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28.1.1907 Zweites Blatt
 
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Montag 2K Januar 1907

Zweites Blatt

157. Jahrgang

Nr. 28

Gießener Anzeiger

Lrlcheinl täglich mtt vu-nahme de» Sonntag».

General-Anzeiger für Oberheffen

Redaktion, Lxvedition unb Tnidcrtl: ®<6ul- straß« 7. Expedition und Verlag: Redaktion: S-SK IIS. Tel.-Adtt:AnzeigerGieb«n.

Rotationsdruck und Verlag der vr üb liehen Unioersttäl» - Buch- und Lteindruckerei. R. Lange, Lietzen.

LteGießener ZamlliendlLtter- werden dem ,9ln4fiflrr* viermal wöchentlich bergelegl, das Krtliblatt für kl Kreis Gietzea" zweimal wochenurch. Terhesflsche Landwirt" erscheint monatlich emmaL

Reichstage zu

Aufruf

Wähler,

von wie

de» alle

i) i n o n b unb Prinz

Teutschfozialen, io kommen sie doch der Ranöibatur Köhler zu Lute. Wer das Gegenteil behauptet, wer Wort- Zaubereien an dieser Tatsache begeht, der geht daraus hmauS,

Feiern in tzesien.

Gießen, 26. Januar.

Fllljcls KtbUllstag.

B erlin.

In Ludwigshafen hat das Zentrum für die Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Schart und dem Rationalliberalen Buhl Wahlenthaltung beschlossen! Bei Einhaltung dieser Wahlparole ist Er hart» Wahl sicher.

Berlin, 28. Jan. Der Vorstand der freisinnigen Vereinigung trat gestern vormittag im Archileklenhause zu einer Beratung zusammen. ES handelte sich darum, die Taktik feslzuslellen, die von der freisinnigen Bereinigung bei den Stichwahlen verfolgt werden soll. Nach längerer Debatte wurde eine Resolution angenommen, die zunächst den anderen beiden liberalen Parteien zugehen wird.

Köln, 28. Jan. Während in einzelnen rheinisch-west­fälischen Bezirken sich Bestrebungen geltend machen, die auf einen Zusammenschluß aller Ordnungsparteien gerichtet sind zwecks gegenseitiger Unterstützung bei den Stichwahlen, wendet sich die ultra montane Pro- oinzpresse in ihren Kaiser-GeburtStagSartlteln scharfen Worten gegen den Reichskanzler, dem sie vorwirft, daß ec in seiner politischen Kurzsichtigkeit auf schwankender Barke steuere. TaS AZolk habe dem verantwortlichen Leiter\ der Reichspolitik Unrecht gegeben. Fürst Bülow möge nnn- mehr die Konsequenzen ziehen.

Wilhelm Busch: Erstens kommt cS anders, man denkt!

Der .Vorwärts* veröffentlicht einen sozialdemokratischen PacteivorstandeS an die Kräfte oufjubieten, um die eroberten Sitze im

Ausland.

London, 26. Jan. Sir Ccunbell Bannermann wurde im Rathause zu Glasgow das Dokument eines Ehrenbür­gers dieser Stadl feierlich überreicht. Bei dieser Gelegenheit' hielt der Aabinettchef eine Ansprache über soziale Fragen, worin er u. a. ausiührte, daß die Bildung großer Städte den Ge­setzen der Natur - uwiderlaufe. Man müsse den Zu­zug der Bevölkerung zu den großen Städten zu hindern suchen. Er ersuchte alsdann die Gemeindeverwalt­ungen, soziale Berke unter Mitwirkung der Parlamente zu

. In einer Ansprache, die der neue Gesandte in Washington Bryee. un Unterhause hielt, erklärte dieser: *-v. T<.;.ehuiigest zwischen Deurja> land und England seien gut zu nennen und er stelle mit Vergnügen fest, daß sie sich täglich bessers«

Weihe der Geldzeichen; ...

zurück, wo Frühstückstasel stattfanb.

