des Wiener Caf6 Amend dessen Haus Frankfurter einer Konditorei-Filiale
den Tag nicht vor dem
kaufte front Glasermeister Georg Schmidt Straße 41", um dort einen Laden zu
einzurichten.
** V o m K o l o s f e u m. Man soll
Abend loben — und wird dem neuen Unternehmen an der alten
Kterche Menge Tabakabfall kostet etwa 9 bis 10 Psg. Was die angebliche Heilwirkung des „Rheuma-Tabal'olin" betrifft, so sei darauf hingewicsen, daß nach Ansicht bedeutender Pharmakologen die äußerliche Anwendung von Tabak zu Umschlägen durchaus niritt ungefährlich ist.
**Besitzwechsel. Ter Inhaber
Schädigung des Verkehrs der Stadt Offenbach durch die geplante Bahitverbindung zwischen dem Ostbahnhvf Frankfurt und Sachsenhausen zurückzuhalten, 2. daß die Regierung mitteilen möge, ob und wie hoch sie den Bau einer elektrischen Bahnverbjn-- düng Offenbach- Langet: mit Staatsmitteln zu unterstützen beabsichtige, 3. daß sie eine Bahnverbindung der Provinz Oberhessen über Offenbach mit Darmstadt in die Wege leiten möge, 4. weiter ersuchen sowohl die hiesige Handelskaminer, als auch die hiesigen Gewerbevereine und alle Interessenten an der Sache, sich diesen Vorstellungen an das Großb. Ministerium anzuschließcn.
Mainz, 27. Mai. Das Landeskonritee der Hess. Zentrumspartei trat dieser Tage unter dem Vorsitz des Justizrats Dr. Schmitt zusammen, um die Landesorgani- sati o.it durch Annahme eines neuen Organisationsstatuts einer durchgreifenden Aenderung zu unterziehen. Die vielstündigen Beratungen endeten mit einer Cnnigung in allen grundlegenden Fragen. Das Großherzogtum wird tu acht Bezirke geteilt, die sich im wesentlichen an die neuen Reichstagswahlbezirke anschließen. Organe der Partei sind die örtlichen Lokalkomitees, die acht Bezirkskomitees, das Landeskomitee und der Landesausschuß. Die Lokalkomitees werden in allen Gemeinden des Landes durch direkte Wahl der Zeutrumswähler gewählt. Da, wo Zentrumswahlvereine bestehen, bilden diese nach wie vor die Grundlage der Organisation. Dem Landeskomitee gehören die Vorsitzenden des Bezirkskomitees und 74 Mitglieder der letzteren an, dem Landesausschusse die auf dein Boden des ZentrumA- progrämms stehenden Mitglieder beider Kammern, sowie eine Anzahl weiterer durch das Landeskomitee gewählter Personen. Eine lange Debatte entspann sich um die Frage, ob bei Stichwahlen die Wahlparole durch die Bezirkswahlkomitees oder aber durch das Landeskomitee auszugeben ist. Akut wurde diese Frage bei den letzten Reichstagswahlen, wo bekanntlich in dieser Hinsicht Meinungsverschiedenheiten zutage traten. Die Versammlung beschloß, dass; die Nominierung der Kandidaten vom örtlichen Wahlkomitee, die Ausgabe der Wahlparole bei Stichwahlen vom Landeskomitee unter Einvernahme mit dem Wahlkomitee erfolgen soll. Erfolgt eine Einigung nicht, so entscheidet als letzte Instanz die Zweidrittelmehrheit des Landeskomitees. In dringenden Fällen ist die Entscheidung dem Vorsitzenden des Laßdesausschussesl eingeräumt. Zum Schlüsse widmete der Vorsitzende dem scheidenden Generalsekretär Neuwiem, welcher in die Redaktion des Koblenzer Zentrumsorgans eintritt, Worte der Anerkennung für die der hessischen Zentrumspartei gewidmeten Dienste.
