Dienstag 2V Januar 1V07
Erstes Blatt
157. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberheffen
^lchäste.
$le Deullge Kummer umfaßt 10 Seiten.
unstreifi9
Darum können irtr vcrrn Hobler nidjt wählen, sondern geben dem Mann unsere Stimmen, der in seinen Forderungen Matz zu halten weitz, die Jntcressen der verschiedenen S.'änbe ordern wird, indem er stets das Wohl der Gesamtheit im Äuge. baL Tas ist Herr Le yligcnstaedt.
Nicht ln.eu für die Ktcßener Stlchwuyl.
Man schreibt uns:
Bei der am ö. Februar stallfindenden Stichwahl im Wahl- freife Gießen handelt es sich darum, ob der Kreis seinen bisherigen kemährte-i :23 er tretet Leyligeustaedt oder Herrn Köhler, der von 2893 bis 1903 uns im Reichstage vertrat, d. h. eigentlich nicht vertrat, in den neuen Reichstag sendet. Herr Hevligen-
Psarrer Korell, der freisinnige Kandidat für Darmstadt-Grob-Gerau, erlaßt in den Darmstädter Zeitungen folgende Danksagung an seine Wähler:
1903 : 2000 Stimmen, 1906 : 6800, 1907 : 8500. Das ist der Ausstieg des Liberalismus im Wahlkreise Tarmstadt-Groß-Gerau. 3Lim gehört die Zukumt, notjöem ich auch dieses »JJlal nicht m die Stich,vcihl gekommen bm. Wir müssen arbeiten, arbeiten, daß nach dem Au'ilieg auch der Etiolg nicht fehlt. Boran in Treue und Arbeit!
Ich danke allen meinen Wählern iüt ihr Vertrauen. Unvergeßlich ist mir die Liü'sbereitschait so vieler Frauen und Männer. Tre Cpierireiibigleit der alten und Jungen aller Beruje stand im Einklang nut unserem großen Ziele.
jjieui Austiag für die Beichstagswahl 1907 ist erledigt. Ich lege ihn m die Hände des Wahlausschusses der Bereinigten liberalen zurück.
Ter Sitzung des freisinnigen Wahlausschusses am Sonntag, in der, wie gestern tuitgeteilt wurde, der Beschluß auf Freigabe dec Abstimmung gefaßt wurde, wohnte Pfarrer Korell nicht bei.
* rc. der
*n bes Oheims.
Bezug-vret-: monallich7öP'.,oierleke '.ährlich Alk. 2.20, durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.-, durch die Post Alk. 2.— oiertel* jährl. au-schl. Bestellg. Annahme von Anzeige» ’fir die Tagesmuiiiner bis voriniitag» 10 LUje. ZeUeiivrelS: lokal 151>fw auswärts 20 P'enmg. Berant wörtlich ’üi den volit. und allgem. Teil: P. Witt ko- für , Stabt und Xfantr und -Gerichtssaat'-. Ernst yeß. für den 91n« zeigenteil: Hans Beck
jandwirte = ikmuiDs Fatterkali Harke A und B ;lnalfabrlkprelieD sowie
erter Viehleberte beo ä 30 und 60 Pt;
auch lose, die ania-Drogerie
politische Lagesschatt.
Ter ,^of-Zei.ullgsmaan".
Berlin, 28. Januar. Unter den Repräsentanten der Presse steht Herr August Scherl, der bekannte Berliner Zeitungsocrleger, in dec Gunst deS Hofes obenan, wie feine Dekorierung mit einem Orden erkennen läßt, der sonst in der Regel an hochverdiente alte Geheimräte oder an kommandierende Generäle verliehen wird. (LS ist allerdings be- kannt, daß in preußischen Regierungskreisen keine geringe Meinung herricht von dem Einfluß der Scherl'schen Blätter auf die breiten Massen des Volkes. Ter verstorbene 2)hniflcc de§ Innern o. Hammerstein behauptete einmal, jeder einzelne öer vielen Tausende Abonnenten des .Lokalanz.' im Bezirke .Groß-Berlin* werde durch dieses Blatt davon zurückgehalten, zur roten Fahne abzuschwenken. Tein Anschein nach bekennen einflußreiche Streife der Regierung sich heule noch zu dieser Auffassung, die den tatsächlichen Verhältnissen keineswegs ent- ivrichl, wie jeder mit dem Berliner Volksleben Vertraute weiß« 'Am wenigsten jedenfalls haben die Scherl'schen Blätter mit ihrer lauen Haltung setzt in der Wahlzelt dec Sozialdemokrat« Anhänger zu entsühcen vermocht. Das Ergebnis der Wahlen in Berlin beweist das auf das Bündigste. (Ter Geldsack deS Herrn Scherl ist groß, und er periönlich mag für die Be^ tampsung der Berliner Sozialdemokratie mehrere blaue Sappen
Ale Aortschung des Wahlkampfes.
