Der Ausschuß hat sich noch einmal mit der Position des Neu- vaues eines Lehrerseminars in Bensheim bekräftigt und empfiehlt die angeforderten 100 000 Mark als erste Baurate nur unter der Bedingung zu bewilligen, daß zuvor eine genaue Rechnungslegung darüber erfolgt. Die Kammer stimmt dem Antrag zu.
Die erste Baurate für die Landes-Baugewerkschule, 190 000 Mk., wird unverändert bewilligt.
Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfs betr.r
Die Abänderung des Gesetzes über den llrknudenstempel.
Die Kammer nimmt bent Ausjchußantrag entsprechend die einzelnen Titel des Gesetzes zu Art. 1 und Art. 2 bis Pas. 14, Eheverträge, an. Hier war die Zweite Kammer wesentlich über die von der Regierung aufgestellten Sätze bet Beiträgen von 100 000 Mk. auswärts hinausgegangen. Die Kammer beschloß die WiederhersteUllng der Sätze nad) der Regierungsvorlage.
Zu Pos. 38 (Vollmachten) wird die Zusatzbeslimnning angenommen: „Vollmachten, die einem Notar, einem Gerichtsvollzieher oder einer öffentlichen Hinterlegungsstelle lediglich zu dem Zwecke vorgelegt werden, um als Ausweis für die Berechtigung zur Erhebung des hinterlegten Geldes zu dienen, bleiben slempelsrei."
Ter Ausschnßberichterstatter Frhr. v. H e y l begründet darauf den Ausschußantrag auf Ablehnung des Art 4 und auf Annahme des Antrags, an Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, demnächst einen Gesetzentwurf beir. die Abänderung der Gebührenordnung für die Großh. Notare vom 30. Dezember 1904 oorzulegen, worin die Gebühren für Eheverträge durchweg ermäßigt, die Schreibgebühren aber auf mindestens die doppelten Sätze erhöht werden. Ter Berichterstatter stützt den Antrag besonders daraus, baß auch die Schreibgebühren der Notare dringend einer Revision bedürfen, was -aber am besten in Verbindung mit der im übrigen durchaus wünschenswert anerkannten Herabsetzung der- Gebühren für die Eheverträge vorzunehmen sei.
Slaalsminister Ewald gibt zu, daß die Aenderung der Notariatsgebühren ja eigentlich nicht direkt in den Rahmen des Stempelgejetzes gehöre. Es seien jedoch volkswirtschaftliche Gründe maßgebend, die dringend für die Beförderung des Abschlusses von Eheverträgen sprächen. Tas eheliche Güterrecht beruhe auf dem Prinzip der Gütertrennung und der Verwaltungsgenreuischaft. Um die Zersplitterung der bäuerlichen Vermögen zu verhüten, sei Abschluß von Eheverträgen notwendig, aber fast sämtliche Gerichte hätten erklärt, daß dazu vor allem die Ehevertragsgebühren herabgesetzt werden müßten. Es sei also auch notivendlg, die Notariatsgebühr herabzusetzen; die Schreibgebühren zu erhöhen, sei nicht leicht wegen der Konsequenzen für die gerichtlichen Schreibgebühren.
Geh. Rat Dr. Kleinschmidt ist der Meinung,' daß die Schreibgebühren zu niedrig sind, im übrigen bittet er, es bei der Regierungsvorlage zu belassen.
OberlandesgerichtSprästdent L i p p o l d wendet^ sich gegen ben Ausschußamrag. Er erkennt zwar an, daß die Schreibgebühren viel zu niedrig seien, möchte aber ihre Erhöhung tiichl als Aeqm- valent in Verbindung mit der Eheoertragsgebühr bringen. Redner bittet, die Regierungsvorlage anzunehmen.
Staatsminister Ewald bittet dringend, den Anregungen des Vorredners zu folgen. Er habe gar fein Bedenken, in einiger Zen zu Gunsten der Notariate vorzugehen, jetzt könne er das jedoch nicht; er müsse sich eine genaue Prüfung Vorbehalten, bevor ei einen solchen Schritt mache.
Frhr. v. H e y l weist darauf hin, daß zwischen Gerichten und Notaren doch ein wesentlicher Unterschied in der Behandliing der Eheverträge bestehe. Würde die Großh. Regierung bezüglich der Erhöhung der Schreibgebühren eine entgegenkommende Erklärung abgeben, so ließe sich über die Gebührenänderung im Rahmen des Stempelgesetzes reden. Er empfehle daher die Wiederherstellung der Regierungsvorlage unter dem ausdrücklichen Ersuchen an die Regierung, die Erhöhung der Schreibgebühren demnächst ins Auge zu fassen.
