Ausgabe 
25.5.1907 Erstes Blatt
 
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sferenz berwobntc, hat lerne Einsprache gegen bie Höhe her Summe «erhoben, sondern nur gebeten, ihm die genauen Bedingungen der Auszahlung der Riesensumme zu nennen.

DieFranks. Ztg." meldet aus Odessa: Seit einiger Zeit 'ist aus dem Dache des Hauses des Generals Kaulbars ein Soldat zur Bewachung aufgestellt. Von dort fiel gestern ein Schuh, der große Aufregung hervorrief und der Polizei Veran­lassung gab, das ganze Viertel zu umzingeln und alle Passanten auf das allerstrengste zu untersuchen. Tie Sache wird so bar< gestellt, als ob Attentäter die Abwesenheit des Generals Kaulbars hätten benutzen wollen, um durch den Kamin eine Höllenmaschine anzubringen, die erst nach einigen Tagen explodieren sollte. Der Soldat habe aber durch einen Schuß die Ausführung d»es Planes verhindert, sei jedoch von den Atten­tätern verwundet worden und befinde sich augenblicklich im Hospital. .

In der Nähe der Station Molodetschiuo der Bologo;e-Bahn !hat sich eine Eisenbahn-Katastrophe ereignet. Ein Zug /entgleiste durch Schienenbruch und die Lokomotive und 5 Wagen «stürzten den Abhang des Bahndammes hinunter. Erst eine Stunde nach ii»?r Katastrophe, die unter den Passagieren eine entsetzliche Panik hervorries, war ein Hilfszug zur Stelle. Vier 'Bahnbeamte wurden getötet und fünf verwundet; von den Passagieren wurden fünf verletzt.

Aus StuSt und Lund.

Gießen, 25. Mai.

** Kun st verein. Auf Veranlassung des Vorstandes liegt z. Z. in der Gemälde-Ausstellung eine Lenbach -Mappe auf. Sie enthält 6 Royalpragüren nach den besten Werken F. v. Lenbachs, wie Kaiser Wilhelm I., Bismarck, Selbstportrait des Künstlers u. s. w. (Bildgröße 30 bis 38 cm.) Mitglieder des Knnstoereins, welche eine solche Mappe besitzen wollen, erhalten dieselbe für 6 Mk. Bestellungen werden m der Aus­stellung entgegen genommen. Die Verteilung der Lereins- blätter an die Mitglieder erfolgt in den nächsten Tagen. Die Ausstellung bleibt von Dienstag ab wegen vollständigen Wechsels der Gemälde 4 Tage geschlossen..

** DieOrtsgerichtsgeoühr für Schätzungen zum Zweck der Berechnung des Urtundenstempels, ein in den beteiligten Kreisen bereits des längeren erörterter Gegen­stand, ist nunmehr dnyin geregelt, daß Aeußerungen über den Gegensrandswert seitens des Ortsgerrchtsvorstehers oder des gesamten Ortsgerichts, wie sie in der Fragen- beantwortung oder den Vorarbeiten zu Liegenschaftsoer­äußerungen vorhanden fern sollen, nicht besonders vergütet werden. lAmtsbl. des Justizminrst. Nr. 8 von 1907, Abs. 5.) Wird dagegen eine Derartige Schätzung von einer Behörde oder einem Notar besonders ver- ilangt, so ist dnfur eine Gebühr zu vergüten in Höhe der Hälfte der Sätze des Ortsgerichtsgebühren-Tarifs A Ziff. 14. ! Teilbeträge von Pfennigen sind voll in die Gebührenrech- nung einzuftellen. (Bekanntmachung vom 10. Atai 1907, Reg.-Bl. Nr. 273.) Bei Gegenständen von nicht besonders hohem Wert ist der Ortsgerichtsvorsteher altem, bei wert­volleren Gegenständen das Gesamtorlsgericht mit der Schätz­ung zu betrauen. Das Ortsgericht erhält seine Gebühr durch ' bie ersuchende Behörde bezw. den Notar. Da bie Staats­tasse ober ber Notar berartige Kosten von den Beteiligten dann wieder einzuziehen haben, wenn die letzteren schuld­voll den Wert zu gering angegeben oder die Wertsangabe unterlassen haben, p empfiehlt sich allen, welche ein siem- ! pelpflichtigeS Rechtsgeschäft beurkunden lassen, daß sie da- bei alsbald, und gewissenhaft den Wert des Vertragsgegen­standes angeben.

