Ausgabe 
26.2.1907 Zweites Blatt
 
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Zwcited Blatt

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Dienstag 2(5. Februar 1907

scheint Hzkich NuSnahrns bd SomttogS.

TieGlttzener Jamllltnbiatter** werden dein tVinjei^er* viermal wöchenilich bekriegt, da« Hrelsblaft für 6ew Krell -ietzeo" zweimal wöchcullich. Terhesstschc Landwirt" erscheint Bumatlid) einmal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejjcn

Storartonibmcf und Verlag der Br üblichen Uniotrfuäii * Buch- und StembcudtieL Ä. Lange, Dieben.

Redaktion, öirpebinon und Tnnferd: Schul- stratze 7. Ihprötnon und Verlag e»w 6L Reöaftton:e^ 112. Tei.-Abr-An^eigerGietzen.

politijcbc Lagcrscha«.

Die Stamtea.

ES wird uns von einem Beamten geschrieben:

Im Reichstag wie im Landtag ist eine Reche von An. trägen unb Petitionen eingelaufen, welche eine Erhöhung der Beaiutengchältcr, von Wohnung^geldzuschüsicn:c. als dringende Notwendigkeit fordern. Diese Anträge und Eingaben ent. springen un gröberen Teil einem wirklichen Bedürfnis. Die LebenSinittelpreise und auch die sonstigen wirtschaftlichen An. .forderungen sind ungemein gestiegen, sodaß eS heute vielen Beamten kaum möglich ist, den an ihn herantretenden Ansprüchen hinsichtlich der Lebensführung nachzukommen. Schon seit mehreren Jahren wurde daher im Reichstage wie im Landtage eine Erhöhung der Beamtengehätter gefordert, aber eS fielen von mancher Seile böse Worte von der Begehr, lichkeit der Beamten, welche eS gewagt hätten, in Petitionen ihre nützliche Lage darzulegen. In allen Beamtenkreiien erregte es ober den größten Unwillen, das;, während den schlecht gestellten Beamten eine Aufbesserung deS Gehaltes glatt ver. weigert wurde, die Gehälter der StaatSfekceläre in die Tausende gehende Erhöhungen erfuhren! Jedenfalls wird man setzt die Gehälter aller Kategorien erhöhen müssen. Die ReichSregicrung hat bereits dem Reichstage einen RachtragSetat zugchen lassen, dec für Gehaltsaufbesserungen 5/i Millionen Vorsicht. Diese Vorlage war um so not- wendiger, als man gerade im Hinblick auf die Verteuerung der Lebenslage die Pensionen für Militär- und Zivildeamte erhöht hatte. Diese Zuwendungen an die Beamten sind jeden­falls geeignet, die Berusüfreudigkeit zu erhöhe»».

Clu LevrnÄcht ZuterpeSalksrr.

Tal Zentrum befuibd sich ofjenbue auf dem Kriegs- pfade ; iuu aufl dieser Kanipsstiinuiung hrcauS ist die Inter- pcUation zu erklären, welche eS bezüglich del französischen Kulturkampfes an die ReichSrcglerung zu richten gedenkt. Vorwand hierzu bietet die Tatsache, daß die Kirche in Havre, sowie öie Iojesökirche in ParrS, welche von der franzüsrichen Regierung beschlagnahmt wurden, auf deutschem und öfter» reichischem (Selbe erbaut sind. ES ist nicht angebracht, sich in die inneren Verhältnisse deS französischen Staates em- zumijchen und bamtt jenen Pariser Btätterstimmen recht zu geben, die behaupten, da« Zentrum werde jetzt, nachdem es aus den Wahlen ne»,gestärkt hervorgegangen ist, den Fürsten Büloio dahin zu bringen suchen, in Frankreich zu Gunsten dec katholischen Kirche zu intervenieren. Wir halten eS selbsloersländllch für ausgeschlossen, daß die ZentrumS-Jnter- pellalion auch nur die allergeringste Beeinflussung auf die streng neutrale Haltung unseres auswärtigen Amtes auSüben wird, aber sie dürfte jedenfalls dem unter allen Umständen deulichseinblichen Tell der Pariser Presse erwünschte Gelegen­heit bieten, wieder einmal die Loyalität der auswärtigen Politik Deutschlands zu verdächtige»» nach dem betvährlen QJluuh bemper aliquid h&eretl

Tie Bekämpfung der Polengesahr.

