg-

teü auszmoeisen.

Gießen, ben 13. Februar 1907, Großh. Lrtsgericht Gießen Gros.

Gießen, ben 30. Januar 1907. Großherzogl. Orisgericht Gießen Gros.

K 5/07 fBfl/i

Donnerstag, den 7. März 1907, nachmittags 3 lihr, werben auf btcilflcm Ortogericht die vor bem Rauten bcs Georg Schwarz ftehenben Grunbjtücke bet Ge­markung Gießen

4/1912 348 qm Hofreite in ber Stevhansmark,

4.1935 = 307 qm Gravgart. bas. öffentlich meistbietend versteigert.

Auswärtige Bieter haben ein

empfichlt jede Woche frisch cintrcffend Rhein. Eaufhai Bahuhosstratze 26.

Frische

NordsceSchellfischc

Donnerstag, den 21. März 1907, nachmittags 3 Uhr werben aus hiesigem Lrtsgericht bie vor bem 'Jtamen des Georg Schwarz ftehenben Parzellen ber Gemar­kung Gießen

4/194,2 = 348 qm Hofreite in der

Stepp ansmark

4/198,2 307 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gerichtssaal.

R. B. Darmstadt, 27. Fcbr. Wegen Urkundenfälschung wurde heilte der 36jährige G.'mcinbcschreiboc Peter Josef Walter aus Froschhausen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte int Januar v. I. an das Kommando des hiesigen Ar- tlllerievegimcnts ?tr. 25 eine Anzeige gerichtet, worin der Ma# noisicr Ltt-Froickhausim beschuldigt wurde, während des Weih- nachtsurlaubes in Zivil ausgegangen zu sein, sich auch einige Ungehörigkeiten hätte zu schulden kommen lassen. Unterzeichnet war die Anzeige mit Happel- Froschhausen. Da die t'lnschul- dtgungen sich als wahr erwiesen, erhiett Ltt dret Tage Arrest. Happel, der vcrmeinttiche Angeber, hatte seinerzeit sehr unter der Mißachtung seiner Landsleute zu leiden und veranlaßte, da er bei Anzeige fern stand, Untersuchung, in der Walter rns der Anzeigende ermittelt wurde. Lundgerickstssetretär Pähler und Ge- richtschcmiker Tr. Popp-Franlsurt fungierten alS Sachverständige.

b Mainz, 2<. Febr. Der Kunsthändler Ludwig Ramlo in München halte hier unzüchtige Photographien zum Verkauf gebracht. Er wurde von der Strafkammer wegen Ver-

Auswärtige Bieler haben sich Zeugnis ihrer Heimarobehörde durch ein Zeugnis ihrer'Heimals- vezüglich ihrer Zahlungsfahigteit -> beizubringen.

das Haar tu zwei Zöpfe statt in einen geflochten. Dadurch unter­scheidet sich die Tracht der Frau von ber deS Mäbck»ens. ?2un ändert sich^ ihre Stellung unb ein rastloses Mühen und Kämpfen beginnt. Sie hat für ben Haushalt, für Sauberkeit zu sorgen, die Familie zu ernähren, zu kl erden, Feldarbeit zu verrichten und die Prügel deS Mannes zu ertragen. Ter ganze rsteichtum der ^rau besteht in Leinwand, Stickereien und anderen Stoffen. Ties Eigentum verbleibt ihr auch in der Ehe, vorausgesetzt, daß der Mann es nicht vertrinkt. Während ber väterliche Besitz allein auf ben Sohn übergeht, vererbt sick bar Besitz ber Frau allein auf die Töchter. So will's bie Sitte unb dagegen kann kein Ge­richt, kein Gesetz etwas ausrichten.

* D i e Jahresringe der Bäume. Seit alten Zeiten hat man bie Zählung der sogenannten Jahresringe an Quer­schnitten von Baumstämme» dazu benutzt, bad Alter ber Bäume zu ermitteln. Nähere Untersuchungen haben jedoch gelehrt, daß dies Verjähren nicht so unbedingt notwendig ist, sondern durch gewisse Abweichungen von ber Gesetzmäßigkeit des Wachstums beeinträch­tigt wird. Ter dänische Botaniker Petersen hat schon vor einiger Zeit vor der dänischen Akademie der Wissenschaften eine ein­gehende Forschung über die Jahresringe der Bäume erscheinen lassen, bie letzt in ber Zeitschrift sür Pslanzenkrankyeilen eine wertvolle Besprechung erfährt. Zunäch-st ist darin von ber Ent- Wicklung sogenannter Toppelringe unb falscher Jahresringe die Rede. Es kommt nämlich vor, daß die Grenzen zwischen den ein­zelnen Jahresringen undeutlich werden, wodurch eine falsche Zäh­lung herbeigesührt wird. Unter anderem werden solche Ungesev- Mäßigkeiten durch eine besonders kräftige Entwicklung des be­treffenden Baumes üji Sommer bobingt, außerdem sind sic aber auch Folgen von Frühsahrssrüsten, ferner von Wunden, die durch äußere Beschädigungen teils natürlicher Art, teils durch Messer ober Schere bes Forstmanns verursacht werden. Ter iimgefebue Fall, daß falsche Grenzen von Jahresringen entstehen, die eine zu hohe Zählung bewirken würden, ist sehr selten. Eine Ver­minderung der Zahl kann außer aus den genannten Gründen auch noch durch Bildung von Zweigästen herbeigesührt werden. Die allgemeinste Ursache beruht aber, wie sich fast von selbst ver­steht, auf einem unvollkommenen, ungleichmäßigen Wachstum, wodurch eS beispielsweise geschehen kann, daß in einem Jahr überhaupt kein neues Holz gebiioet wird. Je schmäler die Jahres­ringe sind, desto kräftiger pflegt das Holz zu fein, jedoch ist ein daraus gegründeter Schluß auf bie Güte des Holzes nicht immer sicher.

