Die ankisemttischenAauernunruSen inHiumänien.
Im Distrikt Teleonnan hielten Bauern einen Eisenbahn- gug mit Reservisten an und nötigten sie auszusteigen, um mit ihnen gen.einsame Cache zu machen. Jrn Orte Alexandria wurden der jüdische Tempel sowie jüdische und griechische Geschäfte verwüstet und der Rabbiner mißhandelt. Als Bauern daS Steneramt plündern wollten, wurden sie von der Kavallerie vertrieben. Die Exzesse dauerten vier Stunden lang. In der Gemeinde Nangr wurde ein Gutsbesitzerin die Flammen geworfen und verbrannt, Bauern tanzten um die Brandstätte.
In Folscham wurde der Kaufmann Schächter, nachdem die Aufständischen versucht halten, seine Frau zu schänden, gebunden und ihm beide Augen ausgestochen.
Wallachische Bauern verwüsteten die Orte Radautzl und Zirnnitschea und begaben sich dann plündernd in die Rach- bardörser. Auch bei Kraioya rcuibten die Bauern auf den Gütern und verbrannten große Rtengen Getreide, ebenso in der Umgebung von Alexandria. Die Juden flüchten überall. Em Pfarrer wurde als Anstifter verhaftet. Aufruhrszenen werden auch aus dem Gebiet Tolcormau gemeldet.
DaS Elend der Flüchtlinge ist unbeschreiblich. Hunderte von Familien sind in Dachkammern und Scheunen untergebracht und leiden Mangel an Nahrung und Kleidung. Die Unruhen sind von langer Hand vorbereitet. Die Antisemitin JicaPawleska, welche em Wochenblatt herausgibt, betreibt die Hetzereien gegen die Inden planmäßig.
Schon Hunderte von Dörfern und Gutshöfen sind verwüstet.
Neueste Berichte melden, daß die Stadt Bucesar von Bauern zum grüßten Teil niedergebrannt worden ist. In Bacau wurde ein Staatsanwalt von Bauern mehrere Stunden lang fest gebunden und ein Oberst mißhandelt. Der Oberst ließ daraus das Militär feuern, wodurch fünf Bauern getötet, sechs schwer verletzt wurden.
Die Forderungen der Bauern sind folgende: das allg. Wahlrecht, Aufteilung der Felder, Garantie dafür, daß die Verträge, die sie von den Gutspächtern während der Unruhen erpreßt haben, von den Gerichten nicht anullierl werden. _______________________________
Aus SlcrSt Uttd Laus.
Sprechstunden der Redaktion:
%12—1 Uhr vorui., 72 7—1/3 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag).
Gießen, den 25. März 1907.
- Ein neuer Ja gdgesetz-Entwurf ist der 2. Hess. Kammer soeben zugcgangen. Als wesentlichste Neuerungen des Entwurfs seien hcrvorgehoben:
1. Die Bestimmung, daß selbständige Jagdrechte der Grundeigentümer nach Erlaß des Gesetzes nicht mehr durch Gesetz, sondern nur noch durch Vertrag erworben werden können. Hierdurch soll bauptjächtlch die seinerzeit in der ziveilen Kammer vorgetragene Beschwerde berücksichtigt werden, nachdem der Versuch, die Erwerbung eigenen Jagdrechls auf zur Ausübung der Jagd geeignete (arrondierte) Grundbesltzungen zu beschränken, wegen der hieraus zu befürchtenden Streitigkeiten uub der für die Durchführung von Feld- derelnlgnligcn entstehenden Hindermsje ausgcgeben ivorden ist.
2. Die Gewährung emes Anspruchs am Ersatz der von Ge- meindeil gemachteil Aufwendungen zur Ablösung einer Jagd- dienslbarketl, wenn ein Grulidelgentümer später das Recht zur selbständigen AuSübmlg der Jagd auf feinem Grundbesitz er- ianfll hat.
3. Tie Verleihung deS Rechts an Gemeinden zur Ablösung deS Jagdrechls auf Gütern nut eigener Gemarkung, sofern diese > eigene Gemarkung emen geringeren Flächeninhalt als 7b Hektar hat. .
