Oesteht zurzeit auS 4 Cornwall-Kesseln mit je 120
Meter Heizfläche. Die Kessel arbeiten mit Ueberhihung (300° C.) und einer Dampfspannung von 10 Atmosphären. DaS KcsielhauS ist so groß dimensioniert, dass in demselben 8 Kessel gleicher Grübe Aufstellung finden können. Tic Maschinenzentrale hat folgende Aufgaben zu erfüllen:!, liefert sie elektrische Energie für die Beleuchtung des Kurhauses, deS Teich ha u ses, der Ba d ehä u ser, dec Verwa itungS- gebäude und des ParkeS. 2. liefert sie elektrische Energie an die Stadt. Diese hat auf eigene Kosten ein elektrisches Leitungsnetz im Stadtgebiet gelegt und der Zentrale ange- schlossen. Die Stadt bezieht den Strom von, Staat zu einem Einheitspreis von 26 Pfennig für die Kilowattstunde und gibt ihn zu einem Einheitspreise von 60 Pf. für Bettuch- tungszwccke und 80 Pf. für Krastzivecke an die Einwohner ab. Der erste Preis ermässigt sich im Winter auf 50 Pfg. 8. erhält das städtische Wasserwerk Energie sür eleltro- motorischen Antrieb der Pumpen. Für diese Zwecke liefert dec Staat den Strom zu einem Einheitspreise von 10 Pfg. pco Kilowattstunde. 4. erzeugt die Maschinenzentcale den Dampf für den Betrieb des Fernherz-WerkeS, an dae in einer Entfernung von ca. 400 Metern sämtliche Bade- anlagen angeschlosscn find. 5. liefert die Zentrale Tamp und elektrischen Strom für den Betrieb der Dampfwaschanstalt. Diese steht unmillelvac neben dec Zentrale und ist mit maschinellen Einrichtungen versehen, mit denen täglich 11 000 Kilo trockene Wäsche gewaschen werden können. Auch die Eisfabrik, deren Räume sich m der Maschinenzentrall befinden, wird durch elektrische Kraft getrieben. Schliesslich ist vorgesehen, dass die neue Salme den Abdampf bei Dampfmaschinen aufnimmt und zur Salzgewinnung verwendet. So erfüllt das neue großartige Werk die mannigfachsten Aufgaben. Es arbeitet wirtschaftlich und ist betriebssicher in allen Einrichtungen. Hierdurch ilt das Wellbad mit allen Richtungen der modernen Technik versehen und bietet Gewähr für eine weitere gesunde Entwicklung.
Herborn, 24. Febr. Wie b. Rh. K. von zuverlässiger Seite hört, wird unser neues, schönes und grosses Bahnhofs- gebäude am 16. Mürz eingeweiht. Die Einrichtung eines grösseren Bahnhossgeöäudcs anstelle des alten, das noch aus der Zeit der Köln—Mindener Eisenbahn stammt, war aber auch eine dringende Notwendigkeit. Wer besonders Abends bei Abfertigung der sogenannten Arbeiterzüge, wo die Züge der Bahn Giessen—Köln, Herborn—Rennerod, Herborn—Niederwalgern- Marburg abgehen, auf unseren Bahnhof kommt, wird überrascht fein, wie der Verkehr sich hier in den letzten Iapcen eircnuckelt hat.
RB Darmstadt, 24. Febr. Die Glocken der neu erbauten PauluSkirche wurden gestern durch eine schlichte Feier ein geweiht, bei der Pfarrer stuckert die Weiherede hielt. Die grösste Glocke hat den Atomen Paulus, die zweite Luther, die dritte Landgraf Philipp und die vierte ist die Gebetglocke. Paulus trägt die Inschrift »Ich schäme mich deS Evangeliums von Christo nicht", Luther .Ein feste Burg ist unser (flott', Landgraf Philipp „Herr hilf verbreiten mh dein Ehr, baS ist mein grösster Wunsch und Gehr', bie Gebetglocke »Dein Reich komme". Das Geläute das größte unserer Stabt ist auf bie Töne as des, es, i gestimmt, es stammt auS bet Giesserei von Ulrich-Schilling in Apolda und ist von dem Evangelischen Kirchbau-Frauen» oerein gestiftet.
1 Mainz, 28. Febr. Bei der heute an bet Oberrealschule unter Vorsitz bcS Geh. OberschulratS Nobnagel ftattgefunbenen Maturitätsprüfung bestanden sämtliche 16 Oberprimaner. Sechs waren von der mündliche» Prüfung befreit.
