Handel
des
97.301 Elektriz. Lahmeyer .
. 183.00
4 uzO Uesterr. Goldrente
115.80
Februar. Anfaugskuree.
mittel der Japaner.
Fünfzig Fabre deuljchei Schrffiahrl. Von
W. Hochstetler.
Tie baukün|iterische Erziehung des ^ubltfums.
3170
146.20
144.50
95.50
99.80
100.10
95.7U
85.1)5
97.30
85.95
69.30
70.10
91.00
92.50
96.00
145.4-
51 50
87.40
66.80
97.60
Harpener Bergwerk i.aurabütte ..umbarden E. B. Nurdd. Lloyd . . 1 uiKenluse .
116.00
245.40
209.60
149.00
217.^0
242.00 128.50 116.80
170.00 136.80
242.10
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183.60
156.20
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Reichsanleihe do.
Konsols do.
Hessen Oberhessen
4/4°/» russ.Staatsanl. 190s 41s" 0 Japan, btaatsanleibe 4 “6 Conv. Türken von 1903 Türkenluse ... . •
1% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 31exiaaner - . 4>av/0 Chinesen . . .
Aktien:
Gicßeucr Strafkammer.
)( Gießen, 22. Februar 1907. Zurückgezogene Berufung.
Durch das Schöffengericht wurde der Taglöhner H. Sch. aus Schotten wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Er hat einem Kameraden, mit dem er in einer Wirtschaft in Differenzen geraten war, auf dem Heimweg aufgelauert und ihn mißhandelt, wobei sein Schirm in Stücke ging. Er focht das Urteil an und die Staatsanwaltschaft schloß sich der Berufung an. Vor der Strafkammer stiegen ihm doch Bedenken auf, daß s.ine Strafe angesichts seiner vielen Vorstrafen erhöht werden könnte, weshalb er vorzog, seine Berufung zurückzunehmen, welchem Beispiel auch die Staatsanwaltschaft folgte.
Die Scheu vor dem Arbeitshaus.
Der Hausdiener K. P. aus Kottbus wurde zu Friedberg bettelnd betroffen, was für ihn eine Haftstrafe von drei Wochen zur Folge hatte, nach deren Verbüßung er der Landespolizeibehörde behufs Ucberführung in das Arbeitshaus überwiesen werden sollte, da er festgestelltermaßen nur vom Vetteln lebt. Er focht das Urteil an und bat, ihn mit dem Arbeitshaus zu verschonen, weil er nach seiner körperlichen Beschaffenheit nicht in der Lage sei, jede Arbeit zu verrichten. Das Gericht war der Ueberzeugung, daß es ihm bei gutem Willen nicht schwer fiele, Passende Arbeit zu bekommen, weshalb das Urteil seine Bestätigung fand.
Gerichtssaal.
Berlin, 23. Febr. Im Pöplauprozeß war heute vom Angeklagten ein Schreiben an den Vorsitzenden des Gerichtshofes eingegangen, in dem er niitteilte, daß sein körperlicher und geistiger Zustand es ihm unmöglich mache, zur Verhandlung zu erscheinen. Auf Anfrage bemerkte der Gerichtsarzt, Medizinalrat Dr. Hoffmann, daß er dies nach seiner Unterjuchung für glaubhaft halte.. Auf Antrag des Staatsanwalts beschloß der Gerichtshof, Den Prozeß a u f unbestimmte Zeit zu vertagen.
Berlin, 24. Febr. Das Kriegsgericht der Kommandantur verurteilte den Zeugoberleutnant Poppe wegen der Spandauer Waffendieb st ähle zur Ausstoßung aus dem Heere und zu zwei Jahren Gefängnis.
— Das Kriegsgericht i n Huhensalza verurteilte die Kanoniere Bergwald und Böckelmaun des 53. Feldartillerie- RegimentS wegen gemeinschaftlicher grausamer M i s; h a n d - lung von Rekruten zu zwei Jahren Gefängnis bezw. acht Monaten Gefängnis.
— Die S t r a i k a m m er zu W o l l st e i n (Posen) verurteilte den Lehrer S ch ä d l e r aus Boriu, der als Rendcuu der S p a r- u ii d D a r l e h e u s k a f s e ruud 2 0 600 21t. unterschlagen hat, zu 3 I a h r e n Gefängnis, dauerndem Verlust der bürgerlichen Ei)renrechte und zu 300 Mark Geldstraie.
