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21.3.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 68 M Erstes Blatt 157. Jahrgang Dmmerstag 21. März 1907

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E General-Anzeiger für Oberhesfen

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5>u yeutige Ziummer umfaßt 8 Zeiten.

Ium 22. Marz.

Der 22. März als der Geburtstag Kaiser Wilhelms L, war für das deutsche Volk ein nationaler Festtag, so lange er unter uns weilte. Seit der Tod ihn uns genommen Hal, steht derselbe Tag unter dem Zeichen der Wehmut. Doch die Erinnerung an die hehre Gestalt des alten Kaisers wird nie verblassen. Wir wollen heute von dem Verewigten nicht ein Bild entwerfen, rote eS der Geschichte angehört, sondern das ihn unS atS Beispiel und als Lehrer für fein Volk zeigt.

Schon bei seiner am 8. Juni 1815 erfolgten Konfirmation gelobte der damals 18jährige Prinz,feines Gottes überall zu gedenken, seine Kräfte dem Vaterlande zu widmen und den Pflichten des Dienstes mit der größesten Pünktlichkeit nach, zukommen*; und bei der Kaiserproktamation am 18. Januar 1871 legte er daS Gelübde ab,allezeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben de8 Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit u. Gesittung". Treu sich selber, treu seinem Volke hat er diese Gelübde gehalten.

Welch em Segen ist dem deutschen Volke durch die langen JriedenSjahre erwachsen! Wie war das ganze arbeits- reiche Leben deS alten Kaisers seinem Volke gewidmet, und wie hat er sein Volk geliebt! Treue um Treue, Liebe um Liebe, Dank um Dank finden wir in dem ganzen Leben des ruhmgekrönten Monarchen verkörpert. Liebe, Treue und Dank hat er seinem Volke allezeit gegeben und gesät Liebe, Treue und Dank hat er darum auch tausendfältig geerntet.

WaS Kaiser Wilhelm I. uns in erster Lime gelehrt hat, daS sind Bescheidenheit, Demut, Liebe zum Vaterlande, Liebe untereinander und Pflichttreue biS zum letzten Atemzuge. Roch kurz vor seinem Tode sprach er zu seinen Angehörigen, als sie in ihn drangen, er möge sich doch schonen und ruhen, die Worte:Ich habe keine Zeit, müde zu sein." Diese Pflichttreue, dec unerschütterliche Glaube an Gott, sowie die Ergebung in seinen Willen sind vorbildlich.

DaS Erbe Wilhelms I. ruht heute in der Hand seines Enkels, Wilhelms IL Auch er hat, wie einst fern Ahn, ge- lobt, der erste Diener deS Staates zu sein und seine Kräfte dem Vaterlande zu weihen; auch er will Mehrer des Deutschen Reiches und seiner Wohlfahrt fein durch friedlichen Wettbe­werb. Darum, so oft jetzt der 22. März wiederkehrt, ruft er uns entgegen: Haltet daS Gedächtnis Wilhelms I. heilig, schart euch auch an diesem Tage um den Thron feines Enkels, eueres Kaisers, sprecht mit Friedrich dem Großen:Es ist nicht nölig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue und für mein Vaterland kämpfe".______________________

Politische Lage-schan.

Probezeit in Südwest.

Die Kolon ialreben in der Wahitärnpagne, die der Wirkung halber gegenüber allzu pessimistischen Darstellungen vontrost­losen Sandwusien" farbenprächtig ausfielen, scheinen einen |tür- mischen Andrang besonders nachDeutsch-Südwest- afrita hervorgerusen zu haben. Den erl-ofsten Ausschwung in der Kolonie wollen, wie ein Verliner Blatt nuUeilt, niete Hand­werker und Kleingewerbetreibende und andere Personen mitmachen, die zum Teil nennenswerte Kapitalien in Ackerbau und Viehzucht anlegen mochten. Diesen Strom will nun der Kolonialdireklor eindcllnmen dadurch, Lpß erst nach einer halb­jährigenLehrzeit" den Ansiedelungslustigen Land, möglichst preis­wert, verkauft werden soll. Auf den ersten Blick ersä-eint das Mittel ganz nützlich. Aber wer nun einmal versessen ist auf die vermeintlicheglänzende Konjunktur" in Südwestpsrika, den s chrecken die 6 ALouate Probezeit auch nicht ab. Es sollte lieber rund heraus gesagt werden, ob vorläufig überhaupt einigermaßen gefidjerte Aussichten sind im Schutzgebiet für Leute, die hier ihre Zelte abbrechen und unter allen Umständen einen großen Teil ihrer Mittel iamf'd Spiel setzen.

