■M
heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.
Es liegen zwar: der für untere
Nr. 99 «rlftetnt täglich außer Sonnlag».
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamiiien- bläner otermal tn der Woche betgelcgl un zweimal wöchentlich da KreUbloll sNr den Krell Sieben. Fernivrech-An- schlubi. d. Redaktion 118 Verlag u. LxpedUio» 51 Adresse tüt Depeschenr
Anzeiger Gießen.
Deutscher Reichstag.
<tU. oi^unß am tq>viL Auf der Tagesordnung steht der Pofte tat.
gegen den preußischen Bureaukratismus. ES fei ein Uebel, : so meinte er, daß die Träger der Verwaltung nicht auS den • schaffenden produktiven Ständen genommen würden. Auch trat er für die zwangsweise Enteignung von Ländereien ein, sofern eß das StaatSwohl erforderlich mache. Jedenfalls hat dieser Mann eine sichere, aber auch eine leise Hand und über den Erwägungen der nationalen Selbsterhaltung nicht den Sinn für Gerechtigkeit eingebüßt. Besonders Kluge erblicken in ihm bereits den kommenden Mann, zumal der Kaiser ihn auch verschiedentlich ausgezeichnet habe. Der .politische Bankdicektor* würde ein Gegenstück zu Dernburg ab- geben. —Die Ministerkandidatur AdickeS ist übrigens bisher keineswegs fallen gelassen. Wie wir von Frankfurter Stadtverordneten hören, läßt AdickeS selber nach wie vor jedermann im Unklaren darüber, ob er in Frankfurt auf seinem Posten zu bleiben gedenkt oder nicht. Auf direkte Fragen hat er bisher keine bestimmte Antwort erteilt, und man ist in der Stadtverwaltung Frankfurts völlig im Ungewissen, zumal man glaubt annehmen zu dürfen, daß er, hätte er nicht in Berlin bestimmte Aussichten, längst offen heraus erklärt hätte, er deute nicht daran, von seinem jetzigen Posten zu weichen.
In der hohen internationalen Politik gehn die Erörterungen über die Absichten der Reisen Eduards VII. in der Presse weiter. AbrüstungSsrage, Mittelmeeroierbund, Dreibundfestigkeit, ewiger Frieden, Macollopolitit — das sind die Stichworte. Und inzwischen ist in Marokko das eingetreten, waS man voraussah: In aller Ruhe, aber auch mit aller Energie haben die Franzosen nach der Besetzung von Udschda von der ganzen Prooin z Besitz ergriffen. Jetzt stellt sich auch heraus, daß die lokalen Behörden, die diesem Vorgehen der Franzosen nicht den geringsten Widerstand entgegensetzten, schon lange vorher für die französische Sache durch Bestechung gewonnen waren. Daß dies alles mit der .provisorischen* Besetzung von Udschda nicht in Einklang zu bringen ist, liegt auf der Hand.
Eine offiziöse Berliner Zuschrift der Südd. ReichSkörresp. mahnte zum Abbruch der unnützen deutsch-italienischen Preßfehden und bemerkte in diesem Zusammenhang:
Sollten die Bewegungen des Königs Eduard im Mittelmen im Reichstag noch einen Nachhall finden, so ist wohl der Wunsch gerechtfertigt, es möge von keiner Seite und durch kein Wort der Welt abermals das Trugbild eines nervös beunruhigten Deutschland vorgeführt und der englischen Presse neuer Stoff zu Leitartikeln mit der Uebers chrrst „Deutsche Angst" geboten werden. Den Zeitungspolüikern, die in demselben Atem ein Recht auf Nervosität und Furchtlosigkeit gegen alles in der Welt proklamieren, wird eS ohnehin niemand zu Dank machen. Für unser Anjeven tm Auslande aber kann es nur förderlich sein, toenn auch durch das Verhalten unserer Volksvertreter die so notwendige Unterscheidung bekräftigt wird zwischen der ruhig bleibenden Bemannung deS Reichsschiffes und manchen leicht seekrank werdenden Passagieren.
Ob das wirklich gut und richtig wäre, toe-nn Presse und Reichstag über Fehler und Mißerfolge unserer auswärtigen Politik mit resigniertem Schweigen hinweggingen? Jedenfalls bereiten sich Tinge rund um Deutschland vor, die uns keineswegs angenehm sein machen.