931 a u en i V., 23. Febr. Ter alldeutsche Rechtsanwalt Dr. Petzoldt wurde wegen Herausjorderung des Ehef- r e d a k t e u r s D r. Günther zum Duell zu einer Woche F e st u N g verurteilt. Ter Streit zwischen beiden war wegen Ablehnung der Reichstags-Kandidatur des Generals Liebert mi 23. sächsischen Wahlkreise durch die Nalionalliberalen entstanden.
L i s s a, 23. Febr. Gestern nacht wurde der P r o b st Nied- b al aus Dubin wegen Vergehens gegen die §§ 130a und 110 des Strafgesetzbuches zu einem Monat Festungshaft und 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Es waren 25 Zeugen geladen. Die Verhandlung hat 12 Stunden gedauert.
. . 216.70 . . 241.10 . . 3L70 . . 128.45 . . 145.10
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.
Frank fnr ter Börse. 25. Februar, 1.15 Uhr.
UttiveriiLäts-Nachrichten.
— Die vielgestaltige Gattung der Universität>.professoren hat, so lesen wir in einem Berliner Blatte, wieder eine neue Spezies zu verzeichnen. Es sind das „außerordentlicheHonorar- Professoren". Vorläufig haben wir an der Berliner Universität nur einen Vertreter dieser Art: den Zoologen Dr. Hey- m o n s. Mit dem neuen Titel haben wir sechs verschiedene Arten von llniversitätsprosessoren: die ordentlichen Professoren, die ordentlichen Honorar-Professoren, die außerordentlichenProfessoren mit und ohne Gehalt, die außerordeniit^cu Honorar-Professoren und die Prioaldozenten mit dem Titel Prost |>or.
— Der Stadtbibliothekar von Stettin Prof. Dr. Kunze, welcher früher auch in Gießen längere Jahre als Mitarbeiter des Hessischen Geschichtsvereins tätig war, ist, wie uns gemeldet wird, als Direktor der Königl. und Provinzialbibliothek nach Hannover berufen.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Märkte.
Gießen, 23. Febr. Diehmart. Bei dem Markte am 19. und 20. Februar waren ausgetrieben 1392 Stück Rindvieh, 115 Schweine. Der nächste Markt findet am 12. und 13. März statt, am letzteren Tage auch Krämermarkt.
Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......
.Xordd. Llojd . . . .
Ubeischles. Eiseu-Industrie Berliner Hondelages Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . .
Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kummandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktieu.....
Baltimore- und Ohio- Eiseulahu .
Gottnard bahn.....
Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsmann . . . Pruice-Heim-Eiseubahu .
3^°/0 3-6
3>S°/o
356
3 >6% 3^°/0
Don Jolef Ang. Lux. Katholische Belletristik und Publizistik. 1. Bon Karl Jentsch. Da? Land Transkasvien. Reiseerinnernnqen von H. Toevier. Schicksal. Ein- kuriose Geschichte von Beate Bonns-Jeev (Schluß). Maßgebliche? und Unmaßgebliches. Re'chs- spiegel (Tie Wahlen und das Ausland. Zentrum und Sozialdemokratie. Die Einigung der Liberalen. Ter Flottenverein). — Ein italienisches Urteil über die deutschen Reichstagswahlen. — Ter Zensnreubazillus. — Ein peinlicher „Fall" Haeckel.
Annst und Wissenschaft.
E i n neuer Komet. Der Direktor des Observatoriums des Vesuvs, Malleucci, teilt mit, daß der Astronom Marcheut einen neuen Kometen entdeckt habe, der eine grünliche Färbung besitzt. Alarcheiti hat sestgesiellt, wo sich der Komet im Monat März dieses Jahres defuiden ivird und hat herausgesunden, daß jein Schiveii wahrstveinlich mit der Erde in Z nja in menst oß geraten wird; er nirchlet für die Gegend des mittelländischen Dteergeichwaders iur diese Zeit große Gefahr.
Tas ii e n e ft e Heft der Grenzboten (Verlag F. W. Grunow-^elpzig) hat folgenden Inhalt: Die militärischen Macht-
inns alles Gute genommen und alle? Schlechte von sich sermge- halten habe. Wenn aber durch ein klares nnd entichlossenes Verhalten der Sozialdemokratie in Deutschland eiidlich eine Rechte und eine Linke entstünde, so wäre das persönliche Regiment gezwungen, mit ernsten Kräften zu rechnen. cy-t<_Ä,
Die derzeitigen orthodoxen marxistischen Führer der deutschen Sozialdemokratie sind so verbissen in ihrem Haß gegen den Liberalismus, daß die Ausführungen ihres französischen Genosien bei ihnen nicht auf fruchtbaren Boden fallen können.
und Flotte.
