Nr. 46
• rfAtlnt iLgkl- auher Sonntag».
Dem Viehener Anzeiger werden im Wechsel mil dem hessischen £aiibu>trt die riehener Samllltn» blätter viermal in der Woche beigeiegt und zweimal wöchentlich da? Kitisblatt für den Krtls Lietzen. ^ernsplech-'An- schlug s. d. Redaktion 118 Verlag u. Expedmon 61 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Wietzen.
Erstes Blatt
15 7. Jahrgang
Sarnstag 23. Februar 1807
General-Anzeiger für Oberhefsen
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votatfonrdruck und Verlag bervrllhl'schen Unio.-Vuch- und Zlelndruckercl. H. fange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7.
Bezug *5 rci>: monüihd)75 Ut,o»ertel* Kid) Akt. 2.80. durch )le- u. ^nKvqfleßai monatlich 65 1U.; durch
die tost 'Ulf. 2.— viertel#
jäbrL au»k"hl BeileUg.
Annahme von Unzeige» hu die Lage«>n,iii>ner bi# vormittag# tu Uyr, ßeilenpret«. lokal 15i>% auswäna 80 tiieniug. Verantwortlich tflr den ql'Iil und allgem» Teil. V. Witiko iür ,Stadl und L'anD* und .iLenchtssaat*. mR Petz, für den An- zeigenteU: van# Beck
Iie hcultge Yummcr umfaßt 16 Seiten.
Die großen landw rtlchafllichen Ao.porationeu und der Reichstag.
In der vergangenen Woche haben wir über die viel- lachen Berliner landioirlschafllichen Veranstaltungen unsere Leserschaft genau orientiert. Wiederum hat die D e u t sch e Landtvirtschaftsgesellsä)aft ihre Mitglieder erschöpfend informiert über die Fortschritte von Wissenschaft und Technik auf einschlägigctn (Gebiet und gründliche Belehrung über sie angehenden Fragen erteilt.
Seit, ihrem Bestehen hat die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft eine ausgezeichnete Wirksamkeit entfaltet; sie hat es verstanden, alle Zweige der ländlichen Tätigkeit zu einer festgefügten Organisation zusammenzufaisen und auf dem Boden der Selbsthilfe alle Fortschritte der Wissenschaft und Technik auf jedem landivirlfchaft- lichen Gebiete iu verwerten.
Leitender Gedanke bei Gründung der Gesellschaft war, die führenden Männer der deutschen Landwirtschaft zu vereinigen und unter großen Gesichtspunkten die Lösung der vielen neuen Ausgaben der Praxis kräftig zu fördern. ES sollten vor allem die Ergebnisse der Wissenschaft und deS neuzcittlchen Verkehrs der Landwirtschaft dienstbar gemacht und die gesamte ländliche Bevölkerung zur Lösung der großen Aage eines zeitgemäßen Wirtschaftsbetriebe- aufgerufcn werden. Diesen bedeutsamen Ausgaben gegenüber sollte sich die Gesellschaft ganz auf eigene Kraft stellen ohne unselbständiges Anlehnen an Staatshilfe, und dieser Gedanke erwies sich trotz mancher anfänglich auftretenden Gegenströmung als so fruchtbar, die Schaffung eines neutralen Bodens als Sammelpunkt für alle idealen Triebkräfte, unter Ausschlußjeder politischen Frage in politifd) zerfahrener Zeit als so kräftig werbend, daß sich die Mehrzahl der führenden und leistungsfähigen deutschen Landwirte in rascher Folge dem neuen Unternehmen, sobald erst einmal dessen Bestand gesichert war, anfchloß und so daS ihnen bei Gründung der Gesellschaft geschenkte Vertrauen auf ihre Reife rechtfertigte.