Die Kammer schließt sich diesem Vorschlag einstimmig an; sie nimmt also auch den Art. 4 mit dem daran angeknüpften Ersucheil an und darauf das ganze Gesetz.
Zur Beratung kommt dann der Gesetzentwurf über
Die Abänderung des AusgleichSsoudS.
Ter Finanzausschuß, Berichterstatter Frhr. v. Hehl, beantragt die Aenderung des Gesetzentwurfs mit der Begründung, daß ein eigentlicher Zweck für die Verstärkung des Ausgleichsfonds durch die Erbschastssteuerzuführung nicht zu erkennen sei. Frhr. 1). .Hehl führt hierzu noch des Näheren aus, daß auch grundsätzlich daran sestgehalten werden müste, die Steuern ohne Ausnahme in das ordentliche Budget einzusetzen.
Finanzminister Gnauh wendet hiergegen ein, daß die Erbschaftssteuer jetzt nicht mehr als eine von den Ständen bewilligte Landessteuer zu betrachten sei, nachdem die Reichserbschastssteuer dieselbe größtenteils aufgesogen habe. Auch sei der künftige Ertrag der Erbschaftssteuer wahrscheinlich niedriger, als die beabsichtigte Entziehung, so daß in Wirtlichkeit der Ausgleichsfonds nicht verstärkt, sondern eher geschwächt werden würde. Schließlich erklärt der Minister, er würde die unveränderte Annahme des Gesetzes lieber sehen, er feii aber doch zu der Erklärung ermächtigt, daß die Regierung auch dem hier vorliegenden Entwurf ihre Zustimmung geben würde, wenn beide Kammern sich dafür entschieden.
Nach einigen Bemerkungen des Geh. Kvmmerzienrats Laute r a n und einer kurzen Replik des Frhrn. v. Hehl wird der Antrag des Ausschusses auf Ausscheidung der Erbschaftssteuer aus der Vorlage angenommen und dann werden auch die übrigen Artikel mit entsprechenden Korrekturen genehmigt.
Bei der Beratung des Gesetzentwurfs, betr. den Wohnuugsgcldzuschuß für die Staatsbeamte« bespricht Fürst Stolberg -Roßla die Ungleichheit in der Gewährung des Wohnungsgeldzuschusses und wünscht, daß die Unverheirateten denselben Zuschuß erhalten sollten, wie die Verheirateten.
Finanzminister Gnauth entgegnet, die Regierung sei nur durch die Umstände gezwungen worden, den Unterschied zu machen. Uebrigens sei der Zuschuß als Beihilfe für das Wohnungsgeld gedacht, und itiä treffe doch den Verheirateten mehr als den Unverheirateten. Der Unterschied bestehe auch in Bayern und anderen Staaten. Mehrere andere Mitglieder der Kammer halten eine Gleichstellung der verheirateten und unverheirateten Beamten ebenfalls für angebracht, während
Fürst Löwenstein die von der Regierung getroffene Unterscheidung für durchaus gerechtfertigt erklärt.
Das Gesetz wird schließlich nach den Anträgen des Ausschusses angenommen, ebenso das Gesetz, betr. die seminaristisch und die technisch gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten 2C. i
Nachdem alsdann noch bem Kap. 116 b. die Zustimmung erteilt ist, sind die fünf Nachtragsgesetze erledigt und die Kammer vertagt sich bis Dienstag vormittag 10Vs Uhr.
Schluß der Sitzung: Abends 8 Uhr.
Ans Stadt und Land.
Gießen, den 27. März.
