Ausgabe 
22.2.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Um vor

der er­

ste bedürfe die Vorschläge des Bürgervereinsvorstandes nicht, zu besseren Zuständen zu gelangen, müßten die Hausbesitzer allem bei Schneefällen ihre Pflicht erfüllen.

Auf eine Anfrage des Stadtv. Krumm, wie es mit

Kommission vorliege.

Stadtv. Krumm bemerkt weiter, daß man statt der kürzlich bestellten Kehrwarte besser neue Straßenkehrer eingestellt hätte.

(Schlutz folgt.)

von den Straßenkehrern erbetenen Teuerungszulage stände, . erwidert der Vorsitzende, daß die Sache der sozialpolitischen

steigen 70 000 M7. Die Versammlung ist im allgemeinen mit

fdßen Vnne Die Pläne über die in Ausgesicht genommene Limen- fÜil,etatero S'eiir6fWi8ebcnf«ns für möglichst- B-schl°>mmung be§ elektr Bahnbaues und mtrcht auf den schlecht.en Zustand des Vüraersteigs in der Alicestraße aufmerksam. Wetter bemerkt « daß dtt O m n i b u s g c s e l l s ck, a f t ihren Betrieb wahr,chern- lich nicht länger aufrecht erhalten könne und voraussickstlich werde «in Antrag gestellt werden, sie aufzulösen Dirs Tettzrt des letzten Jahres belaufe sich ungerechnet den stachen Zuschuß auf 4000 Mk, das Pferdem'aterial und die Wagen jeien so herunter, daß sie bei einem wetteren Betrieb völlig erneuert ^^Der^Vorsitzende ist überzeugt, daß die Versammlung das Defizit bestimmt decken wird und bittet, den Antrag au, Auslösung nicht zu stellen. Durch die in diesem Jahr beabsichtigten Straßenherstellungen würden die schlimmsten Stellen, die der Om- nibusgesellschaft das meiste Geld kosteten, beseitigt, wodiirch ,rch der Betrieb billiger stellen werde.

Beig. Georgi bittet ebenfalls, den Antrag auf Aufhebung deS Omnibusverkehrs zu unterlassen, bis die elektrische Dahn k* ^Stadtv. Eichenau er tritt ebenfalls für die Verbesserung der Verhältnisse in der Alicestr. ein, insbesondere solle man nnm der Wiescck zu eine Einfriedigung schaffen, damit nicht einmal jemand verunglücke. Stadtv. Wallenfels unterstützt dies und tritt ebenfalls für die Erhaltung des Omnibusverkehrsein.

Ob:röürgerm. Mecum sagt Derücksrcht.gun^ der Alicestraßen ^Stalttv.' Gabriel schließt sich den Ausführungen des Stadtv. K'irch an Er gibt eine temperamentvolle und anschauliche Schil­derung der Annehmlichkeit einer Onmibusfahrt. In der ganzen Bürgerschaft sei bis aus geringe Ausnahmen der Wunsch au, baldige Einführung der elektrischen Bahn vorhanden und er bitte dringend, die Vorarbeiten mehr nt beschleunigen, als es« an­scheinend bis jetzt geschehen sei. Die Pläne müssten so rasch wie möglich an die in Frage kommenden Gesellschaften geschickt und das Kvnzessionsgesuch solle baldigst eingereicht werden

Der Vorsitzende teilt mit, daß die Plane bald hmttus- gingen fli nd noch reichlich Zeit vorhanden sei, das Kvnzessions­gesuch einzureichen. Durch ihn werde die Sack)« nicht verzögert.

Stadtv Dr. Ebel bittet um Beriicksichtiguug der Blsmarck- straße bei der Herstellung von Fußsteigen, was der Vorsitzende zusagt, da die Mittel schon bewilligt sind

Beig. Georgi und Stadtv. Wallenfels sprechen für Erhaltung des Omnibusverkehrs, worauf der Stadtv. Gabriel nochmals für die Beschleunigung der elektrischen Bahnsrage emtritt. Beig Georgi stellt fest, daß alle die elektr. Bahn wollten, aber bis sie komme, solle man den Omzübusverkehr ausrecht er­halten.

