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29/04/1907 Erstes Blatt
 
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Börse, 29. ApriL Anfangskurse.

4>j°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^ü,0 Japan, Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von iau3

Kinder mehl

Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk

Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I .

128 50 113.55 232 10

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4% Oesteir. Goldrente. .

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Harpener Bergwerk Lauraiiütte Lombarden E. B. Nurdd. Lloyd . . füraenlose .

Kranken­kost.

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Bochum Guss . . .

Buderus E. W

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. . . Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest

. 174.90

. 132.20

Generalsynode, die demnächst zusammentreten würde.

Abg. B r ö m e l (krs. Vg.) erklärt, man werde doch hier un Hanse die Frage erörtern können, wie die Verhältnisse der evang. Landeskirche sich gestalten. Es handle sich darum, ob die R e f o r m der Landeskirche, wie sie auch von den Gemeinden gefordert werde, vor das Forum der Gesetzgebung gebracht werden solle ober nicht. Es handle sich nm die Freiheit des evangelischen Bekenntnisses.

Ein Antrag auf Schlich der Besprechung wird angenommen.

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen Oberhessen

Türkenlose ... t % Griech. Jlouopol-Anl. \% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner 4>s7o Chinesen . . .

Aktien:

Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank . Diskouto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- lusentann . .

Gotthardbahn . . Loiuuard. Eisenbahn . Gestern titaatsoanu . . frincc-Henn-Eiseubahn

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Hervorragend bewährte

Nahrung.

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an

Verdauungsstörung.

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, liessen.

Frankfurter Börne. 29. April, 1.15 Uhr.

. 141.00

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. 209.75 . 228.00 . 23.- . 126.10

. 141.30

preußisches Abgeordnetenhaus.

Berlin, 27. AprrL

^ie dritte Beratung des Etats wird fortgesetzt beim Kuttusetat, Kultus und Unterricht gemeinsam.

Abg. P r i e tz e (nL) wünscht Erhöhung der Pfarrer­gehälter.

Das Kapitel 1 wird bewilligt. Beim Kapitel evangelischer Oberkirchenrat kommt

Abg. Schmieding (nL) auf die Fälle der Pfarrer Caesar, I a t h o und R ö m e r zu sprechen und hebt hervor, das Vorgehen gegen dieie Geistlichen sei unberechtigt, die Liberalen ständen dem wahren Ehrillentum weil näher als die Positiven.

Abg. .p c cf c h r o 11) (foii|.) bedauert, occh diese Fälle hier von neuem angeschnitten werden. Innere Angelegenheiten der evange­lischen Kirche sollten nicht vor dem inlerkonsessionellen Landtage, vor Katholiken unb Israeliten behandelt werden

Kultusminister Tr. v. S l u d t bedauert gleichfalls, daß diese

^leisstraße ®rooe Gros

Aus Sia-t uud Land.

Gießen, den 29. April.

** Mitteldeutscher Arbeitsnachweisverband, unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, von W in dh eim , konstituierte sich vorige Woche in Frankfurt in zahlreich besuchter Versammlung nach eingehender Beratung ton Verbandssatzungen ein neuer ArbeitZnachweisverband, der das Großherzogtnm Dessen, die Provinz Hessen-Nassau, den Kreis Wetzlar und das Fürstentum Waldeck umfaßt und mit einem bedeutend größeren Wirtschaftsgebiet anstelle des nunmehr auf. gelösten, räumlich kleineren Mainverbandes tritt. Der Verband führt den NamenMitteldeutscher Arbeitsnachweisverband^ und hat seinen Sitz in Frankfurt. In den Vorstand wurden als Vorsitzende Oberbürgermeister Ad ickes und Stadtrat Flesch- Frankfurt, als Vertreter der hessischen Gebietsteile die Bürger, meister Schmidt-Mainz, G l a e s s i n g -Dcrrmstadt, Provinzial- direktor Geheimerat Dr. B r e i b e r t -Gießen und .Kreisrat von H o m b e r g k-Offenbach gewählt. Das paritätische Prinzip des Arbeitsnachweises fand auch bei dieser Gründung feinen Aus- druck darin, daß der Vorstand statutengemäß je zwei Arbeitgeber uni) Arbeitnehmer zu kooptieren berechtigt ist.