Sieben der alljährlichen Abhaltung großerAusstellungen, mit denen daS Deutsche Reich nach einem festen Plane durchivandert wird, wendet die Deutsche Landwirtschafls- gesellschaft große SJiittcl auf für wissenschaftliche Arbeiten, für Studienreisen, für Unterrichtskurse, für landwirtschafil. Wanderlehrer, bet denen diese namentlich den kleineren Besitzern so wichtigen Ratgeber von den ersten wissen- schafllichen Autoritäten über die neuesten Errungenschaften Der einzelnen LandwirtfchaftSfächcr auf dem Laufenden erhalten werden. Landwirtschaftliche Gesellschaftsreisen,
alljährlich eine im Inlanbe und eine un Auslande, vermitteln Beziehungen der deutschen Laubwirte untcrcuiaubcr und mit den ausländischen Berussgenossen, und umfang« reiche Versuchsanslellungen mit Tüngennttcln, verbesserten Saaten u. dgl. tragen dazu bei, den Ertrag des deutschen BodenS nach Möglichkeit zu steigern.
Diese umfassende Wirksamkeit der Deutschen Land- wirtschastsgesellschast hat jedem ihrer Mitglieder große Vorteile gebracht. Auch hier zeigt sich von neuem der Segen der Selbsthilfe. Wie das landw. Genossenschaftswesen auf dem Boden der Selbsthilfe kräftig ernporgeblüht ist und sich zu einem wirtschaftlichen Faktor ersten Ranges entwickelt hat, so ist auch daS machtvolle Emporblühen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft allein auf die eigene Kraft und die selbständige tatkräftige Wirksamkeit ihrer Mstglieber zurückzuführen.
Gleichzeitig fand in Berlin die Generalversammlung deS Bundes der Landlvirte statt. Die in diesem Bunde organisierten Landwirte verlangen bekanntlich vor allem Staatshilfe, hohen Zollschntz, Eingreifen der Gesetzgebung zugunsten des Großgrundbesitzes, mannigfache politische, ivirtschaftliche und soziale Privilegien, um Die Gutsbesitzer-Interessen im Staatslcben zu schützen und zu fördern. Durch die Vertretung dieser Grund',atze gerät der Bund der Landwirte auf politisches Gebiet im Gegensatz zu der rem praktische Absichten verfolgenden Deutschen LaiidwirtschaslSgesellschaft. Dadurch werben Gegenfätze zlvischcn Stadt und Land künstlich geschaffen, deren Richtigkeit jeder klar blickende Stadl- und Land- bctvohner durchschaut. Wer sich aber der bündlerifchen Agitation widersetzt und die Entfremdung zwischen Stadt und Land für unheilvoll ansieht, wirb sofort mit dem Vorwurs bedacht, daß er ein Gegner bet „Lanbwirlschaft" sei unb kein Herz und Verständnis für landwirtschaftliche Interessen besitze. Ter Vorwurf ist so falsch und so ungerecht wie nur .möglich. Jeder Einsichtsvolle, der sich mit moderner Volkswirtschaft beschäftigt, erkennt und würdigt vollauf die Bedeutung der deutschen Landwirtschaft und ist im Interesse deS allgemeinen Volts wohls in der Erkenntnis, baß die Erwerbsverhältnisse von Stadt und Land aufs engste mit einander zu- sammenhängen, bereit, sie nach Kräften zu fördern.
