I .j.v... vi. um
Laglöhner Johann Philipp Frischholz
18. Lcm
im M erb ft dieses Jahres beginnen, und zwar in der juristischen, bi]lorifci^pi;iloloQifc^cnz physiko-mathcmatijchen und medizinischen Fakultät.
SnulUmge und magenkranke Binder schulst inan am besten gegelt die im Kummer io leicht au,tretenden Brechdurchfälle und Darnlkatarrhe, wenn man die Gefahr briligende Attlch eine Zeit- lang sorUäi-t und dafür das altlcwabTte ^tenle'sche ^ttudermehl an- wendet, welches als eine ueiv gleichdteidenoe, vollendete Aabrung mir mit Waper gelacht werden braucht, nwmalsBerbmumgt'ftörurmen venmmvt/ bestechende aber beseitigt. ßss/5
Fusziiz cii5 hn 5tiiii5i5amls«gi,lnu Brr SlsBi feiten.
Aufgebote.
August, 16. Johalm Philipp Bühler, Pfarrverwalter in Bobenhausen U, mit Pauline Caroline Linse Moiuanus dahier. — 19. Llldivig Pfeil. Unteroffizier Ul bastel, mit Luise Steuerwald dahier; Karl Pickel, Kaufmann dahier, mit Emilie Emma Emmeline Auguste Dina Hillert in Atainz; Wilhelm Nanz, Krankenwärter dahier, mit Anna Stumpf in Burkhardsfelden; Ernst Herrmann, Taglöhner, mit Anna Hansel, beide dahier. — 20. Georg (Sobel' Bahnwärter, mit Elise Schmidt, beide dahier; Wilhelm Schneider' Bizeseldwebcl, mit Maria Netti), beide dahier. — 22. Bernhard Munch Schriftsetzer, mir Lina Kicher, beide dahier; Wilhelm Best, Prokurist,'niit Katharine Hofmann, beide dahier; Earl Schalk, Kanfmcmn in Franksiirt a. Al., mit Valentine Nathmacher dahier^ Eheschürstungen.
Aiigilst, 17. Karl Schmidt, Eijendreyer, mit Karoline BonariuS, beide dahier.
Geborene.
August, 14. Dem Schneider Heinrich Müller ein Sohn, Franz August Otto. — 16. Dem Kaufmann Albert Wallenfels eine
Vörsenwochenbericht.
--Frankfurt a- M., 23. Aug.
Eine erste deutsche Bank, die schon öfter in entscheidenden Momenten durch ihr entschlossenes Vorgehen von sich reden machte, hat diejer Tage davor gewarnt, dem Pessimismus, der sich seit längerer Zeit, an der Börse breit macht, die Zügel allzu sehr schienen zu lassen- Tie Warnung mag sehr berechtigt sein, ebenso wie die Ermahnungen zur Vorsicht, als die Wogen an der Börse noch hoch gingen, am Platze waren, aber daß, dadurch die abwärts gerichtete Bewegung sofort zum Stehen gebracht werden könnte, ist. kaum anzunehmen. Tas Hervor- treten der mächtigen Bank, die auch im Ausland vertreten ist und dort gute Beziehungen unterhält, veranlaßte zwar die Kontre- mine zu Teckungsküufen, wodurch die Kurse sich von ihrem tiefsten Stand etwas erholen konnten, aber das Publikum wurde noch nicht angelockt. Dazu ist eben die Lage des Geldmarktes doch noch zu unsicher und der Mangel an Vertrauen zum Fortbestand der guten Wirtschaftskonjunktur zu groß- Tie Industrie ist augenblicklich noch gut beschäftigt, aber cs wird nur für den momentanen Bedarf bestellt, darüber hinaus nicht, weil man Preisrückgänge befürchtet. Es wird also ganz darauf ankommcu, welche Aufnahmefähigkeit der Konsum in den nächsten Monaten zeigen wird, ferner wie die Schwierigkeiten auf dem Geldinarkt im Herbst überwunden werden- Amerika, welches eben infolge der guten Wirtschaftskonjunktur