Wiederholt wurde in veria-iedenen tiusmn ungen bei Presse als das leßte Mittel zur Bekämpfung bei polnischen Gefahr eine Art Enteignung des polnischen Grundbesitzes angekündigt. Man wollte wissen, daß die Regierung sich mit bei Absicht trage, die Machtvollkommenheit der Ansiedlung-- kommiision etwa in der Richtung zu ergänzen, daß man ihr das Verkaussrcclft aus alle in politischen Hatiden befindlichen Grundbesitze einräume und ihr zugleich für den Fall unverhältnis­mäßig hoher Preisfvrdcrung das Enteignuugscecht verleihen wollte. Wie das Bert. Tagebi. von angeblich gut unterrichteter Sette hört, steht diese gesetzgeberische tiltion jetzt unmittelbar bevor und zwar tatsächlich in der Gestalt einer Enteignungs-Vorlage. Tie koiljervatit'e Fraltion oes Abgeordnetenhauses loll bereits in der vorigen Woche Besprechungen abgehallen haben, um die Stünuuing ihrer Mitglieder zu sondieren. Laß der Freisinn ein solä-cS Ausnahinegcsetz mit aller Entschiedenheit bekämpfen wird, darf wohl fdxm letzt als feststehend angenommen werden.

Tie Entlassung von Gymnanasten in Po>en, deren die Volks­schule besuchenden Geschwister sich roeiaern, im Religions-Unter- riä>t deutsch zu antworten, mehren sich In einigen Gymnasien wurde sämtlichen polnischen Schulern milgeteilt, daß sie bei bei geringsten Tätigkeit für die polnisct>e BeilegungJojort ihre Ent­lassung zu gewärtigen hatten. Don polnischer Seite werden im Abgeordlictenhause die Glstnnasiastcn-Enttast ungen demnächst zur Sprache gebracht werden. Don der Straskammer in Hohcusaiza wurden 9o Polen, deren Kinder sich am Schulstteik beteiligten, zu Geldstrafen verurteilt.

kudwcst-Afrika deutsch oder britisch?

EineStreitschrift" kam soeben unter diesem Titel von einem alten Afrikaner in der Dieterich'schen Verlagsbuchhandlung Leipzig heraus.

Wie sehr England unb besonbers daS Kvpland feit Jahrzehnten schon nach dem Besitz Deiüsch-Südivest-Airikas gestrebt hat, wird in dem Buchelchen von einem alten As rikaner, aus Grund einer mehr als zehnjährigen Erfahrung in Deutsch-Sudwest- Afrika und Brüisch-Süd-A,rita, unb bie Verletzung der Neutralität und des mteriiütumalen Auslllndev durch engüsche Waffen- und Proviantliejerung und regierungsseitige Maynahmen durch eine Fülle von Tatsachen bewiesen. Die engt Umtriebe auf deutschem Boden und an der Grenze zeigen deutlich, rote sehr die lange Dauer des Feldzuges englischen Machenschaften auoerdankeii" ist. Ge- rade diese Tatsachen, bie während des Feldzuges aus polit. Grun- ben vielfach ignoriert werden mußten, zeigen aufs deutlichste, in welchem Maße das Klipland gegen uns intrigiert hat. Ter Verfasser 6erfolgt in seiner Schrift nicht bie Absicht, uns mit England zu entzweien, fonbern hofft, daß bie englische Re­gierung in London enbliu) ihren Einfluß dahm in Kapstadt geltend machen wirb, daß dort eine Solidarität der Jnterei,en der weißen Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze gegenüber der schwarzen anerünint unb in bie Praxis uingesetzt weide. Außerdem weist der Der fass er an einer Fülle von Beispielen nach, wie -unberechtigt die Bezeichnung einerSandroäste" von Teutsch-Südivest-A>rita ist unb roieoiel hierdurch fleißige deutsche Arbeit geschaffen werden kann. Nicht bie so ojt als die einzigen Ztvwuis^tvren in Subwest-Afrika gepriesenen euren, sondern beutsä-e Aniied.er unb beutidre Licinfiecher Haven in Subwest-Afrika das Beste geleistet. Tie Schrift des (Uten Afrikaners dja ratter viert unsere Su Ionien als ein außerordenllich zukunftsreiches Land^

