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20/12/1907 Zweites Blatt
 
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Awettes Blatt

Freitag #O. Dezember 1907

157. Jahrgang

daß nicht die studidrende Jugend an diesen

Nähkorb, als Anzeige erstattet werden sollte. Als dann

ge'

derartigen falschen Schlüssen behärden über ihre Pflichten Bei einiger Ueberlegung hätte würdigen Sittlichkeitsdokuments

Universitäts- Halten rot(L dieses merk- sagen müssen, hohen Ziffern

gelangt und eine Vorlesung der Schreiber sich doch selbst

der Ständekammern entgegensetzen. Sämtliche Beschlüsse wurden einmütig gefaßt. (Siehe auch den Kammerbericht.)

* Eine bedenkliche Statistik. DaS »Mainzer Journal" leistet sich unter vorstehender Ueberschrift eine ungerechtfertigte Beleidigung der deutschen Studentenschaft und der Universitälsbehorden, sowie des weiblichen Bevölkerungsteils der Universitätsstädte. Das Blatt schreibt:

»Die neue Geburtsstatistik für das Jahr 1906 findet in einem Berliner Blatte eine eigenartige Beleuchtung. Das Blatt stellt nämlich fest, daß die Zahl der unehelichen (Geburten in den Universitätsstädten ungeheuer hoch ist. An der sehr traurigen »Spitze" staub Marburg, wo 37,7 Prozent aller Geburten unehe­lich waren! Gießen hat 32,7 Proz., Greifswald 31,1 Proz, München 26,7 Proz., Tübingen 32,2 Proz., Heidelberg 25,4 Proz., Jena 24,4 Proz., Bonn 21,7 Proz. gegen nur 12 Proz. in Köln und gar nur 6 Proz. in Koblenz. Hoffentlich geben diese er- schrecklichen Zahlen den Universitätsbehörden einen Wink dahin, daß es mit der Erziehung der Jugend zur Gelehrsamkeit nicht genug ist. Gerade die Heranwachsende Jugend der gebildeten Kreise sollte nicht vergessen, daß sie in erster Luiie die Pflicht zu ge­sittetem Betragen hat. Die Tatsache übrigens, daß die so große Stadt Köln nur 12 Prozent unehelicher Geburten hat, läßt sich nicht gerade als Beleg für die Sittenlosigkeit der Großstädte ver­werten."

Das Blatt behauptet also mit dürren Worten, daß die Studentenschaft an der Höhe der unehelichen Geburten in den Universitätsstädten Schuld sei. Wir finden es unbegreiflich und anmaßend zugleich, daß ein Blatt in so gedanken­loser Weise durch mißbräuchliche Benutzung der Statistik zu

Rotationsdruck und Certag der BrSHNche» Universität? - Buch- imb <BieinOrudc$tt» St Senge, Liehe».

Erscheint tigfi# mtt Ausnahme bei Sonntags.

»Sletzeaer LamiNendlStter^ werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, bofl ^Urelsblatt füt dev Kreis Gießen" zweimal Wöchentlich Der ^hssftfche tftnbwlrt" erscheint wotitd) einmal.

Redaktion. Expedition und t/niderd: Schul» st ratze ? Expeditton unb vertag «M* 6L Aedaktton: 112, Tet-Aür» 'netzen.

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Dez. Der Kaiser hat den Prinzen iubttng von Bayern durch Kabinettsorder vom 17. d. M. ja suite des 2. Seebataillons gestellt.

Der Kronprinz hat, wie verlautet, dem Prinzen von Baden die Pa Len stelle für seinen 5 h n, dessen Taufe bekanntlich am 21. d. M. stattfindet, Ertragen.

Der bisherige dritte Sekretär bei der Botschaft in ^shington, Fürst zu Lynar, ist in gleicher Eigenschaft in die Botschaft in Rom versetzt worden. An seine Stelle j-i Washington tritt der bisherige Attachee v. Stumm, zum Legationssekretär ernannt worden ist.

Wie von zuständiger Seite mitgeteill wird, sind jic Entwürfe über das Spiritus-Monopolundeine Zigarren -Banderole-Steuer nunmehr dem Bun- ^.rat zugegangen und von diesem an die Ausschüsse zur Mberaiung überwiesen worden.

