Kirche, stets gcfdjühl, gepflegt itnb gefßibcrt worden. CBt’ifntf.) Wer unter dem. Schutz der Kirche steht ist oster micf) sicher Vor Ausschreilimgen in Sachen der Nationalität. Zwei Rich- tiingcn machen sich in dieser Hinsicht bermerkbar. Tic eine übertreibt den allgemeinen Menschheitsbegriff und kommt zu dem unfruchtbaren Weltbürgertum, so daß sie mit fflectyt als unter» laudsloö bezeichnet werden muß. Dieses unfruchtbare Weltbürgertum siuden luir sehr stark vertreten in den Neiheu bet Sozialdemokraten. Die andere Richtung übertreibt den -cationalitätsbegrisf und fülwl daher zu Ausschreitungeil bedenklichster Art. Es sind das die. Leute, die uns als antinational bezeichnen. (Lebh. Pfliirnfe.) Entrüsten Sie sich nicht, Sie kennen ja die Leute, die diesen Gedanken vertreten. Dieses überspannte Nationalitätsbewnßtsein ist eine traurige Verirrung, die schließlich zlim Geiste der Revolution führen muß. Wir sind gute Deutsche und wollen als gute Deutsche gelten. Wir wollen bereitwillig lind pslichtgetreu dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Wir sind treue Söhne des Vaterlandes und wollen auch dafür gelten. Wir sprechen die Vaterlandsliebe auch audercn nicht ab. Untere Liebe zur Nation beruht nicht nur auf Menschen- satzung, sondern auf Gottes Gebot. Nach dem vierten Gebot sollen wir nicht bloß Vater und Mutter, sondern auch den König ehren nnb !das Vaterland lieben. (Lebh. Beifall.) Wie lvir das Gefühl der Siebe, und Treue zur Kirche haben, so haben wir auch Liebe uud Treue zur Nation, zum Fürsten und zum Vaterland. (Lang- anhaltender Beifall.)
Darauf sprach Professor Dr. Schor er (Freiburg) über: Charitas. Er wies besonders auf die Auswüchse der .Heimarbeit hin und auf die private Wohltätigkeit. Der vierte Stand brauche nicht Barmherzigkeit, sondern Gerechtigkeit. Der Redner wendet sich gegen die Wohltätigkeitsveranstaltungen. Das Ver^ gütigen herrscht dabei vor. Das vertrage sich nicht mit der echt christlichen Nächstenliebe. Der Redner schloß mit der Empfehlung der echten christlichen Charitas dem Nächsten gegenüber.
Mit stürmischen Beifall begrüßt sprach dann Reichstags- nbgeorbnetcr Laudgerichtsdirektor Gröber (Heilbronn) über: Katholizismus und wirtschaftliches Leben. Er führte aus: Als Motto möchte ich meiner Rede voransetzen das Mötlo des heiligen Augustinus: „Jede Gesellschaft kann glücklich sein, deren Königin die Wahrheit, deren Zweck die Liebe, und deren Ziel die Ewigkeit ist." (Beifall.) Wir wollen den wirt- schaftlitclien Frieden. Wenn wir aber kämpfen müssen, so wollen lvir uns immer als Christen fühlen und Gerechtigkeit und Liebe zeigen. (Beifall.) Nur eine Wirtschaftsordnung, die aus Gerechtigkeit und Liebe aufgebaut ist, kaun den Abstand zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern dauernd verringern. Beide sollen sich nicht bis nn die Zähne bewaffnet gegenüberstehen. Schon die Tarifverträge haben Gutes gewirkt. Sie sind Friedensdokumente. (Beifall.) Leider sind in Bahern in letzter Zeit verschiedene Tarif- Verträge von den Arbeitern gebrochen worden. Tas ist bedauerlich, die Arbeiter schaden sich dadurch selbst am meisten. Paritätische Arbeitskammern haben wir schon vor 33 Jahren auf dem Katholikentage gefordert. Wenn a u ch d i e S t e l l u n g meiner Freunde z u r Regierung s i ch geändert hat, die Arbeitskammerri werden wir schon bewilligen helfen. (Lebh. Beifall.) Ter Rediier bespcicht bann die weiteren Forderungen des Zentrums in wirtschaftlichen Fragen und schloß mit der Versicherung, daß die Abgeordneten im Reichstage auch fernerhin für die berechtigten Forderungen des vierten Standes eintreten werden. (Stürmischer Beifall.)