ungewöhnlich starken Geldbedarf hatte, wird sicherlich zum Herbst noch Mittel auS Europa heran- ziehen und so lange nicht 'Gewißheit darüber herrscht, daß die Herbstbedürsnisse ohne ernste Erschütterungen befriedigt werden können, so lange dürfte auch das Vertrauen in weiteren Kreisen kaum Fug fassen- Trotzdem in den letzten Tagen eine etwas bessere Tendenz zum Durchbruch kam, ist das Resultat der Woche doch wieder eine Senkung der Kurse auf allen Vor kehr sge- bieten. Deutsä)e und ausländische Fonds gingen V2—1 Prozent zurück, manche noch mehr- Bankaktien haben sich relativ gut gehalten, stärker gedrückt waren dagegen Schiffahrtsaktien auf die Tarisherabsetzungen, auch Eisenbahnaktien meist etwas schwächer- Montan Papiere gaben 2—3 Prozent nach. Von anderen Industriepavieren fliegen Badische Anilin über 30 Proz-, ohne daß ein Grund für die Käufe bekannt geworden wäre, auch Steglitz Photographische gewannen 15 Proz-, Karlsruher Maschinen und Wittener Stahlröhren je 5 Prozent, die übrigen hierhergehörenden Werte weisen aber meist Kursrückgänge znnschen 3 und 6 Proz- auf. Geld hatte sich anfänglich weiter versteift, Privatdiskonto stieg in Berlin bis 5 Proz-, hier sogar auf 5 Vic Proz-, als aber in Berlin die haute Banque intervenierte und die befürchtete Tiskontoerhöhung in London diese Woche noch unterblieb, ging der Satz wieder auf 4 ?/4,.zurück-
kursieren Gerüchte von einem Zusammenstoß zwi-t scheu den beiden englischen Panzerschiffen Queen und Formidable. Beide Schiffe sollen erhebliche Beschädigungen erlitten haben.
Paris, 24. Aug. Im Kriegsministerium dementiert man die Zeitungsmeldung, wonach dem General Drude eine L u f t f ch i f f e r - A b t e i l u n g zur Verfügung gestellt werden soll.
T a n g e r, 2-1. Aug. Tie Niederlage E l Me r an is bestätigt sich. Et Merani erhielt Zuzug von 500 Leuten, die ich, iiachoem sie von ihm Munition erhalten hatten, gegen ihn wandten und ihn bt|iegren. — Tiedeutsche Kolonie wird Fez am 23. August verlassen.
* Offenbach a. M., 23. Aug. Ter „Verein zur Züchtung reiner Hunderassen" m Offenbach a. M. vcianitnltet am 25. und 26. August un Stadtgarten seine II. große allgemeine Hund e a usstellun g. Tie zahlreichen Annieldnngen dazu haben die Zahl 500 bald erreicht. Ter dem Verein von der Stadt zur Verfügung gestellte Ehrenpreis wird auf beste Gesamtleistung (höchste Punktzahl) vergeben. Tie von der Einwohnerschaft von Offenbach gespendeten Beträge wurden zum größten Teile ebenfalls zum Ankäufe von Ehrenpreisen verwendet, sodaß anger vielen Ehrenpreisen in bar Gegenstände aus der Offenbacher Industrie zur Verteilung gelangen werden. TaS Programm ist sehr reichhaltig. Samstag abend findet die Begrüßungsfeier der Preisrichter statt. Sonntag vormittag 9 Uhr beginnt die Prämiierung, um 1 Uhr ist Konzert. Der Foxterrier-Klub für Deutschland hat seine 19. Spezialausstellung mit verbunden, zu ihr sind 105 Hnnde gemeldet. Ten Foxterriers soll Montags auf dem Schliesplatz und in dem anliegenden Wald Gelegenheit geboten werden, ihre jagdlichen Eigenschaften zu betätigen.
