Ausgabe 
23.3.1907 Erstes Blatt
 
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tzbn Bähr Lt ebenfalls zur Annahme des Ausschuß^ traas, da dieser zu nicht- verpflichte Eigentlich sollte man auch Pen Arbeitgebern, wenn sie Arbeiter suchen, Fahrtver- aünstigung gewähren. (Heiterkeit.) . ,

Mg Dr Fr en ay bemerkt, durch die m Baden, Wurttem- Kerg, Elsaß-Lothringen bestehenden Organisationen seien bereits diele ländliche Arbeiter dort herbeigeführt worden. Es handle sich in dem Anträge aber nicht nur um solche, sondern auch um kaufmännisches Personal, Dienstboten usw.

Minister des Innern Braun äußert, daß die für Unter­stützung des Arbeitsnachweises in den Städten zur Verfügung stehenden Mittel von jährlich 3000 Ml. bisher immer nur zum Teil, etwa in Höhe von 2000 Mk. in Anspruch genommen worden ieien^g d ä h r spricht die Befürchtung aus, daß durch die billige Fahrgelegenheit die ländlichen Arbeiter veranlaßt werden würden, ihre Stellen formell wieder jzuverlafsen. _ . , _ . 3

Abg. Hirsche! zweifelt die Beschlußfähigkeit des Dauses an.

Da nur 17 Abgeordnete anwesend sind, schließt Präsident Haas die Sitzung und vertagt sie auf Dienstag.

^parlamentarisches.

Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit. Diese Er- ircnnunq ist dem ZentrumSabg. Müller-Fulda zu teil geworden. Man hat ibn zum Ehrenvorsitzenden auf Lebens­zeit des Rcichstagswahlvereins für drn Wahlkreis Hanau- Eelnhauscn-Orb ernannt und sprach ibni das Bedauern aus, daß er bei der Reichstagswahl g-anerischen Angriffen ausgesetzt war. Wie erinnerlich, ist es brr Tätigkeit de§ Abg. Müller-Fulda zuzuschreiben daß der Wahlkreis Hanau in ber Stichwahl den Soziale r:atcn ji'Uel, und zwar wurde gerade in den Orten, wo -er-Fulda zwischen Hauptwahl

und Stichwahl Versamr ; n abhielt, eine große Anzahl 'Zentrumsstimmen für de ^mlbcmoCraten Hoch abgegeben, 'wie sich das rechnerisch n.-> >wcisen ließ. Der Vorsitzende des inationalliberalen Vereins Hanau, Tr. W. HeraeliS, setzte sich darüber in zwei offenen Briefen mit dem Abg. Müller-Fulda auseinander, die daraufhin angekündigte Beleidigungsklage gegen Tr. Heraeus hat aber Müller-Fulda nicht angestrengt.

vermischte».

Berlin, 22. März. Unter dem Verdacht des Gatten- mor des wurde der 61 Jahre alte Instrumentenmacher und Klavierstimmer Karl Meyer in Nixdorf verhaftet. Frau Meyer, die ein Jahr älter war, als ihr Mann, wurde in ihrer mit Gas angefüllten Kammer tot aufgefunden. Zu­nächst dachte man an ein Unglück oder einen Selbstmord, weitere Nachforschungen ober ließen den dringenden Verdacht aufkommen, daß Meyer seine Frau durch Leuchtgas um­gebracht habe. Einen furchtbaren Auftritt verursachte gestern abend in einem Anfall von Verfolgimgswahnsinn der 41 Jahr alte Tischler Karl Geier. Er versuchte feine Frau, mit der er 15 Jahre kinderlos verheiratet war, zu töten, indem er ihr sein Taschenmesser in die Brust stieß, Md nahm sich dann durch mehrere Messerstiche in den Hals das Leben.

