Ausgabe 
30.1.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zweites Blatt

157. Jahrgang

Lrfchetnl kll-Nch mit Außnahrne deS Sonntage.

General-Anzeiger für Gberheffen

^Strasse 9

Ministers ernannt.

*

ne VielieitlakeiL ins rechte Ächt

die den Ter

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» strabe 7. Expedition und Verlag:

Redaktion:112. Tell-Adr^AnzetgerGießen.

DieOtetzeeer LamillendläUer" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegl, da« Krelsbletl für deu Xreir Stehen" zweimal wöchenUlch, Terhesßsche Landwirt" erfchemt monatlich einmal.

abgeordneten durch die Einzellandtage wählen läßt. Man sucht nach Mitteln und Wegen, wie dies ohne eine Aendcrung des bestehenden ReichStagSwahlrcchlS geschehen könne. Unter einer .gefügigen" RegierungSmefeibelt versteht tue wRöln. VolkSztg.^, wie eS scheint, eine in den nationalen Fragen ; uper lässige Mehrheit, Für eine solche sorgt tue Nation aber schon selbst, dazu bedarf eS keiner Wahlrecht Skünste» leien. WaS den von der ,Köln. VolkSztg.^ enthüllten Plan im besonderen betrifft, so können wir feststellen, daß er an keiner amtlichen Stelle existiert.

* Xie katholische Kirche betet für die .verlorenen Seelen".

Nach einer Meldung dec »Opladener Zlg." liefe der Vikar Kensen in Rheindorf, wo 26 Gernetndc-An- gehörige liberale Stimmzettel abgegeben hatten, am Sonntag nach der Predigt drei Vaterunser für diese

1056 Geistliche. WL-rend her Wahlen ist nirgends die Ordnung gestört worden.

In Warschau soll zwischen Sozialdemokraten und Natio­nalisten ein blutiger Kampf entbrannt sein. Die Umpfyben Polen benutzten Schufenassen. Ächt Personen wurden getötet, zwanzig erlitten schwere Verletzungen.

Ter Zar teilte dem Kaiser von Ehina telegraphisch den Vc- chluß der russischen Regierung mit, die Mandschurei schon ooc dem festgesetzten Termin zu raumen und sprach habet den Wunsch nach weiterer Befestigung der gegenseitigen Freund- ch a s t und die Hoffnung auS, daß die Interessen Rußlands in der Mandschurei geschützt bleiben werden. Der Kaiser von China drückte in der Antwort!) epesche seine Freude über den Beschluß aus und teilte gleichzeitig mit, daß an die Obrigkeit in her Mandschurei der Beicht ergangen sei, die gesetzlichen Interesse» her Russen in her Mandschurei zu wahren.

Kontreadmiral B o st r o m wurde zum Gehilfen des Marine-

Mittwoch 3v.Iannar 1907

Rotationsdruck und Verlag der Br übliche« tx UnürersuLi« - Auch- und Btembruderei.

f H R. Lange, Gießen.

etzt big

1S zum

26 .verlorenen Seelen" beten. Ein Mord.

Infolge eineß vorausgegangcnen Streiteß über Reichstags wählen tötete her Arbeiter Galbiersch Schlosser Dänisch im Dorfe Kleinmöfelau (Anhalt).

oorliege die Station nach Frankfurt zu verlegen, wenn man auch die Weilburger Station erhalten wolle. Die Regierung sprach sich bann in zusagendem Siune aus.

Krofdorf, 29. Fan. Stfeon seit längerer Zeit schweben Verhandlungen wegen Errichtung einer gemeinsamen Gas­anstalt für die Gemeinden Kinzenbach, Krofdorf- Gleiberg, Launsbach, Wißmar und Vetzberg. Tie Orte liegen je Vs Stunde Doneütar: -r entfernt und zählen zurzeit etwa ööOO Einwohner. 2q$u bestehen auch in allen Dörfern mirwesteiis eine auch zwei Zigarreusabriken, bie durchschnittlich 100 Personen beschästigen. Eine derartige Gasversorgung kann natürlich schon hiniiä'üick) des Kohlentrausportes nur in unmittel­barer Nähe der Bahn angelegt werden. Daher ist in erster Linie Kinzenbach in Aussicht genommen. Vielleicht kann aber die Anlage auch bei der Station Abendstern erfolgen, von wo aus auch r,eodheim-Bieüer, eoenr. auc.) Heuchelheim, r.v.t gleichem Licht versehen werden könnten. Es schweben Berhrmdlu einer

Franlfurter Firma, die sich bereit erklärte, das unternehme^ vortäujig auf k'g^^ Kosten sus»uiuhren und zu betreibeL,

Nr. Ü5

i'««8

lld.

