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Dem (ßtebenet Anzeiger werden Im Wechsel mti dem Hessischen tanbroirl bic 6l<6tn<i Samillen. blätter dermal in der Woche txtflckgt uni zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis «iefjen. Fenüprech-An- schluß l.d.Redaktion US Verlag u. ligpebtnon 61 Adresse lür Depeschen:
Anzeiger Glctzeu.
ErfteS Blatt
157. Jahrgang
Dienstag 20. Februar 1907
General-Anzeiger für Oberhesfen
Hotafionsörutf und Verlag der vrllh?schen Univ.-Vuch. und Ltelndruckerel. H. Lange. Redattion, Expedition und vruckerei: Schulstratze 7.
vezogSpretdr Htoiuiih<h769t., otetiel* jährlich 'Bit. 1.20, du« st Ylbbole- u. ^TveigHellen monatlich to 91.. durch die Bost i’lf .l.— oietiel- jcidrl. ausschl. Bciellg. Annahme von Nnzetge« hn die Lageonuiiiiuer bi» Donnuuiq» IU llöc. Zeileiiprei». lokal 16 91, aueiDdite 20 9'enmg, Veraniivortitch *ür den pohL und allflem. Teil: 9. Wtttko. «üt „Stadt und VanbJ und -Wcnchissaaf; <i t nft pes. tüi den '.'In« Aeiqenietl: Vans 9e(f
Iie heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
Aus dem Aeichsrag.
H. Berlin, 26. Febr.
Lin geflllltcS HauSl Gefüllte Tribünen und eine gefüllte Ministerbank, daS ift die Signatur deS heutigen Tage». In der Hofloge filjt mit großem Gefolge der Großherzog von Oldenburg und auf den Ziifchauertcibünen sieht man ins« besondere viel Tarnen. AIS erster Redner sprach Schatzsekretär Frech. o. Stengel eine Stunde lang monoton und unverständlich auf den Tribünen über den tttat. Bon seiner Rede Härle man nur ab und zu dog Wort „Millionen'.
Gleich nach ihm kam das Zentrum zu Worte und zwar durch Dr. Peter Spahn. Gespannt lauschte man feinen tyoden, glaubte man doch, daß seine Rede die Ouvertüre fein werde zu der Oper, die daß Zentrum jetzt vor dec Regierung zu spielen gedenkt. Dr. Spahn, welcher sich einleitend sehr scharf gegen die Etatrede Stengels wendete, stockte einen Augenblick, als der Kanzler den Saal betrat, aber er blutte nur tng Manuskript und feine Rede wurde immer spitzer und aggressiver, (ir verhöhnte die Idee des Reichskanzlers von einer konservativ-liberalen Paarung und «.endete sich dann auch gegen den General Keim, den Vorsitzenden deS JlottenoereinS. Auf den Zrtruf deS konserv Abg. v. Liebertr „Woher haben Sie Ihre Kenntnisse von den Briefen V, antwortete Dr. Spahn seelenruhig: „AuS den ZeitungenP (Allgem. Heiterkeit.) Gr schloß mit der Versicherung r Der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht sei daS Zentrum.
Rach einer sachlichen Rede deS Abg. Bassermann. die sich hauptsächlich gegen die Sozialdemokratie richtete, ergriff unter allgemeiner Spannung Fürst Bülow das Wort: Er erklärte es zunächst für eine Unwahrheit, daß er jemals vom Zentrum abhängig gewesen sei, er fei von niemandem abhängig gewesen. Was die von ihm angeregte Paarung des liberalen und konservativen Geiste- betreffe, so könne man sie doch nicht so unnatürlich finden, wie die Paarung Rocren- Singer. Tag persönliche Regiment, mit der im Wahlkampfe so viel operiert worden sei, sei eine Art Popanz, der nur politische Kinder schrecken könne. Zum Schlüße kündigte der Kanzler eine ganze Reihe von Gesetzen an: Eine freiere Ausgestaltung des Vereins- und Versa mm lungs- rechteS, Gesetz über die Ersparnisse in der Armee, Ausbesserung der Beamtengehälter, Reform des Strafprozesses und Veränderung deS Börfengesetzes nach liberalen Wünschen, ferner fortschreitende Sozialpolitik für Arbeiter und Mittelstand. Seme Rede wendete sich zioar sehr scharf gegen das Zentrum, ließ aber auch manchen versöhnlichen Moment dur.chbtlcken« Um 6 Uhr wurde die Sitzung geschloßen._______________________________
politiid)«? Cngesfcbatu
Tar Aeichslagöprasiüium beim Kaiser.
