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Zwe'tes Blatt
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General-Anzeiger für Gberheffen
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»igungen. Im preuh. Abgeordnetenhaus trat er in der ver
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ch asten im persönlichen Verkehr, sein guter Humor bemirtten ine rasche Versöhnung, bei der kein Stachel zurückblieb. Die etzte Rede KarborssS im alten Reichstag galt emer Ehren- ettung deS Dr. PeterS gegenüber den Bebelschen Anschul-
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tätigkeit; 2. verband der Obstzentrale deutung des Vorstandes.
Rcchnungsablage und Voranschlag; 3. Landes- Obst- und Garteilbauvereine für Hessen, sowie Frankfurt a. Alain; 4. Vortrag über die Be- Spritzens mit Kupfermitteln; 5. Neuwahl des In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung
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obab dieser Tage die Zwangsversteigerung flattsand. Es wurde ihm der Zuschlag erteilt, wogegen seine verheirateten Geschwister Beschwerde erhoben. Da hierdurch Schwierigkeiten entstanden und am gleichen Abend an einer Ecke der Scheuer ein Brand ausbrach, der durch einige in der Nähe weilende Knaben entdeckt und gelöscht wurde, ist man allgemein der Ansicht, daß <0. aus Rache die Tat begangen habe, weshalb seine Festnahme erfolgte.
h. Weinheim, 20. Juli. Als der 22 Jahre alte Sohn eines hiesigen Landwirts abends in Begleitung eines Mädchens nach Hause ging, wurde er plötzlich von einem unbekannten Menschen mit einem dicken Prügel niedergeschlagen, worauf der Unhold das Mädchen packte unb es unter Bedrohung mit seinem Messer zu vergewaltigen suchte. Auf das Hülfegeschrei des Mädchens kamen Leute hinzu, worauf der Patron flüchtete und unerkannt entkam. Der Begleiter des Mädchens, namens Schröder, liegt noch jetzt völlig bewußtlos darnieder und dürfte kaum mit dem Leben davon kommen.
)( Marburg, 21. Juli. Der gegenwärtige Rektor, Prof. Dr. v. Sybel, hat an die Studentenschaft folgenden Aufruf erlassen: „Wiederholt sind die Herren Studierenden gewarnt worden vor ungehörigem Benehmen gegenüber den Polizeibeamten. Zahlreiche gerichttiche Bestrafungen haben wegen solcher Vergehen stattgefunden; jetzt aber ist ein Student wegen Beleidigung des Polizeikommissars zu einer Geldstrafe von 80 Mk. verurteilt worden. In ihrem eigenen Interesse wird den Herren Studierenden empfohlen, die traditionelle Stellungnahme gegenüber den Beamten der öffentlichen Ordnung einer Revision zu unterziehen und ihnen künftig allgemein mit der ihnen schuldigen Achtung zu begegnen, etwaigen Beschwerden aber nur auf loyalem Wege Ausdruck zu geben."
V Lmroorjf.
Der frühere freikonservative Reichstags- und bisherige
Erscheint tögNtz mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener KamUlendlStter" werden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das „Ktcisblatt fSr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hef-fche Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion:S^^ll2. Tel.-AdraAnzeigerGießen.
Dienstag 23. Juli 1907
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
- rerschließen. Er hat im Verlauf seiner langen parlamentarischen - Tätigkeit manches seiner' Urteile nachgeprüft und sich nicht zescheut, die veränderte Auffassung offen zu bekunden. Em flünzender Redner war Abg. von Kardorff nicht; seine Art, M ,u sprechen, hatte zuviel Schwunghaftes. Aber er war immer
iS 1895 bekleidete er den Posten des Landrats des Kreises >els. 1866 wurde er in das Abgeordnetenhaus gewählt; Mitglied des Reichstags war er ohne Unterbrechung seit essen Bestehen bis zu seiner Auflösung im Dezember 1906; n Abgeordnetenhause schloß er sich den Freikonservativen, im ieichStage der Deutschen Reichspartei an. Im Jahre 1875 ründete er zur Vertretung des Schutzzollsystems den „Zentral- erein deutscher Industrieller-. Zu den letzten ReichstagS- lahlen hat Herr von Kardorff mit Rücksicht auf sein hohes llter und seinen leidenden Gesundheitszustand nicht mehr inhibiert. Er verblieb aber in seiner Stellung eines Führers er freikonservativen Partei, die in ihm ein hervorragendes Ritglied verliert.