*" Die ersten Lerchen als Frühlingsboten. Ein Naturfreund schreibt uns: Am vorgestrigen Sonntage hatte ich gelegentlich emes Spazierganges zum Bismarckturm auf der Hardt die seltene und lange erwünschte Gelegenheit, eine Schar aus dem Süden heimkehrender Lerchen zu beobachten. Sie ließen sich au, dem Höhenrücken in den Fruchtfeldern nieder, und bald erhoben sich einzelne munter singend in den hellblauen Aether, bis sie als kleines Pünktchen kaum mehr dem Auge sichtbar waren Sehr interejsant war der Abstieg, wie sie sich langsam der Erde näherten und dann plötzlich mit großer Geschwindigkeit hcrab- schossen. Da es gegen Abend war, haben sie jedensalls hier übernachtet, um in der Frühe des nächsten Tages ihre Reise sorlzu- setzen oder sich in der Umgegend zu zerstreuen. Es ist noch etwas frühe für dte lieblichen Sänger, denn bei der herrlichen Fernsicht von der Höhe des Hardtberges glänzte in der Ferne noch der Schnee vom Feldberg und von den Hohen des Vogelsberges zu uns herüber. Aber die Lerchen sangen es laut: „Es muß bald Frühling werden!" Auch die S ch w a r z a m s e l, linfere heimische Nachtigall, singt seit einigen Tagen am frühen Morgen und am späten.Abend ihr munteres, helles Lied von der
First bes Hauses oder von der höchsten Spitze des Baumes, und nicht minder lebhaft läßt der Buchfink sein munteres Lied erschallen. .
•• An unserem Gymnasium neblt Vorschule unter- richteten im Schuljahr 1906/07 einschließlich des Direktors (bis August Geh. Schulrat Dr. Schädel, bann Dr. Wilhelm Hensell) 22 Lehrkräfte, darunter 5 außerordentliche Hülfslehrer. Die Gesamtzahl der Schüler betrug 415, darunter 113 Vorschüler. Von den 302 Gymnasiasten waren 211 aus Gießen, 64 aus anderen hessischen Orten und 27 aus auderen deutschen Staaten; evangelisch waren 253, römisch-katholisch 19 und israelitisch 13. Die Vorschüler stammten bis aus 5 sämtlich aus Gießen; 90 waren evangelisch, 16 katholisch und 3 israel. Das Abiturieutenexamen bestanden Herbst 1906: Adalbert Eck (evang. Theologie), Hch. Hardt (Forstwissenschaft), Herm. Seeger (Hochbaufach), Hans Zobel (Rechtswissenschaft) und Wilh. Zörb (Rechtswissenschaft). Von den Osler-Abiturienten 1907 studieren: Heilkunde Will). Bartholomae, Wilh. Kutsch und Alex. Roth, Forstwissenschaft Osw. Baumann, katholische Theologie Fritz Becker, eoangel. Theologie Hugo Heymann, Ed. Schwinn, Hch. Seim und Hch. Stallmann, Maschinenbau Paul Bornemann, Gernianislik Wilh. Brauuewell, klassische Philologie Karl Dahmer und Fritz Fischer, Mathematik und Physik Otto Hartmann und Giistav Weiß, Rechtwissenschafl Franz Hoffmann, Rob. Rosenthal und Hch. Zimmer, Kunstgeschichte Werner Noack, Hochbau Ernst Schiichardt, Germanistik und Geschichte Otto Schmeckenbecher; zur Post gehl Ernst Kömpf und noch keinen Beruf gewählt haben Wilh. Pfaff und Rob. Schütz. In das Seminar traten 1906 9 und Herbst 1906 12 Referendare ein.
'* Ländl. Fortbildungsschulwesen. Auch in diesem Jahre wird am land wirt sch. Institut bei Laubes-Universität für Lehrer an länblichen Fortbil- bungSschulen bes Kreises Gießen ein lanbwirtschastlicher Fortdilbiingskursus abgehalten, ber an breißig Nachmittagen itn Laufe bes Sommers statlfinben soll.
** Gailsche Feuerwehr. Am 24. März fand bei Kamerad Sauer die ordentliche Hauptversammlung der 5 r v. i to. Gailschen Feuerwehr statt. Amvesend waren 60 Mitgli^er. Der 1. Hauptmann Linbenstruth eröffnete bie Versammlung fu.nb von bem Schriftführer wurde zunächst der Jahresbericht vorgetragen. Aus ihm ist zu entnehmen, daß der Mitgliederstanb augenblicklich 99 aktive und 40 inaktive, zusammen 139 Mann beträgt. Abgehalten wurden 9 Hauptübungen, die Schlußübung und ber Probealarm; bie Uebungen waren durch- schnittlich von 59 Mann besucht. Der Gerätepark wurde durch die Anschaffung einer 14 Meter hohen Magirus-Patentleiter, die äußerst praktisch!u.nd leicht fahrbar ist, ergänzt. Für 35jährige Dienstzeit wurde dem Kameraden Gg. A tz b a ch , für 25jährige dem Obmann Kameraden Justus Körber, für 20jährige dein Kameraden. Jak. W a l b r e ch t, für 15jährige den Kameraden Anton Lehr und Karl Wenzel, für 5jährige den Kameraden W. Ude, Conr. Wagner, Hch. Stein, Karl W a l d s ch m i d t und Wilh. Leun die Korpsauszeichnung verliehen. Am 27. Januar war Kommerzienrat Wilh. Gail 25 Jahre Chef des Korps. Der im Druck vorgelegte Satzungsentwurf wurde nach erfolgter Erläuterung genehmigt. Die aus der Versammlung gestellten verschiedenen Anfragen wurden eingehend besprochen und gegen 1 Uhr schloß der Vorsitzende nach Erledigung der Tagesordnung die Versammlung.