Stadtv. Haubach ist ebenfalls dafür, daß die elektrische Bahn komme, aber er wünsche, daß vorher noch die Vorlage über die Kanalgebühren an die Versammlung gelange. Die kürzlich erfolgte Eingabe des Bürgervereins wegen d:r Handhabung der Straßenreinigung verdiene in manchen Beziehungen Be­achtung namentlich hinsichtlich der gepflasterten Uebergänge und der Bürgersteige. ,

Der Vorsitzende bemerkt, daß dre Straßcnrernrgung mit vielfachen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Zurzeit seien zwar geniigcnd Leute vorhanden, aber der 6.-7. Teil fehle wegen Krankheit.

Stadtv. Jughardt unterstützt die Ausführungen des Stadtv. Haubach.

Oberbürgerm. Mecum ist der Ansicht, daß die Stadtverord- neten-Versammlung in der Lage sei, selbständig zu beschließen,

Die Tragödie eines Primaners.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

H. u. S. Dessau, 21. Febr.

Vor dem hiesigen Schwurgericht gelangte gestern und heute das gerichtliche Nachspiel zu einer Schüler-Tragödie zur Verhand­lung, die im Juli v. I. in Zerbst gewaltiges Aufsehen erregte. Dorr wohnte der Lehrer an der Baugewerbe-Schule Architekt Happach mtt seiner 44jährigen, hysterisch veranlagten Frau. Als

wahrscheinlich zu grell hervortritt. Der Vortragende selber stand ganz unter der Gewalt des tiefen Ernstes dieser Dich- hing. Ec trug sie mit höchster Vollendung vor.

Laut war der Beifall, der ihm gespendet wurde. Allein die Anwesenden hatten zum Teil wohl statt hoher ernster Poesie Humoristica erwartet und waren darum enttäuscht. Denen aber, die ihm mit Andacht folgten, wird dieser Abend lange im Gedächt­nisse nachwirken. Unserin Theaterverein aber sei Herr Weber für em Gastspiel warm empfohlen. Ein Hofmannsthal-Abend, dec etwa .Gesterns den .Tod Tizians» und »Der Tor und der Tod" böte oder die 3 EinakterDie Frau am Fenster*, «Die Hochzeit der Sobeide* und .Ter Abenteurer und die Sängerin* wäre jedenfalls der Mehrzahl der Mitglieder des Theaterveceins würdiger und ihnen lieber alsAnna-Liese* oderDie Nachtkritik* und dergleichen Nichtigkeiten. P. W.

.Rembrandts Bedeutung für die Moderne Kunst" wird in den 19-20. tSchluß-) Lieferungen vonRem­brandt in Bild und Wort" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 67.) von den Veriassern Geh. R. Dr. Wilhelm Bode und Dr. W. Valen- tiner behandelt. Mancher aufklärende Hinweis über das Kunstschaffen unserer Tage wird hier dem Leser geboten. Die letzten Lebensjahre des großen Meisters, in welchen die Hauvtiverke seines Genies entstehen, finden eine eingehende Würdigung. Es werden die schiveren Seeleittämple und das künstlerische Ringen zu den höchsten Pro­blemen fesselnd geschildert, llnd danut dem Worte das erklärende Bild nicht fehlt, sind neben den besten, auch weniger bekannte, ja zum Teil gänzlich uubekan>tte Werke de« Meisters in technisch vol­lendeten Revroduktionen znr Darstellung gebracht, so n. a.: Rück­kehr des verlorenen Sohnes Jose' und Poliphars Weib Land­schaft mit steinerner Brücke Opier Manoahes Quintus Maximus steigt vor semem Sohne vom Pierde Weiblicher All Ter barmherzige Samariter Darstellung im Tempel Esther und Ahasver beun Mahle Studie zu den Staalmeesters Ruhender Löwe usm. Jetzt, ivo daS Werk .Rembrandt m Bild und Work" abgeschlossen vorliegt, möchten wtt nochmals die Ausmerkiamleil unserer Leser aus dieses Prachuverk hinlenken.

' Das Honorar von Joseph Kainz, das dem Künstler anläßlich seines bevorstehenden Gastspiels im Neuen Säzau- spielhaus in Berlin bezahlt wird, ist wohl dlls höchste, das bisher ein deutscher Schauspieler erhallen hat. Kainz bezieht für 25 Vorstellungen 45 000 Mk., d. h. für die einzelne Vor­stellung 1800 Mk.