Tarauf wurde die Versaiiirnlung geschlossen. Am Abend findet ein Kellersest statt.
Ans Sta-t und Land.
Gießen, 30. August.
**Der Dank der Landes Universität. Der Großh. Handelskammer Mainz als Vorort des Hessischen HandelS- kammertageS ist voin Rektorat der Landesuniversität nachfolgendes Dalikschrelbeii für die Beglückwünschung zur Dreijahrhundertseier zilgegangen:
Für die Glückwünsche deS Hessischen HaiidelSkammertages zu unterem Feste sagen wir nuferen aufrichtigen Dank. ES hat uns ganz befonbcrS gefreut, darin das 9lnerfenntni8 der Vertreter deS praktischeii Lebens für iuisere Tätigkeit zii sehen. ES darf uns das als ein Beweis dafür gelten, daß unsere Arbeit für die Praxis nicht unfruchtbar bleibt. Wir werben auch stets der Pflicht eingedenk sein, baß mir für bas Leben arbeiten nnb bie ftugenb für ihren Berni vorzubereiten haben. Wenn wir bas durch bie Einführung bet Studierenden in bas streng wissenschaftliche Denken tun, so föimeit wir nicht immer beS allgemeinen Dankes sicher fein. Um so mehr muß es und freiten, daß Männer deS modernen Lebens bie Tätigkeit einer gern am alten hängenden Hochschule anerkennen. Wir wollen stets den Forderungen der Zeit nachzukommen suchen; ist eS doch auch unS eine Freude, am aufblühenden Leben teilzunehmen. Freude und Genugtuung bereitet es nn3 auch, und ein Ansporn zu weiterem Streben ist es, wenn wir die Gemeinschaft aller Anstalten unseres Landes empfinden, bie hi vereinter über die LandeSgrenzen hinausreichenber Arbeit Hessen aufwärts führen. — Wir sind uns auch stets bewußt, baß wir bem Hanbelskanuneitag für manche Anregung nnb für reiche Unterlagen wertvoller Studien zu danken haben.
** Ordensverleihung. S. K. H. der Groß- Herzog haben dein Forstwart der Forstwartei Ermenrod, Förster Joh. Schmelz zu Schellnhausen aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
** Erledigt sind: Eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende L e h r e r i n st e l l e an der Gemeindeschule zu Bürstadt; eine mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der EKineiudeschnle zu Neckar-Hausen und die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 2. Lehrer-, stelle nn der Gemeindeschule zu Eraiufeld.
** R e g i e r n n g s a s s e s s o r e n. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des..Innern wurden die Referendare Dr. Herm. Braun in Herbstein, Dr. Ernst Goldschmidt in Mainz, Ludw. Schneider in Weiterstadt, Dr. Will). Thomas in Mainz und Otto Zentgraf in Ebcrstadt bei Darmstadt zu Regierungsassesforen ernannt.
Ileber die ( ....... u n g einer HaltHstelle
am Nordende der Stadt Gießen spricht sich dec Bericht der Großh. Handelskammer wie folgt aus: Der andauernde wirtschaftliche Rückgang des nördlichen Teiles der Stadt Gießen hatte im Laufe des Berichtsjahres wiederum das Interesse der Einwohnerschaft aus das Projekt der Errichtung einer Haltestelle für den Personenverkehr am Rod becg gelenlt. Auch wir konnten uns dec Erkenntnis nicht verschließen, daß die Errichtung einer solchen Haltestelle ein Mittel znr wirtschaftlichen Hebung des nördlichen Stadt teils bieten würde. Leider haben die hierüber stattgehabten Verhandlungen bi? jetzt zu einem befriedigenden Ergebnis nicht geführt; wohl erklärte sich die Eisenbah-nverwaltung bereit, in eine Prüfung der Anlage- und Betriebskosten cinzutcelen^ wenn die Stadt Gießen die Anlagekosten über nehmen winde. Die Stadtverwaltung zeigte ftch auch dem Projekt durchaus nicht abgeneigt, glaubte aber im allgemeinen Znleresse ihrerseits die Forderung stellen zu sollen, daß die Grundbesitzer des nördlichen Stadtteils, die docy in erster Linie die Vorteile jener Anlage haben würden, 50000 Mk. zu den Kosten beiti igen. diese Summe n schon gedeckt sein, wenn jeder Grnndbi'sltzer, da der Be vauungsplan |ür die Schwarz lach nno das Garten feto ein Gebiet von vunb 250000 Quadratmeter umfaßt, nur 20 Psg.
