Ausgabe 
29.7.1907 Erstes Blatt
 
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Sie herlüge Wummer umfaßt 10 Seiten-

ordnung vom

möge.

Aus StuSt und taub»

Schmückt Eure Fenster und Balkon? mit blühenden Blumen. Gießen, 29. Juli 1907.

* 23 o m Großherzog l. Hofe. Am 26. d. Mts. früh 3 Uhr fuhren S. St H. der Großherzog mit dem Maharajah von Bikanir nach Jagersburg zur Jago. Am 27. d. Alts, trafen bald nach 12 Uhr I. K. H. die Großherzogin, Prinzessin Dorothea zu Solms-Hohensolms- Lich und der Maharajah von Bckanir mit Gefolge zur Be­sichtigung des Nesidenzschlosses in Darmstadt ein. Um 1 Uhr fand Frühstückstafel zu 18 Gedecken im Weißen Saale des Schlosses statt, wobei die Regimentsmusik des Leibgarde- Regiments konzertierte. Nach Tische fuhren die Herrschaften mit Ihren Gäften in das Neue Palais und von dort nach Wolssgarten zurück. Ein Besuch dec Internationalen Polo- Wettspiele in Frankfurt ist für Montag, 29. d. Mts., in'

Findigkeit in der Wiederentdeckung verborgenster Herzensfalten im Antlitz. Sein Schaffen ist nicht fortzudenken aus der deutschen Malgeschichte, ja aus Deutschlands Kulturgeschichte.

Die LeipzigerIllustrierte Zeitung" (Verlag von I. I. Weber) huldigt dem Meister in ihrer jüngsten Nummer durch die Reproduktion von vier seiner Bilder, von denen zwei bislang noch unveröffentlicht sind. Sie geben die dem Künstler eigene malerische Wesensart in charakteristischen Proben wieder, während ein Selbstporträt aus den letzten Jahren seine beredten Züge trefflich feststält. Eme Würdigung des Künstlers aus der Feder Rapstlbers schließt sich an. Die Wochenschrift ^Morgen" bringt eine Rundfrage .lieber M. Liebermann". Einige Künstler sagen gute Dinge, so vor allem der Münchner Franz v. Stuck:In Lieb.,manns Kunst erschien mir von jeher als der markanteste Zug die außerordentlich starke Raumempfindung, die scheinbar mühe­los erreichte Abstufung der Erde und Luft von vorn nach hinten, im Gegensatz zur ausgesprochenen Reliefempfindung der meisten alten Meister. Sogar die Figuren schienen mir immer weniger um ihrer selbst willen da zu fein, sondern viel mehr als ausgiebige Mittel, den Raum als solchen recht sinnfällig herauszubringen."

Liebermann verbringt seinen 60. Geburtstag m Nord­wyk, seinem altgewohnten holländischen Studienorte.

o.

Holttischr Wochenschau.

»ürft Bulow hat dem geistvollen, galanten französischen neulich m Norderney ein sehr hübsches en, wie Welt-

Mar Liebermann.

Seinen 60. Geburtstag begeht heute, am 29. ds. Mts., l!ax Lieberniantt, der Begründer und Führer der Berliner Rezession. Die Hauptarbeit seines Lebens war ein ständiges tingen um eine neue malerische Form für Natur und Menschen, ie der ungemein verfeinerte, die Wirkungen von Licht und ust aufs peinlichste differenzierende moderne Mensch sieht, nd dieser Kampf war siegreich: Liebermann wurde einer dec ichiigsten der deutschen Malerzunft. Er war ein Schüler sc großen Franzosen Manet und Monet und von ihnen ihrt sein nie versagender, das Lichte genau präzisierender arben-Scharfblick und seine scheinbar mühelos flotte, ganz nsach sich gebende Technik. Seine Nüchternheit ist deutsch, ine Kühle weltstädtisch, seine Art zu schauen und zu malen wdern, Liebermann lehrte uns die Achtung vor dem lln- heinbaren in der Natnr, vor dem Wirklichen mit allen seinen einen feinen Zufälligkeiten. Ec zeigte dem Deutschen, daß eine emalte Landschaft nichtkomponiert" zu werden braucht, um das uge des Beschauer» zu erfreuen, zu ergötzen, auf daß er m sich nkehre zu stummer Andacht vor dem immer Bedeutenden nb Wunderbaren, vor der Farbenpracht der Natur. Charak- ristisch dafür ist das geradezu erhaben wirkende Bild, aus em er nimts als eine Frau uns vorsührt, die eine Ziege bet einen Acker führt. Diese körnige Ackererde in ihrer »lebten und beseiten Naturtreue duftet förmlich uns entgegen nd die straff gespannten Muskeln der tief gebräunten Arme