Der bekannte Komiker CarlWilliamBüller verläßt demnächst mit seiner Familie Leipzig, um seinen ständigen Wohnsitz in seiner Vaterstadt Hamburg auttusailagen. Büllers Tätig­keit als Schauspieler hat ihm ein Vermögen eingetragen, von dem er sich in Hamburg ein größeres Areal gekauft hat. Er läßt sich dort eine Villa bauen, die er ttn nächsten Jahre bezieht.

für den bedauernswerten Ehegatten kein Zweifel war, daß Frau Havvach selbst vor dem Ehebruch nicht zurückgeschreckt war, versuchte er. die Ehescheidung durchzi-sei'-m, doch wies das Gericht seine Klagc,wegen mangelnder Beweise ab. Im November 1905 fernte feine Frau den damals 19jof)rtgcn Primaner Husung kennen, der auf Veranlassung der Frau Happach wiederholt Besuche bei der um 24 Jahre öfteren Frau machte. Dre Beziehungen zwischen den beiden wurden immer intimer uni) Ende Juni v. I. kam Frau Happach mit einem Kinde einem Knaben - nieder, als dessen V a t e r der P r i m a n e r H u s u n g angesehen werden muß. Die Furcht vor dec Entdeckung ihrer unerlaubten Beziehungen hat das ungleiche Paar veranlaßt, das neugeborene Kind zu ermorden und im Keller des Happach- schen Hauses zu vergraben. Der Tod des Kindes wurde dadurch herbeigeführt, daß man es in einen Wassereimer steckte und so lange unter Wasser hielt, bis es erstickt war. .Der Zufall wollte es, daß Happach zur Zeit der Schwangerschaft und Entbindung seiner Frau von Zerbst abwesend war, sodaß er erst nach längerer Zeit auf die Spur des Verbrechens kam. Ec hat dann tue Polizei durch einen anonymen Brief auf die ganze Angelegen­heit aufmerksam gemacht. Frau Happach und ihr Liebhaber wur­den Anfang Juli v. I. in Haft genommen, der Primaner aber gegen Hinterlegung einer Kaution vorläufig wieder auf freien ^Frau Happach, die in einer eleganten schwarzen Robe auf der Anklagebank erschien, machte den Versuch, auf die Anklage überhaupt nicht zu antworten, in der Erwartung, daß es der Staatsanwaltschaft kaum gelingen würde, sie ausreichend zu über­führen. Sie gab indessen den Versuch schließlich auf, als ihr Mitangeklagter reumütig seine Beteiligung an der Tat ein- gestand. Er habe die feste Absicht gehabt, nach Beendigung seiner Schi'^erlaufbahn in ein Baugeschäft einzutreten und bei auch noch so Heinern Gehalt die Frau zu heiraten.

In ihrem Wahrspruch erkannten die Geschworenen, Frau Happach der versuchten Abtreibung unter Zubilligung mildern­der Umstände und der fahrlässigen Kindestötung schuldig. Husung wurde der Begünstigung dieser Verbrechen und in, ein­heitlichem Zusammenhänge damit,, der Uebertretung (Veiseite- fchaffung eines Leichnams) für schuldig befunden. Nach längerer Beratung verurteilte das Gericht daraufhin Frau Happach zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 4 Monaten Gesang- n t s unter Anrechnung von 2 Wochen der erlittenen Untersuch­ungshaft, während Husung zu 1 Monat Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen der Untersuchungshaft verurteilt wurde.

Gerichtssaal.

Posen, 21. Febr Die Strafkammer verhandelte heute gegen 14 Mitglieder des Hauvtvorstands des polnischen De'reius S t r a - und zwar gegen den Vorsitzenden des Vereins, Koscielski, Reichs- und Landtagsabg. Prälat Stychel, Reichs- und Landtagsabg. v. DziembowSki, Reichstagsabg. v. Mielzynski, Landtagsabg.Mizecski, Fürst ZdislauS Ezartoryc-ki, Siadtrat Cegielski, Dr. Gantkowski, Dr. Kubacki-Plefchen, Dr. KaraSzewicz-Kuchcl, Rechtsanwalt Sevda- Kaltowitz, Karl Rose, Ingenieur in Friedenau bei Berlin, Apotheker Sigismund Grochowski, Kouditoreibesitzer Ofitzner-Posen wegen Uebertretunng des Vereinsgesetzes. Die Angeklagten werden bis aus die Mitglieder des Reichstages und des Landtages, gegen welche das Verfahren einstiveilen eingeftedt ist, zu je 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Durch Urteil wurde der Verein Straz für einen politischen Verein erklärt, der staatsseindlicheu Tendenzen huldigt.

