157. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 252
ß^schrwl tSgNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gtetzener FamtNenblStter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das 'iCrctsblett für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Der „yesfifche Landwirt" erscheint monatlich einmal.
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Redaktion: ^-^112. Tel.-AdruAn-eigerGüßen.
Samstag 26, Oktober 1907
.a Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen ly «y Universitäts - Buch- und Steindruckeret.
B R. Lange, Gießen.
j)sLstnche LergeLsch^n.
Deutschland und Frankreich.
Unsere westlichen Nachbarn gefallen sich znr Beruhigung ->cs eigenen Gemütes von Zeit zu Zeit darin, Vergleiche -wischen Deutschland und Frankreich anzustcllen, die dann Natürlich zugunsten Frankreichs ausfallen. Augenblicklich 1)Qt der Moltke-Hardcn-Prozeß die Franzosen verlockt, das tugendsame Frankreich dem verderbten Deutschland als Vor- !>ild hinzustellen. Tie Pariser Blätter bringen viele Spalten Berichterstattung über den Berliner Skandalpro- -eß. Während die Nationalisten und die Sozialisten über die „Verderbnis Deutschlands" frohlocken, schreibt jedoch „Echo de Paris": „Die tragischen, grotesken oder 'chlüpfrigen Einzelheiten des an unseren Blicken vorüber- stchenden seltsamen Schauspiels überraschen und betrüben u.us Ausländer, aber nachdem man so lange vom tugeud- hasten Deutschland gesprochen hat, hüte man sich, in den Aberglauben eines gänzlich verderbten Deutschlands zu verfallen. Hier, wie überall, bleibt die Hauptmasse des Volkes gesund." Die Mehrzahl der französischen Zeitungen stellt indessen mit Behagen die angeblich zunehmende Sittenverderbnis im heutigen Deutschen Reiche fest und zieht daraus dann natürlich den Schluß, daß auch die deutsche Wehrfähigkeit hinter der französische!! zurückstehl. General ^anglois vergleicht, an Charles Humberts Buch: „Sind wir verteidigt?" anknüpfend, Deutschlands und Frankreichs Wehrkraft und findet, daß Deutschland den Vorteil der größeren Zahl, der besseren Manneszucht, der vorzüglicheren Bewaffnung, der zahlreicheren Artillerie und Neiterei und besonders der rascheren Mobilmachung hat, weil diese vom Kaiser augenblicklich befohlen werden könne, während in der Republik erst eine Regierungsvorlage und ein Parlamentsbeschluß nötig sei. Dagegen behauptet er, daß Frankreich die Ueberlegenheit des einzelnen Soldaten für sich habe, der klüger, gewandter, anjchlägiger und selbständiger sei als der deutsche. Als Wichtigstes scheint ihm nicht die Ausbesserung der Sperrforts, sondern die Kräftigung der von den Politikern und Antimilitaristen erschütterten Manneszucht.
Mit diesem Wunsche wird der französische General wohl Recht haben, denn mit der Manneszucht im französischen Heere sieht es, wie die vielen antimilitaristischen Exzesse der letzten Zeit beweisen, nicht gerade besonders er- sreulich auS. Auch die gestern gemeldete Spionage-Angelegenheit zeigt, daß Frankreich bei aller Vorzüglichkeit betrübende Schattenseiten hat. Soweit übrigens bis jetzt festgestellt werden konnte, betreffen die entwendeten Dokumente des verhafteten Schiffssähnrichs Oullmo die Kerteidigung des Hafens von Toulon. Die cingeleitete Untersuchung hat bisher nicht ergeben, ob Oullmo Mitschuldige hat.
In Vendome sind inzwischen unter dem Verdachte eines Spionageversuches auch ein Reserveoffizier des Departements Loire-et-Lher und eine andere Person ve r h a s t e t worden, die der Mitschuld verdächtig erscheint. Die Angelegenheit soll aber für die nationale Verteidigung von nicht allzu großer Wichtigkeit sein.
Nicht unerwähnt bleibe bei dieser Gelegenheit auch die Angelegenheit des Reserveleutnants B i v i l l e, der sich unlängst geweigert hatte, bei einer Truppenschau die Regimentssahne zu tragen. Er ist jetzt seines Offizier- ranges verlustig erklärt worden. Dagegen ist die Arreststrafe, die in dieser Angelegenheit über ihn verhängt worden war, aufgehoben worden.
