wir
Gefängnis erkrankt, heute früh, folgende Draht-
Llußerdem . erhielten nachrichten:
Paris, 28. Juni, nacht in das Zeltlager deL
Abgeordneten und Senatoren gemeinsamen Manifest ihre werden.
Marcellin Albert ist im
Der WinzerLrieg in Krankreich.
Die Deputierten Blanc und Paströ haben den Antrag
Mandate niederlegen
Unbekannte Uebeltäter drangen heute 10 4. Infanterie-Regiments raubten alle dem Obersten gehörige
Wer Ps-rdtkch
in Chalons-jur-Alame und------
Effekten. Die ebenfalls gestohlene Amtskane, die allen
Oesfmingsverjuchen widerstand, wurde in einem nahen Wald auf-
dein russischen Grcnzorl Ra^.willow und plünderten een iut Gasthause wohnenden Getreidehändl'r Cünoch aus. Dre Stola ten ocm .chtigten sich des gesamten Bargeld.^ und der W> -. achen und wollten sich entfernen, fernen aber noch einmal zurtick, lchchsen Enwchund dessen Frau nieder und nerwundeten Enochs idimer. Ter Schrviegerloditer Einochs wurden beide H-mde a'oge- mnutien. Ein zwölsiähi.gcr Knabe wurde Icbcnogcfäfnlid) d<i> letzt. Zuletzt wurde das Gasthaus in Brand gesteckt. Die Molaren wollten dann über die Grenze flüchten, aber zwei von ihnen wurden auf üüerreichl chem Gebiet von Gendarmen feit 30 nommcn.
auf Versetzung Clemenceaus in den Anklagezustand zurückgezogen. Dagegen erhält sich das Gerücht, daß die aus dem Süden in einem
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Neues aus Nutzland.
Petersburg, 27. Zum. Ter Gehilfe des Ministers für Ackerbau und Landwirtschaft, N i! iti, ist dem Gericht überliefert wegen betrügerischerLperatio ne n zum Nlcchf- teil der Regierung bei der Ausnutzung der enorm großen Strom- Wälder, die an der Petschro geleaen sind. Es handelt sich um Mülionen von Rubel. Tas Untersuchungsmaterial i)t dem Senat übergeben worden. . . ..
Zn Krasnojarsk wurde das M i l i tar g e fa n g n i s von einer Anzahl Revolutionäre beschossen, die sich in den benachbarten Häusern postiert hatten. Tas Lchietzeii dauerte uiu gesähr eine Stunde. Ein Troichkenkutscher rourbe gewter. Die Polizei verhaftete mehrere Personen, darunter einen Offizier, welcher an dem Schießen teilgenommen hatte.
Zu Warschau überraschte und verhaftete die 'Polizei eine Ber sa m r.t l u n g von 20 So ; ia l d e m o lr a te n , wobei ihr wichtige Schriftstücke in die Hände sielen. .
Uus Brodv in Galizien wird gemeldet: Nachts überfielen 1 4 Kosaken ein Gasthaus an der Landstraße bei
lichen Russen Karfunkelstein alias Werner Tafa, und Weidt ist jetzt ein Verfahren wegen Organisation einer Geheimgruppe' russischer Anarchisten in Deutschland eröffnet worden. Es steyt fest, baß Karfunkelstein, der als Vertreter der russischen Anarchisten dem Anarchistenkongreß in Mannheim oeiwohnte, von dem Stud. tcchn. Thisch in Köthen die Papiere der dortigen Geheim gruppe übernommen hatte, als Thisch in Ferien ging. Diese Papiere wurden bei Weidt in der Redaktion des „Anarchist" deponiert, wo sie von Beamten der Polizei beschlagnahmt worden sind. Bei der Körperlichen Untersuchung Karfunkelsteins fand man im Futter der Pelzmütze Empfehlungsschreiben aller revolutionären Komitees, in denen er als einer der tüchtigsten Agitatoren den „Brüdern" empfohlen wird. — Von einer Schließung der Lesehallen ist vorläufig abgesehen worden.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrates ist über den Entwurf einer Novelle zum Viehseuchengesetz und über die Vorlage betreffend Aeuderung der Vorschrifleu über den Verkehr mit Gelxninmitteln Beschluß gefaßt worden.