ICircbt? uiiO Schule.

Worms, 23. Febc. Die Einführung deS Einzel- kelches beim Abendmahle scheint sich hier bald oer- wirklichen zu sollen. Ter evang. Gesamtkirchenoor'land ver- öffentlicht soeben folgende-:Der Wunsch, den Emzclkelch un heil. Abendmahle für eine oder einige Feiern im Jahre cinzuführen, ist unS anS verschiedenen ftrcifen dec Beoölkcr»>ng kund geworden. Um aber den» Bedürfnisse entgegenkommen zu können, müssen »vir möglichst genau die Zahl derer feil» Hellen, welche die Einrichtungen wünschen. Wir bitten dohei die betreffenden evangelischen Männer unb Flauen, ihre Namen schriftlich an die Pfarrer ihrer Gemeinden iimcrhalb acht Tage gelangen zu lassen.*

Au» Stadt und Land.

Gießen, 26. Februar.

- LandeSuniversitat.e. Kgl. Hoh. der Grob- Herzog haben den auberordentl. Profesior an der Univkisiläl Berlin D. Iah. Fciedc. Hcrii». Gunkel zinn ordentlichen Profesior an der evang.-theologischen Fakultät mit Wirkung uom 16. Mürz 1907 ernannt. An der Landesuniversität promovierten 1906 im ganzen 125 Stubieicnöe und zwai m der jurtflischen Fakultät 9, in dec medizinischen 82, zu Doktoren der Tierheilkunde würben 89 promoviert, zu Doktoren der Philosophie 45. Zum bOjähngen Toktoijubiläum wurde drei Herren daS Diplom erneuert.

M 3" Audienz empta »»gen wurde von Sr. Kgl Hoh. dem Groß Herzog am Samstag u. a. llulturmipekioi Heyl von Friedberg.

Bu »ist verein. Die gegenwärtige Ausstellung ist noch an D »en-lag und Mittwoch geöffnet, am letzteren lag auch nachiNtttagS von 8 t-u 5 Uhc. Der für heute nngcfüiibigtc tcilwei|e Wechsel der Gemälde wird wegen verspäteten EintcesienS der Bilder erst am nächsten Donnerstag und Freitag vorgenommen. An diesen Tagen bleibt bie Aurstellung geschlossen. Für nächsten Sonntag gelangen y UoUeltwnen von EharleS Sto r» fall - Berlin und Ger­trude U 11 mann-Greifswald neu zur AuSItellung.

* Die Bürgergesellschaft zu Gießen veranstaltete am SamStag im Saale deS Easü Leib eine karnevalistische Äbendunlerhaltung. Rian glaubte sich in eine richtige Hesse- lanber KirrncS versetzt, so natürlich klangen die Schnadahüpfel der Kirmeß-Burschen und dec Gesang der Mädchen. Ten Glanzpunkt aber bildete der gesangliche Teil, nut dem Heu Musiklehrer Gernhardt alle Ehre emlcgle, ebenso mit dem stimmungsvoll zu Gehör gebrachten Lied »Die Handwerks­burschen". Große Heiterkeit erregte nebst einigen gut vor- getragenen EoupletS bie AufführungAlte Liebe rostet nicht', in der Herr Stimmer die Hauptrolle übernommen hatte. An bie Abendunterhaltung schloß sich ein Ball an, der die An­wesenden biS zum frühen Niorgcn in fröhlicher Stimmung zu» lainmenhielt. Am Sonntag nachmittag fand ein Ausflug nach dem Windhof statt; dort vccitand dec Vorsitzende der Zylinder-Kompagnie durch geschickt arrangierte Tanzipiele die Fröhlichkeit fo zu steigern, baß bie Stunde bet Heimkehr zu ttüh schlug. Dec Verein kann auf eine in allen Tellen gut gelungene Veranstaltung ^uruefbilden.