Zündhölzer für Fahrkarten.

In dem Petitionsoerzeichnis des Reid)stags tauchen neben Vielen sonderbaren Gesuchen, neben Eingaben, die regelmäßig wie­derkehren und zum Teil offenkundig von Querulanten herrühren, mitunter ganz gesunde Vorschläge auf. So ist eine Petition beim Reichstag eingegangen, die das soeben ausgegebene zweite Petitions- Verzeichnis auf führt, worin ein Rentner in Hannover auf einen Ersatz für die Fahrkarten st euer hinweist. Nämlich eine Zündholz st euer. Dies Steuerprvjett ist nicht so übel. Kein Geringerer olls Miguel, der sich gewiß nickst mit Kleinigkellen abgab, hielt die Zündholzbesteuerung der Erwägung wert, er hätte sogar gern ein Zündholz-Adrnopol für das Reich gehabt, wenn ihm nickst die Schwierigkellen, ein 'Monopol durchzufetzen, unüber­windbar erschienen. Jedenfalls würde der Zündholzbesteuerung von der Öffentlichkeit entschieden der Vorzug vor der Fahr­kartensteuer gegeben, die bei jeder Reise immer aufs neue den Groll der Besteuerten erregt. Die Eisenbahnoerwaltungen tragen in der Tarifreform der Erhöhung des Fahrpreises durch die Fahrkartensleuer keine Rechnung, «also droht die Belastung zu einer dauernden zu werden. Fürst Bülow hätte der Aufzählung von volkstümlichen Wünschen, über die die Regierung mit sich reden läßt, die Abschaffung der Fahrkartensteuer hinzufügen sollen; das wäre die Erfüllung der brennendsten Forderung des Tages ge­wesen. Mit einer Erhöhung der Bier st euer wird man dem Reichstag nicht kommen dürfen. Eine mäßige Zündholzsteuer hnrb nicht gerade schmerzlich empfunden und vielleicht trägt sie dasselbe ein wie bie in ihrer finanziellen Wirkung so über» sckstitzte Fahrkartensteuer.

Graf Lamsdorff t.

_ _ t t Paris, 20. Matvz. . _ Graf Lamsdorss, der frühere russiiche Minister des Aus­wärtigen, ist in San Remo geltorben.

Graf Wladimir Nikolajewitsch von Lamsdorff wurde 1845

Aus der AetHsouma.

Petersburg, 20. März.

Die Arbeitsgruppe und die Gruppe der gemäßigten Bauern beantragen, daß die Agrarkommission vor allen anderen gebildet werde. Der Antrag, eine besondere Kommission für die Organisation der Hülfeleislung in den Notstandsgebieten zu ernennen, führt zu längeren De­batten. Ter Abg. Kaklugin führt aus, unter den Kosaken herrsche Hungersnot; viele Kosaken seien genötigt, zu betteln. Fedorow, Abgeordneter der Stadt Petersburg, weist darauf hin, daß es notwendig sei, m der Frage der Bekämpfung der Hungersnot zu radikalen Reformen zu schreiten, do bloße Linderungsmittel zu nichts führten m einem Lande, das wie Indien und China ein klassisches Land der Hungers­not fei.

Jin weiteren Verlaus der Verhandlungen halten Bauern heftige Reden und bringen alle möglichen Fälle vor, ohne jedoch einen endgültigen Vorschlag zur Hülfeleistung in den Notstandsgebieten zu machen. Rodichew weift sodann auf die Unmöglichkeit einer direkten Hülfeleistung durch die Duma hin und fordert die Abgeordneten auf, doch dem Gesetz entsprechend oorzugehen, das ihnen gestatte, ja ihnen sogar zur Pflicht mache, bie Vorlage eines Rcchenschafts- berichteS zu fordern, die im Ministerium deS Innern zur Linderung der Hungersnot bestehende Abteilung zu kontrollieren und so die Funktionen einer parlamentarischen Versammlung auSzuüben. (Beifall im Zentrum und auf der Rechten.) Professor Kiesewetter-Moskau betont die Notwendigkeit, die 'Maßnahmen der Regierung zur Linderung der Hungersnot einer Kontrolle zu unterziehen. Pucischkewiltsch, Mitglied des Verbandes des russischen Volkes, erklärt, daß der Parteien der Linken Ziel fei, in der Duma einen General st ab der Revolution zu schaffen.

Ausland.