Während sonst der Euipjaug des ReichStagspräsidiumS bei Beginn der Arbeiten eines neuen Reichstages nur eine leere Formsache ä;i ian pflegt, hat die Audienz, die die drei Herren am lebten Sonntag im kgl. Schlosse zu Berlin hatten, politilche Bedeutung. Ein einviertei Stunden lueilie das Präsidium beim Monarchen, also eine ungewöhnlich Lange Zeit. Mit allgemeiner preube wird das deutsche Volk die Bersia;erung aus kaue» liebem Munde hören, daß die gegenwärtige llvnstLllation der Erhaltung des europäischen Friedens außerordentlich oünihö ist. Trotzdem rann man darauf gespannt fern, ob sich ui dem nächsten Militär- und liuarincetat der Optimismus, melden Kaiier Wilhelm bezüglich der Weltlage hegt, in den Zijjer- lolonnen wied^rspiegeui wird.
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Gouverneur von Lindcquist Eber unsere Kolonien.
Der Arbcitsausfd>uß der „Deutschen dllmee-, Marine- und Koloniai-Aussiellung'' hatte kürzlich eine Hauptsitznng emberufen, um in dieser uvcr den Stand der Ansueliung Bericht zu erstatten. Bei dem fico an die Sitzung anschlicljendcn Feitmahl toailete nach einer Ansprache des Geh. Reg.-Rats Prof. Paasd-c der Gourerneur von Suowestaziika Exzellenz v. Lindeguiil, an, die geplante Ausstellung, die &15U beitrugen werde, die Bedeutung und den wirtschaftiichen Wert unicrer Kvwnien zu zeigen und zu würdigen.
Aus iKt breae sei folgendes hervorgehoben:
i „Bis vor kurzem war es — und zum Teil ist) e$ tf.8 auch noch — sehr i>antel in unserem schwarzen Erdteil. Ader bis vor kurzem war es auch sehr Puntel in Deutschland hinsichtlich der Kenntnis und des Verständliches Jur unsere airikanischen Kolonien. Iedesmai, wenn ich aus Afrika znrück- geEommen bin bin / ich erstaunt gewesen über die vielfach naiven Fragen, die an mich gerichtet wurden. In letzter Zett ist ja ansa-cinend durch eine besonders gmutige Verkettung von Umständen hierin ein Wandel eingetreten. Gch.-Rat Paafche hat behauptet, bau Deutfcl>-Sudwestairika leine Perle sei. Wenn man aber unsere jkvlonien von dem Gesichtspunkte aus betrachtet, daß sie imstande fein sollen, einen -teil unserer Bevölkerung, der sonst in jrembe Länder hinausgeht, nach unteren Kolonien zu lenken, so muß ich gerade Deutsch-Sudwest- asrika als die Perle unserer Kolonien bezeichnen. Säum ie£t hat es manchem deutschen Ausn«nderer eine zweite Heimat geboten, und alle Anzeichen fpredjen dafür, daß dies in Zulun,t iu)d) in sehr gesteigertem Maße der Fall sein wird. Id) denke hieroei nicht nur an die 100J Sd)utztruvpler, d.e fid) gemeldet haben, um fick) in diesem Lande anzusiedem, sondern es laufen auch tägricn zahlreiche Anfragen und Anmeldungen von tüchtigen« und mpiiahräftigen Leuten ein, die sich m Deutfa^cudwestairika niederzulaiien gedenken. So ist begründete Aussidch vorhanden, Pag unser deutliches Vaterland nach fünf bis zehn Jahren an der heute noch infolge der mehr- lährigen Unruhen aus vielen Wunden blutenden nolonie große Freude erleben wird. Je mehr dafür getan wird, um unter.
Volk über den wahren Wert unserer Schutzgeoicte auizuklären, ie mehr sich unser Handel und unsere Industrie an der Aus- schließung der ftuionicu beteiligen, um so sdpiellcr werden sie zur Blüte gelangen."
veutsche* Reich.