w. Wetzlar, 26. Mai. Auf die Ausschreibungen der Arbeiten und Lieferungen für das städtische Volksbad sind zahlreiche Angebote eingegangen, von welchen wir ans den einzelnen Losen die niedrigste und höchste Offerte erwähnen wollen: Los 1. Erd- und Betonarbeiten, 6 Bewerber: Schneider u. Co., Wetzlar, 2709,50 Mk. und Mees u. Nees, Frankfurt, 5237,10 Mk. Los 2. Erd- und Maurerarbeiten, 5 Bewerber: Rinn, Gießen, 9797,22 Mk. und Heinz!, Wetzlar, 13 505,35 Mk. Los 3. Eisenbeton- und Monierarbeiten, 4 Bewerber: Knobloch ü. Scheib, Frankfurt, 14 911,46 Mk. und Mees u. Nees, Frankfurt, 21 470,53 Mark. Los 4. Trägerlieserung, 2 Bewerber: Schneider u. Co., Wetzlar, 4688,30 Mk. und L. u. G. Panse, Wetzlar, 5013,50 Mö. Los 5. Zimmerarbeiten^ 7 Bewerber: Hagner, Wetzlar, 5068,40 Mk. und Laux, Volpertshausen, 6051,90 Mk. Los 6. Klempnerarbeiten, 4 Bewerber: Appel, Gießen, 2198,07 Mk. und Meckel, Wetzlar, 2902,87 Mk. Los 7. Tachdeckerarbeiten, 4 Bewerber: sämtlich von Wetzlar mit dem Einheitssatz von 7215,60 Mk. Los 8. Schlosser- und Schmiedearbeiten, 5 Bewerber: ebenfalls alle aus Wetzlar, auch mit Einheitspreisen.
0 Laasphe, 25. Mai. Der 16 Jahre alte Sohn des Landwirts Ahrenz vom Altenhof bei Wenden rannte mit seinem Fa hrr ad mit voller Wucht zwischen die Pferde eines ihm entgegen fahrenden Wagens und wurde getötet.
-o- Frankfurt, 27. Mai. Gestern tagte hier eine zahlreich besuchte Versammlung des Verbandes der hessischen Regierungsassessoren der Finanz- Verwaltung zur Besprechung ihrer Lage. Insbesondere wurden die mißlichen Anstellung so erh ältni ff e im Vergleich zu anderen Beamtenkategorien eingehend erörtert und beschlossen, an zuständiger Stelle geeignete Schritte zur Besserung dieser ungünstigen Verhältnisse zu tun.
Homburg v. d. H., 26. Mai. Der Leibarzt der Kaiserin hat bei der Abreise angedeutet, daß im nach st e n Jahre der Kaiserbesuch erst im Mai oder Juni stattfinden dürfte, während das Kaiserpaar die in Deutschland oft garstige Zeit des Vorfrühlings auf Corfu zu verbringen beabsichtigt. — Tie neue direkte Linie Horn bürg-Hoch st-Kastell-Wiesbaden verbindet Hornburg mit Wiesbad.n täglich in drei wechselseitigen Zügen, und stellt eine direkte abgekürzte Linie London-Vlissingen- Wiesbaden-Hornburg mit Durchgangswagen her.
X. Hanau a. M., 26. Mai. Die 24 jährige Kontoristin E. Fuchs von hier stürzte sich gestern nachmittag in einen Wassev- teich, das sogen. „Franzosenloch" und ertrank. Eine Liebesgeschichte bildet das Moitv für die Tat.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz wurde an Stelle des verstorbenen Doindekans Dr. Raich Domkapitular Dr. S e l b st zum Domdekan ernannt. — Nachdem die Bürgermeister- wähl zu Seckenheim auch beim dritten Wahlgange n n - entschieden blieb, steht die Ernennung eines staatlich en Bürgermeisters bevor. — Der (kui>)hessische Städtctag ernannte den Marburger seitherigen Oberbürgermeister, Geh. Rat Schüler, zum Ehrenmitglied.