Die bedeutenden und interessanten Männer im parla- lentarischen Leben werden immer geringer an Zahl. Zu en Eharakterköpfen, auf die sich der Blick des Tribünen- ejuchers richtete, gehörte der alte Herr von Kardorff. Reben Lichter, neben Bebel fiel er als die bemerkenswerteste Er- cheinung auf Er war immer in Bewegung, immer mit uvaö beschäftigt, und beim An hören eines politischen Gegners am in seinen originellen Gesichtszügen, die der Sohn, der egabte Maler von Kardorff, so wundervoll treffend auf die leinwand gebannt hat, eine ganze Skala von Empfindungen nm Ausdruck. Dieser bis zuletzt unverwüstliche geiflesfrifche, m hohen Grade temperamentvolle Streiter hatte stets die oüe Aufmerksamkeit beß Hauses. Einen persönlichen Feind
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trocknec Aufbewahrung schrumpft die erkrankte Knolle zusammen und man spricht von einer Trockenfäule, während es bei feuchter Lagerung unter Mithülfe von Bakterien und Schimmelpilzen zu einer Naßfäule kommt. Bei der Gefährlichkeit dieser Krankheit ist es im Interesse der Bekämpfung erwünscht, daß ein jeder Landwirt, der sie beobachtet, unverzüglich unter" Beifügung einiger erkrankter Pflanzen oder Knollen an das Landw. Institut, Gießen, Senkenbergstraße 15, Nachricht gibt.
** Hauptversammlung des O b e r h e s s i s ch e n O b st b a u v e r e i n s. Die Hauptversammlung beß Oberhessischen Obstbauvereins findet am Sonntag, 28. d. Mts., nachm. um 3 Uhr in Butzbach im „Hessischen Hof- statt, mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht über die Vereins-
wäre ein recht zahlreicher Besuch der Mitglieder erwünscht. Nichtmitglieder sind auch freundlichst emgeladen.
** Ter Verein ehemaliger Schützen und Jäger von Gießen und Umgegend, dessen Vorsitzender Vrauererbesitzer Asprivn-Gießen ist, hielt am Sonntag auf dem Schießstande )es Turnvereins Rodheim a. d. V. sein diesjähriges Scharf- "chießen ab. Tas überaus günstige Wetter gestaltete die ganze Veranstaltung gleichzeitig zu einem wohlgelungenen Familienfest. Ter Schießplatz, herrlich gelegen am Waldesrand in einem Seitenlälchen des Bicbervaches, bietet nämlich eine großartige J-ernsicht über die bewaldeten Höhen und selbst hinab vis zur Stadt Gießen. Am Scharfschießen beteiligten sich 30 Mitglieder; es wuroe auf Militärfcheibe geschossen. Als erster Schlitze ging Herr Nauheimer mit 62 Ringen, als zweiter Herr Wien hold mit 58 Ringen, beide aus Gießen, hervor. Ten dritten Preis mit 53 Ringen erzielte Förster Mähringer vom Forsthaus Haina. Ten Glanzpunkt der Leistungen sollten aber die beiden gestifteten Ehren scheiben abgeben, wobei die Herren Magnus-Gießen und Brrtthauer-Krofdorf den Sieg davontrugen. Ein gemütliches Abendessen, woran sich ein flottes Tänzchen im Gaschaus zur Krone anschloß, hielt die Teilnehmer iwch bis zur späten Abendstunde beisammen. Ein Extrazug der Biebertalbahn führte die hiesigen Festteilnehmer in später Stunde wieder der Heimat zu.