Das sind nur wenige ,Vorfälle aus den letzten Tagen und sie zeigen, daß auch in Frankreich nicht alles ist, wie es sein sollte. Aus diesen Grünben täten die Herren Franzosen gut daran, vor der eigenen Tür zu kehren, anstatt vereinzelte häßliche Vorfälle bei uns besonders ans Ächt zu ziehen und zu verallgemeinern.
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Eine bemerkenswerte Nobilitierng.
Dem Hauptmann und Kompagnieführer von der Unteroffizierschule in Potsdam Gluszczewski ist unter der Namensschreibweise von Gluszewski der erbliche Adel vergehen worden. Diese Adelsverleihung hat dem „Pos. Tagebt." zufolge einen politischen Einschlag, und ihre Vorge- schichte reicht bis in das Jahr 1886 zurück. Damals wurde 'beim Jnf.-Regt. 66 in Magdeburg der Selektaner des Kv- dettentorps zu Lichterfelde, Wilhelm von Gluszczewski als Sekondleutnant angestellt. Die Gluszczewskis sino eine alte Polnische Familie, die zu den Kwileckis gehören und das Recht aus den Grafentitel besitzen. Aus persönlichen und aus politischen Gründen stellten im Jahre 1887 die Kwileckis beim Heroldsamt den Antrag, die Berechtigung des jungen Offiziers zu prüfen, sich „Graf" zu nennen, und setzten es bei den strengen Bestimmungen über den Adelsnachweis in Preußen, auf Grund fehlender Papiere aus dem 18. Jahrhundert, durch, daß aus dem „Grafen" G. ein einfacher Leutnant G. wurde. Alle Anträge und versuchten Nachweise für das Recht auf den Grafentitel blieben darum ohne Erfolg, mcit die Kwileckische, der polnischen Bewegung mit Leib und Seele verschriebene Familie von ihrem gutdeutschen StammeSvetter Bedingungen ihrer Zustimmung der Titelanerkennung verlangte, in die Gluszczewski als preußischer Offizier nicht einwilligen wollte und konnte. Jetzt ist ohne die verjagte polnische Hilfe durch einen Akt der Krone dem Grafen von anno 86 der Adels- tilel wieder gewährt und zugleich dem polnischen Namen eine einfachere Schreibweise gegeben worden.
Zur Frage des Branntweinmonopols.
Die „Berliner Neuest. Nachr." bemerken gegenüber dem „Berliner Tagebl.", das die Hauptpunkte einer Brannt- weinmonopolvorlage veröffentlichte, in den Einzelheiten
seiner Darstellung befänden sich erhebliche Irrtümer; namentlich in einem wesentlichen Punkte weiche sie von deni im Reichsschatzamt ausgearbeiteten Entwurf ab. Es sei nämlich von einem Aufkäufen der großen Brennereien und einem Älbfinden de rkleinereu gar keine Rede, denn es handle sich nicht um ein Betriebs-, sondern um ein Handelsmonopol, bei dem das Reich der alleinige Abnehmer der Brennereien werde. Nach der „Köln. Ztg." übernimmt das Reich den Ankauf des Brennerzeugnisses, daneben auch dessen Reinigung und den Wiederverkauf des Branntweins. Die bestehendem Brennereien erhalten Produktionskontingente im Umfang ihrer bisherigen Erzeugung. Wir haben also wohl mit einein Reichszwischenhandelsmonopol zu rechnen, das durch die Hinzunahme der Reinigung erweitert ist.
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Die Unersättlichen.
Selbst die Karl Zeißstistung in Jena ist gegen einen Ausstand nicht gesichert. Sie ist eine sog. konstitutionelle Fabrik, die weiter als jedes andere Werk den Arbeitern entgcgengekommen ist. Trotzdem haben die Arbeiter folgende Resolution einstimmig angenommen:
„Die heutige Betriebsversammlung der Zeißwerke erkennt an, daß die Zeitlöhne des Arbeiterpersonals zu niedrig gehalten sind und eine günstige und geregelte Erhöhung erreicht werden muß. Aus dem Grunde beauftragt die Versammlung die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, in geeigneter Vorarbeit Vorschläge zur Regelung dieser Frage zu schaffen, die dem Arbeiter- ausschuß als Unterlage für die zu dieser Frage notwendige Verhandlung mit der Geschäftsleitikng überwiesen werden sollen.