Bauernfrau machen uns empfänglich für ihr müheseliges aaewerl Liebermann ist kein Träumer, kein Phantast, kein Märchenerzähler, kein Dichter. Er ist bewußter Realist, ein Hann der reinen Freude an allen Wahrhaftigkeiten dieses ebens Groß ist er auch als Bildnismaler, von nie be- hönigender, oft verblüffender, manchmal geradezu abstoßender ufrichtigkest in dec EdaraktttijievuuA, von erstaunlicher

Hsgel erzählt, um zu zeigen, u,ic cmb die besten Geister der deutschen Nation noch vor uu Jahren den Ereignissen der wirklichen Welt gegenüber epanden haben. Der Borgang mag sich so abgespielt Hu der Reichskanzler schilderte, oder anders, >a.sache ist jedenfalls, daß Hegel seine Phänomenologie des menschlichen Geistes in der Mitternacht v o r der Schlacht bei ^ena beendet hat, und daß schon der nächste Morgen den -chilosophen in recht unliebsamer Weise an die wirkliche p-eck erinnert hat, sodaß Goethe sich genötigt fühlte, Hegel us seinen dringendsten Geldnöten zu helfen. Charakte- tsttsch ist dre Geschichte auf alle Fälle. Man wundert sich eute noch, wie teilnahmlos im allgemeinen ein Goethe nd ein Schopenhauer den Ereignissen gegenüber gestanden aben, die über Wohl und Wehe der deutschen Lande ent- chieden. Ter Reichskanzler hat recht, wenn er sagt, daß aS deutsche Volk inzwischen den'Weg zum Realismus, ur Wirklichkeit gefunoen habe. Man braucht nur einen tüchtigen Blick in eine heutige deutsche Stadt hinein zu an, um sofort zu erkennen, daß wir von dem welt- cemden Idealismus vergangener Tage schon sehr weit ab- eLommen sind. Aber das deutsche Volk kann seine ideale Vergangenheit doch nicht ganz verleugnen. Beim näheren fnsehen kann man auch erkennen, daß der neue deutsche lealismus kein einfaches Ausgehen in Wirklichkeit und Tatsächlichkeit des Lebens bedeutet. Tas Bestreben, Jdealis- ruS und Realismus mit einander zu verschmelzen tritt in en letzten Jahren allmählich immer deutlicher zutage. Wir reden heute ohne Zweifel immer mehr einem rdelistischem Realismus zu, der die reale häßliche Welt vertiefen und erjchönern will. Vielleicht ist es gerade die Gründlichkeit, ie nun einmal im deutschen Charakter liegt, die Gewifsen- «ftigteit des Geistes um mit Nietzsche zu reden i« verborgene Geheimnisse und Rätsel auch noch in der

acktesren Alltäglichkeit des Lebens sucht und findet. Man che sich nur einmal den Wandel im Geschmack unserer -auserbauer an. Noch vor wenigen Jahren gefiel man sich t den abschreckendsten Scheußlichkeiten der Ornamentik, eute hat mau die Schönheit der einfachen Linie, wie ö scheint, wieder neu entdeckt. Und so ist es aus allen Gebieten der Kunst und des Lebens. Das Wort Zara- )ustras hat Geltung erlangt: Die Welt ist tief, und tiefer ls der Mensch gedacht! Dem germanischen Geiste ist es orbehalten geblieben, die Brücke vom Idealismus zum tealismus zu finden und Kunst und Leben miteinander u verbinden. Noch ist die höchste Stufe dieser Ent- >ickelung nicht erreicht, aber wir heutigen sehen doch schon as Ziel, es feuert uns an, und wir fangen wieder an, es Lebens froh zu werden.

