Ausgabe 
24.8.1907 Erstes Blatt
 
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Lie Tätigkeit des Chemischen Untersuchungsamtcs für Oberhessen 190<g/07.

Nach dem uns vorliegenden Bericht des Untersuchungs- amtcs wurden in 4)er Zeit vom 1. April 1806 bis 31. März 1007 im Auftrag von Behörden 703 und von Privaten 179- Unter­suchungen ausgeführt. Die Untersuchungen betrafen Würste in 123 Fällen, Weine 82, Butter 73, Wasser 71, Gewürze 66, Essig 64, Petroleum 55, Milch 53, Seifen Unterlängen al, Bier und alkoholfreie Biere 29, Schweineschmalz 25, Fruchtsäfte 16, Glyzerinwässer, Konditorciwaren und Schokoladen je 13, Mar­garine 11, Gummimundstücke für Saugflaschen 10, Branntweine 9, Fleisch (Hackfleisch u.sw.) und Zellulose je 8, Glyzerin, .Mich en- geschirre, Marmeladen und dergleichen, sowie Scifenpulver je 6, Bleiweiß und Seifen je 5, Brot und Backwaren, ^Erden, «rrrze und Mineralien, Futtermittel, sowie Graupen je 4, Schmieröle 3, Abwässer, Arzneimittel, Backpulver, Flüssigkeiten, foren'^fche Ob­jekte, Mehl, Oele, Pflanzenfette, Servierten, Stoffproben,^ Ter­pentinöle, sowie Tierleichen je 2, Bleigläite, Briefumichlatz, Dünge­mittel, Fette für technische: Zwecke, Harn, Harz, und Harzpco- dukte, Kartoffelmehl, Kleister, Kondensaticnswasser, natürliches Mineralwasser, Pulver (Geheimmittel), sowie Zinnlegierung in je einem Fall. Ihrer Herkunft nach ftani.nten aus den Kreisen Gießen 346, Friedberg 11'9, Büdingen 8/, Schotren 8'6, Lauter­bach 73 und Alsfeld 20 Gegenstände, während 81 aus Orten außerhalb der Provinz stammten. Tie von privater Sei e zur Untersuchung eingcreichlen Gegenstände stammten aus den Kreisen Gießen 65, Schotten 16, Friedberg 8, ^Lauterbach 5, Alsfeld 4, Büdingen 1, außerhalb fr.'r Provinz 79.

Zu Beanstandungen gaben 53 Objekte Veranlassung gegen 89 im Vorjahr. Beanstandet wurden: Stärkemehlhaltige Wurfl in 10 Füllen, für Genuß- und Hausgebrauchszwecke ungeeignetes oder verunreinigtes Wasser 8 Mal, Essig mit unter 3 Proz. Essigsäuregehalt, Efsigälchen in größerer Menge 8 Mal, ver­dorbene, unter 3 Proz. Fett enthaltende, gewässerte und ent­rahmte Milch 8 Mal; ranzige, zu hohen Wasser- und zu niedrigen Fettgehalt besitzende Butter 4 Mal, Weine wegen zu hohen Gehalts an flüchtigen Säuren oder weil salizylsäurehaltig 4 Mal, Gewürze wegen geringen Beimengungen von Zera- lienstärkemehl 2 Mal; Graupen mit zu hohem Gehalt an Talkum 2 Mal; Brot wegen zu hohen Sandgehalts, eine mangelhaft konstruierte Brunnenanlage, konradehaltige Kleie und aus Mar­garine hergestellte Vitello-Butter. Von freit beanstandeten Ge­genständen stammten 21 aus frent Kreis Gießen, 18 Kr. Fried­berg, 5 Kr. Schotten, 4 Kr. Büdingen, je 2 Kr. Alsfeld und Lauterbach, sowie einer von außerhalb. Eingesandt waren von Behörden 44 irtnfr von Privaten 9 Gegenstände.

