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26.6.1907 Zweites Blatt
 
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Nr. 147

Mitttvoch 36. Jmri 1907

Zweites Blatt

Erscheint täglich mtt Ausnahme des Sonntag«.

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157. Jahrgang

Sptesto empfehlen * In grosser Auswahl iebr.lmheuser

Darauf wurde die WeiterverHandlung auf morgen vertagt.

o kühen Vorschlägen kommen können, daß den anderen Nächte das Odium der Ablehnung geblieben wäre. Statt dessen,og Deutschland den geraden Weg vor und bewies an de lyanb greifbarer Tatsachen, daß der englische An- trag hantastifch ist. Dafür gebühre Deutschland der llgemeine Dank.

Dieetcfientr $amlltcnb!ätterM werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das KtcUblatt fit den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Derhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Die Friedcuskoufercnz.

Haag, 25. Juni.

In dr heutigen Sitzung der zweiten Unterkommission ersten Stomnuflion kam man dahin überein, daß bezügl.

Vorsyläge Deutschlands und Großbritanniens Frage-

Redaktion. Expedition and Druckerei: Schul- stratze 7. Expedttton an» vertag i ee® 61. Redaktion: e-4S 112. Teü-Adr. A n^eigerDletzen-

Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Universität« - Buch- und Stttndruckerei.

R. Laa-«, Dietzen.

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He auf Vorrat Mst niemals in Leckt»' Kerd nesest. verttsi.

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logen au gestellt werden. Die Abfassung deö Fragebogens ist einem Komitee, bestehend aus Kriege-Deutschland, Sir Edward sry-Großbritannien und Renault-Frankreich, über­tragen waden. ES wurde beschlossen, daß es jedem frei» tehen soll auch andere Fragen vorzubringen.

Die «rste Unterkommiiswn der ersten Kommission trat heute nahmittag unter dem Vorsitz Bourgeois zu einer Sitzung Zusammen. Namens der russischen Delegierten brachte »on Martens vier Vorschläge ein, namens der Deutscher Kriege einen Vorschlag, die sämtlich Verbesse­rungen res Vertrages betreffend die friedliche Regelung internatvnaler Konflikte enthalten. Ter ameriianische Vor- chlag berefsend die Dragodokrrin besagt:Die Anwendung von Gefall kann für die Einziehung von Schulden, bie| aus Verrägen von Privatpersonen mit Staaten entstanden ind, nie genehmigt werden, wenn bereits ein Schieds- pruch «stände gekommen ist, der den Betrag, der in der Frist, de dem Schuldner zur Erfüllung seiner Bervflich» umgen -ewüligt wird, zu bezahlenden Schuld feststellt.

Anrw Carnegie ist heute im Haag angekommen und vo dem holländischen Minister des Aeuhern emp- angen oorden, der ihm den Dank für seine hochherzige Spendezu dem Dau des Friedenspalastes aussprach.

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Deutsches Reich.

B e r l i n, 25. Juni. Fürst Nikolaus und Fürstür Milena von Montenegro, die gegenwäriig im Vogesenbad Contrexevitte weilen, werden auf der Rückreise von dort einige Zell in Deutschland zubringen und bei dieser Ge­legenheit Karlsruhe, Heidelberg und Darmstadt be­suchen. In Heidelberg werden sie ihren Sohn, den Prrnzen Peter, begrüßen, der Schüler des Pädagogiums Neuenheim- Heidelberg ist. ~

Ueber eine Reform des Lehrplanes der preußischen Volksschulen schweben zurzeit bei der Unterrichtsverwaltung Erwägungen und auch die Informa­tionsreise des Berliner Provinzialschulrates Ullmann, der im ministeriellen Auftrage die größeren außerpreußischen Volksschulsysteme kürzlich einer eingehenden Prüfung unter­zog, steht damit im Zusammenhang.