Berlin, 26. Febr. Heute hatte der Kaiser eine Bc- sprechiing mit dem Reichskanzler in deßen Palais. Ziii Frühstückstafel bei dem Kaiscrpaar wurden anläßlich des Geburtstages des Königs von Württemberg Gesandter v. Varnbnlcr und die Herren der württembeigischeu Gesandtschaft geladen.
— Der stellvertretende Kolonialdirektor Dernburg beabsichtigt, seine erste Kolonialreise, für die er vier Monate in Aussicht genommen hat, auf Dliafrifa zu beschränken. Er gedenkt seine Reife unmittelbar nach Schlug der ReichStagSsession, die etwa für Mitte Mai zu erwarten fein durfte, anzutreten.
— Ter Zentrinusabg. Gröber wurde vom König von Württemberg zum Landgenchtsdireklor ernannt.
— Die Abgg. Ortet und Gen. (nl.) haben im Reich«, tage einen Antrag auf tienberung des RiünzgefetzeS em- gebracht, dahingehend, daß Fün f un dzwa n z i g pf e nn,g- stücke als Rickclrnünzen ailSgegebeu weiden sollen und bau gestattet werden soll, auf der Rückseite dcr Rlüiizen statt des Reichsadlers auch em anderes Hoheitszeichen anzubrrngen.
— Tie Zentrums ) rat l io n de» Reichstages hat eine Interpellation eingcbiacht, m der sie um Auskunft über den gegenwärtigen Stand der Straf prozeßordnu ng ersucht.
— Abg. Titmborn hat nn Reichstage mit Unterstützung des Zentrums eine Interpellation emgebracht, in welcher die Regierung befragt wird, wie es nut dem Gesetz- entwurf belr. die BerusSocreine steht und ob bezüglich bei Arbetterkammern eine Vorlage zu erwailen ist.
— Heute hat eine gemeinsame Sitzung der drei entschieden liberalen Fraktionen (Freisinnige Volks- Partei, Freisinnige Vereinigung, Süddeutiche VolkSpartei) stattgefundcn. In dieser Sitzung wurde beschloßen, nn Reichstage eine Reihe gemeinsamer Anträge einzu- bringen, in denen die wichtigsten liberalen Forderungen formuliert sind.
— Tie Freisinnigen haoen im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: Hält der Reichskanzler die Ern- führiing der Sch if f a hr t Sa bgaben , wie sie im § 19 des pieußiichen Gesetzes betreffend die Herstellung und den Ausbau von Waßerstratzen vom 1. April 1905 vorgesehen sind, für vereinbar mit der ReichSvcisassimg und den bestehenden Internat. Verträgen? Billigt der Reichskanzler die Eitlärimg, welche der preußische SDhnifier der öffentlichen Arbeiten in der 10. Sitzung der Budget-Kommission abgegeben hat?
— Tie fozialdemokratlfche Reichstags-Fraktion beschloß die Einbringung einer Interpellation über die Wahl- beemflussung der Regierung durch den Flotten- verein und dergleichen. Zu den von der Fraktion ringe- brachten Initiativ-Anträgen kommen noch die über den Heimarbeiterschutz und Bauarbeiterschutz. Weiter beschloß die Fraktion Anträge einzubringen auf Abschaffung der Konkurrenzklausel für die Angestellten im Handelsgewerbe, Industrie und (bewerbe, auf Erweiterung des Wahlrechts und der dreijährigen Legislatur-Perioden, sowie Regelung der Verhältnisse der Priva 1 bea m te n.
— Dem Reichstage ging em Antrag Arendt-ManSfeld zu auf Einführung einer We hrsteuer, die für die Ver- s orgu ng von Invaliden unb Veteranen zu ver- ivenden ist. Ferner ist ein Antrag Dirlsen eingebracht worben auf eine den heiitigcn PreiSverhällmßen entsprechende G e h a l t ß a il f b e s s e r u n g der unteren und mittleren R e i ch S- beamten ober auf Gewährung einer der gegenwärtigen Verteuerung der Lebenslage emspr. vorläufigen Zulage.
— DaS Abgeordnetenhaus hat heute den Gesetzentwurf wegen Slbänberungen des Berggesetzes an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Während der HandelSminisier die Vorlage befüiiDortcte, wurde sie von Mitgliedern der verjchledenin Parteien scharf kritisiert.