** Land- und Kuraufenthalte. Zu dem von bent hessischen gemeinnützigen Verein zur Vermittlung von Land- und Kuraufenthalten für 1906/07 aufgestellten Verzeichnisse von Sommerwohnungen im Odenwald, Vogelsberg und benachbarten Gebieten (Main- und Neckartal) ist ein Veränderungs- unb Ergänzungsnachtrag erschienen und wird jedem In­teressenten von dem Geschäftsführer des Vereins, Derrn Harth in Darmstadt, Wiener Straße 42, gegen Erstattung der Her- stetlungs- und Portokosten im Betrage von 10 Pfg. zugesandt. Das Verzeichnis selbst nebst Nachtrag (12 Vogen stark) ist für 30 Pfg. zur teilweisen Deckung der Herftellungs- und Versendungs- kosten ebendaselbst zu beziehen. Allen Erholungsbedürftigen fei das Merkchen bestens empfohlen.

** Wegweiser durch Gießen. Als eine sehr wert­volle literarische Festgabe zum Universitätsjubilaum wird sich der im Rotvschen Verlage erscheinende illustrierte Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen präsentieren, dessen Druck­legung der Brühlschen Druckerei übertragen wurde. Das Buch umfaßt über 20 Bogen Text, also über 300 Seiten, vier Aguarelldrucke, 12 Vollbilder, eine Eisenbahn-Verkehrskarte, einen bis auf die Neuzeit ergänzten Stadtplan, Umgebungskarte und Theaterplan, der Umschlag ist von einem hervorragenden Künstler entworfen und in ganz modernem Verfahren hergestellt. Trotz dieser Reichhaltigkeit bleibt der Vorzugspreis von 1 Mk. bis zum Fest bestehen. Bei diesem erstaunlich billigen Preise findet das Buch natürlich die lebhafteste Nachfrage, weshalb sich noch vor Beginn der Drucklegung sich der Verleger zur Erhöhung der Auflage entschlossen hat. Den Inserenten kann diese Er­höhung natürlich nur angenehm sein. Aber auch die jetzige erhöhte Auflage dürfte u. E. bald ausverkauft sein, daher ist es zu empfehlen, bei dem Verleger oder einer Buchhandlung vorher Exemplare zu bestellen, ebenso müßten sich die Geschäftsinhaber beeilen, wenn sie diese Gelegenheit zu einer wirksamen Empfeh­lung in dem viel begehrten Buche benutzen wollen.

P.-A. Michelstadt, 26. April. Das XXVIII. Kirchen- gesangfest des Evangelischen Kirchengesangvereins für Dessen soll am Sonntag, 12. Mai, hier abgehalten werden. Morgens 11 Vs Uhr findet in der Stadtkirche unter Kirchenmusikmetster Professor Mendelsohns Leitung die Hauptprobe der mitwirkenden Vereine von Beerfelden, Erbach, Hirschhorn, Michelstadt, Neckar- Steinach und Rothenberg statt. Um 1214 Uhr wird im Rat­haussaale unter dem Vorsitz des Präsidenten Ewald die Haup» versammlung abgehalten, der um V/4 Uhr gemeinsames ein­faches Mittagessen in verschiedenen Gasthäusern folgt. (Es wird gebeten, die Zahl der Teilnehmer bis spätestens 5. Mai bei Stadtpfarrer Heß in Michelstadt anzumelden.) Um 2Vs Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Stadtkirche, in dem Pfarrer Marx von Walldorf die Festpredigt halten wird. Eine gesellige Vereinigung in Schmerkers Gartensaal mit Ansprachen und Ge­sängen soll am Nachmittag des Fest beschließen.

+ Aus dem reichen Ebsdorfer Grund, 26. April. Beim Aufräumen des Kehrichts im Schulhause zu Leidenhofen, in das jetzt ein junger Lehrer einzieht, fand man einen Hundert­markschein, der dem früheren Lehrer gehörte und anscheinend nicht vermißt worden war.

Arbeiterbewegung.

fc. Off en bad) a. M., 28. April. 1 7 00 Maschinen- fabrikar beiter haben gestern die Arbeit n i e d e r g e l e g t. Tie Fabrikanten beabfidjtiqeii mit einer allgemeinen Aussperrung zu antworten, wenn die Arbeiter sich nicht mit einer gemeinsamen Beratung der beiden Siebenerkommssionen (Arbettnehmer und Ar­beitgeber) bereit erklären ohne Zuziehung je einesBeraters" der beiden Organisationen. Auch bestehen die Fabrikanten darauf, daß bte Beratungen nicht unter dem Vorsitz eines den beteiligten Betrieben Fernstehenden (wie die Arbeiter verlangens sondern unter dem Vorsitz des Fabrikanten H. Schmaltz (stellv. Bors, der Vertreter der Arbeitnehmer Nürnberger) geführt werden. Durck) einen Ausruf in letzter Stunde" wurde dies den Arbeitern mitgeteilt.