Zur Fcnerüestattungöfrage.
Die Urteilsbegründung des Arnsberger Bezirks-Ausschusses in der Feuerbestattungsfrage ist jetzt dem Hagener Verein, der bekanntlich gegen das polizeiliche Verbot im Wege der Klage mit Erfolg vorgegangen war, zugestellt worden. Darin heißt es nach einem Bericht der „Rheinisch- Westfälischen Zeitung": Es fehlt an jedem tatsächlichen Anhalt dafür, baß das religiöse Empfinden, daß die öffentliche Sicherheit gefährdet ist durch die Vornahme einer Feuerbestattung in dem abseits der großen Straße und fernab pom städtischen Getriebe gelegenen Krematorium. Es mag ganz dahingestellt bleiben, ob es richtig ist, daß die Militärverwaltungen mit den verschiedenen Feuerbestattungsvereinen Abkommen hinsichtlich der Hergabe ihrer Krematorien zur Leichenverbrennung für den Kriegsfall getroffen haben. Jedenfalls ist in Dem von Dem Kläger in Bezug genommenen Urteile des Reichsgerichts auf Grund umfangreicher Erhebungen bereits festgestellt, daß nach der allgemein herrschenden Bolkssitte die Friedhöfe als Auf- bewahruugsstätten von Aschenresten bienen. Daraus folgt aber zugleich, daß die Feuerbestattung selbst bereits im Volksbewußtsein Wurzel gefaßt, zur ^Bolkssitte geworden ist. Das beweist auch die Zunahme der jährlich vorge- nommenen Feuerbestattungen die z. B. von 692 im Jahre 1901 auf 1381 im Jahre 1904 gestiegen ist, sich also im Verlause von drei Jahren verdoppelt hat. Daß auch vom christlich-kirchlichen Standpunkt aus gegen die Feuerbestattung nichts einzuwenden ist, beweist zur Genüge, daß, wie dem Gerichtshöfe bekannt ist, bei der vor einigen Jahren geschehenen Feuerbestattung des Generals von Lylander die gesamte Hofgeistlichkeit Münchens sich beteiligte und seiner Leiche der Segen der Kirche erteilt wurde, sowie daß bei nicht weniger als 478 Feuerbestattungen, die im Jahre 1904 in Deutschland vorgenommen tvurden, eine kirchliche Feier unter Beteiligung eines Geistlichen statt- gefunden hat. Was aber unter der Mitwirkung Der berufenen Hüter des Christentums und der Sittlichkeit sich vollzogen hat, kann nicht unsittlich sein, kann nicht die vorherrschenden religiösen Anschauungen verletzen und damit die öffentliche Sicherheit gefährden. Mögen einzelne sich auch in ihrem Pietütsgesühl verletzt ober bedroht fühlen, auf die Allgemeinheit trifft das zweifellos nicht zu.
ALLS Staöi itnö £an&
Gießen, 26. Okt. 1907.
** Eilzüge Köln —Gießen. Die Eisenbahndirektion Frankfurt läßt zurzeit Erhebungen anstellen über die Zweckmäßigkeit von Eilzügen auf der Strecke Köln—Gießen. Die in Aussicht genommenen beiden neuen Züge sollen etwa mittags 2 Uhr Köln bezw. Gießen verlassen. Dem reisenden Publikum werden sie sehr willkommen sein, da der Eilzug ab Gießen in Köln die Anschlüsse an den Eilzug 5 Uhr 80 Min. und den Schnellzug 6 Uhr 1 Mm. nach Aachen und Belgien, an den Eilzug 5 Uhr 55 Min. nach Elberfeld-Barmen, an den Schnellzug 6 Uhr 10 Min. über Neutz-Krefeld-Cleve nach Holland und an den Schnellzug 5 Uhr 47 Mm. nach Düsseldorf-Duisburg erreicht. Der Gegenzug bekäme in Gießen Anschluß an den Schnellzug 5 Uhr 55 Min. nach Frankfurt und Süddeutschland an den Schnellzug 5 Uhr 48 Min. ttad) Kassel-Hannover, an den Schnellzug 5 Uhr 56 Mni nach Koblenz-Metz und an den Personenzug 5 Uhr 52 Min. nach Alsfeld-Hulda. Ein end- giltiger Beschluß über die beiden neuen Züge ist noch nicht gefaßt.
