Ausgabe 
26.6.1907 Erstes Blatt
 
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des

3%

. 93.70

Pnnce-Henri-Eisenbahu . 131.

225.40

Berliner Börse, 26. Juni. Anfangskarse.

gesessenen.

Rentenempfänger eine

Wasser- Verleihanstalt Sandheimer dt

dichte Strupp tz-rankfurt a. M. hW6

. 118.25

. 103.90

. 220.60

. 192.40

troenoigieit überzeugt, oatz lungcn besondere Fürsorge, hauptsächlich in

Elektriz. Lahmeyer . .

Elektriz. Schnckert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk

. 203L0 . 224.50 . 27.20 . 115.60

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

Berliner Haudelsges .

Darmstädter Bank Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank

Diskonto-Kommandit. .

Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .

Gotthardbahn . .

Lombard. Eisenbahn .

Oesterr. Staatsbahn . .

Canada E. B. . . , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

93.75

83.45

94.-

83.60

92.65

94.00

98.60

99.30

93.45

103 20

65.70

66.10

90.40

92.

93.70

84.50

63.-

96.00

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen

27.70

142.70

4H°/o russ.Staatsanl. 1905 4%°J0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ...... 4-6 Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . 4^°/0 Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . . .

Tendenz: fest

. 168.50

. 128.90

. 222.80

. 71.50

. 138.40

Ans K.KSt utio Lulno.

Gießen, 26. Juni 1907.

Die Zeit der süßen Kirschen ist nahe heran­gerückt und bald werden diese saftigen Früchte, dank der in Aussicht stehenden vorzüglichen Ernte, bald in reicher Menge auf den Märkten unter dem Frühobst vertreten sein. Jung und Alt wird sich wieder an ihnen laben. Leider tritt da­bei wieder die Unsitte zu Tag, die Kirschen samt den Kernen zu verschlucken. Die unverdaulichen Kerne ge­raten gar zu leicht in den Blinddarm und verursachen dort Entzündungen und Eiterungen, deren weitere Folge ein schmerzvoller Tod sein kann. Eine ebensolche Unsitte ist es, die Kerne auf den Fußsteig oder aus die Straße zu spucken, da schon mancher Fußgänger durch Ausgleiten, durch Kirschkerne hervorgerufen, einen schweren Fall mit Arm- oder Beinbruch davongetragen hat. Man sammele die Kerne und überliefere sie dem Komposthausen oder dem Feuer.

* Kleine Tageschronit. Ein 13jähriger Knabe aus D i r s ch a u-Wiesen siel von einem plötzlich scheu gewordenen Pferde herab, blieb im Steigbügel hängen und wurde zu Tode geschleift. In St. I n g b e r t wurden bedeutende Unterschlagungen des Rechtsanwaltes Hans Gries entdeckt. Derselbe ent­zog sich der drohenden Verhaftung durch die Flucht.

jeder wirtschaften, wie er will. Er ist nicht an den Nachbar gv- pro qm und Woche 10 Pfg. 11 * 8

Landen, wenn er Bs- und Entwässerung per Grundstücke vor-1 Telephon M7. Telegramm-Adresse: Industriebedarfs

Tektonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse 26. Juni, 1.15 Uhr.

4l/8?o Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4?o Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I .

. 152.00 128.90

. 222.90 . 147.00 . 169J5 . 138.70 . 203.70

nehmen oder Abzugs- und Vorftutsgraben instand halten will, und hat zu seinen Grundstücken jederzeit freien Zugang. Uebri- gens hat Altenkirchen trotz seiner abgeschiedenen Lage große Fortschritte in der landwirtschaftlickeu Entwicklung gemacht. Zum Beweis sei nur die vor wenigen Jahren gebaute Quells Wasserleitung erwähnt, worüber letzt nur ein Lob besteht.