4. Tie Befugnis für Pachter von Gemeindejagden zur Erteilung tion Erlaubnisscheinen unter gewissen Einjchräulungeli.
* * AuS dem Militär-Wochenblatt. Major Kundt, aggregiert dem Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, als aggregiert versetzt 311111 Jnf.-Regt. Hamburg (2. Hanseat.) Nr. 76. Haupluiann v. Knobloch, zu- geteilt dem Großen Generalslabe, als Kompagniechef in das Leibgarde-Jnf.-Rcgt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 versetzt. Oberleutnant Reim im Leibgarde-Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann zum Generalstabe der Armee versetzt. Die Obeileutnants Meier im Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, v. Hoffbauer im Großh. Artillerie-Korps, 1. Großh. Feld- Art.-Negt. Nr. 25, auf ein ferneres Jahr zur Dlenslleiiiung beim Großen Generalstabe kommandiert. Die Oberleutnants Ring im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, Heinersdorfs im 5. Großh. Hess. Jnf.-Negt. Nr. 168, v. Strzemieczny im Großh. Artilleric-Korps, 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25, auf em Jahr zur Dienstleistiing beim Großen Generalstabe kommandiert, v. Jouanne, Oberleutnant der Reserve des Leibgarde-Jnf.-Rgts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 (Schwimm), vom 1. April d. I. auf ein Jahr zur Dienstleistung beim 2. Bad. Trag.-Regt. Nr. 21 komman- diert. Freiherr v. Hlrschberg, Oberleutnant irn Großh. Artillerie-Korps, 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. 9lr. 25, unter Versetzung in das Altmärk. Feldart.-Regt. Nr. 40 zum Batterie- Ehes ernannt unter Beförderung zum Hauptmann. Haupt- mann Kolb im Leibgarde-Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 zum zweiten Offizier des Großh. Hess. Traindepols des 18. Ar- meekorps ernannt, v. Lindeiner gen. v. Wildau, Hauptmann und Kompagniechef im Leibgarde-Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, als Lehrer zur Kriegsschule in Hersfeld versetzt. Fähnrich Wagner im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61 zum Leutnant befördert. Hauptmann Sommer, Kompagniechef im Jnf.-Regt. Herzog Ferdinand von Braunschweig (8. Wests.) Nr. 57, mit Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Leib- garde-Jnf.-Negts. (1. Grotzh. Hess.) Nr. 115 der Abschied bewilligt. Oberarzt der Reserve Dr. Hensay (Mainz) 311111 Stabsarzt, die Unterärzte der Reserve Kolb (Friedberg), Olff (Gießen) zu Assistenzärzten befördert. Tr. Colombara (Mainz), Stabsarzt der Reserve, Dr. Wenz (Friedberg), Oberarzt der Landwehr 2. Aufgebots, der Abschied bewilligt.
* • Landesunioersltät. Dem Re ch nungsrat i. P. Georg Roth in Laubach wurde wegen seiner verdienslvollcn Forschungen auf dem Gebiet der Moose der Charakter als Ehrendoktor verliehen.
* * I u st i z p e r s 0 n a l i e n. S. K. H. der G r 0 ß - Herzog haben dem Amtsrichter bei dem "Amtsgericht Langen Dr. Franz Specht den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt.
* • Gutsverkauf. Das von dem früheren Besitzer des HosguteS Lorlbach, Herrn Kliuaelböfer hier» ange-
kaufte seither Thon'sche Gut Waldkappel in Kurhessen hat eine Größe von 500 Morgen.
** Ein Automobil-Unfall ereignete sich heute vormittag nach 10 Uhr auf der S t r a ß e G i e ß e n - L 0 l l a r. Am Johannisberg hielten mehrere Fuhrwerke, deren Befltzer fruh- ftüdten, als ein Automobil sich in ziemlich schneller Fahrt näherte. Ter aus Heuchelheim stammende Holzsuhrmann Friedrich S t e i n - müllcr sprang über die Straße, das Automobil überfuhr ihn und brachte ihm schwere Verletzungen bei. An dem einen Bein erlitt er einen Knochenbruch, am andern einen SchienbeiN- bruch. Außerdem liegen Verletzungen am Kopf und innere Verletzungen vor. Dr. Währ mann aus Wicseck leistete dem Ver- unglüdten die erste Hülfe und die Gießener Sanitätskolonne holte ihn auf ihrem Krankentransportwagen ab. Das Automobil stammt aus Wiesbaden und gehört den Dunlopwerken. Die Fahrer trifft keine Schuld, erklärten sich aber trotzdem bereit, dem Verunglückten eine Entschädigung zu gewähren.