Evang. Arbeiterverein, lieber »Pergamon einst unb jetzt' sprach im letzten Sonntags - Vortrag Dr. Hepding, ber als Hülfsarbeilcr des Berliner archäo­logischen Instituts längere Zeit m Kleinasien weilte, um bei den Ausgrabungen in Pergamon mitzuwirken. Der Vor- tragende gab zunächst einen Uebecblid übte bie geographische Lage, sowie über bie Geschichte ber berühmten allen Kultur­stätte, sodann interessante Schilderungen der heutigen Stadt Pergamon mit ihren verschiedenen orientalischen Völkerschaften. Es folgte eine lange Reihe von Lichtbildern, die den An­wesenden ermöglichte, das Gehörte gleichsam mit eigenen Auge», zu sehen und es selbst nutjuerleben. Die Vorführung der Bilder durch daS Skioptikon hatte Prof. K o o b freund­lichst übernommen. Beiden Herren dankten die Anwesenden durch reichen Beifall. Der Saal war von Besuchern überfüllt. "Kaiserpreise bei Gesa ngsroett st reiten. Tas Bestreben vieler Vereine, bei besonderen Gelegenheiten Kaiser- preisc verteilen zu können, hat dazu geführt, daß daS Zivil­kabinett des Kaisers mit solchen Gesuchen überschwemmt wird. Der preußische Kultusminister gibt jetzt bekannt, daß vom Kaiser bei solchen Veranstaltungen nur dann Preise gestiftet werden, wenn es sich gleichzeitig um die Begehung eines 50» ober 100- lährigen Bereinsiiidllänms handelt. Jedes Gesuch, das nicht aus biqer Voraussetzung beruhe, müsse fortan grundsätzlich abgewiesen werden.

* Technische Hochschule zu Darmstadt. Tie Inhaber eines Tlplom-Prüfungszeugnisies der Hochschule sind durch Verordnung der öslerreichischen Regierung hinsichtlich deS Nachweises der Erlernung des BailmeistergewerbeS ben österreichischen Hochschulen gleichgestellt worben.

** Ferrosilicinm. Tas als Zuschlagsmasie beim $ er- hütungsprozeß des Eisens Verwendung sindende Ferro- sllicium enthält, sowohl wenn es auf elektrischem Wege darge­stellt, als auch wenn es durch Schnielzen im Hochosen erzeugt ist, gewisse Mengen Phosphor uiü> erlangt badurch bie Eigenschaft, sobald es feucht zur Verladung kommt, besonders bei feuchter Witterung, Ph^Zphorwasferstojigas zu entroideln. Aus dem Lade- raum der das Material verfrachtetwen Schiffe kann das gebll- beie äußerst giftige Gas durch undichte Bretterfugen nach oben dringen und sich in den oberen Räumen in einer Weise an- reichern, baß die Lufr für bas Leben der sich hier auiyaltcn- ben Menschen schädlich^ ja tödlich wird. Tie Untersuchung der bcn 6a)i[|Siabuuycu ciuuommcncn groben hat ui oer Tat die Anwesenheit vvn Phosphor uachgewieien. Da die Beförberung großer Massen von Ferrosilicinm zu obigen Zwecken auch für dir Folge noch anzunehmen ist, fo erscheint nach ber Darmstädter Zcttung eine Warnung am Platze und zwar urnjornehr, als bas Ferrosilicinm, niaft ettva wie^vescl- uno Saiz.äure unb y^ue .Arjrugehatt, als phosphorhattig tttid ptzosphorfrei u» Pen

