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25/01/1907 Zweites Blatt
 
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Marokkanisches.

Tanger, 24. Jan. Die Truppen deS Sultans (Ma- halla und die Annen genannt) hatten gestern mehrere Gefechte mit Mitgliedern des Stammes der Beni Suah, bei denen Raisuli einen Unterschlupf gefunden hat. Die Beni Suah wurden in die Flucht geschlagen. Sie ließen 15 Tote zurück. Die Truppen deS Sultans steckten hierauf verschiedene Ortschaften in Brand und verfolgten die Beni Suah in da» Gebirge. Hier beschossen sie die Wohnung des Raib Zellah, bei dem Raisuli sich aufhielt. Es gelang Raisuli, wiederum zu entkommen und sich im Gebirge zu ver­bergen. Auf Seiten der Truppen des Sultans fielen 20 Soldaten, mehrere wurden verletzt.

Die Mahalla stieß später nochmals auf einen zwei- stündigen Widerstand vor einem andern Dorfe, welches von El Ghamit, dem Bruder des Kcnd Zellal, besetzt war. El Ghamil wurde verwundet und eiligst »veggeschafst.

Etwa 1000 Mann von den Bergstämmen haben sich der Mahalla angcschlossen.

Ausland.

London, 24. Jan. Ter Präfwent des Handelsamts, Lloyd- George, der Kabineltsrang hat, hat gestern in zwei Reden in Newcastle einen heftigen Vorstoß gegen das OberhauS geführt. Tie Lords seien von niemandem erwählt, ver­treten niemanden und seien niemand verantwo rt- lich. Bei der Prüfung der Ansprüche der bevorrechtigten Gesell- schäft, die ihre Vorrechte mißbraucht habe, würde sich empfehlen, oamit gründlich auf} n räumen. Wie fteit Hardie sei er für den Kampf aufs Messer. Ter Premier habe versprochen, einen Weg zu finden, nnü er sei nicht der Alarm, der leere Drohungen äußere.

Brüssel, 24. Jan. Aus dem K o n g o eingetroffene Nach­richten besagen, daß im Manyanga-Gebiet ein neuer Auf­stand ausgebrochen ist. Eine Truppenabteilung aus 50 Mann bestehend, mit einem Unteroffizier an der Spitze, wurde unterwegs von Aufständischen über sollen. 7 Soldaten sielen, mehrere wun den schwer verwundet, darunter der Unteroffizier.

Madrid, 24. Jan. Leute mittag überreichte MinisterpräsU bent Lega de Armsio im Schloß die Demission des ge­samten Kabinetts wegen der Uneinigkeit von Regierung und Parlament inbezug auf das Vereinsgesetz.

Wien, 24. Jan. Im Herrenha-ie wurde eine Resolution angenommen, in welcher die {Regierung aufgefordert wird, mit Rücksicht auf die Teuerungsoerhältnu'ie schnellstens für eine ent­sprechende Aufbesserung der Bezüge der Offiz ie re und Beamten in der gemeinsamen Armee und Landwehr zp sorgen.

Lemberg, 24. Jan. Bei den gestrigen Ausschreitungen ruthcnischer Studenten in der Lemberger Univ er si- tät wurde auch das Portrat deS Kaisers zerrissen und Die Kaisecbüste zertrümmert. Ter Gaskanüelaüer in der Universuät wurde in Stücke zerbrochen. Drei rnthenischs

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Freital, 25. Jannnr 1907

157. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 21

Erscheint täglich mit Ausnahme DeS Sonntag«.

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Eschäste.

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fand im Schlo die Erbgroßher.

Redaktion, Expeduion und Druckerei: Schul- straß« 7. Expedition und Verlag: ÄeDattbn:e^ll8. TeU-Adru Anzeigers ieße»

TieGießener Zamlllendlätter" werden Dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, DaS Krclibtatt für bei Kreis Gießen" zweimal «öchnuiich. Terhessische Landwirt" erscheint monatlid.) einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersuätS-Buch- und SteiRDrudeteL 9L Lange, Dießen.

ic. bet ften bez 'Heims.

i, das diiiheil lodjo lut Beiiflii- iu*i Lir. ii yaurtalt. liü- choiivl, lleuenbäne,

politische Tagesschau.

