V Erstes Blatt
Dienstag 26. März 1907
157. Jahrgang
zügen freigegeven werden. Die Direktionen sind aber befugt, einzelne Schnellzüge auSzunehmen oder die Benutzung nur gegen Zuschlagskarte zu gestatten. Die für Reisen größerer Gesellschaften bisher gewährten Preisermäßigungen mit AuS- nähme der für Arbeitergesellschaften werden aufgehoben. Wenn öffentliche Interessen m Frage kommen, können wie bisher für Reisen größerer Gesellschaften von mindestens 30 Personen Arbeitergesellfchaftskarten für die vierte Klasse ausgegeben werden. Diesbezügliche Anträge sind an die der Reiseantrittsstation vorgesetzte Direktion zu richten. Der Fahrpreis wird in diesen Fällen wie bisher auf 1.5 Pfg. für die Person und das Kilometer ermäßigt.
6. Fahrtunterbrechung ist überall gestattet, von einer Bescheinigung derselben soll abgesehen werden.
7. Rückfahrkarten, dre vor dem 1. Mai gelöst sind, behalten ihre Gültigkeit betreffs der Benutzungsdauer auch nach dem 1. Mai. Inhaber von Rückfahrkarten, die nach dem 1. Mai zuschlagpflichtige Schnellzüge benutzen, brauchen keinen Zuschlag für diese Zuge zu bezahlen, auch wird Freigepäck gewährt. Rach dem 15. Juni werden Rückfahr- larten im Eisenbahnverkehr als ungültig betrachtet.
8. Gepäcktarif. Der Gepäcktarif ist noch in den letzten Wochen zu Gunsten deS Publikums geändert worden. Freigepäck wird nicht mehr befördert. Der Gepäcktaris ivird nach Gewichtsabstufungen und Entfernungszonen berechnet. Das Abfertlgungsverfahren bleibt dasselbe. Tas bisherige Freigepäck (biß 25 Kilogramm) kostet vom 1. biß 50. Kilometer 20 Pfennig, vom 51. bis 800. Kilometer 50 Pfennig, darüber hinaus 1 Mark, 26 biS 35 Kilogramm kosten vom 1. bis 25. Kilometer 20 Pfennig, bis 60 Kilometer 25 Pfennig, bis 100 Kilometer 50 Pfennig, für je 50 Kilometer mehr 25 Pfennig, 36 bis 50 Kilo kosten bis 25 Kilometer 40 Pfennig, biS 50 Kilometer 50 Pfennig, bis 100 Kilometer 1 Mark, für je 50 Kilometer mehr 50 Pfennig mehr. Mehr wie einen Zentner dürfte der gewöhnliche Reisende kaum mitführen, roir lassen deshalb hier die übrige Skala unberücksichtigt. Die Abfertigung gestaltet sich nach diesem Tarif bedeutend eiilfacher, von einer Verwiegung soll tunlichst Abstand genommen werden. Für die Beamten bedeutet der Tarif eine wesentliche Erleichterung, da sie jetzt mit tausenden von Frachtsätzen zu rechnen haben. Der Reisende kann die Gepäckfracht leicht kontrollieren, da auf jeder Fahrkarte die Eutfernungszone aufgedruckt ist und der Reisende das Gewicht semes Gepäcks meistens kennt.
Sie neue tzisenvayntanfrefolM.
Die neue Eisenbahntarifreform, die nach Einvernehmen aller deutschen Eisenbahnverwaltungen am 1. Mai d. I. im ganzen Reiche eingeführt werden soll, wird sich nicht nur als em Schmerzenskind des Reifenden entpuppen, in- bezug auf den Geldbeutel, sondern ihnen auch sonst mit seinen verwickelten Bestimmungen viel Kopfzerbrechen bereiten. Der Staatsbürger, der viel reift, wird in den nächsten Wochen biS zum Inkrafttreten dec Reform gut tun, sich einigermaßen mit den neuen Bestimmungen abzufinden, um am 1. Mai gewappnet zu sein. Die Eisenbahnverwal- langen wollen dem Gedächtnis entgegenkommen und werden für das reisende Publikum ein Merkblatt kostenlos abgeben, das die nötigsten Winke enthält. Dieses Merkblatt dürfte aber kaum starke Abnahme finben, und der Reisende dürfte iS sich erst auShändigen laffen, wenn er die Reise antritt Zeit zum Studium deS Blattes hat er in diesem Augenblick aber kaum, und so verfehlt dieses Blatt seinen Zweck, de» Reisenden zu informieren, damit die Beamten nicht durch all- zuoieleS Fragen deS Publikums überbürdet werden.