für den Quadratmeter seines Besitzes beisteueru würde. Tie Stadt ihrerseits würde, abgesehen von den Zinsen für die Kosten der Straßenanlagen, welche bei Errichtung der Haltestelle früher hergestellt werden müßten, als sonst nötig wäre, und den Kosten für den Grunderwerb nach Maßgabe ihres Besitzes in jener Gegend noch 13 000 Mk. beisteuern. Nach uns von zuverlässiger Seite zugegangenen Mitteilungen scheint die finanzielle Unterlage des Projektes gesichert zu sein.
** Unser Omnibus wird int allgemeinen in den heißen Monaten bedeutend stärker benutzt, wie in den kalten. Von den Gesamteinnahmen des Jahres 1906 mit 21 499,20 Mark entfielen auf die drei Sommermonate Juni, Juli und August 6477 Mark, auf die drei Wintermonate Dezember, Jannar und Februar dagegen nur 4674,50 Mark, während das Frühjahr mit 5128 Mark und der Herbst mit 5217,40 Mark in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen standen. Der beste Monat überhaupt war der Juli mit 2463,20 Mark uud der schlechteste der Februar mit 1410,50 Mark. Aus dem Umstaud, daß trotz des bedeutend schlechteren Zustandes der Straßen gegen das Vorjahr nur 63,50 Mark weniger eingenommen wurden, kann geschlossen werden, luie sehr eine regelmäßige Fahrgelegenheit nach und von dem Bahnhof dem allgemeinen Bedürfnis entspricht.
** D i e Biebertalbahn im Jahre 1906. Nach dem Berichte der Großh. Handelskammer zu Gießen wurden im Jahr 1906 von der Biebertalbahn im ganzen einschließlich Vieh und ausschließlich Dieustgut 68106,23 (1905: 68542,45) Tounen befördert, also pro Bahukilomeler 7567,36 (7615,83) Touuen uud pro Nutzkilvmeter 1,03 (1,10) Tonnen. Befördert wurden Eilgut 20,5 (16,22) Tonnen, Frachtstücken t 698,58 (629,39) Tonnen, gedeckte Wagen 992,9 (849,57) Tonnen, offene Wagen 430,8 (431,75) Tonnen, Sturzgüter 65 941,69 (66 592,51 )Tonnen, 16 (19) Stück Großvieh und 224 (240) Stück Kleinvieh. Die hauptsächlichsten Transportmittel waren wieder Kalksteine und Erz. Ferner wurden 254 737 (242 036) Personen befördert, d. h. pro Bahnkilometer 28 304 (26 893) und pro Nutzkilometer 3,9 (3,9) Personen. Die Einnahmen betrugen aus dem Personen- und Gepäckverkehr 39 280,80 (37 426,20) Mark, aus dem Güter-- und Viehverkehr 54 881,88 (56 269,33) Mark und aus son- stigen Quellen 821,68 (965,52) Mark, zusammen 94 984,96 (94 661,05) Mark oder pro Bahn-Kilometer 10 553,82 (10 517,89) Mark und pro Nntzkilometer 1,43 (1,52) Mark. Die Ausgaben beliefen sich auf 60 207,78 (58 305,65) Mark oder pro Bahukilometer 6689,70 (6478,41) Mark und pro Nntzkilometer 0,91 (0,d0) Mark. Der Betriebskoeffizient stellt sich auf 63,4 (61,6) Prozent. Der Neberschuß betrug 1906 31 777,08 Mark gegen 36 355,40 Mark im Jahre 1905 und 41589,45 Mark im Jahre 1904.