Berlin, 23. August. Nachdem Priiiz Borghese schon am 6. August auf seiner kühnen A u t 0 m 0 b i l - F e r n s a h r t Peking- Pans als Erster Berlin berührt hatte sind heute auch die Fern- zügler der Fahrt hier eingetroffen. Es haiidclt sich um die beiden de Tioii-Fahrer formier und Eollignon und um einen gewissen Godard, der einen holländischen Spyler-Wagen fährt.
UischUch« Nachrichtsrk
Evangelische Gemeinde.
Am Soniitag, den 1. September, wird aus Anlaß des Nationalfestes (2. September) eine Kollekte z u m B e ft c 11 der Kaiser W i l h e l m - S 11 f t u n g für deutsche Invaliden erhoben iverden.
Kandel.
., “ S'irma Clcjb r. Hömberger u. Söhne hier ist mit Kkkwen und Ausständen, aber ohne Passiven an Herrn Wilhelm Hornberger übergegangen, der sie — mit seiner Firma vereinigt — in unveränderter Weise unter seinem Namen weiter führen wird.
Märkte.
Gießen, 24. Aug. Marktbericht. Aus heutigemWocbenmarkti kosteten: Butter pr. Psd. 1.10—1.20 Alk., HÜHiiereier 1 St. 8—9 Vfa 2 Slck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—00 Pfg., Enteneier 8 Pfg., Kastz pv. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5-6 Psg., Erbsen p.Psd. 18-24Pfg Linsenp.Psd.25-40Psg., Tauben pr.Pr.0,8O-l,00Att.,Hühnervr St! 1,00—1,60 Dik., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Psd. 00—00 Pfg-, Ochsenfleisch pr. Psd 82—88 Pfg., Kuh- uiid Nindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Psnnd 70—84 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd 88 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—90 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 61—84 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100Km 7—9 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—7,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Nüffe 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 9—15 M., Weiß- kraul per Stück 15—30 Psg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. —. MarfNeu von 7—1 11 hr.
^llstspiel in 4 Akten von Gustav Kadelburg und Nichard Ekowronnek. Freitag den 30. August: Gastspiel von Frl.' Poldi Saiigora vom Schauspielhaus Frankfurt a. M.: „Die be- rühmte Frau." Lustspiel in 3 Akten von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg.
^ptdplait
des Grokhcrzogl. Kurhauö-Theaters Bad-Ranheim. Tiretlwu Hermann S l e i n g 0 e l l e r.
Aionlag den 26. August: „Pension Schüller". Posse in drei
Akten von W. Jacobo und Kart Laujs. Donnerstag den 29. Aiig.:
werden kann. Gesetzt, er sei zu der felsenfesten Ueberzeügüng gekonnnen, daß Hau nicht der Täter ist, so ist ihm doch durch unerbittliches Religionsgesetz der Miind verschlossen, und er muß es znfehcm wie ein seinem innersten Gefühle nach Unschuldiger den Tod erleidet.
