Ausgabe 
29.8.1907 Erstes Blatt
 
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Tic Pferdewache des TelegrapUnp)steus Mumpuctz wurde nm 26- STuguft von etwa 8 Hottentotten beschossen, iuobt'i ein Gefreiter leicht verletzt wurde- Die Verfolgung ist ausgenommen. Cb die Hottentotten zur Bande Morcngas geboren, steht noch nicht fest- - v

9t i ch t bestätigt nmrbc der zu ml Mitgliede des Schul­vorstandes in der Gemeinde Neuzittan bei Gosen an der Cberspree gewählte Sozialdemokrat Wieczorcck- Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß der Kreis-Schulinspektor als Vertreter der Auf- sichtsbel)örde seine Wahl nicht genehmigt habe- Seine persönliche Eignung für daS Amt werde nicht in Frage gestellt, doch halte sich die Regierung für verpflichtet, Sozialdemokraten gründ- s a tz l i ch b o n A e m t e r n, d i c in i t d c r S ch u l v e r w a l t u n g iit Verbindung stehen, fern zu halten.

. Wiesbaden, 28. Ang. Dem ehemaligen Regierungspräsi­denten Wentzel, jetzigen Cbcrpräsident von Hannover, ist der erbliche Mel verliehen worden- - -!

Die Deutsche Reichsversassung von Geh. Rat Professor Dr. Ph. Zorn. VIII u. 122 Seiten. (Wissen­schaft und Bildung, Einzeldarstellungen aus allen Gebieten des Wissens. Bd. 10.) Geh. 1 Mk. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1007. Trotzdem es eine Pflicht jedes gebildeten Deutschen sein müßte, über die staatsrechtlichen Verhältnisse seines Heimatlandes unterrichtet zu sein, um den Vorgängen des öffentlichen Lebens verständnisvoll folgen zu können, ist eS eine bedauernswerte Tatsache, daß nur Wenige die erforderlichen Kenntnisse besitzen. Deshalb können wir nur jedermann empfehlen, nach dem oben ge­nannten klar uiu) gemeinverständlich geschriebenen Büchlein des bekannten Rechtsgelchrten zu greifen, dessen reichen In­halt wir nachstehend kurz skizzieren lvollen. Im ersten Kapitel wird die deutsche Staalseutwicklung der Neuzeit in den Rahmen der preußischen, deutschen und Weltgeschichte, unter vergleichender Heranziehung der Staatseurwicklung der anderen europäischen Kulturvölker, eingesügt. Ein zweites Kapitel erbringt den Nachlveis, daß das heutige Deutsche Reich nicht ein lösbares Vertragsverhältnis unter Staaten, wie der alte Deutsche Bund darstellr, woran sich im dritten Kapitel der positive Nachweis des Staatscharak­ters des Reiches an schließt. Das vierte Kapitel gibt sodann die Darstellung der Organisation des Reiches in Kaisertum, Bundesrat, Reichstag und Reichsbehörden.

Die Ursachen der Katastrophe auf dein Kriegsschiffe Jena.

