IW Ci) einmal das geliebte Wett zu seyen. wie möglich d.abei an. Ein Mörder,
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*: RhNıl ^ier tonnnt cs, daß Sie erst am Sonnabend den ' i . ^^rer 0fahrt nach Baden-Baden angaben und hier so lange
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Sodann gedachte mahl in, die sich seres Regiments erworben hatten. Frau und Herrn reden erschöpft,
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Im Anschluß an die Erösfnungsfeier sand im großen Saale Gesellschastsvereins^Hauscs eine zwanglose gesellige Berei
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Glück auf 1 Gott grüß die Kunst!
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rascher als jeder vorherige Kommandeur uu- die (allgemeinen Sympathien der Bürgerschaft
Er trank auf das Wohl von Fräulein Bajor, von XHnbcnau. Damit war die Reihe der Tischaber noch lange blieben die Teilnehmer in
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schwiegen auch nach dein J^r ^a u? 1 '
i.h. baß für Familienangehörige Kornpli-
Ca turnen_burct) meine Auslagen erstehen könnten.
Bors.: Hatten Sie Anhaltspunkte, baß etiva Frl. Olga mit Beziehungen unterhielt? — Angekl.: Durchaus nicht dann nicht in Betracht kommen, daß Frl. Olga etwa.selbst bei der Tat beteiligt ist? — Angekl.: Das halte ich für gänzlich ausgeschlossen.
Es wird daun nochmals Frl. Olga Molitor vorgerufen
Bor,.: Haben Sie auf jemand anderen Verdacht als den Angeklagten? Zeugin: Nein.
Bors.: Haben Sie den Angeklagten nicht gesehen- nicht ge- spwchen? Zeugin: Nein.
Darauf wird die Zeugin nochmals vereidigt und darauf die m Beweisausnahme geschlossen.
£ _ Bor sitz ende stellt an die Geschworenen folgende Schulb-
fragen:
nigung Mtt, die recht zahlreich besucht war. Im Verlauf des Abends sprach der Dorschen de des Theatervereins, Professor Tr. Fromme, all beit Gästen, bie der Einladung Folge geleistet hatten, sowie allen am Bau des Hauses Beleiligien herzlichen Tjant aus. Er betonte des weiteren, daß man auch fernerhin bestrebt sein werde, das Gießener Stadttheater immer mehr
Nehmen wir alles nun in allem, so ist festzustellen: Feierlicher und prunkhafter hätte man den Einzug Thaliens in ihr neues schönes Heim nicht begehen können, als es geschehen ist.
Wir haben gebauet ein stattliches Haus, drin wir bequeme Sitze, gute Lust und ausgezeichnete Akustik haben. Nun ist es geweiht zum edlen Zweck. Daß es seine Bestimmung erfüllen wird, dem Kunstleben unserer Stadt neue Fülle und Krast zu geben, dafür bürgt wohl der ungewöhnliche, für eine Stadt von der Größe Gießen geradezu gloriose ^bürgerliche Gemeinsinn", dessen unvergängliches Denkmal eS darstellt. Darüber hinaus aber verspricht es die Universitätsstadt Gießen, die wissenschaftliche Zentrale des Großherzog- tums, zum Kunstmittelpunkt dec Provinz und weit darüber hinaus zu machen. Für das Gießener Theater heißt es daher fortan: Post nubila Phoebus!