-T- In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde dem liebereinkommen mit Belgien und Italien, berreffenb den Schutz an Werken der Literatur, ginft undPHolographien, die Zustimmung erteilt.

München, 19. Dez. Die Kammer der Reichs- jate nahm einstimmig das Gesetz über die Aufwands- ^tschädigung der Abgeordneten au.

fieren bei ihm 25 Pfg. koste. Er hoffte, damit den neuen Kunden zum Verlassen des Lokals zu veranlassen; dieser aber meinte:Schad nix, wenn nur gut genmcht wird." Wohl oder übel mußte auch dieser Kunde bedient werden. Erstaunt aber war der Südländer, daß man ihm zum Schluß nur den orrsüblichcn Prers- von 15 Pfg. abnahm.

Freiwillige für das XVIIL Armeekorps. Vom 7. Januar 1908 ab können sich die jungen Leute, die im Jahre 1908 bei einem Truppenteil des XVIIL Ar­meekorps als einjährig oder mehrjährig Freiwillige ein­treten wollen, an jedem Dienstag bis 10 Uhr vormittags unter Vorlage der vorgeschrieöenen Papiere in den Ka­sernen der betreffenden Truppenteile zur ärztlichen Unter- juchung melden.

** Age nt Sch. Auch Agent Hch. Schaumberger hat, wie er uns mitzuteiten er;acht, nichts mit der Straf- kammer^-Verhandlung zu tun, über die wir in der letzten Samstagsnummer üerrchteten.

itj Bad-Nauheim, 19. Dez. Der hiesige Bahnhof nnrd im nächsten Jahre eine Erweiterung erfahren, die sich bis in die Gemarkung Schwalheim erstrecken soll. Von der Eisenbahndirektion Frankfurt sind hierfür 70 000 Mark vorgesehen. Außer einer beträchtlichen Vergrößerung des Bahnhofsgebäudes werden die Bahnhofs anlagen eine Anzahl weiterer Gleise erhalten.

ctz F r i e d b e r g, 19. Dez. Die Aktiengesellschaft Städte sches Schwimmbad Friedberg hat nunmehr beschlossen, die Erbauung des Bades noch im Winter zu beginnen, damit bis zum 1. Oktober 1909 das erste Bad genommen werden kann, wie es sich der Stifter der ersten 50 000 ML. ausdrücklich ausgedungen hat. Das Grundstück, aus dem der Bau errichtet werden soll, hat die Stadt Friedberg zur Verfügung gestellt, es hat einen Wert von 28 000 M. und befindet sich inmitten der Stadt in der Haa- straße. Als Kapital sind 185 000 Mk. vorhanden, davon 75 000 ML. als bare Geldgeschenke und 110 000 ML. in Aktien. Die Gesellschaft ist auf die Dauer von 25 Jahren gegründet. Zum Vorstand wurden gewählt W. Georgi, Ferdinand Damm, Bürgermeister Stahl, Buchhändler Scriba und Brauereibesitzer Steinhäuser.

§ Schotten, 19. Dez. Tie in Nr. 297 gebrachte Notiz ist dahingehend richtig zu stellen, daß Geh. Rat Schönfeld nidjt vor zlvei Jahren sein 50 jähriges Dienst­jubiläum, sondern feinen 70. Geburtstag feierte. Das 50jührige Dienstjubiläum findet anfangs Januar n. I. stall.

R. B. Darmstadt, 19. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde ein Antrag der zu­ständigen Ausschüsse angenommen, das W a s s e r g e l d f ü r Kleinkonsumenten von 22 auf 20 Pfennig pro Kubik­meter Herabzusetzen. Ferner wurden für Erweiterung des städtischen Krankenhauses (Einrichtung eines Operationssaales usw.) 110 000 Mk. bewilligt. Ein schon im Frühjahr gestellter Antrag des sozialdemokratischen Stadtv. Stephan umunentgeltlicheLieferung der Lehrmittel für die Kinder der städtischen Schulen wurde abgelehnt, dagegen ein Antrag des Schulvorstandes angenommen, daß die sog. kleinen Lehrmittel (Hefte, Blei­stifte usw.) allen Kindern gewährt werden sollen, die sie beanspruchen. Ein Gesuch um Ausdehnung des Kauf­mannsgerichtes auf den Kreis Darmstadt soll be­rücksichtigt werden, wenn die interessierten Gemeinden sich an den Kosten beteiligen,.