Für eine nicht absolut gegen die Sozialdemo fratie sich richtende Stichwahltaktik tritt das der Freis. Vereinigung nahestehende ,Berl. Tagebl.* ein. Tag Blatt meint, die liberalen Parteien hätten die Pflicht, bei den Stichivahlen nicht die Geschäfte der Reaktion zu besorgen. SJlan wird zugeben, daß diese Stellungnahme keineswegs ganz unberechugt ist und für eine ganze Reih» von Wahlkreisen auch der bürgerlichen Hinten zugute käme^ Voraussetzung allerdings wäre habet, daß die Sozialdemokratie sich verpflichtet, die bürgerliche Link» je glich er Schattierung überall d a zu unterstützen, ioo sie un Kampfe mit einem Anhänger der Rechten, de» Bunde» der Landwirte, des Antisemitismus oder dergleichen fleht. Jedenfalls ist unseres Erachtens bei Vorschlag deS /Bert. Tagebl.* sehr beachtenswert. Tie rund, Ablehnung jedes nationalliberalen Kandidaten z. B., auch uns dem Freisinn nahestehenden und von ihm nach Kräften unterliügten, eine® für ein demokratische» Wahlrecht und für volle Koalitionsfreiheit warm eintretenden Liberalen durch Die deutsche Ardeiterichast wäre ja barer Unsinn und ist auch kemeSivegS zu erwarten.
Die sozialdemokr. Presse scheint sich von der Verstärkung deS ,ruppigen Tones" viel zu versprechen, den der glücklich iviedergeivühlte Genosse Stadthagen auf einem Parteitage als den richtigen pries. Wir vertrauen dem gesunden Sinne auch der .genüsslich* verbliebenen deutschen Arbeiterschaft, daß ihr diese Tonart zuwider ist, die mit die Abwendung großer Wählermassen von der Sozialdemokratie verschuldet hat. Das schmutzige persönliche Anbelfern einzelner Gegner mag man doch den Herren Hirsche l und Konsorten lasten, deren einzige geistige Stärke die tägliche Betätigung deS Lauherdcnlones und die Verkündung dreister Unwahrheiten über angebliche Beschimpfiingen von gegnerischer Seite ist, obwohl ihnen die Virtuosität aufdem Schmipflügenklarinett ihnen rückhaltlos und mit größter Bereitwilligkeit zuerkannt ivird.
Das Zentrum will heute, Dienstag, über die Stellungnahme zu den Stichwahlen beraten. Die kathol. »Schief. Volksztg.* bezeichnet jede Unterstützung eines Sozialdemokraten als sittlich unerlaubt und politisch verwerflich. DaS wird sich die Sozialdemokratie merken, auch da, wo das Zentrum hinter den Louliffen eine treibend« Kraft ist.
flacht, der von den vereinigten Liberalen au'gestellt Ist, gebärt der nationalliberalen Partei an, Herr Kohler iit jept deutschsozial und wird von dem Bund der Landwirte unterstützt. Er ist heute Bannerträger dieses 5öunbu>, nachdem er chn früher cus Bauernfänger und Bauernfeind hingestellt hat.
Die Anhänger beider otoben »Parteien sind gewachsen. Der Liberalismus tim 2100 Stimmen und die deuischsoz. Partei um 3800. Dabei hat der Liberalismus schwer gelitten durch persönliche Kämpfe -wiscyen ein- einen Mannern und Herrn Köhler, ooioohl weder der liberale Kandidat noch die Partei alS solche im geringsten buran beuuigt waren. Haocn wir Liberale die deutschsvjiale Partei verantwortlich gemacht für de- leibigenbe Acutzerungen, die Herr Köhler gewissen politischen Gegnern an ben Kops geworfen hat? Neinl Uebcrnehmen die deutscl-soziale Partei und der Bund der Landwirte die Verantwortung für beleidigende Acußerungen einzelner Parteiangchörigen? Gewiß nicht. Also verschone man auch un- mit der Uebernahme der Verantwortung von Handlungen, die einzelne Personen im persönlichen Streue mit Herrn Köhler, der von der Parlament-- tribüne und in der Presse persönliche Angrisse gegen andere gc- schleudert har. Tiefe persönlichen Tinge dürfen den Parteien also keineswegs zur Last gelegt werden.