Ter Bericht der französischen Senatslömmission für die Untersuchung der I c n a k a t a st r o p h e ist erschienen. Ter erste Band umfaßt 200 Seiten und ist mit Mbildungen aus gestattet. In dem Bericht werden besonders die Eigen­schaften und Fehler des Pulvers besprochen und auf den Wert des von der Kriegsartillerie empfohlenen Sta­bilisators hingewiesen. Ter Bericht resümiert, die Ursache der Ienakatastrophe sei aus die unerwartete Entzündung des Pulvers B zurückzuführen; es läge aber noch eine andere Ursache vor, die dem äußeren Anschein nach sernliege, die aber in Wirklichkeit die direkte Ursache zu den Katastrophen in der französischen Marine sei, nämlich der Mangel an Ein ve rst ünd nis, die Zerwürfnisse und der Au t a go n i surus, der in den verschiedenen T i e n st z w e i g e n bestehe. Der Be­richt sagt, die Pulverkammern seien bisweilen dicht bei Räumen gelegen, die eine sehr hohe Temperatur ausweiscn. Es scheine, cus ob die Koujtrukteure nichts von der Zu­sammensetzung des Pulvers gewußt haben, das in diese K'ainmern gebracht werden sollte. Außerdem lvüßten die Pulversabrikautcn nichts von der Beunruhigung, den Unter­suchungen und den Erfahrungen der Kriegsartillerie. Der Bericht führt dann weiter aus, die Kommission habe in der Marine nur Antagonismus und Zlvistigteiten gefunden, indem nämlich der Schisssartillerist, der Schisfsbauer, der Schisssmann und der Seesoldat keinerlei Beziehungen zu­einander haben, sich gegenseitig verabscheuen und mit Eifer­sucht verfolgen. Keine höhere Behörde habe Sorge dafür getragen oder Mittel gesunden, diese drei auseinauder- strebenden, einander feindlich gesinnten Kräfte zu geregel­tem, fruchtbringendem Handeln zu vereinigen. Der fort­schreitende Rückgang der französischen Streit­kräfte sei der beklagenswerten Schwäche der Z e n t r a l g e wa l t und der allgemeinen Unverantwortlich­keit und Gleichgültigkeit zuzusa-reiben. Der Bericht sagt zum Schluß: Laßt uns schwören, in unserer Marine Autori­tät, Ordnung, Disziplin, Wachsamkeit und Verantwortlich­keit wieder zur Geltung zu bringen, geben wir unseren Seeleuten Material und Ausrüstung, die ihres Mutes, ihrer Intelligenz und ihrer Tapferkeit würdig sind! Alle gram zosen werden zu diesem nationalen Werte aufgefordert.

politische Lage-scharr.

Fiuanzsorgen im Reiche.

Nur wenig Bilder im I veiten Raum, die freundlich mir lachen", kann der Rcichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel sagen im Hinblick auf die hinter den Erwartungen teilweise weit zurück- bleibenden Erträgnisse derneuenRe ichssteuern. Nun droht auch noch eine Mindereinnahme auS der Börsen st euer, die in den letzten Jahren so viel abgeroorfen hatte, daß man ihre'Ziffer im^ranschlag getrost heraufsetzen zu können meinte, unter lebhafter Zustimmung der börsengegnerischen Parteien Ihnen war das ein vollgiltiger Beweis für die Vortrefflichkeit der gegenwärtigen Börsengcsetzgebung. ES wird also jetzt im Schatzamt wohl der Rotstift energisch gehandhabt werden bei Prüfung der von den Einzelressorts angemeldeten F-orderungen, denn Frhr. v, Stengel hat sicherlich nur daS eine Bestreben, in seinem Voranschlag zum Reichshaushalt für 1908 das Spar­prinzip dem Reichstag augenfällig zu mack)en. Er kann frei­lich bei aller Sorglichkeit nicht abwenden, daß der Rahmen für die Durchführung der Reichssteuerreform, zu deren Gelingen ihm Fürst Bülow ein aufmunlerndes Telegramm in die oberbayrische Sommerfrische sandte, sich immer weiter hinausschiebt. Ein Lieblingswort Eugen Richters:Das dicke Ende kommt nach!" dürste auch auf den Fortgang der Steuerreform zutresfen. 180 Millionen hat der Reichstag erstmals bewilligt, auf 250 Millionen sind in der Presse auch der Blockparteien die neuen Erforder­nisse des Reiches veranschlagt, d- h. zu einer Zeit, da von der Ertragsverringerung der Börsensteuer noch nichts bekannt war- Ter Posten auf der Debetseüe der Reichsrechnung werden mit» lerweile immer mehr; als neuester ist Südwestafrika anzu­merken, wo das Vorgehen gegen Morenga besondere »finanzielle Aufwendungen erforderlich macht- Jetzt ist also durchaus glaub­haft, was in halboffiziöstn Notizen zu lesen war: die Ver­handlungen in der Regierung seien noch nicht soweit gediehen, daß sich über die Höhe der neuen Steuern schon irgend etwas Bestimmtes sagen lasse- Man wird allerdings wohl erst das laufende Etatjahr zu Ende gehen lassen und nach den dann feststehenden rechnerischen Grundlagen den durch die neuen Steuern zu deckenden dauernden Mehrbedarf des Reiches er­messen, damit derzwecke Streich" auch in Wirklichkeit eine vollständige Durchführung der Reichssinanzrefvrm bewirkt- Bis dahin bleibt die Hoffnung, daß die erneute Belastung des Volkes den Betrag von 250 Millionen nicht übersteigen iveibe-