Rechtsanwälte, Juden und Deutsche". Daß imter unseren angeblich so deutsch-freundlichen Vettern jen­seits des Kanals nicht wenige sind, die nicht mit verwandt­schaftlichen Gefühlen auf »ins blicken, dafür liegt wieder einmal eine sehr bezeichnende Probe vor. Jüngst starb in Brighton ein Arzt, der ein sehr großes Vermögen und wert­volle Kunstschätze hinterließ. Zu diesen gehörten u. a. vier Stradivari»ls-Geigen, die er dem Britischen Museum ver­machte. Einer Anzahl von gemeinnützigen Vereine»» und An­stalten fetzte er Geldvermächtmsse in namhafter Höhe ans. 200 000 Mark bestimmte er als Preise für Personen, die sich auf dem Gebiete der Shakespeareforschung neue Verdienste erworben hätten. Nun aber kommt das Schöne: ausdrücklich verbot er, daß auch nur ein Pfennig von diesen ^Preisen je anRechtsanwälte, Juden oder Deutsche" verliehen werden dürste. Das englische Blatt, dem wir diese kleine Geschichte entnehmen, bemerkt dazu

Ml

'machte, sich einer Aufgabe zu unterziehen, die ihrer ganzen durchaus unnaiven, stets bemeffenen Art fernliegt, durch hie sie kraft ihrer starken Intelligenz ganz andersartigen Bühnencharaktere»» zugeführt wirb. Dieser Fehler in der ^Rollenbesetzung war allzu evident. Je mehr Mühe sich Frl. Donecker gab, naiv zu wirken, desto beabsichtigter, berechneter erschien jede ihrer Bewegungen und bei ihrem Herumtänzeln auf ber Bühne sah man, wie schwer erlernbar die Kunst des graziösen Schreitens, die Kunst ungezwungener Anmut ber Gesten ist. Die Damen v. Jagemann und Bayr Hammer (die wieder reizend aussah und reizend spielte), sowie Herr Goll verdienen für den lebhaften Eifer, den sie ihren germg- wertigereli Aufgaben gegenüber betätigten, alles Lob.

Die Regie hätte ohne viele Mühe ben Intentionen der Verfasser mehr entsprechen können, als sie es getan hat. Als wir vor Jahren dieZwei glücklichen Tage" hier sahen, ,ba glaubte man sich in der Tat in einen der zahlreichen, nur auf den äußeren Eindruck hin so billig und unzweckmäßig |o[3 möglich hergestelllenKasten", wie sie in manchen so- 'genannten Villenkolomen von Großstädten zu finden sind, Zersetzt zu sehen. Eine steile und schmale Treppe erinnerte stark an die im sonst vielfach so ziveckmäßig schönen und brnaniental wirksamen Darmstädter Olbrich-Haus vom Jahre 1901. Und auch sonst sah man damals manches Unpratlische junb Absurde in der Einrichtung. Gestern wurde uns nur an im entscheidenden Augenblick versagenden Sicherheits- und Bequemlichkeitsvorrichtunge»» manches mit absoluter 9tatür= dichtest vorgeführt.

Ter Abend war eingeleitet »vorden durch die Lustspiel- Ouvertüre von Herold, und die Zwischenakte wurben aus­gefüllt durch heitere und leichte, zum Teil seichte Salonslücke. Nach dem Schwanke hob sich noch einmal der Vorhang, und 'da sah man auf der WeinholzschenDiele", die schon die alten Germanen kannten, nicht nur unsere ganze Künstler­schar versammelt, sondern auch den Vorstand des Tycater- vereins. Man hatte sich um den Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Fromme gruppiert, der an die Versammelten eine An­sprache richtete zum Abschied vom alten Hause. Es war ein kurzer Rückblick auf das im allen Hause Geleistete, und in­sonderheit auf die Wirksamkeit des 1890 gegründeten Theater- vereinS, der unter der Leitung ber Herren Netto, Schmidt, Kosack und Frank vor einem Jahrzehnt eine besonders nach­

pathetisch: ES gibt keinen härteren Haß als ben, her über das Grab hinausreicht; in diesem Falle hätte es noch hinzu- fügen können: und keinen dümmeren.