Es dürste daher für daS Publikum von Wert sein, schon setzt die hauptsächlichsten Bestimmimgen sich einzuprägen, die wir in gedrängtem Umfang hier zum Nutzen aller Reisenden wiedergeben wollen. Die Frage nach den Bor- und Nachteilen deS neuen gegenüber dem alten System sei nicht weiter berührt, im allgemeinen kann man sagen, teurer wird das Reisen wohl, dafür wird der Tarif ober vereinfacht und vereinheitlicht, für Süddeutschland bringt der neue Tarif sogar eine Ersparnis für daS reisende Publikum. Die Grundlagen deS Tarifs find: Schaffung einer einheitlichen Fahrkarte zur Hälfte des Preises der Rückfahrkarte, Beschränkung der Zuschläge zu den DurchsahrlS-Schnellzügen möglichst auf die großen durchgehenden sogenannten O-Züge, Gestaltung der Gepäckabfertigung in einfacher und billiger Weise.
Die Hauptpunkte deS Tarifs sind die folgenden: 1. Tarifberechnung: Es kostet das Kilometer: für die 1. Klaffe 7 Pf., für die 2. Klaffe 4,5 Pf., für die 3. Klaffe 3 Pf., für die 4. Klaffe 2 Pf. Dies ist also der bisherige Tarif für Rückfahrkarten. Rach dieser Skala laffen sich die Kosten einer Reise leicht berechnen, hierzu kommt allerdings noch die Fahrkartensteuer.
2. SchnellzugS-Zuschlage: Für gewisse Arten von Schnellzügen kommen Zuschläge in Rechnung, sie betragen von 1 bis 75 Kilometer 50 Pf., für 75 bis 150 Kilometer 1 Mark, über 150 Kilometer 2 Mark in der ersten und zweiten Klaffe, in der dritten Klaffe die Hälfte dieser Sätze. Die Schnellzüge werden vom 1. Mai in zwei Gattungen eingeteilt: in zuschlagpflichtige (Schnellzüge genannt), und in zuschlagsfreie (Eilzüge genannt). Die Schnellzüge dienen dem Schnellverkehr und werden mit der Zeit alle in V-Züge umgewandelt werden. Es sind Züge, die, wie Eisendahn- Mlnisler von Thielen humoristisch einmal ausführte, an allen anderen Stationen vorbeifahren und nur an der eigenen (d. h. der Zielstation des Reisenden) halten. Die Eilzüge vermitteln also den Umsteigeverkehr in etwas schnellerer Weise als gewöhnliche Personenzüge. Die Schnellzugszu- schläge verteuern übrigens das Reisen nicht, da sie an Stelle her V-Zugöplatzkarten treten, die in Wegfall kommen. Reisende, die zuschlagspflichtige Zuge (der Fahrplan gibt Auskunft, welche Züge dies sind) benutzen wollen, erhalten entweder Fahrkarten für Schnellzüge nut eingerech- neten Zuschlag oder besondere Schnellzugszuschlagskarten, für diese wird ein Fahrkartenstempel nicht erhoben. Die besonderen Zuschlagkarten werden auf allen Stationen verkauft, auch wo feine Schnell- oder Eilzüge halten, auch sollen die Zugführer solche Karten immer zum Berkuaf bei sich führen.
3. Lösung der Fa hrkartensteuer: Rückfahrkarten kommen nicht mehr zur Ausgabe. Der Reisende kann sich auf der Ausgangsstation aber Doppelkarten lösen, er erhält sodann eine Karte für die Hinfahrt, eine für die Rückfahrt. Letztere wird mit dem Stempel „Rückfahrt* versehen und darf nur am Lösungstage oder am nächsten Tage nach der Lösung benutzt werden. Die Doppelkarten bleiben steuerfrei, wenn die einfache Karte steuerfrei ist. Die Lösung von Toppelkarten empsiehlt sich also nur bei Markt-, Nah- und AuSstugsoerkehr, für längere Reise muß man sich schon zweimal Karten lösen. Der zweite Gang zum Schalter ist im allgemeinen auch nicht sehr zeitraubend.
4. Die Vorbestellung von Karten für bestimmte Züge wird nicht geändert. Auch Plätze können, obgleich Platzkarten in Wegfall kommen, vorausbestellt werden. Die VorauSbestellung ist nur gegen Vorzeigung einer für den betreffenden Zug gültigen und zur Fahrt von der Ausgangsstation dieses Zuges ab berechtigten Fahrkarte zulässig. Lius Fahrkarten, die auf Zwischenstationen gelöst werden, können Plätze nicht reserviert werden. Die Fahrkarten, auf die Plätze bestellt werden, sind mit dem Vermerk ,Pl* auf der Rückseite zu versehen.