Frankfurt a. M., 23. Febr. Der Frankfurter Magistrat hat bei den Stadtverordneten beantragt, den städtischen Zuschuss für die ,Aka be mie für Sozial- und Handels- Wissenschaften' in Frankfurt a. M., deren Umwandlung in eine Hochschule angestrebt wird, vom April 1907 ab auf 75000 Mk. gegen bisherige 80 000 Mk. pro Iaht zu erhöhen, nachdem sich eine zweite Stelle bereit erklärt hat, eine gleich grosse Zuwendung bereitzustellen.
Zu dem Artikel „Oderhessische Bahuprojekte" in Nr. 46 unseres Blattes wird uns von interessierter Seite auS Ober Hessen folgendes geschrieben:
Die in dem Schlusssatz zu dem Artikel „Oberhessische Bahn- E fette" von Ihnen vertretene emsicht, bass cs jetzt an der Zeit einen grosszügigen, alte Interessen gleichmässig berücksichtigenden ienbahn-Baupian auszusteilen, hat wohl bei allen beteiligten Gemeinden und Interessenten entschiedenen Beifall gefunden. Es gilt dies insbesondere auch von den Interessenten der Bahnprojekt.' Mücke — Ulrich st ein — Rixfeld und Nieder-Gemün- den — Grohfelda — Ulrichstein — Rixfeld. Beide Prv- jekte erstreven eine Berbilidung des westlia-en und nordwestliche,i Vogelsberg mit der Prvbinziaihauptstadt Giessen, als gemein- famen Bcrleiirsmittelpuntt. Ta jedoch bisher zwei verschieden.' Stationen der Obcrhesfischen Bahn Rieder-Gemünden und Mücke zur Einmündung der Bahn vorgeschlagen uiid mit Zähigkeit fest- gehalten wurden, so tonnte es «ich Nicht fehlen, dass die Bahn- angelegenheu gehemmt, statt gefördert lviirde. Endlich scheint man nun den rechten Weg gesunden zu haben, die beiderseitigen In- terenciiflebiete buraj eine und dieselbe Bahn zufrieden zu stellen; es ge|d)iel)t dies durch das Projekt: M ück e — G ro ss - E i chc n — Ruppertenrod — Ober-Ohmen — Ermenrod — - 5 kbba 1 umAcr tenrod — Ulrichstein — Nix. Telb. Wohl bedeutet diese Lräee für Ulrichstein einen El einen Umweg, dec Ätzer nicht inS Gewicht fallt gegenüber der Tatsaä-e, datz üuru, d^ese Bahnführung alle „Euenbaynichmerzen" des nord- westlichen und lucUiiii'en Bogelstzcrgs mit einem Sästage gehoben werden. Auch dar, daran erinnert werden, dass bie hierbei mit- berührten Lite Grossfelda,' Ävsttich und Ermenrod sich bereits zur Uevernahme von 150 000 Lük. Obligationen verpflichtet haben. B^as bie schwieccgleiten bei Hebern1 inbung der Höhenzüge zwischen iLtzer-Lhmeii und Ermenrod betrat. so soll man dieselben nicht rwerichatzeii. Es bcsiuden sich gerade in bleien Höl/enzügen mehrere Einwittungen, deren zweckmäßige Ausnützung die Uebcneitung Win Ll)mtal_ ins Feldatal weientlich erleichtern wird. Nact^xm lich eine grosse Anzahl^oon Interessenten aus den Orten Gross- Eiawn, Ruppertenrod, Obc»Lhmen uno Grossfelda In einer kucz- Iid) abgehaltenen Bcriammltkng für b^s in hiebe stehende Projekt ausgesprochen hat, bi c,te nunmehr auch von den kominunalen und wirtschaftlichen Vertciungeu Giegens ein Eintreten jür das Projekt erwartet werden, Auniai, sich dasselbe einen engeren Auschlun des Bvgettbcrgs an oie ^tudt Giessen zum Fiel gesetzt Hal.
lütuft uhö rviftenjchaft.
Zn der Zeitschrift „D i c Schaubühne" iBerlag Oester- Held u. Eo„ Berum verönentiicht Herm Bahr mit Bezug aus he Premiere ocs ch a u p t m a n nsche n Liistspietes „2 ieIun g- fern von BischofStzerg" im Brahu.^,.n Lestingtheuter in Berlin icigenben Brte, an den Herausgeber dec ecwähnieu Zeitschrift: „Meinung gegen Meinung. Ich muss meine gegen Ihre stellen. Zch wäre feig, wenn ich Zhnen hier nicht roiöedtzrudjc.