•* Anlagemusik (DolkLkonzert) findet Sonntag 27. Ott. mittags 12 Uhr in der Süd-Anlage mit folgendem Programm statt: 1. Kriegsmarsch der Priester an§ Athalia von Mendelsohn. 2. Martin Walzer von Zeller. 3. Fantasie über KoschatS ,Verlassen bin i" von Reindel. 4. Der Rhein- strömerl Armeemarsch Nr. 12 a.
** Auf die praktischen Meiste rt'urse für Handwerksmeister, welche von der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt Neckarstcaße 3) bei ausreichender Beteiligung und rechtzeitiger Anmeldung im Lause dieses Winters veranstaltet werden, seien .Handwerksmeister und ältere Gesellen, die sich in einzelnen Zweigen ihrer praktischen Arbeitstätigkeit vervollkommnen wollen, aufmerksam gemacht. Die nachstehenden verzeichneten Kurse werden, sofern anderes nicht bemerkt ist, in der Regel in Darmstadt in den Monaten Januar und Februar abgehalten. Unter anderem wird gelehrt: in den Kursen für Schuhmacher das Schnittmusterzeichnen und das Herrichten von Leisten für abnormale Füge, in solchen für Schneider das Grundmodellz-cichnen und Zuschneiden, in demjenigen für Sattler in Groß-Felda oie Herstellung der verschiedenartigen Kummete, in den Kursen für Lackierer und Weißbinder, sowie für Schreiner und Glaser das Auffärben bezw. auch das Durchsärben von Fournieren, in anderen Kursen für Weißbinder und Lackierer wieder das Entwerfen von Firmenschildern oder das Holz- und Marmor- malen; den Buchbindern und Portefeuillers in Offenbach ist eine Möglichkeit zur Ausbildung im Hand- und Prcßvcrgoldcn in einem besonderen Unterricht im Anschluß an die Lehrwerksstätte für Portefeuillers in Offenbach geboten, während die dem Holzbearbeitungsgewerbe angebörenden Handwerksmeister sich in besonders eingerichteten Lehrkursen unter Leitung eines erfahrenen Fachmannes mit den im Betriebsraume der Hess. Handwerker-Zentralgenossenschaft aufgestellten Motoren und Werkzeugmaschinen vertraut machen können. Erstmals wird in Offenbach ein Kursus für Elektromonteure in der Jirftallation von Stark- und Schwachstrom-Anlagen statt- findcn. Ein Meisterkursus sür Wagner in Crainfeld lOberh.) ist, besonderen Wünschen entsprechend, ni der Zeit vom 25. November bis 14. Dezember l. I. in Aussicht genommen. Derartige praktischen Unterweisungen können auch aus andere Berufe ausgedehnt werden, sofern ein Bedürfnis hierfür besteht und bezügliche Wünsche frühzeitig der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe mitgeteilt worden. Kurse in gewerblicher Buchführung können sowohl in Darmstadt, als auch an anderen Orten bei entsprecherlder Beteiligung abgehalten werden. Unbemittelten hessischen Handwerkern kann zum Besuche der Kurse auf Nachsuchen eine Unterstühung gewährt werden. Von der eingangs genannten Behörde wegen Anmeldungen zu diesen Meisterkursen schon jetzt entgegengenommen, auch etwa gewünschte Auskunft schriftlich und mündlich bereitwilligst erteilt.
** Innere Mission. Das auf den 12. und 13. 9to- dernt)er vorgesehene Jahresfest des Oberhessischen Vereins für innere Mission mutzte auf den 26. unb 27. November verschoben Werbern Den Hauptvortrag bei der Jahresversatumlung am 27. November über „Innere Mission unb staatliche Wohlfahrtspf l ege" hat Pastor Re im pell aus Oldesloe übernommen. Für bte Abendversammlnng am 26., Die biesmal in Der Turnhalle gehalten werden wird, stehen interessante Vorträge über Die Heilige ElisabetlK bereit 700. Geburtstags am 28. Nov. in unseren Kirck-en gebucht wirb, von Pfarrer Bechtolsheim er aus Mainz unb über bic „Krankenpflege als ebler Frauenberuf" von Pfarrer Gast- p a r aus Unterriexingen, ber auch in der Nachmittagsversammlung über bte „Charlottenpflege" sprechen wirb, in Aussicht. Die Festprebigc wirb Pfarrer Hunzinger ans Schaafheim halten.