Cs heißt, der österreichische Mmifter des Aeußern, Baron Aehrenthal, werde am 1. Mai dem deutschen Kaiser ein Handschreiben Kaiser Franz Josefs überreichen. Der alte Herr mag unserem Kaiser wohl mancherlei zu sagen haben. Er weilt übrigens zurzeit in Prag, wo die Tschechen es natürlich verstanden haben, seinen Besuch in ihrem Sinne auszubeuten. Die Deutschen, denen man das Hissen schwarz-rot-goldener Fahnen verboten hat, haben es schon schmerzlich empfunden, daß der Kaiser bei seiner Ankunst in Prag auch im Namen der Deutschen von dem tschechischen Bürgermeister begrüßt worden ist, wobei dieser einige Phrasen über die Gleichstellung beider Nationen in Prag stammelte, die bei der systematischen Unterdrückung des Deutschtums in Prag lächerlich wirken mußten. Noch mehr hat es die Deutschen verdrossen, daß der Kaiser bei der Einweihung der neuen Moldaubrücke nur in tschechischer Sprache begrüßt worden ist und geantwortet hat. Ministerpräsident Baron von Beck hat dies mit einem Versehen entschuldigt. Merkwürdig, daß derlei „Versehen" nur passieren, wenn sie sich gegen die Deutschen
hierzu eine Reuse von Resolutionen vor, und Abgg. Ortel, Sieg (nL), betr. Lstmarkenzulagen und mittlere Reichsbeamte schon pro 1907 (auf dem Wege des stürchtragsetcrts). Dasselbe verlangen zwei Resolutionen v. Gamp (Rp.) und v. Gerödorsf (kons.). Eine Resolution Ablaß will IVssache Anrechnung deS Stacht- und Feiertagsdienstes der Postbeamten. Eine zweite Resolution Ablaß verlangt Aenderung der Personalordnung für die mittlere
Erstes Blatt 1S7. Jahrgang Montag S». April 1907
Ä vezngSprelSr
MF mo».LlUch7bP^oiette»»
W A M ▼ jährlich M. 8.20. durch
Iv 11 v IVvl vl I l)v V
aufirodete 80 ülerodjfr
General-Anzeiger für Oberhessen MM
Rotationsdruck und Verlag der vrühl'lchen Unw.-v-tz. und rteindruckerel. S. langt. SedaMo«. tfpeöihon und »ruderet: Schulftrch« l.
richten. Vertreter der deutfchböymifcyen Stuo.e women d^ur Kaiser in Prag ein Memorandum überreichen, das die Forderung der Deutschen in Böhmen nach nationaler Zweiteilung enthalten sollte. Don maßgebender Seite wurde ihnen hieraus bedeutet, daß der Kaiser in dieser Angelegenheit sie nicht empfangen würde, weshalb die Audienz unter- blieb. Alle diese Tatsachen haben natürlich dazu beigetragen, daß das Interesse der Deutschen sich am Malier» besuche verminderte. Sie haben obendrein setzt die Wahlen vorzubereiten. Aus dem Munde des ungari|chcn Ministerpräsidenten Dr. Welerle haben sie jüngvc vernommen, daß die S t e l l u n g d e r D e u t s ch e n in dcr Monarchie nicht kräftiger, sondern schwächer werde, und der Prager ftaifer- besuch ist ba|ür fein Gegenbeweis. Umsomehr ist es Sache der Deutschen, selbst für die Kräftigung ihrer Stellung zu sorgen.
Ein großes und bedrohliches Problem ist die Frage der Thronfolge in der Türkei. Man behaupcet, baß Abdul Hamid, der schwer Kranke, seinen älteren Sohn übergehen und seinen jüngeren als Nachfolger bezeichnen wolle, der als besonders deutschfreundlich gelte, an der Thronfolge aber von einflußreichen Palaftkliquen verhindert werden soll. Ter deutsche Einfluß in Konstantinopel scheint überhaupt allmählich zurückzugehen. Für die Veränderung der ganzen Lage war es bezeichnend, daß der Konstantinopeler Kai, und damit die Haienkontrolle, an eine englisch-französische Gesellschaft überlassen wurde. — Zu den deutsch-türkischen Handelsbeziehungen erfuhr die „Voss. Zcg.", baß bie von den Mächten ber Psvrte bewilligte dreiprozentige Zollerhöhung bemnächst ber Beschlußsaifung des Reichstages unterbreitet werben soll. Die Erhöhung ber Wertzölle von 8 auf 11 v. H. soll zugestanden werden bis zu dem Inkrafttreten des dem deutfcy- türkischen Handelsverträge vom Jahre 1800 beigefügten Tarifs. Man nimmt an, daß unsere Einfuhr nach der Türkei, die in den letzten Jahren erheblich angenommen hat und sich gegenwärtig aus rund 50 Mill, jährlich belauft, durch die 3 pcoz. Zollerhöhung keine Eln- chränkung in chrer weiteren Entwicklung erleiden wird. Abgesehen von Fellen, Häuten und Munition bilden zurzeit Wollwaren und lammwollene Fabrikate mit je 7 Millionen Diark Wert bie hauptsächlichsten Einfuhrartitel nach ber Türkei. Italien und England aber versuchen unseren Handel nach ber Türkei nach Kräften zu beeinträchtigen und haben dort erheblicheren Erfolg zu verzeichnen als wir. Dazu kommt bie deutsch-feindliche Agitation in der türkischen Armee: alles Symptome dafür, daß, wenn es gelingen sollte, im Augenblick eines Thronwechsels den deutschen Einfluß in Konstantinopel zu beseitigen, gewaltige ökonomische Jnterefsen und ein Teil unserer Weltmacht pellung ans dem Spiel steht. Und damit könnte das einzig erfreuliche Resolution verloren gehen, das unsere Diplomatie m den letzten Jahrzehnten aufzuweifen hatte — unsere Machtstellung im Orient.