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sich «uÄmbT "tief ers-Mtert, als jetzt der Vorsitzende
mb™/'"4 T0H baS ,bSmannte T«stament der Mau verlesen
zu einer wahren Statte der Bildung und Kunst zu machen. Sein Hoch galt dem ferneren Blühen und Gedeihen des Theaters. Finanzminiscer Exz. Tr. G n a u t h dankte für bie Einladung zur Theater-Eröffnung und bemerkte unter Heiterkeit der Zuhörer, er leite die Veranlassung zum Reben für seine Person daher, daß er ebenfalls unter den Zuständen des alten Theaters gelitten habe. Auch er dankte allem die am Theaterbau mitwirkten, und bemerkte weiter, daß die Gießener Bürgerschaft mit dem Bau ein leuchtendes Vorbild weit über die hessifchen Grenzen hin- laus gegeben habe. Die Aufbringung der Mittel habe ihm als Finanz Minister umso besser gefallen, als er damit eine Waffe der Abwehr erhalten habe, die er als Beispiel gegen die anwenden könne, die immer nach der Staatshülfe schrieen. Er leerte [ein Glas auf das Wohl aller Mitarbeiter. Direktor St ein- go etter dankte im Namen des Künstlerpersonals für dte großartige Kunststätte, die man ihm bereitet habe. Als er das neue Haus zum erstenmal gesehen habe, sei ihm zumute gewesen wie einem Kinbe, das den Weihnachtsbaum sehe. Tu|es Gefühl habe such immer mehr und insvesondere heute verstärkt. Zum Schluß brachte der Redner ein Hoch auf den Theaterverein und feinen verdienstvollen Vorsitzenden Prof. Fromme aus. Oberst von Sinbentau feierte den Dichter des Prologs und gedachte seiner als Förderer der Hessentünst, indent er Die Hoffnung ausiprach, daß der Dichter auf dem betretenen Wege fortfchreiten und uns ein echtes deutsches Drama bescheren werbe. Herr Alfred Bock bantte, indem er ausführte, daß der Hauptteil des Dankes der liebenswürdigen Interpretin 1 einer Verse gebühre.
er des Obersten von Lindenau und seiner Ge-
k «Angeklagte schuldig am 6. November vorigen Jahres, Enos. 6 Uhr, seine Schwiegermutter, die Geheimratin Molitor vorsätzlich getötet zu Haden? Im Falle der Bejahung dieser Fauige: Ist er schuldig, bie Tat mit Ueberlegung vollführt zu haben? _
Auf Wunsch ber Geschworenen würbe beschlossen, heute bie Affäre zum Abschluß zu bringen.
Es wurde daher um Vs 10 Uhr mit den Pläboyers begonnen. Staatsanwalt Tr. Bleicher führt aus, daß die schlimmsten Tragödien nicht auf der Bühne, sondern in der Wirklichkeit spielen. Maglose Geimßsucht und Geldgier haben hier einen Mord veranlaßt. Tückisch lockte der Mörder eine angesehene, geliebte, be- iabrte Dame in den Hinterhalt und schoß sie meuchlings nieder. Seine Gattin suchte verzweifelt den Tod im Pfäffikoner-See. Ter Vater erlitt einen Schlaganfall, von dessen Folgen er sich noch nicht erholt hat. Ein viertes Opfer ist das unschuldige Kind, das ewig den Makel, einen Mörder zum Vater zu haben, tragen muß. Ter Angeklagte hat sich in Amerika bemüht, sich einen Erwerb zu schaffen. Im Jahre 1906 fing das Leben des Angeklagten an, einen ruhelosen Verlauf zu nehmen.
Er ging nach dem Klontinent, stieg in Wien mit zwei Damen vb, mit denen er das Zimmer teilte, ging nach Konstantinopel und weiterhin. Der Angeklagte brachte in dieser Zeit sein ganzes Geld durch, bis auf etwa 10 000 Mk. Im Oktober finden wir ihn in Wien. Hier beginnt das Verbrechen. Hier begann der Schwindel mit dem Kreditbrief. Er wjar mittellos. Er hatte keine «andere Geldquelle als diesen Kreditbrief. Und immer spielte er den großen Herrn. Er sah feinen finanziellen Zusammenbruch vor sich und trug das Todesurteil gegen die Frau, bereu Gastfreundschaft er genoß, schon im Herzen. Dann ging er nach Paris. Mit einem Telegramm lockte er seine Schwiegermutter nach Paris. Um Mitternacht kam Frau Molitor in Paris an. Tas war der erste Versuch des Angeklagten, feine Schwiegermutter aus dem Wege zu schaffen. Vielleicht hätte er sie getötet ober sie unter ein Automobil geworfen. Von Pvris ging er nach London. Tort gab er selbst eine Depesche an sich auf, bie ihn n,ach dem Kontinent berief, und mit der er feine Frau be-
etne künstlerische Veranstaltung, er trägt auch vornehmen gesellschaftlichen Charakter.