l Londorf, 21. Juli. Am östlichen Ausgange unseres
I {offenen Tagung für die fachmännische Schulaussicht ein, vährend er früher ein Anhänger der geistlichen Schulaufsicht , gewesen war. Herr von Kardorff gehörte überhaupt nicht zu )en Persönlichkeiten, die sich gegen eine bessere Erkenntnis
für das Jubiläum der Landesuniversität bittet uns, auf folgendes aufmerksam zu machen: Für den Festgottes- dienst in der Johanneskirche am 1. August, sowie für den Festakt in der Stadtkirche am 2. August stehen r.5 noch eine Anzahl von Karten zur Verfügung, die zum Teil S an frühere Studierende, zum Teil an Bürger der Stadt ab- 'JJ gegeben werden sollen. Schriftliche Meldungen werden an I düS Rektorat der Landesuniversität erbeten. Auch für den Ä Festkommers am 2. August ist noch eine größere Zahl j von Plätzen auf der Damentribüne verfügbar, die den , Damen von früheren Angehörigen der Universität zur Verengung gestellt werden sollen. Auch in diesem Falle werden j .christliche Meldungen an das Rektorat der Landesumversität
letzten Zeugcll vernommen.
Amtsrichter Tr. Ritter gibt an, daß der Angeklagte ihm gegenüber eingeräumt habe, am 6. November nach der Villa Moliwr telegraphiert zu haben. Er habe jede Auskunft über die Motive zum Telepl-ongespräch abgelehnt. Bert.: Me war die Art der Eröffnung der Todesnachricht gegenüber dem Angeklagten und wie die Wirkung? — Zeuge: Ter Staatsanwalt und ich waren w gegen. Hau sank zusammen auf den Tisch, ließ den Kdpf hängen, atmete schwer und gab feine Antwort. Gestern sprach ich ihn im Gefängnishof und fragte, ob er zugebe, daß er mir das Telephongespräch gefljanben habe. Er sagte, er bestreite es nicht. Alles was die Zeugen aus Baden-Baden gesagt hätten, sei tvahr. (Bewegung^
Oberstleuttlfant B a ch l i n g-Freiburg hielt Hau für den Mörder. Ter Zeuge, der Ehemann der Tochter Elisabeth der Fräu Molitor, hat stets Frau Molitor gewarnt, da er Hau für einen Hochstabler hielt.
Staats anwalt ^iim Zeugen): Es wird durch das- Zeugnis des Tieners versucht, Frau Vftilitor herabzulvurdigen.
Verteidiger Tr. Dietz: Ich muß gegen diese Art der Frage protestieren. Es wird versucht, Beweis aufzunehmen, aber nicht eine Frau herabzmvürdigen, wenn wir fragen, ob es Leute gibt, die unangenehme Äußerungen über Frau Molitor getan haben. Ich bitte, dem Staatsanwalt zu untersagen, daß er von einem Betveisantrage behauptet, es werde dadurch eine Verstorbene herabgewürdigt. Ich muß bitten, den Ausdruck zurückzunehmcn.' Ich dulde keine Beleidigungen seitens des Staatsanwalts. Tas ist heute schon die zwecke. Denn er hat sich geweigert, meinen Beauftragten heute früh zu empfangen. Tas kennzeichnet ihn. Ich bitte, die beleidigenden Ausdrücke zurückzunehmen und verlange einen Gerichtsbeschluß, ob ein Beweis an krag als herabwürdigend bezeichne: werden kann. — Mrs.: Es ist 'kein Wort davon gesagt worden, daß der Verteidiger oder der Angeklagte die Fran Moliwr herabgewürdigt haben. — Verleid.: Ter Staatsanwalt bat sich zu entschuldigen. — Vors.: Tas ist durchaus unangebracht. Äir haben nicht die Befugnis, zu verlangen, daß er einen Ausdruck zuriicknimmt. — Staatsanwalt: Ich bebaure sehr diese persönliche Auffassung der ganzen Sache. Ich verlange vom Zeugen nur ein Urteil über Fdau Atolitor. — Zeuge: Es war eine durch und durch wahre Frau, die wohl heftig, aber immer wieder bald gut war. — Staatsanwalt: Kann ein Tiemtbote Rache genommen haben? — Zeuge: Ich kann es nicht glauben. — Verteidiger: Ter Diener Wieland der Fran Molitor soll am Tage der Tat iich nach einer anderen Stelle umgesehen haben. Er soll gesagt haben: „Bei der Molitor kann es niemand aushalten. Tie ist ja verrückt." — Zeuge: Das haße ich gehört.