Lisenbahn-Zeitung.

Die Betriebseinnahmen der preußisch-hessi­schen Eisenbahngemeinschaft beliefen sich im Monat Januar auf 138 8/2 000 Mark, das sind mehr gegen denselben Monat des Vorjahres 6 771 000 Mark, oder auf 1 Kilometer 3961 Mk. (+ 124 Mk.). Davon entfallen auf den Personen- und Gepäckverkchr 30 875 000 Mk. (4- 610 000 Mk.), auf den Güter­verkehr 98 264 000 Mk. (+ 5 657 000 Mk.). In der Zett vom Beginn des Rechnungsjahres betrugen die Einnahmen 1555 848 000 Mk. l-s- 124 779 000 Mk.) oder auf ein Kilometer 44836 Mk. (4- 2820 Mk.). Davon kommen auf den Personen- und Gepäckvcr- kehr 438 437 000 Mk. (plus 29 097 000 Mk.), auf den Güterver- kehr 1025 029 000 Mk., (4- 87 452 000 Mk.).

Airche und Schule.

Zwischen dem Schuldirektor Käfer an der elften Bürgerschule in Leipzig-Gohlis und einem Teile der dort augestellien Lehrer bestehen persönliche und sachliche Diffe­renzen, die nicht ohne Einfluß auf das Einvernehmen dec Lehrer untereinander geblieben sind. Am 13. Februar sind nun drei Lehrer vor die Leipziger Schulbehörde geladen und aufgefordert worden, sich zu verantworten, weil sie verschiedene Herren ihres Kollegiums nicht gegrüßt hätten. Als sie aussagten, daß sie den in Frage kommenden Herren den Gruß verweigert hätten, ,roei( sie die Achtung vor ihnen verloren hätten", wurde ihnen am folgenden Tage mit­geteilt, daß gegen sie ein Disziplinarverfahren ein» geleitet worden fei. Gleichzeitig wurde ihnen eine Vermah­nung erteilt mit der Aufforderung, ihr Verhalten zu ändern, widrigenfalls sie in kurzer Zeit mit dem ersten Vorhalte, dann mit dem zweiten Vorhalte belegt und endlich suspentlert werden würden.

Universitäts-Nachrichten.

An der Universität Straßburg hat sich Dr. Hermann Staudinger, Assistent am chemischen Institut der Universität, als Privatdozent für Chemie habilitiert Dr. St. ist 1881 zu Worms geboren und hat seine akademischen Studien an den Universitäten Halle und Uitüncücn und an der Technischen Hoch- schule zu Darmstadt zurückgelegt vermischte».

* Ein tüchtiaer Rechtsanwalt. Ter eigentliche Held in dem sensationellen Mordprozeß gegen den Newyork-r Milliardär Thaw ist nicht so sehr dec Angellagle, als vielmehr sein Verteidiger, Delvhin Telmas, den die amerikanische Jour­nalisten mtt einem homerischen Beiwort densilberzüngigen Kali- sornier" nennen. Unter großen Versprechungen hat man ihn dazu bewogen, die Verteidigung dieses Mörders aus Eifersucht zu übernehmen; von seiner oft erprobten Geschicklichkett, feiner glänzenden Ueberzeugungskraft erhobt man die Rettung für Thaw. Telmas hat schon in mancher hofsnungswsen Sache dem Ange­klagten zu einem völligen Freispruch verhalfen, und Konflikte der Leidenschaft mit dem Recht, pathetische Aniprachen, die das Herz der Geschworenen rühren, sind feine eigentliche Spezialität So hat er auch fdjon einmul einen Gatten verteidigt, der den Verführer feiner Frau ermordete, und seinem Endplaidoyer dabei eine fortreißendc, durch seine Argumente überzeugende Form gegeben.Nun, meine Herren Geschworenen", W rief er am Schluß der Rede aus,was wurden Sie mit einem Ungeheuer machen, das für immer das Glück Ihres Herdes aus solche Weise vernichtet hätte ? Soll ich^es Ihnen sagen? Soll ich es Ihnen zeigen? Stellen Sie sich vor, Sie sähen den gemeinen Verunglimpser der Unschuld Ihres Weibes in diesem Augenblick hier Vorbeigehen, hier gerade Ihnen gegenüber nun wohl, öann wurden Sie das tun, wenn Sie Männer sind!" Bei diesen Worten zog er plötzlich einen Reoolv er aus seiner Tasche uiid feuerte sechs Schüsse in die «Stufen der Richter- tribune. Man nimmt allgemein an, daß Telmas eine ähnliche dramatische Handlung für seine Schlußrede vorberettet, durch die er,die Jurp von Thaws Unschuld überzeugen will. Frau Thaw geUüiu) ubngenä vor Gericht, int Sommer 1902 von dem ermordeten Whtte Geld erhallen ru haben, während ihre Mutter glnchscllls zu dieser Zett Dun White unterstütze wurde. 2er Ankläger suchte nachzuweisen, daß <yfau Thaw auch mit anderen Männern in Verbindung gestanden hätte, was ihm aber nicht gelang.