Leute nachmittag unternahm der Kaiser eine Ausfahrt tm Automobil nach i>:m Grünewald. Mit Dunkelwerden begann eine reiche Jll mination. l

Der ttaijec yune Anordnungen erteilt, daß ihm vom

die Wählermassen absichtlich zu täuschen.

Herr Köhler hat, rote unS erzählt wird, behauptet, er werde am 6. Februar die Liberalen schlagen, daß sie .die L ränke kriege n*. Schauerlich! Vielleicht aber erinnert sich am Abend jenefl Tages an daS schöne Sprüchlein

* * zweitens

vermehren. Für Stichwahlen zwischen gegnerischen Parteien lautet die strikt zu haltende Parole: Unter keinen Um« ständen dürfen Konservative, Reichspartei, Bund der Landwirte und Antisemiten eine sozialdemo­kratische Stimme bei den Stichwahlen erhalten.

Herr Jean Kirch sandte unS folgende Erklärung ,in eigener Sache*:

Ich habe mich seither zu den Auseinandersetzungen zwischen Ihrem Benchierslaiier und dem cmnsemitffcheu Herrn P< a r r «r in Qucckborn und tcmein Gesumuugsqcnossen 4,ürr fnu- jctuveigeud verhallen obwohl ich deren hatzliche und wüste R q m p < e 6 iv e i, e selbst muexlebt habe weil deren Verhallen dereus gebührend gekeuuzeichuet war. Nachdem aber nunucehr der Herr Piarrer es wagt, unter Berufung aut da- Pießgefe, und mit «einer Nameneunierschri'l in Ihi'em Blatt zu eiliüieu: ,Efl ist iimvahr, daß ich die Versammlung zu Lauter habe adstlmmen laßen und sie zum Autzlehen ermunierl habe,' so mutz ich doch, mn Ihren Herrn Berichierstauer zu uniertlügen und der Wahr- heil die Ehre zu geben, erklären, daß dessen Beucht wahr- h e i l S g e l r e u und nur den Talsachen entspcechend abge'atzl war! Herr Plärrer Schick und sein Hel'ersheUer Dörr, beide aus Lkned- born, sind und (vier wietzenern), nachdem sie Herrn VrvUgentiaedt in der mavloiesten und m mchl wiedeizugebender Weise angegriffen bauen, nach Lavier nachgczogen, haben daselbst sofort nach >H"M Eitilritt, mährend ich dereus am Reden war, durch lautH IHeben unb Lärmen d,e Beisammlnng qeslön und schließlich, al» sie hi«r- mil wenig üriolg hauen, durch ihr« tlulmunitiunfl bl« befdnu* Abstimniung herbeig.'uhril Ich kann mir nicht denken, da» Her, Lchick alS Piarrer ein so kurzes Gedächtnis babee sollte, da- ihm diese Tatsachen bereuS emschivunden sind! Unfl di« wir diesß unwürdige und empörende Handlungflivetse leider mit­erleben mutzten, werden sie all einzeln dastehend unvergeßlich bleiben I Lies zur Abwehr und Richtigstellung!

Ieanttirch

Stadtverordneter und Vorsitzender bei liberalen Wahlausschüsse»

Ale Aorlsehung des ZöayiLsMpIes.

Gießen, 28. Januar.