Kiel, 27. Zuni. Der Kaisie r hat heute japanische Offiziere dekoriert. Die japan Kapelle konzertierte heute i:n Konzertgarten Tüsternbrvog. Ter Kaiser empfing den Prof. Richards von der Harvard-Universität, den Professor Paczkowski, den Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg, die Minister v. M o l t k e und Dr. Holle.
Dortmund, 26. Zuni. Die für September angeordnete Versetzung von abermals 51 Lehrern aus der Provinz Westfalen nach der Ostmark ist durch eine den Betreffenden gestern zugestellte Verfügung aufgehoben. Gründe für die Zurückziehung der Verfetzungsordre werden in den amtlichen Bescheiden nicht angegeben. , , ,
Badenweiler, 27 Jmn. Auf der hier abgehaltenen Versammlung der suddeutschen Metall-Berufsgenossenscoaft hat der Präsident des Reichsversicherungsamts Dr. Kaufmann folgende Ansprache gehalten: „Die durch die denkwürdige Bot- chaft Kaiser Wilhelms I. angekündigt- und bezüglich der Kranken-, Unfall-, Znvaliditats- und Altersversicherung schon seit Zähren durchgeführte soziattolitticyc Gesetzgebung brachte dem d.utschen Arbeiter große Segnungen., .lct Schlußstein dieser Gesetzgebung, die Witwen- und W aisen- versicherung, dürste in nicht zu ferner Zukunft devi von feinem anderen Staat erreichten Fürsorgewerk die Krone aussetzen. Die erfolgreiche, humane Durchführung der Gesetze scr ein Verdienst der Vers icherungsträger und des Reichsvernche- rungsamtes. Ihn selbst freue es, sich an diesem großartigen Werke an führender Stelle betätigen zu können. Er liebe eine offene AuSiprache, alles Bureaukra^sche fei ihm fremd, er jet Freund einer raschen Initiative. Er hoffe, hierbei die Unterstützung der Dcrnfsgenossenschaften zu finden.
Ausland. 11
Kopenhagen, 27. Zuni. Nach einer Meldung des „Echo । de Parts" verlautet hier gerüchtweise, daß Prinz Adalbert, । der dritte Sohn des deutschen Kaiserpaares, sich mit der Prin- । zessinThyra, einer Tochter des Königs Friedrich von Dane- ( mark, verlobt habe. Prinzessin Thyra steht im 28. Lebensjahre, während Prinz Adalbert am 14. erst das 23. vollendete.
London, 27. Junc. Unterhaus. Im Lause der Besprechung des Budgets des Handelsamts bezeichnet der Präsident , des Handelsamts, Lloyd George, die H an d el s a uss i ch t en als gut Er sehe gegenwärtig kein Anzeichen für irgend em Abflauen im Handel. England habe Grund, sich zu dem ^gedeihlichen Stande Deutschlands und der Vereinigten Staaten Gluck zu wünschen: denn m den ersten fünf Monaten des Jahres 1907 habe Englands Ausfuhr nach Deutschland gegen das Jalw 1906 um 4 Millionen Pfund Sterling zugenommen. Auch die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten habe zugenommen und ttvar um 3 Millionen Pfund Sterling.
Paris, 27. Juni. -Ute Korrespondenten des „Figaro und des „Gaulois", die an der Kiel e r W o ch c teilgenommen haben, berichten übereinstimmend, daß Kaiser Wilhelm die anläßlich der Regatten nach Kiel gekommenen Franzosenuber- auä liebenswürdig em of engen habe und sie rn zuvorkommender Weise mit zartfühleiiden Ausinerksamketten überoauTt Hobe. Kaiser Wilhelm äußere sich bei jeder sich bretenoen Gelegen- D2it dahin, daß er lebhaft eine Annäherung mit Frank reich wünsche. .