** Von der schulärztlichen Tätigkeit im K r e i s e G i e ß e n. Am 1. Oktober 1906 wurde für die Land­gemeinden des Kreises Gießen ein Schularzt ernannt. Seine Tätigkeit erstreckt sich zunächst auf örtliche Untersuchungen an den Schulkindern betreffs ihres Gesundheitszustandes, Threr Ernährung und Reinlichkeit, sowie über Hygiene der 'Schulgebäude und Lehrerwohnungen. Das Ergebnis ber Besichtigung bei rund 2800 Kindern in Landgemeinden war folgenbes: Als schlecht genährt würben 85 bezeichnet, unrein 28, mit Hautausschlag 48, Bruch- und Bruchanlage 125, Verbiegung der Wirbelsäule 41, Abnormitäten in Mund und Rachen 101, schlechtes Gebiß 1059, Wucherungen im Nasenrachenraum 81, Stotterer und Stammler 31, unge­nügende Sehschärfe 132, schlechtes Gehör 37, chronische Krank­heiten 284, idiotisch 32.

** Z u m Universitätsjubiläum. Voraussichtlich werden ivährend der Tage des Universitälsjubstäuinsjestes die ' Droschken und andere Gefährte der hiesigen Fuhrwerksbesitzer bei weitem nicht ausreichen, um den überaus starken Verkehr m der Stadt zu bewältigen. TaS Großh. Polizeiamt ersucht deshalb in einer Bekanntmachung in der heutigen Nummer diejenigen Besitzer von Fuhrwerken, welche beabsichtigen, ihre Wagen, jei es entgelt- lief), jei es unentgeltlich, der Hochschulbehörde zur Versügung zu /stellen oder welche ihre Wagen hier als Droschken auizusletten i bereit sind, sich rechtzeitig nut dem Polizeiamt ins Benehmen 'zu setzen.

k- Lollar, 24. Mai. Die Arbeiten zur Regu­lierung der Lumda werden bis zur Einmündung in die Lahn fortgesetzt. Es sind im ganzen 13 250 Kubikmeter Boden zu bewegen. Die Regulierung bezweckt die Ver­minderung der fortgesetzt hohen Ueberschwemmungen deS Flüßchens, wodurch nicht selten für die Landwirte beträcht­licher Schaden entsteht.

-i- Lauterbach, 24. Mai. Eine überaus rege Bau­tätigkeit herrscht in unfern Bahnhoisviertel. Die Brauerei D o tz e r t errichtet hier einen mächtigen Neubau, der im Herbst den Brauereibelrieb aufnmimt. Der Neubau der Elsenbahn- mspeklion ist bis zur Stockwerkhöhe gediehen. Ferner sind nahe dem Bahnhof zwei Billen in Bau begriffen.

[] Marburg, 24. Mai. Die städtischen Behörden stimmten der Petition zu, nach welcher der deutsche Reichstag ersucht werden soll, den Termin für Beseitigiing der Verkaufsabgaben bis zum 31. Dezember 1917 hinaus- zuschiebcn. Die Flc ifchst e ue r bringt hier jährlich über '30 000 Mk. ein.

X Dillenburg, 24. Mai. Auf hiesiger Station entgleiste gestern abend em Güterwagen. Der hier gegen 10 Uhr durchgehende Personenzug konnte noch frühzeitig genug vor der Station zum Halten gebracht werden. Stach einer Viertelstunde war die Strecke wieder frei und die Weiterfahrt konnte erfolgen.