Recht unerbauliche Dinge wurden auch wieder aus Rußland gemeldet. Auf seyenerregende Stachrichten über Folterungen von Gefangenen, die die Bestialitäten ber Inquisition noch in den Schotten stellten, zeigen die bejammernswert tiefe Kulturstufe, auf der sich Rußland trotz Konstitution" und „Parlament" noch befindet. Die Einzelheilen, die in der Duma üb'ec die Folterungen an Gefangenen, wie sie die baltischen „Strafexpedrcwnen" verübt haben, vorgelesen wurden, waren derart schaudervoll, daß man sich nicht wunderte, wenn die Verwilderung in Rußland noch wüchse und der brutale Grundsatz Auge um Auge, Blut um Blut, immer mehr Anhänger sande. Ferner ward täglich mindestens ein neuer polnischer Mord und obendrein noch mindestens ein räuberischer Uebersall gemeldet — kurz, es hat den Anschein, als ob kein Heffer diesem gepeinigten Lande erstehen soll.
politische Wochenschau.
Gießen, 29. April 1907.
Jrn neuesten Hefte der in München erscheinenden vortrefflichen ,Südd. Monatshefte" plaudert Friedr. Naumann, der Staatsphilosoph, vom Reichstage. Ihm gefällt die ganze Maschine des Parlamentarismus ganz und gar nicht. Mit einem Kollegen prüfte er kürzlich einmal, wer eigentlich der augenblicklichen Rede im Reichstage wirklich zuhörte, und fand etwa folgendes: ,cin Mitglied des Präsidiums, ein Beamter des ReichSaintS des Innern, einige Parteigenossen deS Redners und einige Abgeordnete, die hinter dem Be- treffenden auf der Rednerliste standen — daS war alles. Die Rede floß wie ein Bach im Sande . . . für die Stenographen, für die Zeitungen.* Die armen Zeitungen, die ihren schon so wie so knapp demeffenen Raum dafür hergebcn müffenk Naumann, der parlamentarische Neuling, fügt aber hinzu:
Oester sah ich tn Stunden bei parlamentarischen Mißbehagens auf die Kopte oller, ergrautet Helden des Reichstages. Ta sitzt Bebel, fleißig und aufmerffam role ein Jüngling! Ta sitzt Schrader, eifrig und geduldig! Da sitzt Gröber, Gamv und andere! Diese Männer kennen nun den Ton und die Musik seit langen Jahren. Und doch sitzen sie hier. Tas macht auf mich einen lieferen Eindruck, als alle« stille Theoretisieren, mit dem ich mir die Sachlage imierlid) in Ordnung bringen will. Hier haben e4 Männer von der Energie und geistigen Fülle wie Benntglen, Miquel, Richter, Windlhorst ausgehalten und haben vielfach öifl zum letztem Atemzuge biefem Mechanismus ihr Gehirn gewidinet. Allo muß doch Dec Zweck diefes Mechanismus stark genug jein, um seine Nebengeräusche vergessen zu taffen.
Und zudem gibt es nach Naumann obendrein „kaum einen Redner, der nicht etwas bringt, das zum Aufbau der DejamtkenntniS bient'.