!e?'/' Ubr btohmcnb. fn ui den Dilliiüev lberg Deritelaen: l0 feeftm.

ÄS , ^rben-Stoikholj

Deutsche» Reich.

^Berlin, 30. Fan. Wie von unterrichteter Seite ver- lautet, hat Kaiser Wilhelm dem "Reichskanzler Fürsten Bülow auS Anlaß des Wa hlergebnisses in den wärmsten Worten seine Anerkennung ausgesprochen und zugleich der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das Resultat der Stich- wählen sich nicht minder günstig gestalten werde.

__ Ter Kaiser erliefe an seinem Geburtstage folgende Kabinettsordre:

Ich will von den mir anläßlich unserer Silberhochzeit von Spülern und Schülerinnen höherer Schulen für Marmezwccke ge­sammelten Geldmitteln den Betrag von 100 000 Alk. m einer bei öein Reichsmarmeamt zu verwaltenden S 11 f t n n g f ü r S d) 11 fd­jung e n meiner Manne vereinigen, deren Zinsen zu Unterstützungen, zur Förderung der Berufsfrendigkeit und zu gesundem Sportstun verwendet werden sollen. Ich bin überzeugt, daß ich mit einer solchen, m erster ünue der Marinejugeud aus den unbemittelten Schichten des Volles zugute tomuieudcn Stiftung, welche als Hebung des so wichtigen Uilterofizierersatzes der Marine wirken wird, im Sinne der neundlichen Spender der Geldmittel handle, lgez.) Wilhelm L E/

In einer Versammlung von ringfreien Gutsbesitzern und Gutspächtern der Mark zur Beratung einer etwaigen Hülfsakliou für die Milchzcntrale teilte em Vor­standsmitglied der Zentrale mit, daß deren Lage eine ver- zweifelte sei, und daß die Zentrale noch vor dem 1. April in Liquidation treten müsse, wenn chr die märkischen Landwirte nicht beispringen.

Braunschweig, 29. Ian. Bei der heiitigen Stadt- verordneten wohl wurden in der dritten Klasse drei den bürgerlichen Parteien angehörige Kandidaten und ein Sozialdemokrat gewählt, während alle vier Sitze bisher un Besitze von Sozialdemokraten waren.

Dortmund, 29. Jan. Tie Reynoldi-Gemeinde wählte an Stelle des nicht bestätigten Pfarrers Cesar mit großer Mehrheit den Pfarrer der deutschevangclijchen Gemeinde in Hüll, Lic. Goetz.

NeucS aus Rußland.

Im ©ouDtrneineni h-a^uga wurden cci den Wahlen in den Stabten 18 Wahlmänner gewählt, darunter ein Monarchist, drei gemäßigte Parteilose, e:n Okwbrist, 10 Kadetten und einer von der Partei der friedlichen Erneuerung Lus den vom 25. bis 28. Januar eingeigufenen Depeschen über den Verlauf der Lahnen der Vertrauensmänner von Arbeiter», Kteingutsbesisern und Bauern ergibt sich folgendes Rejultoi: Von 4382 beretts gewählten Vertretern sind 17/1 Monarchisten, sowie 1953 Gemäßigte; von her. übrigen Gewählten g:. Jrtit 65 der KaSsttttwartei an. Don 2200 gewählten Pönraueusuu_mern der LleiuchllLbesitzer sind

izWBe'Baioi

ü. o-

hatte und auch das Feuer nicht von außen eingedrungen ist.

* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Tuch an dieser Stelle sei auf das B e n efi z des Oberregisseurs unserer Buhne, des Herrn £ ermann Bakof hingewiesen, das am nächsten Freitag ftattiinbet und in dem das bekannte unb beliebte VolkK- stückDie Else vom Er len Hof" zur Aufführung gelangt ES ist wohl unnötig, darauf hinzuweisen, welch besondere Kraft in Herrn Bakof für unsere Buhne gewonnen worden i)L Seine oerbienftt-olle Regietun st fällt beut großen Publikum wohl tocmgat in die Augen, als seine vielseitige und hervorragende Dav- stcllungsgabe. Dir brauchen nur, um einige Rollen ^zu er* wähnen, an seinen Cajeton, seinen Onkel Bräsig, seinen Sherlock Holmes, feinen Vogelreuter zu erinnern, um seine Vielüttigknt und hervorragende Bedeutung für unsere Bühne ins rechte Licht zu rücken. Dir sind überzeugt, daß das Benefiz Bakof daS Haus bis auf den letzten Platz füllen wird.

- Gießener Wetterdienst. Im Finanzaus­schuß der 2. feeff. Kammer entstand gestern eine Aussprache über den hessischen Wetterdienst, der nach wiederholten An­regungen von Seiten der preußischen Regierung in Frank­furt eingerichtet werden soll, während beabsichtigt ist, die zur zeit in Weilburg bestehende beijubefealten. Abg. Brauer tritt dagegen sehr lebhaft für die Erhaltung der Wetterstation in Gießen ein, die sich sehr gut bewährt habe, sodaß kein Grund

21 u» StaM und Ecn»d.

Gießen, den 3U. Januar 1907.

Zur Reichstags st ich wähl seien alle liberalen Wähler darauf aufmerksam gemacht, daß c» sich empfiehlt, etwa beabsichtigte Reisen so einziirichten, daß die Wahl­beteiligung am 5. Februar möglich ist. Insbesondere sollten alle Prinzipale ihre Dispositionen so treffen, daß auch ihre Reisenden ihr Wahlrecht auSüben können. Es kommt auf jede Stimme an, und baß der liberalen Sache gebrachte Opfer ist nicht einmal sehr grob, da zahlreiche Geschäftsleute in ganz Deutschland an Wahltagen doch keine Bestellungen bei 'Reisenden machen.

-Professor Strack. Der a. o. Professor bet alten Geschichte an unserer tianbeßunioerfität, Dr. Ala; 2. Strack, soll, wie auswärtige Blätter melden, zum o. Pro- festoc ernannt worden sein. An den hiesigen amtlichen Stellen ist hiervon noch nichlß bekannt.

"ZumGroß-KarbenerEisenbahnunglück. ®nto gegen hier umlaufenben Gerüchten können wir mitteüen, bujj Die drei bei dem Unglück verletzten Beamten heute morgen noch lamtlid) lebten. Von den drei Beamten ist der Führer deS Güter-ugcS Georg Gernant von hier am leichtesten verletzt Die Wunden, bie er am Kopf, am linken Ohr und am recfelat Obersa-enkel erlitten hat, sind unbedenklich. Schlimmer steht eS bei den beiden anderen. Der Lokomotwiührer Pappen uon Frankfurt hat, von Abschüriungen und Quetschungen abgefehen, schwere innere Verletzungen erlitten, die jedenialls eme Operation nötig machen werden. (In Friedberg wurde erzählt, daß Pup­pert gestorben sei. Eine Bestätigung dieses Gerüchts war nicht zu erlangen. Puppert führte ine oorbente Maschine und durch seine Umsicht ist ivtnigftenä baß schlimmste verhütet worden. >as wäre ein tragisll)es Geichick, wenn gerade dieser pilichttreue Deamtt cineß der roeiligen Opfer der Katastrophe geworden wäre.) Dem Heizer Gall in a aus Griesheim ist der rechte Oberarm adgeauetscht worden, sodatz gleich nach seiner Einlieferung ur das suwnsche Krankenhaus au Frankfurt der Arm amputiert werden mußte. Außerdem hat Galtina einen komplizieNe» Bruch deS linken Unterarms davongetragen.