lieber die Mittel freilich, die zu diesem Zwecke an- zuwenden sind, gehen die Meinungen vielfach auseinander. Während der Bund der Landwirie fast ausschließlich nur denInlcressen des Großgrundbesitzertums dienstbar ist, glauben wir, daß auf dem Wege, den die Deutsche LandwirtschaftsgeseUfchaft eingeschlagen hat, zum Heile aller, auch der Heinen unb kleinsten Landwirte unendlich mehr praktische Arbeit geleistet wirb als burch
bie, Mißnimmungeil zwischen Stabt unb Laub stets auf3 neue säende Agitation, die der Bund der Landivirte betreibt Der Vertreter des Kreises Gießen im Reichstage, Herr Köhler, hat sich der ,W i r l s ch a f t l i ch e n V e r eh n i g u n g* angeschlossen, deren Mitglieder im wesentlichen den beiden genannten großen landw. Korporationen angeboren, jedenfalls größtenteils hauptsächlich läubliche Interessen zu fördern sich Dorgcnommcu haben. Tie Vereinigung hat, wie wir bereits meldeten, nicht weniger als 30 Initiativanträge dem Reichstage unterbreitet, doh denen sich mehrere mit landwirtschaftlichen Dingen, darunter einer nut der Frage der Einwanderung ausländischer Arbeiter unb im besonderen mit der Leutenot auf dem Lande, andere mit allgemein wirtschaftlichen Dingen befassen. Sowohl bie Anhänger wie Die Gegner Köhlers sehen den Verhandlungen über diese Anträge mit besonderem Interesse entgegen und diese werden >oohl Veranlassung zu den ver- fchiebensten Preßerörterungen geben. Aus den neuen Reichstag, der am Montag seine eigentlichen Beratungen aufnimmt, sind ja zudem fowohl wegen feiner wesentlich neuen Zusammensetzung, wie angesichts feiner Ausgaben unb Der zu erwartenden sehr lebhaften Auseinanber- ictzungen zwischen ber Regierung, insonderheit dcmKolon'.al- buettor Der n bürg, unb dem Zentrum, das alle- baran setzen wirb, daß Derndurg nicht aum Kolonial- ftaatssekietar auf steigt, die Augen der Welt gerichtet. Größleii Wert wird also diesmal feder Zcitungslescr auf den Reichstagsbericht seiner Zeitung legen.
Tie ausführlichen, durchaus sachlichen, fast wort- getreuenReichstagsberichte des Gießener Anzeigers, bie von der gleichen Ausdehnung finb wie bie der be- beutenbften Großstadt-Blätter unb die in der gesamten hessischen Presse einzig bastehen, finb in ganz Hessen bc- tannt unb bebürfe» keiner wetteren Hervorhebung. ES ist auch befannt, daß die Darmstädter Kanimer- verh and langen, die am 27. b. 3)1. beginnen und nahezu das gleiche Jiiteresse jedeS Hessen m Anspruch nehmen werden, wie bie Reichstagsverhanblungen, bie je bei Deutschen, — stehen boch u. a. auch bie Plane zur kulturellen Bessergestaltung deS Vogelsberges ntt Beratung, — im .Gieß. Anz." ebenfalls ausführlichste Be- handlung erfahren.
Bestellungen auf den „Gieß. Anz/ für den Monat NäkZ, in dessen Oerlauf die wichtigsten Verhandlungen des Reichstags und des hessischen Landtags stattfinden werden, bitten wir
: sofort
zu bewirken, damit die Zustellung rechtzeitig geschehen fann.
Gieszetter Stadrtyeater.
WaS ihr wollt.
Don Shakespeare.
Die gestrige Aufführung von ,WaS ihr rooUP bildete, was wir hoffen wollen, die erste Fortsetzung eines umfaffenben Unternehmens, das zweite Glied in einer Kette, die sich allmählich aus den wertvollsten Lustspielen Shakespeares zu- saiuniensttzen wird. In dieser nun dem Ende sich nahenden, im allgemeinen ziemlich indifferenten Spielzeit, in der uns noch eine Reihe uns lieb gewordener und sehr schätzenswerter Mitglieder eigen ist, während der nächste Winter, einem ou dit zufolge, uns zumeist neue Kräste bringen soll, die Perlen Shakespeare'schcn HumorS unS noch barjubietcn, wäre jedenfalls sehr begrüßenswert.
,Twelfih niehl“, .Der heilige Dreikönig.Abend^, ist der eigeniliche Titel dieses Shakespeare'ichen Lustspiels, und das bedeutet: der Anfang der Fastnachtszeit'. Stark verspätet also erschien diese Dichtung auf unserem Spielplan. Doch wann sie ailch erscheint, stets ist sie hochwillkommen. Ist sie doch nächst dem .Sonunernachtstraum*, der uns hoffentlich bald in unserem neuen Hause beschert werden wird, das poesievoUste, musikalischste Liistspiel Shakespcare's. Liebe und Mummenschanz, 9larretei und Poesie schlingen darin einen farbenbunten Reigen und in all seiner bewegten Lebendigkeit und naiven Wahrheit verläuft es so wunderbar, daß in uns der Eindruck eines Märchens ivach wird, das mir mit Kindergläubigkeit bestaunen unb heben. Und bei alle dem spricht es auch wieder so eigen tief und stark zu uns. Seltsam fühlen wir uns ergriffen durch bipfe Vehemenz der Lustigkeit, die wie ein frischer Bergstrom hervorbrlcht und in tollen hochgehenden Strudeln diirch eine liebliche, blumengestickte Aue tost. Und leise fühlen wir, wie in all der holden Deutlichkeit doch ein ewig Unbegreifliches, Unerläßliches ruht ....