dennoch Anzeige erfolgte, gestand die Person nicht allein diese Diebstähle ein, sondern gab auch zu, in der vorigen Woche noch einen Gelddiebstahl ausgeführt und sich eine Boa dafür gekauft zu haben. Die Polizei nahm die Diebin fest. ES handelt sich um eine wiederholt rückfällige Diebin.

** Abge b litz v In ein besseres Barbier-und Friseur­geschäft tritt gegen Abend ein italienischer Arbeiter, tun sich rasieren zu lassen. Ter Inhaber des Geschäfts, der gerade einen Blunden bedient, sieht sich den von der Arbeit ge­kommenen, gerade nicht besonders sauber ausschauenden Jtaliano von der Seite an und erklärte ihm, daß das Ra-

Reichstagswahlkreisen der preußischen Provinzen Hessen-Nassau, Rheinprovinz und Westfalen und des Groß­herzogtums Hessen, um sich über schwebende politische Fragen zu besprechen.

** Tur ne r rs ches. Die Turnvereine M e l l n a u und Rosenthal sind in den Gau Hessen aufgenommen und dem 1. Bezirk zugeteilt worden.

** Gefährliche Ba hnübergänge. Abg.Brei- d e n b a ch hat an die 2. Hess. Kammer eine Anfrage ge­richtet, nach welcher er von der Regierung Auskunft dar­über wüuicht, ob es ihr bekannt sei, daß an den Bahnüber­gängen in Dorheim, Beienheim, Reichelsheim und Melbach in Oberhessen Gesabr drohende ©teilen vorhanden sind, und was sie zu tun geoenke, um eventuellen llnglückssällen vorzubeugen.

** Ein Duell, von dem damals nichts bekannt ge­worden ist, hat am 31. Oktober hier stattgefunden. Das Kriegsgericht der 14. Division in Düsseldorf verurteilte am Mittwoch wegen Zlveikampses mit tödlichen Waffen den Leutnant der Reserve Bergassessor Wiebe vom Jns.-Negt. Nr. 82 zu vier Monaten Festungshaft und den Leutnant Bergassessor Bellingrodt vom Ulanenregiment Nr. 11 wegen Kartelltragens zu einem Tag Festungshaft. Der Ehrenhandel wurde am 31. Oktober ausgetragen. Wiebe wurde dabei verletzt»

** Diebisches Dienstmädchen. Bei einer hiesi­gen Herrschaft war vor drei Wochen ein Dienstmädchen! aushilfsweise eingestellt worden. Am verflossenen Sonn­tag verschwanden nun auf rätselhafte Weise aus einem Zimmer oes Hauses Gold sch muck fachen im Werte von 500 Mark. Auch wurden Kleidungsstücke Von nicht unbedeuten­dem Werte D ermißt, weshalb sich der Verdacht auf die

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Sberheffen

der unehelichen Geburten in den Universitätsstädten die Schuld trägt, sondern die Tatsache, daß in den Universitätsstädten Frauenkliniken vorhanden find, in denen vorwiegend unehelicher Mütter Kinder von außerhalb untergebracht werden.