Paris, 22. März. Hier fand zwischen dem Schrift­steller Adolf Brisson und Emanuel Sirene, dem Kritiker beSFigaro", ein bei du eil statt. Sirene, der in Gemeinschaft mit Francis de Croiffet ein LustspielParis- Newyork" verfaßt hat, das vor wenigen Tagen mit großem Erfolge im Theater Olejane in Szene ging, hatte einen be­leidigenden Brief an Brisson gerichtet, worauf ihm dieser feine Zeugen sandte. Nach dem sechsten Gange erhielt der Kritiker desFigaro" eine bedenkliche Verwundung am rechten Schulterblatt, worauf das Duell abgebrochen wurde.

(RerictytsfaaL

3. D a r m st a d t, 21. März. Vor demKriegsgerichi hatte sich heute wegen eines eiaenartigen Falles von schwere in Dieb­stahl ber Dragoner Jakob Kirsch ans Hahn bei Eberstabt von der 2. Schwadron des Dragoner-Regiments Nr. 24 zu verantworlen. Ter Angeklagte hatte den Schrank eines seiner Kameraden erbrochen und daraus ein sogenanmesReservebild", ivie es nach vollendeter Tienstzett als Andenken daran angeschasst zu »verden vstegt, entwendet. Er hatte auch den Namen des richtigen Be­sitzers weggekratzt und war im Begriff, feinen eigenen Namen ba- h'tr hinzuietzen, als er ertappt und zur Anzeige gebracht wurde. Ta die Eiitwendnng des Bildes laut eidlicher Bekundung aus dem verschlossenen Schrank erfolgte, so qualifizierte sich die Tat als em schwerer Diebstahl, für welchen auf bas Mmdeslstrastnai; von drei Al o n a t e n Gefängnis und Versetzung in die ziveite Klaffe des Soldatcnstandes erkannt werden mußte.

1.8. Leipzig, 21. März. Ter Hausei»» st u r z des Gasthofe? Zum Hirsch" in Nagold beschäftigte beute den I. Strafsenat des Reichsgerichts, ivelcher dasUrleil des Landgerichts Tübingen bestätigte, durch ivelches der Bamiiiternehmer E r a s m »r s R ü ck - gauer aus Stuttgart wegen fahrlässiger Tötung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt war. Dem Angeklagteii war zur Last gelegt, bei der Hebung des Gasthofes, die baupolizeilichenBorschriilen außerAcht gelasien zu haben. Bekanntlich sind beim Einsturz desHirsches" 62 Menschen getötet und ca. 90 Menschen verletzt wo»den. Die gegen das Urteil eingelegte Revision wurde kostenpflichtig verworfen.

(Slogan, 22. März. Tas Schwurgericht verurteilte den städt. K ä m m e r e r Hamack aus Steinau wegen schweren Amtsver- brechcns und Betruges zu vier Jahren Ziicl)lhaus und sechs Jahren Ehrverlust.

Arbeiterbewegung.

Posen, 22. März. Gestern abend traten 300 Bäckerge­sellen wegen Lohnerhöhungen in Ansstaiid; insolgedeffen blieb beute früh em grober Teil der biesigen Beivobi»er ohne Backware. Man rechnet damit, daß die Meister nachgeben werden, da sonst ein allgemeiner Wesellenausstand zu erwarten ist.

Auo^vtz m i)tn LtMrksani!srkMe:n der Stsdt Ließen.

Aufgebote.

März, 13. Wilhelm Hemrich Geis, Hülfsheizer dahier, mit Lina Hofmam» in Sinn. 18. Heinrich Döll, Schneider, mit Anna Krieger, beide dahier: Friedrich Karl Hahn, Kaufmann in Großen- Biiseck mit Alane Döll in Alten-Buseck. 20. Karl Reitz, Buchhalter im Elektrizitätswerk, mit Luise Wagner, beide dahier.

Eheschließungen.

März, 18. Eugene George Alügge, Kaufmann in Tampa in Florida, mit Wilhelmine Franziska Mathilde Alargarcte Petn dahier. 21. Johann Wilhelm Dietrich, Postschaffner, mit Anna Katharine Wagener, geb. Schäfer, beide dahier.

Geborene.