Alan kommt jedoch nicht darum herum: Hau hat auf einen Scheck 400 Pfund Sterling erhoben uiid dann gefchwin- dclt, der Scheck sei ihtu gestohlen tvorden; er hat ein lügnerisches Telegramm an seine Schiviegeriniltter gefälscht und sie zu undurchsichtigem Zweck neid) Paris gelockt; er hat, mit falschem Bart und mit Perücke ausstafsiert, seine Schivieger- mutter durch em telephonifches Gaukelspiel in Baden-Baden ans der Wohnung gelockt; er hat unmittelbar nach dem üllorde Baden-Baden verlassen; er würbe von verschiedenen Personen wiedererkannt; er gab seiner Frau sofort telegraphisch auf, niemand seinen Aufenthalt zu verraten. Das alles spricht, wenn cS auch nicht unbedingt seine Schuld dattnt, doch sehr zu seinen Ungunsten. Was gegen Olga Molitor vorgebracht wurde, ist weit weniger zuverlässig als diese Tatsachen, die die Gerichtsverhandlung mit sich brachte. Es waren in erster Linie die mit größter Skepsis aufznnehmenden Enthüllungen des Herrn v. Lindenau, eines recht dunklen Ehrenmannes; im weiteren journalistische Ungeschicklichkeiten, wie z. B. der in seiner Begeifterung lächerliche und dadurch das Gegenteil erwirkende Lobeshymnus eines Wiener Iournalis-trn von der „heiteren Leben-lust" der ihrer Mutter so grausam beraubten jungen Dame, die gegen sie sprachen; zum Teil freilich auch seltsame Widerspräche zwischen ihren Aussagen vor Gericht ul'.d nachträglichen Erklärungen, was zum mindesten die Zuverlässigkeit ihrer beeideten Zeugenaussagen in Zweifel stellt.
Doch alle Erwägungen sind z. Z. zwecklos. Man hat eben vorerst das reichsgerichtliche Urteil abzuwarten, wonach man tvohl annehmen darf, daß endlich das vorläufig immer noch herrschende Dunkel gelichtet wird. Heute kann man immer noch nichts anderes sagen, als daß nur durch Jn° dizienbeweise Hau stark belastet ist. Desivegen aber war er u. E. uicht zum Tode zu verurteilen, sondern f re i z u sp r e ch e n. Denn was nur wahrscheinlich ist, ist nicht gewiß. Und um einen Menschen zu verurteilen, vollends zum Tode, muß man die unbedingte Gewißheit seiner Schuld haben. Ob das gerichtliche Verfahren infolge der Revision wiederholt werden muß, ift abzmvarten. Unterbleibt es infolge Zurückweisung des Rechtsmittels, so spricht doch die Wahrscheinlichkeit gegen die Vollstreckung des Todesurteils. Voraussichtlich wandert bann $an ins Zuchthaus, und man wirb vielleicht noch Gelegen- heit haben, die psychiatrischen Gutachten zu prüfen.
Wegen D i e bft a l; l S im Rückfalle hate sich der 17jährige Metzgergcselle Ehr. R. aus Groß-Allmerode 311 verantworten. Er hatte sich nach F r i e d b e r g - F a u e r b a ch als Knecht vermietet uiib schon am ersten Tag seinem Dienstherrn einen kleinen Geldbetrag entwendet. Am ziveiten geriet er in das Zimmer des Kiitschers, schloß mit dem ans dem Schrank liegenden Schlüssel die Türe zu Biesem auf und nahm ein darin bestndliches Portemonnaie mit 90 Mark, womit er heimlich verschwand. Nachdem er das Geld verbraucht hatte, verübte er andere Diebstähle, für die er in Kassel
1 Zahr und 3 Awnate Gefängnis erhielt. Für die zivei Diebstähle wurden Strafen von 6 und 1 Monat in Ansatz gebracht und diese mit 5 Monaten auf die in Kassel erkannte ungerechnet, ivas eine Gesamtstrafe von 1 Jahr unb 8 Monaten ergab.
Ein Famüienidyll.
Das Schöffengericht Homberg hatte den Taglöhner W. H. von illieder-Ofleiden wegen Körperverletzung und Bedrohung zu
3 Alonaten unb 1 Woche Gefängnis verurteilt. Nach diesem Urteil hat er, als er eineis Abends seinen Vater bei einem Bekatmten stehen sah, diesem zugerufen: „Für dich alter Sauhund wär es Zeit, daß du nach Hause gingst". Als ihm der Vater mit der üblichen landläufigen Einladung erwiderte, schlug er ihm zweimal ms Gesicht und gab ihm einen Stoß, daß er zur Erde fiel. Der Begleiter des Vaters verwies dies dem Angeklagten, worauf er sein Taschenmesser zog und diesen mit Totstechen bedrohte. Tas Schöffengericht fetzte wr die Körperverletzung 14 Tage Gefängnis und für die Bedrohung 3 Aionate an. Ter Angeklagte bat um Herabsetzung der Strafe, welchem auch bezüglich der Bedrohung stattgegeben würbe. Wenn auch bas Berufungsgericht die Strafe wegen Körperverletzimg als wilde bezeichnete, so wollte es sie doch nicht erhöhen. Wegen der Bedrohung würben 3 Wochen angesetzt unb auf eine Gesamtstrafe von 1 Atonal erkannt.
