Ale Heutige Yunmer umfaßt 10 Seite»
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Arankreich in Marokko.
Die Dinge in Marokko spitzen sich immer mehr zu und ie Machthaber in Paris scheinen sich, angesichts der Ent- ücklung, welche die Dinge genommen haben, nicht ganz : whl i n ihrer Haut zu fühlen. So sehr den fanatischen Ma- ! okkanern ein kräftiger Denkzettel zu gönnen war, so läßt 1 ch doch nicht leugnen, daß das allzuschneidige Borgehen ,er Spahis und Fremdenlegionüre — um keinen anderen : usdruck zu gebrauchen — die fremdenfcindliche Stimmung ngemein verschärft, und jetzt sogar zum Sturze des Sulins geführt hat. Alle aus Marokko kommenden Meldungen immen darüber ein, daß der Anhang des neuen Sultans ündig wächst und die Tage des bisherigen Herrschers Gezählt sind. Denn dieser galt als der Urheber allen ebels, weil er es angeblich nicht verstanden hat, den isla- citischen Glauben gegen die Uebergrisfe der Fremden zu hützen, vielmehr noch verschiedene seiner Rechte preis- e geb en habe. Der neue Sultan rückt bereits gegen die ranzosen an und sein Anhang dürfte auf dem Wege ach Casablanca bedenklich anschwellen. Mag auch der ilitärijche Wert dieser Horden ziemlich gering einzu- .hützen sein, so machen sie doch den Franzosen unleugbar el zu schaffen und man wird noch auf lange hinaus it den Wirren in Marokko zu rechnen haben. Genüssen lementen mag freilich diese Verwickelung sehr gelegen mmen, denn es ist ein offenes Geheimnis, daß in Frank- ich eine Clique existiert, die nichts sehnlicher wünscht, s unter Benutzung einer verworrenen Lage in Marokko lselbst im Trüben fischen zu können, um unliebsame onkurrenz, speziell die deutsche, beseitigen zu können, arum wird ihr die augenblickliche Wendung mehr als rgenehm sein, denn der bisherige Sultan galt als utschfreundlich und war stets geneigt, deutschen Firmen weit es irgend ging, den Vorzug zu geben; nach seiner Beseitigung würde sich aber das Blättlein wenden, denn es egt auf der Hand, daß der neue Herrscher das direkte egenteil von seinem Vorgänger tun wird, um nicht dessen hicksal zu teilen. Für die offiziellen Stellen Frankreichs die Situation allerdings recht ungemütlich und man -eint mit dem marokkanischen Abenteuer in eine Sackgasse raten zu sein. Aus Casablanea können sie nicht ohne eckeres Weggehen, wenn ihr Prestige nicht merklich leiden tl; anderseits aber darf man die Aktion nicht gar zu it ausdehnen und etwa gar an eine Okkupation größerer -oietsteile denken, da andernfalls die Mächte von Alge- :as dreinreden würden.
In London ist man merkwürdig still und bedauert sgeheim, nicht mit dabei zu sein, um die französische tion paralysieren zu können. Noch weniger erbaut ist an in Spanien, wo man von Anfang an von der.Aktion uig wissen wollte und nur mit halben Herzen bei der rche ist. Man hat Wohl eingesehen, daß es in Algeciras t Fehler war, mit Frankreich durch dick und dünn zu gehen, der konkurrent Spaniens in Marokko nicht Deutschland, rdern Frankreich ist; dies hat man jetzt erkannt, wo aber zu spät ist und man mit Anstand nicht mehr zurück nn.
Am meisten Beklemmung verursacht an der Seine die ltnng Deutschlands und es ist wohl nicht in letzter rie die Besorgnis vor einem scharfen Eingreifen Deutschros, daß man es nicht wagt, in Marokko weiter vorzu- hen, so sehr dies auch gewisse K'reise wünschen möchten. 0 dieser Erwägung heraus resultiert wohl auch zum it die in Paris jetzt vorwaltende deutschfreund- ch e Stimmung, da jetzt sogar Blätter, die bisher eine uvinistische Haltung einnahmen, recht freundliche Worte : den „Erbfeind" finden. Man hat sich also sestgerannt d es kann als völlig ausgeschlossen gelten, daß der Erfolg großen Mühen und Aufwendungen lohnt, welche die rgste marokkanische Aktion Frankreich kostet. Gewisse .utchen mögen es sich einst sehr leicht gedacht haben, i rrokko ähnlich zu okkupieren wie Tunis, aber ehe es , oeit ist, dürsten sich die Franzosen nod) mehr als ein- ; l die Finger verbrennen.