* Ein Viehhande l. Peter Nosegger erzählt im Heim- gar ten: ,.Der Bauer S. lwttc ci:i stattliches fettes Ochsenpaar. Was willst dafür auf die Hand?" fragt' der Viehhändler. Der Bauer:Unter fünfhundert ist c? rät feil." Viehhändler: ..Ist viel. Gewissenlos viel. Aber in Gottesnamen sollst du fünf hundert haben. Nur hab' ich heut' zufällig nix im Sack. Morgen schick ick das Geld." Bauer:Ist schon recht." Handschlag und das. Geschäft war abgemacht. Der Viehhändler trieb die Ochsen davon, hielt natürlich gewissenhast Wort und schickte am nächsten Tage fünfhundert Kronen. Tas weitere wird schon Nachkommen, dachte der Bauer. Als aber Wochen vergingen und nichts mehr nachiam. schrieb der Bauer:Ich habe noch 250 Gulden zu kriegen und brauche das Geld." Und dec Viehhändler zurück:Ich weiß von nichts. Die 500 Kronen habe ich Dir ja geschickt und Deine Bestätigung habe ich in der Hand." 2i tat her Bauer einen Schrei:Höllleufel, verfluchter! Ich habe meine Ochsen ja nicht um fünfhundert Kronen Derfanif. sondern um 500 Gulden!" Die Sache kam vors Gericht. Dort wurde zugegeben, der Bauer habe nurfünfhundert" gesagt. Ta die gesetzliche Währung die Kronenwährung ist, so mußte der Viehhändler an fünfhundert Kronen denken und das Urteil lautete, er brauche auch nicht mehr zu zahlxn. Und sagte dec Richter zum Bauer S.:Das kommt von oent verdammten Durcheinander der Gulden- und Kronenrcchnung und von Eurer Redefaulheit." Der Bauer be­gann wieder zu sakermentieren. Darauf der Richter:Fluche nicht so viel, damit beiner Zunge ein nnderesural das bissel Ge­lenkigkeit übrig bleibt, um sagen zu können: die Ochsen kosten fünfhundert Gulden." Jetzt sucht der arme Kerl eine andere Instanz, die entscheiden soll, daß der Viehhän r wenigstens den heute normalen Kaufpreis leisten muß. Hosientlich findet er! diese Instanz."

* Humor der Tübing er Polizei. Die Burschenschaft . Okrmania" in Tübingen, welche im vergangenen Sommer ihr 90jahri'es Sti t ngsfest f ierte er ählt in ihreoi Fe'bericht: Ern Helgoländer Bundesbruder bekam noch ein Strafmandat über 3 Mk. in seine Heimat nachgeschickt, weiler eine zehn Meter lange Blumengirlande um einen Schutzmann wickelte und diesen dadurch an d'r Ausüh'l'ia seiner '^lmtstätiokeit verhinderte."

l£5rd)Hd>e Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Am Sonntag Reminiscere, den 2 4. Februar: Cöottfr.bienft.

In der Stadtkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matlbänsgemeinde.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Aiatthäußgemeinde.