Handel kommt, joiibcia üicuneor in »euer ^)auy^.--^.uanittai Phos­phor enthält. Tie Entwicklung des giftigen GafeS kommt nur beim Zusammentreffen mehrerer Umstände zustande doch Feucht­werden und Vorhandenseiii gröberer Mengen dcs Materials, fort­dauernde- Lagern in einem geschlossenen Raume, in dem diese doch an sich geringen Mengen des giftigen Gases sich beständig entwickeln können unb es dürfte beshalb bei einer etwaigen Beförderung deS Ferrostticiums durch die Eisenvahu oder auf dem Landwege mit der Gejahr einer Vergiftung nicht zu rechnen sein. Zumeil» wirb bie Beloroerung des Ferro,UiciumS zu Schiff nach den an den Wasicciaulcn gelegen.n Giicnbutien erfolgen. Außer ber Gefahr beüa Schiffstransport wirb eine Gejährbung hauptsächlich nur iwch in denienigen Betrieben inbeicacht kommen, wo es nach ber Erzeugung vor beni Weitertransport ober dem Verbrauche gelagert ober nach erfolgter Ablieferung für seins bestiniuiungSgcmäßc Verwendung in Vorrat gehalten wird.

= Athletik. Ter 1. Giegenec Stemm- unb StrngHub (1893) beschloß in seiner am 22. b. Alts, obgchaltenei» Haupt- oeijammlimg, bas diesjährige Hessische Athlet en ver- banbSfest, auf dem bie Aleisterschaft von Hessen auSgcsochlen wird, am 16. und 17. Juni in sämtlichen Räumen von TextacS Terrasse abzuhalten. Ta sich zuu» 'April-Delegierten- lag m Kassel der Alaiu - Taunuvgau zum Beitritt in den Hessischen Athlelenvcrbanb angemelbct hat und seine Ausnahme ziemlich sicher ist, glaubt man m beteiligten Kreisen mehr Konkurrenz m dec Athletik bei dem Feste sehen zu können, als es ja früher in Gießen der Fall war.

* D ie Wasserleitung. Ein Leier derF. Ztg." schreibt i Ich war gestern in Lberhej.en und dort erzählte mir ein be­kannter biiiihbcr Loilbiagsalrgcorbi.eter folgeubcs Geschichichenr Ein Tors iu ber Nähe von Stockheim ist ü» seinem unteren Telle uctt Waucrlci»ttUg veijeßcn, wahrcill» bet uocie Tell, an einer Anhöhe geicgca, einer solchen nach eittbchren nuiß, da ber £xud bei oorhauoeuen Xleüung hieejür nicht ausicichi. ch» »uüx nun vorgejchtagen, bit llntuug durch bai gauz« Dors zu leger» unb mau hatte bald zwei Parteicu Uu Dorf, diertockenc" unb bietuiHc". Ein allerAuszieher", bet bei seinem Sohne unb dessen brau wohnt und auch un Gemeinberat seit Jahren -nm Scocn bei Gemeinde wirkt, hatte sich seiner Schuueaectochier itderworsen, wtb diese verbot ihm do- Bureien der Küche, »vs der alte Bauet sonst (ein Esten zubereuen konnte. Es sand uu» bie Gemeiliderat-sltzuiig statt, bie über bie Fragen bet Wasserleitung entscheiden sollte, unb al- die Abstimmung erfolgte und unser Alter vom Bürgermeister uni seine Ansicht gejiagt wurde, sagte er: ,Lch sann gegen de Wasserlciting".So'?" (tagte ber Bürgermeister,warum denn'?" Ta erwiderte der Alte voller lleberzcugung:M ine Schwiegertochter läßt mich doch nitt zappe." Mein Gewährsmann jagte, baß schalunocs GelmtAer minutenlang bcuSitzungssaal" a* süllte.