Leipzig, 28. April. Tie hiesigen Holzindustriellen beaiiitragteil ihre Delegierten, bei dem in Berlin staltfindenden Elniguugsverhandlungen für einen mäßigen Lohnzusch ug, keinesfalls aber für Arbeilsverkürzung zu stimmen.

Erfurt, 28. April. 1700 Maurer, Zimmerer und Bau­arbeiter lehnten befinitin die Angebote der Arbeitgeber ab. Ter Gesamtausstand ist unvermeidlich. 400 Arbeiter haben die Arbeit bereits niebevgelegt.

Beim Titel Provinzial-Kollegium bringt

Abg. Cassel (fr?. Vpt.) die Fälle zur Sprache, die zu Zer- würfnissen zwischen dem Provinzial-Schulkollegiuni unb ber Berliner Schulverwaltung geführt haben. Tatsächlich fei der Religionsunterricht einmal durch eine jüdische Lehrerin erteilt worden.

Ministerialdirektor Schwartzkopff bemerkt, er habe die Tatsache festgestellt, daß in Berlin evangelischer Religionsunterricht von einer jüdischen Lehrerin erteilt worben sei. Auch bie Tatsache könne nicht aus der Welt geschafft werben, daß prozentual die jüdischen Lehrer stärker (mit 40 Prozent) vertreten feien, als die evangelischen unb die katholischen. In schroffer Weise will ber Minister nicht Vorgehen, er wird Rücksicht auf die Verhältnisse der einzelnen Lehrpersonen nehmen.

Jin Kapitel Universitäten kommt

Abg. Dr. Schröder-Kassel (nL) auf die schon in zweiter Lesung ausgestellte Forderung von Lehrftühlenfürfoziale Medizin und Hygiene zurück und erbittet die Einrichtung solcher Lehrstühle. ,

Geheimrat Elfter erklärt, daß der Minister diesem Wunjche wohlwollend gegenüberstehe.

Beim Titel Höhere Lehran st alten tritt

Abg. Engelbrecht (ft.) für weitere Ausdehnung des Real- und Resormschu lwesens ein, besonders für das Reform-Gymnasium.

Abg. Cassel (Frs. Vpt.) preist demgegenüber die Vorzüge des humanistischen Gymnasiums.

Das Kapitel und die übrigen werden bewilligt. Damit ist der Kultusetat erledigt. Beim Kapitel Ministerium des Innern wendet sich

Abg. Schmedding (Ztr.) gegen den Erlaß des Ministers, nach dem Beamte mit Disziplinarstrafen bedroht wer­den, die sich mit ihren Wünschen an einzelne Abgeord­nete wenden. Nach der Verfassung seien alle Preußen gleich vor dem Gesetze und könnten ihre Meinung frei äußern. Die Abgeordneten aber hätten die Pflicht, die Interessen des ganzen Volkes, also aiuch der Beamten, zu vertreten.

Minister des Innern v. Bethmann -Hollweg erklärt, wenn Schmedding den Wortlaut der Verfügung gekannt hätte, wäre er nicht zu seinen Ausführungen gekommen. Das Petitions- recht stehe den Beamten zu; unvorschriftsmäßige Wege dürfen nickt betreten werden. Eine Verbindung zwischen Beam­ten und Abgeordneten sei nicht verboten, wenn die Beamten die Amtsverschwiegenheit Nicht verletzen, und wenn sie die Form wählen, die ihr Amt ihnen auferlegt. Die Beamten sollen sich an die einzelnen Abgeordneten nicht mit Wünschen wenden, die ihr persönliches Dienstverhältnis betreffen und deren Erfüllung der Zuständigkeit der vorgesetzten Behörde untersteht. Wenn ein Druck auf diese durch Mitteilungen an Abgeordnete versucht wird, so leide die Disziplin. Die Beamten bitte er, zu ihren vorgesetzten Behörden Zutrauen zu haben.