**DieFrankfurterHeimarbeits-Ausstellung. Wie schon mitgeteilt worden ist, wird im Herbst d. I. in Frankfurt a. M. eine Ausstellung staltsinden, bie ein Bild der Heimarbeit in dem von Rheinhessen und den Gebirgen Westerwald, Vogelsberg, Rhön, Spessart und Odenwald umgrenzten Wirtschaftsgebiet geben will. Folgende Verwaltungsbezirke kommen dabei u. a. in Betracht: das Großherzogtum Hessen, Fulda, Gelnhausen, Gersfeld, Hanau-Stadt, Hanau-Land, Hünfeld, Kirchhain, Marburg und Schlüchtern, der Reg.-Bez. Wiesbaden, Altenkirchen uni) Wetzlar, Kreis Siegen. Angeregt ist die Frankfurter Heimarbeits-Ausstellung durch die Berliner, die im vorigen Jahre stattfand. Für die Frankfurter Ausstellung sind aber zwei neue Gesichtspunkte maßgebend: es wird vollständige Objektivität erstrebt, indem Arbeiter und Arbeitgeber zur Mitarbeit herangezogen werden, und man beabsichtigt, die Sache durch einen großen Stab Mitarbeiter wissenschaftlich zu vertiefen. Zu diesem Zwecke wurden Fachausschüsse für die einzelnen Zweige der Heimarbeit gebildet, bereit jeher aus einem wissenschaftlichen Leiter, eventuell mit geschulten Hülfskräften, unb aus mindestens einem Arbeitgeber und Arbeiter besteht. Zwar ist der Geschäftsstelle der Ausstellung aus der Literatur, durch Behörden und Private schon eine große Anzahl von Heimarbeitszweigen bekannt, die in dem erwähnten Wirtschaftsgebiet Vorkommen, aber sicher ist noch eine Anzahl vorhanden, die sie nicht kennt. Die Geschäftsstelle wäre daher für Hinweise duncoar, und sie bittet daher Personen, die sozialpolitisches Interesse besitzen und Auskunft zu geben geneigt sind (etwa Aerzte, Geistliche, Lehrer u. a.), ihr über folgende Punkte Mitteilungen zu machen: 1. Welche Zweige der Heimarbeit bestehen am Orte des Mitteilenden oder in der näheren Umgegend? 2. Wo haben die Firmen, ihren Sitz. Wo befinden sich die Arbeiter? 3. In welchem Umfange wird dort die Heimarbeit betrieben? Die Mitteilungen, möglichst, genau und baiu, werden erbeten an die Geschäftsstelle der Heimarbeits-Ausstellung, Frankfurt a. M., Jügclhaus, Jordunstraße 17—21.
! Allendorf a. d. Lda., 23. März. Das diesjährige Bundes fest des Lahntal-Radlerbundes findet hier am 9. Juni statt. Der hiesige Radfahrer-Verein „L u m d a t a l", betreibt zurzeit eifrigst die Vorbereitungen, um das Fest würdig zu geftalten und allen Sportsgenossen und Sportsfreunden gerecht zu werden. Der Bund, dem die Rad- fahr-Vereine Londorf, Allendorf a. d. Lda., Lollar, Großen-Linden und Klein-Linden angehören, hat sich während seines kurzen Bestehens erfreulich entwickelt.
. O Laubach, 24. März. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete gestern abend zum Andenken des 110. Geburtstages K a i s e r Wilhelms 1. eine Feier im Schützenhofe. Als Redner war Hauptlehrer Storch von Butzbach gewonnen worden. In von patriotischem Geiste getragener Rede führte er ein Bild von dem Leben des großen Herrschers den Zuhörern vor Augen. Prolog und Sologesänge der Mitglieder brachten die erforderliche Abwechselung. — In der Nähe des Johann-Friedrichstifts soll vom Kreise eine Desinfektionshalle erbaut werden, wozu der hiesige Stadtvorstand das erforderliche Gelände kostenlos stellt.