** Preisgekrönte Hundebesitzer. Auf der neunten internationalen Hunde-Ausstellung zu F r a n k f u r t_a. M., auf der 650 Hunde ausgestellt waren, erhielten folgende Hundebesitzer aus Oberhcfsen und den angrenzenden Gebietsteilen erste Preise: Schwan-Gießen (für deutsche Dogge), Schwelm-Nidda (Bernhardiner), Wallenstein-Alten-Luseck (Rottweiler), Schadeck VII. = Lollar, Goedeckemeyer-Wetzlar und Nuhn-Lollar (langhaarige deutsche Vorstehhunde), Beck-Vilbel (Spitz), Mettenheimer-Vilbet und Schmidt-Vilbel (Dachshunde).
**DieWohltätigkeitskonzerteder hiesigen Militärvereine haben erfreulicherweise eine Reineinnahme von 1159.81 Mk. ergeben. Die Gelder sind bei einem hiesigen Bankhause verzinslich angelegt, lieber ihre Verteilung an hülfsbe- dürftige Veteranen war von den beteiligten Vereinen in Kürze definitiver Beschluß gefaßt worden.
** D i e Bierpreise. Der Verein her Gastwirte von Gießen und Umgegend beabsichtigt, eine einheitliche Regelung der B i e r v e r k a u f s p r e i s e auf folgender Grundlage herbeizusühren: Das Dreizehntel-Glas soll 10 Pfg., das Vierzehntel-Glas 12 Pfg. und das Fünfzehtel-(2choppen-)Glas 15 Pfg. kosten. Mehrere hundert Wirte des Kreises Gießen in Stadt und Land haben sich schon bereit erklärt, zu diesen Preisen zu verkaufen, und die neuen Preise sollen in Kraft treten, wenn die Mehrheit Der in Frage kommenden Wirte dafür eintritt. Die teilweise mit dieser Preisregelung verbundene Erhöhung (die weitaus meisten Wirte verkauften schon seither Dreizehntel mit 10 Pfg.) ist dadurch bedingt, daß durch die Erhöhung der Bierfteuer verschiedene seither von den Brauereien getragenen Leistungen künftig für die Wirte in Fortfall kommen. Andere durch die Presse gegangene Mitteilungen über Bierpreis-Erhohuiigen beruhen auf Mißverständnissen.
• * Daß Brot wird teurer! Wie wir hören, stehl hier eine Erhöhung der Brotpreise bevor und zwar soll der Preis für ein Kilo um 2 Pfg. erhöht werden. Zurzeit haben wir in Gießen die billigsten Brotpreise von allen hesst- fchen Städten.
'"EinneuerAufrufdeSNationalvereins zur Verjüngung und Einigung deS Li b e ra l isin us ist uns zrigegangen. Er ist diesmal mit einer großen Reihe von Unterschriften versehen, namentlich aus deutschen Akadeinlker- kreiseu. Wir finden da u. a. folgende Namen: Tr. 'Magnus 231 ermer, Professor an der Universität Gießen; Georg D. W. Callwcy, der Verleger des ,Kunstivart" 111 München; Dr. Gottschalk, Vorsitzender des Vereins der 'Nationalliberalen Jagend; K.H e n r 1 ch, Staatsschuldbuchhalter, Darmstadt; Dr. Georg Hirth, Herausgeber der „Jugend", Mrffichen; Geheimrat Dr. Kittler, Professor an der rechn. Hochschule Darmstadt; A. Korell, Pfarrer, KömgSstädten bei Mainz; Dr. Bruno Sauer, Professor an der Universität Gießen; Franz von Stuck, Akademie-Professor und Kunilmaler, München; Dr. Ernst von Wildenbruch, Berlin.