Und wieder ruft bie Klingel. Man bricht auf, schnell wird noch einem bet beiden reich besetzten Büfetts ein kurzer Besuch adgestnttet und dann sitzt man wieder auf feinem Platze.
Nach dem FinnländifchenReitermarsch ans dem 30jährigen Kriege — vielleicht wäre noch passender Smetanas symphonische Dichtung „Wallensteins Lager" gewesen — entfaltete sich vor unfern Augen Schillers buntfarbiges kriegerisches Lagerbild. Die Trommeln rollen und die Hörner klingen. Ums schwelende Lagerfeuer drängt sich die Fülle der Uniformen, flattert die leichte Beute der Solbatendicnen. Der Wachtlueistcr (Herr Bakos), sekundiert vom Trompeter (Herr Krauß) packt seine bieber-heitere Weisheit aus, hell auf iobert bie rasche Wildheit ber Höllischen Jäger (Herren Roben unb Goll) grämlich meckert bazivischen bie spleßecige Bebächtigkeit beS Arkebusiers (Herr Lippert). Der Kroat (Herr Fredy) wirb um seine Beute geprellt, ber Bauer nebst feinem Sohn (Herr Gareis und Frl. Winbetstein) schmählich um bie Frucht feiner spitzbübischen Rache gebracht. Dummfrech lacht ber Rekrut (Herr Schür- niann) in bas Gezeter bes Kapuziners (Herr Schlegel), lustig imb schlau schlüpft durch das Gewimmel die gefchäftige Gustel von Blajewitz (Frl. Lautermann). Unb all ben schwankenben Wirrwarr faßt zum festen Entfchluß zusammen der männlich ernste Kürassier (Herr Weingärtner). Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd! fchmettert das Lieb vom freien, frohen Solbatentum.
Dieses wundervolle Meisterwerk eines stilvollen Realismus bot Anlaß zur Entfaltung all ber reizvollen Künste, die unsere neue Bühne zu bieten vermag. Wir sahen ein reich ausgestattetes winterliches Kriegs- unb Kulturbilb. Die bebeutenbe Tiefe ber Bühne erlaubte es, ein lebendiges Zu- unb Abstürmen von Volksmengen ungezwungen ins Werk zu setzen unb ben Raum auch dekorativ wirkungsvoll auszunutzen. Den Vorbergrunb und bie Mitte nahmen bie Solbaten am Wachtfeuer, Marke- ienbcrinnenÜänbe, Zelte unb Wachtbuben mit ihrem Hin unb Her ein, während den Hintergrund bie erhöhte Lagerbefestigung mit Geschützen abschloß. In ber Ferne ragten Pilsens Mauern und Türme. Die Darsteller der verschiedenen Soldatentypen kehrten allesamt in ihren historisch treuen Trachten die malerische Erscheinung unb das rauh-romantische Wesen der damaligen Soldateska überzeugend hervor. Die Kostüme waren ja freilich sehr neu, wie aus dem Ei gepellt, und straften somit die strapaziösen Abenteuer ihrer Trager Lügen. Aber bie Bewegung der Massen gelang im allgemeinen recht natürlich, wenngleich immerhin der Wunsch übrig bleibt, daß die handfesten gelockerten Sitten jener Zeit noch schärfer hervortreten kömiten. Ein paar Männlein unb Weiblein aber fah man boch auch ohne theatralische Zimperlichkeit miteinander verkehren unb die Dirnen-Tanze am Schluß entäußerten sich besonderer Rücksicht auf die Zartheit bes Parketts. Vornehmlich Anerkennung uerbient Herr Schlegel für ben Kapuziner, ben er ganz bet Rolle entsprechend halb als Zeloten, halb als den Volksrebner spielte, der, wie Kleists Adam, .sich selbst an feinen Witzen unb Wortspielen unb an deren Wirkung auf seine Zuhörer erfreut unb belustigt.