Dec Wahlausschuß der deuschsozialen Partei dcS Gießener Kreises, unterzeichnet Tr. Werner, schickt uns .eingeschrieben* eine mit äußerst krassen Ausdrücken fett ge- spickte .Erklärung* nut dem .dringenden Ersuchen*, sie fo- fort drucken zu lasten. Er überschrieb das Schriftstück oben, drein noch ,Berichtigung*. Run, waS die Herren in der ihnen eigenen Manier den Lesern des Gieß. Anz. auftischen wollen, ist nichts weniger als eine .Berichtigung", sondern eS ist vielmehr em mit untauglichen Mitteln unternommener Ver­such, die Wählermassen irre zu führen. Es wird behauptet, daß die Teulschsoztalen nut dec Zentrumsleitung weder schriftlich noch mündlich verhandelt hätten, daß sie nicht aus .Roms Lasten* unterstützt würden und daß der Bund der Landwirte den Deutschsozialeii nicht Geldmittel zugewandt habe, sondern daß sie ihre Wahlunkosten selbst aufbrachten. Die Herren sehen also, daß sie trotz dem von Unverschämtheiten wimmelnden Schreiben an unS, größtes Entgegenkommen bei unS finden, indem wir das scheinbar Tatsächliche daraus hier zumBesten geben; denn daß diesesLchrffl- slück den preßgesctzlichen Vorschriften geradezu Hohn spricht, sollte eigentlich Herr Dr. Werner wlsten. Den Behauptungen des Schreibens aber wird trotz oller Versicherung niemand Glauben schenken. In 'Abrede sogar stellen zu wollen, die Kandidatur eines Mitgliedes deS Bundes der Landwirte wurde von diesem nicht durch Geldmittel unterstützt, ist aber doch der Gipfel des Absurden! Herr Köhler ist doch Mitglied des B. d. L., wurde al,o von diesem mtt allen Kräften hochgebrocht ; er ist der Kandidat des Zentrums, und das Zentrum laßt -ich niemals lumpen, wenn es etwas erreichen will; fließen diese Gelder vielleicht nicht auch in di« Parteikaste der

Geburtstag tünnen wir nur einen Teil wiedergeben:

y. Steinbach, 27. Ian. Der hiesige Kriegerverein feierte am Samstag abend imGasthaus zum Einhorn" Kaisers Geburtstag. Präsident Keßler hielt eine echt pairwtiiche Ansprache uno brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Daun folgten Theaterstücke mit Szenen aus dem Sold.itenleben. Der »auptmann -wn Köpenick" durste natürlich Nicht fch.en. Zum Lchlutz wurden noch einige lebende Buder gestellt. Die Einübung der Theaterstücke hatte Leiter Nanz übernommen.

ch. Laubach, 27. ^an. Im festlich gefwrnuckten Saale beging gestern DurmüUg das Gl) mna, rum ffr.der.cianum eine Borieier van Kaisers GevurtSiest. Besonderen ttindruck machte der vom Kaiser tamponierte EhorSang an Aegir", der unter jtiODieroeguitung eines Schulers fchnerd.g zur (Leitung kam. ^ie Festrede hieil Socrlehrer Sandmann. Er fprach über die Ent. Wicklung unserer itulonie in Süd.vesta,riko. Mit der Kauer, hpurne fchlotz Die yeter, der auch Graf üvithelm von S.-L.,, der ckibgras und dessen Brud.r beuvohrtten, bei der jedoch die ftäDL Behörden nicht vertreten waren.

sd. D a r m st a d t, 27. Jan. Die K a i s e r g e b u r t S t a g S- feier spielte sich in der vorgesehenen Weise ab. Am SamSlag sand Zapsenstreia) tenb am Somitag jrubreocülc statt, wobei Die Musittapellen beidemal vor das Palais des preuß. Gesandten v. Rücker-Jünisch zogen und em Stündchen brachten. In den versu-iedenkii Klicken fanben Miiilargoitcsoienste statt, denen sich um 12 llhr die große Parade aus dem Marieitplatz anschloß. Divisionskommandeur Genera^leuttiant v. S t r a n tz nahm bic von Generalmajor v. Nieoer tommanbierte Parade ab und brachte das Hoch auf den Kaiser auS. Eine aus dem Exerzierplatz stehende Batterie feuerte 101 Salutschüsse ab. ES folgte bann Parademarsch und Paroleausgabe.