Ter Jamaika-Zwischenfall.

Zu einer nachhaltigen Verstimmung zwischen Eng' ländern und A m er ikanern wegen der Kingstoner Affäre wird es nicht kommen. Präsident Roosevelt hat durch eine geschickt abgcfaßte freundliche Note dem Konflikt die Spitze ge­nommen. Ter Zwischenfall, die Ablehnung der amerikanischen Lülfe durch den englischen Gouverneur, war denn doch zu wenig tiesgreisend, um niajt durch Austausch von Höflichkeiten und Ge- sinnnngvbeteuerungcn abgetan werden zu können. Für England ist allenfalls verdrießlich, daß die Amerikaner so rasch bei der Land sind, als erste mit Rat und Tat auf dem westindischen Schauplatz zu erscheinen. Die Spuren Kubas leuchten noch Hai herüber; das Sternenbanner ist nicht immer frei von Verdacht, wenn cs Lülfe bringt, und ein Sympathisieren der Bevölkerung Jamaikas mit den wohlwollenden Yankees Limite am Ende zu einer Bewegung führen, die mit demFreiheitsdrang" der Kubaner Ähnlichkeit hat. Um Dem vorzubeugen, mußte England jede Disferenz mit Den Vereinigten Staaten im Keime ersticken. Es legt allerDing» keinen hohen Wert mehr auf Den Besitz Jamaikas, Dessen Blütezeit längst Dahin ist. Doch über die Zukunft Der Insel wird man ausschließlich in LonDon befinden wollen, und es Dürfte noch manches Jahrzehnt vergehen, ehe auf Jan^ika Der Union Jack niedergeholt wird.

In Kingston eriolglen am 23. zweihestige Erdstöße, Die die noch stehen gebliebenen Lauser gänzlich zerstörten. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Panik.

Inzwischen wächst die Entrüstung Der Kmgitoner Bürgerschaft über den Gouverneur Swettenham, Dessen Ablehnung Der amerika­nischen Lülfe Die Ernährung unD Unterbringung von TaufenDen von Frauen und Kindern erschwert hat. E ine Protestoersammlung DeS LülsSausschusses nahm Lebensrnittel von Den benachbarten Kolonien an, ohne den Gouverneur zu fragen. Alle militärischen Siadjen wurden angesichts des musterhaften Benehmens der Ein­wohnerschaft eingezogen. D er Gouverneur erließ Befehl, daß das Gtschöstsviertel genau nach dem alten Plan aus Backsteinen und sonstigem feuerfesten Baustoff wieder errichtet werde.

Seit der großen Katastrophe wurden 30 Erdstöße gezähll.

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i" Jnjri Wtzi -beit zu aQtlnhebtr, ir aui aroBereui ü ® bei Maiuj. iißj

Aoc Ort ZSaht.

Gießen, 25. Januar 1907.

Nur Stunden trennen uns noch von der Wahl zum Reick>Stag, von Dem Moment, Da die Politik DeS Deutschen Reiches auf lange Jahre hinaus festgelegt werden soll. Es ist sehr zweifelhaft, wir las Resultat dieses Appells der ReichSregierung an das Volk cmssallen wird. ES mag unS vergönnt sein, vor der Entschei. dungsstunde noch ein Wort an unsere Leser zu richten.