London, 22. Febr. In einer Tenij^rifr des Kriegsministers Haldane über das H e e r e s d u d g e c für 1907/08 wird die Gesamtsumme der Ausgaben auf 27 700 000 Pfund Sterling festgesetzt, was eine Verminderung um 2036000 Pfund Sterling gegenüber dem Jahre 1906/07 bedeutet. In der Denkschrift wird ferner angekündigt, daß cm besonderer Sold in Zukunft nicht nur bei längerer Dienstzeit, sondern daß auch solche Mannschaften, welche das festgesetzte Maß von Feriigkeit im Schießen, Signalisieren u. s. w. erreichen, ein besonderer Sold je nach ihrem Fortschr eiten gewährt werden soll. Im Übrigen wiederholt die Denkschrift die von Haldane in seinen letzten Reden dargeleglen Gesichlspunktc und Vorschläge
'6 Uesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Reute . . Portugiesen Serie I . Portugiesen „ 111
Haftpflicht. Wer einen Unfall hat, an seiner Gesundheit oder seinem Eigentum einen Schaden erleidet, der sucht ildjer nach i em and, den er für den Schaden haftbar machen tann. Kommt er nicht selbst daraus, 10 treiben ihn freunde und gekannte. Fast täglich liest man darum in den Heilungen von Haftpstlcht-Prozesten, und dte Rechtsprechung zeigt, das; die Bervstichtung zur Haftung sehr weit und ieyt schart getagt wird. Für den Geichadtgten i|t dies feyr gut, aber es ist bitter tur den, der den Schaden tragen soll. Ganz ahnungslos tarnt man durch einen einzigen Hastpslichtfall um sein ganzes vermögen, um seine ganze wirttchaitliche tiutunrt tommen. Und geht es nicht um das Vennögen, so hat man doch mindestens die Unailuehmllch' leiten und cötL die Monen eines Prozeises. Gegen dieie Getaprea gibt es nur einen roirttauten Schutz: Die Hattvtticht-ii>ersicheruna. Tie Gjetelltchasten nehmen vertragsgemäß die geietzttche Gtutchadf gungsvstichl nut stch, tichreu den Prozeg unö bezahlen eutu dte stonen. Die Pietor ta bietet in ihrer neuen Hastmucht-Portorge-Bertiche- runn einen betonders umfa,senden Berticherungsfchutz, tomobl um« najtiim der Äerutshaitpsticht als auch der uimnimreidjcn Privat- vastpsticht, der icoermann eintach als Mensch, Fauiiiienoorttand, Dienuyerr, Mieter, vundebetitzer, Radtaprer u. s. w. miteniegt. P>ai)reud der zehniahrigen Perucherungsdauer bleibt die Pranue io der Regel unverändert, selbst wenn eme Pergrogerung oder Pci> anderung des Riutos etntritt Die Verticherung des Ghegatten ist ohne weiteres mu emgeschlotten. Die Geteuschatt verpsiichtet nch zu den mannigtachsten Grinnerungen, um die Berslcuerten vor Schaden zu beivai-reiu Die 'Braune tann in Lhochenraten von einer iutarf an cntridttet werden, ^ie beträgt für die PrioatyaftvsUcht auffl Jahr berechnet ea. zehn 'Uiart. Lrer tann es verantworteu, nch des Schutzes dieier ummnenöen Bertichermtg zu begeuen, bwg weil es aus Mischer Spartamteit die winzige Llusgabe scheut? [c111/«
Literarisches.