Q Marburg, 27. tzan. In üblicher Weise fand heute zur Feier des Geburtstages unseres Laijers in der Umoersuäi ein Festakt statt. Der Wationalöronoin Prof. Troeltsch hielt emen Vortrag über ,TaS Problem dec Arbeitslosigkeit.* Die im vorigen Jahre gestellten Aufgaben haben folgende Stu- üierende m befriedigender Weise gelöst: ßlüd. math. Barten- nein auS Eisfeld, stud. phil. W. Herbst aus Hahn, sind, püil. R. Hartmann auS Riga, sind. jur. R. Heim aus Kaltensundheim, stud. jur. Hilfrich aus Lindenhalzhausen, stud. bist. Prenzel aus Stendal und stud. med. F. Dose. Tie von Prof. Bict verfaßte Festschrift enthalt em Namens- Verzeichnis Vlarburger Studenten aus den Jahren von 1700 bis 1720.

Paris, 27. Jan. LluS Anlaß deS Geburtstages deS deut­schen Kaisers wurde in der deutschen Ehristuskirche ein FestgotteS- aogehalien. Am Abeird veranstaltete die deutsche Kolonie im Hotel Continental unter dem Vorsitz des Fürsten Radolm ein Festessen. Der Kaiser übersandte dein Fürsten Radolin eine pracht­volle Äronzenachbickrung eines RetterstandbüdeS Kaiser Friedrichs.

Petersburg, 28. Jan. Beim Zaren fand gestern abend anläßlich des Geburtstages deS deutschen Kaisers Galatasel statt. Der Zar, der die Uniform seines preußisck-en Gardegrena- bierregimentS trug, brachte folgenden Toast aus:Ich trinke auf die Gesundheit S. aitaj. des Kaisers Wilhelm, meines treuen Bruders und treuen Freundes 7' hierauf trank der Zar dem deutschen Botsck-after zu.

Reichsamt des Innern auf schnellstem Wege die Wahl» rejuitaie mitgeteilt werden. BiS Samstag gegen wiitternachl wurden die emgelaufenen Resultate dem Kaiser direkt nach Isiinem Zinmier im Schloß telephoniert. Tie^ später an­kommenden Resultate verlangte der Kaiser biS Sonntag früh 6 Uhr, wo die Liste nut dem Frühstück präsentiert wurde. Der Kaiser hat ausdrücklich gewünscht, daß er SaiuStag so­fort auf das genaueste von dem Ausfall der Wahlen in- sicmert werde. In früher "Morgenstunde fuhr der Kaiser gestern denn Reichskanzler vor und konferierte nut ihm längere Zeit. Im Laufe des BornuttagS begab er sich abermals znm Fürsten Bülow nach des,en PalaiS, um dieses erst gegen Mttlag anscheinend in bester Laune zu verlassen.

Amnestie In Preuhea.

Der preuß.Staatfluuz." Dcrbnenuityi in einer SonderauS- geb« zu Kaiser- (ikburtMafl folgenden kaiserlichen Erlaß an den pccuß. Acucisiecprufidei.ten unb den Justizminciter:

Es enstprickst meinem Wumche, dag wegen Maiestäts- Beleidigung eine» Mitgliedes meine- ÖnigL Hau nur solch« ^tnoucn eure Sttuie erleiden, weich« sich jrner Bcrgeh.n m 11 P, rdeda cht und in böser Abs icht, unb nidn biotz aufl Uirver stand, aus linde wn mm Heck, aus Uebeteilung oder sonst obne bösen Willen schuldig gemadM Haden. Ich öeaustrage d^her Sre unb den Justizminister, mir, solange nicht bufl Geicv eine entsprechende Ein,chrankung der Strafbar- kett enthalt, forttaufend von Amtswegen über alle nach dem Angeführten berücksichtigenswerten Bcrurtcllungen behufs meinet Entschließung über die Ausübung deS Begnadigungs» rechts zu bendrten. Berlin, 27. Januar. Wllhelm. Fürst v. Bulow. Beseler." , r . t .