Abg. Lüsen s ky (nL) bemerkt, wenn der Minister seinem Erlaß nur beschränkte Gültigkeit geben wollte, hätte er es in ihm selbst klar machen müssen. Materiell kommt es hierbei auf eine Einschränkung des Petitionsrechtes heraus. Der Erlaß selbst aber hat auch etwas verletzendes gegenüber den Abgeordneten.

Abg. Müncheberg (frs. Vgg.) bemerkt, wenn ein so glän­zender Stilist wie der Minister einen Erlaß herausgegeben habe, ber zu Mißdeutungen Veranlassung gegeben hat, so erwecke das Verdacht. Der Herr Minister spräche von dem Vertrauen, das die Beamten zu ihren Vorgesetzten haben müßten, es gibt aber wohl auch Vorgesetzte, die nicht das genügende Entgegenkommen gegen die ihnen Nachgeordneten Beamten haben. Ter Abgeord­nete muß als Vertreter des Landes auch Vertrauensmann des Einzelnen sein.

Abg. Cassel (frs. Vpt.) hat gegen die Erklärungen des Mi­nisters über den Erlaß verschiedene Bedenken. Bei den dem Minister untergeordneten Behörden werden sich manche Männer finden, die dem Erlaß nicht eine so humane Auslegung geben, wie der Minister selbst. Warum solle sich ein Beamter nur an die vorgesetzte Behörde und nicht an einen Abgeordneten wenden?

Abg. v. Heydebrand (kons.) bemerkt, es scheine ihm, als ob es angebracht wäre, wenn der Minister den Wortlaur seines Erlasses mit den Ansichten, die hier von ihm geäußert worden seien, in Uebereinftimmung fetzen würde.

Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Der Etat wird angenommen. Beim Kapitel der Eifenbahnver­waltung äußert

Abg. v. Brandenstein (kons.), er habe ein Schreiben des Ministers erhalten, in dem er aufgefordert wurde, die Vor­fälle, die er bei feiner Rede vom 11. März im Auge hatte, mitzuteilen. Seine Rede fei nicht gegen den Minister, sie rich­tete sich gegen Mißbräuche, die sich allmählich eingeschlichen haben. Es fei darüber gesprochen worden, daß die Einnahmen aus der er st en Klasse zurückgingen. Es fei eben in der ersten Klasse zu wenig Platz, da zuviel Freikarten ausgegeben werden. Redner geht auf verschiedene Zeitungs­artikel ein, in denen über seine Rede in ber zweiten Beratung geschrieben wird, ttrotzdem das Haus ihn unruhig unterbricht.

Ein Antrag auf Schluß der Beratung wird mit Unterstützung der Konservativen und einzelner Abgeordneter aus anderen Par­teien angenommen. Zur Geschäftsordnung erklären die Abg. Schmidt-Warburg (Ztr.), Dr. Faßbender (Ztr.) und Werner (Dtsch. Ref.-Partei), daß sie es unbegreiflich finden, daß jetzt, nachdem der Abg. v. Brandenstein % Stunden geredet habe, gerade von den Konservativen der Antrag auf Schluß ge­stellt wird.

Abg. Kirsch (Ztr.) schlägt vor, die Debatte wieder zu er­öffnen, das wäre möglich, wenn kein Widerspruch erhoben würde.

Abg. v. Heydebrand (k.) erklärt sich ebenfalls mit einer Wiederaufnahme der Besprechung einverstanden.

Präsident v. Kröcher erhebt aber unter allen Umständen Widerspruch.

Die Beratung geht also weiter. Im Titel XStat ber Bau- verwaltung stellt

Abg. v. d. Wense (ft.) im Namen der freikonservativen Partei den Antrag, die Regierung zu ersuchen, Fürsorge dahin zu treffen, daß bei staatlichen Bauten, insbesondere bet außer­ordentlichen Bauarbeiten ber Eisenbahn unb der Wasserbauver­waltung, einheimis che Arbeiter zu verwenden sind.

Minister Breitenbach erklärt, die Sorge ber Verwaltung gehe bahin, die landwirtschaftlichen Arbeiter ihren landwirtschaftlichen Betrieben zu erhalten. Bei den Wasserbauten wurden bis bO Proz. ausländische Arbeiter verwendet.