Die Einnahme aus freit ausgeführten Untersuchungen ergab 4407.50 Mk. und außerdem die aus gerichtlichen Entscheidungen auf Grund der vom Untersuchungsamt ausgesprochenen Bean­standungen herrührenden Geldstrafen. Seit seiner Gründung (1891) untersuchte das chemische Uutersuchnngsamt bis 31. März 1907 im Auftrag von Behörden 11140 und im Auftrag von Privaten 47 740 Gegenstände, insgesamt 58 880 Mk., wofür 59 709.29 Mk. Untersuchungsgeöühren vereinnahmt wurden.

Die regelmäßige amtliche Kontrolle der Nahrungs-Genuß- mittel und Gebrauchsgegenstände fand in der mit den ver­schiedenen Behörden vereinbarten Weise statt. Verurteilungen bezw. Bestrafungen auf Grund der vom Untersuchungsamt aus­gesprochenen Beanstandungen sanden, soweit ihm bekannt ge­worden, in mehreren Fällen wegen Verkaufs bezw. Feilhaltens stärkemehlhaltiger Wurst statt. Der Gehalt an Stärkemehl schwankte zwischen 0.2 und 3.5 Proz. Ferner fanden Bestrafungen statt wegen Feilhaltens von Butter mit zu hohem Wasser- und zu niedrigem Fettgehalt, sowie wegen Verkaufs verdorbener Butter. In letzterem Fall war ein alter verdorbener Butterweck in einen Mantel aus frischer Butter gehüllt und verkauft worden. Ter Kern des Butterwecks war in hohem Grad mit Bakterien und Schimmelpilzen durchsetzt, stark sauer und im höchsten Grade ranzig, er besaß außerdem einen sehr hohen Wasser- und sehr niederen Fettgehalt, während der Mantel aus Butter guter Beschaffenheit bestand. Für den Kreis Gießen trat Junt 1906 eine neue Milchverkaufsordnung in Kraft. Sehr wichtig ist darin u.a. die Bestimmung, daß Vollmilch nicht weniger als 3 Proz. Fett enthalten dürfe. Es wird dadurch einerseits freu Konsumenten die Gewahr geboten, eine Milch von guter fettreicher Beschaffenheit zu bekommen, während andererseits die Milchkontrolle insofern erleichtert wird, als es unter Umständen schwierig sein kann, festzustellen, ob der unter 3 Proz. .be­tragende Gehalt einer Milch anj Verfälschung zurückzuführeu ist. Beim Fehlen eines solchen Nachweises konnte früher eine Be­strafung nicht stattfinden.

An die Stelle des Ende März ausscheidenden 1. Assistenten Tr. Köhler trat der seitherige 2. Assistent Gg. Taubert, während für diesen K. Reinhard 2. Assistent wurde.

1, Tie Benutzung des chemischen Uutersuchungsamtes empfiehlt sich in allen Fällen, in denen Zweifel über dei einwand­freie Beschaffenheit von Waren bestehen, zumal die Kosten nicht hoch sinfr.

vermischtes.

* Das Automobil. Auf der Fahrt fron Ostseebad Lubmin nach Greifswald ereignete sich bei Wusterhusen ein schwerer Automobilunfall. Ein mit zwei Chauffeuren und zwei Ehepaaren besetztes Automobil prallte gegen einen Steinhaufen, weil einer der Chauffeure, der auf ein Seiten­brett gestiegen war, um Halt zu haben, in das Steuerrad griff. Dadurch wurde das Automobil auf die Seite ge­schleudert. Beide Chauffeure sind schwer verletzt. Der eine starb bereits in der Universitätsklinik, der andere wird kaum mit dem Leben davonkommen. Die vier In-? fassen und Besitzer des Automobils, Fabrikant Ehrhardts Düsseldorf nebst Frau und dessen Bruder nebst Gemahlin sind nicht ernstlich verletzt. Von einem Automobil wurde aus der Reichsstraße Bozen Eppan ein Zweispänner-Fuhr­werk überfahren. In dem Wagen saß ein Ehepaar. Tie Dame wurde schwer verletzt, sie erlitt mehrere Rippen­hrüche und andere Verletzungen. Ter Herr kam mit leich­teren Verletzungen davon. Em Pferd wurde tödlich verletzt.