Bors.: Er hat angegeben, er Jet am Mordabend über einen Staketenzaun geklettert unb habe sich habet eine Wunde am Bein zugezogen. — Zeuge: Er sagte, er habe vom Morde gehört und wollte schnell zum Tatort. .
Verleid.: Wie den Geschworenen, so sind auch mir zahlreiche Briefe zugegangen. Einer ist aus Stettin, worin ein Zeuge angibt, daß er alles Material zur Aufklärung der Tat liefern werde, falls etwa Hau verurteilt werde. Vorher miijfe er Nch aber erst in Sicherheit bringen. Ich bitte die Handschrift mit der des Wieland zu vergleichen. — Vors.: Auch uns fmbJ8rtefe äugegangen. Einer mit anderer Handschrift, als der aus Stettin, sagt ähnliches. „ r
Zeuge Frank hörte nach 6 Uhr am 6. 9coüember den ^chuß. Eine Minute war es ruhig, bann klang es Wie ein Peiftchenknall, woraus um Hilfe gerufen wurde. Ter Zeuge ging zum Tatort. Tort saß zusammengekauert Frau Molitor, vor ihr kniete Frl. Olga und sagte: Meckw Mutter ist erschossen!
Ter Zeuge meldete dann den Vorfall der Pottzei. Der Zeuge traf dann den Diener Wieland, dem er von der Tat Mitteilung machte. Am anderen Tage fei Wieland zu ihm gekommen unb habe gesagt: „Sie haben doch gesehen, daß rch gestern über den Zaun flieg unb mir die Beinkleider zerriß. Der Zeuge wwe a^er nichts davon.
Zeuge Stephan hat den verhänanisvvllen ^ochuß lallen hören. Es können aber auch zwei Schüsse gewesen sein, oder ein Schuß und sein Widerhall. Ter Zeuge lief zur TatsteUe, wo er Fpau Molckor und ehre Tochter fand. FvLulem Molttvr habe gesagt, der Täter fei ein großer Mann mit Ueberzieher gewesen. Es sei ein Racheakt. Wieland kam nachher hinzu, indem er über einen Zaun stieg. .
Zeuge Gärtner Schnabel hörte kurz nach 6 Uijr einen icharftn Schuß. Er lief Mn, Datort, sah aber von einem Täter nichts Ter Diener Wieland kam auch hinzu, etwa sieben Minuten später.