nf. Stumpertenrod, 26. Ang. Seit einer Woche herrscht in unserem stillen Torfe eine Masernepidemie, welche binnen wenigen Tagen einen solchen Umfang annahm, daß fast 90 Proz. sämtlicher Schulkinder davon ergriffen wurden. Seltsamerweise aber sind bis jetzt alle noch nicht schulpflichtigen Kinder mit ganz wenigen Ausnahmen. verschont geblieben. Tie Epidemie tritt im allgemeinen zicinlich schwer auf, da sie zum Teil vou Er- l'ranlungen der Atmuugsorgaue begleitet ist. Die Kinder verleben auf diese Weise ihre Ernteferien nicht aufs schönste. — Wie man hört, sollen bei der in den letzten Tagen voin hiesigen Pfarramt veranstalteten Sammlung zugunsten der nicht versicherten Abgebrannten in Herbstein im ganzen Kirchspiel io e i t über hundert Mark ein- ^egangen sein, ein erfreuliches Zeichen, daß der Vogelsberg in Freud und Leid znsammenhält und daß die Bewohner unseres Torfes auch im eigenen Leid uud in allen eigenen Sorgen durch die Krankheit ihrer Kinder noch für fremdes Leid ein mitfühlendes Herz und eine offene Hand haben.
§ Ruppertenrod, 29. Aug. Heute mittag kurz vor 12 Uhr flog ein großer Luftballon über unseren Ort. Er kam von Westen und zog in der Richtilng nach Osten weiter. Ter Ballon hatte keine Gondel, war also augenscheinlich nicht bemannt. Statt der Gondel hing an ihm ein Seil. Der Ballon flog in bedeutender Höhe, manchmal über den Wollen. — Ans Ulrichstein wird offenbar über den gleichen Ballon gemeldet: Ein von Westen her kommender Luftballon (Registrierballon?) überflog heute mittag 12i/2 Uhr in der Richtung nach Osten in äußerst langsanier Fahrt unsere Gegend.
Wöllstein, 28. Aug. In hiesiger Gemarkung ivurde ein Reblaus Herd gefunden. Die Verseuchung betrifft 42 Stöcke.
Vermischte».
* „Ich bin f e i n e Fr a u, in i ch darf e r p rü - geln". Ein tragikomischer Vorgang, der eines gewissen Humors nicht entbehrt, ereignete sich jüngst in Metz. Auf der ein luenig übelberüchtigten Gartenstraße kam es am letzten Sonntag zu einer Schlägerei zwischen einem Manne nnd seiner besseren Ehehälfte. Als der Mann seine Gattin etwas zu tinsanst angriss, mischten sich zwei Schntzlente in das scherzhafte Ehespiel, die dem Mann klar zu machen versuchten, daß Stiefelabsätze nicht die geeigneten Lieb- kosnngsgegenstünde für die Ehegattin wären. Als aber )ec Mann bei seiner Ansicht hartnäckig verblieb, loolltcit ihm die Schutzleute zur Sicherheit seiner Gemahlin Unter- tunst im Polizeigewahrsam geben. Ta hatten sie aber die Rechnung ohne den verletzten Gegenstand dieses Streites, nämlich die Gattin, gemacht. Tenn die „teure" Geliebte tvandte sich zornschnaubend gegen die Schutzleute mit den Worten: „Ich bin seine Frau, mich darf er schlagen wenn er will. Tas geht keinem etwas an." Die Schutzleute lachten, das Ehepaar zog weiter, und die Gattin tvnrde lucitcc verprügelt.
Mrchttchc Nachrichten.
C va u ge l i fck)e Gemeinde.
Sonntag den 1. S ep l b r., 14. Sonntag nach Trinitatis: M o 11 c 11 c
511111 Besten der Kaifer-Wilhelrn-Sliftnng für bentfche Invaliden. 0)ottesdten».
In der Stadtkirchc.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zngteich Christenlehre für die Nenkonsti'mierten der MarknS- gcmembc.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
In der Fohanttedsirchc.
Vormittags 8 Uljv : Pfarrafsistent Steine v.
Vormittags 9'/, Uhr : Pfarrer W it s f c I 0.
Abends 8 Uhr 1111 Konstrmcmbensaal: Versammlung nnb
Bibewefprechimg.