März, 10. Dem Bäckermeister Karl^ Haas II. ein Sohn. 11. Dem Spengler Christian Arnold eine Tochter, Alarie. 13. Dem Postschaffner Karl Rohn ein Sohn, Karl; dem Aktnariatsassistenten Karl Jakob Lang ein Sohn. 14. Dem Fabrikarbeiter Heinrich 9lau eine Tochter, Margarete; dem Gastivirt Peter Waterkamp ein Sohn, Heinrich. 15. Dem Schreiner Karl Andreas Schreier en»e Tochter; dem Waffelubäcker Karl Färber em Sohn, Hans Georg; den» Schlosser Heinrich Storck ein Sohn, Rudolf Richard; dem Immobilienmakler Cito Scheel eine Tochter. 16. Dem Metz- gcr und Wirt Heinrich Abel ein Sohu, Wilhelm. 17. Dem Gast­wirt Friedrich Emil Kremer ein Sohn, Fritz; dem Bureanvorsteher Arthur Alünch em Sohn. 18. Ten» Fabrikanten Ludwig Hanau eine Tochter. 21. Ten» Schlosser Reinhard Rau ein Sohn, Reinhard Martin Emil. 22. Dem Heizer Karl Schwengber ein Sohn, Karl Heinrich Wilhelm.

hallige Wirtiarnkeit zu entfalten begann und unter Mit­wirkung auswärtiger Kräfte die ersten künstlerisch abgerundeten Vorstellungen zu Wege brachte. Was dann noch der Theater­verein, der Direktor Kruse und seit nun vier Jahren Direktor Stemgoetter vor sich gebracht haben, ist bekannt. Der Theater­verein »st eine tatkräftige und starke Stütze für die Theater­leiter gewesen, er hat das Interesse für die dramatische Kunst immer reger zu gestalten verstanden, er hat die verschiedensten Verbesserungen im allen Hause ausgeführt, er hat für den Gewinn immer tüchtigerer Künstler Sorge getragen und er repräsentiert seit Jahr und Tag eine Macht, ohne die unser stattlicher Theaterneubail ganz gewiß nicht so bald zustande gefommen wäre. Herr Professor Fromme richtete unter Dar­reichung eines prachtvollen RlesenlorbeerkranzeS seine dankenden Schlußworte an Herrn Direktor Gtcingoelter, dem er die wesentlichsten Verdienste um die Hebung und Förderung des Gießener Theaterwesens in den letzten Jahren nachrühmte. Tie hervorragenden Verdienste Prof. Froinine's selber, des unermüdlichen »ind aufopferungsfrohen wie sachkundigen Leiters des Theatervereins zu würdigen, wirb sich Gelegen­heit zur rechten Zeit gewiß finden lassen. P. W.

»

Der dramatische Ludwig II. Man jebreibt uns aus München: Protest gegen die Absicht des Direktors Ferdinand Bonn vomBerliner Theater", die Person des verdorbenen Königs Lundwig 11. in einem von ihm >elvilver>ayten Theaterstück aut die Bühne zu bringen, veröstentliast dieAugso. Abend^tg.". Bonn s Stück fielst bas dramatische Ende Ludwigs 11. jo dar, als ob der König »as Opc.r eines Intrigenstücks geworden sei, bas Rcgstrungsir.ise angczeltelt hätten und besten vostziryende Person der langjährige Leibarzt des Königs, der Psychiater und Tr. von Gudden war, der wie der Stöiüg seinen Tod in den Wellen des (Starnberger Sees sand. Ferner wird die einstige lobte des Königs, Sophie von Bayern, die später bei dem Bazar­brande in Paris umS Leben gekommene Herzogin von Alencon, als ein leicht,ertiges Ec schöpf hmgestellt und von der Kaiserin Elisabeth von £ e u e r r e i d) behauptet, daß sie feinerzeck als Liebhaberin des Königs den BerwÄ gemacht habe, diesen aus Schloß Berg zu entführen, bei welchem Versuche jedoch der fliehend: König, von Gudden zuriictgehalten, in feiner Verzweiflung Selbstmord verübt und seinen Gegner dabei urn- gebracht habe. In ähnlichem Sinne sind auch verschiedene andere Publikationen gey-asten, die das bayerische Königsdrama zum Gegen- fianbe haben und diese scheint Ferdinand Bonn nunmehr drama­tisiert zu Ijaben. Das Unglaublichste aber ist, daß Bonn in seinem Stücke den König auf offener Szene ein Schriststück unterzeichnen

Gestorbene.