die Pflicht, dem Papste beizuspringen. Zur Behebung finanziellen Notlage solle jeder nach seinen Kräften zum Peterspfennig beitragen. Nicht nur Gtzd, sondern auch Gewänder wurden gern entgegengenommen. Die nicht-
zum leidenschaftlichen Bedauern aller Theaterfreunde an München verlieren. Ihre Abschiedsvorstellung am Freitag („Judith") wird wohl den Rekord an stürmischen Kundgebungen schlagen. Dr. Z.
— Ob Wilhelm Diegelmann, der Vollsaftige, Kraftstrotzende, auch von Frankfurt sich in dieser Woche verabschieden wird, ist noch nicht sicher, denn es ist eine starke Bewegung hn Gange, die den Künstler, den sich, wie die Leser des „Gieß. Anz." wissen, Reinhardt vom Berliner Deutschen Theater gesichert hatte, wieder an Frankfurt fesseln wollen.
— Hermann Sudermann hat die Commerserien benutzt, um an seinen großen R o m a n, an dem er schon längere Zeit arbeitet, die letzte Hand anzulegen. Ueber den Inhalt des Romans sowie über den Zeitpunkt des Erscheinens wird Stillschweigen bewahrt. Trotzdem haben sich schon mehrere Verleger darum beworben für den Erstabdruck in Zeitschriften. Von einer größeren Berliner Zeitung wurden chm schon jetzt h u n d e r t- tausend Mark geboten. Diese Summe soll aber trotzdem nicht das Höch st gebot sein.
— Die Macht der Finsternis wird wieder recht bemerkbar. Tie Tage sind schon erheblich kürzer geworden, und in wenigen Wochen ist das Gleichgewicht zwischen Licht und Finsternis wieder hergestellt. Schon ist die Lainpe uneder m ihre Rechte getreten. Bei chrem Schein wird zu Abend gegessen. Früher und früher entzünden sich die Straßenlaternen und verändern den
mentlich deutsche Kaufleute in Marrakesch hätten ihm viel zu verdanken gehabt. Als Tr. Mauchamp ermordet wurde, habe Mulay Hasid die Europäer sofort nachdrücklich beschützt, und als dann später die Lage in Marrakesch wieder bedrohlicher wurde, sei der Verfasser des Berichts mit anderen europäischen Herren zu Mulay Hafid gegangen, und dieser habe sosort erklärt, daß er für das Leben der Fremden innerhalb der Stadtmauern bürgen wolle. Auf die Frage, was aber bevorstände, wenn die Franzosen außer Udschda weitere marokkanische Städte besetzen sollten, antwortete er: „Wenn das geschieht, schicke ich euch sofort durch meine zuverlässigsten Leute, die durch heilige Eide gebunden werden uno mit ihren Köpfen für eure Sicyer- ycit stehen niüssen, nach der Mste, und dann wird der Sultan — Allah schütze und erleuchte ihn — wohl schon den Fwanzosen den Krieg erklärt Haven, oder aver" — und fein Gesicht verfinsterte sich — ich kenne keinen Sultan mehr und rufe alles, was an Allah und den Propheten glaubt, zum Krieg." — Dieser Fall ist jetzt emgetreten.
Aleincs Feuilleton.
— Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Für schon von )u vielen Pächtern übernommene und baldigst 1 Der aufgegebene „Residenztheater" alias „Orpheum" an
Neuen Zeil hat sich jetzt ein wagemutiger neuer Direktor unden, der anstelle der ewig wechselnden Gastspiele, die heute
Varietee, morgen Operette, dann französische Schwänke, dann literarische Stücke, dann tränenreiche Vorstadttragödien brach- . wieder geordnete Verhältnisse schaffen will. Der Vtutige jt Max Gabriel. Er )viU beginnen mit echten Residenz- rterschwänken ä la Lautenburg-Alexander. Am 14. September L er mit dem Zugstück des Berliner Residenztheaters „Haben e nichts z u verzollen?" beginnen. Vom 1. bis 14. bt das Theater, das in der Tat einer gründlichen Renovierung arf, geschlossen. Es ist schon möglich, daß bei solchem Spiel- i das Theater sich hält, vorausgesetzt, daß eine sehr gute zenierung und ein flottes Zusammenspiel geboten wird, denn
diesen Mitteln hat auch im Frühsommer ein Berliner emble schon gute Geschäfte gemacht. Also warten wir ab. —
Schauspiel Hause ist in dieser Woche großes Ab- 'dnehmen: dlrei Damen verlassen uns, Frl. Weede und . Santen, die beide nicht festen Fuß im Publckum können, und Frl. BpttWann, tfg Heroige, dje wxr
Ueber die Persönlichkeit Mulai Hafids, veröffentlicht ein Hamburger Kaufmann, der lange Zeit in Marrakesch gelebt hat, im „Hamburger Fremdenblatt" eine eingehende Schilderung. Danach sei Mulay Hasid lurchaus kein Christenfeind, sondern als Statthalter über den westlichen Teil des Reicbcs sei er allen Fremden stets mit großer Liebenswürdigkeit elitgegenge^ommen, und na-
54. Deutscher ätatholikeutag.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
S. u. H. Würzburg, 26. Aug.
Um 10 Uhr trat in der Festhalle die e r st e g e s ch l o s s e n e Generalversammlung zusammen, um die Präsidentenwahl vorzunehmen und die eingelaufenen Anträge zu beraten. Nachdem die Piassen vom gestrigen Festzuge Würzburg wieder verlassen haben, war der Andrang zu der heutigen Generalversammlung bedeutend geringer. Auffällig ist die Zurückhaltung der akademischen Kreise. Die Würzburger theologische Fakultät ist überhaupt de- monftrativ ferngeblieben, aber auch die Studentenschaft, für die sonst immer besondere Plätze reserviert waren, läßt sich nur spärlich blicken.
Nach Eröffnung der Generalversammlung ergriff zunächst Universitätsprofessor Dr. Henner (Würzburg) das Wort: Eine starke Strömung unserer Tage will im Christenrum nichts anderes erblicken als eine toechselnde Erscheinung in der Zeiten Flucht. Aian will dem Christentum lediglich eine historische Bedeurung beimessen. Demgegenüber sollen unsere Generalversammlungen beweisen, daß das Christenttlm noch in Ehreii gehalten wird. (Beifall.) , Christentum und Germanentum gehören zusammen.
Es wird darauf das Schreiben an den Papst anläßlich des Katholikentages verlesen. Es heißt darin, daß seit dem Jahre 1848 in Deutschland fast in jedem Jahre allgemeine Versammlungen der Katholiken stattgefunden haben. Die Ka- tholikenversammlungen seien als ein vorzügliches Mtttel zu be-. trachten, um die Uebel, welche von allen Seiten die Kirche' und die bürgerliche Gesellschaft bedrohen, zu verhindern und auszurotten. In den Katholikentagen habe christlicher Glaube und Stetigkeit eine Stätte gefunden.
Es wird dann das Antwortschreiben des Papstes verlesen. Es lautet: Geliebte Söhne! Wir gewähren Euch gerne Unseren Gruß und Unseren apostolischen Segen. Wir wissen, daß die Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands eine Erhebung der Religion in Deutschland bedeuten. Die Deutschen ind ein leuchtendes Beispiel für andere Völker. Darum haben Wir keinen Zweifel, daß die neue Versammlung der Katholiken, wenn sie an den überlieferten Normen der kathol. Lehre und an der alten Ergebenheit an dem päpstlichen Stuhl festhält, einen weiteren Fortschritt bedeuten wird. Als Zeichen Unseres besonderen Wohlwollens erteilen Wir Euch Unseren apostolisck-en Segen. — Die Verlesung des päpstlichen Schreibens wurde von der Versammlung stehend entgegengenommen.