Rom, 27. Juni. In der heutigen Kammersitzung, steht die Angelegenheit Nasi zur Verhandlung. Nasi betritt die Kammer das erste Mal seit seiner Flucht. Er nimmt, ichem- bar tie' bewegt, seinen Platz ein und wird von einer groben Anzahl Deputierter, seinen Freunden, begrüßt. Nam nimmt das Wort. Er weist zunächst eine Reihe oer gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück und erklärt, er sei ^luctlith, vor einen Gerichtshof zu kommen, vor bcin er feine e^ulolougteit erroeum könne Redner wendet sich in seinen Ausführungen gegen einige Behörden, die er der Parteilichkeit gegen ihn beschuldigt. Er im sicher, vom Senate scsigesptochen zu werven. Tas Haus hort die Rede Nasis, der etwa dreiviertel ^amben ipricht, unter tiefem Schioeigen an. Sann verläßt Nasi den Saal. Tas Haus nimmt hierauf einstimmig einen Antrag an, nach dem gemäß dem Vorschlag der Kommission, die Angelegei ,_tt Nutt an den als Oberstaaisgerichtshof fonfiit’-ierten,Senr•_ Dcar.fi en und beschlossen wird, am ^amstag drei Kommsisare zu ernennen, die die Airllage zu vertreten hoben.
•• Maßnahmen gegen die Maul- und Klauen-' suche. Die „Darmst. Ztg.* schreibt: Nachdem die Maul- und Klauenseuche in den von ihr ergriffenen Orten der benachbarten Bundesstaaten Bayern, Württemberg, Badesi und Elsaß-Lothringen in ihrer Verbreitung in letzter Zeit im allgemeinen abgenommen hat, namentlich aber nicht in bent Großherzogtum näher liegende Orte verschleppt worden ist,, hat das Großh. Ministerium des Innern den RtciSäintern, mit Ausnahme der von Bensheim, Heppenheim und Worms, anheimgegeben, soweit nicht besondere Grunde dagegen j sprechen, und msbes. nicht erneute Ausbrüche der Seuche bie: Aufrechterhaltung oder gar Verschärfung der jetzt bestehenden. Anordnungen erforderlich erscheinen lasten, den Handel mit. Klauenvieh irn Umherziehen vom 1. Juli l. Js., wieder freizu geben, sowie auch bie zurzeit n o ch. verbotenen Viehmärkte wieder abhalren zu lassens Fortzu besteh en hat jedoch bis auf weiteres noch die' Quarantänemaßregel (Amtsbl. Nr. 9 vom 3. Juli 1897, § 6) für alle Klauentiere, die aus den oben genannten, zurzeit noch als verseucht geltenden Ländern in das Großherzogtum eingeführt werden. Diese Maßregel ist besonders i auch bei den auf Viehmärkten zuzulastenden Tieren in Anwendung zu bringen, und zwar in der Weife, daß alle uoiv außerhalb des Großherzogtums kommenden Klauentiere, von' denen nicht glaubwürdig nachgewiesen wird, daß sie nichts au§ verseuchten Ländern flammen, nicht eher auf den Lich-f markt zuzulassen sind, bis sie die vorgeschrieben'e Quarantänezeit in serichenfreiem Zustande durchgemacht haben. Für bie oben genannten drei Kreise wurde die Auftechterhaltung des Verbots des Handels mit Klauenvieh im Umherziehen noch für notwendig erachtet, da der benachbarte badische Kreis Mannheim noch bis vor kurzem verseucht war und die Nähe des Mannheimer Marktes die erwähnte Maßnahme erforderlich erscheinen ließ. .
•* Vom Stadttheater. Da§ Jntereste an unserem neuen Theater wächst auch in den benachbarten Städten Marburg, Wetzlar, Weilburg, Bad Nauheim und Friedberg , immer mehr. Tas allgemeine Gespräch über die glanzvollen - Eröffnungsfeierlichkeiten ist an der Tagesordnung. Eine solche ! Art von Werbung für unsere neueste städtische Einrichtung 1 durfte befruchtend wirken. Auch ist es in diesem Sinne zu begrüßen, daß es den am 6. und 7. Juli anläßlich des 10jährigen Stiftungsfestes des Technischen Vereins Gießen I hier weilenden Vereinigungen unserer Nachbarstädte ermöglicht ist, bie Besichtigung unseres Theater-NeubaueS vor- ziinehmen. Die Führung hat Oberbürgermeister Mecum übernommen.