stellten Mittel werden die Ausgrabungen dieses hessischen Taunus- kastekls in den nächsten Jahren systematisch fortgesetzt.

Klassische Theatervorstellungen auf dem Lande- Ter Rhein-Mainische Verband für Volksbildung hat bekanntlich im letzten Frühjahr den Versuch gemacht, kleinen Städten und Landorten klassische Theatervorstellungen durch ein eigenes angeworbenes Personal aus Mitgliedern guter Stadttheater zugänglich zu machen- An 20 Orten sanden innerhalb 6 Wochen über 60 Vorstellung statt- Dieser Versuch der Theaterversorgung des stachen Landes kann als gelungen bezeichnet werden, und der veranstaltende Verband ist auf dem Wege, die provisorische zu einer ständigen Entrichtung zu machen- Er hat für beii nächsten Winter ein gutes Personal unter künstlerisch hervorragender Lei­tung angenommen und bietet durch dieses seinen angeschlossenen Vereinen die Acögllchkeit, gute Theatervorstellungen zu veranstalten. E^ soll hiermit ein Stück moralischer und künstlerischer Volks- crziehung geleistet werden- Um nun den für die Sache nach der künstlerischen oder volkspädagogischen Seite hin interessierten Kreisen ein Bild dec Tätigkeit des Derbandstheaters und feiner Aufnahme an den einzelnen Orten im letzten Frühjahr zu geben und um zu zeigen, wie die Fortsetzung des Unternehmens gedacht ist und unter welchen Bedingungen der Anschluß von weiteren Orten oder Personen erfolgen könnte, die jetzt noch fern stehen, hat der RtMÜi-NäainischL Verband den künstlerischen Leiter seines Theaters, Regisseur Felix Hauser, mit der Ausarbeitung einer Broschüre b/.iuftragt, die unter dem TitelDas Rhein-Mainische Berbanosll/rater" im Verlage von Quelle u. Mayer in Leipzig rrfchienen tft-

Dem Regisseur Adalbert Steffter in Hanau, d> r am 1. September d. Js. die Direktion des Hanauer Stadt theaters übernimmt, wurde, wie man uns schreibt, auch die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses zu Putbus aus Rügen auf loeitere fünf Jahre übertragen.

In Ze na fano gestern nachmittag die Grundsteinlegung zum Phylogenetischen Museum statt. Prof. Haeckel war zugegen.

ng r Iungsr a u b« hn Aktiengestll schosl in llunch beschloß um 28. os. Mts. die sofortige Inangriff­nahme «ü iteib -uiy d.r Bahn von Station Eismeer nach Station Jungfrarljoch.

Ausland.

Unter Weißenburg (llngani), 28. Aug. In der Ort­schaft Pcmad wurde dec Oberst eines zu den Manövern durch- marschierendeii Regiments von einem rumänischen Lehrer durch Worte beleidigt- Tab-i anwesende Offiziere entfernten den Lehrer- Die rumänischen Bewohner begannen hierauf das Gasthaus, in welchem die Offiziere sich aufhielten, zu stürmen. DaS alarmierte Militär war gezwungen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen- Von den Rumänen sind zwei tot, sech­zehn schwer und viele leicht verwundet-

Haag, 28. Aug. Ter Staatsrat hat den Vorschlag betr. die Revision der Verfassung abgelehnt- Der Vorschlag war cingebracht worden zu dem Zwecke, die E r b f o l g e f r a g e für den Fall der Erlöschung der Linie Oranien zu regeln-

Verschiedene delegierte der Haager Friedenskonferenz sind entschlossen, den Zusammentritt einer neuen Konfe­renz für 1914 zu beantragen-