In einer Zuschrift aus Uetrcscn stellt der Kloster- propst, Oberstleutnant a. D. Otto Gras v. M o l t k e, Mit­glied des preußischen Abgeordnetenhauses, folgendes fest: 1 Es entspricht nicht den Tatsachen, daß ich in einem mit Herrn Harden am 11. Mai geführten Gespräch gemeinsam mit ihmeine Verständigung versucht", oder gar chm artig die Möglichkeit angeboten hätte", seineWorte ins Harmlose umzudeuten". Nichts von beidem ist geschehen. 2 Es ist eine durchaus irrtümliche Auffassung, daß ich Harden im Laufe desselben Gespraä-sgebeten" hätte,das früher in derZukunft" behandelte Thema", also die Be­zichtigung meines Vetters, wenns ihm möglich sei, nicht mehr zu berühren. Ebenso irrtümlich ist auch die Antwort Har- dens wiedergegeben, ganz besonders darin, daßwir also übereinstimmten und weitere Konsequenzen wohl vermeiden könnten." 3. Ich habe, zunächst für meinen eigenen Gebrauch, noch an demselben Tag,dem ll.Mast die gesamte Verhandlung mit Harden vor Zeugen zkm Protokoll gebracht und werde hiervon vor Gericht nach Ilmpanoen denjenigen Georauch machen, welcher nur zur Erklärung obiger o-eststellmigen und zur Abwehr gegen irgendwelche einseitige Darstellung °ftiU? tlo.^Jnni. Beim Cercle unterhielt sich der Kaiser besonder-, lange mit dem franzöjischen Abg. Comte de Kergeju, wie denn überhaupt die französischen Gaste während der Kieler Woche^ vielfach ausgezeichnet worden sind, ^eute begab sich oae, Kaiserpaar an Boro derHoycn- zollern" nach Mernjistde.

Non, 25. Juni. Ein Leitartikel derTribuna" stellt est, dq Deutschland hinsichtlich der Haager Konferenz großiLoyalität bewiesen habe. Nichts wäre Deutsch­land lcchter gefallen, als Zustimmung zum englischen Ab- yn dann insgeheim

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Cberheffen

Ausland.

ondon, 25. Juni. TiePublishers Preß" erfährt, daß Kaer Wilhelm und die Kaiserin am 1. November in ortsmouth landen werden. Zunächst wird sich das Kaiwaar nach Windsor begeben, wo ein von üönig Eduarö ver- ansitetes Staatsbankett statlfinden wird. Man glaubt, daß der Kar eine Einladung des Lord-Mayor und dec Korporation deronüoner City zu einem Festessen in der Guildhall annehmen wir Darauf begibt sich der -baiser, noch immer von der V.ai- feri begleitet, nach dem Landsitz bcs Königs in Sandringham. De Aufenthalt des Kaiserpaares auf englischem Boden dürfte einWoche dauern.

Luxemburg, 25. Juni. In der heutigen Karnmer- siing wurde über die Thronfolgefrage deballiett. Sttsminister Eyfchen polemisierte gegen die Behauptung Dr. Särsteins, Sacchvalters des Grafen Merenberg, worin das ncsauische Hausvermögen als preußisches Kapi - t obezeichnet und Stimmung für dessen Wegnahme durch Preußen gercht wird. Es folgte dann eine längere Erörterung über die Bch tig teit der Zufuhr neuen Blutes durch Ä a- st d e und morganatische Ehen, weil sonst alle Herrscher­salien an Inzucht zugrunde gingen. Tie Fortsetzung der Tc- ba wurde wegen Erschöpfung des sozialdenrokrarischen Redners w mehreren Lärmszenen vertagt.

Paris, 25. Juni. Der Senat verhandelte über die Ent­lang des Jahrganges 1903. General Langlois vergleicht die Eektiostärkeder deutschen milder französischen Zvallerie und sagt, bei der gleichen Zahl von Schwadronen st das Verhältnis der französischen Soldaten zu den deutschen d von 65 z u 10 0. Den Jahrgang 1903 wieder unter die stncn zu rufen, würde ein easus belli fein; Frankreich he übrigens gar nicht Zeit ba»u, wenn Deutschland plötzlick) rriffe. Zwar habe Deutschland Die zweijährige Dienstzeit, aber tpermanenten Effektivbestände seien dort stärker. Zu Frank- rchsnumerischerUnterlegenheit käme noch der Vor­st u n g , den Deutschland im Beginn feiner M o - 5 m ach u u g habe. Langlois weist nachdrücklich auf die Nov- ridigkell hin, eine starke Armee und eine unverletzliche Grenze -haben. Tas Parlament dürfe sich nicht hinter der Veramworr- )teit der Regierung -zu verstecken suchen.

Deputierten kämme r. Bei der Beratung des An­ges auf Vertagung der Beratung der Vorlage, betreffend Ab- affungder Kriegsgerichte führt Mini jterpräsib ent Elt - nceau aus: Es haben sich Vorkommnisse ereignet, Die uns üglich Der Disziplin des Heeres Besorgniffe em- tötzt haben. Tas ist, unumwunden gesagt, ein G<.gcnstanv d-r pflft jür alle fluten Franzoften: denn wenn die Lll-

politifd>c Tagesschau.