** Kunst ver ein. Die Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand wird von den nächsten Tugen ab wieder geöffnet sein. Von du ab findet ein regelmäßiger Wechsel der Gemälde alle vier Wochen statt. Gleichzeitig können wir unseren Kunstfreunden mitteilen, daß wieder mit namhaften Künstlern Verträge zur Beschickung ber Ausstellung abgeschlossen worden sind.
** Jllusions- und Zaubervorstellung. Wie bereits erwähnt, gastiert hier am Sonntag, 27., Montag, 28. und Dienstag, 29., in Steins Garten der Illusionist und Zauberkünstler M e r e l l i. Merelli, der von einer Tournee au5 Amerika und Indien zurückgekehrt ist, wird in seinen drei Vorstellungen Gelegenheit geben, Einsicht in die Geheimnisse der 4. Dimension zu nehmen, wie die Spiritisten ihre Geister zitieren, von denen sie in ihrer Theorie von dem Fortleben unserer Verstorbenen und ihres Verkehrs mit ihnen berichten. Ferner: „Czita" (Hhpnotic Disc) das schlafende Rätsel, das ein Hauptmeisterwerk indischer Zauberkunst ist. Es werden ztoei Bambusrohre in die Erde gesteckt und auf diesen ein Brett befestigt, auf welches sich der Fakir _ ausstreckt. , Dieser wird dann in einen magnetischen Schlaf versetzt, die beiden Bambusrohre werden fortgenommen und das Brett mit dem Fakir schwebt frei in die Luft. Ferner wird außer vielen anderen noch die neueste mysteriöse Illusion „Asra", das Verbrennen einer Dame und deren rätselhafte Wiederbelebung, vorgeführt.
**Eine eigen artige Verwechslung. Aus Ma inz-Mornbach wird folgender Vorfall gemeldet: Eine eigenartige Verwechslung passierte einem hiesigen Fuhr knecht. Er hatte am Abend dem Alkohol sehr eifrig zugesprochen und verspürte deshalb in ber Nacht, nachdem er sich mit seinem gehörigen „Affen" zu Bett begeben hatte, einen Heibenburst. Im Dusel tappte er sich im bunklen Zimmer herum unb leerte bas erste beste Glas, bas ihm in bie Hände geriet, mit einem Zuge. Obwohl sich ihm ein merkwürdiges Zappeln unb Prickeln in ber K>ehle bemerkbar machte, trank er boch bas Gefäß bis zur Neige leer. Am Morgen stellte es sich heraus, baß unser Bierfteunb das Fi sch glas mit den Goldfisch- lein leer getrunken hatte.
"'Kindermund. Die Mutter erzählt den Kindern auf deren Bitten hin kurz den Inhalt der ^Nordische n Heerfahrt." »Zum Schlüsse erscheint dann, so erzähl sie, Ornulfs Pflegetochter in goldenem Panzer und Harnisch und stürzt sich in's Meer, nachdem . . / /Was, wirst die 5jährige Elsa ein, in ihrem schönen Kleide?"
= Watzenborn, 26. Okt. Das Abturnen des Turnvereins finoet morgen in dem neuen Saal Des Gastwirts Jak. Gilbert „zur Ludwigshöhe" statt, ber Damit seiner Bestimmung übergeben wird. Der Gesangverein Harmonie unb eine Gießener Musikkapelle werden zur Verschönerung Des Festes beitragen.
O Ortenberg, 24. Okt. Im hiesigen Sparkassen- gebaude tagte heute die Mitglied er-Versammlung der Bezirks-Sparkasse Ortenberg. Der Regiernngs- vertreter, Kreisrat Boe km a nn-Büdingen, wohnte der Versammlung an, in der durch den Präsidenten der Kasse, Forstmeister Dr. Weber-Konradsdorf, ein äußerst günstiges