Ter Angeklagte ist ganz zusammengesunken unb geistesab- wesenb. Erst nach mehrmaligem Anruf fährt er verstört empor und erklärt auf bie nochmalige Frage, ob er noch etwas zu sagen habe, mit lauter Stimme: „Nein!"
Ter Vorsitzenbe gab den Geschworenen die Rechtsbelehrung, worauf fie sich zur Beratung zurückzogen.
Um % 2 Uhr nachts verkündete nach einstündiger Beratung der Obmann der Geschworenen auf die Frage: „Hat der Angeklagte die verwitwete Frau Geheimrat Nkolttor vorfätzlich er- inorbet?": Ja, mit mehr als 7 Stimmen. „Hat er mit Ueber- lcgung gehandelt?": Ja!
Ter Angeklagte wird in ben e>aal geführt. Die Antworten ber Geschworenen werden nochmals verlesen.
Staatsanwalt: Ich bitte auf die im Gesetz vorgesehene Strafe zu erkennen und aus'Aberkennung der Ehrenrechte auf die Tauer von 10 Jahren. — Verteidiger: Ich habe keine Anträge mehr. — Angekl.: Ich auch nicht.
Das Gericyt rieht sich zur Beratung zurück.
Nach kurzer Beratung verkündet ber Vorsitzende Las bereits mitgeteilte Todesurteil.
Vorsitzender zu Hau: Haben Sie noch etwas zu erklären? — Hau: Nein.
Er wird hinausgeführt, das Publikum nahm das Urteil mit Ruhe auf.
Dr. Dietz hat bereits Revision eingelegt.
h. Karlsruhe, 23. Juli. Der vom Verteidiger Haus, Rechrsanwalt Tr. Dietz, eingereichte Revisions-Antrag! stützt sich auf eine Reihe prozessualer Verstöße. Das Befinden Haus war heute sehr gut. Tas Todesurteil hat feinen deprimierenden Eindruck stuf ihn gemacht. Er ist von besten Hoffnungen über ben Erfolg ber Revision erfüllt. Er beschwerte sich seinem Verteibiger gegenüber, ber heute vormittag eine längere Unterredung mit ihm hatte, in erster Linie über bie Höhe ber verhängten Ehrverluststrafe, bie vom Gerichtshöfe auf zehn Jahre festgesetzt würbe. Mit bitterem Ernste betonte Hau, baß acht Monate Uittersuchungshaft für ein verunglücktes Renbe^wus eine völlig ausreichenbe Strafe gewesen Ware. Ein Todesurteil deshalb über sich ergehen lassen zu müssen sei kaum glaublich. Tie Familie Molitor wurde heute nacht unauffällig durch eine Seitentür aus dem Gerichtsgebäude gelassen, worauf sie ein Wagen nach Ettlingen brachte, weil in Karlsruhe für ihre Sicherheit sehr zu befürchten war.
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enthält. Gr wolle alles zugeben Famillenangelegenherteu ““l bie Verlesung verzichten. ' '- ± Verlesung M Testaments
wohl in ben Ohren, allein zum Herzen bringt es nicht." Aber dieser Prolog, in dem sich Dichterresignation, Theater- unb Weltklugheit zu einem unvergänglichen Terzett vereinigen, Übt doch einen unverwüstlichen Reiz unb Zauber aus unb es wäre zu wünschen, daß sich das Theaterpublikuni ihn zu öfterer Lektüre erwählte. Goethes Verse auch dem ferneren Ohr wirklich zu' Dank zu sprechen ist aber ganz außerordentlich schiver.