Abg. S d) in i b t - Warburg (Ztr.) hofft, daß bas Versprechen deS Munsters er'ülll werben wurde und wünscht Erhöhung ber Löhne der Arbeiter, da sie unter der Teuerung be­sonders zu leiben hatten.

Ter Antrag des Abg. v. d. Wense wird angenommen, die Be­ratung über den Eiat der Bauverwattung gesd)lossen. Etat der Z e n l r a 1 g e n o s s e n s ch a f t s k a s s e.

Aui 'Angriff des Abg. Bl eil ifrf. Vpt.) verteidigt

Präsident ^eiligen ft abt bie Diskonlopolltik ber Zentral- genossenjcha'tskasfe.

Ter Etat wird erledigt. Ter Etat der direkten Steuern wird ohne Debatte erledigt. Etat der 13 otterieo er maltun g. Vorn Regierungsttsche wirb bie Versicherung abgegeben, daß bei der Besetzung von Kollekteur st eilen verabschiedete Offiziere berücksichtigt werden sollen. Tie übrigen Etats werden ohne Beratung erledigt. Damit ist die dritte Beratung des Etats beendet. Der ganze Etat wird einstimmig angenommen, da Polen im Saale nicht anwesend sind. Nach einer GeschästSordnungsbebatte vertagt sich das Haus auf Montag.

stellt waren.

Staatssekretär Kraetke bemerkt, es freue ihn, daß die Partei des Vorredners jetzt zu der Frage des Postscheck- verkehrs eine andere Stellung einnimmt als vor sechs Jahren. Die Regierung wäre jetzt dabei, neue Vorschläge auszuarbeiten, um sie dem Bundesrate alsdann vorzulegen. Mas die Ermäßigung des Weltportos an langt, so hätte ja der Vorredner sehr richtig dargelegt, wie sich) in England der Briefverlehr nach Durchführung des Penny-Portos ge­hoben hätte. Er müsse ihn da doch auch darauf aufmerk­sam machen, daß in England die Portoeinnahme erst nadj 17 Jahren wieder die Höhe erreicht hätte, die sie vor all­gemeiner Durchführung des Pennyportos gehabt hätte. Er bittet ferner zu bedenken, welche gewaltigen Mehrausgaben die Steigerung des Briefverkehrs mit sich bringt.

Abg. Frhr. v. Garnp (Reichsp.) freut sich ebenfalls über die veränderte Stellungnahme der Frersinntgen zu der Frage des Postscheckverkehrs. Aber es müßten seiner Ansicht nach Maßnahmen getroffen werden, durch Aendcrung des Bankgesetzes, um zu verhüten, daß der vermehrte Gold­bestand, der infolge wachsenden Scheckmangels für die Reichsbank zu gewärtigen sei, nicht etwa bloß zur Deckung von Verpflichtungen gegen das Ausland diene, sondern dem Jnlande zugute komme. Den Staatssekretär bittet er ferner, dem Hause den Entwurf eines Postscheckverkehrsystems wieder vorzulegen. Ein solcher würde jetzt wohl bessere Aufnahme finden als früher. Daß die Beseitigung derBegünstigung der Großstädte im Orts- und Nachbarortsverkehr" Fiasko gemacht habe, bestreite er. Weiter plädiert Redner für Oft» markenzulagen und erklärt, um diese durchzusetzen, sähe er und seine Freunde sich gezwungen, für einen inzwischen eingegangenen Antrag Pachnicke zu stimmen, der diese Zu­lagen nun unwiderruflich bewilligen wolle, nicht wider­ruflich. Endlich geht Redner noch auf Beamtenfragen kurz ein.

Schatzsekretär v. Stengel führt aus: Was die Ost­markenzulagen anlangt, so hätten wir sie schon 1904 und 1905 für das Heer und für die Post gefordert. Und zwar widerruflich. Der Reichstag lehnte sie damals ab. Ein Antrag Pachnicke wolle sie unwiderrufltch gewähren. Namens der verbündeten Regierungen tonne er eine Erklärung dar­über nicht abgeben.