1c. Frankfurt a. M., 24. Mai. Einenersten Schritt' zur Lehrmittelfreiheit in unseren Bürgerschulen bean­tragt der Schulausschuß der Stadtverordnetenversammlung. Nach dem Anträge sollen die Lehrmittel unentgeltlich an Kinder von Eltern abgegeben werden, die nicht mehr alö 1500 Alk. Einkommen (nach dem Steuerzettel) haben oder Lurch ulißliche Umstände, Kiankheit u. s. w., die Lehrmittel auf eigene Kosten nicht beschaffen können. Die unentgeltliche Verabreichung derselben sollauf Ansuchen" erfolgen und nicht als Armenunterstützung gelten.

** Kleine M i t i c i ir. u y c « ms Hessen und den Nachbarstaaten. In Biblis bei WormL sind schwarze

Blattern konstatiert worden, die ein in einer Mannheimer Lumvenfabrik beschäftigter Arbeiter eingeschleppt haben sott. Die Straße und das Gehöft sind polizeilich gesperrt. Die Gattin eines Arztes in Frankfurt, Mutter dreier Kinder, tötete i i ch in der letzten Nacht, indem sie fick einen Schuß in den Kopf beibrachte. Das Mono ist in unglücklichen Eheverhältnissen zu suchen.

Ein gerichtliches Nachspiel zum Äolonial-Skandal.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

I.

H. F. Berlin, den 24. Mai 1907.

Der im Februar wegen Erkrankung des Angeklagten vertagte Prozeß gegen den früheren Geh. Sekretariats-Assistenten Oscar P o e p l a u wird heute vor der dritten Strafkammer des Land­gerichts Berlin I fortgesetzt. Er wird beschuldigt, 1. Das Gut achten des Geheimrats v. Franzius vom 2. Februar 1904 aus den Poeplau'schen Personalakten 2. aus den Kanneberg'schen Per­sonalakten a) das Schreiben des Oberkommandos der Schutz­truppe vom 2. Januar 1900 und des Kaiserlichen Militär- kabinets vom 11. Dezember 1900, b) den Erlaß vom 24. Januar 1901 betreffend die Gewährung einer Pension an den Haupt­mann v. Kannenberg, 3. den Bericht vom 18. Juli 1901, betr. Beschwerde über den Landeshauptmann Brandeis aus den Hci- nischen Personalakten widerrechtlich an Abgeordnete mitgeteilt, mithin in seiner Eigenschaft als Beamter des Auswärtigen Amts im Sinne des § 350 a des Str.-G.-B. (Arnim-Paragraphen), die Amtsverschiegenheit verletzt zu haben. Der Paragraph lautet: Ein Beamter im Dienste des Auswärtigen Amts des deutschen Reiches, welcher die Amtsverschwiegenheit dadurch verletzt, daß er ihm amtlich anvertraute oder zugängliche Schriftstücke oder eine ihm von seinen Vorgesetzten erteilte Anweisung oder deren Inhalt mitteilt, wird, sofern nicht nach anderen Bestimmungen eine schwerere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis ober mit Geld­strafe bis zu fünftausend Mark bestraft. Gleiche Strafe trifft einen mit einer auswärtigen Mission betrauten oder bei einer solchen beschäftigten Beamten, welcher den ihm durch seine Vor­gesetzten amtlich erteilten Anweisungen vorsätzlich zuwiderhandelt oder welcher in der Absicht, seinen Vorgesetzten in dessen amtlichen Handlungen irre zu leiten, demselben entstellte ober erdichtete Tatsachen berichtet.