März, 16. Marie Auguste Semmler, 63 Jabre alt, Walltorstr. 15; Heinrich Himmelreich I-, 76 -Jahre alt, Rentner. Stcherftt. 6. 18. Anna Emilie Seivp, geb. Hosch, 47 Jahre alt, Walltorstr. 21. 20. Margarete Rück, 1 Jahr alt, An den Bahnhöfen 20. 21. Elise Knhlmann, geb. Prinz, 61 Jahre alt, Licherstr. 74.

Airchliche Nachrichten

Gründonnerstag, ben 28. Marz, (fiottesbifttfl.

In der Stadtkirche.

Vormiltags 9V? Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konsir» manben aus der Matthäusgemeinbe.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 6 Uhr: Beichte und heil. Abendmahl für MatthauS- und Alarkusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Schwabe.

In der FohauncSkirche.

Abend? 7/4 Uhr: Beichte und heilige? Abendmahl ffh: Lnkas - und Johaunesgemeinde gemeinsam. Anmel­dung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Pfarrer Euler.

Karfreitag, den 2 9. Marz. In der Stadtkirche.

Vormittags 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markur­gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Wartet jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11*/4 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer D. Schlosser.

Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.

In der Johanneskirche.

Dormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johanne?- gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bet dem Pfarrer der Gemeinde erbeten.

Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Pfarraffistent Steiner.

Am 1. Osterfeierläg wird im Hauptgottesdienst der neu ernannte Geistliche der JohanneSgemeiude, Pfarrer Ausfeld, in fein Amt emgeführt.

Universitäts-Nachrichten.

bc. Marburg. Wie wir höhrcn, hat der a. o. Professor an bet Universität Tr. med. Oskar de la Camp einen Ruf als orderiklicher Profeffor und Tirektor der medizinischen Poliklinik an die Universität Erlangen an Stelle von Prof. Dr. Fritz Bo il erhalten.

Telefonische

des Giessener Anzeigers, mitge nnd Industr

Frankfurter Börst 3J4°/o Reichsanleihe . . 96.20 3-6 do. . . 84.45

3>5O/O Konsols .... 96.25 3-6 do. . . . . 84.55 3>6°/o Hessen ... 94.20 i XA °/0 0berhessen ...--

4 2» Oesterr. Goldreute. . 98.70 4*/8 % Oesterr. Silberrente 99.10 4ü6 Ungar. Goldrente . . 93.80 4-6 Italien. Rente . . . 102.50 3-6 Portugiesen Serie I . 68.00 3-6 Portugiesen III 68.00 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 90.25 4>6°/o japan. Staatsanleihe 89.70 4 % Couv. Türken von 1903 93.80 Türkenlose ... . . 140.60

4% tiriech. Monopol*Anl.. 4-6 äussere Argentinier . 84.50 3°/0 Mexikaner . . . 65.50

4*% Chinesen .... 95.50

Aktien:

Bochum Guss.....214.25

Buderus E. W . . 114.00

Tendenz: schwächer.

Berliner Börse, 23

Kursberichte

teilt von der Bank kür Handel ie, Giessen.

>. 23. März. 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 130.60 Elektriz. Schlickert . . . 109.80 Eschweiler Bergwerk . . 218.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 190.70 Hamburg - Amerik. Paket!. 135.10 Harpener Bergwerk. . . 199.60 Laurabütte......212.00

Nordd. Lloyd.....120.80

0 bei seist es. Eisen-Industrie 108.20

Berliner Handelsges . . 160.25

Darmstädter Bank 131.80

Deutsche Bank . . . 233.75

Deutsch-Asiat Bank . . 166.40 Diskontu-Kommandit . . 172.40 Dresdner Bank . . . 145.80 Kreditaktien.....210.40

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . 94.00

üottbardbahn . . . .

Lombard. Eisenbahn . . 24.90 Gestern Staatsbalm . . . 139.50 Prinee-Htiim-Eiseubahn ..