Eine Sonderausgabe desReichsanzeigers bringt zahllofc

Die Feier bei Geburtstages des Kaisers wurde emgcUitet nut großem Wecken. Die Stadt zeigt reichen Flaggenschmuck. Ter Raiicr nahm zuerst die Glückwünsche der kaiferlichen tramtlic entgegen; hierauf empfing er die Gratulationen der Damen unb betten deS engeren vo>e- und deS Hauptquartiers, sodann die Prinzen und Pcinzessinnen des königlichen HauseS und die^aller- tzöchsien und höchsten Gäste. Dem Gottesdienst in der Schloß- kapeile wohnten auch der König von Sachsen, der König von Württemberg, daS hessische Groß Herzogs, paar, sowie über fünfzig deutsche Fürsten und Fürftinnen, Prinzen und Prinzessinnen bei. Bon der Kapelle begaben sie sich nach dem weißen Saale zur Cmic. Nach der Cour nahm der Kaiser die Gtuckwumche des StaatSmintsteciurns entgegen. Um 12V« Uhr begab sich der Kaiser zum Zeughaus zur Nagelung und ~ " Um IV» kehrte der Kaiser zum Echlov

Hier fanden zunächst am Samstag Schulfeiern statt. So wurde z. B. im Realgymnasium und in der Lberrcal- schule dec Tag durch Borträge deS Schülerchors gefeiert und Profesior Dittmar hielt eine Festansprache.

Am Abend begingen die Kciegeroereme den ttag durch besondere Festfeiern, während unser Regiment mit einem großen Zapfenstreich das Geburtsfest seines Kaiserlichen Chefs tinkitete. Äm eigentlichen Festtage folgte großes Wecken, woran sich Festgottesdienst in der evangelischen Stadt- und m der katholischen Kirche schloffen. Zu der Parade, die um i/,12 Uhr auf Oswalds Garten siattfand, hatten sich auch die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden (u. a. Geheunerat Provinzialdlrektor Dr. Breldert und ttber- bürgermeister Alecum) eingefunden. Dberft v. Linbenau hielt mit weithin schallender Stimme eine längere patriotische Ansprache, die mit einem dreifachen Hurra auf den Kasier schloß. Es folgte Parademarsch in Zügen nnd Parolemustk. Am nachmittag und abend folgten die Feiern der einzelnen Mannschaften. rr ,

Im GesellschaftShauS vereinigten sich zahlreiche Beamte, Offiziere und Bürger zu einem Festessen. Der Prorektor Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaghel brachte mit folgenden Worten den Trinkspruch auf Se. ä)L den Kaffer aus:

Hochansehnlrck.e Feswer^ammlung - Wir fielentu lwrrn- bewegter Zeit, fcoä branden die Wogen um bafl ichwarze Finsternis lastet auf dem Fahrzeug.^ Aber umere ceeie roeiß nichts von Soraen, denn das «tfjn. Ut mit eijetuen Äiammem gefügt: ein Sunmexmann ohne Gttrcyen oai

eS gebaut, und vor allem: der es iührt, er ist ein M e i st e r Steuermann. Mit mächtiger Sand greift er in die ---reichen des Rades, gehärtet, gestählt durch strenge Arbeit im opfcrvol.en Dienste des herrschen Fakrzeuges. Und mil Hellen Bugen butd> bringt er die Finsternis, unerschütterlich aufschauend »u den hoh«n Sternen; wir wu en, durch alles Unwetter, durch Untiefen uno Riffe wird er uns h.id^cch leuen zum unteren Hasen, und wenn et in weiter Ferne tage jenfeitB de- Weltmeeres. Freilich, der Dienst auf Schiff ist ein 'Hurter Dienst. ES heißt das Schiff blank hatten biS in5 kleinste, eS gilt, wenn bet Sturm kommt, die Zähne zusammen zu beißen, die Krait anAufpannen bis jum Letzten, abzutun jeden Sonderivillen, tuß alle Mann an Bord mit dem Führer zusammenwachsen zu einem Willen. Tief durchdrungen von d?m Crnfie solcher Forde, rung schauen wir heute a"s zu dein erlauchten Führer be# Schiffe-, daS den NamenDeutichland" im Sterne zeigt. In solcher Gejinnung jubeln wir heute unferm Kaffer zu, in solcher Ge- jinnuna bitte ich Sie mit mir tzu rufen: s. M. der Äaifer, unser Kaiser Wiihrlm II., er lebe huch, hoch, hoch!"