P. Schlitz, 24. März. Gestern starb unerwartet der erst vor 8 Tagen von Gießen hierher verzogene Oberpoftschaffner i. P. Karl Schröder. Der Verstorbene, ein geborener Schlitzer, war hier und in Gießen sehr bekannt und wegen seines jovialen Wesens und seines allzeit guten Humors beliebt; er sollte sich der verdienten Ruhe, Ib.ie er in seiner Vaterstadt zu finden hoffte, nicht lange erfreuen.
n Schollen, 26. März. Mit dem Eintritt der Frühlingssonne wurde nun auch wieder der Wirtschafts - betrieb in dem während der Wintermonate geschlossenen „Lehr er heim" von der bewährten Pächterin Fräulem 'J)iaul eröffnet. Während das Heim im Vorjahre nut einer Quellwasserleitung versehen worden ist, bie sich im Sommer 1906 vorzüglich bewährt hat, erhält es jetzt einem zeitgemäßen Bedürfnis eutiprcchend auch Telephonanschluß. Da das Lehrerheim unmittelbar am Walde in prächtiger Gebirgsgegend liegt, außerdem von herrlichsten Tannen- unb Buchen- rüälbern umgeben ilt, so ist ein Aufenthalt hier oben so recht geeignet, ben durch anstrengenbe Berufsarbeit überreizten
Nerven bes wahrend ber langen Wintermonate in die Mauern der Stabt Gebannten Ruhe unb Erholung zu gewähren. Auch Nichtlehrer können namentlich außerhalb ber Ferien- zeit gegen mäßigen Pensionspreis jeberzeit Ausnahme finden.
t Rabertshausen, 25. März. Gegen bie Wahl bes Karl R e i ch a r b t als B ü r g e r m e i st e r unserer Gemeinde würbe wegen angeblicher Wahlbeeinflussung in einer Reihe von Fällen von ber Gegenpartei reklam iert.
fc Mainz, 25. März. Die neu aufgeführte Böschung auf ber Ingelheimer Aue in ber Nähe ber Hofmannschen Fabrik ist in ben Floß Hafen gerutscht. Der Schaben beträgt 40—50 000 M. Die Ursache konnte wegen bes Hochwassers noch nicht feftqefteUt werben.
Mainz, 24. März. Am Po ft Neubau auf der Bahnhofstraße stürzte gestern nachmittag um 4 Uhr eine Mauer ein uni) riß eine Anzahl Maurer mit in bie Tiefe; bie Leute erlitten erhebliche Verletzungen. Man berichtet bem „Mz. Tgbl." darüber: Zwei bis in das britte Stockwerk geführte Mauer« konnten ein auf ihnen liegendes eisernes Dachgefüge im Gewichte von weheren hundert Zentnern nicht tragen. Eine der nach der Bahnhofstraße gelegenen Mauern stürzte ein und riß ein Baugerüst um, auf dem mehrere Arbeiter beschäftigt waren. Durch den Sturz und nachfolgende Eisenteile und Backsteine wurden der Maurer Aug. Biller aus Weisenau, der Maurer Wilh. Gütgen aus Bretzenheim schwer, der Parlier Pankraz Michel aus Hechtsheim und der Taglöhner Joh. Mälzer aus Brepenheim leichter verletzt. Die Verletzungen von Biller und Gütgen sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Wie das Blatt erfahrt, hätte das Unglück, von bem mehrere Menschenleben schwer be- oroht waren, dadurch verhütet werden können, loenn die zusammengestürzte Mauer mit einer einen Meter entfernten Backsteinmauer durch T-Schienen gesprießt worden wäre. Zwei Beton- Decfeu, die von einer auswärtigen Firma hergestellt waren und sich zwischen den beiden Mauern befanden, konnten die Last ebenfalls nicht tragen und brachen ab. — Bei einer Segelfahrt, die gestern nachmittag der Einjahrig-Freiwillige Phll. Maschmann mit seinem Freunde, dem Kausmaiui Jos. Kehrmann, in der Nähe des Zollhafens stromabwärts unternahm, schlug das B o o t u m. Der Einjährige wurde gerettet, während Ke h r - inann in den Wellen des hochgehenden Rheines verschwand.
p. Wetzlar, 25. März. Im ÜJiai findet in Koblenz eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten aufl dem ganzen Kammergeblet statt. Der KreisauSschuß unseres KrelseS yat für die Beschickung der Ausstellung aus dem Kreise Wetzlar 150 Mk. bereit gestellt.