Es sind dieselben Personen als Zeugen zur Stelle, die im vorigen Termin geladen waren, meist Beamte des Kolonialamts, ferner der Reichstagsabg. Erzberger und Oberstleutnant Quade. Nach Aufruf der Zeugen teilt der Vorsitzende mit, daß von dem als Zeugen geladenen Geh. expedierenden Sekretär Schneider ein ärztliches Attest eingereicht worden sei, nach welchem der nervöse Zustand des Zeugen seine Vernehmung heute und in den folgenden Tagen unmöglich mache. Der Gerichtshof be­schließt, Schneider durch den Kreisarzt in Eberswalde unter­suchen zu lassen, ob er vor Gericht oder kommissarisch im Sana­torium vernommen werden könnte.

Im Laufe seiner Vernehmung gibt P. zu, das ihm günstige Gutachten des Geheimrats Frantzius für seinen Prozetz gegen den Reichsfiskus verwertet zu haben, bestteitet jedoch die Abschrift des Originaltextes, die er als widerrechtlich anerkennt, selbst genommen zu haben, er habe sie vielmehr in einem verschlossenen Kuvert auf seinem Schreibtische gefunden. Er hätte sich auch, wenn das Gutachten ihm amtlich zugegangen wäre, zur Ver­wertung für berechtigt gehalten, da mit dem Worte geheim viel­fach Mißbrauch getrieben werde. Ferner räumt Poeplau ein, den Abgg. Dr. Müller-Sagan und Erzberger den Erlaß des Oberkommandos der Schutztruppen betreffend die Penswnierung des Hauptmanns Kannenberg, eine Verfügung des Reichskanzlers Grafen Eaprivi, Briefe und anderes koloniale gelegensten betreffendes Material ausgehändigt zu haben. Diese Schriftstücke seien ihm abschriftlich im Sommer 1903, als bas Pensionierungs­verfahren gegen ihn eingeleitet war, durch die Post in die Wohnung geschickt worden. Er habe gesehen, daß Jndisttetionen begangen worden seien. Nach Abschrifmahme habe er die erhaltenen Schrift­stücke vernichtet, da er eine Haussuchung befürchtete. Auf Vor­haltung des Vorsitzenden, daß bei der Haussuchung, trotzdem er langst nicht mehr vm Kolonialdienst gewesen sei, mehrere amtliche Schriftstücke gefunden worden seien, entgegnet der An­geklagte, dies sei der beste Beweis, daß ihm die Sachen ins Haus geschickt worden seien.

Der "Angeklagte bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Eines Tages habe Erzberger ihn schriftlich um seinen Besuch ge­beten. Er habe der Einladung entsprochen. Erzberger habe ihn gefragt, o.b er eine Stellung bei ihm annehmen wolle. Er habe das abgeicljnt. Er habe nun Erzberger gefragt, ob ihn feine Sache interessiere, er könne ihm Material bringen. Erzberger habe sich sofort bereit erklärt. Er habe zunächst Erzberger sieben Eingaben an den Kaiser und den Reichskanzler, ferner die Kanneberg'schen und Kiem'schen Akten übergeben. Erzberger habe eine Audienz beim Reichskanzler nachgesucht, dieser sei aber in Hamburg gewesen. Erzberger habe sich darauf beim Ehef der Reichskanzlei, jebigen Staatssekretär v. Löbell melden lassen. Letzterer sagte, nachdem Erzberger im die Angelegenheit doi> getragen:Das Kolonialamt hat nichts zu furchten."

LSniver-iLäts-Nachriehten.