Nikolais immer junge, immer frische Ouvertüre zu den ^Lustigen Weibern" Leitet bann ben „Zerbrochenen Krug" von Heinrich v. Kleist ein. Obwohl bie Entstehungsgeschichte dieser unsterblichen Dichtung bekannt ist, bleibt es ein Rätsel, bas nur in dem Genie des Dichters seine Erklärung findet, wie dieser Melancholiker ein so köstliches, nie alterndes Lustspiel schaffen konnte. Feiert es doch im nächsten Jahre seinen 100. Geburtstag! Da Herr Al-ois Wohlmuth, kgl. Hofschauspieler in München, einer der hervorragendsten deutschen Darsteller des Dorsrichters Adam, zu diesem Weiheabenb gewonnen worben war, so war eine nicht alltägliche Aufführung gewährleistet.") Unb sie riß das festlich versammelte Publikum hin. Der breit angelegte unb höchst humorvoll zugespitzte Abam trug allein bicse unbändigste aller deutschen Komödien. Das Bäurische, Rauhbeinige brachte Herr W. mit innigem Behagen heraus unb bie tiefernfie Seite der luftigen Sache, bie grenzenlose Justizrohheit, ließ er gerabe burch seinen starken Farbenauftrag burchflackern. Ec gab einen Abam, der über ber Freude an dem eigenen Witz bie verzweifelte Lage fast vergißt, ber sich mit köstlichem Galgenhumor, mit aller Geistesgewalt aus der fchon eng ben Hals ihm fchnüren- bcii Schlinge herauszappeln will m einer unvergleichlichen Art tollen GaubiilNis an der eigenen Klemme — eine ganz wunderbare Spielart der eigenen Schadenfreude. Uebrigens hatte er der gewaltsamen Theaterbeacbeitung, m der leider fast allenthalben noch, und ebenso bei uns auch bisher, das Kleist'sche Drama erscheint, den Garaus gemuckt unb sich säst genau, nur mit einigen Kürzungen, an das Original gehalten. Bon so sastigem, oft überwältigend prächtigem Humor Herrn W 8 Leistung als Adam aber auch ist, sie zeigte sich docy als Virtuosenstück, da nicht der rechte Zusammenklang geivahrl ivar. Es schien, als rechneten alle übrigen Darsteller den Adain zu jenen Sündern, die ernst zu nehmen smd, jo sehr sie auch ergötzen- sie hatten auch nut dieser Auffassung S° UÄ"Ä fällt und hinans drängt die festliche Schar der Gäsie, während der großen Pause sich m den breiten lichtüurchfluteten Wandelgängen 311 ergehen. Und ms p>-acht>ge ^oner hinein ergießt sich unabläßüch der Strom der froh erstaunten Wandler. Die Augen glänzen, mancher rosige Nacken leuchtet, die Seide rauscht, neben der schwarzen Feierlichkeit der Fräcke blitzt sparsam die bunte Pracht der Uniformen, hier merkt mans wahrlich, dieser Festabend ,st nicht nur
•> Herr Wohlmull) hat sich auch als Schriftsteller einen Namen /»emneht Recht amüsant sind namentlich seine „Ferlen-^iaume rmuneben 1904), die den dichtenden Mimen hinausfichren aus ben .himmlischen Soffiten" unb ber „angestrichenen Natur in Walbe^- luft und Blütenwelt.