* • D i e Gießener Volksbad - A.-G. hielt am Samstag nachmittag 5 Uhr im Sitzungszimmer der Bürgermeisterei ihre ordentliche Generalversammlung unter der Leitung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Juslizrat Dr. Gut- fleisch ab. Nach dem vom Vorsitzenden des Vorstands erstatteten Geschäftsbericht schließt die Bilanz mit 213 082,92 M. ab. Die Aktiva setzen sich zusammen aus: Aetriebs- lonto 2324,65 M., Kassakonto 183,46 M., Kontokorrentkonto 12 793,15 Al., Immobilien 135 941,81 st)!., innere Einrichtung 15 797,41 M., Maschinenk. 23 874,80 M., Mobilien 6016 M., Gewinn und Verlustkonto 16161,51 M. Unter den Passiven befinden sich: Aktienkapital 152 000 M., Hypotheken 48 000 M., Darlehen der Stadt Gießen 10 000 Ai., Reservekonto 24,54 M., Reingewinn aus dem Jahr 1906 3058,38 M. Die Unterbilanz verringerte sich von 16151,51 M. um den Betrag des Reingewinns auf 13 093,92 M. Der Reingewinn ist um rund 1000 9)1. höher als im Vorjahr, doch ist dies nicht auf erhöhte Betriebseinnahmen zurückzusiihren, sondern nur dem Umstand zu verdanken, daß 1906 größere Ausgaben sicher zu erwarten. U. a. wird das Schwimmbassin in den Oslertagen ausgebessert werden und außerdem ist der Ausbau der Wannenbäder 2. Klasse in der 'Männerabteilung und der Anschluß des gesamten Bades an die Kanalisation vorgesehen, wofür größere Mittel aufgewendet werden müssen. Die Rechnung ist von den Herren H. Emmelius und A. Gabriel geprüft und richtig befunden ivorden und die beantragte Entlastung wird einstimmig erteilt. Das ausscheldende Vorstandsmitglied Fr. Habenicht und die ausscheidenden AufsichtSratsnutglieder Prof. Dr. Fromme, Brauerelbesitzer Asprion und Beig. Georgi werden wiedergewählt. Tas weiter ausscheidende Vorstandsinitglied Stadtv. Haubach ist bereits von der Stadtverordneten-Ver- sammlung wiedergewählt worden. In der Generalversammlung waren Aktionäre mit 85 600 Ai. Kapital und 220 Stimmen vertreten. — Im Geschäftsjahr 1906 wurden im ganzen 116 445 Bäder verabreicht, nämlich 54 662 Schwimmbäder, 13179 Volksbäder, 19174 Wannenbäder, 2148 Heißluft- und medizinische Bäder und 27 282 Brausebäder.
* * Hessische StaatSweine. Am 21. und 22. März sand in Ni ainz die Versteigerung der 1904 er Weine der Großh. hessischen Wein bandomäne statt. Letztere hat es sich zur Aufgabe gemacht, nur Natur- und Edelweine anzupflanzen, damit das Publikimi wieder einmal an feine Weine gewöhnt wird. Ta der Jahrgang 1904 ausschließlich Weine von hervorragender Qualität geliefert hat, so war, wie man erwarten konnte, die Versteigerung Hart besucht. Aus den Preisen, die erzielt wurden, geht zur Genüge hervor, meld) edlen Tropfen daS Jahr 1904 hervorgebracht hat. So fanden verschiedene Weine zu dem Preise von Mk. 4400 und 4800 pro 600 L. ihre Käufer. Unter den Steigerern befanden sich 11. a. die Großh. Hofhaltung und der bekannte Restaurateur Kempinski in Berlin. Tie Liebhaber eines edlen Rheinweins in Ober Hessen wird cs interessieren, daß auch unsere Provinz zu den Abnehmern der
Domäneweine gehört, indem Weinsirmen aus Gießen, Alsfeld und Bad-Nauheim größere Posten erstanden.
•• Besitzwechsel. Das Möbelgeschäft Ferdinand Nenn stiel erwarb das Anwesen Blockstraße? für 90000 Mark von der Bausirma Abermann & Kling.