? Aus dem Hinterlandkreis, 24. Juni. Die letzten Tage brachten unserem scheidenden Landrat v. Heim­burg Ehrungen schöner und erhebender Art. Am Donners­tag waren die Bürgermeister des Kreises zur letzten Sitzung in der Kreisstadt versammelt. Bürgermeister Grünewald- Biedenkopf hob in treffenden Worten die Verdienste des scheidenden Landrats um den Hinterlandkreis hervor. Im Namen der Versammelten überreichte er eine auS Bronze gefertigte Uhr in Form eines von einem Adler gekrönten Denkmals. An demselben Abend ging ein von der Stadt Biedenkopf veranstalteter stattlicher Fackelzng vor sich. Ein fröhlicher Kommers, der durch Musikvorträge und Gesänge der Vereine gewürzt wurde, vereinte hunderte Bürger und Beamte nochmals mit unserem Landrat. Nicht minder zahl­reich waren am Sonntag die Vertreter der Kriegervereine zum Abschied um ihren langjährigen Vorsitzenden versammelt.

4- M erkenfritz, 26. Juni. Ter Kriegerverein feierte am 23. und 24. Juni das Fest seines 12 jährigen Be­stehens, verbunden mit der Weihe seiner Fahne. Gegen 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Torf. Zimmev- mann Langlitz begrüßte die erschienenen 26 Vereine und Gäste und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf unsere obersten Kriegsherren aus, worauf die Regimentskapelle 116 Kaiser Wil­helmHeil dir im Siegerkranz" anstimmte. Pfarrer Kumpf aus Wenings hielt sodann die zu Herzen gehende Weiherede, in der er auch eines tzapferen Soldaten aus Merkensritz, der im Krieg 1870/71 eine Fahne gerettet hatte, gedachte und die Mahnung daran knüpfte, diesen Braven nicht zu vergessen. Hierauf sprsach Fräulein Ganz von hier einen Prolog und den Tank sin die Frauen und Jungfrauen in Merkenfritz, die zur Anschaffung der Schleife zahlreiche Gaben gesperrdet hatten. Auch der Fahnenträger sprach Worte des Dankes für das Ehren? amt, das ihm übertragen sei. Zum Schlüsse sang der Gesangf- verein Merkensritz das zur Bedeutung des Liedes passende Lied: Gott sei mit dir mein Vaterland". Wenn auch das Wetter am Morgen zweifelhaft war, so hatten sich doch eine große Menge Gäste in den beiden großen Festhallen, die am Abend elektrische Beleuchtung zeigten, eingefunden. Am zweiten Tage ging noch­mals ein Zug durch den Ort, bei dem hauptsächlich die Schul­jugend allgemeine Bewunderung erregte. Auf dem Festplatze nahe a m Waldesrande fanden nun Volksbelustigungen statt: Sacklaufen, Topfschlagen, Schwebebaum, Brvtessen, Schuhaus­ziehen sowie andere Spiele. Noch hange werden die Kinder, die schöne Geschenke erhielten, sowie alle Teilnehmer an das schöne Fest zmüLrenken.

. Tie Zusammenlegung unserer Grundstücke ist nänv-

lich unter der Oberleitung von Regiecungsassessor von Morew-

hoffen seit gestern beendet und findet die Verausgabung der ein­zelnen bis 10 Ätvrgen großen Parzellen statt. Soviel können wir schon heute konstatieren, haß sich unsere Ortsbevölkerung! überaus lobend über das Verfahren ausspricht; denn jetzt kann

Portugiesen III

Bezug auf Wohnung, Verköstigung und ärztliche Behandlung be­dürfen, hatte die Versicherungsanstalt vor einigen Monaten, um einen Ueberblick über die Zahl der zu dauerndem ober wenigstens längerem Aufenthalt in solchen ArrMlten bereiten Rentenemp-

Wl. 3% Wio 3% Wlo 3Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente. .

Kutscher, bei der nächsten Apotheke oder Drogerie halten Sie an!