Ihnen hat HcmptmtanTiS neues Stück mißfallen. Ihren Kvllegen auch. Dem Pulikum auch. .Das ist Euer gutes Recht. Und Euer gutes Recht ist es, dies auszusprechen. Ernst oder höbnnch ober schadenfroh, mit Gründen ober Spässen, jeder nach seiner Natur. Aber nun wird auch noch Brahm geschmäht, weil er cs «ufgeführt hat. Ich meine, dass er eben dafür Dank verdient. Tenn es war tapfer, und er hatte recht. Wenn Hauptmann einem Direktor die Ehre erweist, ihm ein Stück zu geben, so hat dieser, wie das Stück auch immer sei, unb waS der Direktor auch darüber denken, und wlas er etwa auch dafür befürchten mag, einfach die Pflicht, es «aulzuführen. Das deutsche Volk kann verlangen, dass ihm ein Werk von Hauptmann,, wohlgeraten oder ungeraten, nicht vorenthaltcn wird. Ein so schöner Mensch, ein so wahrhafter Künstler soll uns ganz gehören, wie er nun einmal durch seine Natur ist, mit allem, was diese Natur ihm trägt, in seinem ganzen Wachsen und Werden, auch wenn wir einmal nicht gleich verstehen, was er will. Wir können es ja verurteilen, aber wir wollen selbst urteilen, wir selbst, aus eigenem, nicht nach der Aus<vahl, die irgend ein Direktor trifft. Oder wollen Sie das Schicksal der deutschen Dichtung dem Gutdünken der paar Berliner Direktoren und Dramaturgen unterwerfen'?"
— Heber echten und falschen Stil in der Sera mit hat Professor I. I. Schar vo g el, Leiter der Grossh. keramischen Manusaktur zu Darmstadt, am Mittwoch vor den Mitgliedern des Vereins für Deutsches Kunstgewerbe in Berlin gisprocl)cn. Die Architektur besindet sich im raschen Aufschwünge, Innenausstattung, Mobiliar, Buch- und Goldschmiedekunst folgen ihr, aber die Keramik scheint noch zu zögern. Das liegt aber daran, dass dieses uralte Handwerk nicht etwa vernachlässigt worden ist, dass es vielmehr sehr schwer hält, gerade in ihm absolut Neues zu sästlssen. Das hervorragende Viioeau in der Baukeramik, wie iie das Morgenland in ältesten Zeiten bietet, haben wir noch nicht wieder erreicht, und unsere Gesässkeramik leidet darunter, dass mancher Zweig des heimischen Töpfereihandwerkes, insbesondere der sogenannten Bauerntöpferei, ui chtdierichtige Unterstützung findet. (Die Wiesecker Töpferei, die wirklich recht gefchmanvolle uicd originelle Sachen herstellt, verdiente auch gib» gcre Beachtung. D. Red.) Das hat seine Ursache darin, daß bie keramische Industrie dem Bedürfnis wesentlich mit biligfien Erzeugnissen zu dienen sucht und dass das Publikum das Unterscheidungsvermögen für bie einzelnen Zweige der Keramik (Terrakotten, Irdenware, Fayence, Steingut, Steizeug und Porzellan.) meist ganz verloren hat. Wenn die grosse Menge erst gelernt haben wird, zu erkennen, welcl)es Material sie in einem keramischen Erzeugnisse vor sich hat uno ob dieses kunst- und stosjgerecht verarbeitet ist. Dann Wick) auch die gesamte Kunsttöpseret eines ersreulicl-en Aufschwunges nicht mehr entbehren.
Kandcl.
Russische Bank für auswärtigen Handel. Wir haben bereits über das Garantiesyndikat für die neuen Aktien dieser Bank berichtet und auch über die Motive, bie die Deutsche Bank vcranbasst haben, in dasselbe einzutreten. Es wird nun weiter gemeldet, dass die letztgenannte Bank bei der neuen Aktienemission mit tivy2 Proz. und der Wiener Bankverein mit 12y8 Proz. beteiligt sind. Die neuen Aktien, die an der Dividende pro 1907 süv tun halbes Jahr tcüneljmen, werden von dem Syndikat zum Kurse von 317 V» Rbl. übernommen und den alten Aktionären zum gleichen Kurse Angeboten werden.