Geschäftsführer Schall-Berlin hörte um 6 llhr den «Lchuß und darauf einen Hülse schrei. Er vernahm Harm noch einen
Ortes, am Waldweg, der nach Rüddingshausen führt, ist in diesem Sommer anstelle eines alten, zerfallenen Gebäudes, einer früheren Ziegelei, ein neues, sehr schönes, eigenartig gebautes Haus entstanden, das die Bewunderung jedcA Vorübergehenden erweckt. Es soll die Kleinkinder schule geben, die in hochherziger Weise von fyrau Baronin Adalbert von Rabenau gebaut wurde unb für die Gemeinden Londorf imb Kesfelbach bestimmt ist, Das Gebäude ist soweit seriiggestellt, daß die Eimveihung und Eröffnung in 14 Tagen stattfinden kann. Für den heutigen Nachmittag hafte die Sftfterin die Orts- und Schulvorstände von Londorf und Kesselbach, die an dem Bau beschäftigten Handwerker, sowie eine Anzahl Damen und Herren zu einer kleinen Vorfeier eingeladen. Der Gesangverein Frohsinn, der ebenfalls eingeladen war, sang einen Vegrnßungschor, worauf die Gastgeberin ihre Gäste bewillkommnete und allen denen ihren herzlichen Tank aussprach, die mit Rat und Tat an der Vollendung des Hauses mck beigetragen haben. Sie hoffe bestimmt, daß das Hans für viele Generationen ein wahrer und reicher Segen Werde. Es folgten nun Borträge und Deilamationen von Herrn und Friau Baron von Uexkühl, Violin- und Klaviervorträge von Freiin Ddarietta von Rabenau, Gesangsvortriige des Gesangvereins, worauf bann die Gäste mit Speise und Trank aufs beste bewirtet wurden. Nachdem das Haus iwch besichtigt War, verabschiedeten sich die Gäste in dem Bewußtsein, daß hier ein wirklich gutes Werk geschassen sei. Wünschen wir von Herzen besten Erfolg. (
□ Gambach, 22. Juli. Der Verband der ober- hessischen Posaunenchore hielt gestern hier unter sehr starker Beteiligung sein Jahresfest ab. Aus den elf Bundesvereinen waren etwa 150—160 Bläser erschienen und der gewaltige Klang der 150 Instrumente machte auf die Festgäste einen erhebenden Eindruck. Vormittags fand bereits unter Leitung des Verbandsvorsitzenden Pfarrer Kalbhenn- Ober-Mockstadt eine Probe der gemeinsamen Chöre statt. Unter den erschienenen Posaunenchören waren u. a. die aus Laug-Göns, Stockhausen, Klein-Lmden, Mockstadt und Holz, heim. Um 2 Uhr war Festgottesdienst. Festredner Pfarrer Fritseh-Ruppertsburg wies auf die gewaltige Stimme de Posaunen hin, unter deren Schall die Mauern Jerichos ein stürzten. Wie damals die Posaune ein Kriegsinstrument war jo solle sie auch heute ein Kampfmittel gegen den Unglauben unb die Unkirchlichkeit fein. Um 4 Uhr sand auf dem schön gelegenen Festplatze, „ber Kneiben" genannt, Nachfeier statt, zu der sich aus der Umgegend viele Zuhörer eingefunden hatten. Superintendent I). Petersen-Darmstadt gab in einer Ansprache seiner Freude Ausdruck über die zahlreichen Posaunenchöre Oberhessens, die auf die Kirchlichkeit einer Gemeinde von großem Einfluß seien und deren hohe Bedeutung die Kirchenbehörde wohl zu schätzen wisse. Der Vorsitzend des Verbandes, Pfarrer Kalbhenn-Ober-Mockstadt, gab ein Bild der Entwicklung der Posaunenchöre. Missionar Hofmann berichtete in ausführlicher und spannender Weise über die Missionstätigkeck unter den Papuas auf Nen-Gumea, dem Kaiser-Wllhelmsland und den umliegenden Inselgruppen. Zur Verschönerung des Festes trugen auch die Gesänge der Kirchenchöre von Holzheim unb Gambach bei.
Lauterbach, 22. Juli. Tie Hauptversammlung des Hes ischen Landes-Ausschusses des Deutschen Flottenvereins fint)et Sonntag, den 1. September d. ^s. hier statt General Keim wird Über Flotten-lPolckrk und Flottenvereine sprechen. — Versetzt wurde der Kreisdiener Bucher von Lauterbach nach DarmstM.
-i- Ruppertsburg, 20. Juln Urtter lebhafter Beteckr- gung fand die heutige Gemeinderatswahl statt. Auf die seitherigen beiden Geineinderatsmitgleeder F. H ö g h 1. fielen 95 auf H. Stork 99 Stimmen. Als neu Gewählter ging Landwirt Konrad Wagner I. mit 85 Stimmen aus der Wahl hervor.
sd. Darmstadt, 21. Juli. Wegen versuchter Brandstiftung wurde gestern der ca. 35 Jahre alte Landwirt Jae. H eiserner in Leeh eim verhaftet. Er ist lebig und bewirtschaftet den Besitz, der feiner Mutter gebärt, ziemlich leichtfertig,
erbeten.