London, 21. März, isuie gtoue Anzahl Frauenrecht­lerinnen hielt gestern Nachmittag eine Versammlung ab, um ihre Entrüstung über die Weigertung des Premierministers aus­zudrücken, einen neuen Termin zur Beratung der Frauenstimm- reajtSbill anzusetzen. Als die Frauen herausmarschieren wollten, wurden sie von der Polizei verhindert. Arbeiterinnen st ürm- ien jedoch die Reihen der Vo tii e i und einem Teil von ibneii

geboren. Er entstammte einem westfälischen Gcschmeckst, das z. Z. noch in Preußen vielfach vertreten isrt So ist z. B. der Polizeipräsident von 'Magdeburg ein Gra, L. Aus der DiRomaten- schule, dem Alexander-Lvceum in Petersburg, erzogen, kam der Verstorbene 1866 ins Auswärtige Amt, 18/8 begleitete er den Fürsten Gortschakow zum Berliner Kongreß. Er war längere Zeit der diplomatische Beirat des Zaren Alexander auf denen Sommerreisen. 188/ wurde er unter Murawiew Ministergchilfe. 'Nach dessen Tod wurde er 1901 sein Nachfolger.

Gras Lamsdorff hat sich besonders verdient gemacht um die Schlichtung der Batkamvirren, zu welchem Zwecke et mit Oester­reich Ende 1902 ein Abkommen schloß.

Der russisch^apanim-e Krieg fiel in die Amtszeit des Grasen Lamsdorff. Dieser gehörte mit Witte zu den Wenigen, bie vor einem Kriege mit Japan warnten. Es gelang ihm ieboch gegen­über btr Kriegspartei Alexejews nicht, den Frieden zu erhalten. Nach dem F-riedcusschluß trat Gral Lamsdorss zuruck. Sein Nach- folger wurde der jetzt amtierende Graf Iswolsky.

Aolonialpost.

Berlin, 20. März, «uuuiu^ie ..'muuuiig. Oberst von Deim­ling meldet unter dem 19. März, dag sich nunmehr auch Simon Copper, der Kapitän der F r a n z Ni a u n - H o 11 e n t o t t e n, der sich bisher in itc für Truppen schwer zugänglichen Kalahari abwarteiid verhielt, u n t c r o r f e n hat. Am 3. März erschien vor seiner W.rft Kvwise Kolk überraichend Major Pfter mit einer öwmpagnie, einem 'Maschinengeiveyrzug, einer Bastardab­teilung und 30 Kameerreitern. Gegen Zusage von Leben und Freiheit versprach der Kapitän, seinen ganzen Stamm zu sammeln und die Waffen bei Gochas abzugeben. Er entsandte sofort Boten an bie in der Kalahari weit zerstreut sitzenden ^tammKile, die angeblich zusammen 100 Gewehre stark sind, und trat selbst am 7. März den Abmarsch wach Gock-as an.

Nach einem Telegramm des Gouvernements in Kamerun ist der Angenellte Voß der Firma C. Woermann auf einer zum Zwecke der Anwerbung von Pftanzungsardeitern unternommenen Reise am 11. Aäärz in dar Nahe von Jaunde durch Eingeborene getötet worden. Tas Gouvernement bezeichnet den Vorgang als unpuiuifd) unb hebt hervor, daß die Bevölkerung sich r^ig ver- halte.

parteiler Quidde zu unterstützen, wenn die Bauer nbunotev im Wahlkreise Erlangen-Fürth durch Stimmenenthallung der sozialdemokratischen Kandidatur Segitz zum Siege über den Frei- jinnigen Manz verhelfen würden.

Schul fragen vor dem Preu». Abgeordnetenhause.

Beilin, 20. uhavj.

Ein Antrag, die bis zur gesetzlichen Feststellung des StuaiS» Haushalts innerhalb der Grenzen beijelben geleiteten Ausgaben iiaüjuaglici) zu genehmigen, wird angenommen. Tie Gftetzent- roiivie über Erweiterung der Stadllrene Hanau und Danzig iveiden in dritter tejung genehmigt. Nunmehr fahrt das Haus m der zweiten Beratung des Hultusciais fort.

Abg. Dasbach (Ztr.) klagt über Wahlbeeinfluffun- g en von Kreisfchulinfpettoren Lehrern gegenüber. Wie ,iehe es ferner damit, daß den Lehrern nuigeieiU luoiöen fein loU, der Ulin Hier erwarte, daß sie sich an der Wahl be­teiligten, und zwar als tönigstreue Wähler.