Ich hab' keine Jayo ächte Sodener Mineral-Pillen mehr daheim gehabt und will mir schnell noch ein paar Schachteln kaufen. Wer kann wissen, ob man in der Sommerfrische welche bekommt und ohne Fays Sodener Mineral Pillen kann ich bei der Empfindlichkeit, mit der ich aus leben äußeren Einfluß reagiere, einfach nicht sein. Fays achte Sodener kosten 85 P'ä. ver Schachtel und sind in jeder Avocheke, Drogen- oder Mineralwasserhandlung zu haben. Alle Nach­ahmungen, ici es mit ober ohne Zusatz, weise man ent­schieden zurück. hv26/«

Reise. Die Pläne für die Sommerreise sind gemacht, die Vor- bereitungen haben begonnen. Die Hausfrau hat die letzte Wäsche angesetzt, sie sorgt für die Garderobe und macht sich schon Gedanken über das Einmotten. Der Hausherr ist ruhiger, er glaubt, er hat genug getan, wenn er das nötige Reisegeld beschafft. Genügt das wirklich? Erinnert er sich nicht des unruhigen Gefühls, das ihn im vorigen Jahre beschlich, als er von Einbrüchen in leer stehende sparen, er braucht nur l anzulegen I Geld für

** Eine segensreiche und ebenso auch für andere Landes-Ver­sicherungsanstalten enrpfehlenswerte Einrichtung hat jetzt die Gr. Hessische Landes-Versicherungsanstalt getroffen, indem sie für lun­genkranke Rentenempfänger, die in einer Lungenheilanstalt leine Aufnahme mehr finden können, Sanatorien errichtet hat bezw. «richten wird. Von der Notwendigkeit überzeugt, daß lungew-

Wohnungen las? Diese Unruhe kann er sich sparen, er wenige Mark für eine Einbruchdiebstahl-Bersicherung .. Wenn er. eine Reise macken kann, hat er auch noch das < diese Versicherung. Die Prämie hierfür ist int allgemeinen kleiner als für die Feuer-Verfichernng. Die Bedingungen der Victoria, Feuer BersicherungS-Aktlen-Gesellschast, sind in verschiedenen Punkten für die Versicherten günstiger als die anderer Gesellschaften. Bei einer Bersicherungsdauer von mindestens 5 Jahren nt bet ihr die Zahlung der Prämie in Wochenraten zulässig. Die Rette legt auch den Gedanken an die lebenslängliche Eisenbahn , und Damvfschifs- Unglück-Bersicherung wieder nahe. Die Victoria gewährt diese Versicherung ach die ganze Lebenszeit gegen eine einzige Jahres- prämie, die in Wochenraten von 20 Pfg. an entrichtet werden kann. Ihre Versicherung gilt für alle Eisenbahnen, Straßenbahnen usw. der ganzen Erde und iür Dampfschiffe und Motorboote auf europäischen Binnengewässern. Der Preis der Versicherung ist verschwindend klein, beträgt er doch auf die ganze Lebenszeit verteilt, nur wenige Pfennige für die Woche. Je früher man ne nimmt, je billiger rechnet sie sich. Einbruchdiebstahl-und Elienbahn^Unglück-Versicherung haben bauernhen Wert. Es wird nn ganzen Jahr eingebrochen, und man fährt fortwährend auf Schienen, ohne gerade eine «Reise" zu machen. C25/»

fön gern zu gewinnen und bevor sie weitere Schritte zur Der- wirklichung dieser Pläne unternahm, durch Zirkulare Anfragen an solche Kranke gestellt, ob diese-^gegen Abtretung der Rente Aufnahme in ein solches Sanatorium wünschten. Eine größere Anzahl, meist ledige Rentenempfänger, haben sich zum Aufent­halt in einem Ssanatorium bereit erklärt und steht jetzt dte Landes­versicherungsanstalt mit den noch in Frage kommenden Anstalten und Krankenhäusern des Landes wegen Schaffung geeigneter Räum- lichkeiten in Unterhandlungen. Wie uns jetzt mitgeteitt tourb, inb die Unterhandlungen so weit gediehen, daß bis zum Herbst )ie Belegung dieser Anstalten erfolgen kann.