Eine ch i n e f i j ch e U n i v e r j i t ö i. Das große Reformwerk, das in dem gewaltigen chinesischen Reiche jetzt begonnen Hal, er­streckt sich vor allem auch auf das Unlerrichlswesen, das von jeher schon em Ruhmestitel des Landes ivar und besonders m der "All­gemeinheit deS ElememaruiiterrichlS kaum von einem Lande über­boten wurde. Tas neue System, das bis zum Jahre 1910 überall durchgeführl sein soll, bringt einen organischen Aufbau von den unterließ Elementarschulen zu den höhereil Lehranstalten, der in einer Universität nach europäischem Muster, die in Peking errichtet werden sott, gipfelt. Diese Universität, die so der Mittelpunkt des Studiums von ganz China sein wird, soll acht Fakultäten umfassen: Theologie, Rechtswissenschaft; eine Fakultät, die Geschichte, Geographie und chinesische, englische, französische, deutsche und japanische Literatur umfaßt; Mebizm; Naturwissenschaften; die Fakultät der öffeiitlichen Arbeiten (Mechanik, Elektrotechnik, ange­wandte Chemie, Bergbau, Architektur, Schiffsbau, Waffenkunde, Sprengnuttelfabrikation und QJletaUurgte); Landwirtschaft: Handels- kimde. In den höheren Lehranstalten wird der englische Sprach­unterricht obligatorisch jein; zwischen Deutsch und Französisch steht den Schülern die Wahl offen, doch wird denjenigen, die sich der Chemie, Elektrotechnik, dem Bergbau, der Metallurgie oder der Forstwissenschaft zuwenden wollen, das Studium der deutschen Sprache empfohlen. Latem ist fakultativ.

N. O. Body: Aus eines Mannes Mädchen­jahren. Gust. "Rieckes Buchhandlung Nachf. in Berlin W. 50. Dieses Buch enthält die S e l p st b i o g r a p h i e eines jungen Mannes, der bis zu seinem zwanzigsten Jahre infolge seiner eigentümlichen körperlichen Beschaffenheit als Mädchen a u f g e z o g e n worden war. Die Folgen davon, die sich vielgestaltig m einem wechselreichen Leben fühlbar machen, waren em immerwährender latenter ztvnflikt zwischen den aiu erzogenen Gefühlen und Rücksichten und den künstlich unter- drüaten Trieben der Natur, bis diese endlich alle Schranken niederbrachen. Tas Interessantesteber Darstellung dieser Leiden und Kämpfe besteht hauptsächlich darin, daß in schleierhaften Zuständen irrtümliches Bewußtsein mit unbewußten naturgemäßen Gefühlen kämpft. Diese' Lebensbeichte bietet einen Beitrag zu der erst in der jüngsten Zeit von der Wissenschaft beachteten sogenanntensexuellen Zwischenstufe", und wird besonders für den Psychologen wie den Mediziner von Bedeutung sein. Daß es sich nicht um eine buchtzändlerische Spekulation bei dieser Veröffentlichung handelt, dafür bürgt der llmstand, daß Rudolf Presber das Buch mit einem Vorwort und Dr. Diagnus Hirsch- feld mit einem Nachwort begleitet haben.

Kandel.

3'/."/<> Reichsanleihe und Preußische Konjols. Mehrere Teilhaber des ehemaligen Konsortiums dieser Anleihe

haben sich nun zusammengetan mit dem ausgesprochenen Zweck bei einem enoentL weiteren Rückgang der Kurse der Anleihen diese durch Jntervensionskaufe zu stärken. Dieser Beschluß ist schon seit einigen Tagen in die Erscheinung getreten, wie die Kursentwicklung der Anleihen gezeigt hak. Doch sotten die Aufnahmen keineswegs groß gewesen sein. Es ist auch anzunehmen, daß die Spekulation angesichts dieser Gegenströmung mit Bcmko-Abgabcn aufhört, resp. zu Deckimgskäufen gedrängt wird. An gestriger Börse notierten die 3Vr°« Deutsche Reichsanleihe 94,10 und die Preußischen Konsols 94,20.

AUSM m btn Ktgudrsamtsretzjstttll der ZtM Ojetzev.

Aufgebote.

Mai 8. Otto Lange, Sanitätssergeant in Babenhausen, mit Anna Bommersheim dahier. 21. Hermann Hofmann, Schmied dahier, mit Margarete Gasche in Muschenheim. 22. Georg Diehl, Schlosser, mit Marie Weimer, beide dahier. 23. Emil Hoffmann, Pfarrer in Langenselbold, mit "Maria Berger dahier. Richard 'Schstser, Großh. Forstassessor in Sich, mit Johanna Schuchard da­hier. 24. Karl Hau, Metzger, mit Christiane Jung, beide in Villmgen.