Es werden dann an den Pap st, den Kaiser und den Prinzregenten Telegramme gesandt. Dann schritt man zur Beratung der Anträge. An erster Stelle stand der Antrag Zur römischen Frage. Als Berichterstatter führte Abg. Justizrat Dr. P o r s ch (Bresläu) aus, daß die Feier des Priesterjubiläums des Papstes glänzend werden müsse. In Italien
Ueber die augenblickliche Lage in Marokko liegen folgende telegraphische Meldungen vor:
Tanger, 27. Aug. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge ist die Mission Ma el Ainins, der beauftragt war, Kuriere nach den südlichen Stämmen zu entsenden, um von : jedem Stamm 100 bewaffnete Reiter zu verlangen, vollständig gescheitert. Aus Fez wird unterm 23. gemeldet, daß die Kabylen die Ortschaft Seron, drei Meilen von Fez entfernt, umzingelt haben. Sie fordern die Auslieferung von Waffen, Munition und Lebensmitteln und drohen alles zu plündern, wenn diesen Forderungen nicht entsprochen wird.
— Mit Rücksicht auf die bevorstehende Ankunft der aus Fez a u s g e z o g e n e n E u r o p ä e r in Larrasch wird der Kreuzer „Du Chayla" in den nächsten Tagen dorthin gehen, um die Fremden auf ihren Wunsch abzuholen.
Casablanca, 27. Aug. Am 25. ds. nachmittags fand ein Zusammenstoß statt zwischen einer Aufklärungsabteilung der Spahis und dem Feinde, der ein Gehöft fünf Kilometer vom Lager entfernt inne hatte. Die Spahis stiegen von ihren Pferden und eröffneten das Feuer, wurden aber bald von einer Truppe von etwa 500 Marokkanern e i n g e s ch l o s s e n, die sich in der Nähe verborgen gehalten hatten. Die Spahis zogen sich nun langsam nach ihrem Lager zurück. Eine Kompagnie der Fremdenlegion und eine Kompagnie afrikanischer Schützen mit zwei Kanonen kamen ihnen schleunigst zu Hilfe. Sie empfingen die Marokkaner, die die Spahis verfolgten, mit Salvenfeuer. Die Marokkaner ergriffen die Flucht und sammelten sich von neuem 4000 Meter rückwärts. Sie schickten sich zu einem erneuten Angriff an, als die 75 Millimeter-Kanonen sie mit empfindlichen Verlusten auseinandertrieben. Die Marokkaner flüchteten darauf in der Richtung auf Taddaert. — Plünderer, die in der Nacht in die Stadt einzudringen versuchten, wurden mit Gewehrschüssen empfangen. — Am 25. ds. wurde ein Eingeborener, der den algerischen Freiwilligen den heiligen Krieg predigte, verhaftet. — Eine Telephonleitung verbindet das französische Konsulat mit dem Lager.
Laa rache, 27. Aug. Eine Abordnung von angesehenen Eingeborenen begab sich -..n 23. ds. nach Saffi und nach Mogador, um Ma el Ain in zu bitten, seinen Einfluß zur Wiederherstellung der Ruhe im Süden aufzubieten.
Paris, 27. Aug. Aus Casablanca wird berichtet, das Transportschiff „Nive" ist, nachdem es Mannschaften und Kriegsmaterial gelandet, nach Oran zurückgegangen, an Bord befanden sich 11 Verwundete und Kranke. Die Lage in den verschiedenen marokkanischen Hajenstädten wird von General Philibert befriedigend bezeichnet. In der Umgebung von Casablanca sind einzelne marokkanische Reiter erschienen, die wieder verschwanden, ausgesandte Kundschafter sanden keinen Widerstand.
— Nach einem Telegramm des Admirals Philibert vom 27. ds. war die Löschung des Trausportdampsers „Nive" gestern abend beendigt. Die politische Lage in allen Hafenstädten ist ruhig. Aus der Umgegend von Casablanca werden Bewegungen feindlicher Kavallerie gemeldet. Bei Rekognoszierungen stieß man aus keinen Widerstand.