** Buchführung für Handwerker. Alljährlich wenn )ie Steuerzettel den einzelnen Steuerpflichtigen zugestellt werden, hört man besonders in Handwerkerkreisen sehr viel Klagen über zu hohe Einschätzung; daß aber nicht die Behörden, sondern die Handwerker selbst die Schuld hierbei tragen, dürfte Vielen nicht bekannt sein. Tie meisten Handwerker, welche zu food) einge­schätzt zu sein glauben, reklamieren gegen die Veranlagung, können aber dann, wenn dies von der Steuerbehörde verlangt wird, keinen Nachweis erbringen, daß sie wirklich, ein geringeres Einkommen haben, denn es fehlen ihnen zu einem solchen Nachweis die Unterlagen. Wenn auch die Handwerker nicht verpflichtet sind, Bücher über Geschäfts-Einnahmen und -Ausgaben zu führen, so kommt ibnen dies besonders bei etwaigen Steuerreklamationen doch sehr zu statten. Selbstverständlich kann man von den Hand­werkern nicht verlangen, daß sie sich eine kaufmännische Buch- ührung anlegen, denn dazu haben die meisten keine Zeit, es genügt vielmehr, ein einziges Buch, in das sie die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Geschäfts eintragen. Hierbei dürfen allerdings nicht die im Haushalt verbrauchten Bettäge in Ausgabe gestellt werden, da sonst die Feststellung des steuerpflichtigen Ein- bmmens sehr erschwert wird. Hat ein Handwerker im Laufe >er Woche keine Zeit, die Einnahmen und, Ausgaben zu buchen, o notiert er sie sich in ein kleines Notizbuch und es ist am Sonntag nur eine Stunde Zeit nötig, um die einzelnen Posten zu Luchen. Auf diese Weise erhält der Handwerker zu jeder Zeit ein kleines Bild über die finanziellen ^Verhältnisse und auch bei etwaigen Steuerreklamationen ist es der Steuerbehörde möglich, >as wirkliche Einkommen des bett. Handwerkers festzustellen und zu versteuern, wodurch sowohl der Behörde wie dem Steuerpflich­tigen manche Arbeit und mancher Verdruß gespart wird.

** Heimarbeit-Ausstellung zu Frankfurt a.M. Am 20. d. Mts. fand in Frankfurt a. M. eine Sitzung des Haupt­ausschusses statt. Es wurde namentlich die Aufstellung des Finanz­plans erledigt. Die Gesamtkosten des Unternehmens wurden auf 62 000 Wf. veranschlagt; auf die wissenschaftlichen Arbeiten ent­fallen hiervon 32 000 Mk. An Einnahmen stehen den Ausgaben bis jetzt nur Beträge des Freien Deutschen Hochstifts und der Polytechnischen Gesellschaft von je 500 Mk. und ein Beitrag der Frankfurter Stadtverwaltung von 15 000 Mk. gegenüber. Es wurde beschlossen, sich an auswärtige Stadtverwaltungen zu wenden, um sie ebenfalls zu festen Beiträgen zu bewegen. Die in Bettacht kommenden Städte haben an dem Zustandekommen )er Ausstellung dasselbe soziale Interesse wie Frankfurt, da auch die in ihren Bezirken vvrkommenden Heimindustrieen Gegenstand der Untersuchungen bilden. Für den Rest der ungedeckten Ausgaben ist ein Garantiefonds eingerichtet worden. lieber den Stand der ehr umfangreichen wissenschaftlichen Vorarbeiten er­stattete Professor Arndt Bericht. Es sind ungefähr 50 Sonder­ausschüsse zur Untersuchung der einzelnen Zweige der Heimarbeit im Bezirke der Ausstellung gebildet worden. Zahlreiche freiwillige Hülsskräste aus Unternehmer- und Arbeiterkreisen haben sich zur Verfügung gestellt. Im Interesse der Gründlichkeit der Unter­suchungen ist die Verschiebung der Ausstellung vom Herbst d. Js. auf das Frühjahr 1908 beschlossen worden. Tie hygienischen Verhältnisse der Hausindustrie sollen Gegenstand genauerer Unter» üchungen bilden; ein hauptsächlich aus Aerzten bestehender be­sonderer hygienischer Ausschuß wird diese Arbeiten organisieren.