umnebelt. Wicktia Ü iii7t's.. -A? /"erieiung oes Moments anberung des Kinbes gebeten iuirlL Um
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Ohug dsann nach Franlsurt, - nach Karlsruhe, unv i iMeßlich n/ach Baden-Baden. Hier trieb er sich am 6. dkvvem- 1 ber in den eimfecn umher und berief bann vor 6 Uhr nach- - mittags Frau Molitor telephonisch nach der Poss. Nach der ' •jat floh er nach Brüssel, wo er seiner Frau telegraphierte. : Zer Angeklagte gab einen Grund für seine Reise nach Baden- Baden an. Dieies Motiv iss aber absolut ausgeschlossen. Es ' lpußte nientianb etwas von feiner großen Leidenschaft, insbe- ' onbere nicht ber Gegenstsanb seiner Neigung. Statt fofori nach Baden-Baben zu eilen, bleibt er einige Tage in Frankfurt unb. ■ ragt dort nach Dirnen. Die gräßlichß-en Seeleuqualen über
Die Tat erlitt seine Frau. \yie war von ber Schuld bes Angeklagten überzeugt. Nach dem Tode ber Frau war ber Angeklagte von 1 allen Rücksichten frei: Warum sagte er nun nichts von beut Renbez-vous in Baden? Tas iss ein untrüglicher Beweis, baß er bie Tat begangen hat. Jeber Mittel bar, tötete er die Frau, durch deren Tod er Kredit und später. eine Erbschaft erhielr. öu spat gab der Angeklagte sein Motiv an. Und warum? Wegen der Komödie Senf. Ein Zeuge nxir es, der im Gefängnis mit ihm fiaß, deiseu freisprechendes Urteil noch nicht rechtskräftig iss. Ein Mfann, der feine Frau in ben Tob gehen läßt, verkauft sein Gel-eimuis um 30 Mk. Er hat bie Dreistigkeit, um das zu sagen. Ter Verteibiger iss bis heute in derselben Ungewißheit über die Einzelheiten btt Tat, wie wir. In Sonbon jagte ihm ber Angeklagte: „Nehmen Sie nur an, ich hätte bie Tat begangen unb richten Sie Ihre Verteibiguug barnach ein." Es iss nicht der geringste Zweifel, daß ber Angeklagte ber Täter ist.
Tauu ergriff der Verteidiger Dr.. Dietz bas Wort. Er erklärte: Ich bitte Sie meine Herrn Geschworenen um das Leben des Angeklagten, um seine Freisprechung. Ter Angeklagte ist emes ber größten Rätsel, bas es gibt. Er legte seinen Kvpf bis unter bas Fallbeil, um einer T^rne, bie er unerlaubt liebte, zu ersparen, baß ihr Name in allerlei Beziehungen gebracht werbe. In solchem Flalle kann man nicht kommen unb sagens „Ter Mann iss verdächtig. Er git im letzten Moment eine unglaubhafte Erklärung." Wo ist der vornehme Herr, ber hinter den Tarnen Molitor I^rnef, wo bie anderen beiden Herren, bie auf ’ber Straße herumivimmetten? Unsere sinbige Kriminalpolizei konnte sie nicht auffinben. Sie sind aus ber Welt verschwunden. Wenn das Verbrechen ungesühnt bleibt, bann bebauten-Sie sich bei ben Leuten, bie lauf bie falsche Spur hmgewiesen haben und bei "ber UntersuchungsbeHörde, die so wacker gearbeitet hatte, bie, in bem kleinen Baben-Baben bie vier Herren nicht finben tonnten, llnb wenn bie Wett voll Staatsanwälten wäre, die bie Zeitungen vorher bearbeiten unb ihnen bas fertige Urteil probuzieren, Sie, meine Herren Geschworenen, dürfen sich dadurch nicht beeinflussen lassen. Tie, Annalen dieses Prozesses sind ja noch nicht geschlossen. Die Sache wird an anderer Stelle weiter au^getragen werben. Nun zum Jnbizienbeweis. Ein solcher muß stets mit Vorsicht angewenbet werden. Ter bes Staatsanwalts ist wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Dieser „Raubmörber" ist ein sonderbarer Raubmörber. Er vermummt sich. Man benkt an ben Schinberhanues unb anbere Gestalten. Ter hochintelligente, vornehme Universitätsprofessor macht eine solche Vermummung, baß bie Kinder über ihn lachten und er den Leuten wie ein „Fliegender Holländer" vorkam. Der „Raubmörder" läßt sich in Frankfurt einen Bart anlegen, im Hotel, wo alles darüber lacht, er sagt, er geht nach Baden-Baden, damit alle Leute in Frankfurt am nach neu Tage gleich wissen: „Aha, das ist "ja unser sauwser „Raubmörder". Sie kennen den Mann, der so vermummt umberläuft, an allen Orten. Das ist der blindwütige Verliebte. Wenn bie Liebe in Betracht kommt, bann werben nicht nur Weiber zu Hyänen, sonbern auch Rechlsanwalte zu Eseln. Pros. Aschaffenburg hat mir geschrieben, er habe vom ersten Tage an, nachdem er ihm in bie Augen geguckt hat, sich von seiner Nichtbeteiligung am Morbe überzeugt. Tas ganze Vorleben bes Angeklagten weist auf eine Dekadenz hin. Was treibt er nicht alles in seinen sexuellen Abnormität. In Paris sah er ein, daß das dreieckige Verhältnis — an bem Frl. Olga Molitor vollkommen unschuldig ist — nicht weiter geht, b,aher das Telegramm, das der Staatsanwalt als Mordversuch auslegt. N,ach Baden-Baden ging er vor der Abreise nach Amerika, um
wie möglich dabei an. Ein Mörder, ein Raubmörder ist es nicht, wohl aber ein verliebter, abscheulicher Mensch. In Baden- Baden irrt er umher, telephoniert, stürzt nach der Villa. Aber wer tritt heraus? Frl. Olga mit seiner Schwiegermutter. Ta sah er, baß fein Plan mißlungen war und er stürmte davon. So hat sich ber Vorgang abgespielt. Mein Mann fuhr mit bem nächsten Zuge bavon. Der Mann bes Staatsanwaltes schoß inzwiicheir unb lief die Linbenstaffeln entlang, springt über bas eil eene Gitter in seinem langen Paletot, läuft die langen belebten Straßen an unb kommt keuchend auf dem Bahnhofe an. Tort treffen sich die beibem Mein Msann fommt gemächlich per Trofchke an, ber des Staatsanwalts kommt leuchenb an. Der bomeljmc graue Herr rennt auch irgenbwo zur Bahn. Alle brei reimen also zum Bahnhof unb fahren bavon. Da kommt ber Staatsanwalt unb sagt: „Einer iss es, ben Hau haben wir, also köpfen wir ihn." Ich plaibiere nicht für milbernbe Um- stänbe ober Unüberlegtheil. Wenn Sie, meinen Herren Geschworenen als Schöisen ber Mann wegen Schießens an unerlaubten Orten auf Gruub bieses Jnbizienbeweises mit brei Mar! bestrafen sollten, Sie würden dem Anwalt ins Gesicht lachen. Sprechen Sie den Mann frei. Ter Prozeß hat wieder gezeigt, wie notwendig bie Aufrechterhaltung des Schwurgerichts ist. Weil wir gesehen haben, wie unsere juristischen Formalitäten nicht nur Hab unb Gut vernichten, sonbern auch ben Tob bringen. Nur Morb gibks nach dem Gesetz. Keine verminberte Zurechnungsfähigkeit, keine milberubeii Umstänbe unb keine Berücksich- tigüng ber Psychopathie. Meine Herren Geschworenen! Sprechen Sie meinen Klienten frei! Damit werben eie wirtlich auf bem Boben ber neuen Zeit stehen.
Vorsitzender zu dem Angeklagten: Wollen Sie noch etwas sagen?
E^wuÄeÄnn hal nuv einzelne Teile verzichten. J verlesen. bann bad Testament ber Frau Hau vom Mai 1907 r * Of'CT sstzt um 7 Uhr eine Pause machen
Wirb^!"0^ UÖ C eT^art abn:: bitte, baß jetzt ein Enbe gemacht