Getreidemarktsfragen. Die Berliner tz»rndelskam- mer hatte sich Ende vergangener Woche mit Getreidemacktfragen zu beschäftigen. Es wurde nämlich in letzter Zeit mehrfach darauf hingewiesen, dass das Einsuhrscheinsystem verbunden mit den Aus- nahmetarifen den Export von deutschem Getreide in bedenklicher Weise begünstigt habe. Nun hat die Handelskammer sich damit bescl-ästigt, ob es sich cmpiehle, bie Ausnahmetarife nach den Seehä,in aufzuheben, ober ob es geraten sei, im Binnenverkehr eine 2ari]innuuiuung eintreten zu lassen, um aut diese Weife die Getretdebewegung von den Seehcsien abjulenfen und das deutsche Getreide mehr den inländischen Marktplätzen zuzujuhren. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen.
Märkte.
’ Beim gestrigen Frankfurter Großviehmarkl war, wie auS dein bereits veröffentlichten Marktbericht hervorgeht, ein weiteres Sinken der Preise zu konstatieren. Tas Geschalt war schleppend. Gegen die Vorwoche sanken bei Ochsen 11. Qualität die Preise um 2 Aik., bei dec 111. um 1 'Ulf. für den Zentner Schlachtgewicht. Bei Bullen fielen I. u. II. Qualität uni 1 Mk. iüv den Zentner, ebenso K ü Hel. Qualität, Kühe II. u. III. Qualität notierten sogar je 2 'Ulf. für den Zentner weniger. Bei Marktjchluss verblieb von den 1802 angetrietzeneir Tieren ein unbedeutender lleberftanb. Ain Halb er mar ft ging der Handel flott. Feinste Plast- und beste Saugkälber waren gejucht und hielten den vor- wöchigen Preis, ebenso bie geringen Saugkälber, während die 11. Qualität um 2 P'g. für das Piund Schlachtgewicht herabging. Ein Uetzerstand verblieb nicht. Rege Nachfrage war am Schaf- markte. Eine Haussebewegung von 1 P'g. für das Pfund Schlachtgewicht war bie Folge, während am S ch iv e i n e in a r k t die Baisse anhielt. Tiirchaus um 1 Pfg. für bas Pfund Schlachtgewicht finken hier bie Preise gegen bie Vorwoche. Tas Geschäft m Schafen unb Schweinen ging gut, ber Markt würbe geräumt. Zn Häudlerkreifeir wirb eine weitere Baissebewegring der Schweine un Tarife der Woche mit Sicherheit erwartet, zumal in Otzerhessen iKreise Alsfeld unb Schotten), im Taunus (Kreis Ufingen) unb un Odenwald am Ende der Vorwoche für vollfleifcljige Schweine, feinere Rasse im Alter bis zu l‘/4 Jahren, nur 40 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht dem Züchter gezahlt wurden. Wir geben nachstehend bie jetzige Notierung ber Schweinemarktpreise und fügen in Klammer die Notierung vom 23. Februar 1003 an, aus einer Zeit, bie vor ber Haussee lag. Bezahlt wurde für ein Pfund: Schweine: 1. Qualität 60-61, lebend 48 (60, lebend 48); II. Qualität 58-59, lebend 47 (58—59, lebend 47); Ul. Qualität 52—54 (50-52).