Zwischen den Schlachte».

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Der Geist der Blockpolitik erstreckt sich nunmehr, wie dieKöln. Ztg.", wohl im Auftrag des Fürsten Bülow, erllärt, gleichmäßig auf Deutschland und Preußen. Mit anderen Watten: die Regierungen in Reich und Einzelstaat sind in ihrer nunmehrigen Zusammensetzung geeint durch die lieber- zeugung von der Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit der Block­politik. Es bleibt also nur noch übrig, daß dieRegierungspar­teien" sich von dem gleichen Geist durchdringen lassen. Der Spätsommer und Herbsl, die Zeil der Partei- und delegierten- tage, wird erkennen lassen, ob und inwieweit der andere Faktor der Gesetzgebung den Glauben des Fürsten Bülow teilt.

Den kritischen Punkt für den Block bildet im Reich bekanntlich die Steuerfrage, die nicht nur den Ausbau des indirekten Steuersystems umfassen, sondern auch die Erweiterung der Erbschaftssteuer in sich schließen dürfte. Für die Parteien in Preußen gilt das Blockprinzip einstweilen noch nicht, aber das Einheitsprogramm des Fürsten Bülow bringt es mit sich, daß durch die Entwicklung der Dinge in Preußen die Block­politik im Reich gefährdet werden kann. Den Stein des An- Itoßes in Preußen wird die Wahlrechtsreform bilden. Weil sie mit Sicherheit im nächsten Winter zu gewärtigen ist, darum unterblieb die Verhandlung über den freisinnigen Wahl­rechtsantrag in der letzten Sesiion des preuß. Abgeordneten­hauses. Die Reform kann ja auch nicht länger hinausgeschoben werden, Denn schon im Herbst nächsten Jahres finben die Neu­wahlen zum Landtag statt. Sie sollen dem Fürsten Bülow das Mittel sein, das Uebergewicht der konservativ-klerikalen Mehrheit des AbgeorvnetenhauseL zu beseitigen durch Stärkung des liberalen Elements. Demgemäß muß die Wahlrechtsreform gehalten fein auf Der Linie von Zugeständnissen an Die breiten Schichten der Bevölkerung, speziell an Den Mittel- unD Arbeiterstand, selbst auf die Gefahr hin, daß einige Sozialdemokraten in Den preußischen Landtag einzieyen. Die Reform kann aber andererseits nicht eine bloße Herübernahme des Reichswahlrechts sein, weil für einen derartigen Entwurf niemals eine Mehrheit im Landtag vorhanden fein würde.

In dieser bedeutsamsten preußischen Frage die mittlere Linie zu finden, auf der Konservative unb Liberale sich vereinigen können, ist also ein Unternehmen von sehr erheblicher Schwiettg- leit. Zugleich aber auch d<ieForderung des Tages", die not­wendige Ergänzung des Bülowschen Programms bei der Reichs- tagswahl. Gelingt die Durchführung nicht, dann ist eine Rück­wirkung auf die Blockpolitik im Reich unausbleiblich, umiomcyr, als ja die innere Harmonie der Reichs- und der preußischen Re­gierung zum Ausdruck gebracht ist durch die Ernennung des Staatssekretärs des Innern zum Vizepräsidenten des preußifchen Staatsministeriums. . ,

Wir stehen jedenfalls am Anfang eines hochinter­essanten Abschnitts der inneren Politik. Im ganzen Reich wird man Anteil nehmen an den Vorgängen nicht nur im Reichstag, sondern auch im preuß. Abgeordnetenhause Die Gene­ralversammlungen der Parteien aber, eingeleitet durch den Katho­likentag und den Parteitag der Sozialdemokraten, werden das Bild der neuen politischen Situation noch vor Zufammentritt der Parlamente kräftig reflektieren und dar tun, wie sich in den Köpfen der Oppositionsmänner die innerpolitische Welt malt.

Die Bürgermeisterwahl in Baden.

Tie badische Regierung hat, schon im vorigen Jahre Erhe­bungen darüber vornehmen lassen, welche Erfahrungen in den Gemeinden bis zu 2000 Eimvolmer mit der direkten Wahl der Bürgermeister und der Gemeinderäte gemacht wurden. Wir hören nun über das Ergebnis, daß in einem -teil der Gemeinden über eine verstärkte Agitation und über em Hrnein- tragen Parteitwliiischer Gegensätze in die Gemeindeangelegenheiten geklagt wurde, daß aber anderwätts Mißstände nicht lonstatiert und teilweise sogar günstige Wirkungen der direkten Wahlen beod- achtet wurden. Tsas Gesamtresultat der Erhebungen ,oll der Re­gierung ein weiteres Entgegenkommen in dieser Frage ernwglichen.