* Ter Roma n einer Vierzehnjährigen. Mit der Schulmappe auf dem' "Rücken wollte sich die vierzehn­jährige Alice Fischer aus Berlin aus dem Groß-Lichterfelder Gebiet des Teltowkanals das Leben nehmen. Die Schüle­rin hatte mit einem in demselben Hause wohnenden Kom­mis ein Liebesverhältnis angeknüpft, das von ihrer Mutter nicht geduldet wurde. Als es dem Mädchen unmöglich gemacht werden sollte, den Geliebten wiederzuschen, saßte es den Entschluß, aus dem Leben zu scheiden. Es stürzte sich in Groß-Lichterfelde zwischen der Parkstraßenbrücke und dem Steglitzer Hafen in den Deltowtanal. Kanalausseher und Arbeiter hatten die Vierzehnjährige beobachtet und zogen sie aus dem Kanal. Tas Mädchen wurde den Eltern wieder zugeführt. Es war durch die Lektüre schlechter Ro­mane aus den Gedanken gekommen, in den Tod zu gehen.

* Kleine Tageschronik. In der Gegend von Tort- mund erregt ein nach 14 Jahrm entdecktes schweres Verbrechen allgemeines Aufsehen- Im Oktober 1893 wurde bei Schonekind eine Frau Tohle aus Soest tot aufgefunfren. Die Angelegen­heit verlief damals im Sande, da keine Beweise gegen irgend einen Täter Vorlagen- Jetzt ist das behördliche Ermittlungs- versahren wieder aufgenommeu worden- Tie Frau eines da­mals in Garnison liegenden Artilleristen hat in den letzten Tagen Xt Behörde gemeldet, daß ihr Mann ihr infolge von Gewissens­bissen gestanden habe, damals das Verbrechen an der Frau Tohle begangen zu haben- Der Beschuldigte wurde verhaftet und hat bereits cm Geständnis abgelegt- In T a n z i a st ü r z t e n plötzlich 2 dreistöckige Geschäftshäuser ein- Nach beit vorläufigen Feststellungen haben sich alle Einwohner im letzten Moment retten können, doch ist es nicht ausgeiaitossen fcafi Persoiieil verhüttet worden sind- Gegen den Vikar

Der elfäss- Gemeinde Kruft 'ist Haftbefehl erlassen worden wegen cn Kindern begangener Sittlichteitsverbrechen- In K icl feuerte der Maurer Schön, der mit seiner Frau im Unfrieden lebt, auf diese aus einer Toppelflinte einen Schuß ab, welcher ihr die ganze linke Kopfseite weg riß- T-ann brachte sich der Mann selbst einen Schuß in den Kops bei und verletzte sich tödlich. Der Herrenreiter Nicolai, Leutnant a. D., Gestütsleiter in Charlottenburg, Der am 11- August beim Pferde­rennen in Dessau ft ür z t e und eine schwere Rückgratsverletzung erlitt, ist im Kreiskrankenhaus zu De s saugest o r be n-

LZ?enbaL)rr-Zertnttg.