Eine Sache, die trotz dicfcs widrigen persönlichen Streites 2100 neue Anhänger gefunden hat, mutz doch mehr gutes an sich haben als unsere Gegner zugestehen wollen.
WaS wollen wir Anhänger der Kandidatur Hehligenstaedt?
1. Einen Mann in den Reichstag senden, der auch hinein geht und wirklich arbeitet, nicht nur durch Versprechen, sondern durch die Tat bewiesen hat, daß er versteht, was ein Amt verlangt, nämlich treue Erfüllung der übernommenen Pflichten, 2. einen Mann in den Reichstag schicken, der das Interesse der gesamten Bevölkerung seine- Wahlkreise- neben dem Interesse de- Reiche- be- achtet, der wie Herr Heyligenstae dt es getan hat, selbst dann sür eine der Mehr he it seiner Wähler nütz- licheGesetzeSvvrlagestimmt.wennerseineigenes Interesse dadurch schädigt. Tas hat Herr H. bei seiner Zustimmung zu dem russisa>cn Zolltarif getan. Dort hat Herr Heyligenstaedt für die Landwirte se ineS Wa hlkreises gearbeitet, wie er bei der Ablehnung der Tabaksteuer für da- Wohl der T a b a k i n d u st r i e, die T a u s e n d e in Stadt und Land ernährt, gearbeitet hat.
Ties- zwei Beispiele beweisen, datz öerr vcyligenstaedt kein einseitiger Vertreter einer Klasse, eines Standes gewesen ist, sondern daß er bei seiner politischen Tätigkeit den Blick auf alle Klassen seines Kreises gcrid>iet hält, datz er arbeitet z u m Wohle der Landwirtschaft, wie der Industrie, -um Wohle des Bauern wie des In- dustriearbeiters und der Industrie. Er wird im neuen Reichstag auch kräftig mitarbciien an der Verbesserung der sozialen Gesetze zur Fürsorge für Arbeiter, Privatangestellte (Kaufleute ufro.).
Was aber wollen wir nicht?
1. Wir wollen keinen Mann, der bisher zweimal seine Pflichten im Reichstage nicht erfüllt hat, bei nicht bloß nicht mitgearbeitet, sondern selbst bei wichtigen Abstimmungen wie 1. das Bürgerliche Gesetzbuch, 2. die Zucler- ftcuer, 3. die Gewerbenovelle, 4. das Handwerkerorganisationsgesetz, ö. die Branntweinsteuernovelle, gefehlt hat und der durch andere Remter auch jetzt wieder naturnotwendig verhindert sein würde, seine Pflichten im Reichstag z u erfüllen.
2. Wir wollen keinen Mann im Reichstag, der ein einseitiger Klassenvertreter ist. Tas wird Herr Köhler sein. Er soll ja a l s L a n d w i r t in den Reichstag gesandt werden. Seine Anhänger suchen von neuem einen Ritz z u schaffen zwischen Stadt und Land. Sie verkennen in ihrer Verblendung, wie sehr das Wohl von Stadt und Land mit einander verbunden sind, daß eine Notlage der Stadt dem Lande verhängnisvoll werden mutz, wie eine Nollage des Landes der Stadt von sä-werem Schaden fein würde. Ist es recht, Feindschaft statt Frieden zu säen?
3. Wenn wir uns freuen, daß dank der Gesetzgebung der letzten Jahre die Lage des Bauern günstiger geworden ist, so wollen wir doch nicht, daß durch Er» f üllung der überspanntenForderungendes Bundes Der Landwirte, dessen Werkzeug Herr Köhler heute ist, neue Preiserhöhungen der notwendigen Lebensmittel herbeige- sührt werden, da wir der lleberzeugung sind, daß hierdurch die zum Einkauf der Lebensmittel gezwungenen Personen: ein gcotzer Test der Heineren Bauern, die gesamte Arbeiterschaft, die Kaus- mannschaft, die Beamtenschaft, zunächst geschädigt würden. Um die Schädigung zu beseitigen, gäbe eS neue Lohnbewegungen in der Arbeiterschaft und im Kaufmannsstande, neue Gehaltsforderungen Der eben schon schwer leidenden Beamtenschaft — und als Folge Erhöhung der Stenern — neue Klagen in dem kleinen Bauernstände.