Eheschließungen.

Mai 18. Wilhelm Werner, Schiemer, mit Barbara Kunigunde, gen. Tom Herold, beide dahier. Karl Guntrum, Eisendreher da» i hier, mit Marie Hcmsult in Wieseck. Karl Braun, Schlosser in Köln-Delitz, mit Christiane Kreiling dahier. Franz Weinhardt Schlosser, mit Anna Arnold, beide dahier. Emil Euler, Schmiede» I meister, mit Marie Weinhardt, beide dahier. Friedrich Wöffner, | Bankbeamter, mit Anna Auguste Pfeiffer, beide dahier. 22. Dr. I Heinrich Dött, Oberlehrer in Mülheim a. d. Ruhr, mit Paula Hartmann dahier. 23. Erwin Burmester, Ingenieur, mit Johanna Kaufsmann, beide dahier.

Geborene.

Mai 13. Dem Heizer Heinrich Schliffer ein Sohn, Jakob Bernhard. 14. Dem Schreiner Friedrich Eisenträger ein Sohn, Erich. 15. Dem Zigarrensabrikanteii Georg Gottlieb Stark ein Sohn, Adolf Jakob August Albert Wilhelm Heinrich Christian. 16. Dem Taglöhuer Heinrich Haas eine Tochter, "Mathilde. Dem Taglöhuer Johann Georg Gebhardt eine Tochter, Frieda "Margarete. 17. Dem Kanalarbeiter Heinrich Schuchardt eine Tochter, Christine. Dem üaterneniuärter Wilhelm Backhaus em Sohn, Jakob Heinrich. 18. Dem Kaufmann Wilhelm Bachmann em Sohn, Karl Hermann. Dem Lokomotivheizer Karl Ein­häuser ein Sohn. Dem Kaufmann Wilhelm Rühl ein Sohn, Otto. 19. Dem Sleuerkommissarlatsgehülien Karl Gröninger em Sohn. Dem Bahnhofsvorsteher Otto Gustke ein Sohn, Erwin "Max Patll. Dem Polsterer und Tapezier Ludwig Offenbacher em Sohn, Karl. Dem Fabrikarbeiter Jakob Karl Philipp euv Sohu, Hans. Dem Knecht Karl Peppel ein Sohn, Karl. 20. Dem ftäbt Straßenwart Philipp Bacher eine Tochter, Lina. Dem Kaufmann Otto Wenzel em Sohn. 21. Dem Putzerheizer: Julius Graeser eine Tochter, Anna.

Gestorbene.

Mai 20. Luise Wagner, geb. Schmehl, 65 Jahre alt, Ludwig» ftraffe 65. 21. Anna Graeser, 10 Stunden alt, Landgraf Philipp- platz 7. 22. Elijabethe Lebner, geb. Jörg, 57 Jahre alt, Süd- Anlage 11. Heinrich Koch, 32 Jahre alt, Fuhrmann, Walltor­straffe 49 a.

vermischter»

* Kindertragödien im Stift. Großes Aufsehen erregten in Petersburg die Selbstmordversuche im adligen Ssmolna-Justitut, den zwei Mädchen wegen der grausamen Behandlung, der alle Zöglinge ausgesetzt sind, unternahmen. Das Institut, dessen Leiterin die Fürstin Liven ist, hat schon im vergangenen Jahre die öffentliche "Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, weil nicht weniger als sechs Schülerinnen Selbst­mordversuche machten, ohne daß dagegen eingeschrttten wurde. Für die geringsten Versehen wurden die härtesten Strafen verhängt. Endlich beschlossen zwei Zöglinge, Kandattrowna und Ssawinkowa, welche die grausame Behandlitng weder erdulden noch ansehen konnten, ihrem Leben ein Ende zu titachcn. Die Klasse ivußte schon längst, daß die beiden Mädchensich opfern wollten", um die Aufmerksamkeit der Gesell­schaft auf das im Institut herrschende Regime zu lenken. Keinem von den Mädchen kam es in den Kopf, die Kata­strophe zu verhindern. Es wurde festgestellt, daß beide Mädchen sich anfangs den Hals abschneiden wollten. Die Ssatvinkowa sollte zuerst die Kandarowna erstechen und dann sich selbst, konnte sich aber dazu nicht entschließen. Beide Mädchen stürzten sich aus dem Fenster.