-Verfeaftetwurde der Arbeiter Ludwig S ch m ehl von Fiankenbach wegen Diebstahls im Rücksalle. Schm ehl halte mit einem Komplizen seine Tätigkeit in daß 'Reustädterseld verlegt, indem er die dort befindlichen Back- steinhäliSchcn ausplünderte. Lesen und Herde wurden ge­stohlen, in Stücke geschlagen und dann für altes Eisen ver­kauft

Brand. In der Wohnung eines Arbeiters im HauS Neustadt 49 brach in einem unbenutzten Zimmer, in dem ein Bett, Kleiderschranlund sonstige Haushaltsgegenstände waren, heute Nacht Feuer auS. Das Zunrnec brannte vollständig aus und beinahe wären beide Eheleute in ihrem Schlafzunmet erstickt. Die Entstehungsursache des Brandeß ist nicht bekannt, sie ist um so rätselhafter, weil die Stube feine Feuerung

Jhe Iwrljihung des ZSaylkamples.

Von wohlunteraichteter Seite wird der ,V. 3-' mit- geteilt, daß die Einberufung beß Reichstages böchstwahrschein- liefe auf den 19. Februar und nicht auf den 14. Februar statlsinden wird.

Der Vorstand bre Freisinnigen Volkßpartei ver­zichtet auf bie Ausgabe einer besonderen Parole für b-.c Stichwahlen und überläßt die Entscheidung, rote in frühere,. Jahren, den Wählern im Lande.

AuS dem Wahlkreise Gießt«

erhielten mir folgende Zuschrift:

Einige Zeit vor der Wahl untcrfeielr ich mich in unserem Torte mit einem 'Dluglieb deS Bundes her San dw ixte unb einem der eifrigsten Anhäiiaer unb Agitaioren Köhlers über die Flelschpreise. Dabei äufeerie her Herr: ,DaS Pfund c cb iv e i n c f l c i i d) müßte lebend 1,60 Aik. kosten!* ttifiauiu fragte ich tfen:Wer soll beim bas bezahlen!' ,Ders Irr,* war seine Antwort Hieraus kann jeher sehen, wo hinons d,e Herren beS BunbeS her Lonbivirie mit ihrem extrem agrarischen Sianbpunkie fteueai. Jeder VolkSstennd, unb jeher, hem an her guten Ernährimg unseres Volkes eiivas gelegen ist, wirb am b. Februar daraus seine Schlüsse zu ziehen wissen.

Ter Herr Pfarrer vsu Oueckboru berichtigt weiter.

Er schreibt unS heiite:

Auf Grnnb beS PreßgefetzeS § 11 ersuche ich Sie um Aus. nähme folgcnhcc Berichiignng in Ihrer nächsten Nr.:

L Es ist unwahr, baß id) Herrn Heyligenstaebt auch nur nut einer Silbe belclbigt habe.

e. E« ist unwahr, bafe ich bie Versammlung zu Lauter zu ihrer Abstimmung ermuntert habe.

Schick, Psarrer.

Man vergleiche mit dieser Erklärung, was über Herrn Pfarrer Schick von unseren Gewährsmännern gesagt worden ist, nut dieser mageren Berichtigung. Jetzt also gibt Hen Schick alleß andere zu, was gegen ihn vargebracht wurde, und will nur nach zweierlei nicht wahr haben. Vielleicht aber gesteht er über kurz oder lang auch dieses nach zu. SDlon muß nur, wie es scheint, mit ihm etwa» Geduld haben. Wenn er klipp und klar sagen wallte, waS er über Herrn Heyligenstaebt geüufeett hat, dann wäre ja mit einem Schlage die ganze Angelegenhrü beendet Jedenfalls haben bie Giefeener seine geschmackvollen Worte nicht vergessen.

AuS dem Kreise Lauterbach

wird unS geschrieben:

In Nr. 19 de» ,(Sieß. Anz/ ist einer Erwiberung beß Malers B Inh c id a Ib gegen einen Bericht über eme in Grebenhain aulgelöste Versammlung Raum gestattet. Nun, Herr Bindewalb haue besser gesd)iviegen, wir können beim besten Willen ihm mclus Schnieichclha'ies aus jener Versammlung mrchsagen. Von aiibcrcr Seue in ihm bereu« bie oeröiente Lektion geworben. Sehr viele her Wähler (üanbivirte, als bereu Vertreter sich B. aus-ßibt) er­härten; Ein so grober Wahlschwindel und eme so breifte Bauernfängerei fei in Grebenhain noch nicht ha- gewesen l Auch von persönlichen Angriffen will her Berliner Alaler Bindewalb nichts wissen! Ei, ei, seither haben wir den auti- senuiischen Kandidaten noch für ernst genommen, aber jetzt können nur es nicht mehr, beim in jedem zweiten Satz wurde von ihm der Name Dr. Wallau« nicht un ireunbUchsten Sinne genannt, aber nicht ein einziges Mal bie Namen Reh oder Lrbig. Ja, was ver­steht denn eigentlich her Berliner Herr unter persönlichen An­griffen ? Warum läßt bieler Berliner Künstler bie Sale mieten ? Aulwort: Um unbequeme Wähler emsach hmauSgeheu zu heißen! Alan kann dann and) nach Herzenslust schnnpsen. 'Manner vom Schlage der Herren Äallau und Reh mieten keine Stile. Als Redner hat Herr Bmdeivalb in Grebenhain allgemein enitäuscht, aber da- Schimpfen auf andere, feiner Person oder Partei nichi nahestehende Wähler hat er meisterlich verstanden. Verlangen kann er deshalb nicht, die von ihm ohne allen Grund angegriffenen Wähler sollten eme Alohremväsche an ihm vollziehen.

AuS dem Wahlkreise Tarmstabt.

R.-B. Darmstadt, 29.Jan. Reichölagsabg. B^ifser­mann kommt am nächsten Donnerstag nach Darmstadt und wird am Abend im großen Turnhallensaale einen politischen Vortrag halten.

Zu Maiuz-Oppeuheim und Blugen-Alzey soll, wie wir vernehmen, zwischen bem Zentrum und den Ra rionalliberalen für die Stichwahlen eine Ver­ständigung dahin getroffen worden fein, baß im Bingener Wahlkreise bas Zentrum für den dündlerifchen Kandidaten .Keller auS Stem-Bockenheim eintritt, während in Niainz bie Nationalliberalen für Molthan stimmen wollen, sodaß beiden Parteien ein weiterer Sitz gesichert würde, dcun die Ehanccn beider Kandidaten würden dadurch bebeutenb gebessert. Wir glauben vorläusig weder das Eine noch das Andere, sondern hoffen vielmchr, daß wenigiicns für die Stichwahl die Bingener Nalionalliberalen ihr Gicßcn gege­benes Versprechen einlosen und den frei). Schmidt aus Elber­feld unterstützen werden.

Der Reichßtagsabg. Tlugust Bebel hat sich auf Reisen begeben zum Heile der Sozialdemokratie, bie im ganzen Reiche schwer leidend am Boden liegt. Er tritt als Arzt und Rctler auf. Wie bie Vögel von jedem jungen Frühling neu ermuntert werden, so will der alte Herr bie abtrünnigen Wäfelermasscn ermuntern zu den Stich­wahlen. Heute, Mittwoch, abend wird er in einer öffentlichen Wählervcrjanunlung in Sodenfeeiin sprechen und am Sonntag nachmittag in einer Wählervcrsammlung im Sd;u» rnannlhcater. An demselben Tage wird auch Ternburg auf Einladung der Frankfurter Handelskammer dort im Hippo­drom reden. Beide Herren werden ja wohl Zuhörer genug finden, Herrn Bebel aber wird es wohl nicht gelingen, bie Stichwahl zu Unguni'len der Bürgerlichen zu verschieben.

Eia offizielles Dementi.

Berlin, 29. Ian. Die /Rorbd. Allg. Ztg.^ schreibt: Line flügellahme Wahlrcchtscnte ver uchl hie rHöIn. Volksztg." fliegen zu lasten, (ogl. unsere gestrigen Telegramme.) Ltoch gerade zu den Slichwahlen hat sich eine geheimiusvolle Person gefunden, bie ihr folgenden Plan verraten hat: Es solle im Reichstag eine ,gefügige" Regierungsmehrheit dadurch xeschoffen werden, daß man die wegen der Zunahme der iöeöÖlterung eigentlich mehr zu wählenden NeichStckas^

seruttff. Jtbtt aus de' gorst, üsöovi versteigen:

14 5.SL -Wtzin. 8m., D Buchen S. u. ( tut, 8 Billen 6.SIL- ylen 6.SL = u« öm, L « UM fein. iLchnm- rnt, feichien: ristl- 4 fem. Derbsiangeir l: i Eichen, 3ti Vardjm, t: 82 Härchen, 484 fei- innen geeignet).

es Äaiiwlno Lehr» tamnholjliiien weilen nloß iibciinnöL Zlatzen linrob, featov in Lum sdorf, sowie die muer

Bn iichelkdors.