Ein mitzglückter Diebstahl.
Ter Taglöhner I. H. ans G r 0 ß e n - B u s e ck hat zu V i 1 b e 1 einem in einer Wirtschaft befindlichen Kameraben das Portemowiaie cms der Tasche gezogen und dieses, als er visitiert iverden sollte, dem Bestohlenen wieder zugesteckt, ivas aber bemerkt wurde. Er leugnete, das Portemonnaie an sieh genommen zu haben, doch sein früheres (Se|tänbni5, das er dem Wirt gegenüber mit der Bitte, von einer Anzeige abzusehen, abgelegt hat, ließ keinen Zweifel an seiner Schuld. Da er rückfällig ist, war die Aluibeststraft b r c i Monate Gefängnis, auf die erkaimt wurde.
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit
tvurbe gegen einen 12jährigen Stadtschüler hier wegen Sittlichkeitsverb recheti verhandelt. Nach dem öffentlich uerfünbclen Urteil war er geständig, sich m mehreren Fällen an kleinen Mädchen in unsittlicher Weise vergangen zti habeii. Es konnte bei der Jugend des Angeklagten nicht festgestellt werben, ob das von dem Gesetz erforderte Alottv zur Begehung der Tat Vorgelegen hat, auch fehlte es an dem Nachweis, daß er gewußt hat, daß sein Treiben gerichtliche Bestrafung nach sich zieht. Wenn nucl) sein Tun als tm höchsten Grad verwerflich bezeichnet tvurde, jo nmßte doch mangels gesetzlicher Voraiissetzung Freispruch erjolgen. Ter Vorsitzende nahm Veranlassung, dem Knaben zu Getnüt zu führen, daß ihm dies für die Zukunft &uv Warmum
dienen möge und baß fm WiederholluigSsalle uiiter allen Umständen Verurteilung erfolgen würde. Auch Lehrer und Erzieher ermatte ei', m dieser Beziehung em wachsames Ange aiis die Jugend zu haben.
Betrug bei Crundstucksverkäufen.
Die Fortsetzung der Verhattdlung gegen den Landwirt G- Sch.
e * 1 * 3 * b b a. n ,S3€trug5. führte zur Verurteilung dev Angeklagten zu einer Gefangnisstrüse von f e ch^M 0 n a t e n, woraus ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung kommt- Nach den Feftstellungen des Gerichts hat er für sich und als Bevollmächtigter feiner Mutter die Veräußerung von Grundstücken betrieben- Noch ehe die Ueberschreibung der Liegentchasten stattgefunden hatte, zedierte er die Kausschilliuge an die ^par- und Tarleh.wkasie Langsdorf, bereit Rechner ihm emen größeren Geldbetrag zum Abträgen von Htzpothekschulden behändigte- Kurz daraus zedierte er auch die Kaufschillinge an die Kasse seines HeimatsoriS, unter Verschweigung, daß bereits eine ^Zession an die LaiigSdorftr Kasse frattgefunben hat, ja er bestritt dies sogar dem Oievi]wu5bcanueit gegenüber, der diesen Verdacht äußerte- Auch dem Gericht gegenüber Hieb er dabei, daß die erste Zession nur 'provisorisch war, Tn^iu- wieder rückgängig gemacht wurde, ehe die Zedierung au die Sparkasse Geiß-Nidda erfolgte und suchte den Umstand zu seinen Gunsten auSzunutzen, daß der Rechner der Langsdvrser Kasse, der wegen berschiedener Voriommnifse Vorläufig seines Amtes enthoben ist, als unglaubwürdig hinzustellen sei- Tas Gericht nahm an, daß bei der Zedierung an die