Anderer Ansicht sind die „Drenzboten^. Da heißt eS m Nr. 17 vom 25. April:
ES sind in Wahrheit umschriebene Parteiprogramme längst bekannten Jnhalls, ohne bestimmten Zweck für das wirtliche Arbeitspensum, rein akademische Erörterungen, meist abstoßenb in ihrer rednerischen Formlosigkeit, ihrer Brecke, ihrer Salzlosig- keit und ihrem Ungeschmack, die aber doch mit selbstgefälliger Inbrunst zum Fenster yinanS geredet werden, obwohl die wenigen brauchbaren Gedanken darin längst viel besser in Büchern zu finden und durch die Presse zum Gemeingut aller Lesekundigen gemacht worden sind. Es wäre darum sehr zu wünschen, datz durch die Geschäftsordnung ein heilsamer Zwang aus- geübt werden könnte, die uferlosen Debatten bei dem Gehalt Der Minister und Staatssekretäre einzuschränken. Sachlich würde dadurch nichts verloren werden, wenn man nicht etwa der Meinung sein sollte, daß politifche Gedanken einem ähnlichen Prozeß des Wiederkäuens unterworfen werden müssen wie die Nahrung m dem Magen gcwijscr Säugetiere, denen übrigens die Bolks- meinung kein besonderes Matz von Intelligenz zuschreibt.
Die Mehrheit des deutschen Volkes ift wohl geneigt, dem Drenzdoten-Manne, und nicht Naumann zuzustimmen. Die monotonen Beratungen deS Justizetats waren ganz gewiß nicht dazu angetan, viel Jntereffe in den breiten Massen für den Reichstag zu erwecken. Anders wurde eS dann freilich beim Militaretat. Allerdings mußte der preuß. Kriegs- Minister sich fein „bischen Gehalt*, wie er sich früher mal burschikos ouSdrückte, wacker erkämpfen. Und das tat er auch und zwar nut erfreulicher Irische und Lebendigkeit. Er versteht es meisterlich, den populären Ton zu treffen, der auch außerhalb deS Reichstages sein beifallsfreudiges Publikum zu ftnden weiß.
Es ist Hoffnung Vorhänden, daß der Reichstag vor Psingsten mit feinem Pensum fertig wird und als Lohn winkt ihm die Vertagung; die für den Sommer in Kraft bleibende Freifahrkarte ist schließlich auch des Schweißes der Edlen wert.
Im preußischen Abgeordnetenhause hat man u. a. viel über Ansiedlung deutscher Bauern in der Ostmark geredet. Dabei roarS interessant, daß just zu derselben Zeit Geheimrat Mitling, der frühere Oder- bürgermeifter von Posen und jetzige Direktor der National- bank für Deutschland, einen Vortrag gehalten hat, der wegen seiner Fachkenntniffe auf diesem Gebiete und feiner Vorschläge Beachtung verdient. In der Hauptsache wendete er sich
Kleines Feuilleton.
C. K. Vom Bau der Mont Blanc-Bahn. Es wird nicht lange mehr Dauern, und die Touristen werden in der Lage sein, sich aus einer beliebigen Station eine Fahrkarte zum Gipfel des Mont Blanc zu lösen. Die französischen Jngenienve, die mit dem Bau der Bahn betraut sind, haben den Schienenweg bereits bis zum Mont Lachat (7000 Fuß), d. h. fast bis zur halben Höhe fertig gestellt, und sobald das rollende Material beschosst und eine Anzahl Stationen fertig gebaut sein wird, soll der erste Teil der Mont Blanc-Bohn dem Publikum eröffnet werden. Die weiteren Stationen werden sein: Rognes 8135, Tete Rousse 10550, Aiguille du Goüter 12 000 und Dame du Goüter 13 475 Fuß. Bis zu einer Höbe von 8220 Fuß, etwas über die Hälfte der ganzen Strecke, wirb die Eisenbahn völlig frei liegen, und eine Reihe prächtiger Mpenlandschaften mit Gletschern, Schneefeldern und jähen Abgründen wird während der Fahrt an den Augen der Reisenden v-orübergleiten. Von dieser Höhe bis zu 11900 Fuß werden die Züge durch eine Galerie fahren, bie durch den Bergabhang gebohrt ist, iedoch häufig Oeffnungen in tem Felsen hat. Von da ab wird bis zum Gipfel, zu einer 3000 Fuß größeren Höhe, ein Tunnel aebohrt werden, da nur so die Linie vor den Lawinen, die in dieser Gegend häufig niedergehen, geschützt werden kann. Der letzte Teil der Strecke bietet die größten Schwierigkeiten, und es wird Jahre dauern, ehe er vollendet werden kann; aber für die Zwischenzeit wird von dem Gipse! oer Aiguille Du Gvüter bis zur Spitze des Mont Blanc ein Fußweg angelegt werden, der die Tvuristeq in den Stand setzen wird, das „Lach