* (Worte MultatuliS.) In der bei I. C. C. Brun- in Minden i. W. erscheinenden Serie von Brevieren ausländischer Denker unb Dichter ist eben der vierte Band erschienen: Worie MultatnltS. Herausgegeben von Karl Hagemann (geb. 2.50 Mk.f. Tas schöne Bändchen enthält eine sorgfältige Auswahl blitzender Gedanken, zündender Worte, geistvoller Aphorismen und fchari geprägter ethischer Sentenzen aus den Werten Mullatulis. Wir geben einige Probe»«:

Es ist Schmerz beim geiftigen Schaffen. Hast Dn wohl einmal daran gedacht, Leser, daß ein Denker mit derselben Sorgfalt gepflegt werden müßte, »vie eine Wöchnerin?

Wenn ein Schnelläufer das Bein bricht, ist bal par6 bei den Kriechern.

Tie meisten Handlungen der Menschen entspringen der Feigheit. Kampsesnun. blutrünstiger Mut «besonders da, wo Wcglaufen un­möglich oder schändlich ist), ist eine allgemeine Sache, aber la courage civil ist äußerst selten.

Wer niemals geiallen ist, hat keinen rechten Begriff davon, was nötig ist, um sestznstellcn. Alan findet diesen Begnffsmangel häufig und l esouderö bei Aienschen, die nicht gereift sind oder wenig gelebt haben.

Die wahre Gleichheit besteht nicht darin, daß alle gleiche Röcke tragen, sondern, daß jeder euren Rock hat, der ihm patzt.

Prinzipien sind Tinge, die man braucht, um etwas Unan­genehmes unterlassen zu können: niederträchtige Vorwände für Pflichtsäiunige.

Undankbarkeit ist eine Erfindung falscher Wohltäter.

Ich halte cS für einen großen Fehler, daß man überall das Geschlechtsleben als Kriterium der Tugend so in den Vordergrund stellt. Tie Romanschreiber scheinen es als Feder zur Bewegung ihrer Drahtpuppen notig zu haben. Es ist ödes Wird sie, wird sie nicht? Wird sie nicht, wirb sie? Ja, eS ist langweilig und im Grunde auch ekelhaft.

* Kleine T a g e s ch r o n i l. In Gera brach in der großen llcltzenichen Wollweberei © r o 6 f e u e r aus, durch das die Weberei und die Vordereilungsräume zerstört wurden. Ter Schaden wird auf etwa 100 000 Mark geschätzt. Als Ursache des Brandes wird Selbstentzündung angenommen. In Tahu (Bayern) wurde der Bürgermeister. Glaser wegen Amtsvergehens und Meineids verhaftet. Ter ehemalige deutsch-böhmische ReichSrats- und vanbiagSabg. Gedler Halle euren TobsuchtSansall. Er gab auv ferner Villa m Falkenau an der Eger 100 Schüsse aus Revolvern und Gewehren durch das Fenster ab. Tre Kugeln gingen sämtlich fehl. Frau Gebler konnte sich rechtzeitig reuen. Nach verzweifelter Gegenwehr wurde der Tobsüchtige überwältigt und einer Heilanstalt überwiesen. Gebier hatte schon mehriach Wahu- fmnamäUe.

gcbcnS r ,:n bie Sittlick?.:; » : ? 0Y Mark Ge lbstrafe öe» urteilt und die bei..' agnahmten Bilder eingcjogcn. - Ter Prok. Jos. Echteler in München strengte gegen seine Cousine, bu hier wohnende Witwe Helene Franz, geb. HammeSsabr, eine BelcidigungSllage an. Die Dsiive soll »ich zn ihrer 2thrteftct vertraulich dahin geäußert haben, d'.ß der Professor vor 23 Jahren das Liebigden kmal in München besudelt habe. Tatiächlich war dies damals Vvrgckiommen uird ber Professor in die Sache verwickelt, doch wurde ber Täter in einer anderen Person er­wischt. Tas SchösfLNger.ci't hotte im April v. I. bie Angcllagte sreiaesprachen, tvcil sie m Wahrung berechtigter Jnterssie» gehandelt habe. Der Professor legt. Berufung gegen das fr«- fprechendc Urteil ein. Das Gcrio-t verwarf die eingelegte Be- rusung kistenfällig als nnbegründtt.