Ter Reichskanzler, den Huret einen feinen Repräsen- rnten germanischer Kultur nennt, hat den französischen iublizisten auch auf verschiedene Formen des deutschen Individualismus aufmerksam gemacht.Ich glaube," so rgte der Reichskanzler,daß der Teutsche Individualist ist i altem, was die Integrität seines Denkens und seiner rneren Freiheit betrifft, daß er die Unbeweglrchkeit ines Togmas nicht verträgt und sich immer vorbehält, es u diskutieren, aber daß er, gewöhnt, sich den Gesetzen u beugen, sie annimmt und ihnen gehorcht. Aber wenn c diszipliniert ist, so ist er es aus angeborener Vorliebe kr die Ordnung und nicht aus gedankenlosem Servilis- lus." Diesen Satz hat der Reichskanzler jedensalls unter em Eindruck des Streites um den Modernismus gespro- )en, dec die katholischen Kreise gegenwärtig so mächtig

Kaiser aus, worauf von 15 000 Sängern und Zuhörern^ die Nationalhymne gesungen wurde. Auf Vorschlag Pro-, fessor Gellers wurde an den Kaiser ein Huldigungstele­gramm abgesandt. Ter Festzug heute nahm einen ^glänzen­den Verlauf. Der Vorbeimarsch dauerte gegen 3 Stunden. Ter Festzug zerfiel in 7 Gruppen. Er stellte die Verherr­lichung des Liedes dar und zergliederte sich in die ver-, schiedenen Arten des Liedes: Kriegslied, Kirchenlied, Liebes­lied, Trinklied, Volkse und Wanderlied-, Vaterlandslied und F-rühlingslied. Den Anfang des Zuges bildeten die Magi­strats ausr enter, denen die Wagen mit der Leitung des engeren Ausschusses solgten. Dann folgte der Bundesbanner­wagen mit der Wratislavia. Der Kriegsliedwagen stellte Wotan und Freya auf einem Throne sitzend dar. Boran ritten zwei Walküren; Jünglinge führten die vier Pferde des Wotanswagens. Den Thron umschwebten Raben und Adler. Es folgten germanische Krieger zu Fuß und zu Pferde. Ter Wagen des Kirchenliedes stellte die heilige Cäcilie dar, umgeben von sechs Genien. Das Liebeslied zeigte den Minnesäriger Herzog Heinrich IV.; an seiner Seite saß Frau Minne. Der Wagen war von oben bis unten mit blühenden Rosen bedeckt. Es folgte der Trinklied­wagen. Voran ging eine Hundemeute, dahinter der Roden- steiner zu Pferde. Hoch auf einer Fässergruppe thronte Bacchus. Den Wagen belebte zechendes Volk, Studenten, Jäger, Landsknechte. Winzer führten einen mit Wemlaub geschmückten Esel. Ter Volks- und Wanderliedwagen stellte die schlesische Ruine Kynast im Riesengebirge dar. Vorau ging Rübezahl, dem Wagen folgte zahlreiches wanderndes Volk, Touristen und Landleute. Auf dem Vaterlandswagen thronte Königin Luise mit ihren Ehrendamen, voran ritt ein Trupp Schillffcher Husaren, Trommler und Pfeifer, dahinter Theodor Körner, Blücher, Gneisenau, Lichow und andere Gestalten aus den Freiheitskriegen. Ein Lützowschcs Freikorps, Marketenderinnen im Wagen und schlesoche Land­wehr beschlossen die Gcuppe. Es folgte der Fruhlingslred- wagen, auf dem sechs Genien lagerten. Den ^-chluß des ZnM bildete eine SennMte^ darstellend die Simony-Hülle

Breslau, 28. Juli. Tas 7. deutsche Sänger­bundesfest wurde gestern abend durch den Fürsten Hatz­feld als Vertreter des Kaisers eröffnet. Vorauf gmg ern Vortrag der Euryanthe-Ouverture und ern von 2000 Wes. Sängern vorgetragenes Begrüßungslied mit dem TitelLred an deutsche Sänger" gedichtet von Felix Dahn, komponrert vom Breslauer Domkapellmeister Pille. Der Vorsitzende des geschäftssührenden Ausschusses des Deutschen Sänger­bundes Projesjor Keller-Leipzig, brachte ein Hoch aus den

aufregt. Man denke nur an die geradezu unerhört frei­mütigen Reden des katholischen Theologen Merlle über die Affäre Schell: Daß Rom schließlich doch die Herrschaft in diesem Streite behalten wird, wer möchte daran^zweifeln. Furchtlose und unbedingte Naturen, wie die eines Luthers, sind selten.