Europas" mit Hilfe von Schlitten oder zu Fuß ohne Gefahren ober allzugrotze Strapazen zu erreichen. Die Mom Blanc-Äahn roirb nach dem Strub-Zahnradsystem erbaut, das auf der Jungfrau und anderen Bergbahnen in der Schweiz sich so gut bewährte. Als Zugkraft wird die Elektrizftät benutzt, deren Kosten, nachdem bie Kraftstationen einmal angelegt sind, minimal sein werden, da sie von den zahlreichen Wasserfällen und Bergströmen in ber Nähe bezogen werden kann. Dre größte Steigung wird nicht über 1:5 fein; diese wird eine Schnelligkeit von 6—S Kilometern in der Stunde erlauben, wobei die Passagiere den Uedergang in höhere Lustjchicbten ohne Gefahren ertragen können; außerdem werden sie ja an den verschiedenen Stationen während der Fahrt Halt machen können. Jede Station wird auch mit SaueAwffbehältern für bie an der Berakranlheit Leidenden ausgerüstet sein. Es sollen täglich »wolf Züge zum Gipsei des Mont Blanc fahren, und der Preis einer Rückfahrkarte wird 40 Frs. betragen. Sollte die Elektrizität einmal versagen, so werden nuichtige Lokomotiven zur A"s7->ilse bereit stehen. Tie Küsten dr neuen Bergbahn werden, wie der Genfer Korrr pond-. t des Stano^ro lberichtet, bis zur 'eitgume ou Goüter 10U Mn..^ i.cn Mark und für den letzten Teil der Strecke 40 Millione i t betragen. Natürlich fcu sich bereits die Hotelindust. neuen Unternehmens bemächtigt, und man erwartet, D.
reiche Hotels in der Nähe bet Bergbahn entstehen rocite
C. K. Zar Nikolaus als Musiker. Daß te. v r von Rußland sich nicht nur auf dem Gebiete der Dichlkunn versucht hat, sondern auch ein Musiker von ungewöhnlicher Begabung ist, berichtet in einer Pariser Musckzeüschrist ein Mitarbeiter, der sich „Menestrel" müer-eichnet und ixx behauptet,
zu den intimeren Bekannten des Zaren zu gehören. „Tie Musik des Zaren", so schreibt er, „hat einen tief melancholischen Charakter. In all seinen künstlerischen Aeußerungen spurt man einen seltsamen Hauch fatalistischer Ergebung in sein Schiasal. Eine seiner Tichtungen ift übrigens in Petersburg uniec dem Pseubonym „Slawe" erschienen und diese hat einer seiner Vettern in Musik gesetzt; aber der Zar zieht es vor. feine eigenen Texte selbst zu vertonen. Der russffche Herrscher vs- sitzt auch eine schöne Sammlung alter Geigen, auf bie er besonders stolz ist. Ter Kunst, die Balalaika, das altrussische Instrument, das einer Guitarre ähnlich ist, zu spielen, bat er sich mit besonderem Eifer gewidmet, und er bemüht sich, sein LieblingSinstrument in Rußland wieder mehr in Ausnahme zu bringen. ®r hat sogar die alte Guitarre in die Orchester ein* zusühren versucht. Zar Nikolaus ist auch ein guter Sänger. Er hat eine Terwrstimme, bie zwar nicht sehr ergiebig ist, aber einen sehr gefälligen Klang bat Kürzlich sang ter Zar bei einer Gesellschaft, die bie engsten Hofkreise um ihn versammelte, ein von Massenet komponiertes Lieb. Die tieftraurige Stimmung, die in der Art seines Vortrags zum Ausb.uck kam, rührte viele von den anwesenden Damen zu Tränen".
Berlin, 27. Llpril. Heute mittag wurde die Gro ße berliner Kunstausstellung durch den Unterstaats'cüe.ür
i 2't. 2Beioer im Beisein des GeneralaDjutanten des Kaisers, Pcuizen Ednaro zu Salm-Horstmar, des Präsidenten der Akademie Der Künste, Professor Letzen, des Bürgermeisters Tr. Reute unb Anderer feierlich eröffnet
Wien, 27. April. Der bekannte Komponist Joseph Hell»,
Jesberger iü W der pergangeuLn Nacht gestorben^