Auust und Wissenschaft.

Aus Frankfurt wird uns telegraphiert: Die 100. jährige Gedenkfeier der TheaterpensionSanstalt, die gestern ab.nd im Lp.rnhauS statt sand, nahm einen gläuzetidcn Verlauf. Die Ausführung d.r LpcreltcZeh n 'lUbdjen und kein Ma n n" i.no deS Tauzmärchens ..Berg ißinc in nickt" Verliesen icljr gut, und auch ber finanzielle Eriolg deS Festes ivar außer.rdeiitlich groß. Tcr Reingewinn dürfte dcu Betrag von 100 000 Mk. übersteigen.

Ulrrvcrsitäts-Nachrichtcn.

Professor Tr. R l a a t f d) aus Heidelberg, der gegemvärtig, wie wir meldeten, in Australien sich befindet, hat den Rui als a. o. 'broichor dcr Voller künde an die Universität Breslau angenommen. Er ist Rachwlger des Proleffor» ThilemuS, welcher Direktor des Hamburger AtuicumS für Völkerkunde geivorden ist.

Vom TampfcrBerlin".

Hock van Holland, 28. Febr. Taucher unter­suchten gestern die gesunkene Hälfte des Dampfer-. Einige Leichen und verschiedene Wertsachen wurden gefunden. Andere Taucher untersuchten heule nochmals, ob die Hebung der Schiffsladung möglich ist; wenn nicht, wird das Schiff ge­sprengt werden.

______ >-___ .. 1 .......1 . 12.- . . in

Märkte.

ke. Frankfurt a. M., 28. Febr. (Xelegr. vriy.-vericht brt ,Gieß. Anz.".) Amtliche Slotierungcn der heutigen ViehMarkt­preise. Zum Verkaufe standen: 34 Ochsen, 00 auS Oesterreich 1 Bullen, 0 aus Oesterreich, 53 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Rumänien, 761 Halber, 181 Schafe und Hämmel, 6 Ziegen, 9 Ziegenlämmer, 35 Schallämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 8082

2. Qualität 6972 Mk., 8. Qualität 0000 Mk.; Bullen 1. Qual. 72-74, 2. Qual. 00-00; Lühe 1. Qualität 72-74 Mk^ 2. Qual. 6870 Alt., 3. Qual. 6408 Alk., 4. Qual. 0000 Mk., ö. Qual. 0000 Alk. Halber 1. Qual. 100104 Psg., Lebendgewicht GO62 Psg., 2. Qualität 86-90 Pfg., Lebendgewicht 51-64 Psg., Schlachlgew. 6570 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 8385 Psg., 2. Qual. 00-00 Pfg. Geschält: bei Horiwieh mittelmäßig, Ueberftanö un­bedeutend ; bei Kleinvieh gut, (em Ucberftanb.

E-ictzeucr Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den I. März: Teilweise heiter. Trocken. RachtS kalt und Bodenfrost, am Tage nulö. Schwache nördliche Winde.

Griginal-Drahtnreldungen.

Wiesbadcit, 28. Febr. Dcr Vorstand tni ualionalliberalen Wahlvercrns hat beschlos>en, beim Reichstage gegen die Wahl des Sozialdemokraten Lehmann Einspruch zu erheben yjean l)at große Hoffnung, daß ber Protest durcl-geht.

Wien, 28. Febr. Der Moskauer Korrespondent der N. F-r. Pr." telegraphiert: Wie ich aus bestinformierter Quelle erfahre, tritt beute an eineut Ort, welcher geheim gehauen wird, eine sozialistische Delegierten^ Konferenz zusaui- men, um über die künftige Taktik der Partei in der Reichs­duma Beschluß zu fassen. Der Konferenz wohnen Vertreter des Blocks der Kadetten, der Volkspartei und ber Arbeitergruppc bei. Tie orthodoxe Sozialdemokratie ist für eine revolutio­näre Taktik in der Reichsduma und betrachtet diese nicht als eine normal funktionierende gesetzgebende Körperschaft, sondern als Mittel zur Organisation einer neuen Erbitterung der Bevölkerung, unb befürwortet die Herbeiführung eine» Konfliktes mit der Regierung , damit bei einer Auf­lösung ber Duma bas Volk revolutioniere. Die An­hänger ber gemäßigten Strömung in ber Sozialbemokratie ver­urteilten bagegen ebenso wie die Kadetten jedes unparlamenta­rische Vorgehen seitens ber Volksvertretung. Jebenfalls ist die Existenz ber neuen Duma infolge ber Umsturztenbenz ber Tabitdfcn Linken äußerst gefahrbet.

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