Kinderfchntz. Die neuerdings vielsach geineldetcn un­sittlichen v e r b r e ch e r i s ch e n Angriffe auf Hinbet veranlaßten freu prcußlfchcn Minister der öfsentlichen Arbeiten, die Eiienbahnfrirektionen auf Die bestehenden Vorschriften zum S cl) u t;: allein reifender Kinder erneut hinzuweisen. Im Erlag hierüber heißt es: Die königl. Eisenbahndirektionen werden beauf­tragt, sänutichen Statioits" und Zugbeamten nachdrücklichst ein- zuschärfen, alleinreisenden Kindern besondere Fürsorge angedeihen zu lassen und ihnen in jeder Hinsicht Beistand au leisten. Teu Zug- lührern und Schaffnern ist insbesondere zur Pflicht zu machen, Den Kuideru beim Em- und Aussteigeu behltjtich zit sein, sie auf den Umsleigestationen an die Stationsbeanueu oder Zugführer des 'Aiischlußzuges zii verweisen und Die Abteile, in freuen alleinrelscnde Kinder Platz genommen haben, ständig zu überwacheii. Sämlliche StaNons- und Zilgbearnieu sind ferner anzuhallen, alleinreiseiiden Kindern mit Freundlichkeit zu begegnen, damit sie Vertrauen zu ihnen fassen und geneigt sind, ihre Fiirsorge in Anspruch zu uehnien.

** Der neue Fahrplan der Eifenoahn-Direktivn Kassel liegt in seinem ersten Entwurf vor. Von den Ab­weichungen gegen den Sommerfahrplan, die für nnsere Gegend hauptsächlich in Betracht tommen, seien erwähnt. Auf der Strecke GießenMarburg verkehren versuchs- wetje an den Werktagen je ein neuer Zug Gießen ab 6 Uhr 55 Min., Marburg au 7 Uhr 55 Min. Dorrn., Marburg ab 10 Uhr, Marburg an 10 Uhr 51 Min. Tie Schnell­züge Gießen ab 1 Uhr 40 Min. nachm., Kassel an 3 Uhr o2 Min. und Kassel ab 3 Uhr 10 Min. nachm. und Gießen an 5 Uhr 30 Min. fallen aus. Ter Schnellzug Kassel ab 3 Uhr 36 Min., Gießen an 5 Uhr 45 Min. nachm. hält nicht in Wabern. Ter Cilzug Gießen ab 10 Uhr 16 M. vorm., Kai sei an 12 Uhr 51 Min. nachm. erhält Aufenthalt in Cöive. Auf der Strecke C a l v e r n M a r v u r g fällt der Arbeiterzug, der morgens 5 Uhr 38 Akin, in Marburg aukommt, vom 1. Oktober bis 31. März aus. Aus der Strecke Wabern Wildungeu fallen aus die Züge Wabern ab 10 Uhr 55 Min. vorm., 4 Uhr 30 Min. nachm. und der Sonntagszug Wabern ab 10 Uhr 48 Min. abends, ferner in umgekehrter Richtung die Züge Wildlingen ab lj Uhr 15 Min. vorm., 2 Uhr 20 Min. nachm. und der Sonn­tagszug Wildungen ab U Uhr 50 Min. abends.

** Mangelhafte Zugsverbindung. Der Zug der Vogelsbergbahn, der um 2 Uhr 55 Min. in Lauterbacy abgeht und der 5 Uhr 42 Min. nachm. in Stockheim an­kommen soll, hat öfters Verspätung, so daß die nach Gießen fahrenden Pasiagiere sehr ojt den Anschlußzug, der 5 Uhr 46 Min. in Stockheim abgeyt, nicht mehr erreichen. Sie haben dann das zweifelhafte Vergnügen, in Stockheim 31/2 Stunden auf den nächsten Zug warten zu dürfen. Erst am Donnerstag ist dies einer größeren Zahl von Reisenden passiert. Wenn der Zug der Hauptbahn Den Anschluß aus oem Vogelsberg nicht abwarren kann, müßte umsomehr darauf gesehen werden, daß die ja ohnedies recht reichlich bemessene Fahrzeit der Vogelsbergnebenbahn richtig ein- gehalten wird. __ ________

Universitäts-Nachrichten.