S) sehr wir also dem Bauer die erhöhten Einnahmen der Jetztzeit gönnen, so sehr müssen wir cs zu verhüten ludjcn, daß auf einer Seite eine starke Preiserhöhung entsteht. Wir sind nicht Der zweisellos irrigen Meinung, datz billige Lebensmittel allein unter allen Umständen zu erstreben seien, wir sind vielmehr der lleberzeugung, datz die einzig richtige Forderung ist: ein richtige- Verhältnis zwischen Einkommen und den Preisen der Lebensmittel. Jede einseitige starke Acn- Derung bringt eine Störung der Gesamtheit, eine schwere -Schädigung der anderen Seite. •
Darum lege sich der Wähler in Stadt und Land vor Aufstellung neuer bedeutsamer Forderungen die Frage vor: Ist deine Forderung Der Gesamtheit gegenüber gerecht? Gewisse Forderungen des Bundes der Landwirte, also auch des Herrn Kahler von 1907 — man will hohe G e t r e id e z ö lt e — würden aber unzweifelhaft zu einer bedeutenden Erhöhung der Preise luhren, aifc die Käufer fc^er schädigen buru) Entwertung des Geldes, Unfilüd schaffen und den sozialen Frieden stören.
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das Beste
8 pack
^«n-elg» ®u6«.n: Rotationsdruck und Verlag der vrühsfchen Unio.-Vuch. und Zteindruckerei. N. Lange. Redattion. Expedition und Druckerei: Schulftratze 7.
«pit foziiUvimokiuMche Z>tichrval-tparole.
Giehen, den 29. Januar 1907.
Die sozialdemokratische Presse bringt einen bereits gestern von uns kurz erwähnten Aufruf an die »Genossen*, her sich nach einem kurzen Rückblick auf das Resultat her Hauptwahl mit der Stelluugnahme der Sozialdemokratie in den Stich, wählen beschäftigt.
lieber die offenbare sozialdemokr. Niederlage werden nur wenige leere, ober auch schon em paar bombastisch großspurige Redensarten von lieblichen ZukunstSlräiimeii geu>acht. Du noch eben so kleinlaute Prooiuzvresse sand sogar ihren allen Don der dünkelhaft übermütigen Klugkoferei wieder und fchiebi ihre eigene, ihr so übel bekommene vorlaute Art höchst geistreich den Gegnern zu. Nun, mögen bie Leutchen ihr magerte Vergnügen haben all in ihrer fatjenjämmerlicfjen Muntertest.
Zur Stichwahlfrage wird vom .Vorwärts* verkündet: .Alle Kräfte müssen aufgeboten werden, um in diesen Kreisen die eroberten Sitze im Reichstage zu vermehren.» Diese Mahnung muß auch weil m die liberalen Bürger- kreise wie m die Kreise her Arbeiterschaft, hie sich bas Joch be« Sozialismus abzufchulteln beginnt, hmeinklmgen. Wit sich die Deutfchfozialen bis auf ben letzten »Mann rüsten, so muß bie gesamte Linke überall, wo es sich in Heften um Stichwahlen gegen ha8 Agraritrlnm richtet, bis auf ben allerletzten Mann zum Kampfe gewappnet fern.
Der sozialbemokratsiche Aufruf erklärt:
Bei Slichwahlen -ivlichen gegnerischen Parteien empsehleu wir, »ach foigenhen Grundlagen zu vtr'ahren:
Unter leinen Umständen dürfen Konservative, Reichspartei, Bund der Landivirte, Antisemiten und Rational Itbeiale eine sozialdemokratische Stimme bei ben Stichwahlen erhalten.