= Wiesed, 25. Febr. Der Turnerbund Lahn- Dünsberg hielt am 24. Februar unter zahlreichen Besuch hier seinen BundeSturntag ab. Der Vorsitzende Daubert- Wiesed begrüßte die anwesenden Vertreter. Sodaim wurde Bericht über daS oerflosiene Jahr deS TuruerbundeS criiQtlet. Herr Daubert betonte besonders, daß der Bund über sehr gute Kräfte verfüge und bereits 7 Vereine zähle. Es wurde bann bie Rechnung abgehört und dem Rechner Steinrnüll er-Fellingshausen Enilaiiung erteilt Feiner wurde beschlossen, baß bet Bunb der Haftpflichtversicherung beitiüt Tie diesjährige BunbeSturnsahrt erhielt ber Turn­verein Wistmar. Tas BunbeSturnfest für 1907, daS beim vorigen BuubeSturntag Wiesed zuerkannt würbe, wird der boriige Turnverein in größerem Matzstabe am 13., 14. und 15. Juli b. Js. abhallen. Daß BunbeSturnfest für 1908 würbe bem Turnverein Rodheim a. d. B. zugefagt unb bcn BunbeSlurntag für dasselbe Jahr erhielt der Turnverein Bieber. Die Mitglieder deß Bundesaußschusieß unb beß TucnauSschiisieß wurden sämtlich wiedergewählt. ES wurden dann noch verschiedene Anträge emgebracht, bie ohne Debatten ihre Erledigung fanden. Ter Vorl'itzende Daubert schloß so­dann öen Turnlag nut einen» ,Gut Heil' auf daS fernere Blühen unb Gebeihen beS TurnerbunbeS Lahn-DünSberg.

--- Klein-Linden, 24. Febr. Im hohen Alter von 86 Jahren ftarb eine der ältesten Einwohnerinnen unseres Lories, Frau Kirchendiener Weigel Witwe.

--- Große n-Linden, 25. Febr. Gesan gvereln Germania hat beschlossen, am 2. Juni zum Gesangwettstreit nach Siegen zu gehen.

X Nidda, 24. Febr. Am Freitag fand die General­versammlung des hiesigen Vereins für Krankenpflege statt. Ter Vorsitzende Gerbermeister Stord begrüßte die Eischieuenen unb gab eine Uebersicht Über die Tätigkeit deS Vereins, rejp. der Schwester, die erfreulicher Act war. Der Rechner Hulmacher Ruppel legte Rechnung ab, die in Ein­nahme 1716,68 Mt. unb Ausgabe (einschließlich Kapitalanlage) 1695,51 Aik. ergab. Die Zahl ber Mitglleber betrug 829. Die Hailpttäligkelt ber Schweiler kam Armen und Unbemittelten zu Gute. Bei der Ergänzungswahl deS Vorstandes würben bie alten Mitglleber, Pfr. Werner, Bürgermeister Bod, Spar- kasienrechnec Rlngshaujen unb Hulmacher Ruppel wiebet- gewählt. Pfr. Werner, der 2. Vorsitzende, stattete allen Gönnern des Vereins bei» schulbigen Dank ab. Der Verein besteht jetzt 11 Jahre.

=- Ortenberg, 25. Febr. Tie Stadt Lrtenberg Hal ein Kanalisationsprojekt ausarbeften lassen, das demnächst zur Ausführung kommen soll. Tie ui einer besonderen Kiär- bedcnanlage geklarten Abwässer sollen in die Nidder geleuet werden.

\V D a d - N a uh e i m, 25. Febr. In der Masch i nen- Zentrale d es st a a 11 ichen Eie k triz itätS- und Fern- heiz-Werkes fand in den letzten Tagen unter Leitung deS Geheimrates Profesior Dr. Kittier auS Darmstadt die Ab- nahme-Prüfung statt. Die Aiaschmenanlage besteht auS 3 Dampirnaschlnen, die mit Tynamomaichinen direkt gekuppeit und. Zwei dleier Ntajchinen-Agregate leinen je 22u Kilo­watt; das brüte Aggr.gat leiftet 8U Kilowatt. Die Betriebs- lyannung betragt 2 mal 220 Volt. Die Kesjelanlage