Aus der Fülle der uns von 9iat) und Fern zugegangenen Korrespondenzen über Feierlichkeiten aus Anlaß von KaijerS

Auszeichnungen

<ni8 Anlaß des Geburtstags des StonigS: Die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse dem Bankier v. S ch r ö d e r m London: der Rott Adlerorden erster Klaffe mit Eichenlaub den Ministern v. B e thm a n n-V o llw eg , Delbrück und Be- sei er: der Role Adlewrden erster Stiafic dem Oberhonnarichall QJtaun Eulenburg auf Prassen; der »lern zum Roten Adrer- orben zweiter Krasse Eichenlaub dem Alinister der öffentlichen Arbeiten B r e i t e n b a ch: der Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit der löniglichen Krone dem Generardirettor der vam. burg-Amerila-Linie, B a l l i n-Hamburg: der Rote Adlerorden »weiter Klaffe mit dem Stern dem Minister der llandwirlfchaft, p A r n i in , und dem stellvertt. zlvlonialdireltor D e r n d u r g; der 9l»te Adlerorden zweücr Klasse mit Eichenlaub dem Bize- Dbcrflallmeiiier Freiherrn von dem Knesebeck, dem BerlagLbuch- Händler August ch e r l»Berlin: der Rote Adlerorden zweiter klaffe dem Geh. Medizinalrat Proseffor v. R e n v e r S-Berlin; dec Kronenordenzweiter Klasse dem Pwsessor BuLley-Ber^m: dem Tirelwr der Königlichen Schauspiels B ar na i) . Berlin; der Eharatter als wirtlicher Geheimrat mit dem Pradttat Ex­zellenz dem MmisterialdireLtor im Äkinisterlum für geistliche, Unterrichts- unb Medizinal-Angelegenheiten, A l tch.off f; der Schwarze Adler orden: dem Freche mm d. Goltz, kom- mand. General des ersten Armeekorps; dem staats,ekrerar des ReichsmarineamtS v. Tirpitz.

Eine Sonderausgabe desMllitärwochenblattes' bringt u. a. folgende Ernennungen, Beförderungen und Versitzungen usw. im aktiven Heere: Zu G e n e r a l l e u t n a n t S befördert wurden der Aroßherzog von Sachsen und der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, sowie der Herzog von An- halt. Der Charakter als Generalleutnants wurde ver- liehen: Erbprinz Reuß j. L., Herzog Friedrich Fer- von Schleswig - Holstcin-Sonderburg-GluckSburg Adolf von Schaumburg-Livpe.

Deutsches Reich.

DerReichsanz." oerösfentticht die am 16. Febrmw Ä «rast tretende Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 24 San. betreffend die Gebühren für die Untersuchung deS urS Zoll­inland eingehenden Fleisches, wonach,die Gebühren biS avck weiteres wie folgt festgesetzt werden: bet frischem irieif 0) L je ein Stü Rindvieh ausf'chckließlich Kälber oder Renntiest 160 Mk., Kalb 0.50 Mk., Schwein oder Wildschwein 0.60 Mk., (Sr&aT aber Bicae 0.40 Mk., Pferd oder ein andere» ttier deS Emhufer-Geschlechts, Efel, Mautner, Maulesel 6.00 Mk.: bet :uber etetem Fleisch, ausgenommen Fett und Därme, für -des iKIogramm 0.005, Speck sedes Kilogramm 0 01, sonsiigeS zuberettetes Fleisch jedes Oililagramm Ost) 2Mark. Die Im Para­graphen 4 Avfan 1 Nummer 1 der Bekanntmachung vom 12. August 1902 feugefetzte Gebühr für die. Untersuchung emes g anq zeit Swchemes ober Wildfchiveines wifch auf 0.75 Mk., die m, Paragraphen 4 Absatz 1 Satz 1 iestgeietzte Gebühr sür die che­mische llntersuchung des zuberetteten Fetts, einfchlietzlich der Bor­prüfung auf 0.005 Mk. für jedes Kilogramm einer gleichattigen Sendung herabgesetzt.