— „Maint" erzählt, daß zwischen Deutschlandund Frankreich nicht die geringste Meinungsverschiedenheit bezüglich der Ordnung der marokkanischen Angelegenheit bestehe. — Dem „Echo de Paris" zufolge wurde die Frage einer Entschädigung für Casablanca in Norderney nicht berührt. Diese Angelegenheit werde auf diplomatischem Wege zu behandeln sein und keinerlei Schwierigkeiten bieten.
Bern, 27. Aug. Ter Oberpolizeiinspektor ür Marokko, Oberst Müller, wählte z-u seinem Ordonnanzoffizier den Kavallerieleutnaut Arthur de Pury von Neuenburg, der gegenwärtig Attache bei der schweizerischen Gesandtschaft in Washington ist. Ter Bundesrat genehmigte die Wahl.
»e. 301
Drschetni täglich
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Dem Gießener Anzeiger tl erb en im Wechsel mit )em hessischen Landwirt ' )te Siebener Familien- ilätter viermal in der lLoche beigelegt und iveima! wöchentlich das {reisblüh für den Kreis Stehen. Fernsprech-An- chlußf. d. Redaktion 112 MM ASgfösf Verantmai-tlt^
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Anblick der Smdt. Im Hailse aber ändert fidfr' ebenfalls das Leben. Im Sommer drängt es mehr nach außen. Wer wird im dumpfen Zimmer bleiben, wenn Abendkühle die Wärme des Tages abgelöst hat? Stoch war der Rest deS Tageslichts nicht erloschen, wenn man heimkam, und ohne die Larnpe zu entzünden ging man zu Belt. Jetzt ist es anders. Der Vater seufzt über den von Atonal zu Atonal sich steigernden Elektriziläts-, GuS° nnb Pelroleumverbrauch. Väter haben das Recht, ja die Pflicht, immer zu stöhnen. Aber jetzt geschieht es mit besonderem Nachdruck, da sich die Berechtigung jetzt^äklennläßig belegen laßt. Tie Flnsterm-o gewinnt mehr und mehr Macht über sein Gemüt. Itnb wie wird es erst werden, wenn der Kohlenhändler seine Rechnung präsentiert, die gegen das schon recht teure Vorjahr wieder eine Erhöhung $eiqt I Da wird ihm so schwarz vor klugen werden, als ob ein Sc!)orllsteinfeger vor ihm stände. Erst bann erheitert sich wieder jein Gemüt, wenn er am Abend die Kegelbahn oder sein Stamm- lokal betritt. Manche lebenStlugen Ehemänner jedoch bleiben hübsch zu Hause, oder, wenn sie ausgehen, nehmen sie ihre Frau mit. So wirkt die Atacht der Finster»liS auch etwas Gutes. Auch sie ist ein Teil von jener Krast, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. Heißen wir sie deswegen freundlich willkommen und gciutnnen wir ihr die gute Seite ab, die auch sie besitzt, wie alles in der Welt!
dlatt 157. Jahrgang Mittwoch 28. August 1907
d W’ O Bezngsprets:
Gletzener Anzeiger«
sich bereits zahlreiche Komitees gebildet. Allerdings w-erden sie durch „die antiklerikale Bewegung" aufgehalten, die dem Papste viel Kummer mache. Alle Katholiken
katholisjche Presse spreche oft von der glänzenden Hofhaltung des^ Papstes. Das sei unrichüg. Wenn der Papst seiner Würde entsprechend Hof halten würde, so bedürfe er mindestens 6 Mill. Mark jährlich, er erhalte über nur 2 Millionen. Mindestens- die Summe von 3 Mill. Mark müßte durch regelmäßige Beiträge festgelegt werden. Jetzt sei es dem Papst trotz aller Spar- amkeit nicht möglich, auszukommen. Der Antrag wurde hierauf unter stürmischen Hochrufen angenommen. Ferner wurde be- chlossen, anläßlich des Priesterjubiläums des Papstes, welches mm 18. September 1907 bis zum 18. September 1908 gegiert wird, in der ersten Maiwoche einen deutschenPilger- z n g nach Rom zu veranstalten, der dem P a p st einen außerordentlichen Peterspfennig überbringen soll. Alle Vorschläge des Referenten werden unter großem Jubel gebilligt. .
lieber den Bonifatiusverein, der für die
tung in Deutschland und Oesterreich tätig ist^sprach der Abg.