London, 28- Aug. Ter König hat das Parlament heute vertagt- In der die Tagung schließenden Thron­rede, die im Unter- und Lberhause verlesen wurde, efciniiert der König an die guten Beziehungen zwischen England und den übrigen Mächten, lobt die Arbeiten der Haager Friedenskonferenz,, bespricht die zahlreichen neuen Gesetze usw- Im übrigen enthält die Thronrede keine wesentlichen Punkte-

Brüssel, 28- Aug. Tie Zusatzakte zur Zucker­konvention sind heute unterzeichnet nwrbcit- Auf Grund ihrer BestrmmLngen wird^eine internationale Union aus die Tauer ton fünf Jahren vow 1- September 1908 ab gebildet. England wird von diesem Zeitpunkt ab von der Verpflichtung befreit sein, Zucker­prämien zu bestrafen-

Aus sraSt Laus.

Gießen, 29. Aug. 1907.

Wir laden zum Llbonneinent auf den Gießener Anzeiger für die letzten vier Dtonate dieses Jahres ein. Einer Dar­legung seines PrograinmS oder Anpreisung seines Inhaltes bedarf es nicht. Er ist anerkanntermaßen die größte, von keiner Partei abhängige, für die Verföhnung der Gegensätze zwischen Stadt und Land eintretende, die berechtigten Jnterefseu von Landwirtschaft und In­dustrie nach Möglichkeit fördernde Provmzzeckung.

Ter Gießener Anzeiger ist ein reichhaltiges und doch billiges Blatt, das an Gediegenheit von keiner Zeitung Hessens und der Nachbarlande übertrosfen wird.

Unsere sämtlichen Zeitungsträger, Zweigstellen, Vertreter und alle Postanstalten nehmen Bestellungen entgegen.

** Hilfe für § erb ft ein. Bis heute vormittag gingen weiter bei uns ein: Lehrer Schaaf 3 Mk., St. 1 Mk., Spenglermeister Appel 5 Mk., aus einer Sammlung in Rödgen 10 Mk., Pfarrer Ausfeld 3 Mk., Frl. St. 10 Mk., Evang. Arbeiterverein Gießen 20 Mk., Stammtisch Union, am Mittwoch abend gesammelt 7 Mk., L. M. 1 Mk., evang. Pfartei Londorf 100 Mk., durch Polizeidiener Schlörb in Garbenteich gesammelt 42.50 Mk. (außerdem hat Bürger­meister Kiessel aus seinem Bureau eine Sammelbüchse aus­gestellt, um jedermann Gelegenheit zu geben, Geldspenden ür die Abaebrannten einzulegen), S. Meyerseld 3 Mk., Kaufmann Gg. Schneider 5 Mk. Zusammen mit den bereits rüher veröffentlichten 3692,15 Mk. b i s jetzt 3 90 2.65 Ma r k. (In der Quittung vom 26. August muß es statt I. I. Lauer I. I. Sauer, i. F. Wallenfels u. Sauer, heißen. Unsere Geschästsstelle ist gern bereit, weitere Spenden für Herbstein anzunehmen.

Das Großh. Kreisamt Gießen hat an alle Bürger­meistereien die Aufforderung ergehen lassen, für die Ab ge­wannten in Herbstem in den Gemeinden Sammelbüchsen aufzustellcn und dies den Ortseinwohnern bekannt zu geben.

** T i e gestrige Kolosseums-Vorstellung, )cren Reiner.rag ,ür uic .Herbsteiner Abgebrannten bestimmt ein sollte, war wohl msolge des sck)lechten Wetters o schlvach besucht, da)j leider ein Ueberschuß nicht erzielt wurde. Für "morgen ist Lee 1. Jamilicuabenb vor­gesehen, an dem )c.< .Juine einen Fächer überreicht bekommt.

** Tas Gewerkschaftstartell hat Lonhs Bierkeller für den Preis von 74 000 Mk. angekauft, um darin ein Ge wert sch aftü.haus nebst größerem Versammlungs­

lokal einzuvichren.^ Eine Tim' Dienstag 'abend ab gehalten, Gewerkschaftsversanttulung hat den Ankauf genehmigt.