** H a s e n sch a d e n. Zu der gestrigen Mitteilung über , den übermäßigen Hasenschaoen in den Feldern am Rudere.- Haus werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß zurz?'. Schonzeit ist. Ter Jagovachter ist also zurzeit Nicht i ber Lage, Abhilfe zu schaffen.
** Landesbypothekenbank. Ter Beamte ber Landeshypothetenvant Wilh. Rühl aus Bsibrich und . . Gerichtsschreibergehilfe Jos. Sturm aus a'r f.:.i .r.-. s Bingen^ wurden zu Bantassistenten bei ber
Aus StaOt nnd Land.
Abdruck unserer durch Korrespondcuzzeichcn kenntlich gc- macttc» Orginalarttlel ist nur unter gcuaner Quellcnaugabe (Gieß. Anz.) gestattet.
Gießen, ben 28. Juni.
** Das Großherzogspaar in England. II. KK. HH. der Großherzog und bie Großherzogin besuchten am Sonntag, 23. d. M., mit ben Majestäten den Gottes- öienst in Windsor und fuhren naa) der Frühstücks täfel, mit dem König unb ber Königin spazieren. Abends fand! Familien täfel statt, zu welcher auch Prinzessin Gyn- lian zu Schleswig-Holstein mit ihrer Tochter Prinzessin Viktoria geladen waren? Am Montag vormittag fuhren die Majestäten mit Ihren Königlichen Hoheiten im Auto nach London. Abends speiste das Großherzogspaar beim Prinzen und Prinzessin von Wales, fuhren von dort in das Lyrik-Theater uno besuchten dann den Ball beim russ. j Botschafter Grafen Benckcndorf, zu dem auch das Königs-.' paar und unter anderen Fürstlich keinen die .Herzogin von Koburg mit Prinzessin Beatrice, die Großfürsten Boris und Michael von Rußland erschienen waren. Am Mittwoch, den 26., fuhren die Majestäten mit ihren Gästen uaa? Lincoln zur Eröffnung der dortigen landwirtichafttichen Ausstellung. Am 28. d. M. findet voraussichtlich Truppen- paraoe statt.
♦* Ordensverleihung. S. K. H. der Groß- Herzog haben dem Ortsgerichtsmann Adam König in' Annelsbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift» „Für langjährige treue Dienste" verliehen.
•* Höhere Mädchenschule. Eltern, deren Töchter! bie Höh. Mädchenschule besuchen, werden darauf aufmerksam^ gemacht, daß die als Einlaßkarten zur EinweihuugSfeier bc5, Neubaues ausgegebene Festordnung nur jur eine Person gilt.
Iie heutige Wurnmer umfaßt 12 Seiten.
Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Vierteljahr. Unsere Leser werden gebeten, im Interesse einer gesicherten unb ordnungsmäßigen Zustellung bas Abonnement auf den Gießener Anzeiger umgehend zu erneuern.
Der Gießener Anzeiger ist bekanntlich in Oberhessen die einzige größere Provinzzeiiung. In seiner politischen Haltung selbständig unb von keiner Partei abhängig, tritt er für die Zusammenschlietzung aller liberalen Elemente in Stabi und Land ein.
Sorgfältig registriert und bearbeitet er alle bemerkenswerten Ereignisse nicht nur Gießens unb Oberhessens, sondern des ganzen Großherzogtums. Das politische Leben Hessens, des Reiches, der Welt spiegelt sich in seinen Spalten. Nicht ^Sensation, Popularitätshascherei unb Schlagwortpolitik, sondern Objektivität und Zuverlässigkeit im großen wie im kleinen bilden die Richtschnur, an der der Gießener Anzeiger seine Leser durch bas Labyrinth des öffentlichen Lebens zu führen sich bestrebt.