* Wie Indianer sich duellieren. In einem Jn- bianerborfe des Staates Utah in den Vereinigten Staaten fand unlängst unter großem Zulauf der "Rothäute aus der Nachbar­schaft ein großer Zweikampf statt, der mit dem Tode des einen der Duellanten endete. Die Zuschauer umstanden im vollen Kriegsschmuck den Kampfplatz, während die Kainpfrichter ihres Amtes walteten. Der eine der Kontrahenten, der als der Beleidigte galt, wurde mit der linken Hand und der Beleidiger mit ber rechten Hand an denselben Baumstamm angebunden. Dann erhielt jeder ein langes Nasser in die freigebhebene Hand, und auf einen Pfiff des Richters begann das Duell. Das grausame Spiel währte nur wenige Minuten, bann fielen beide infolge des starken Blutverlustes in Ohnmacht. Ta Llerzte nicht zur Stelle waren, starb der eine der Duellanten an innerer Verblutung nach einigen Stunden.

TeSeicmsche

des Giessener Anzeigers, mitge und Indusn

Fmnldurter Böri

3%°/o Reichsanleihe . . 94.00 *6% do. . . 83.85 3^°/0 Konsols .... 94.00 3% do. .... 83.75 3^°/0 Hessen . . ..

3)4°/0 Oberhessen . . . 94.00 4% Uesterr. Goldrente. . 99.00 4*4 9o Uesterr. Silberrente 99 40 4,°ö Ungar. Goldrente . . 93.90

4-6 Italien. Rente . . .. 326 Portugiesen Serie I . 67.70 3-6 Portugiesen 111 68.50 i%°l0 russ.Staatsaul. 190.) 90.85

o Japan. Staatsanleihe 93.00

4 >6 Couv. Türken von 19UÖ 93.70 Türkenlose ... . 139.80

4-6 Grieeh. Monopol-Anl. 50.00 4-6 äussere Argentinier 85.10

3°/0 Mexikaner . . . 65.00

4>ä7o Chinesen .... 96.70

Aktien:

Bochum Guss..... 223.20

Buderus E. W . ....

Tendenz:.

Berliner Börse, 2

Cauada E. B......169.75

Darmstädter Bank . . . 130.25 Deutsche Bank .... 225.00 Di-rtmuuder-Union C. . . 74.25 Dresdner Bank . . . 142.70

Tendenz; besser.

Kursberichte

teilt von der Bank für Handel ie, (liessen.

e, 25. Mai, 1.15 Uhr.

Elektriz Lahmeyer . . . 125.10 Elektrik Schnckert . . . 110.00 Eschweiler Bergwerk . . 225.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 194.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.80 Barpener Bergwerk. . . 206.50 Lanrahütte...... 225.10

?<ordd. Lloyd . ... 117.10

Übeischles. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Haudelsges . . 152.50

Darmstädter Bank 130.40 Deutsche Bank . . . 224.80

Deutsch-Asiat. Bank . . 168.70

Diskonto-Kommaudit. . . 169.70

Dresdner Bank . . . 141.90 Kreditaktien..... 207.00

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . 94.00

Gotthard bahn . . . . 188.00

Lombard. Eisenbahn . . 21.75 Uesterr. Staatsbahn . . . 144.50 Priuce-Henri-Eisenbabn . 136.00

5. Mai. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk ..

Lanrahütte .... 225.10 Lombarden E. B. ... 21.80 Nordd. Lloyd.....117.30

Lürkenlose . ... 139J.0

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