** Diebstahl. Gestern vormittag wurde aus einen, Hausflur int Neuenweg einOpelfah rr a d gestohlen. Al. Täter kommt ein junger Mensch im Arbeiteranzng in D tracht, der von einem Jungen beobachtet wurde, als er das Rad an sich nahm und damit den Seltersweg hinauf fuhr Tcr Täter ist 20 bis 25 Jahre alt, mittelgroß, hat blonbe Haare und rötliches. Schnurrbärtchen. Vielleicht trage,, diese Zeilen.zur Feststellung seiner Person bei.

** Verhaftet wurde in verflossener Nacht ein Frem. der, der auf der Lahnbrücke in angetrunkenem Zustand Passanten tätlich angrisf und insultierte *

** Brotpreise. Wie die Bäckermeister im Inst, ratenteil der heutigen Nummer bekanntgegeben, ist eine kleine Erhöhung des Preises der dritten Brotsorte cina- treten. Tie Interessenten begründen dies durch die bauem steigende Tendenz der Mehlpreise. Sie haben sich zu einem allgemeinen Brotaufschlag nicht entschließen können, da ba- Brot als Volksnahrungsmittel eine möglichst niedrige Preis­lage behalten soll. Dagegen hat man eine Abschaffung ber seither üblickeu Dreingabe aufgehoben, da diese doa> meistens den besser situierten Konsumenten zugute kam Wir können dies Vorgehen der Bäcker verstehen, da tat­sächlich in fast allen anderen Städten in der letzten Beit ebenfalls ein Brotauffchlag eingetreten ist. Auch die neue Ernte wird den sehntichst erwarteten Preisrückgang taum mit sich bringen, da ein überaus großer Mangel au Ge­treide herrscht. Es sollen tatsächlich fast keine Vorräte vorhanden sein. Es wird daher in absehbarer Zeit ein Preisrückgang für Mehl kaum zu erwarten sein.

)( Reiskirchen, 29. Aug. Zu der Meldung in Ar. 200 desGieß. Anz." sei mitgeteilt, daß bei dem be. richteten Vorfall kein Verschulden des betr. Beamten vor­liegt.

Butzbach, 29. Aug. (Tel.) Laut einem heute vor« mittag von derButzb. Ztg." befanutgegebenen Telegramm berühre der in Konkurs geratene und wegen Betrugs fteeb brieflich verfolgte Bäckermeister Friedr. Ohl von liier in Basel Selbstmord.

sd- Darmstadt, 29. Aug. (Tel.) Der 50 Jahre alte Fuhrmann Ludwig Darmstädter von Pfungstadt geriet im Auerbacher Wald, wo er Stämme holen wollte, unter die Räder seines Wagens und wurde tot gefahren. Der Verunglückte hinterläßt 10 Kinder.

h. Kassel. 28. Aug. Der Mord an der Witwe Vogel deren Leiche im Sommer vorigen Jahres in einem Koffer uevpaeft bei einem epebitcuv in Sachsenhausen entdeckt wurde, wird durch einen neuerdings in Bad Witdungen gemachten Fund wieder > Erinnerung gebracht. Beim Ausräumen des Dachbodens des Hauses in dem die Wilive Vogel nwhule, sand man versteckt aus dem Bodui einen S a cf mit Kleidungsstücken, Blusen,Baltisttascheutüchern, Röcke,, Alanteln, serner ein Kistchen mit Schmuckgegeustäudeu, die Frau Vogel, der augeblicheii Tante des srüheren Älöbelhaudters 'Uieuev gehörten. Tie Staatsanwaltschaft ist von dem Funde in Keuutul- gesetzt. _______________

Vermisstes.