Stätte des Gießener Stadttheaters nicht überschwengliche Ruhmes- Hymnen singen, bevor man,verschiedene Künstlertournöen an sich hat vorüberziehen lassen. Allein das gegenwärtige Künstler-Ensemble kann man doch wohl als so etwas wie eine Richtschnur ansehen für alles, was kommen wird. Der Besucher des alten Theatersaales ist zuerst überrascht von dem neuen Gewände, das die alten Mauern erhalten haben. Der ganze, fetzt völlig elektrisch beleuchtete Saal hat etwas behaglich Heiteres, Lichtes erhalten durch die neue mattgrüne Tünche. Die Säulen, gegen die vordem die Besucher der unteren Logen eine stumme ohnmächtige Wut hegten, wirken durch das gemütlich ungezwungene Biertisch-Arrangement nicht mehr so störend wie früher und haben obendrein ganz schmucke, wenn auch sehr bunte Kapitale erhalten. All das ist neu, gefällig, einladend. Doch ganz davon abgesehen — die Leistungen der Künstler sind es, die da locken. Nicht nach jedermanns Geschmack sind ja Kunststücke von gewissermaßen dentistischer Akrobalie, d. h. von einer Akrobalie, bei der die Zähne eines starken Menschenpaares das „A" und das „O" eines Drahtseiles bilden, auf dem eine graziöse Schöne in gelber Seide balanciert und zum Steinerweichen geigt, mit Fahnen winkt oder ihr blondes Köpfchen zum Tummelplätze für ungezählte Tauben hergibt. Um ihre Gebisse könnten die beiden Seilträger von Bären beneidet werden. Doch bei längerem Zuschauen dürfte selbst ein Zahnarzt das Zahnreißen dabei bekommen. Und wer sich sürRich. Strauß oder sürChopin begeistert, der wird das Schellengeklirr eines „großen eleklrisch-musikal. Ausstellungsaktes" nicht zu schätzen wissen. Dafür aber bietet die Solotänzerin No s e l del Jano (welch seltsame Zusammenstellung! Was auf den süddeutsch anheimelnden Vornamen folgt, soll uns spanisch vorkommen), vollendete ästhetische Genüsse. Tie Dame hat in ihren Bewegungen einen außerorordentlichen Liebreiz. Sie ist nicht gerade jung und nicht gerade schon, aber von intereffnnter, aparter Pikanterie sind ihre Züge. Ihr Tanz aber vollends hat etwas Faszinierendes. Wir sehen, wie jeder Nerv bei ihr das Spiel des Tanzes mitmacht, wie jede Faser lebt und bebt und das Prickelnde ihrer extravaganten Tänze teilt sich dem Zuschauer mit. Man möchte fast sagen: diese Rosel tanzt nicht, nein, s i e ist der Tanz! Verblüffend ist bei alledem noch die überaus große Schnelligkeit der Umkleidung. Sie erscheint in ganz kurzen Zwischenräumen in vier verschiedenen Kostümen, von denen ihr übrigens das zweite, das lange hellblaue als grande dame am besten zu Gesichte steht. — Tolle Kerle sind „Les Jägers", oder sagen wir doch gut deutsch: die Herren Jäger. Wozu nur .diese dumme Französierung! Dadurch locken sie doch niemanden! Ter eine'von ihnen gibt seine Beine förmlich zu Windmühlenflügeln her, so läßt er sich um einander drehen. Und dann hat er seinen wunderlichen Allabendspaß daran, als Kadaver sich aus den ivelt- bedeutenden Brettern Herumwerfen zu lassen wie einen toten Hund. Es ist zum Kugeln, wie er gekugelt wird. — Frl. Bella Schäfer trägt ein italienisches Lied vor, dem sie ein paar deutsche Walzerlieder folgen läßt. Eine fesche Erscheinung. Die munteren Augen sprechen von starker Lebensfreude. Ohre Bewegungen haben etwas von des schönen Körpers schwellenden ülle und üppigen Rundheit; bisweilen sind sie berückend. — Ter Ausbrecherkönig Jo rd ini fesselt allabendlich das Publikum durch seine Entfesselungen. Selbst den Kerkermeistern der spanischen Inquisition ober der russischen Kasematten würde dieser unheimlicher Duckmäuser zu entschlüpfen wissen. — Der Groteskhumorist Speyer hak äußerst vergnügliche Beine, denen sein beredter Mund nicht ganz Stand hält. Tanzen kann er wie eine Braut und seine jähe mimische Verstellungskunst hat etwas überwältigend komisches. — Nach alterndem darf man dem neuen Unternehmen, aus dem uns so etwas wie ein lindes Großstadtlüftchen leise ent- gegenweht, wirklich sympathisch gegenüber stehen. Wir sehen neben Grellbuntem Geschmack, neben Burleskem Anmut, neben Gladia- lorenarfigem Athletenyeist, neben dem Spaß Humor/ Das Kolosseum kann und wird gewiß von allen Berufsklassen gern und ost besucht werden. -o.