* Kleine Tageschronil. In Trier begingen Einbrecher m ber Nacht einen schweren Kirchenraub in ber Kirche St. Paulinus. Äusser vielen anderen Gegenständen wurde eine berühmte Monstranz im Werte von etwa 48000 Mk. gestohlen. — Tie Sammlung für bie Hinterbliebenen der Opfer auf der Grube Reden hat bisher msgejamt 550000 Mk. ergeben. — Em amerikanisches Blatt meldet, dass im U n t e r f d) a tj a m t e der Vereinigten Staaten zu Chicago während bet letzten Woche 200 000 Dollars geraubt worben sind. Von den Tieben fehlt jede Spur. — In Eannes (Südfrankreich) mürben in einem grossen Hotel ber Gattin eines üonboner Bankiers Juwelen t m Werte von 800000 Frks. gelt ob len. Von ben Dieben >ehlt jede Spur. — Eine organisierte Räuberbande hat einen A nschlag auf einen Lastzug ber Vizinaltzahn Buda- p e st -Gran ganz in ber Nähe von Budapest verübt. Cie vernagelten auf ber Xionaubrüde einen Semaphor, sodass dieser nicht mehr richtig gestellt werben konnte. Sobann pol’ncrien sie sich am der Brücke, Dielten ben Zug an, plünberten ihn aus und verschwanden alsdann. Sechs iKäuber sind verhauet. — Ter Techniker Franz Fürst wurde bei einer Skitour über das Tdörl (Tirol) von einer Lawine v e r | d) ü 11 e t, aber von den Begleitern gerettet. Er ist schwer verwundet. — Beim Elektrizitätswerke in Oggersheim (Rheinld.) hatten sich 99 Zigeuner gelagert und wollten bie Holz- unb Kohlenvorräte Des Werkes plündern. Tie Polizei ivnröe mit einer Salve ans Revolvern empfangen. Erst nachdem zahlreiche Polizemrannjdiasten, denen Eiiiivohuer fid) anschlosjen, berbeigeuolt worden waren, gelang es nad) blutigem Kampfe, zehn Rädelsführer zu verljaueiu — In B o n ii wurden zwei französische T e s e r t e u r e, die in zerlumpter Kleidung in den Häusern um Brot vorjprachen, verhaftet. — In Werb ad) bei Würzburg brach em Gross- feuer aus, das 16 Häuser emäscherte. — In K u n e iv a 1 b (Kgr. Sachsen) geriet das Patts eines Maurers tu Branb, als ferne Frau mit vier Kindern sich allein zu Hanse befand. Tie Frau ivari zwei ihrer Kinder aus dem Fenster hinaus, wobei diese idnverc Verletzungen bauontrugen. Als sie bie beiden anderen Kinder reiuu uwUte, stürzte das Dach zusammen unb begrub
bie Frau unb die beiden Rtnber unter ben Trüm m e r n. Alle brei wurden getötet — In Kopenhagen entdeckte ber neue englische Vegationsrat Vaughan bei Ccffnung Sein s dieser Tage von Italien angekommenen Gepäcks, dass bas ga..ze Silberzeug von bebeutenbem Wert gestoh 1 en worben war. Ter Diebstahl ist oernnUltch entmeber in Italien ober währenb des Transportes auf dem Festlande begangen worben. Tie Untersuchungen werben eifrigst betrieben. — In Genua sind aus ber Gemäldegalerie ber Marchese Cattaneo bella Volta sieben berühmte Bilder van D y k S v e r s ch w u n d e i.. Tie Direktion des Berliner AkuseumS bot vor längerer Zeit zwei Millionen Lire, ivurbe aber von Pierpont Morgan geschlagen, ber tue Gemälde für 2 7, Millionen Lire erwarb und ohne die behördliche Ausfubrerlaubuis nach Amerika bringen liess. — In R o m ivurbe die Schauspielerin R o n c o n i, die mit ihrem Ver lobten und einigen Kollegen in einem Restaurant sass, von ihrem früheren Geliebten, dem Bariton Gaetani, burd) einen Reoolverschuss verwundet. Gaetani erschoss sich darauf selbst.
"Eittgeiau-t.
cFür Form und Inhalt uuti vil^c vcubrik stehenden Artiiel übernimmt bie Rebaltion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
ES bürfte sich empfehlen, bass von der Stadt einmal eine gründliche Revision ber neu angelegten Freileitung, für bie Zuleitung ber elektrischen Energie, nach dem P h i l o s o p b e n iv a 1 b vorgenommen würde, ehe noch ein llnglückssall eine solche erforderlich macht. Es ist kaum anzuzweifeln, bass diese Leitung ein Schinerzenskinb für die Stadtkasse werden will. Bei berjelben sind unverhältnismässig schwache Blasien, die nicht einmal imprägniert, höchsten» eine Lebensdauer von 4-5 Jahren haben, zur Veiivendung gelangt. Für bie Eck- unb Winkettüge scheuten besonders schwache Stangen auSgeivählt worden zu fein, bie sich dem Zuge ber Leitungen vorzüglich anpasfen. Sie nehmen fid) ivie Streichhölzer aus und sind nicht geeignet, den ihnen gestellten Anforderuiigeii lange zu genügen, sondern weiden sich so lange biegen, bis ein Hemer Sturm ihrem Dasein ein Ende bereite.-. Einige werden in kürzester Zeit ihr Bestreben, sich ber Erdoberfläche zu nähern, soweit vollcnbet haben, bass bie Besucher des Philosophenwalbes entiveber über bie Leitungen steigen müssen, ober ihnen ber Gedanke kommt, ber Besitzer ber Restauration beabsichtige sich einjufi lebigen.