AIS die Reick-Sregierung Den Reichstag am II. Dezember plötzlich und unerwartet nach Lause schickte, da Hatwelte c8 sich um ein wohl von langer Land vorbereitetes Vorgehen der Reichs- regicrung gegen das Zentrum und die Sozialdemokratie. Die {Regierung begann endlich Der alleinigen Stutze, dem Zentrum, zu mißtrauen, mit Dem sie bisher durch dick und dünn gegangen war, und fühlte sich von allen anderen Parteien verlassen. Das kam ihr unheimlich vor, und darum hat sie jetzt den Versuch gc macht, einen neuen Reick)stag zu berufen in der Lossnung, mit der Wahlparolegegen Rot und Schwarz" eine ihr günstigei gesinnte Majorität, aus allen anderen Parteien zusammengesetzt, in diesen Reichstag zu bringen. ES besteht unseres Erachten: kein Zweifel, daß Die Regierung den Reichstag unter anders ge­lagerten Verhältnissen wegen Der paar iveggeftrichenen Millionen nicht aufgelöst, sondern gute Miene zum bösen Spiel gemacht und in alter Weise weitergewirtschaftet hätte. Aber sie wollte eine Vollsmatorilät und wählte das Motiv, DaS ihr eine gute Wahl­parole versprach. Taktisch hat die Regierung in dieser Ange­legenheit nut schlauer Diplomatie gehandelt. Mit Dernburg, dem kolonialen SanitLtsrat, an Der Spitze ließen sich weite Volta- kreise endlich für die bedeutungsvollen Kolonialfragen inter­essieren.

Das lebhafteste Bestreben Der Berliner Regierung im ganzen kurzen, aber intensiven Wahlkampf ging dahin, möglichst das AationaluätSgesUhl wachzurusen. Daß aber Die Liberalen und tie Koi.,ervativen mit ihren vielen kleinen Zweiggruppen, wie ähristliu/-Svzialen. Deutschfozialcn rc. u., miteinander gingen, ImU ließ sich leider nur in wenigen, vornehmlich sächsischen Wahl, 'leisen erreichen, wo alle Bürgerlichen geeint gegen Die Sozial- h.inokaiie auf Den Plan getreten finD, sowie noch in ein paar l utiiuschen Wahlkreisen, wo man gegen den Zentrumsturm Sturm läuft.

Der Wahllampf ist fast allenthalben mit großer Schärfe ge- flihrt worden. Was sonst nie der Fall war, die ReichSregierung -jat mit aller Macht in Die Wahlbewegung eingegriffen, unD es verging kaum ein Tag, an dem nicht dieNordd. Allg. Ztg." jo.8 Kriegsbeil gegen Zentrum und Sozialdeuwkratie gewaltig c;iuang. Außerdem tarnen Die Agllationsreden Dernburgs und ) 5 Reichskanzlers in eigener Person. Wenn Die Regierung also »telmal Die gewünschte kolonialfreundliche Mehrhell auch nicht nbaden sollte, so liegt die Schuld nicht an ihr. Sie hat eher zuviel getan alS zu wenig.

Nun also steht Die Entscheidung unmittelbar bevor. Daß eine neue Regierungsmehrheit Umwälzungen in Bezug auf die koloniale Politik und auf die Wehrfragen Überhaupt bringen würde, ist auzunchmen. Es ist aber durchaus nicht ausgeschlossen, daß die äußerste Linke noch einen Hellten Zuwachs erfährt. Und großen SujObcn wird das Zentrum auf teuren Fall nehmen.

NcucS aus Nußkaud.

DaS Blatt .Ruß* teilt mit, daß gegen Geheimrat Nikiltn, Gehülfe deS AckerbauininiftcrS, vom Senat An­klage wegen mehrfacher Unterschleife erhoben worden ist, die er als Direktor deS Volks-Departements 1899 auS. geführt haben soll. Um diese Zeit hat Sllkittn einen Vertrag mit der schwedischen Holzfirma Wilson, Stampe u. Eomp. über Fällung und Export von Bauholz im Petschora-Gediet abgeschlossen. Stach Abschluß beS Vertrages meldete Der Re­visor Der Domanenverwaltung deS Gouvernements Wologda, namens.SkakowSki, daß Die genannte Firma große Miß­bräuche mit ihrem Vertrage treibe. Alle Klagen SkakowSkiS wurden ignoriert, worauf dieser beim Senat Klage erhob. Der Senat entsandte zur Untersuchung deS Falles em,n Be­amten, der nicht nur die volle Bestätigung der Anklagen SkakowSkiS entdeckte, sondern auch die Fälschung der Unter­schrift StikitinS feststellte. Es liegen triftige Gründe zu Der Annahme vor, daß die Unterschlagungen StikitinS sich auf ast alle Holzlieferungen der Krone erstreckten und viele Millionen Rubel betragen.