k. Gvünlber g, 26. Mai. Am 1., 2. und 3. Juni veranstaltet der Vogelsberger Geflügelzuchtverein eine Lokal-Ans- stellung für Geflügel n n d K a n i n ch e n in der Turnhalle, mit der eine Verlosung verbunden ist. Sonntag, den 2. Juni findet in der Turnhalle Konzert statt, woran sich ein Tanz anschließt. Die Musik wird von der Kapelle des 14. Artillerie-Regiments ausgeführt. Tie Grünberger werden wohl einen splchen Künstgenuß mit Freuden begrüßen, ebenso aber auch die Bewohner der umliegenden Orte. Ta die Anmeldungen zahlreich c'ingelaufen sind, verspricht die Ausstellung interessant zu werden.
-k- Grünberg, 26. Mai. In der gestern abend abgehaltenen Gemeinderatssitzung brachte Bürgermeister Zimmer eine Eingabe seitens des Stadtvorstandes von Grünberg an das Großh. Kreisamt Gießen zur Verlesung, worin dieses gebeten wird, dahin wirken zu helfen, daß die Bahn Marburg — Dreihausen ihre Fortsetzung nach Grünberg und nicht nach Mücke erhalte. Der vollzählig versammelte Stadtvorstand genehmigte einstimmig das Gesuch. Sodann wurde noch der Vertrag mit dem neugewählten Schuldiener H.Bornträger bestätigt. Dieser soll ain 1. Juli seinen Dienst übernehmen. Zum Schluß wurde noch ein Ausschuß gewählt für die Betriebs- und Berufszählung.
§ Wettsaasen, 27. Mai. Nach einer drückenden Schwüle am gestrigen Tage ging gegen 10 Uhr ein äußerst heftiges Gewitter über unsere Gemarkung nieder. Kurz nach 10 Uhr fuhr ein Blitzstrahl in die Scheuer des Landwirts Kratz hier. Sofort stand die ganze Scheuer in Flammen, die turmhoch gegen den dunklen Gewitterhimmel lohten. Die Scheuer brannte nieder. Dem tapferen Eingreifen der Feuerwehren gelang es, die dicht angrenzenden Nachbargebäude zu retten. Gegen abend ging ein verheerendes Hagelwetter über die Gemarkungen Ottenbach, Hainbach und Schellnhausen. Die Schloßen sielen handhoch und lagen weiß wie der Schnee im Felde.
-i- Alsfeld, 27. Mai. Nach den vorliegenden Anmeldungen werden die von der Landwirtschaftskammer übernommenen vier Jungviehrveiden bezw. Fohlenweiden in der Provinz Oberhessen ziemlich beschickt werden. Die Verwaltung der Weiden ist in die Hände des Ausschußes der Landwirtschaftskammer für die Provinz Oberhessen übergegangen und wird von örtlichen Kuratorien unterstützt. Der Beginn des Weidebetriebes erfolgt in Zell am 30. Mai, in Hungen und Wernings am 31. Mai und in Lauterbach am 1. Juni.
k. Groß-Karben, 25. Mai. Bei dem Eisenbahnunglück, oas am 28. Januar hier stattfand, wurde bekanntlich die eiserne Verladebrücke des hiesigen Taunusbrunnens zerstört, die in einer Hohe von ca. 8 bis 10 Meten, über den 30 Meter breiten Einschnitt der Main-Weser-Bahn führte. Tie Brücke ist jetzt roieber aufgebaut und in Betrieb genommen. Tie Zerstörung der Brücke hatte damals einen beträchtlichen Materialschaden mit fick; gebracht.