— Der Otavi-Bahn inDeutsch- Südweftafrika, dieser hochwichtigen, erst kürzlich eröfsneten Verkehrsstraße, ist im 12. Leite der illustrierten Zeitschrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches Verlagshaus Bong & (io., Berlin 57) ein gerade jetzt hochwillkommener Aufsatz gewidmet. Mit zahlreichen Abbildungen versehen, die uns mit der Bahnstrecke zugleich das eigenartige Land vor Augen führen, gibt er uns über Deutschlands Kvlonial- pläne seit der Zeit des Großen Kurfürsten und über die Bewirt- chaftung seiner Kolonien Ausschluß, die bisher im _ S£ricg und Frieden gerade unter dem Mangel an Verkehrsstraßen gelitten haben. Für Unterhaltung sorgen die beiden Erzählungswerke „Der Weg zur Liebe" von L. Malten und „Heddas Heirat" von Rud. Hirschberg-Jura, an die sich unter dem Sammeltitel „Propheten und Schwarmgeister der Gegenwart" von Prof. Dc. Eugen Wolff die Abhandlung schließt: „Friedrich Nietzsche und die Philosophie vom Uebermenschen". Aus dem Jllustrationsmaterial sei hervor- gehoben das von Humor sprudelnde, farbenfrische Bau er n- d i l d „K u h h a n d e l".
— „TieStellung derGebildetenimpolitischen Leben". (Buchverlag der „Hilfe". Berlin-Schöneberg.) In einer kleinen, feinsinnigen Arbeit zergliedert Dc. Friedrichs Naumann die Beziehungen, in denen die Gebildeten unserer Tage zu den politischen Pflichten und zu dem politischen Getriebe stehen. Er ist, dazu wie keiner berufen, denn gerade einem Wort ist es zu danken, wenn heute sich wieder die Kreise der Gebildeten mehr als früher politischer Arbeit zuwenden. Er scheidet die Egoisten, die Aesthetiker, die Individualisten, die Äntidemokraten und gibt dann ein scharfes knappes Bild, wie sich die innerdeutsche Geschichte der letzten Jahrzehnte gestaltet hat, betrachtet usnter dem Gesichtspunkt der Anteilnahme der Gebildeten.
Lisenbahn-Aettuns»
__ ftür den neuen Gepäcktarif, wie er mit dem 1 Mai eingeführt werden soll, hatte Minister Brettenbach m der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses eine An
sicht gestellt, die neben einer Verbilligung der Frachtsätze ür kleineres Gepäck auf eine Vereinfachung der Abiertigung hinzielen werde. Tie Tarifermaßigung wird sich auf Gepäckstücke im Gewicht bis zu 25 Ki ogramm erstrecken,, we che auf preußischen Stäatsbahnen frei beordert werden Hier soll die Gepäcksracht auf Entfernungen von einem bis 50 Kilometer 20 Dia betragen, auf Entfernungen von al bis 3000 Kilometer 50 Kg' und auf weitere Strecken 1 Mk. Eine wntere Ermäßigung wird dadurch herbeigeführt daß die nächste Tarstftuse, 26 bis 50 Kilogramm, in zwei Stufen geteilt wird^ deren erste bk? 35 Kilogramm reicht. Für oiefe werden die Atze erhoben, bi: ursprünglich für die Gewichtsgrenze von 1 bis 25 Kilogramm in Aussicht genommen waren, also m der Nahzone (bis 2a Kilo- meter) 20 Pfg., in der ersten Zone (bis 50 Kilometer) 2a Psg., der zweiten (bis 100 Kilometer) 50 Psg., bis . la0 Kilometer 75 Pfa , bis 200 Kilometer eine Mark und so fort bis zur 17. Zone (über 800 Kilometer' 5 Mark. Tas kleine Reisegepäck bis 25 Kilogramm soll künftig vom Gepäckträger direkt, ohne Verwiegung abgesertigt werden und der Reisende erhält dann gegen Zahlung der Einschreibgebühr seinen Gepäckschein.
— Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Der Januar d. I. brachte auf den preußisch-hessischen Staats bahnen eine M ehr ein n a h m e im Betriebe von 6,8 Mtlltonen Mark, wovon 0,6 Millionen aut den Personenverkehr, a,7 Millionen auf den Güterverkehr, 0,5 Millionen auf sonstige Einnahmequellen entfallen. Bei Beurteilung des Ergebnisses darf nicht außer acht bleiben, d,tß 1906 der Dreikönigstag und Kaisersgeburtstag auf Alltag, 1907 aber einen Sonntag sielen. Hierauf beruht ein Teil der jetzigen Mehreinnahme aus dem Güterverkehr und die geringe Eiunahmesteigerung im Personenverkehr. Immerhin liegt auch im Güterverkehr eine nicht unbeträchtliche Ver- kehrssteigerung vor, was um so erfreulicher ist, als die nicht gerade günstige Wagengestellung in den großen Kvhlengebieten, die in ungünstigen Witterungsverhältnissen ihre Ursache hat, eine erhebliche Verkehrssteigerung nicht erwarten ließ. ES bestätigt sich darin die atuch anderweit beobachtete ErfMeinung, daß der allgemeine Gütcrverlehr trotz schwächeren Kohlenversand-s außergewöhnlich stark ist. Infolge der ungünstigen Witterung des Jan., insbesondere der Kälte und der Schneefälle sind auch btt Betriebsausnahmen wieder unverhältnismäßig gestiegen, sodaß der Eisenbahnvenvaltung aus diesen Mehreinnahmen aller Voraussicht nach Mehrüberschüsse nicht erwachsen werden.