.Tie Franzosen haben sich nicht lange des Ruhmes freuen dürfen, das erste lenkbare Luftschiff zu besitzen. Tie Paradesahrten derPatrie" am Nationalseste der Fran­zosen haben verblüfft und bei uns mag es manchem ein unangenehmes Gefühl hervorgerufen haben. Ein lenkbares Militärluftschiff wirb im Kriege sicherlich die fürchterlichste Waffe darstellen und die Schilderungen der zukünftigen Luftichlacht, wie sie der bekannte Regierungsrat Martin gibt, sind wohl nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Nun hat aber auch ein deutsches lenkbares Luft­schiff dieser Tage sehr erfolgreiche Fahrten gemacht, und es heißt sogar, daß das deutsche Fahrzeug das französische übertreffen soll. Tas ist insoweit ja sehr erfreulich, aber im Haag machen sich jetzt Bestrebungen geltend, den Ge­brauch des Luftschiffes im Kriege vorerst zu verbieten. Wenn Deutschland sich diesen Bestrebungen anschlösse, dann beraubte es' sich selbst einer wichtigen Waffe.

Es bestätigt sich, daß König Eduard Mitte August auf seiner Reise nach Marienbad, wo er auch in diesem Jahre eine Kur gebrauchen wird, in Mikhelmshöhe unserem Käiserpaar e inen Besuch abstatten wlll. Später wird Kaiser Wilhelm, wahrscheinlich in Begleitung der Kaiserin, diesen Besuch auf englischem Boden erwidern. Es ist bemerkens­wert, daß König Eduard die Initiative zu dieser Be­gegnung ergriffen hat, denn bekannllich war zwischen ihm und seinem kaiserlichen Neffen in den letzten Jahren eine gewisse Verstinrmung vorhanden. Diese Spannung hatte sich naturgemäß auch auf. andere Kreise übertragen und die englische Presse hat es, wie man weiß, nicht ari Angriffen auf Deutschland fehlen lassen, die in den meisten Fällen ungerecht waren, und aus denen häufig Neid und Miß­gunst gesprochen haben. Glücklicherweise ist seit mehr als Jahresfrist eine merkliche Besserung ein getreten, man kann sogar behaupten, daß' die Beziehungen zwischen beiden Ländern von Tag zu Tag ein freundschaftlicheres Gepräge annehmen. Den Anfang dieser Annäherungsversuche machte im vergangenen Jahre der Besuch der deutschen Journa­listen in England, dem man auf -ciden Seiten im allge­meinen ziemlich skeptisch gegenüber stand. Bald folgte eine Reise deutscher Städte vertret er, die ebenso wie die Redakteure äußerst herzlich in England ausgenommen wur­den. Selbstverständlich mußte man sich revanchieren und so kämen denn' vor einigen Monate,! zunächst die engt Pressevertreter und später der Lordmayor mit Abge­sandten der Stadt London zur Gegenvisite nach Berlin und anderen großen Städten Deutschlands. Die Reise der englischen Journalisten durch bie deutschen Lande glich einem Triumphzuge, an dem sich in erster Linie die offiziellen Kreise mit dem Reichskanzler an der Spitze beteiligt haben. Allerdings traten dadurch die deutschen Berufskollegen zeitweise in den Hintergrund, was immer­hin begreiflich erscheint, wenn man berücksichtigt, daß außer der Regierung auch die Stadtvertretungen, fowie hervor­ragende Männer der Kunst und Wissenschaft, Parlamenta­rier 2C. sich an dem Empfang der englischen Journalisten beteiligten. Letztere waren denn auch des Lobes voll über die Gastfreundschaft, die ihnen bei uns zuteil geworden ist, und kehrten nicht nur wohlgesättigt, sondern auch in anderer Hinsicht befriedigt in chce Heimat zurück. Ebenso ging es den 'Vertretern der Stadt London, dre von der Aufnahme, die sie in Berlin gefunden hatten, begeistert waren. Spe­ziell der Lordmayor lobte in mehreren Artikeln, die er in einem englischen Blatt veröffentlicht hat, die deutschen