1 «uchkn-Reifig te : rabeanderLEchneise. , B»,

i Siebeu

Mörder lauerte in der Nacht seinem Opfer auf und verletzte cS durch Stiche in Herz und Hals; darauf duichschnitt ei dem Unglücklichen die Kehle. Ter Alördcr ist verhaftet.

Tas hessische Zentrum und die Wahlen.

Sehr beinerfcnßroeit ist, was die »Köln. VolkSztg.^ z»> den Wahlen in Hessen sagt:

In B i n g e n - A 1 z e y hat das Zenttum durch eine Doppel- kandibotur ben verkappten Rational!iberaien Steller (Bbb.) in die Stichwahl mit htm Fabrilanten Schmll»Elberselb (Frs. Vp.) gedrängt. wird für seine Entscheidung Garan­tien fordern. Vielleicht wäre möglich^ durch strastue Organisation und rührige Agitation später dem Zeniruvi zum Sieg zu orrheljen, da eS nahezu bOProz. der Wähler stellt. In M a in z-Oppenheim hat das Zentrum eine Bunafemc von etwa 1000 Stimmen. In Worms- Heppenheim-Wimpfen hat bas Zentrum am wackersten gekumvft. 1500 Stimmen Plus unb mit v. Heyl in bie Stichwahl ein empfinblichcr Schlag für v. Heyl trotz terwristifchcr Wahlmache bei den wirtschaftlich abhängigen latholischen Wählern in Wormö und Umgegend unb trotz der Beihülfe einigernatürnalkathoiischen" Fabnkherren. In der Stichevahl hat daß Zentrum keine Aussicht. Es mufe rüstig und planmäßig wcitergearbeiteL roerben, besonders sind in der Stadt Worms noch viele Stimmen zu holen. Wie verkehrt es war, in Darmstadt teilten ZentrumSzahlkanbidaten (19u3 etwa 1000 Stimmen- aufzustellen, beweist die Tatsache, baß in bem Orte Ascheirn bie bisherigen Zcutrumsanhänger gegen die Parole iiationalliberni wählten. Auch Osfeuba ch-Tie- burg verzcichiiet einen Zciilruinsstinimenzuwachs von 1400. Dort sieht bus Zentrum Gewehr bei Fuß in btr Stichwahl. In Frieb» berg-Bübin gen summten bie Zeittrumswähicr (19ub etwa 2000) sosort für B« iB. d. L.), um chn in bie Strahl zu bringen. Leider ohne Eriolg, ba Bär bei feinen protestantischen Angc^rigen nur etwa 1200 Stimmen erhielt. Rach allen Prä. sebentien im hessischen Lanbtag schien diese Kanbibatur von vorn­herein aussichtslos. Will das Zentrum feiner Parole treu bleiben, so mufe es W a h 1 e N t h a 11 u n g am 5 .jFcbruar üben. Der Erfolg wird sein: Gras Oriola (ntL) wird atgen Busold (Soz.) gewählt werden.....Die Nationallibcralen vermögen

aus eigener Machtfülle Worms ausgenomm^ tbei völliger Stimmciienthaltung der Sozialbemokraien und Freisinnigen Boris- Partei in keiner Still wahl zu siegen. Unb doch sind sie in Hessen bie -regierende Partei! An Stichwahwcrhandlungen mit diesen Parteien ist in Hessen nicht zu deuten, nach den Ecsahruugeu von 1903.

;u vergeben, geeia? ei, Unianger. (ma­tt. Mtreß

v, üv.

S, Dezember VJOÖ in jaft jur Vuöujiftsbuti ieim gegen die Hen» jchling, Ardwig ^.icin- bvevdvr Schuvv, w .uchelheün, geaugeuu gen nehme itD bicnrat uilant reumütig junl solche geian ju tjaoei j Moli IM rti'it sofort zu v°:- Uten teu 0£iu- Sicher Stta^ & »iiiniisburg 1*- siärung»