Landwirtschaft.
Der Deutsche LandwirtschastSrgt wird auf seiner vom 1'. bis 15. März stattfiudenden 35. Plenarversammlung eine Reibe wichtiger Fragen behandeln. Zum ersten Wlale wird der Landwirtschafisrat die Entwickelung und Besiedelung der deutschen Kolonien erörtern und damit oom Standpunkt der einheimischen Landwirtschaft Stellung zur deutschen Kolonialpolitik nehmen. Ein anderer Punkt der Tagesordnung betrifft die Akaßnahmen zur werteren Steigerung der deutschen Vieh» und Fleisch- Produktion und zur Verbilligung der städtischen Fleischversorgung, soivie die L e b e n s m i t t e l p r e i s e in England und T e u t s ch l a n d. Die Derhandlungen werden sich weiter ersireckeii auf die reichsgesetzliche Regelmig des Verkehrs nut Düngemitteln, Futtermitteln und Sämereien, auf die Bekämpfung der SJ{ i n b e r t u b e r t n l o f e mit Booovaccin und Tauruman auf Grund der in Nlecklenburg-Strelitz gemachten Er- iahrungen, auf die Reform der beulschen Zivilprozeßordnung, aus die Haftbarkeit der Tierhalter uach § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches, aut die Lage des deutschen Kartoffelbaues und endlich auf die Gleichstellung der Agrikulturchcmiker mit den übrigen Vertretern der Landwlrtjchafls-Wissensck-aften an den deutschen Hochschulen.
Louvertr mit Zirma
vrüdl'iche UniverMätz-Druckeret. Sieben.
Bochum Guss..... 237.75
Buderus E. W ... 122.75
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 25.
Canada E. B......186.10
Darmstädter Bank . . . 136.5u
Deutsche Bank .... 242.30
Dortmunder-Luiou C. . . 83.1u
Dresdner Bank . . . 155.2U
Tendenz: schwach.
Herr Dernburg sollte, wie ein Blatt zu melden wußte, zum Scha hsekre ta r ousersehen sein nnd dann durch Prof. Dr. Paasche als Aolonialleiter ersetzt werden. Er hat aber wie der berliner Offiziösus der „Münch. N. Nachr." versichert „keine anderen Wünsche, als die Leitung der Ko l o n i a l Verwaltung zu behalten und in vier bis fünf Jahren ruhiger, emsiger Arbeit seine großen Verkehrs- und Wirlschaflspläne auszubauen. Ec würde auf dem Posten bleiben, selbst wenn der Reichstag den Staatssekretär für die Kolonien abermals ablehnen sollte, was allerdings nicht zu befürchten ist."
5>ie Aerjorgung der Krivalöiamten.