** Eine Lehrerversammlung, die aus allen Kreisen Oberhessens sehr start besucht war, fand am Samstag nachmittag im Cafö Ebel zu Gießen statt. Der Zweck der Veriammrung war die Einigung über i>ic Kandid atensr age zur Neuwahl eines Obmanns für den Landes-Lehrerverein. Auf Vorschlag dcs Lehrers Bendcr-Münzcnberg wurde Lehrer Rahn- Kiru^Gvus zum Leiter der Versammlung ernannt. In ausführlicher, mit Beifall nu|genommener Rede sprach er das Aedaiieru über den Rücktritt des verdienitvolten Obmanns Rektor Backes-Darmstadt aus, zollte der seitherigen Leitung des Landes-Lei,r.roereins volle Anerlennung und ging auf die höchst wichtigen Berufs- und ^tandcsiragen ein, die für die nach,um Jahre zu lösen seien. Dies er^rbere eine tatkräftige, zielbewußte öüijrung des Vereins. Redner schlug dann unter Beifall als geeigneten standidat.n Hauptfehler Storch-Butzbach vor. Die Lehrer Wagner- Großen-Buseck und M ü l l c r - Meßen traten demgegenüber für H u f f-Darmstadt ein, der als bewährter Schriftführer des Landes-Lehrervcreins Geschäftsführung uird Standes- , ragen eingehend leime und sich namentlich während der letzten Gehaltsbewegung verdient gemacht haoe, während Storch, depen energisasts Eintreten für Standesintercsstn; allgemein anerkannt wird, noch nicht dem Vorstand angehört. Hierauf zog Lehrer Rahn-Kirch-Eöns d^e Kaudü>..tur Storch zurück und emp,ahl unter allgemeiner- Zustimmung die Wahl des Herrn Storch zum Vor- Itanbdmitglieb. Einmütig wurde alsdann Huff-Darmstadt zum Kaiidioaten für du: Stelle des Obmanns proklamiert. Mit einem Hoch auf den Laudes-Lehrerverein schlag der Vorsitzende die würdig verlaufene Versammlung. — In Lehrerkreifen gilt die Wahl Huffs jetzt pls gesichert, da sich auch bereits die Mehrzahl der Bezirlsvercine Rheinhefsens und Starkenburgs für ihn erklärt habe.
Lich, 24. März. Gestern nachmittag wurde das Pferd eines Landivirts von Illbach am hiesigen Bahnhof s ch e ii und rannte mit dem Wagen auf dem Bahnhofsplatze ca. viermal im Kreise herum, während der Besitzer, die Leine in der Hand, zwischen den Vorderrädern hing, ohne, außer einigen Hautabschürfungen, Schaden zu erleiden.
• * Darmstadt, 23. Mürz. I. K. H. die Prinzessin Heinrich von Preußen trafen heute vormittag 10 Uhr mit Prinz Sigismund hier <m und wurden von I. K. H. dem Großherzog und der Großherzogin an der Bahn abgeholt. Tie Prinzejsin gedenkt während der Osterwoche hier zu verbleiben.
Mainz, 22. März. Zu ihrem Oster-GymnasiumS- Kommers hatten die diesjährigen Abiturienten der A n st a l t eine »Bierzeitung" herausgegeben, in der die Schulleitung des Tirektors Dr. Helm in humoristischer Weise kritisiert wurde. Der Direktor kam m den Besitz emes ExeuiplarS der Bier- zeilung. Er betrachtete sich in seiner Autorität schwer ge- ichädigt und enthielt zur Strafe sämtlichen ^lbitunenten die Entlass«ngszeugnijse vor. Auf Vorstellungen ver- ichiedener Väter, die nachweisen konnten, daß ihre Söhne keinen Anteil an der Herstellung der Zeitung hatten, wurde diesen ihr Reifezeugnis ausgehändigt. Den übrigen dagegen wurde es weiter vorenthallcn. Die jungen Leute, die ohne Zeugnis die Hochichule nicht besuchen können, haben n. d. Fkf. Ztg. die Entscheidilng des kNinlsteriums angerujen.