Trotz seiner großen Vorzüge gehört diese Dichtnng doch zu jenen Lustspielen, die bisher nur selten auf dem Spiclplan unterer Theater erschienen sind. Doch ich glaube Voraussage» zu dürfen, daß das delitsche Theaterpubttkiim fortan häufiger a»ihm sich erfreuen wird. Aus verschiedenen Gründen. (Sunnal leben wir in einer Zeit, die an Renaissance-Gestalten beson- bft3 intensives Interesse nimmt, und gerade in dieser Dichtung paart sich aufs glücklichste mit derber Laune die soniuge Poesie der Renaiffanee. Zum anderen hat unsere Zeit em paar vortrefflicher neuer Bühnenemrichtungen dieses ^iiilspiels prodlizicrt, das bisher wegen des auBcroröcnl= ^chen häufigen Wechsels des Schauplatzes (14 mal ui ö Akten)
lür Die Inszenierung enorme Schwierigkeiten bot. Immer- mann lieg im Jahre 1840 die Dichtung von einem Kreise Düsseldorfer Dilettanten auf einem der altenglischen Bühne nachgeahmten Gerüil ausführen und überwand so am einfachsten allen verwirrenden, die Stimmung störenden und die Vorstellung hemmenden Szenenwechsel. Putlitz brachte das Stück schon in den GO er und 70 er Jahren auf die Bühnen Schwerins und Karlsruhs in einer Einrichtung, bie das Lustspiel mit Beseitigung aller Verwandlungen innerhalb des "Aktes in drei Akte zusammenzog und jedem Akte einen einheitlichen Schauplatz gab. Auch die Memiuger vermieden glücklich den einseitigen Wechsel des Schauplatzes, indem sie einen Plag vor Olivias Hanse konstruierten, wo sich die meisten Szenen zwanglos ab- spielen konnten, und im Deutschen Volkstheater m Wien «chuf Tr. Fellner kunstvoll und sinnig unter Anlehnung am Oberammergau eine Vorder» und Hinterbühne für die Doppel« Handlungen dcS Stückes. Auf allen diesen Versuchen fußend stellten Dr. Kittan, der verdienstvolle frühere Regiffeiir des Karlsniher Hostheaters, und die Leiter deS neuen Düffel- Dörfer Schauspielhauses noch ein paar sehr bemerkeuSwcrte wesentlich vereinfachte Neucuirichtlingen her. lieber Die letztere bat sich Wilhelm Schnudtbonn m Nr. 19 Der Düsseldorfer Wochenschrift .Masken* vom 19. Febr. 1906 sehr anssührlich alisgesprochen. Sie schiebt sämtliche Schauplätze der Tichliing (Küste, Straßen, Schläffer, Garten, Inneres des Schlaffes und sogar den Kerker) in einen einzigen Schauplatz zusammen und gestaltet diesen zugleich zu einem malerischen und traumhaft reichen Bilde, beseitigt also jeden Szenenwechsel. Freilich bringt sie dadtirch m. E. manches Bedenkliche mit sich, engt den Spielraum ein und gibt den Vorgängen etwas Gezwungenes.