[] Marburg, 24. März. Der gestern im Fürstenhause hier adgehaltene Kreistag des Streifes Marburg setzte den Haushaltsetat für 1907 in Einnahme und Ausgabe auf 434 162 Mk. fest. Wie mitgeteilt wurde, berechtigt der Personen- unb Güterverkehr ber Kreisbahn Niarburg - Dreihausen zu ben besten Hoffnungen. Für 1907 finb hier 65 100 Mk. Einnahmen unb 63 900 Mk. Ausgaben vorge- iehen. — Im nahen Wetter brannten in ber vorletzten 'Rächt bie Scheuer unb bas Stallgebäube bes Müllers Daube unb bie angrenzende Scheuer ber Ww. Backes nieber. Die Wohnhäuser würben vor ber Vernichtung geschützt. — Dem Gastwirt Moll in Rauschenberg entroenbete ein Gast aus ber Kasse 220 Mk. Der Dieb würbe gestern ein Schwabenborf ermittelt.
LaaSphe, 24. März. Die Eisern-Siegener-Eisen- bahn überfuhr gestern bei Eiserfelb bas fünfjährige Töchterchen bes Werknieislers Jllian, bas biesem baS Frühstück bringen wollte. Das Stmb war sofort tot.
** Kleine jDi i 11 e i l u ir a'e. Heiien und ben Nachbarstaaten. Bürgermeister Münch zu H a r b a ch ist als Orisgerichlsvorsieher bes Ortsgenchls Harbach eiblich verpflichtet worden. — In Rülfenrod wurde Bürgermeister Förster wiedergewähtt. — Der Wahl des Hermann Seid zu Loröach zum Beigeordneten i|t die Bestätigung erteilt worden. — In N i ed e r - O f l e i d e n wurde JohS. W o l i UL einstimmig zum Beigeordneten gewählt — B e r u s h a u s e u wählte feinen Bürgermeister Johs. Ritz IV. zum drittenmal wieder, was der ganzen Gemeinde Gelegenheit zu einer Feier gab. — Die F rant- f u r t e r R e ch t s f ch u tz st e l l e hat eine Juristin, Fräulein Dr. Alice Westertanip aus Marburg, als Leiterin angestellt.
ALrehliche Nachrichten.
Evarrgelische OSememöe. Gründonnerstag, den 28. März, chottesdieutt.
I« der Stadtkirche.
Vormittags 9Vs Uhr : Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Matthäusgememde.
Pfarrer D. Schlosser.
Abends 6 Uhr: Beichte und heil. Abendmahl für MatthäuS- uud Al arkus gemein de gememsain. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Schwabe.
I« der Johanneskirche.
Abends 7% Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Jo ha un es gemeinde gemeinfam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Pfarrer Euler.
Karfreitag, den 29. März. In der Stadtkirche.
Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarkuS- gemeinde gemeinfam. Anmeldung vorher bei bem Ptarrer jeber Gemeinde erbeten.
Vormittags U1/* Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und Markusgemeuide gemeinsam. Piarrer D. Schlosser.
Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9V? Uhr: Pfarrer Euler.
Beichte und heiL Abendmahl für Lukas- und JohanneS- gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei bem Pfarrer ber (Semeinbe erbeten.
Adenbs 6 Uhr:Liturgischer Gottesbieust. Pfarrasiistent Steiner.
Ain 1. Osterfeiertäq wirb im Hauptqotlesdienst ber neu ernannte Geistliche der Johannesgeinemde, Pfarrer Ausfeld, in fein Amt eingesüh...
Katholische Gemeinde.
Mittwoch den 27. März:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.
Donnerstag den 28. Marz: Gründonnerstag.
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Vorm. um 7 und um 8 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion.
Vormittags um 9'/2 Uhr: Hochamt. Nach bem Hochamt wird das Allerheiltgste nach dem sog. hl. Grabe übertragen und dort bis zur Abendandacht anfbewahrt.
Stachmittags um 6 Uhr: Andacht.
Freitag ben 29. März:
Karfreitag.
Vormittags um 7V3 Uhr wird das Allerheiligste nach bem sog. heil. Grabe übertragen und dort bis zur Abendandacht anfbewahrt.
Vormittags um 91/, Uhr beginnt die sog. „verstörte Aiesse'.
Siachnutlags um ö1/, Uhr: Predigt; darauf Palsions.Andacht.