In der Thronrede zur Eröffnung des deutschen Reichstages wird nachdrücklich hingewiesen auf, die „soziale Verpflichtung gegenüber den arbeitenden Klassen". Im engeren Sinne werden damit wohl die handarbeitenden Schiehten gemeint, die durch Alters-, Invaliditäls- und Krankenversicherimg bisher schon eine gewisse Sicherung gegen unverschuldete 9tot genießen. Ohne im geringsten dem weiteren Ausbau des Schutzes für diese wirtschaftlich Schwachen abhold zu sein, darf man die mit der foi-tschreitenden Entwicklung zur Zentrali- sation und zum Großbetrieb sich andauernd steigende Kategorie der Privatbeamten in den Kreis derjenigen Staatsbürger einbeziehen, die unter allen Umständen der gesetzgeberischen Fürsorge bedürfen. Die österreichische Versicherimgsgesetzgebung hat im Gegensatz zu der deutschen ihren Llusgang von bei Privatbeamtenschaft genommen. Diese hat in der Habs- burgischen Monarchie neben der Krankenversicherung bereits die am 1. Januar 1908 in Kraft tretende Pensionsversicherung, während die Arbeiter bisher nur bei Krankheit und Unfall gesetzliche Llnsprüche besitzen. Es braucht nicht untersucht zu werden, ob der eine oder andere der bessere Weg zur Sichenmg sozialer Zufriedenheit ist. Die Tatsache läßt sich jedenfalls nicht leugnen, daß sich der Mangel an einer ausreichenden Versorgung und Sicherstellung der Privatbeamten in Deutschland stark fühlbar gemacht hat. Vor mehreren Jahren entstand denn auch eine lebhafte Bewegung m dieser Richtung. Die verschiedenen Vereinigungen der in privaten Diensten Angestellten entfalteten eine entschiedene, doch maßvolle Propaganda. Im 9ieichstage nahm sich namentlich der freisinnige Abg. Potthoff und der Zentrumsmann Slttart der Sache an. Die Reichsregierung verhielt sich nicht grundsätzlich ablehnend, sondern fand sich zur Entgegennahme der Ergebnisse gincc Umfrage an die in Betracht kommenden Persönlichkeiten bereit. 200 000 Fragebogen wurden damals ausgefüllt. Aiit dieser Enquete schien allerdings die Werbekraft des Gedankens für die maßgebenden Stetten ziemlich erschöpft zu sein. Bis heute hat man nichts wieder gehört und die Resultate der informierenden Erhebungen scheinen in einen sanften, aber dauernden Kanzleischlaf verfallen zu sein.
Man darf es der nationalliberalen Fraktion danken, daß sie alsbald nach dem Zusammentritt des Reichstages in verständiger Auslegung der Thronrede eine Interpellation einbrachte, in welcher nach der in Aussicht gestellten Denkschrift über die Rtaterie gefragt wird. Wie schon gesagt, wird die Notwendigkeit einer Jürsorgeeinrichtung für Invalidität, Alter, auch für die Hinterbliebenen der Privatbeamten nicht ernstlich bestritten werden. Der unselbständige Niaun wird selten genügende Rücklagen für Zeiten der 9tot ermöglichen. Sein Einkommen ist, abgesehen von wenigen Ausnahmen, eben ausreichend für die Bedürfnisse des Tages. Gerade der Privatbeamte nimmt eine höchst ungünstige Sonderstellung ein. Staatlichen und kommunalen Junklionären hat die 9teuzeit fast in allen Graden Verbesserungen der materiellen Lage gebracht. Dazu kommt das sorgenlose 'Alter infolge der absolut sicheren Pensionsfühigkeit, die Gewährung von Beihülfen an die Hinterbliebenen, 'Miels- und Umzugsentschädigungen. Der Handarbeiter genießt die Früchte bei Versicherungsgesetze. Wenn diese heute noch nicht für ganz allsreichend gehalten werden, so ist Aussicht zur Entwicklung für die Zukunft vorhanden. Nur der Prlvatbeamte ist auf sich selbst gestellt, ihm wird keine hülsceiche Hand gegeben. Wenn das Alter ihn unfähig zur Erfüllung der Berufs- pflichten macht, muß er in zahllosen Fällen ins Elend wan- dern. Die Selbsthülfe schuf bereits manche beachtliche Deckungen. Doch das kann nicht im entferntesten als ausreichende Lösung der Frage angesehen werden.
Obwohl die Grenzen vorläufig nicht scharf gezogen sind, läßt, sich die Zahl der als Privatbeamte anzusprechenden Personen im deutschen Reiche auf weit über zwei Millionen beziffern. Mit ihren Familien dürften das annähernd sechs Rtillionen Menschen sein, die im Volksleben eine keineswegs in Bezug auf kulturellen und nationellen Wert zu unterschätzende Ntittel- schicht darstellen. Sie setzt sich zusammen aus Kaufleuten, Technikern, Ingenieuren, Chemikern, wissenschaftlichen, juristischen, ärztlichen Hülfsarbeilern, Literaten und Journalisten, Künstlern, Lehrern, Erziehern und noch manchen andern Berufsarten. Die Notlage ist evident. Deshalb i|t mit Fug zu wünschen, baß die Slnfrage im Reichstage die auf der Vahn liegengebliebene Kugel wieder ins Rollen bringe.