— München, 25. Febr. In diesen Tagen wurden bei etwa 20 polizeilich bekannten Anarchisten HauS- suchungen vorgenonimen, wobei nach antim.litanulschen Schriften, die für die Verteilung in den Kasernen bestimmt waren, recherchiert wurde; eß soll jedoch nichts bclaflenbes gefunden worben fein.
Aurland.
London, 25. Febr. „Tribüne» meldet aus Washing- ton, baß die amerikanische Regierung den Wunsch hegt, eine allgemeine Beschränkung der Kriegs- lüft ungen durch internationale Abmachungen herbeizuführen. Amerika hofft, bie Friedenskonferenz im Haag werde diesen ©cgenfianb beraten. Ter amerikanische Botschafter in Berlin, Tower, habe von seiner Regierung den Befehl erhalten, diesbezügliche Unlerhandllingen zu führen, hauptsächlich mit dem rüstischen Staatsrat Prof. v. Martens, der demnächst auf der Rückreise nach Petersburg m Berlin emtnfft
Paris, 25. Febr. Das Komitee für die allgem.
21 b rü 11 u n g hielt gestern eine auüeiorbenlltclje -oct'iammliing unter bem Vorsitz deö belgischen Abg. Fournemont ob. DaS Komitee beriet über die Organisation einer internationalen Kundgebung, welche am 1. Riat zugunsten der allgemeinen Abrü'tuug ocraniialtct werden soll.
Rom. 25. Febr. (Deputiertenkammer.) Die Pe- titionSkommisston erstattete ihren Bericht über die Petitionen mehrerer Frauen, den Frauen das potttische Stimmrecht zu gewähren. Im Laufe der Verhandlimg über den Bericht erklärte Mmisterpiästbeut Giolilti, bei gewissen Gruud- icformcn könne man nur fchntiweife vorgchen, er küune deshalb bezüglich der Frage bcS FraueuiimimrechlS zurzeit eine bindende Erklärung nicht abgeben, sondern nur venprechen, bag er bi< Frage studieren wolle. (Lebhailec Bestall.) Auf Eintrag des Teputicrten Lucifcre unb mit ZtMimmuug beä Ministerpräsidenten werden die Petitionen dem Vlutister bei Innern überwiesen.
6 L Gallen, 24. Febr. TaS St. Goller Volk hat daS neue Gesetz über die Einführimg dcr obligatorischen Biehverf icherung mit 22 9u4 gegen 19 345 Summen verworfen.
Fez, 25. Febr. Der Sultan hat den deutschen Offizieren Diajor o. Tschad! und Rittmeuter Wolff 50 auS- gelvählte Soldaten überwiegen, die nach europäischer Welsk ausgebildet iverden sollen.
Älüivgorod, 25. Febr. Eine Abordnung deS Mlborger Regiments ist heute nach Berlin abgereist, um dcm Deutschen Kaiser, der Ehef bcs Rcgin>entS ist, ein Schlachteu- geulälde, das die Erilürmung dec Kwantunghohen durch bas Regiment baijlcUt, zu überbringen.
Von der englischen <lr»uce.
London, 25. Febr. (Unterhaus.) Die Anfrage deS Konservativen Huitt, welche Reserven außer den 14Lillieni<l/issen der Kanolfloue mit Rudsicht auf bic bcnuiad»": von Deutschland erreichte Stärk feiltet aktiven Schlachtslotte von 16 bezio. 18 Linienschiffen zur sowrtigen Berslürkuug Der Flotte in den heimischen Gelväfscrn im Bedor,ssalle bereilgebaltcn unlrbcn, beanl- wortcte dcr Adiniralitäisselretär Robertson. Dieser crtlart, baß et es zunächst nicht billigen könne, wenn eine bcstiininte fremde Macht als mutmaßlicher Gegner Gtoßvt.uaiutiens hingestellt werde, baß er in bet Sache selbst aber bie Annahme, daß bic Flotte in ben heimischen Gewässern einem plötzlichen Angriff nicht gewachsen sei, als unrichtig bczeid-nen müsse.