** Bürgermeister-Versammlung. Eine sehr gut besuchte Versammlung der hessischen Bürger­meister sand am Donnerstag mittag unter Vorsitz des Bürgermeisters Metzger-Laugen in Darmstadt statt, um Stellung zu der Regierungsvorlage über die Für­sorge für die Gemeindebeamten zu nehmen. Allerseits wurde das Vorgehen der Negierung begrüßt, daß sie zugunsten der Bürgermeister und Gemeindebeamten im Falle der Dienstunfahigkeit eine Fürsorge treffen wollte und es wurde insbesondere auf die Vorteile einer solchen Fürsorge hingewiesen. Bei einzelnen Stellen der Vorlage wurden aber lebhaft weitergehende Wünsche zur Geltung gebracht, so dahin, daß der Beitritt der Bürgermeister nicht etwa timt der Genehmigung des Gemeinderats ab­hängig sein sollte, weiter, daß im Falle einer Nichtwieder­wahl entweder in der ersten oder doch in der zweiten Periode ein Ruhegehalt bewilligt werden solle. Auch das Eintrittsgeld (10 Proz. des Gehalts) wurde für sehr hoch erachtet. Sodann wurden noch die Uebergangsbestimmun- gen mit einer erheblichen Nachzahlung einer Kritik unter­zogen. Des weiteren wurde der Wunsch laut, daß alle Bürgermeister berechtigt sein sollten, der Fürsorgekasse bei­zutreten, nicht allein solche, die eine Vergütung von 1000 Mark bezögen. Eine Reihe von Bürgermeistern nahm zu den verschiedenen Fragen das Wort, ebenso auch die Land­tagsabgeordneten ti. Brentano und Dr. Osann. Außer diesen war noch eine Anzahl Landtagsabgeordneter mrwesend, wäh­rend andere durch die Kammersitzung verhindert waren. Einstimmig war der Wunsch, daß man unter allen Um­ständen suchen solle, die Gesetzesvorlage zur Durchführung zu bringen, well ihre Vorteile gegenüber dem jetzigen Zustand bedeutend wären.

** Die Fürstin Sophie Galitzin ist, wie wir von geschätzter Seite erfahren, vergangenen Sonntag in Straßburg gestorben. Die Verstorbene wohnte 22 Jahre in Gießen und die Nachricht von ihrem Ableben wird von vielen unserer Leser mit Bedauern vernommen werden.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei­williger Feuerwehren wurde verliehen durch Ent­schließung S. K. H. des Gr o ß h e r zo g s dem Georg Fried­rich Grein zu Kirtorf.

** Lehrerpersoualien. UeBertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ewstav Jung ans Merlau die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Maulbach. Erledigt ist eine mit einem errang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Objer-Breidenbach.

** Die Ziegel-Industrie in unserem Bezirk, die in den letzten 10 Jahren ihre Produktionsfähigkeit in Rück­sicht auf die starke Bautätigkeit erheblich ausgedehnt hat, kann auch auf das zu Ende gehende Jahr mit Befriedigung zurückblicken. Trotzdem das Bauen in dem natürlichen Ab­satzgebiet für die Ziegeleien, in Gießen nach Fertigstellung der großen öffentlichen Gebäirde, feit Mitte des Jahres erheblich nachlreß und die Werke ihre Produktion nicht im geringsten eingeschränkt haben, sind nennenswerte Vor­räte an Ziegelsteinen nicht vorhanden. Die Ursache hierfür ist darin zu finden, daß in den kleinen oberhessischen Land­städten unb in den Dörfern unserer Umgebung eine ver- nrehrte Bautätigkeit einsetzte. Auch die durchschrilltlich er­zielten Preise für Hintermanerungssteine waren, wenn auch nicht hoch, so doch ausreichend. Nach Sage der Berhält- nijje hoffen die im Winter über stilliegenden oder we­nigstens mäßig produzierenden Ziegeleien, im Februar oder Marz die volle Produllion wieder aufnehmen zu können. Ebenso ist die geschäftliche Lage der Kalkwerke im Bezirk im abgelaufenen Jahre recht günstig gewesen.

* Nationalliberale Vertrauensmänner. Am verslosserren Sonntag tagten im Lass Großherzog von Hessen eine größere Anzahl von Vertrauensmännern der nationalliberalen Vererne gM sieben benachbarten

neue Aushilfe lenkte. Diese aber brachte die Schmuck­stücke wieder in das Zimmer und versteckte sie in einem

Ausland.

Wien, 1& Dez. Die slavischen Parteien be- ^iSchtigeu, morgen in der Delegation eine Anfrage ib den Minister des Aeußern zu richten, die einen si otest gegen die preußische Polenvorlage mchalten soll.

Stockholm, 19. Dez. Das Leichenbegängnis König Oskars Hut heute mittag stattgefunden.

Ans S<a0t utto »ans.

Gießen, 20. Dez. 1907.