Blatt 187.Jahrgang Moatag 89. galt 1907

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SkJSE Gemral-Anzeiger für ivberheffen

ür die Tagesnummer 4 xx *eoer ö 1 u. Land" und »Gerichts-

)iS vormittags 10 Uhr. rrotatlonrdruck und Verlag der Vrühl'schen Unio^Vuch- und SteindruSerel. B. Lange. Red-rMon, Expediten und Vruckerel: Schulstrahe 7. saal": E. Heß; iür den iE__________ __ 1 u Anzeigenteil! H. Beck,

Institutionen über alle Maßen. Vor einigen Tagen sand in London zu Ehren des Lordmayors ein Festmahl statt, an dem auch unser Botschafter Graf Wolff-Metter­nich teilnahm. Der Bürgermeister sprach sich auch bei dieser Gelegenheit in der anerkennendsten Weise über die Berliner Einrichtungen aus, und der deutsche Botschafter gab in seiner Antwort der Befriedigung Ausdruck, daß endlich die Mißverständnisse beseitigt sind, die England und Deutschland so lange Zeit in gewisser Hinsicht vonein­ander getrennt hatten. Er wies besonders auf den Vorzug der persönlichen Bekanntschaft hin, die auch in diesem Falle die beiden stammverwandten Völker wieder einander näher gebracht haben. Natürlich nahm auch Kaiser Wilhelm großen Anteil an dem Besuche der englischen Journalisten und der Vertreter der Stadt London, die er in Potsdam bewirten ließ. Eine Abordnung der Redakteure begrüßte er persönlich, während er den Loxdmayor und seine Re!se-> genossen von Kiel aus telegravhisch willkommen hieß. Sicherlich war König Eduard von ber glänzenoen Aufnahme der Engländer in Deutschland so seyr befriedigt, daß er es für angebracht hielt/unserem Kaiser jetzt einen Besuch abzustatten. Dem König sagt man ja nach, daß er nicht alWviel Sympathien für Deutschland hege, aber er wird nicht umhin können, die Annäherungsversuche seiner Regie­rung und des englischen Volkes zu unterstützen. Dann darf man auch hoffen, daß die jetzrgen guten Beziehungen zwi)chen beiden Ländern zu einer dauernden unb herz- lichen Freundschaft auswachsen werden.

Zur Wahlrechtsvorlage.

Tie Gwßh. Regierung h-ar, wie sie der zweiten Kammer zur KenntnisnalMe mitteilt, an die erste Kammer nachstehendes Schreiben gerichtet:

Nachdem die zweite Kamurer der Stände in ihrer Sitzung vom» 26. v. MtS. es abgelehnt hat, die Gesetzentwurse, betreffendr 1. die Abänderung der Artikel 67 und 75 der Verfassungsurkunda des Großherzogtums Hessen vom 17. Dezember 1820, 2. dia Landfländc, 3. die Wahlkreiseinteilung nach Maßgabe der Be-, stimmungen des Gesetzes, die Ausführung des Artikels 92 teil Versassungsurkund e hinsichtlich größerer Werke der Gesetzgebung, betreffend, vom 14. Juni 1836 in Beratung zu nehmen, bie Vorlage vielmehr ihrem zweiten (Gesetzgebungs-) Ausschuß zur Prüfung imb Berichterstattung überwiesen hat, sieht sich das unterzeichnete Großherzogliche Staatsministerium im Hinblick da­rauf, daß eine Geschaftsbehcmdlung nach Maßgabe des vorge- nannten Gesetzes nur bei llebereinstimmung beider Kammern mög­lich erscheint, veranlaßt, mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, unter Verzicht auf eine Ge­schäftsbehandlung nach Maßgabe des Gesetzes vom 14. Juni 1836, seinen Antrag vom 29. Llpril ds. Js. dahin einzuschränken, dasj die Vorlage, als zur Beratung beider Kammern gebracht, naQ Dkaßgabe des Artikels 26 Abs. 3 der Landständifchsn Geschäfts-