Eine Feuersbrunst suchte die Stadt Ezenstochau in Polen heim. Die Fabrik von Landau u. Bengmann und zwei anstoßende lange Häuserreihen stehen in Flammen. Die Löschversuche der Feuerwehr und deS Militärs waren ver­geblich. Wahrscheinlich sind Menschenoerluste zu be­klagen.

General v. Klöden, den Kandidaten des Bundes Der 2anD- wirte, einzutrettn. Hierdurch ist die Kandidatur des Pros. Dr. Paasche sehr gefährdet.

Abwendungen Dom Zentrum.

AuS BreSlau wird folgendes bcriu)tet: Der Rittergutsbesitzer v. Machni-Ocklitz erllärt öffentlich seinen Austritt aus Dem Wahlkreiskomitee der Z-ntrumspartei für Breslau-Land- Neumarkt und richtet an seine katholischen Glaubensgenossen die dringende Bitte, nicht für Den Z en t r u m s k a n d i d a t e n Grafen tzenckel v. DonnerSmarck, sondern für den konservativen Kandidaten Grafen Earmer-Zieserwitz zu ftimmen. Auch der katholische Rittergutsbesitzer v. Woikowsky-Biedau hat sich bei einer Versammlung in Kostenblut für den konservativen Kan­didaten Grafen Cormer erklärt.

Wie dieBad. Landesztg." mitteilt, hat der Furst von Fürstenberg in Donaueschingen Dem liberalen Wahl- Komitee seine sämtlichen verfügbaren Gefährte für Die Wo hl reis en z u r Verfügung gestellt. Bekanntlich sind Der Fürst und feine Gemahlin streng katholisch.

Werden heute oberhefiische gut protestantische Bauern durch die Wahl Köhlers das Zentrum stärken wollen?

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Giehemr Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

hülfe bedürfen. Tie den einzelnen Eiiendaimd.rektwnen zur Ver­fügung gestellten Mittel belaufen sich auf 10 000 bta 60 000 Mk. Jnsgefamt soll Vi MMion hierfür sofort und zum Begunm des nächsten Jahre- weiter Vt Million duigen-enbet roerteii.

Kiel, 24. Jan. Ter Prinz und die 'Brinkum Heinrich v.n Preuß n h-b n die fjt m rjc.i nachmittag ang setzte yiene nach Berlin zur Feier des Geburtstages des ifaifer» auf gegeben, tza Prinz Heinrich noch nicht frei ist von den Folgeerichei- nungen seiner Erkrankung an der Influenza.

Bromberg, 24. Jan. Tie hiesige itiinigL Regierung M angeordnet, daß die katlicliichen polnischen Sm ul linder, die über den 1. Februar hinaus im Streik beharren, zu Client tveder versetzt noch entlassen werden dunen. Auch sollen für diejenigen Schulen, deren Kinder bis zu der angegebenen Zeit nicht zum Gehorsam zurüakehren, alle Bcr> günftigungen inbezua auf Beurlaubung zu ländlichen Arbeiten, Einrichtung von LalbtageSunterricht u,w. für den Sommer in

Wegfall kommen. t _x , . r

h «Qi an n beim, 24. Jan. Die Stadt Mannheim begeht heute den 3 0 0. Gedenktag Der ersten StaDtprivileglen. Aus diesem Anlaß ist Die Stadt festlich geilaggt. Zac Feier DeS Tages sand heute Die Einweihung der Kunursl ijriebndiimulc statt, die mit einem Kostenaufwand von mehr als 1 430 000 Mk. erbaut wurde. Die eigentliche Feier beginn: erst mit der Eröff- nung der Kunst- und Gartenbauausstellung.

Karlsruhe, 24. Jan. stolonmibirctior Dernburg wurde Dem Großher)og in Audienz ernpfangeil. Um 1 Uhr sand im Schlosse ju Eyren Dernburgs Taiet statt, an der u. a. tue Erbgroßher.oglicheii Lem'chaiten, die Minister Marschall von Bieberstein und Lonscl, sowie einige Lerren vom Loje teilnahinen.