Kriegslninister H a l d e n e erklärt, daß das gegenwärtige Systcui der militätischeu Organijation nicht auf rationeller Grundlage beruhe unb daß bisher keine gründlich ausgebildete Streilmaast ins Feld gestellt werben könne, bie viel stärker fei als drei Divisionen, da nach der einstimmigen Meinung der militärischen Kreise Mlliz, Teemanry und Freuoilligeilkorpv nicht gegen europäische Truppen Verwendung iinben könnt.n. Liefe Lage fei aber sehr unbefriedigend unb es müsse cur Mittel gesunden werben, um sämtliche militärische Kräfte zu reorganisieren auf einer Grundlage, welche die jetzigen Mißskänoe bc|ci» tigen. Sein Vorschlag gehe dahin, die Stteitkräfte in zwei Kategorien zut eUen und -war in eine Feld- und eine Territorial- ober Heimarmee. Die Feldarmee sei fo zu organisieren, daß sie jederzeit mobllmachungSbereit sei; bie Territorialarmee sei zwar aud) im Kriegsfälle zu mobilisieren, aber in erster Linie zum Zioede einer Iriegsmätziaen Ausbildung von sechs SDionakn Dauer. Die Territorialtruppeu seien nur Hülss- unb Veiftärkungslruppen, die im Falle der Gcsahr sofort zu formieren seien, aber vorausiicht- lid) nicht vor Ablauf von sechs Monaten gebraud# würden. Dal- dane führt weiter aus, daß die Regierung hoffe, binnen kurzem eine Feldarmee von vier Kavalleticbrigaden und sechs Jnfanteriedivi- IIonen mobil machen und auf bem Kriegsfuß erhallen zu können. Eine Spczialtruppe solle aus den Klassen geschossen werden, aus denen sich jetzt die Miliz und bic Voluntccrs rekrutieren. Sie solle hauptsächlich als Train, aber auch zur Auffüllung der durch die Verluste im Kriege entstehenden Lücken in der Feldarmee Verwendung iinben. Er bespricht bann die neue Organisation der Artillerie unb erklärt, daß er die gesamten HülsStruppen zu einem homogenen Korps zu vereinigen gedenke. Er hosse, aus den bestehenden Hulsstruppcn eine wohl organisierte Territorialarmee von 14 Infanteriedivisionen unb 14 Üaoalleriebrigaden in Stärk' von zusammen 300 000 Ossizieren unb Mannschaften bilden zu tonnen. Tie Stärke der Territorialarmee werbe von dem guten Willen unb dem Patriotismus der Nation selbst abhängen. Die nach seinem Plan organisierte reguläre Feldarmee werbe 150 000 Mann stark sein. Er bespricht bann im einzelnen verschiebe ne Maßnahmen zur Sicherstellung der Wirksamkeit der Territorialarmee, welche die Festungen besetzen und etwaige Einsälle zurück- schlagen sollen, falls die Feldarmee im Auslande in Anspruch genommen sei. Nach der von der Regierung vorgesehenen sechs- inonatlichen Ausbildung mürben die Territorialtruppen nidxt nur viel leistungsfähiger sein ms die bestehenden Volunteerskorps, sondern sie wurden auch bereit sein, zum Kriegsschauplatz abzugehen. Bum Schlüsse der Rede, die 3 Stuuden iu Anspruch nimmt, lagt Dalbane, die reguläre Feldarmee werbe eine vollständig in sich gefestigte Organisation bilden, bie -unabhängig von ber Miliz sei, während die £erriüniülarmee so leistungsfähig sein werbe, daß das Volk leine Veforgnis vor Eiusülleu in bas Land zu hegen brauche. Tie Vernichtung ober Reduzierung werbe sich leicht durchfahren lassen, und wenn die anderen Nationen im allgemeinen sicp auf Einschränkung von militärischen Rüstungen einigen sollicn, könne auch England bas tun, ohne bie Organisation zu gefährden. Tre Losten bec llnterhaltuug sck)ätze et für 300 000 Mann Territotlalltuppen auf 2 886 000 Pfunb Sterling, während firn die Ausgaben für die jetzigen Hülfstruppen in Starke von 3ü0uüU bis 4OUOO0 Mann auf 4 400UU0 Pfund Sterling beliefen.
vom Untergang des TampferS „Berlin" und andere Schiftsuufalle.
L) o e k oan Holland, 25. Febr. Der heute nachmutag statlgehabien Beerdiguug vou vier Opfern des Schiffbruch.- der „Berlin" wohnten Vertreter der Königin unb der Königin- Mutter, das PctfDnal"der demschen unb der oritischen Gesanbtsch.fi im Haag, sowie der brllische Konsul in Rotterdam bet S^wacen erwiesen bie leuua Lbren. Tas Befinden der Geretteten