Marburg, 19. Ang. Dem außerordentlichen Professor Lic. Rad. Knopf ist die nachaesiichle Entlassung aus fr em Staasdienst behnis Uebernahrne einer Professur an der llnviversität Wien erteilt und dein vorn 1. Oktober fr. I. an zur hiesigen Universität versetzten ordentlichen Professor Tr. Paul Friedrich aus Greifswald der Charakter als Geheimer Medizincilrat verliehen ivoeben. (Cb. Ztg.)

In Sankt Blasien ist der frühere Hallenser Psychiater Professor H r tz i g im 70. Lebensjahre g e st 0 r b e n.

Kandel.

Zur Ratenpreiserhöhnng der Amerika- Dampfer. Wie aus Hamburg gemeldet wird, erklär. General­direktor Ballin zu der Ermäßigung frei1 Kajmenpreise 1. Klasse, daß kein Konflikt sondern eine Verständigung mit der Cunard- Lmie erzielt worden sei und die Preisherabsetzung auf Grund eines Uebereinkommens zwischen allen am Passageverkehr be­teiligten Gesellschaften erfolgte. Diese Erklärung hat etwas Ge­schraubtes an sich. Wenn wirklich eine Verständigung mit her Cunard-Linie brfolgt ist, dann ist es nicht begreiflich, warum eine so starke Herabsetzung der Passagepreise notwendig war. Eine weitere Aufklärung wäre wünschenswert.

** Äonfurie in Hessen- lieber das Vermögen des GeorgSchäfer, Inhabers fr.r Firma P- Simmermacher Nach­folger, Baugeschäft in Darmstadt, wurde am 9- August das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemeinschutfrner seine Zah- lungsunfähigleit und Zahlungseinstelluitg eingeräumt und die Er­öffnung des Konkurses beantragt hat- GerichtAoollzieher i. P. Reibstein in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter er­nannt- Konkursforfrerungen sind bis zum 30. August bei dem Amtsgericht Darmstadt I anzumelfren- Neber den Nachlaß des Pfarrers Heinrich Joseph Mauer zu Fehl he im wurde am 12- August das Konkursverfahren eröffnet. Bürgermeister Geffert zu Fehlheim wurde zum Konkursverwalter ernannt- Konkursforfrerungen sind bis znm 7. September bei frent Amts­gericht Zwingenberg anzumelfren- Neber das Vermögen des Bäckermeisters Friedrich Ohl von Butzbach, z- Zt. unbe­kannt wo, abwesend, wurde am 16- August'das Konkursverfahren eröffnet- Prozeßagent Wilhelm Poppelsdorf in Butzbach wurde zum Konlursverwalter ernannt- Konkurssorderungen sind bis zum 10- September bei dem Amtsgericht Butzbach anzu­melfren. Neber das Vermögen der Eheleute Anton Gäng­ln f f, Gastfvirt, und Tora geb- Bauer in Ober-Ingelheim wurde am 19- August das Konkursverfahren eröffnet, da die Gerneinschuldner die Eröffnung beantragt haben; die Zahlungs­nitfähigkeit ist gerichtsbekannt. Rechtsanwalt Reidel in Ober^- Jngelheirn wurde zum Konkursverwalter ernannt- Konkursfor- derungen sind bis zum 20- September bei (dem Amtsgericht Ober- Jngelheim anzumelden.

«Ehtßcfanöt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber /einerlei Verantwortung.)

Es ist sehr bedauerlich, daß der Weg von Textors Terrasse A u in neuen Bismarckturm sich in sehr schlechtem Zustande befindet. Der enge Pfad, der zum Denkmale des ersten Kanzlers des Deutschen ^Reiches führt, fetzt zuweilen ganz aus. Ter Besucher des Turmes lauft ständig Gefahr, rechts freu Abhang hinunter zu rollen und links in freut Platsch eines umgepflugten Ackers zu versinken. Teilweise ist der Pfad auch umgepflügt, unfr man muß sich bann auf gut Wohl durch die Erdschollen helfen. Es wäre doch sehr 311 wünschen, daß hier AdhülfL geschaffen würde.