5. Fahrpreisermäßigungen: In der Ausgabe ton Monats-, Schüler-, SlrbeitS-, Kinder- und SonntagS- larten treten Aenderungcn nicht ein. ©onntagSfarten erhalten eine kleine Begünstigung insofern, als Fahrtunterbrechung imb Uebergang in höhere Wagcnklasien zugelassen werden. Den Monatskarteninhabern kann die Benutzung von Schnell-
Abendsitzung.
Die Sitzung wird um 5'/. Uhr wieder eröffnet Die Kammer beginnt die Beramng der Nachtragsvorlagen bet dem Gesetzentwurf betr. die Gehalte der Bolksschullehrer. Ten schriftlichen Ausschnßbericht hat Freiherr v. H e y l erflaliet
Grat Erbach-Fürstenau bespricht die Art und Weise, in welcher von einzelnen Lehrern in Bersammtungen gegen die ursprünglichen Regierungsvorfchläge auigeireten worden sei. Es seien Ausdrücke geiallen, die man emschieden oeruueilen müsse, und es wäre doch dringend erwünscht, daß derartige Ausfälle und Entgleisungen sich in Zukunst nicht wiederholen.
Minister des Innern Braun meint, er wisse nicht, wie er derartige Eiitgteijungen verhindern solle. Alan bürfe doch nicht Die gesamte Lehrerschaft dafür verantivortlich machen, wenn ein etwas lebhait veraiilagter Lehrer sich ungehörige Ausdrücke zu Schulden fonuneit läßt.
OJraf Erbach-Fürstenau betont, daS Erschwerende bei diesen Aeußerungen gegen die Regierung sei gewefen, daß sie von der Beriainmluiig mit »stürmischem Benall" eingenommen wurden. (Sr habe hier nur seiner Entrüstung über diesen Borfall Ausdruck geben wollen.
Freiherr v. Hey 1 weist aus den Ausschußbericht hin, in dem bemertt wird, daß die ALünfche der Lehrer teilweise m nicht ganz einwandsueier Form vertreten wurden. Er müsse aber die Lehierschau doch m Schutz nehmen und beioneu, daß in weiten Greifen der Lehrerschaft diese Angriffe rejp. Entgleisungen nicht gebilligt wurden.
Der Gesetzemwurs wird daraus angenommen.
Ktsstjche erste Kammer.
R.-B. Darmstadt, 25. März.
Präsident Gras Görtz gen. v. Schlitz iröfinet die Sitzung um IO1/, Uhr.
Ter Präsident gedenkt zunächst des verstorbenen Mitgliedes Geh. Kommerzienrat Budderus und widmet demselben einen ehrenden Nachruf; die Mttglieber haben sich zu Ehren des Verstorbenen erhoben. Es folgt darauf die Einführung und Vereidigung des Tomkapitulars Dr. Benbix als Stellvertreter des Bischofs Dr. Ktrstein.
Ta n wird in die Tagesordnung eingetreten, Beratung und Abstimmung über den Hauptvoranschlag für 1907. Ohne Debatte nimmt das Haus die 1. Hauptabteilung Reste aus früheren Jahren, 2. Hauptabteilung, Domänen des Großherzoglichen Hauses, ö. Staatsdomänen, 4. Lotterie, 5. Direkte Steuern, Regalien, m- direkte Auflagen etc. Fürst Heiningen fragt an, ob m Verbindung mit dem Antrag Leun und Erk in Verbindung nm einer Schutzwaffensteuer nicht auch eine Kontrolle über die Käufer von Schußwaffen eingeführt werden könnte, wodurch auch wohl eine Verminderung der Selbstmorde herbeigeiührt werden würde.
Munster G n a u t h entgegnet, die Regierung habe zu dieser Frage noch keine Stellung genommen, er glaube aber kaum, daß die Regierung viel Steigung haben werde, darauf elnzugehen; eine solche Kontrolle sei noch in keinem andern Staate vorhanden und sie würde unsern Polizeiorganen nur erhebliche Schwierigkeuen bereiten.