Katholische Gemeinde.
Samstag b e n 31. 9t ug u ft 1 907:
Nachmittags nm 5 Uhr nnb abenbs nm 8 Uhr: Gelegenheit znr heil. Beichte.
Sonntag beit 1. September 1907,
15. Sonntag n a ch Pfingsten:
Schntzeugelfeft.
Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit znr heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil.Dlesse, vor nnb in berfelhe,, Austeilung bet heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.
„ um 97., Uhr: Hochamt mit Prebigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen.
Israelitische Neligionsgesetlschast.
Goitesdieust.
Sabbatfeier am 31. Augu st 19 0 7:
Freitag abeub 6.4-5 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittags 4 00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 8.00 Uhr.
Woche ngottesbien st:
Sonntag morgens 5.00 Uhr,
die übrigen Tage 5.15, abends 7.00 Uhr.
Glnsesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung-)
Zum A ch t u h r - L a d e n s ch l u ß.
Das Eingesandt in Nr. 200 des „Gieß. Anz." dürfte alle Teilnehmer unserer öffentlichen Versammlung einigermaßen überrascht haben. Es wird darin ein Recht für die Stadtverordneten gewahrt, das ich nicht bestritten habe, und diese Feststellung zwingt mich zu her Ueberzeugung, daß Herr C. unserer Versammlung überhaupt nicht beigewohnt hat. Ich erlaube mir deshalb, ihm den tatsächlichen Vorgang hier zu schil- beim: Herr Mau vom Leipziger Verbanb stellte in ber freien Aussprache bie Behauptung auf, baß sein Verband bereits eine Eingabe um Anordnung des Aästuhr-Ladenschlusses bem Stcwtverorbneten-Kollegium eingcreicht habe. Darauf erwiderte ich, es täte mir leib, beu vorher gerühmten vornehmen Ton mal verlassen, zu müssen. Denn biese Eingabe sei eine „kolossale Dummheit", ba bie Stadtverorbueteu-Versammlung, und auch uicht ber Magistrat, den Achtuhr-Ladenschluß gar nicht anorbuen könne, säubern baß dies einzig nnb allein der höheren Verwaltungsbehörde Vorbehalten sei, uud diese sich gewöhnlich nach dem Willen ber Labeninhaber richte. Das ist ber wirkliche Sachverhalt, der mir durchaus bas Recht gab, vou einer „kolossalen Dummheit" zu sprechen. Unb wenn Herr Blau nachher behauptete, baß sein Verband doch wissen müsse, wie bie Eingaben gemacht wurden, so klingt das ganz schön, ist aber nicht wahr. Beispielsweise hat seinerzeit der Leipziger Verband eine Eingabe an den Bundesrat in Sachen ber Kontorarbeitszeiten gerichtet, bie ihrem Inhalte nach eine fürchterliche Blamage für ben Leipziger Verbanb bilbete, ba barin eine gesetzliche Bestimmung gesorbert würbe, bie bereits seit langen Jahren besteht. Das sagt boch genug!
Selbstverstäüblich haben bie Gemeinbebehörben bas Recht, in ber Labenschlußfrage gehört zu werben. Das hat ja auch Herr R.-A. Kaufmann betont. Aber bie Anorbnung kann nur von der höheren Verwaltungsbehörde erfolgen. Es hängt deshalb von bem Wortlaut ber „Leipziger" Eingabe ab, ob mein Urteil richtig war ober nicht. Die Eingabe ist aber in jebem Falle wertlos, solange nicht Unterschriften für beit früheren Labenschtuß gesammelt sinb unb ein Antrag eingereicht ist Hat bas ber Leipziger Verband getan? U. A. w. g.!
Spiclpkan
des Großherzogl. Kurhaus-Theaters Bad-Nauheim.
Direktion Hermann S t e i n g 0 e 11 c v.
Sonntag ben 1. September: „Hnfarenfieber." Lustspiel in vier Akten von Gustav Kabelbnrg nnd Riehard Skowronnek. Dienstag den 3. September: „Die Elfe vom Erlenhof." Volksstück and dem Schwarzwald in 5 Akten von Siegst. Konr. Staack. Donnerstag den 5. September: „Hnfarenfieber." Samstag den 7. Septembei: „Der Weg zur Hölle." Schwank in 3 Akten von G. Kadelbnrg.