Offenbach, 26. Mai. Au, Antrag des StabtD. Ulrich wurde van der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Bürgermeisterei zu ersuchen, bei dem Großh. Ministerium dahin vorstellig zu werden, 1. daß alles geschehen möge, um die befürchtete
Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhesseri.
Gießen, den 25. Mai 1907.
Zur Verbreiterung der Homburgerstraße in Bad-Nauheim benötigt die Stadt Bad-Nauhcim von dem Gruitdstück der Geschwister Karoline, Wilhelmine und Katharine Will ungefähr 10 Quadratmeter Hofraum, für die sie einschließlich aller Nebenentschädigungen 400 Mk. anbot. Längere Zeit hindurch geführte Vergleichsverhandlungen waren ergebnislos, sodaß sich die Stadt genötigt sah, Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens zu stellen. In dem Termin vor der Lokalkommission, der hierauf stattfand, forderte der Anwalt der Eigentümer eine Entschädigung von 1000 Mk., während die Lokalkommission eine solche von 450 Mk. für ausreichend erachtete. In dem auf heute anberaumten Termin war ein Vergleich nicht zu erzielen. Der Provinzial-Ausschuß setzte die äu leistende Entschädigung auf 401.80 Mk. fest und sprach die Zulässigkeit der Enteignung des beanspruchten Geländeftreifens aus.
Die Sitzung des Gemeinderats zu Büdingen am 3. Aug. 1906 hatte den Provinzial-Ausschuß bereits in seiner Sitzung vom 23. März beschäftigt. In der fragliche Gemeinderats- Sitzung hatten bret Gemeinderäte bei einem Gegenstand der Tagesordnung die Abstimmung verweigert, weshalb der Bürgermeister gegen sie gemäß Artikel 45 Straf- antrag stellte. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen nahm sie in eine Strafe von je 10 Mk., wogegen ihr Vertreter Einspruch bei dem Provinzial-Ausschuß erhob. Nachdem in der Sitzung desselben vom 23. März die Beschlußfassung zwecks Anstellung weiterer Ermittelungen ausgesetzt worden war, entschied er heute, daß der Rekurs gegen den Beschluß des Kreisausschusses kostenfällig zu verwerfen fei.
Heinrich Weil von Langsdorf hatte auf einem in der Nähe von Langsdorf belegenen Grundstück unter Benutzung einer fahrbaren Lokomobile ein Dampfsägewerk errichtet, bezüglich dessen durch die zuständige Behörde festgestellt wurd:, baß es kmzessionspflichtig sei. Weil suchte darauf um die Konzession nach. Während der Offenlegung des Gesuchs ging eine Anzahl Einwendungen ein, die der Kreisausschuß bes Krems Gießen kostenfällig abwies. Gegen das Urteil verfolgte einer der Reklamanten Rekurs an den Prvvinzial-Ausschuß, während die anderen sich dabei beruhigten. Auf Antrag des Reklamanten wurde in der heutigen Sitzung Einnahme eines Augenschems durch eine Kvmmission des Provinzial
Ausschusses an Ort und Stelle unter Zuziehung der Parteien beschlossen.
Für das Haus Grunbergerstcaße Nr. 47 zu Gießen war Frau Th. Reinartz um die Erlaubnis znm Weiterbetrieb der vorhandenen Schankw irtschäft eingekommen. Stadtverordnetenversammlung und Polizeiamt verneinten die Bedürfnisfrage und her Kreis ausschuh des Kreises Gießen versagte die nachgesuchte Konzession. Im Gegensatz zu diesen Behörden war der Provinzial-Ausschuß, der über den Rekurs gegen das Urteil des Kreisausschusses zu entscheiden hatte, der Ansicht, daß ein Bedürfnis nachgewiesen sei, und gab dem Rekurse demgemäß statt.
vermischtes»
* Politischer Ferkelverkauf. Der Bauern- bündler Seitz in Burgdobl hat fehr viele Ferkel und möchte sie gern an den Mann bringen, weshalb er in einem niederbayerischen Zentrumsblatt der Mitwelt folgendes zu wissen tut: „Der Bauer Johann Seitz zum Burgdobler hat jetzt schöne halbbraune, ganz braune und braun-schwarz-weiß- scheckige, wunderschöne, ungewöhnlich lange Ferkel abzugeben. Natürlich dürfen nur Bauernbündler kommen. Zentrümler bekommen vom Seitz in Burgdobl keine Ferkel, auch nicht, wenn sie dieselben doppelt bezahlen. Also nur Bauernbündler dürfen sich melden, Zentrümler werden vom Seitz zum .Hoftore hinausgejagt."