. März. Aiifangskurse.

Can ad a E. B......164.00

Darmstädter Bank . . . 132.00

Deutsche Bank ... . 233.0b

Dortmunder-Union C. . . 68.00 Dresdner Bank .... 145.00

Tendenz: sehr flau.

Harpener Bergwerk. . . 199.00

Laurahütte .... 215.40 ..umbarden E. B. ... 24.60 .\ordd. Lloyd.....120.60

l'ürkenlose . ... 138.50

lagt, das jur ein puur Minium«» uie yceutrantai jomjernä un Falle eines Krieges zwischen Denfschilaitb uitb p-rantreicy gelobt, und daß er den itönig in ein höchst zweideutiges Verhältnis -u Richard Wagner und zu ein paar Chevaulegers bringt, die ihm sein Hofmeister zuführt. Dazu sagt dieAugsb. Abendztg.": ES müsse ein Mittel geben, den unglücklichen König Ludwig! vor dieser Verunglimpfung seines Namens ebenso zu schützen, wie jeher längst verstorbene Preußenlönig auf <ter Bühne ge­schützt wirb. Wenn Herr Bonn, der selber leider bayerisl^n Ursprungs ist, nicht genügendes Anstandsgefühl besitzt, um davon Abstand zu nehmen, unser bayerisches Stammesungiuck zur Be­friedigung niedriger Sensationsgier auf die Bühne zu bringen, so muß er dazu gezwungen werben, und wir zweifelit nicht, daß in bem Arsenal von Prvibitivmitteln, über welche die preußische Polizei üerjügt, sich bic Mittel dazu finden werden. Es ist dies umso HLotroenbigei, als die von Herrn Bonn beliebte Darstell­ung des KönigSdramIas geeignet ist, Verleumdungen und Ver­dächtigungen von Akitgliederii unseres Königshauses, die noch nicht gar lange überwunden sind, neue Nahrung zuzuführen.. Wir appellieren geuadezu an die Person des Kaisers, der sich in ber letzten Zeit als Freund nnb Protektor der nicht immer er­freulichen Bestrebungen des Herrn Bonn gezeigt hat; er wird sicherlich verhindern, daß, um die Taschen eines sensationsgierigen Theaterleiters zu füllen, eine in Bayern bäum verharschte Wund: berührt unb damit daS patriotische Gefühl jedes Bayern auf bas Empfindlichste verletzt wirb."

M onna Vanna" als Oper. Der nngarifdje Schirist­fieller Emil Abranyi hat MaeterlincksMonna Vanna" zu einem Opernlibretto umgearbeitet. Maeterlinck hat darauf Abranyi be- schuldigt, einen literarischen Diebstahl durch die Um­arbeitung des Dramas zu einem -Operntext verübt zu haben. Abranyi veröffentlicht nun eine kategorische Erklärung, in der er sich aus einen Brief des Dichters beruft, in dem keine Erwähnung von einem Proteste gegen das aus dem Drama geschöpfte Li­bretto enthalten ist. Abranyi erklärt, Maeterlinck seien bedeu­tende Tantiemen zugesichert worden.

- Breslau, Marz. D.r ocniorcfyef bes Hauses Wilhelm Gottlob .Kvm. in dessen Vertage die Schlesische Zeitung erscheint, Stabtältester Dr. phil. h. c. Heinrich v. Korn, ist gcitorbcn. 1829 zu Breslau geboren, bereitete er sich in Leipzig unb in Berlin auf seinen Beruf vor unb übernahm 1851 bas väterliche Geschäft. Ans Anlaß des 150jährigen Besteljens ber Firma, bic sich durch fünf Generationen in gerader Linie vererbt hatte, verlieh Kaiser Wilhelm I. dem nun Hingesclfiedenen ben erblichen Sibel. 1890 verlieh ihm Breslau den Ehrentitel eines Stabtältcften, 1900 die dortige Universität die Würde eines Ehren- boltors.

Petersburg, 21. März. Der Handelsminister hat das Reglement für die Automobil-, Motorfahrrad- und Sport-Ausstellung, die im Jahre 1907 in Petersburg ftattfinben soll, genehmigt.