Dienstag den 26. Februar, nachmittags 4 Uhr im Matthaus- saal: Frauenmissionsverein.

Die III. Pasfionsandacht wird wegen der Aufführung der Bachschen Matthäuspassion ausFrei tag den 1.März, abends 6 Uhr, verlegt.

In der FohnnneSkirche.

Vormittags 91/. Uhr: Professor D. E ck.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes gemeinde. Pfarrassistent Steiner.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Jo- Ha n n e s g e m e i n d e. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder ©emembe erbeten.

Freitag den 1. März, nachmittags 4 Uhr, im LukaSsaale: Missionskranz der Lukasgemeinde.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 23. Februar 1907:

Nachmittags uni 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 2 4. Februar 1 907:

2. F a st e n s o n n t a g.

Beginn der österlichen Zeit.

Vormittags von 6'/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichie.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Meffe, vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Meffe.

9l/2 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5/, Uhr: Christenlehre; daraus Andacht.

Mittwoch abend um 6 Uhr ist Fastenaiidacht.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Glessen.

Frankfurter Börse.

3^e/e Reichsanleihe . 97.25

3% do. . . 86.00 3>t0/9 Konsole .... 97.60

3% do 85.90

3X°/o Hessen . . 9650 3>j°/e überliessen . . . 95.50

4 % Uesterr. Goldrente. . 99.70 4*496 Oesterr. Silberrente 100.10

4j?ö Ungar. Goldreute . . 95.60

4% Italien. Reute . . ..

3?6 Portugiesen Serie I . 69.30

3-6 Portugiesen III 7040

4>j °/0 russ.Staatsanl. 1905 91.00 4>ju,0 japan. Staatsanleihe 93 25 4-6 Conv.Tärkeu von iau3 96.10 Türken! 086 ... . . 146. 0

Griech. Monopol-AnL 5200

4% äussere Argentinier . 87.25

3°/0 Mexikaner . . 66.80

4>»0/0 Chinesen .... 97.75

Aktien:

Bochum Guss 240.80

Buderus E. W . . 122.60

Tendenz: schwach.

Berliner Börse, 22.

Canada E. B 187.20

Darmstädter Bank . . . 137.40 Deutsche Bank ..... Dortmunder-Union C. . . 84.20 Dresdner Bank . . . 157.6u

Tendenz: schwach.

22. Februar. 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . 140.00

Elektriz. Schlickert . . 117.25

Eschweiler Bergwerk . 249Jj0 Gelsenkirchen Bergwerk . 213.00 Hamburg-Amerik. PaketL 150.55 Harpener Bergwerk. . . 219.25 Laurahütte .. N'ordd. Lloyd .... 130.10 Obeischles. Eisen-Industrie 119.75 Berliner Handelsges . . 171.75 Darmstädter Bank . . . 187.25 Deutsche Bank . . . 242.90

Deutsch-Asiat Bank . . 172.50 Diskonto-Kommaudit . . 184.40 Dresdner Bank . . . 157.30 Kreditaktien 214.60 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . 115.50

Gotthard bahn . . . .

Lombard. Eisenbahn . . 31.90 Uesterr. Staaisbahn . . . 146.30 P nnce-Henri-Eisen bahn . 144.80

Februar. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 219.75 Laurahütte ....e umbarden E. B. ... .\urdd. Lloyd . , . ' 129*70

l'ilrkenlose . 145,60

fite

wird

Kinder- frühstück

Kasseler Hafer-Kakao

- I

tausendfach ärztlich empfohlen. Er kräftigt, wirkt nachhaltig sättigend und lässt während des Unterrichts kein nervöses Hungergefühl aufkommen. Nur echt in blauen Kartons a 1 Mk., niemals lose.

Und

dränt der Winter noch so sehr Frühling muß es doch werden. In der Zeit der liebe» &6cr, man 'ich vorsehen und wer klug ist, Hal c achte Sodener Mineral-Pastillen immer zur £/iPAm Spaziergang, in der Werkstatt, im Burecm Wo der Mensch sich erkälten kann, da rJP -'*ays achte Sodener vorbeugend verwende» üun »e gebrauchen, wenn er Erkältungeii los sein XroÄ1 Ä- ächte moderier Mineral-Pastille» uoerall für 8a Psg. die Schachtel. hvw/u