Ir. Ierers-Krozetz.

München, 25. Juni. \

Vor dem Amtsgericht München I begann heute der Prozeß Tr. Karl Peters gegen den verantwortlichen Redak­teur der soz^rem.Münchener Post", Gruber, wegen Be­leidigung durch mehrere Artikel des genannten Blattes, in denen u. a. die Vorwürfe gegen Peters wegen wlllkür- llcher und ungerechter Hinrichtung eines Die- : ners und eurer jungen Negerin wiederholt waren. 1 Als Sachverständige sind anwesend Generalleutnant a. D. v. Siebert und Äuustmaler Frhr. v. Pechmann, welckjer mit Peters am Kilimandscharo war, Dr. Martin Diessen, Eugen Wolf, sowie Pater Acker. Unter den heutigen Zeugen be­fanden sich der Reichstagsabg. v. Vollmar, Justizrat Koffka- Berlin und Redakteur v. Loßberg-Berlin. Nachdem die unter Anklage gestelllen Artikel verlesen waren und Rechts­anwall Bernstein als Vertteter Grubers die Widerklage gegen Peters wegen Beleidigung durch einen von ihm ge­schriebenen Artikä in den ,^>amb. Nachr." begründet hatte, legte Gruber eingehend Die Sforfommniffc Dar, Die ihn bewogen hatten, von Grausamkeiten und Der Un­gerechtigkeit des Klägers äu sprechen unD ihn als einen MörDer zu bezeichnen. Diese Vorkommnisse seien durch den Spruch des Disziplinargerichts festgestellt.

Peters erwiderte, daß Gruber Die Verhältnisse vom Kilimandscharo im Jahre 1891/92 nicht kenne. Damals galt eS, die Autorität Deutschlands dort zur Anerkennung zu bringen. Die Eingeborenen widersetzten sich und Der* tüm melten deutsche Schutzbefohlene aufs grau- amjte. Den Weißen drohten die schwersten Gefahren. Auf riedliche Weife war nicht atiLukommen. Peters schilderte odann, wie im August 1891 Diebstähle und Einbrüche m Stationsgebäude vorkamen und wie Der schwarze Diener Madruck später überführt und verurteill wurde. Ebenso schilderte er die weiteren Vorkommnisse, auf denen alle Angriffe gegen ihn aufgebaut sind. Die ganze Version, die der Abg. Bebel im Reichstage vorgebracht habe und die in der sozialdemoiratischen Presse wiederholl wurde, bezeichnete Peters als eine frivole Legende. Die Hinrichtung des schwarzLN DienerS Mabruck und des Neger- mädchenS Jagodia ständen in gar keiner Beziehung zu­einander. Alles, was über das persönliche Hineinspielen persönlicher Beweggründe behauptet werde, sei erlogen. Wolle man im Innern Afrikas eine Dienerin, die zu einem feindlichen Häuptling fliehe, unbestraft lassen, so würde man dem Prestige außerordentlich schaden.

Rechtsanwalt Bernstein bedauerte, daß das Auswärtige Amt die Vorlegung deS gegen Peters ergangenen Dis- ziplinarurteilS beziehungsweise die Disziplinarakten ver­sagt habe und äußerte den Wunsch, daß Peters seinerfells daS Urteil vorlegen möge.

Rechtsanw. Rosenthal erwiderte, das Disziplinar- urteil sei auf falschen Feststellungen ausgebaut, wenn diese falschen Feststellunaen hier berichtigt und Die ganzen Disziplinarakten Dorgelegt würden, würde Peters dies sehr begrüßen. Aber das ungerechte Urteil allein vorzulegen, damit es nachher in der sozialdemokratischen Presse ausgebeutet werde. Damit könne er sich nicht ein­verstanden erklären.

Als erster Zeuge wird Oberleutnant a. 2. Kunstmaler Frhr. D. Pechmann vernommen, der als Schutztruppeuoffizier nach Afrika gekommen und bann mit Peters am Kili­mandscharo gewesen war; Zeuge schildert die dortigen Vor- rommntsse ebenso wie Dr. Peters. Mabruck fei nur wegen beS Einbruchs, Jagodia nur wegen wiederholler Flucht hin­gerichtet worden. Dr. Peters selbst sei gegen die Hin­richtung der letzteren gewesen, sei aber überstimmt worden. Von einer grausamen Behandlung der Negerinnen sei dem Zeugen nichts bekannt.