Geh. Rat Pros. Dr. Schmidt- Gießen regt bei der 6. Haupt' abteilung, Landstände, die Gewährung von Freifahrlkarien für die Abgeordneten beider Ständekammern im ganzen Lande an, worauf
Staatsminister Ewa. d die darüber in der zweiten Ständekammer geflogenen Verhandlungen bespricht und ooriührt, daß die Regierung weiter bemüht sein werbe, mit dem preußischen Eisen- bahnminisierlum zu einer Verständigung im Sinne der Wünsche der zweiten Kammer zu gelangen. Das Haus genehmigt bann bas Kapitel Lanbflänbe, nach dem Antrag des FuianzaiisschusseS; wonach neben den 132,870 Alk. noch em weiterer Beitrag von 5U00 Alk. für Bestreitung weiterer Kosten der ersten Kammer bewilligt und die zu diesem Kapitel gestellten Anträge der Abgg. Raab und Adelung, Ulrich und Pennrich abgelehnt werben.
Frhr. Heyl zu Herrnsheim richtet bei Rap. 30 an die Regierung die Anfrage bezügl. des Findelfonds, und bedauert, baß seinem bieSbezügl. Antrag noch keine Folge gegeben worben fei.
Minister des Innern Braun entgegnet, daß die Verhandlungen über diese Frage noch nicht abgeschlossen seien.
Tie weiteren Hauptabteilungen und Kapitel, Gendarmerie, Polizei, Pollzeikassen, Kirchen, Lanbesnniversität, Technische Hochschule, Gymnasien, Realichulen rc., Höhere Bürgerschulen, Volts- schulen, Lanbeswaisenanstalt, Taubstummen- und Blindenanstalten, Hosbibliothek und Lanbesniuieurn wurden ohne Tebaue genehmigt.
Bei Kap. 48, D e n k m a l s p f l e g e, bespricht Frhr. v. Heyl die Wormser Toinangeiegenhett und buiet die Regierung, den Ltadlvorftanb einmal über die Sache zu hören und ev. an die Genehmigung der Lotterie die Bedingung zu knüpfen, daß niemals unmittelbare Anbauten an den Dom geiianei werben. Minister des Innern Braun erwidert, die Regierung werde bereit sein, nähere Informationen im Sinne des Vorredners m Worms em- illiie^eönifapilular Dr. Bendix bespricht die Frage der Freilegung des Weges um einen Teil des Tomes. Der Kirchenvorftand werde zu größtem Entgegenkommen bereit sein.
Geh. Rat Prof. Tr. Schmidt- Gtegen bemerkt noch zum Kap. Landesinuseum, man könne der Regierung nur Dank ans- sprechen für ihre tatkrästige Forderung und Mitwirtung am Bau bes Lanbesmuseums, das eins der schönsten Museums m Deutfch-
laub bilde. Der Redner billigt bann verschiedene lamzelwuiische vor, empfiehlt eine Erweiterung der Urkundensammlung und eme Organisation zu historischen Zwecken.
Minister des Innern B raun labet die Mitglieder der ersten Kammer zu einer gemeinsamen Besichtigung des Landesmnseumr ein und erklärt sich bereu, den angeregten Wünschen des Vorredners so weit alS möglich entgegenzukommen.
Benn Kap. Wohnungssürforge fuhrt ßrbr. v. Heyl aus, daß Hessen auf diesem Gebiet vorbildlich voranschreite und befpncht bann den Antrag, der daraus ausgeht, Die Landeskreditkasfe unter Ausschaltung der (SemeinbeoerniUllung der Geldbeschaffung dienstbar zu machen. Ät v ,
Munster Braun betont, e5 sei eine Abänderung des Gesetze» in Vorbereitung, wonach die Möglichkeit geschaffen werden soll, daß die gemeinnützigen Bauvereine mit der Landeskredrttasse in direkte Verhandlung trete» können.
Benn Kap. 74, B o d e n »i e 1 i o r a t i o n e n, gibt Frhr. v. Heyl Kenntnis von einer Beschwerde der Einwohner von Hofheim, Bürstadt und Lampertheim über die Höhe und Verteilung Der Beiträge zu der Dortigen Entwäff'erimgsgenoffenfchafl. Er erläutert Die einzelnen Befchwerbcpunkie und erklärt es insbesondere lür unrichtig, Daß der FisknS die Beitragskosten sür seine Besigteile aus Die Pachter abwälze.
Finanzmniister Gnauth hält dem entgegen, daß bie Pacht- bebingungen s. Z. bic Mltübeinahme derKosieiibeiträge vorgesehen haiten. Was bie Frage ber Umervericilung un Einzelnen angeh^ >o werbe barüber eme Nachprüfung siaufiuben.
Tie 9. Hauptabteilung umfaßt ben Etat bei Justiz» minifteriums (89—97) und wirb ohne Debatte genehmigt.