Kandel.
Verein für bergbauliche Interessen, Dortmund. Heber die Produktion und Marktlage äußert sich der Jahresbericht des Vereins wie folgt: „Tas Berichtsjahr trug auf allen Gebieten unseres einheimischen Wirtschaftslebens den ausgeprägten Charakter der Hochkonjunttur. Fand diese ihren Ursprung und ihre Hauptstütze in der großen Aufnahmefähigkeit des inneren Marktes, so blieb doch auch die günstige Lage des Weltmarktes daraus nicht ohne Rückwirkung. Dies kommt vor allem in der Entwicklung des Außenhandels zum Ausdruck, der sich in der Einfuhr um 893,4 Millionen Mark und in der Ausfuhr um 627,5 Millionen Mark hob. Der lebhafte Geschäftsgang sämtlicher Jndustrieen spornte die Emissionstätigkeit an, die einen außerordentlichen Umfang erreichte, wenn ihr auch die zunehmende, Geldverteuerung naturgemäß Abbruch tat. Des weiteren zeitigte der wirtschaftliche Aufschwung eine ungewöhnlich starke Nachfrage nach Arbeitskräften, die in einigen Gewerben, in erster Linie im Steinkohlenbergbau, direkt zu einem störend empfundenen Arbeitermangel führte, anderseits den Arbeitern die Durchsetzung ihrer höheren Lohnsorderungen ermöglichte. Uebertoiegenb, so auch im Steinkohlenbergbau, wurden diese auf friedlichem Wege erreicht, gleichwohl war das Berichtsjahr überreich an Arbeitskämpfen, die entsprechend der günstigen Lage des Arbeitsmarktes in der Mehrzahl der Fälle mit einem mehr ober weniger ausgesprochenen Erfolge der Arbeitnehmer endigten. Ter wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahres trat ebenso in den gesteigerten Einnahmen der deutschen Eisenbahnen, die sich im Kalenderjahr 1906 gegen das Vorjahr um rund 215 Mill. Mark hoben, wie in der erheblichen Zunahme der Kohlen- und Eisen- produktion unseres Landes zu Tage. Es stieg die Roheisen- Produktion des deutschen Zollgebiets von 10,99 Mill, auf 12,48 Mill. To. Hieraus berechnet sich unter Berücksichtigung von Ein- unb Ausfuhr ein Roheisenverbrauch von 8,28 Mill. To., der einer Kvpsguote von 134,96 Kilogr. entspricht, gegenüber einer solchen von 116,4 Kilogr. in 1905. Noch stärker als die Roheisenproduktion ist die Steinkohlenbeförderung gewachsen, die sich für das Reich mit 137,1 Mill. Tonnen um 15,8 Mill. Tonnen gleich 13,04 Proz. höher stellte als im Vorjahre; auch die ständig an Bedeutung gewinnende Braunkohlenforderung erfuhr ein.* Steigerung von 52,5 auf 56,4 Mill. Tonnen. Ganz ungewöhnlich groß war ber Zuwachs der Kvkserzeugung, die mit 20,3 Mill. Tonnen die vorjährige um 23 Proz. übertraf, ebenso verzeichnet: die Brikettproduktion mit 14,5 Mill. Tonnen die erhebliche Zunahme um 10,9 Proz. Die Verschiebungen, die der Außenhandel von Kohle int letzten Jahre erfahren hat, sind in den Gesamt- jiffern nicht sehr belangreich. Trotz der um annähernd 20 Mill. Tonnen größeren heimischen Kohlenförderung hat sich die Einfuhr von Steinkohle im letzten Jahr mit 9,22 Mill. To. annähernd auf der Höhe ber Vorjahres halten können und ist die Braunkohleneinfuhr sogar noch fast um y» Mill. To. gewachsen. Ter Rückgang beträgt bei Steinkohle nur 178 000 To. und läßt, da 1905 die Einsiihr unter ber Wirkung des Streiks im Ruhrbcckeu eine ungewöhnliche Höhe erreichte, in seiner