Üliini|ierialöircftot Schwartztopi erwidert, das Verfahren des einen in ^rage tommenöcn Schullnipettors tonne der Minister nicht völlig billigen. Bei den andereii Herren muffe erst ein näherer Bericht abgeroartet werden.

Beim TitelHöhere 'JJi a b d) e n f rf) u I e n* berührt

Abg. Tr. Arendt (ft.) die Re 1 or m deS Maochenschul- roefens und erb art es für wunfchenswert, wenn der Staat hier größere Unteritützungen gewährte.

ttultusmmiiter Dr. von Studt behält sich vor, auf bie Reform des Maochenfchnlwefeiis später etnzugehen. Die pondS für Unterstützung der höheren Atadchenschulen jcieii seit seinem Amtsantritt zu verjchiedenen 'Maleii erhöht worden.

Abg. Ernst (uf. Bgg.) wünscht bei der bevorstehenden Resorm eine Jtegelung der Gehalter und der Reliltenveriorgung.

Zum TitelAllgemeine Erleichterungen der Boltsfchulla>len" bespricht Abg. Lucke ll.) bie Erhöhung ber Stollen, bie burch das BollsschulunierhaltungSgesetz namentlich auf dem platten Lande Itattgeiunben Hutten.

Es folgt der TitelBechülfe an Schulverbande . Dazu liegt em Antrag v. Zedlitz vor, bis zur 91 e u o r b n u n g ber Leyrervefolbung allen Lehrern, bie weniger ms 12UU SDlad Grundgehalt haben, luu M. Znichug zu geben. Ferner beantragt Der Abg. Zderyoii (it.), auch biejenigen Lehrer bei ber Gehalts­erhöhung zu berücksichtigen, bie em Kirchenamt ausüben.

üilimiterialbireUor Dr. Schwartztopi: Es yanble sich hie, nur um eine provif ortf ch e Regelung, durck) bie be|onbeis die notleidenden Lehrerstelleii auigebenert loeröcn fallen. Solche ctellen, die schon 15uu 'M. unter Hinzurechnung der Emschädigung lür em Kirchenamt hätten, sollten bei ber Zulage auS|cheiben. 'Mit dieser Benugung habe der Atimster ganz im omne des HauseS gehandelt.

Abg. Dr. Friedberg (nL) geht auf den Bremserlaß ein. So fei einer Gemeinde gedroht worden, bau ihr der Siaatszufchuß entzogen werde, wenn sie öie Lehrergehalter erhöhen würbe. Ferner bemängelt Dtebner bie Verfügung, bau ben Landräten jede beab­sichtigte Gehallserhohung angezetgt luerben mutze.

Abg. Bufch tZir.) bittet, den Bremserlau mit einer Inter­pretation zu verletzen, damit bie Unlust ber Gemeinden, die Ge-, ijäliev zu erhöhen, nicht noch gesteigert werde.

9lach weiterer Debatte iuirb ber Antrag Zedlitz zurückge­zogen, der Antrag Zderhon vor die Budgetto»nmi||wn oerivieien, Benn TitelO st m a rk e n z u l a g e" begrunbet Abg. Viereck (fr. t.) einen Antrag, die widerruflichen perjönllchen Zulagen an im Dienst« besindllche und pensionierte Bolksichulleyrer und -Lehrerniiien in Pofen und Westpreuuen nach fümjahriger Tätigkeit in diesen Landesteilen vom 1. April 19U8 ab auf 300 M., bei einer Summe von mehr als 3uOU 'M. auf lu% dtefer Summe zu erhöhen. Alan müsse darauf bedacht fein, in den O|imarkeit dauernd einen tüch- tigen Lehrerstand zu erhalfen. Der Tuet über die Ostmarken, zutage wird angenoinmen.

Deutsches Ueich.

Berlin, 20. März. Das Oberkommcurdo der kaiserlichen Schutztruppe hat neuerdings den Schreiben, welche den Tod eines Südwestasrika-Kriegers den Angehörigen melden, einen be­merkenswerten Schlußsatz zugefügt. Es heißt da nämlich, daß der K a i s e r zur Erinnerung an den Verstorbenen, dem Vuttr ober sonstigen nächsten Anverwandten desselben, die dem Verswrbenen zustehende, für die Teilnehmer an ben Feldzügen in ben Deutschen Kolonien gestiftete Rk e i> a i 11 e verleihen werbe.