In der dtachmittagsfitzung regte Der VorsitzenDe an, vb der Kläger nicht freiwillig Das LiSziplinarurteil vor- leqen wolle. Mehrere Zeugen stellen fest, bau mit bem Vor­trag von Peters im Neuen Verein in Ätünchen fern politischer Zweck verfolgt würbe, ba bie Einlabung bazu lange vor der Reichslagscmflösung erging. Bankier von ber Heybt- Berlin erklärt, Peters Bebeutung als ^Ärlonisator Ostafriras sei gerichtsnotorisch, Peters habe bie oftafrikanische Ge­sellschaft geschaffen und Verträge geschlossen, worauf bw Kolonie beruhe. _ .... ....

Der Pensionist Wiest, ber unter Peters Sanitätsoffizier ber Schutztruppe am Mimanbscharo war, sagt aus, er habe ben Auftrag erhalten, ben Neger Malbruck zu hangen, wobei nichts Ungesetzliches vorgefallen sei. Die Negerin Jagobia sei Kettengefangene gewesen und solchen sei verkündet worben, baß sie bei einem Flucht­versuch schwer bestraft ober hingerichtet wurden, ^agobia sei nach wiederholten Fluchtversuchen gehängt worben. Mit dem Aus peitschen fei sofort mnegehallen worben, wenn bie Letteffenben durch Hiebe verletzt worben feien. Gegen die Askaris sei Peters im Dienst streng, aber oe recht gewesen. _ v ,

Zeuge Reichstagsabg. v. Voll mar erllärt, er häbe 1895 als erster im Reichstage den Fall Peters zur Sprache gebracht, weil er ben Eindruck hatte, daß rnacytige Ein­flüsse sich regten, um Peters ein hohes Amt in ben Kolonien ;u verschaffen. Er habe bann eine große Geiahr? die Manien erblickt wegen der vieün ungünstigen Mitteilungen über Peters. Kvlonialbirektor Kayser habe chm (Herrn v. Bollmar) gesagt, nach Nennung neuer Zeugen würde bie Untersuchung erfolgen wobei auch Schwarze vernommen werden würden. Die Untersuchung habe anfangs für ^ters schlecht gestanden, spater hEn anbere Einflüsse bie Oberhanb gewonnen und Peters Ware sogar bie Lanoeshauptmannschaft am Tanganjika angeboten W^Peters stellte bemgegenüber fest, daß er selbst auf Gründ der Rede Vollmars die Untersuchung beantragte. Lantter von der Heydt erllart, ihm wäre damals mitgeteat worden, daß die Untersuchung nichts Belastendes ergeben habe. Justizrat Koffka-Berlin, Verteidiger Peters in dessen Dis­ziplinarverfahren, teilt mit, daß ihm Wißmann bei der Be­sprechung des Falles Peters erklärte, er würde in emtym ayniiihLri Falle ebenso yandeln .wie Peters gegenüber Mai- ÜLUck und Jagodün

Aolonialpost.

5eclin, 25. Ium. Dcr Ense Riai erfolgte Tod des Stadarztes Dc. Wienecke in Gobabis wird nach einer mtlichen Aieldung aus Windhuk auf Ermordung zurücieführt.

sreueS aus Rußland.

wischen Bauern des Gouvernements Woronesch kam es rvege eines Diebstahls zu blutigen Zusammenstößen. Es gab ote und Verwundete. Unter den Toten befindet sich auch in Waldbesitzer.

)er wtaler Wyczalkowsky in Warschau hat sich auS em Fenster seiner in der vierten Etage belegenen Wohing gestürzt, als Gendarmen ihn verhaften wollten. Fern wurden dort der Professor des Veterinär-Instituts, Szeensnewitz, dessen Laborant Gladycz und mehrere Stuliten nach vorgenommener Haussuchung verhaftet.

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Mannheim, 2u. <$uhi. -tu uigt-u^i^.ub imunite gestern der vom Stabtrat beschlossenen Einführung ber achtstündigen Arbeitszeit ,ür bie Heizer sänll- icher stähkrscher Betriebe, Rechenarbeiter ber üuaranlagen, 1 iiszieher beim Sck)lacht- und Viehhof unb Maschinisten unb Kohlensaurer beim Elektrizitätswerk zu. Den Antrag, einen achtstündigen Arbeitstag für sämtliche stäbtischen Arbeiter einzufühvei, lehnte ber Stabtrat ab.

|tundantrage zu heucheln unb il,.. .........

zu Fai zu bringen. In noch mehr, Teutschlanb hätte mit