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Tie Wahlbeteiligung in Gießen ist heilte vor- mütag überaus rege gewesen. BejonderS stark war die Anteilnahme der bürgert ich en Fuge nd an der Wahl, im Gegensatz zu früheren Iahten.

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AuS Schlitz, 24. Ian., wird unS geschrieben:

Aus die Erwiderung des Lerrn B i n d e m a l d , dem meine Krüik über seine Diebe in Schlitz nicht gefallen hat, biene folgendes !jur Aufklärung: Der Bericht von dreier Wahlrede war nur in­sofern unrichtig wird gern zugegeven-, als die beiden Steuern miteinander verwechselt worden sind. Setzen Sie an Stelle Fahrtartensteuer in dem bett. Artikel Zigarettenstcurr unD nun Smlusfe umgekehrt, dann wird Lerr Bindeioald wohl die Aichtigkeit zugeben, im übrigen ist auch nicht cm Jota davon .jurüuiunefcuien. Daß bei einem solchen Redewust von sroei Stunden einem Belichter stattet nicht minder wie einem Redner euch einmal ein Irrtum unterlaufen kann, wird wohl jeder be- gteiilich jindeii. Die Sache mit der Fahrlartensteuer ficllt sich über anders dar, als Sie meinen. Lerr BindewaW behauptet, Dt. Wullau habe für die Fahrkarten steuer gestimmt. Der ,,Gieß. f Knj." habe das Gegenteil gemeldet, obwohl iiyui verschiLüenc gegenteilige Zufchriften zugegangen feien.

Was mein anderer AuoDraa,abfällige Ktittk an Lerrn Stallau" nannte ich es soieie^meiner Freunde nannten es Schimpfen) cuibelangt, so Haven Sie, Lett Bindewald, dies nur sur Grebenhain in Äorat« gestellt und nicht für Schlitz, folglich es selber zugegeben! Sie raa^en sich immer zum Lrauihauen Lubere aus. Diesmal wiars Gallau, früher waretis die Juden. Ltijsen Sie noch Ihren geistreicycn Witz von denBerliner Laden- jitiigüngen mit dem wehmütig geschweisten Zug um die Beine", womit Sie bei Ihrem allerersten Teout in Schlitz alle anständigen Menschen hier empörten? Diesmal empörten Sie uns durch <bre maßlosen Angriffe aus unieten veroienstvollen früheren wreiSrat und bisherigen tüchtigen ReichstagsDerttttet. Lonenl- iich wird er es trotz Ihrer Ausfälle geaen ihn wieder. Ihnen cber, Lerr Berliner ttzcaier, muie, ich heute den Tcuzel an die '3ani>; Sie kriegen bei uns nicht die Majorität!

Wir haben dazu zu bemerken, daß, jo viel wir wissen, Dr. Wallau gegen die Fahrkattenstcuet gestimmt hat. Zn- fünften darüber sind uns niemals zugegangen. Herr Binde­wald hat aljo zum mindesten in bezug auf denGieß. Anz.^ ßaljchcs behauptet nach berühmten ÜJlu|iein.

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In Friedberg sind, wie un5 heute drahtlich gemeldet wird, die Sozialdemokraten auf eine ganz abfurde Idee gekommen. Es läuft dort feit heute früh scheinbar herrenlos ein Hund in den Straßen umher, auf dem em Schild feu- . gebunden ist mit der Aufschrift: .Wählt Busold!^ Tas ist »vahrlich das beste Zeichen dafür, wie sehr die Sozial- deinokratie bereits auf den Hund gefonunen i|tl

Justizrat Gindecker- Friedberg#reibt uns, daß die dort am. vergangencn Sonntag abgebattene sehr gut besetzte Versau.m- Ling unter seinem Vorsitz in denDrei Schwertern" Nicht vom ^niide der Laudivirte, sondern von Dem naiumalliberalen Wahl- aasfchuß einberufen war. Er habe als Vorfitzender Des national- .ivLialen Wahlvereins Friedberg den Vorsitz geführt.

Im Wahltreife Kreuznacy -Simmern Hai das Zentrum Ach am Lage vor der oiiüidl die Parole ausgegeben, jur

Die gelben Gewerkschaften.