Langsoorstr Kasse ein Betrug uicht vorlicgi, da eine- rechtlich zulässige Zession auch erfolgen kann, ohne daß die Eigentumsurkunden vorliegen, waS übrigens bei ben Kassen auf dem Lande häufig der Fall ist- Dagegen war der Angellagte nicht berechtigt, eine zweite Mtrrtung vorzunehmen; durch das Berichweigen der Tcttsache, daß bereits eine Zession stattgesuliden hat, wurde die Kasse getauscht. Ein desinitiver Schaden wird keiner Kasse entstehen, da die Langsdorser, die sich anderweitig ^deckte, auf die Kausschilliuge zugunsten der Kasfe in Geiß-Nidda verzichtete und diese auch durch Einlagen gedeckt wirb, was bei der Ltraszumessung zugunsten des Au- gcllagten in Betracht gezogen würbe- llnersindiich war das Motiv zu der Tat; einen eigentlichen Vorteil hatte Sch- nicht. T-a rZluchtverdacht nicht mehr v-oriiegt, wurde der Hastbesehl anfgehobeiv
Gießener Straftantmer.
)( Gießen, 23- Aug.
Ein Gewalttätiger.
_ W Armenhause zu Grünberg kam eS zwischen dem ^aglöhncr E- R. und einem mit ihm verfeindeten anderen Be- wohner zu einem Streit, während dessen sich letzterer genötigt sah, seinem gefährlichen Gegner das Feld zu räumen- Er schloß sich in Jeine Wohnung ein, ah er fein Gegner verführte einen Wichen Skandal, daß sich eine Menschenmenge auf der Straße ansammelle- Er schlug und trat gegen die Türe, sodaß ein danebenstehender Schrank umfiel und eine Lampe niib einige Figuren in Trümmer gingen- Der Eingeschlojsene ließ sich an einem Seil vom Fenster herunter und setzte die Polizei in Kenntnis- Als ein Polizeidiener erschien, überfchüttete ihn R. mit den gemeinsten Schimpstvorten. R. wurde wegen Beleidigung, 'oachbeschadigung und Ruhestörung unter Anklage gestellt und das Schössengericht erkannte wegen Beleidigung auf drei Wochen Gefängnis, die Ruhestörung ahndete cs mit drei Wochen .Hast, während es Wegen d.r Sachbeschädigung zum Freispruch gelaugte, da es am Vorsatz fehlte- Ter Angeklagte, dem die Strafe zu hoch war, erlpb Berufung, aber die Veileiung feiner Straflifte n-gaD, datz er in den letzten 18 Jahren fast in jedem Jahr eine oder mehrere ©trafen und zumteit recht er^bliche Freiheits- 1 liefen, die ihm wegen Gewalttätigkeiten ziigesprochen ivorbcn sind, verbüßt hat- T-a schon das Schössengericht sich der Bemerkung niajt entwehren konnte, daß dem Angeklagten alles pudere, nur keine Besserung 511311 trauen sei, wurde von der erbetenen Herabsetzung abgesehen unb das Urteil bestätigt.
Fortgesetzte Diebstähle.
— Eine neue Universität in Rußland. Wie die „Inf." erfährt, ivird in S a r a to w eine Universität gegründet. Die Regierung bewilligte dazu Grundstücke im Werte von iy3 Millionen Rubel, die Stadtgemeinde eine Million Rubel, und öffentliche Institute stifteten 200 000 Rubel. Zur einstweiligen Unterbringung der Universität stellt die Stadt eine Reihe von geeigneten Räumen zur Verfügung. Der in Aussicht genommene Bau der Universität wird mit allen inneren Einrichtungen n • ■ -- --------.....