Hagelversicherung.

Der Bezirksdirektor Gutspachter W i t t m c r - Dotten-, selkerhof hatte für den 18. Dez. die bei der Norddent-- sH en Hagelversicherungsgesellschaft versicher- tw Mitglieder der Provinz Oberhessen zu einer ordentlichen Iezirksversammlung nad) Stockheim eingeladen.

allen Kreisen der Provinz waren Landwirte erschienen. $it- Provinz Ober Hessen, die in früheren Zeiten als sehr !kxelsicher galt, hat drei aufeinander folgende sckiwere ^igeljahre hinter sich, das letzte Jahr übertraf seine Vor­iger in dieser Beziehung erheblich, insbesondere war ta. Vogelsberg stark mitgenommen. So ist es erklärlich, Ich man sich um Hagelangelegenheiteu mehr kümmert 815 sonst und daß das gegenHagelschaden Versichern" eine dringende Notwendigkeit immer mehr anerkannt wird. In zahlreichen Gemarkungen haben es besonders im (tsien Sommer viele Landwirte bitter bereuen müssen, an Äschern Ende gespart zu haben. Die Hagelschäden waren ch sehr groß und ließen auf vielen Aeckern nichts zu ernten übrig.

Gegenseitigkeitsgesellschasteu und Miengesellschaften ijentien sich von jeher im Hagelversicherungswesen scharf zexenüber. Die ersteren haben nur die Berwaltungskosten herauszuwirtschaften, die Aktiengesellschaften müssen cben- fflifs die Berwaltungskosten verdienen und dazu noch die Dividenden für ihre Aktionäre, denn diese haben doch der Dividenden wegen die Mtien gekauft. Treten bei den IgegegenfeiligfeitSgefettfd)aften die Landwirte für einander rin, d. h. zahleir die, die keinen Hagelschaden erlitten ^haben, den durch Hagel Geschädigten den Schaden in der Hauptsache, so müssen die Aktiengesellschaften ihre in Einstigen Jahren angesammelten Reserven angreifen. Diese Jeroen sind in den letzten hagelreichen Jahren aber meist shon über Gebühr nngegriffen und die Gesellschaften sind Meist genötigt, die Aktionäre heranzuziehen, um ihren ^Ber- Dichtungen ben Hagelbeschädigten gegenüber gerecht wer­ten zu können. Sollten noch ähnliche Hageljahre folgen n der nächsten Zukunst, bann stehen diese Aktiengesell- hasten auf weniger festen Füßen als der.Vogelsberg.

Es ist ganz selbstverständlich, daß es bei solchen Hageb- tfyten auch den GegenseitigkeitsgeseNschasten nicht rosig .ehen kann. Die Prämien müssen höher werden, damit ie .Hagelschäden bezahlt werden köimen, die Last wird für tn Üanbiviit drückender. Mer er hat die absolute Gewiß- üt, daß ihm fein Schaden voll bezahlt wird. Waren es i vergangenen Jahren ferner liegende Landschaften, die Hw er durch Hagel litten, so floß ein Zeit unserer Hageb- ersid)erungsprämien dorthin ab. In den letzten Jahren bürden unsere Fluren schwerer getroffen, die Prämien tret, die wenig oder gar nicht durch Hagelschaden be- rossen wurden, flössen nunmehr uns zu, um einen Aus- leich zu schaffen.

Belarintlich hat die Großh. Regierung mit der Nord- eutschen Hagelversicherungsgesellschaft einen Vertrag ge- hlossen, durck) den alle Garantien geboten sind, um die tssischen Landwirte tunlichst vor Nachteileil zu sck)ützen. ähnliche .Verträge hat die Gesellschaft schon seit einer ieihe von Jahren mit Württemberg, Baden und den Reichs­anden Elsaß-Lothringen abgeschlossen. Der Vertrag mit Württemberg ist vor einigen Jahren wieder erneuert JorbetL . _ . , ,

Die jetzige Verhandlung, die vorlauftg nicht eingehend biedergegeben werden soll (aus naheliegenden Gründen), Latte Vas Ergebnis, daß die hessisck)en Landwirte ver- stauensvoll den Itaßnahmeu der Slaatsregierung und