5b. Worms, 24. Marz. Ter Verband bet H elfischen Verkehrsvereine tagte gestern hier unter dem Vorsitz dcS Kommerzienrats S chm a h l-Mainz, wobei die sämllichen heifiichen Verkehrsvereine oerrrcten waren. Nach Erledigung geschä^tticher Allgeicgcuhetten entstand eine lebhafte Debatte über ein herauszugebendes „H essisches Ver ke h rs bu ch", von defsen Not- luenbigtcit man überzeugt war. Es sollen 50 Bilder darin ausgenommen werden, doch wirb der Vorftand ersucht, wegen eines Zuschusies sich mit der Negierung ins Benehmen zu setzen, auch sollen die Einzelvcreine wegen der Kosten nochmals beraten. Zur Frage der S ch i s r a h r t s a b g a b e n auf dem Rhein wurde beschlossen, gegen die Abficht der Einführung lebhaften Proteft einzulegen. Lluch gegen die B e steu e r un gder Fahrkarten wurde energisch Stellung genommen und beschlossen, daß dir hessischen Reiaistagsabgeordneten ersucht werben, die Beseitigung diefer Steuer anzustreben. Mehrere Redner wahmen zu den Fahrplänen Stellung; es wurde der Hofsnung Ltusdruck gegeben, daß die Pläne mehr dem Bedürfnis der Reisenden und der Einwohner entsprechend eingerichtet werden, lieber den Rheinischen Verrelirsverein berichtet der Vorsitzende. Hier wurde der Wunsch nach vermehrter Reklame laut. So wurde die Errichtung einer Wanderausfiellung vorgeschlagen, weiter Lichtbildervorträge, Errichtung eines Vcrkehrsarchives, Wschafsung der Automobilsteuer, sowie die Erweiterung der Telephonsprechzeiten an Sonn- und Festtagen. Der Bund deutschen Vertehrsvereine teilt mit, daß ans sein Gesuch an den Eifenbal-nminister das kostensreie Aushängen der Plakate der Vertehrsvereine gestattet worden fei. Die Vereine werden ersucht, hiervon redjt starken Gebrauch zu mack-en. Zu der Besteuerung der Ausländer in Hessen wurde dem Bedauern über ihre Doppelbesteuerung Ausdruck gegeben, da man hierdurch den Zuzua unterbinde. Schließlich wurde noch beschlossen, daß sich die Vereine an der Landesausstellung 1908 in Darmstadt beteiligen. Es sollen Plakate, Photographien, Prosepkte usw. zur Ausstellung kommen; wegen eines geeigneten Raumes sind Unterhandlungen im Gange. Zum Vorort wurde mit Rücksickft auf die nächstjährige Ausstellung D a r m st a d t gewählt. An die Versammlung schloß sich gemeinsames Essen.
Kassel, 22. März. In einer hier stattgehabten Versammlung des Landesverbandes der Deutschen Reform- p art ei für Hessen kam cs nach einem Vortrag des Abg. Werner zu Auseinandersetzungen über die Stellungnahme zu den gleichfalls antisemitischen Deutsch-Sozialen. Tie Redner erklärten sich in ihrer großen Mehrheit dafür, daß die Deutsch- Sozialen von den Reformern in allen hessischen Kreisen aufs entschiedenste zu bekämpfen seien. Die Versammlung billigte die Zuzählung der Refonupartei zur Reichspartei zwecks Erlangung von Kommissionssitzen.
Wiesbaden, 24. März. Exzellenz Prof. v. Berg, mann, der seit einigen Tagen mit seiner Familie zur Ku> hier weilt, ist, wie der „Rh. Kur." erfährt, plötzlich so schwel erkrankt, daß er sich gestern einer Operation unterziehen mußte. Tas Befinden v. Bergmanns ist heute nach einer gut verbrachten Nacht verhältnismäßig befriedigend.
* * Wiesbaden, 23. März. Der frühere Landivirtjchafts- minister von Podbielski erfreut sich gegenwärtig wieöei einer fast normalen Gesundheit. Durch den Kurgebrauch hier hat sich sein Gallcnsteinleiden derart gebessert, daß nach ärztlichem Dafürhalten eine vollständige Genesung nicht ausgeschlossen erscheint. Herr von Podbielski wird in der nächsten Woche nach seinem Gut Dalmm zurückkehren.
* * Bad Orb, 23. März. Wie der „Order Bezirksbote^ meldet, ist der Stadtpfarrer Röhre seines Amtes als Ortsschulinspektor enthoben worden. Desgleichen wurde dem Stadtkaplan Rünz die Genehmigiing an der bijchöflichen Lateinschule entzogen. Tie Ursache der Maßregel ist m dem Verhalten der beiden während der Reichtags-