Märkte.
** Grün berg, 29. August. Unser heutiger „Ludwigs- mark t" hatte eine recht starke Auffahrt an Schweinen, an Rindvieh mir eine geringe Zahl. Da auf dein Schweinemarkt die Nach' frage von demAngebot übertroffen wurde,so ging der Handelsehleppent nnd viele Stücke blieben nnverkanit. Bezahlt wurde für das Pan Ferkel geringerer Sorte 40 — 48 Mk., für bessere 50 — 54 M.. besten 55 — 60 — 70 Mk. Läufer wurde das Haar mit 100 — 112 bis 115 Mk. bezahlt. Beim Rindvieh zeigte sich otT seitherige Preisstufe. ___
Vricfkastc« Cer ^levaktion.
(Wuonline Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. Der Raine des Berliner NaubmÖrders ist Hennig, nicht Henning.
TelefoBQische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Franküirter Börse, 30. Aug.. 1.15 Uhr.
36/0 Reichsanleihe . . 92.20 3% do. . . 82.15 3% °/0 Konsols .... 92.65 3% do. .... 82.15 3 % °/0 Hessen .... 91.10 3>ü°/0 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . 98.05 4V6 H Oesterr. Silberrente 98 00 4 % Ungar. Goldrente . . 93 00 4% Italien. Rente . . . 103.10 3-ä Portugiesen Serie I . 65.80 3% Portugiesen „ III 67.00 4 °/0 russ.Staatsanl. 1905 90.90 4 VA% japan. Staatsanleihe 89.40 4% Conv. Türken von 1903 93.30 Türkenlose 141.00 4 % Griech. Monopol-Anl. . 46.50 4% äussere Argentinier . 83.00 3°/0 Mexikaner . . . 60.80
4>a70 Chinesen. .... 94.80
Aktien:
Jlochmn Guss, 205.40 Buderus E. W. . . . 111.75
Elektriz. Lahmeyqr . , . 115.50 Elektriz. Schlickert . . . 100.60 Esch weil er Bergwerk . . 207.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.70 Hamburg-Amerik. Paket!. 127.90 Harpencr Bergwerk. . . 191.75 Laurah litte 218.50 Nordd. Lloyd .... 111.71 Obeischles. Eisen-Iudnstrie 98.7C Berliner Handelsges. . . 150.71 Darmstädter Bank . . . 124.9* Deutsche Bank .... 222.4t Deutsch-Asiat. Bank . . 140.41 Diskonto-Kommondit. . . 167.4' Dresdner Bank . , . 136.91 Kreditaktien 199.2t Baltimore- uud Ohio-
Eisonlahn 90.91
Gotthard bahn — .-
Lombard. Eisenbahn . . 30 3'
Oesterr. Staatsbahn . . . 139.5*
Prince-Henri-Eiseubabn . 126.0*
Tendenz : schwächer.
MScrlinier Börse, 30. Aug. Antangskurse.
Cauada E. B 163.20 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 222.30 Dortmunder-Union C. . . 64.00 Dresdner Bank . . . —
Tendenz: schwächer.
Harpener Bergwerk. . . 191.7
LaurahÜtto .... —
Lombarden E. B. ... 30.3
Nordd. Lloyd 1111
lückenlose . .... 110.6
Ja, was denken Sie dena lieber Herr
Weil wir so tief in den Bergen wohnen, sollte man Fav
Sn Touristen gesehen, Mi r
ächte Sodener Ätineral-Paftillen bei uns nicht haben tönnen Wär ja nocli schöner! Die werden von Touiisten so uh verlangt, unb sind so unentbehrlich, daß wir sie nie mionebe lassen dürfen. Ich hab noch reinen erfahrenen unb vorsichtige Touristen gesehen, der nicht immer auch eine Schaciw Fays ächte rubener für alle Fälle in ber Tasche gehn.1 f hätte. ,Vnuo ächte Sobener tosteii bie Scliachtel ht» v!
unb sinb in jeder Apotheke, Drogen ober wtiilerallvasie h hnnblung erhältlich. hv