Einsender dieses kann nicht umhin, verehrl. Stadtväter baruni zu bitten, sich diese Musterleistung der Technik in Augenschein zu nehmen, damit sie sich selbst em Urteil über die Anlage bilden tonnen.
Es existieren in Gießen vom Elektrizitätswerk herauSgegebene Bestrmmungeil über die Ausführung elektrischer Anlagen. Äbensc hat ber Berbanb beuischer Elektrotechniker Sicherheitsvorsd)ris'tei! für obigen Zweck erlasset». Die Austührung ber vorbenannter Veitung entspricht jedoch in matichen Punkten so wenig ben einer wie den anderen.
Beim Anfang ber Leitung, wo bie Kabel mit ber Freileitung verbunden, sind bie Drähte emsach burd) enge Löcher in ber Holzverschalung geführt, was nad) Schabhaftwerben ber Isolation bei Leitungen unbcbmgt einen kleinen Brand zur Folge haben wird Hierburd) wirb ber Isolationswert ber Anlage bald derartig sein dass Encrgieverluste nnausbleibüd) sind. Der geendete Mittelleitei wirb stets über ben Aiissenlettern verlegt, schon um atmofphäiischc Entladungen bei Gewittern aufzunehmen. Bei dieser Anlage bc- l'inbet er sich jedoch unter ben blank verlegten Aussenleitern unb wird zu Kurzschlüssen unb Störungen recht bald Veranlassung geben. Eilte Freileitung muß nach den VerbandSvorjchristen mit Blitzschutzvorrichtung versehen sein, von der aber hier auch nichts zu bemerlen ist, es sei beim, bass bieje sich im Jmiem ber Bet- schaluug befindet, was aber insofern em Fehler, dass dann bie letztere eines TageS in Flammen aufgehcn könnte. Wenn bcir jetzigen Zustande der Anlage nicht bald abgeholfen wirb, dürste bie Zeit nicht mehr fern sein, wo man nach Belieben im Philosoph»^, ivalbe angenehme ober nicht angenehme 6tunbcn im Dunkeln ver- teben fann. y
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üion wtiii roirflidj nidjt nirljr, was mu mchca foll! O Jetzt scheint bie Sonne, unb man schwitzt,- bann heult ber Wuib unb es schneit unb regnet - und man hat bie schönste terfaüung weg. Wie foH man sich da hütens - gan» ein- __ ^ch Berehrteiter: man steckt eine Schachtel Fays ächte lodener Aktneral-Pafiillen tu bie Tasche unb lutscht Pastillen. AM wenn man in solchem Wetter brau gen sein nutn. Zehn Nfiy siegen Ems: Sie erkalten sich nicht, wenn Sie nicht direkt O leicht,tintig sind. Mich sehen Sie nie anders, als frisch und gefnnd, denn ich gebrauche immer Fays achte Sodener- Sie tosten nur 85 P,g. die Schachtel unb man kamt sic überall haben. bv*la
Zur Warnung!
Warcuzeichcu-Urknude,
Vorstehendes Warenzeichen ist auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichiiuiigen vom 12 Mai 1894, gemäss ber Anmelbuilg vom I. Oktober 1894 für bte Fiima Apotheker Rich. Branbt'o Ra.i),. %x. Merck' liug, Tchasshauseu (Schweiz) am 10. Cttobci 1895 unter Nr. 10, 1U0, Klasse 2 iu die Zeicheurolle eingetragen. Ge-
schästsbeinev, tu welchem das Zeichen verivendei werden soll: Herstellung und Vertrieb von Pillen. Wai-u, für welche das Zetcheil bestimmt ist: Pillen.
Berlin, 10. Oktober 1895. Kaiserliches Patentamt: L.S. Ich sehe mich zu dieser Warnung vera>ilasst, iveil mein Warenzeichen vielfach verletzt worden ist; »ch »veibe unnad)-- fid)ilid) gegen Jeden, bet mein obiges Warenzeichen nadj= ül)mt, Vorgehen und bitte um Anzeige von Nachahmungen.
Sd) af fhausen Apotheker Rich. Braudt'S Rachf. (Lchivetz- lb,6/I0] Apotheker Fr. Merckting.