Für bie anderen Parteien empfehlen wir folgende Stellung- nähme unseier Geiwsfen:
Porausieyung tut Die Unterstützung einer dieser Parteien bei ben Stichwahlen muß bie Verpflichtung Dee Kandidaten sein, daß er
1. gegen jede Verschlechterung des allge m. gleichen geheimen und direkten Wahlrechte ftunmen wird;
2. vag er jeden Versuch, das Koalitionsrecht einzu- fchränken, unbedingt fluiüdiueijen wird;
3. daß er sich gegen jebee wie immer geartete Auenahmegeleg erklären wird.
Nachdem diese (xvtläiungen abgegeben sind, empfehlen wir ben KreiswahlloniiieeS, bie Entscheibung, ob em solcher Gegner bei bei Stich>vai)l foziatdeniokrauiche Unierslützung fuiben soll, »unter bei Wuidigimg der Perfünlichleit des Gegnere zu nepen. Unter keinen Umständen aber Dati einem JianDioaicn eine lozialdeniokiatstche Summe zuialleu, Der die ausgestellten Bedingungen nicht akzepueli.
Unsere gestrige telephonische, und aus Berlin zugekommeue Meldung von hiejer Pacole war leider unvollftätidig. Sie unterdrückte ben gerade für unser Gießen überaus wichtige Passus von der n ati ona II i berat en Partei.
Diese Parole ist natürlich von großer allgemeiner parteipolitischer Tragweite. Sie bedeutet, daß eine Reihe von nationaÜibcralcn Kandidaturen, tue in der Stichwahl sichen, also auch die Gießener, nicht errungen werden könnte, -- wenn sie befolgt würde. DaS aber wäre eine schwere Schädigung der freiheitlichen Sache.
Dag bie Sozialdemokratie auch bann, ivenn national- liberale Kanbibalen jene bm genannten Beblngungen zu erfüllen vecfprcchen — und jeher liberale Mann tut bie§ —, bieUnlcrflügung von Nationalllberalen zu vcrhinbecn sucht,zeigt, baß bie Sozia 1bemokcatie z.B. lieber eine antisemitische Reaktion stärkt, als baß sie einem liberalen »Manne znm Siege verhilft. Das kennze.chiiet ben zweifelhaften Werl Der sozialdemokratischen Parte» als einer angeb. lich f i e i h e 1111 ch gerichteten Partei. Sie ist und blcibl in vielen Füllen eine Helfershelferin der Reaktion.
Heyligenstaedt ist nicht nur der Kandidat der 9lational» liberalen unseres Wahlkreises, bie sich übrigens von ben nominellen ,9lalionaUibcralen* Criolü unb Hcyl sehr scharf imlcrfcheiben, fonbern auch von ben Freisinnigen, unb unb bieje sollen ja nach her Wahlparole bet fozialbemokr. Zcntralleitung von ben Genossen unterstützt werben. Heyligen- ftaebt ist ferner, ivie wir gestern schon ausführten, em hucchaus auf dem Boben beS b e m ok ra t, s ch e n R e i ch s t a g S- u nb La n d- lagswahlrechtS stehender Mann. Er ist em entf chie- üener Verfechter dcS demokratischen KoalitionS- rechtes, also einer von jenen Liberalen, bie nach hem Willen der Berliner fozialistifchen Zenlralleilung bie Stimmen her sozialdemokr. 'Wählerjchast erhalten sollen.
Jedenfalls würde 'Wahlenlhallung oder bie Wahl KöhlcrS mit bazu beitragen, zu verhüten, baß her stark nach links gciichtelc Zug, der bei hiejer Wahlbcwegttng in ganz Deittjchland sich kundgab, in feinem Erfolg vermmbert wird. Der freiheitliche Schaden aber, her mit her Unterstützung der vom ßentrum und den Junkern unterstützten Deutich- sozialen durch die Sozialdemokratie augenchtct würde, U) äre für die gesamte Arbeiter jchaft uneclueßlich.
Nr. 24 y
Grsch-tnl tflflU» außer Sonntag».
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessisch«« tanöwlrt die Ltrtzenet Kamlll««' blätter viermal in her Woche beigelegt unb zweimal wöchentlich da» Xt<Ublati sür den Kreis Gießen. iZeriisprech-An- schlutz f.d.Redaktion l12 Verlag u. Expedition 51
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Tchaas, [-^ pel,Kaffee- n».tz)ebätk, Tee- n. Wein- gebäck äglich frisch 562 iawig Döll, itorei, Aiarüfirahe L Auswahl in Choko- Lakao u. Bonbons.
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