- Unter dem Ehrenvorsitz des Reichskanzlers und dem Vorsitz des Herzogs von Ratibor bildete sich ein Verein für Wohlfahrtsmarken, um durch den Vertrieb solcher Marken Mittel für die Bekämpfung der Säuglingssterb­lichkeit, der Tuberkulose und anderer Volksleuchen im deutschen Reiche aufzutreiben. Die Marken tragen das Bildnis der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise und werden zu fünf Pfennig ausgegeben. Vereinsvorsitzende sind ferner: Der Wirk­liche Geheimerat Althosf und der Geh. Kommerzienrat Jacob.

Die Verleihung der höchsten Klasse des türk. Osmanie- Ordens an den Staatssekretär v. T s ch i r s ch k y und den Kriegs- ministec v. Einem wird als eine Kundgebung aufgefaßt gegen Gerüchte über eine bieutschseindliche Gesinnung des Sultans.

In seinerWirtschaft!. Wochenschau" kommt der frühere sozialdemokratische Abg. Richard C a l w e r zu dem Ergebnisse, daß die deutschen Mehl - und Brotpreise trotz höherer Zölle nicht oder doch nicht viel über bie Mehl- und Brotpreise in den hauptsächlich Weizen konsumierenden Ländern hinausgehen.

Ist seinerWirtschaft!. Wochenschau" kommt der frühere sozialdemokratische Abg. Richard Kairoer zu dem Ergebnisse, daß die deutschen Mehl - und Brotpreise trotz höherer Zölle nicht ober doch nicht viel über bie 'Mehl- unb Brot­preise in ben hauptsächlich Weizen konsumierenden Ländern hin aus geh en.

Das preußische Landes-Oekonomiekollegium hatte gegen die von der Berliner Handelskammer beantragte Oeffnung der holländischen Grenze für die Einfuhr von Milch Verwahrung eingelegt und gleichzeitig mit Rücksicht auf die starke Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Frankreich den Mi­nister gebeten, daß auch die französische Grenze gegen die Ein­fuhr von Milch gesperrt werden möae. Der Landwirtschafts­minister teilt nunmehr mit, daß eine Aufhebung des Verbots der Milcheinfuhr aus den Niederlanden und Belgien nicht ins Auge gefaßt fei und daß er den Antrag auf Verbot der Milcheinfuhr aus Frankreich dem Reichskanzler befürwortend vorgelegt habe.

Ein Aufruf des Herrn v. Arnim-Blankensee zur Unter­stützung der Milchzentrale hat bei den kurbessischen Bauern insofern einen Erfolg gehabt, als die Molkereigenossen­schaft Borken der Milchzentrale einen erheblichen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Es wurde anerkannt, daß das Vorgehen der märkischen Bauern in der Milchzentrale preiserhühend auf die Milchproduktion im ganzen Deutschen Reiche gewirkt hat, und daß es deshalb die Pflicht jedes Milc^ Produzenten sei, die Erhaltung des Unternehmens anzustreben.

Eine in Elberfeld abgehaltene Versammlung des Rhein. Bauernvereins beschäftigte sich mit dem Projekte, für die in Deutsch­land bestehenden sieben Bauernvereine eine Berliner Zentralstelle zu sckiaffen, die bei allen wichtigen, die Land­wirtschaft betreffenden Fragen die Ansichten und Wünsche der deutschen Landwirtschaft zum Ausdruck bringen soll. Die Zentral­stelle soll engen Konnex mit den Abgeordneten und Regierungs­vertretern halten, d-en Eingaben der Landwirtschastskreise den nötigen Nachdruck verleihen, Mißverständnisse aus dem Wege räumen, die Orientierung über landwirtschaftliche Verhältnisse fördern usw. Um auch kaufmännische Geschäfte erledigen zu können, soll der Stelle die Rechtsfähigkeit in Form einer Gesell­schaft mit beschränkter Haftung gegeben werden. Die Versamm­lung sprach ihre Zustimmung zu dem Plane aus.

Posen, 20. März. Fanatische Polen überfielen abends im Dorfe Szymborze die Wohnungen derLehrerIütt- ner und Janowski und zertrümmerten durch Steinbombarde- ment sämtliche Scheiben. Sie zogen sich erst zurück, als Lehrer Jüttner einen Flintenschuß abgab. Zum Sckmtze der Lehrer wurde ein Gendarmeriewachtmeister in das Dors kommandiert.

Erlangen, 20. März. Der bauernbündlerische Führer und Landtagsabg. Scharrer in Hohenstadt hat mitgeteilt, dieSozia 1 - dernokraten hätten tönt angeboten, die bauernbündlerische Kandidatur Hufnagel in Änsbach-^hwabach gegen den Volls-