Bekanntlich haben die nicht im sozia demokratischen Lager stehenden Arbeite rergamfahonen eine weck stärkere Mitgliedor» zahl, dd von sozialistischer Seite zugegeben wird. Es macht sich eben in der deutschen Arbeiterschait immer mehr das Bestreben bemerkbar, sich dem Terrorismus der roten Partei zu entziehen und zwar vorwiegend deshalb, well die Beiträge an die sozialdemokratischen Kassen eine solch« Löhr erreicht haben, daß sie der Arbeiter beim Abzug von seinem Wochenwhne ganz er­heblich spürt. Dazu kommen noch die außerorDeicklichen 2lu[- weiidungen bei Streiks, Sammlungen für die Opfer der russijchen Revolution ober für die Hinterbliebenen emesverdienten Ge­nossen", kurz der sozialdemolraiisch organisiette Ardecker hat eine Menge Zahlungen zu leisten, aus denen er aber nicht den geringsten Nutzen zieht. Aus Diesen Erwägungen her­aus sinD Die log. gelben G«werk,chaften entstanden, weick)« in Der» fchiedenen Großbetrieben bereits eine starie Anzahl von Alltglie» Dem haben, so aälein 5000 bei Den Siemens-Schuciert-Werren in Benin. Tie gelben Geioersichasten haaen fein reoolutionäres, lonbern nur em rewrmis^es Programm, ne stehen auf Monarchijch nationalem Bvben unD oertreten lediglich Die materiellen und kulturellen Interessen des Arbeiterstanoes. EL Dcrireht sich von selbst, baß es im Jnterefse der Faorikanten liegt, b.e geiöen Ge- werkichasten kräftig zu fördern und zu unterstützen. Bor allem ab et erscheint es tut.ueiibig, die ge.ben Gewerk|ch-,ten zu zentrali. fieren, wrd^rch sie sicher einen gewaltigen Aßufichwung nehniev würden. Laß Die Sozialdemokratie Don Dieser Konkurrenz md,i erbaut ist, braucht nicht en^ bemerkt zu werben, und sie brunbuiarti auch jeden Arbeiter, Der einer gelben Gewerkschaft beckritt, als einen Verräter an derheisigen" Lache des Proleturnats. Aber Die Bannstrahlen, welche Die Sozialdemokratie schleudert, ma<yen nicht mehr bange!________________________________________________

Deutsche» Ueich.

Berlin, 24. Jan. Leute bejuchre der Kaiser der Reich slanzler, böne dann im kgl. Schlosse den gemein, tarnen Vortrag der Eh-fs der Militär- uhd Maruiebeporder und nahm Die Meldung Der Demnächst zum Uebertritt in du Arme unD Marine hcranstehenDen Kabelten enigegeit

Tas Mitglieb Des rufüschen Ministeriums des Auswärtiger v. Martens wurde Mttt.aoch nachmittag vom Staarsfekretäi Des Auswärtigen d. Tm-llfchky empfangen. Lerr d. Marten­hält |ick hier aus zur Sondierung Der deutschen Regierung ubei Die Laager Konferenz, insonderheit über d.e ADrüitungäiragL

In der heutigeit Sitzung des Bundesrates ;and Dei AuLschußvericht über den EntwurfBekanntmackang berrejieni anderweite Festsetzung der Gebühren für die Unter suchung des ui das Zot.inland eingchenDen Fleisches' Zustimmung.

T.eNordd. Allg. Ztg.", schreibt: In Würdigung bei gegenwärtig in Dielen Otten bestehenden TeuerungsDer- hältnisie wurden von dem Minister der öfienttichen Aröecke: Den Eijenbahi^irektionen befördere '.Uiittei zur Bewilligung vor Unterstützungen an bedürft.ge Lülfsbedienstetl und Aroeiter zur üki -L-v.3 gej.r.tt. Lei Verteilung bei tUiütel, bie ungesäumt in d.e ^.ege >u re.ren ist, sollen rnsde.onder Bedienstete mit linDerreicher b--.iiie uns solche betJüii^tigt wer bai, ixe infolge von m ...«R usw. außerordentticher Bei

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