** In Am erika v erstork ene Hessen. Professor Karl Brauer, 77 Jahre alt, zu Nvtt)-Tonawanda, N.-J. Jakob Faubel aus Schönstadt (Kreis Marburg) 82 Jahre alt, zu Baltimore. Prediger Wilhelm Felsing aus Eberstadt, 73 Jahre alt, zu San Antonio, Texas (F. war von 18521854 Seiner in Kesselbach. Jab)b M. Petri aus Berkach, 68 Jahre alt, zu Newyork. Johs. Seibert jaus Hamm, 87 Jahre alt, bei Okaneatales, N.-P.

X Laubach, 23. Juni. Unser Luftkurort hatte heute abend eine besondere Üeborraschung durch den von den Herren Opern- und Konzertsänger I. Müller (Tenor) und Musiklehrer Herm. Puff, beide aus Fr-ankftrrt a. M veranstalteten Arien - und Liederabend im großen Saale des Silmser Hofes, der sehr zahlreich besucht wsctt. Herr Müller hatte ein sehr abwechslungs­reiches Programm gewählt, denn er sang mit seiner sympathischen Stimme außer beit Opern-Piöceu: Romanze aus Postillon von Lonjumeou, Arie aus Martha, Stretta aus Troubadur, die tief» empfundenen Volkslieder: An der Weser, Unter dem Lindenbaum, Es waren meine schönsten Tage, Der Negersklave, und zum Schlüsse als besondere Ueberraschung die beiden fein humoristischen Ge­sängeLied über die Entstehung des ersten Kusses" undTie falsche Pepita". Herr Müller wurde von Herrn Puff wirkungsvoll unterstützt, er spielte außerdem noch einige effektvolle Musik- Piecen.

§ Sichertshausen, 24. Juni. Gestern wurde hier ein auch von weither sehr zahlreich besuchtes Missionsfest ge­feiert. Der Festplatz in dem mit schattenspendenden Obstbäumen bestandenen Grasgarten des Bäckermeisters ßemmer war geräumig und zweckentsprechend ' hergerichtet. Der Pvsaunenchor von Ebs­dorf hatte praktisch Sitz und Standort auf dem mitgebrachten Leiterwagen genommen. Festpv-diger waren Pfarrer Heermann von Marburg und Pfarrer Trautwein von Goßfelden. Nach Beendigung des Festes verteilte sich der Mensckenstrom, um in den einzelnen Häusern des Ortes gastfreundliche Ausnahme zu finden.

2B innen, 25. Juni. Mittwoch, 3. Juli d§. Js., feiert unser Lehrer FrieLleben, welcher 50 Jahre bei uns un Schuldienste treu gewirkt hat, sein Jubiläum. Die kirchliche Feier beginnt um 11 Uhr vormittags und die Schul­feier etwa 121/2 Uhr nachmittags. Das Festessen sindet wegen Mangels an einem größeren Festsaale hier zu Nordeck bei Gastwirt Stelzenbach statt.