Abg. Hamecher (Zentrum) ist gegen Portoherabsetz­ungen; der Grundsatz von Leistung und Gegenleistung müsse auch für die Post gelten. Sodann begründet Redner ein» gehend die Zentrumsresolution Hompesch wegen der ver­mehrten Ruhe an Vorabenden von Sonn- und Festtagen. Auf die Beamtenfragen eingehend, erklärt Redner sich na- mentlidf mit der Resolution Ablaß betr. Aenderung der Personalordnung einverstanden. In seinen weiteren Aus­führungen wendet er sich gegen die unzulässige politische Beeinflussung der Beamten, wie sie u. a. in einer amt­lichen Beitragsaufforderung für den Reichsverband zur Be­kämpfung der Sozialdemotratie in Bezirken einer sächs. Oberpostdirektion liege. Er trägt eine Reihe weiterer Bei­spiele aus der Wahlbewegung vor. Das Vereinigungsrecht der Beamten fei kein willkürliches Recht, sondern em kul­turelles. Dem Unterbea.mtenverbande fei seinerzeit ver­boten worden, sich über das ganze Reich auszudehnen. Dieses Verbot sei ungesetzlich.

Abg. Dussner (Zentr.) befürwortet eine Zentrums­resolution wegen des Fernsprechwesens auf dem Lande und bringt Wünsche von Beamten vor, namentlich auch zugunsten der Postbeamten in den Schutzgebieten, sowie zugunsten der Telephonistinnen.

Hieraus Vertagung. Sj^niag,: Beamtengefetze (Pen­sion und Relikten) in erster Lesung; dann Weiterberat­ung des Postetats.

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Darin

Gelsenkirchen Bergwerk . 199.70 Hamburg-Amerik. PaketL 135 50 Harpener Bergwerk. . . 210.U0 Lauraiiütte...... 228.00

Nordd. Lloyd .... 126.50 Obeischles. Eisen-Industrie 108.80

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Postbeamten-Laufbahn. Eine Resolution Hompesch endlich Angelegenheiten hier erörtert worden sind, will früheren Schluß der Bearbeitung von Massendruck- ®pnprntfnnobe. die demnächst zusammentrel fachen und der Paketannahme an den Vorabenden von Sonn- und Feiertagen.

Abg. Dr. Drosch er (kons.) erklärt, die Verteuerung des Ortsportos lasse sich nicht mehr rückgängig machen; zu wünschen fei eine Verbilligung des Telephons aufdemLande. Wünschenswert sei nur eine nock) größere Fürsorge für die Beamten in Bezug auf Stellenvermehrung^ Arbeitszeit, Urlaub, Sonntagsruhe und insbesondere Ge­hälter. Seine Freunde könnten ihre Mißbilligung nicht zurückhalten, daß in der letzteren Beziehung die wieder­holten einstimmig angenommenen Forderungen des Reichs­tages nicht berücksichtigt seien. Den Resolutionen Graf Hompesch, sowie Ablaß, betr. anderthalbfache Anrechnung des Nacht- und Feiertagsdienstes stimmt seine Fraktion zu. Die Ablaßsche Resolution wegen der Aenderung der Per­sonalordnung dagegen bedürfe doch erst wegen ihrer Trag­weite einer sehr sorgsamen Prüfung in der Kommission. Das System der gehobenen Stellen für Unterbeamte habe sich nach Ansicht seiner Freunde nicht bewährt. Ausdrücklich bemerke er noch, daß auch die höheren Beamten einer Aufbesserung bedürfen. Einer Neuordnung der Gehälter, die diese höheren Beamten ausläßt, würden seine Freunde die Zustimmung versagen müssen, lieber die Wünsche der höheren Postbeamten läßt sich Redner dann ausführlicher aus, um dann auch die konservative Resolution wegen der Ostmarkenzulagen zu empfehlen und schließlich für die Wünsche der weiblichen Beamten (Telegraphistinnen usw.) einzutreten. Endlich pflichtet Redner namens seiner Freunde auch noch der von der Kommission beantragten Resolution zu betreffend Besoldungserhöhungen für verschiedene mitt­lere und Unterbeamten-Kategorien.

Abg. Kämpf (freis. Vp.) fordert eine Herabsetzung des Weltpo st portos. Er meint, die Gefahr eines Ausfalls an Einnahmen für den Postsiskus ist nur eine theoretische. Als England sein Porto herabsetzte, wuchs der Verkehr ganz außerordentlich. Er führt weiter aus, die Negierung möge sich angelegen fein lassen die Ein­führung des Postscheckverkehrs. Ueber die Gebühren würde sich ja wohl eine Verständigung erzielen lassen. Freillch muß die Regierung aus erschwerende Bedingungen ver­zichten, wie sie bei Gelegenheit des früheren Entwurfs ge-