* 3 u in Falle Hau. Der im Hau-sProzeß vicd genannte Zeuge Len k läßt eine Broschüre unter dem Titel: I ch schwöre! Die Wahrheit über Hau" er­scheinen, in der er nicht nur seine persönlichen Eindrücke, die er während seiner gemeinschaftlichen Untersuchung^^ hast mit Hau über diesen bekommen hat, Revue passieren läßt, vielmehr auch die ihm von dieser Seite gemachten vertraulichen Mitteilungen, besonders über Olga Molitor, präzisiert. In derN. Fr. Pr." werden mehrere von Lina^Hau an ihren Gatten nach Konstantinopel gerichtete Briese veröffentlicht. Sie sind nach- Stenogrammen, welche während der Verhandlung ausgenommen wurden, wört­lich wiedergegeben. Die Auszüge beschränken sich auf die Belege für Linas leidenschaftliche Liebe zu ihrem Mann und aus ihre charakterisierenden Bemerkungen über ihre Mutter, ihr Kind, ihre Geschwister, besonders Olga, te Leben in der Villa Molitor und die Sehnsucht nach ihrem amerikanischen Heim.

* Brände. Durch rechtzeitiges Eingreifen der Feuer­wehr ist am Mittwoch mittag einem Brand im Garnt-- s o n - L a z a r e 11 zu Berlin Einhalt getan worden, der eine verderbliche Ausdehnung anzunehmen drohte. Das Feuer war im Trockenraum ausgebrochen, hatte rasch um sich gegriffen und als die Feuerwehr eintraf, war die Decke bereits d ungebrannt und die Flammen drohten, enj den Dachstuhl überzuspringen. Der Feuerwehr gelang cs nach ciuftüubiger Arbeit, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Ablöscharbeiten nahmen dann noch längere Zeit in Anspruch. Der Ort Bernstein i. Schles. wurde durch ein nachts entstandenes Feuer schwer getroffen. Dich! gefüllte Speicher sowie ein erst kürzlich erbautes neue* Mühlengebäude sind ein Raub der Flammen geworden, ebenso das Elektrizitätswerk, durch das die ganze Stadt ihre Beleuchtung erhält. Der Schaden dürfte annähernd 450 000 Mark betragen und ist durch Versicherung gedeckt. Am 27. August zerstörte eine Feuersbrunst mehrere Gebäude in der Bereystraße zu Paris. Das Feuer brach in einem Fouragemagazin, welches mit Heu und Stroh augesüllt war, aus. 70 Pferde verbrannten. Eine W fügerei wurde ebenfalls zerstört. Mehrere Feuerwehrleute, darunter ein Offizier, wurden bei den Nettungsarbeitcn verletzt. Das Feuer nahm eine derartige Ausdehnung an, daß vier Kompagnien der Marine-Infanterie die Feuer wehr unterstützen mußten. Der Materialschaden wird an| U/s Millionen geschätzt.

* Das Automobil. In Heer len in Holland verunglückte bei einer Automobilfahrt der Mitinhaber bei Seidenweberei Mahnen u. Gebbers in Krefeld. Sein neun­jähriger Sohn wurde getötet und seine Frau schwer verletzt. Er selbst blieb unverletzt.

* Opfer der Berg e. Der Regierungsassesstn Nauer aus Posen, der ohne Führer ging, stürzte von Winklerturm in der Rosengartengruppe ab. Di' Leiche wurde geborgen.

* Kleine Tageschronik. Der Motorrad-Rciiiiiahn' Gteorg Stecher ist bei Traunstein in Oberbayern mit seinen Mptorrad gestürzt und tot am Platze geblieben. - ^or kurzem hatte sich der Unteroffizier Beyer voi 4. Garde-Regiment zu Fuß zu Berlin aus unbefannlen Mo ttven erschossen. Jetzt ist ihm auch seine Braut in de Tod gefolgt. Sie tarn, ohne eine Ahnung von dem Toi ilweS Geliebten zu haben, nach dem Döberitzer Barackenlagc' wo sich das 4. Ekirde-Regimcnt gegenwärtig befindet, und frag' nach Beyer. Ms sie erfuhr, daß dieser sich erschossen hat^ geriet sie in Verzweiflung, begab sich zur Eisenbahn und tu sich von. einem Zug überfahren. In Dülken bei Kcmp