Direktor Steingoetter unterlegte feiner Inszenierung die Einrichtungen der ÜHeinmger und der, wenn ich nicht irre, von Dr. Kilian herrühienden Münchener Hosbühne. Aber auch hier zeigen sich Mängel, wie z. B. bei der Ring- geschichte, bie nach Shakespeare ihren Anfang nimmt im Iimmer Olivias und ihren Fortgang hat auf der Straße; beide Vorgänge können sich an demselben Orte unmöglich abspielen. Alan sieht, die Tichtiing, die schon so öieler Lheatermänner findige Köpfe zerbrochen hat, bietet immer noch für die Regie eine Anzahl ungelöster Aufgaben. Sehr schwierig ist bie feine HcrauSarbeilung des Alusikalisch« Lyrischen. So gelangen beim bei uns bie köstlichen Rüpel» szenen mit ihrem stack zugreifenden Possenübermut weitaus am besten. Unser heutiger Bühnengeschmack schreit obendrein förmlich nach dekoratweui Anstvanü. Die illyrifche Land» jchaft stellt unsere Phantasie uns vor als duftiges Idyll uul
bunt bewegtem Hafenlebeu, nut prächtigen Parks und graziösen Villen, uniwuchert von üppigem Efeu m leuchtendem Vtarmoc. Doch selbst in einer Scheune von den schlimmsten Schmieren- fomöbianten, bie sich in bunte Fetzen gehüllt habe», ma diese lieblichste aller Roniööicn aufgesührt werden, und lh Erfolg wird nicht ausbleiben. Womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß die recht wackere Aufführung unseres Theaters an solches Unternehmen erinnert hat, sondern nur, daß dieses zugleich so drastijche und solide Spiel der Phantasie, aus der sich der Derbe das Derbe, der Feine daS Feine nehmen fann, unter allen Umständen und aäf jedes Publikum seine erheiternde und befreiende Wirkung auSüben muß. Selbst wenn sich die Besetzung der beiden Rollen deS ZwillingSgeschwisterpaareS nicht erinögllchen läßt. Emen Schauspieler und eine Schauspielerin, bie gleich groß sind und sich einigermaßen ähnlich sehen, findet man natürlich nicht häufig bei einer Bühne. Frll Donecker und Herr ft ober sehen ja nicht gerade zum Verwechseln ähnlich, aber immerhin machten sie die Täuschung noch glaubhaft, wenn man von der sehr verschiedenen Ton- särbung der Stimmen absah. D»e Rolle der Viola gibt der Darstellerin eine Aufgabe auf, in welcher Verstellung unb 'Jlatur, Liebe und Pflichterfüllung einen fortwährenden Wechsel der Stimmung bedingen. Dazu aber gehört em sehr sein abgetöntes Spiel. Sobald bie Rolle zur Hosenrolle wurde, geriet Frl. D., sehr begreiflicher Weise, em wenig aus dem Spiel und darunter litt denn anfangs die große hübsche Szene mit Olivia. Frl. D. war nicht bei der Sache, sondern bei sich selbst und bei denen, die auf sie schauten. Bald aber fand sie sich wieder zu Shakespeare unb traf recht nett den poetisch-zarten wie den munteren Ion der Rolle, ohne nasewetie und jungenhaft zu werden. Em Tröpflem AuSgeloffenhett freilich hätte gestern durchaus nichts geschadet und die Zartheit hingebender Xlicbe hätte auch noch ein wenig von süßem Duft und weicher Zartheit vertragen. Es hätte hin und wieder auch em Blitz feurigen EnthusiasmusseS dazwischen fahren können. Frei und lebenswahr aber war zumeist ihr Spiel, und mit vollkommener Leichtigkeit und Ungezwungenheit charakterisierte sie daS Jüngelchen in Ton unb Gang und Haltung. Von Herrn Kober läßt sich nicht viel mehr sagen, als daß er feinem Sebastian in der sonst übrigens etwas konfus gegebenen Duell- szene feurige Leidenschaft tieh.
Fcl. Schuster iah als die .schöne Grausamkeit''Olivia sehr hübsch aus und hielt sich recht wacker. 9!ur etwas mehr übcilegen vornehme Ruhe, ein klein wenig doch von .marinoibufiger Tyr» itir, die sie ja in Wahrheit keineswegs i|l, etwas mehr Beherrschung uno Klarhett ber