** Philosophenwaldfest am 1. A n g n st. Der von der Universität bestellte Leiter des Philosophenwaldfestes macht darauf aufmerksam, daß Kinder unter 12 Jahren feinen Zutritt zum Festplatze haben, andere Kinder dagegen nur dann, wenn sie in Begleitung Erwachsener erscheinen und unter deren Aufsicht bleiben.
"Tie Phytophthora-Krankheit der Kartoffeln tritt im Juli und August besonders bei seuchtwarmem Wetter
- auf. Sie ist sowohl eine Kraut- wie Knollenfäule und wird $ durch den Pilz Phytophthora insfestans verursacht. Erkennbar ist die Krankheck durch das Auftreten brauner Flecken n auf den Blättern, die von einem weißlichen Flaum, den Konidienträgern des Pilzes, umgeben sind. Bei für die Pilz» Entwicklung günstigen, Wetter kann in wenigen Tagen ein , ganzes Feld erkranken und dann wacht sich em eigenartig muffiger Geruch bemerkbar, der für die Erkrankung charakte- ® xisülch >st ES erkrankt aber nicht nur das Kraut, ländern [11 die Vorn Regen in die Erde gewaschenen Sparen instzieren rin Knollen. Hier erkennt man die erkrankten stellen
H an ihrer braunen bis graublauen Färbung. Schneidet man «eine erkrankte ttnolle durch, so sinket man an den erkrankten ' Stellen das Aartoffelfleisch dicht unter der Schale von dem । es Lurchwachsenden Pilzmmel abgetötet und verfärbt, itiei
Aus Aluma eines FUchisunwalts.
(Unberechtigter Shiuwi.^. i-etuoieiu
Karlsruhe, 20. Juli.
Zu Beginn der heutigen Sitzung ließ sich der Verteidiger Rechtsanwalt Tr. Dietz den Angeklagten Hau zu einer letzten Unterredung mit ihm noch einmal aus dem Saale in ein Konferenzzimmer bringen.
Tie Unterredung bauerte nur wenige Minuten. Hau nahm wieder «uf der Anklagebank Platz, die Lippen zusammengepoeßt und düster dreinblickend.
Um Vs 10 Uhr erscheint der Gerichtshof. Es werden die
lütte er im Parlament wohl kaum. Er mochte das Schärfste L mb Entschiedenste gegen Jemand gesagt haben: seine Eigen-
o voll Frische, immer mit ganzer Seele bei der Sache, die r vertrat, daß der . Zuhörer einen Eindruck mitnahm, der ich nicht leicht verwischte. Herr von Kardorff ist auch einer >er Wenigen, der dem Fürsten Bismarck nach dessen Ent- assung die ircue hielt. Im Kamps um den Zolltarif gab em bekannter Antrag das taktische Nlittel zur Bezwingung )er ^Obstruktion". Der eifrige Schriftsteller dürfte politisch vcrtvoUe Aufzeichnungen hinterlassen haben.
Ans SinSt nnd
Schmückt Eure Fenster und Balkone mit blühenden.Blumen.
Gießen, 23. Juli 1907.
•• Vorn Universitätsjubiläum. Der Preßausschuß
■ andlagsabgeordncte Wilhelm v. Kardorff, ist am Sonntag c-j uf (entern Gute Nieder-Wapnitz im. Kreise Oels gestorben.
crrdoiff war am 8. Januar 1828 in Neustrelitz geboren; er iii udierte in Heidelberg, Berlin und Halle Rechtswissenschaft nb trat bann in den Staatsdienst ein; zunächst war er leferendar in Naumburg und Berlin, dann Regierimgsassessor l Stralsund. Als solcher nahm er im Jahre 1853 seinen -bschied, um sich der Verwaltmig seines Rittergutes Walnitz n Kreise Oels in Schlesien gu widmen. In den Jahren 1884