Geringfügigkeit die Harfe Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes für Steinkohlen deutlich hervortreten. Bemerkenswert ist der Rückgang der Einfuhr aus Belgien, von dem wir fast 400 000 To. weniger bezogen haben als in 1905, wogegen Oesterreich und Großbritannien; ihre Zufuhr nrrfj je um gut 100 000 Tonnen steigern konnten. Die Ausfuhr von Steinkohlen war im letzten Jahre um rund 1,4 Mill. Tonnen großer als im Vorjahre. Dieses Mehr wurde außer von Oesterreich-Ungarn (— 818 000 To.) insbesondere von Frankreich (— 563 000 To.), wo ein Streik im Nord- und Pas- de-Calais-Becken die Forderung längere Zeit lahmlegte, und von Belgien (— 532 000 To.) ausgenommen, dessen Forderung der Nachfrage nicht zu folgen vermochte. Zurückgegangen ist dagegen die Ausfuhr nach den skandinavischen Ländern, sowie nach Spanien und Aegypten. An Koks, der zum größten Teil aus Belgien stammt, wurden 566 000 To. gegen 714 000 To. im Vorjahre eingeführt. Die Ausfuhr stellte sich auf 3,24 Mill. To. und wird damit um 657 000 To. größer als 1905. Die Brikettaussichv stieg bei einem um 31000 To. geringeren Bezüge aus dem Auslande auf 1,094 Mill. To. l— 158 000 To),
Briefkasten Oer Redaktion.
(Anonyme Anfraacn bleiben unberücksichtigt.)
M. A. B u tz b a ch zahlte im Jahre 1421 eine Bewohner- fchgst von 2235 Kopsen.
Teüefonische
des Giessener Anzeigers, mitg< und Industi
Frankfurter Bör* 3^6/6 Reichsanleihe . « 93.90 3% do. . . 83.85 3^°/o Konsola .... 94.05 3% do 83.75 3^°/o Hessen . . . 93.20
3X°/o Oberhessen . . . 94.00 4% Oesterr. Goldrente. . 99.00 4*/5 % Oesterr. Silberrente 99 40 4% Ungar. Goldrente . . 93.90 4% Italien. Rente . . . 103.00 3% Portugiesen Serie I . 67.70 3% Portugiesen „ III 68.40 4Ü*7O russ.Staatsanl. 1905 90.75 4Jf% japau. Staatsanleihe 92.70 4% Conv. Türken von 1903 93.70 Türkenlose 139.40 4% Griech. Ilonopol-Änl. 50.10 4% äussere Argentinier 83.80 3% Mexikaner . . . —
4^% Chinesen . . < . 96.80
Aktien:
Bochum Guss 220.80 Buderus E. W, . . . . 115.50 Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 2
Cauada E- B 165.50 Darmstädter Bank . . .129.10 Deutsche Bank .... 223.20 Dortmunder-Union C. . . 71.25 Dresdner Bank . . . 140.10
Tendenz: matt aufs Ausl.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
e. 28. Mai. 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . < . 122.50 Elektriz. Schuckert . . . 107.50 Eschweiler Bergwerk . . 219.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 192.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 128.40 Harpener Bergwerk. . . 204.50 Laurahütte 222.50 Nordd. Lloyd 115.30 Obeischles. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Handelsges . . 150.30 Darmstädter Bank 129.30 Deutsche Bank . . . 223.00
Deutsch-Asiat Bank . . 154.50
Diskonto-Kommandit. . . 168.20
Dresdner Bank . . . 140.50 Kreditaktien 206.10 Baltimore- und Ohio-
Eisen Lahn . . . 91.60
Gotthardbahn . . « . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 21.00 Oesterr. Staats bahn . . . 144.30 Prince-Henn-Eiseubalm . 133.50
3. Hai. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 204.70
Laurahütte .... 222.70
Lombarden E. B. ... 20.90
Nord! Lloyd 115.30
I drkenlose . . «... 139.25