4 500 000 Ruoet kosten. Voraussichtlich durften, da alle Uni- Tochter. — 17. Dem 2aterncuwaiiev Johannes Schleserftem ein berlitäten Rußlands stark überfüllt sind, die Vorlesungen schort 2lbmn > bcni Postassistcriten Friedrich Wall eine Tochter, -- ------ < - -- - 'I Ellfabethe. — 18. Tem
1 ein Sohn, August. ’
Gestorbene.
August, 17. Ernst Jakob Martiny, 6 Monate alt, Steinstraße 40. — 22. Katharine Schniitt, geb. Dietz, 25 Jahre alt, Bahnhofstraße 20.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hcsfcu am Sonnlag den 25. August: Ailfhetterung. Trocken unb kühl. Leichte nördliche Winde.
yrtcfi-ajkit oer Redaktion.
(Anonyme 'Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Langjähriger Abonnent in TtlSseld. Tonschiefer ist eti\ dunkler, bcni bloßeii Auge homogen erscheinender Schiefer von aiiüerorbcntlicl) vollkommener Schieferung. AIS ehemaliger im Wasser abgesetzter Schlamm besteht der Tonschiefer au5 feinst zerriebenem wiatcrial anderer Gesteine, ans Quarz- unb Feldspats körnchen, Glimmerschüppchen unb Tonteilchen, wozu sich krystallsi >lifche° Nädelchen von iHutil gesellen. Nlehrere Tonschiefer besitzen Gehalt an kohlenfaurem Kalk'. Ter Tonschiefer ist zur Verwendung als Tachschieser wenig geeignet, er wird vielfach zur Steinfabrikation uerwenbet.
GrigirraL-Drahtmeidungen.
Berlin, 24. Aug. Die Ablehnung des Antrages auf Ingebrauchnahme des Hagener Krematoriums ist vom Kultusministerium vor einigen Tagen bestätigt worden.
Greiz, 24. Aug. Der zum dritten Male mit großer Mehrheit von der Genieiudevertretung des reußischen Dorfes Hohenölsen als Geiu ein de Vorsteher wiedergewählte Geiivsse Herzog ist zum dritten Male wegen ausgesprochen sozialistischer Gesinnungen von dep Greizer Regierung nicht bestätigt worden. Wahrscheinlich wirb bie Negiertiug nun von Amtswegen einen Gentemde- vorsteher ernennen.
Würzburg, 24. Aug. Ter Eisenbahndieb Kauf-, mann Eusermann, der im Schnellzug Wriiberg-Würz^ bürg einer Sängerin ihre Handtasche mit 215 tonen untz Dokumenten raubte, wurde in einem hiesigen Hotel ver^ hastet.
London, 24. Aug. Die Engländer in Casablanca beziffern ihren durch die Beschießung der Stadt verursachten Schaden aus 21/2 Mill. Mark. Mr. Murdoch ist in Tanger eingetrosfeu, um bei dem dortigen englischen Gesandten die .Ersatzansprüche der Geschädigten geltend Lll machen.
London, 24. Aug. Wie „Daily Chronicle" aus Rom meldet, hat der P a p st die Demission des Mrdinalsf Nette, des Erzbischofs von Lissabon, angenommen. Der Kardinal wird in den Orden der Llnrthüuser eintreten.
London, 24. Aug. Der aus Stuttgart ausgewiesene englische Sozialist Q u e l ch wird heute vormittag hier ein^ treffen. Seine englischen Parteigenossen werden ihm einen Empfang bereiten uno zu seinen Ehren eine große Kundgebung veranstalten.
London, 24. Aug. Nach einer Meldung aus Newyork sind gestern die Fleisch trüg er in den Aus st and getreten.
Paris, 24. Aug. Ter „Matin" meldet aus London, K ön i g Eduard werde dentnächst dem König Hakon in Norwegen einen Besuch abstatten.
Parts, 24. Aug. Nach einer Meldung aus Malta