Die bevorstehende 300jährige Jubelfeier der hessischenLanbesuniversitüt wirb unserem öffentlichen Leden in den nächsten Monaten ihren Stempel aufbrücken. Die Leser des Gießener Anzeigers nah und fern werben ein vollkommenes Dilb von ben mannigfachen Feierlichkeiten erhalten. Es ist eine umfassenbe Organisation geschaffen worben für eine vollkommen eingehende Berichterstattung über bas Fest, wie aller in mehr ober minber engerem Zusammenhang damit stehenden Vorkommnisse, vornehmlich ber Eröffnung des neuen Gießener Stabttheaters.
Ein Wonnement auf den Gießener Anzeiger für die nächsten Monate empsiehlt sich also auch über unsere Heimat- provmz hinaus.
Inserate finden im Gießener Anzeiger die größte Beachtung unb Verbreitung.
9h?. 149 Erstes Blatt 157. Jahrgang Freitag 28. Jnni 1907
SB General-Anzeiger für Oberhessen ZWZ
^Vnzeizi-r Hotationsörud und Verlag der vrühl'jchen Univ.-Vuch- und Zleindruckerei. H. Lange. Heöaftioi, Expedition und Druckerei: Zchulstratze r. ^eigenteitt Ha^s
dem Hause süidai Lauern schäsligung bei guiem Lohn. lö. Mert, Markwlay 2.
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! fccltaerlebtliug gesucht hl. Wertungen unter W61U iegener Änzcher erbeten.
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gefunden. ,
Paris, 28. Juni. Der Ministerpräiident Clemenceau sagte in einer Unterredung mit einem Journalisten, daß sich die La g e im südlichen Frankreich erheblich gebessert habe. Er hoffe, daß eS binnen kurzem möglich sein werde, die gruppen zurückzuziehen. ____________________
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Juni. Einem Mitglieds des Verbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie irr Hamburg hat der Reichskanzler Fürst Bulow folgendes Schreiben zugehen lassen:
„Euer Hochwohlgeboren danke ich ergebenst fuv die gefällige Mitteilung von der Begründung des Hamburgischen Verbandes zur Bekämpsimg der Sozialdemokratie. Ich stehe allen Bestrebungen sympathisch gegenüber, die darauf htnzielcn, m der deutschen Bevölkerung das Gefühl der Liebe zu Kauer und Reich 5u erhalten, ihr Verständnis für die wirtschaftlichen Grundlagen unseres Erwerbslebens zu fordern, den Frieden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu wahren und anti» nationale und revolutionäre Bestrebungen zu belämpfen."
— Dem Grafen Posaoowsty soll, nach der „ftoln. Bolksztg.", bei seinem Rücktritt ein anderes Hobes Staatsamt an geboten worden sein; er habe dies aber sowie weitere Auszeichnungen mit der Erklärung, day er als ein freier Mann aus feinem ictzigen Amt scheiden wolle, ab gelehnt. Daß Graf Posadowsky aber nicht völlig aus der Politik scheiden will, ergibt sich aus einer Notiz ber „Köln. Ztg.", die besagt, daß der bisherige Staatssekretär nicht abgeneigt ist, in Zukunft einmal em Reichs- tagsmandat anzunehmen.
— Den Morgendlättem zufolge hat iLtaalsminister Graf von Posadowsky bei seinem Ausscheiden aus dem Reichs- und Staatsdienst vom Kaiser dessen M a r m o r - Hüfte mit einem sehr gnädigen Handschreiben erhalten. . , , .. ,
— Die vor einigen Wochen erfolgte Haussuchung in den beiden hiesigen russischen Lesehallen haben jetzt weitere überraschende Maßnahmen zur Folge. Es hat sich bei der Prüfung der vorgefundenen Papiere entgegen dem von den Lesehallen betonten Standpunkt zweifellos ergeben, daß diese Lesehallen nur der Deckmantel für die hier bestehende geheime Gruppe der russischen sozialen Arbeiterpartei waren. Das Resultat ber polizeilichen Untersuchung ist die bevorstehende Ausweisung von sieben Vertrauensleuten beiderlei Geschlechts. Es ist beantragt worden, daß diejenigen russischen Studenten, die einer dieser Lesehallen als Mitglied angehörten, von der llniversilät relegiert werden.
die seit zwei Monaten in Untersuchungshaft befind-