Beim Etat bed Ministeriums bes Innern, Kap. Kataster, fragt Graf Sol ms-La ubach, ob es nicht möglich sei, daS Bermeffungsamt von Schollen nach Laubach zu DCV Ministerialrat Tr. Becker antwortet, die Frage sei schon Irflbei angeregt worben. Man könne sich seboch über bic Frage Der Verlegung dieses und anderer Vermessungsanner erst dann näher entscheiden, wenn über die Organisation des KrelsgeometermstilutS im allgemeinen eme größere Klarheit geschaffen fei.
Tie 11. Hauptabteilung, Ausleihungen unbStaatS- jchu! b, sowie die Hauptabteilungen Pensionen, Verhältnis z u m R eich, Ausglelchssonds, Nachträge infolge neuer Gesetze und indisponible und reservierte Fonds werben ohne Tebatt* genehmigt.^ei^n ($ennggcn3.) Teil bes Etats genehmigt bl* Kammer bie einzelnen Kapitel ber Domänen bes Großh. HanseL und ber Staatsbomanen ohne Tebaue, darunter die Forderung mr Bad Nauheim und Bad Salzhausen, als vierte Baurate für Neu- unb Umbauten 1 140 000 Alk. und für Staatseifenbahnen l l 400 000 Alk. k e_ ..
Beim Ministerium des Innern werden u. a. für die Landes Universität Gießen die Forderungen für das Hauptgebäude, 38 380 Alk., für Erweiterung der Frauenklinik 04 500 Alk., für Neubau einer chirurgifchen und ophthalmologifchen Klinik 440 600 Alk., fowie für die Kanalisation verschiedener Gebäude m Gießen 24 000 Alk. bewilligt, ebenso die Kosten für die Kreisamtsgebäube Sieburg und Heppenheim und die Gyinnasien zii Offenbach und Bensheim, für die Laubstummenanstalt zu BenS- Ijeim, das Landesmuseum zu Tarmstadt rc.
Bei der Position Neubau eines Lehrerseminars zu Bensheim beklagt Fürst zu S t o 1 b e r g - R o ß 1 a, daß man bies Gebäude, wie auch andere Schulhäujer aiißerordeiulich luxuriös baue. Alan habe jetzt doch alle Spargroschen zujammennehmen müssen, um die nolwendigen Alehrforderuiigen für die Verbesserung der Lehrergehalte und der Beaiiilenwohunngsgeldzuschüsse auf- »ibringen, und da müsse man sich doch fragen, ob es nicht möglich sei, auch bei diesen Bauten etwas sparsamer mit dem Geld* umzugehen.
Tas Haus beschließt nach kurzer weiterer Debatte, sowohl bie Position für das Lehrerseminar Bensheim, wie bie für ben Neubau ber Lanbesbaugewerlfchule §u Tcirmstabl zur nochmaligen Prüfung an ben Finanzausschuß zurückzuweijeri.
Leim Kapitel W e 11 e r b i e n ft, Meteorologisch* Station rc. tritt Fürst Stolberg-Roßla mit warmen Worten bafür ein, baß bie meteorologische Station in Gießen erhallen bleibe; biejelbe sei boch auch schon sür bie Universität von gewisfein Wert.
Alinlster bes Innern Braun erwibert, bie Regierung werbe bie Angelegenheit einer nochmaligen Prüfung unterziehen. Es werbe aber milgeteilt, baß sich bei ber Errichtung einer Zentral* m Frankfurt bie Kosten für eine Beibehaltung in Gießen beDeuienb erhöhen würben. In biesem Falle würbe bie Regierung nicht bafür eintreten können.
Beim Kapitel 129, Zentralbauwesen, wirst Freiherr v. Heyl bie Frage aus, ob bei ben Tienstwohniingsgebäuben für Staatsbeamte im Ganzen bie nötige Sparsamkeit eingefallen werbe. Er führt einige Beispiele an, bie >üc eine verhältnismäßig kostspielige Bauweise sprechen unb erhebt hiergegen im Interesse ber Finanzen bes Staates ernste Bebeuken.
Ter Rest bes Etats wirb barauf ohne weitere Debatte erlebigt unb bas Hails vertagt sich daraus gegen 2 Uhr auf heute nachmittag 41/, Uhr.
er8uflepr<<** , moi. ithth 75Pf^ vierteljährlich Att. 8.20. durch Abhole- u. Zweigstelle» monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 8.— viertel- fährt, aueidjl Bestellg. Annahme oon Nnzetge, für die 4.age*nuiiim<C bis vormittag* 10 Uhr, ßeilenprei*. lokal 1 DPI* aus wärt* 20
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