Mainz, 23. Juni. Mit der Zustimmung des Reichsmilitär­fiskus wird das Festungsgelände zwischen Gau st raße und dem Linsenberg, das sich hinter dem Kästtich hinzieht, m das Bebauungsgebiet der Stadt Mainz einbezogen. Ter Be­bauungsplan harrt nur noch der Zustimmung der Stadtverordneten­versammlung. Ein Teil des freiwerdenden Festungsgeländes ist von zwei Aktiengesellschaften zu Jndustriegebäuden erworben wor­den, doch bleiben immer noch 8 Bauguadrate zur Bebauung übrig. , (Franff. Ztg.)

g. Grävenwiesbach, 24. Juni. Die hiesige, von Dekan a. D. Deißmann-Eubach ins Leben gerufene Korb­fl echteschule blickt mit diesem Sommer auf ein 25jähriges Bestehen zurück. Die Anstalt erfreut sich des besten Rufes und der Geschäftsbericht des letzten Jahres lautet äußerst günstig. Die Einnahmen betrugen 41 245.41 Mk., die Aus­gaben 41 130.75 Mk. Das Anstaltsvermögen ist auf 17028.22 Mk. angewachsen. In der Generalversammlung wurde beschlossen, die 25jährige Jubelfeier in Gestalt eines Volksfestes zu begehen.

+ Altenkirchen (Kreis Wetzlar), 25. Juni. In größter Spannung befinden sich in den letzten Tagen unsere Dorfein!-

DieNordd. Allg. 3tg.* schreibt:

Der Reichskanzler empfing den Finanzminister Frhr von Meinbaben, den Minister des Innern v. Bethmann-Hollweg, ,ben Unterftaatssekretär des Ministeriums der öffentlichen Ar- ibeiten Dr. Holle.

Das ,Berl Tagebl." bezeichnet einen Artikel, worin Fmanz- minifter v. Rheinbabendas Haupt.ein er preußischen Fronde" genannt wird, als zweifellos offiziellen Ursprungs. Tas Matt ist wegen seiner schlechten Manier in der Verwendung des Wortes offiziös bekannt. Es ist auch diesmal auf falscher Fährte. Der betreffende Artikel hat weder amtlickien noch halb­amtlichen Ursprung. Wir können versichern, daß sich Fürst B ü - Toro mit dem Finanzminister v. Rheinbaben in gutem ^Einverständnis befindet."

I Dem ,W. T. B." zufolge wird der Oberprandent der Provinz Heffen-Naffau, v. Wind he im, als Nachfolger des zum Staatsminister und Minister des Innern ernannten bis­herigen Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen, v. Moltke, ferner Umerstaatssekrctär im Staatsministerium, Hengstenberg, zum Oberpräsidenten von Hessen- Nassau und der Geh. Oberregierungsrat und Vortragende Rat im Staatsministerium Dr. v. Guenther zum U nter- staatssekretär im Staatsministerium ernannt werden.

Bei diesen Meldungen ist mancherlei bemerkenswert. Graf Posadowsky wird ohne jedes Wort der Anerken­nung, ohne jede Auszeichnung in den Ruhestand geschickt, Herr v. S t u d t dagegenaus allerhöchstem Vertrauen" dem Herrenhause als Mitglied zugeteilt. Graf Posadowsky empfing seine Berufung ins Herrenhaus freilich schon vor ein paar Monaten; aber daß sein Scheiden aus dem Rerchs-« dienste ohne jede äußere Anerkennung vor sich geht, ist doch recht auffallend und charakteristisch für die Stimmung sn den oberen Regionen.

Oberpräsident v. Windheim, der von Kastel nach Königsberg geht, gehört bekanntlich zu den intimen Studiengenossen des Kaisers. Er amtierte in jüngeren Jahren lange als Landrat in dem ostpr. Städtchen Ragntt und kennt also den Osten. Freilich dürfte er von Kassel nicht sonderlich gern scheiden und wird diese Zurückver­setzung wohl kaum als besondere kaiserliche Gunst auf» ! fassen.

Herr v. Rheinbaben erhielt den Schwarzen Adler­orden. Es wurde an dieser Stelle bereits bemerkt, daß der preußische Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben vielleicht als Nachfolger für den Reichsschatzsekretär Frhrn. v. Stengel in Betracht komme. Es ist kein Geheimnis, daß der Ehr­geiz des Frhrn. v. Rheinbaben größere Aufgaben ersehnt, als ihm zurzeit in Preußen beschieden sind. Der rednerisch hervorragend gewandteSchüler Miquels" möchte in der Reichspolitik eine Rolle spielen. Frhr. v. Rheinbaben hat denn auch jede Gelegenheit wahrgenommen, mit der Eigenart des Reichstags sich vertraut zu machen. Er war am Regierungstisch stets einer der aufmerksamsten Zuhörer und ein Beobachter, dem nicht leicht ein Vorgang im Saale , entging. Für die Reichsfinanzreform in vermehrter Aus- Ifage, d. h. für neue Steuern, bedarf es einer jüngeren, mehr Energie und mehr Ueberzeugungskraft entfaltenden Persönlichkeit, als Frhr. v. Stengel sie darstellt. Dafür ist Herr v. Rheinbaben, dem Konservative und Zentrum von vornherein Vertrauen entgegenbringen, der geeignete Mann. Die Ordensauszeichnung mag Herrn v. Rheinbaben freilich zum Trost dafür zuteil geworden sein, daß Herr v. Beth­mann-Hollweg statt seiner zum Vizepräsidenten des preuß. Staatsministeriums ernannt ist. Herr v. Rheinbaben hatte der Anciennität nach das größere Anrecht auf dies Amt. Wird er in ba§ Reichsschatzamt berufen, dann kann man sich auf Steuervorlaaen allerkrästigster Art gefaßt machen. Als Letter der preußischen Finanzver­waltung hat Herr v. Rheinbaben feinen Blick dafür geschärft, wo auf den kunstvollen Wegen der Steuertechnik, mit den Mitteln sinnreicher Ausführungsbestimmungen und Aenst- anweisungen, aus Einkommen und Vermögen für den Fiskus Erkleckliches herauszuholen ist. In dieser Geschicklichkeit übertrifft Rheinbaben sogar noch seinen ^Meister Miquel, und der gute Frhr. v. Stengel erscheint lihm gegenüber als ein friedlicher Waisenknabe.

| Fürst Bülow scheint einigen Wert daraus zu legen, ins­besondere im Reichstag erprobteSprechminister" zu be­kommen. Herr v. Bethmann-Hollweg gehört ebenfalls zu diesen. "So braucht Fürst Bülow sich um die Einzel­heiten der inneren Politik weniger zu bekümmern und gewinnt dafür Zeit und Bewegungsfreiheit für die äus- iwärtige Politik. Die Beschäftigung mit ihr ist zweisel- jlos die erste und dringlichste Aufgabe für den Reichs­kanzler, denn Frhr. v. Tschirschky kann so schwierigen und in mancher Hinsicht gefährlichen Situationen, wie sie fast 'jeher Tag herbeiführt, mit seinem Maß von Erfahrung und diplomatischer Gewandtheit nicht gewachsen sein. Fürst Bülow dürfte den Staatssekretären in der Hauptsache die Vertretung der inneren Politik nach seinem Programm überlassen.

Daß Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg gleichzeitig mtt dem Kaiser dem Korps Borussia in Bonn angehört habe, leugnet diePoft". Sie stellt fest, daß Herr v. Beth- mann weder mit dem Kaiser bei dem genannten Korps aktiv gewesen ist, noch mit ihm zusammen ftubiert hat. Er hat überhaupt keinem Korps angehvrt und niemals in Bonn studiert.

Hamborg-Amerik. Paket?. 180.40

Harpener Bergwerk. . . 203.50

Laurahütte...... 225.00

Nordd. Lloyd .... 116.10

Oberschles. Eisen-Industrie 101.50

Gcgr. 1898

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