W. B.

Zu der am _ 21. er. im Caf6 Ebel abgehaltenen Versamm- lung des Deutschen nationalen Hanfrlungsgehilfen-Verbandcs möchte sich Einsender dieses folgende Bemerkungen gestatten-

Tem angeregten Ladenschluß um 8 Uhr dürfte bei freu Laden- Inhabern wohl wohlwollend begegnet werden, da ein großer £eil der Geschäfte fchpst jetzt um tz Uhr, schließt unfr, bei allge­

meinem Schluß um 8 Uhr keinem der Beteiligten ein Nachtch entstehen kann-

Anders liegt der Fall bei verkürzter Verkaufs, zeit bezw. gänzlicher Schließung an Sonnta gen.

Ter Platz Gießen würde, sofern kein reichsgesetzlicher Sonn- tagsjchluß eingeführt wäre, Den benachbarten Städten gegenüber sehr im Nachteil sein. Ferner ist Gießen sehr auf Die Lanfr- kunfrschast angewiesen, ein großer Teil hiesiger Geschäfte $ für die Sanfrleute speziell eingerichtet unfr ein gänzlicher Schlug unfr selbst schon eine verkürzte Verkaufszeit an Sonntagen roürbt eine schwere Schädigung allgemein bedeuten; denn es würde.i nicht nur oben erwähiite Geschäfte betroffen, sondern Wiri° Metzger und Bäcker ic- würden es alle empiindlich spüren. Herr glaubte zwar in der nach dem Vortrag uattgefunbenen Diskussion die Bemerkung machen zu müssen, der Verkauf am Sonntag sei unbedeuteno, es würde nur etwas Bedarf von geringen Leuten gedeckt; es beruht dies aus gänzlicher Unfenntiti«. Gießen wird Sonntags von ganz solider Lanotuiidichast bewch, Die |loit kaust und bar bezahlt, unb baß die Lanbleute an Werk­tagen kommen wurden, ist nicht anzunehmen. Wenn bringend. Feldarbeiten borliegeit und die Witterung wie z. Zt. zweiselhus, ist, müssen die Leute jeden günstigen Moment zum (xinernten 2c. benützen unb können Die kostbare Zeit an Wochentagen nicht znn, Einkäufen benutzen, wenn sie auch schon möchten- inne verkürzt: Verkaufszeit würde deshalo schädigen, weil bei st ar tem Besuq in der vorgeschlagenen Zeit von 11 bis 1 Uhr die Leute nicht zu bedienen sind- Die stunde von 11 bis 12 Uhr ist weniger lebhaft, dock) hat man immerhin zu tun mit Knuden, die mit bun 10 Uhr-Zügen getommen sind unfr solchen, die aus nadjuec Nachdarscyaft zu Fuß kommen- Gegen 12 Uhr treffen in Gießer sieben Zuge em, Die die Hauptauzayl her wunden bringen unc bis diese Leute in die innere Smdt kommen, ist es nahc^ l/21 Uhr, sodaß eilte Bedienung bis 1 Uhr ganz unmöglich uuv vis 2 llhr kaum zu machen ist-

Tie im Referat gemachte Bemerkung, es würde den jungen Leuten nickst ermöglicist, ihr Mittagessen einzunehmeu, ist wohl nicht freu Tatsachen entsprechend; es wirb woyl jeder Ehe' dafür sorgen, daß jedem jungen Mann dazu genügend Zeit bleivi Außerbem wirb sich jeder Ehrs dazu veruehen, einem son» tüchtigen jungen Mann ein früheres Weggehen zu gestatten, sosern er fich an etwas beteiligen will-

Zu der ferner gemachten Bemerkung, man könne bei Sonn- tagsichluß auci) den Geschäften auf dem Lande etwas gönnen, mochte Einsender anführen, daß frie Betriebe auf frent Lande hin­sichtlich Auswahl 2C- nicht bas bieten können, wie die größeren Geiihäste am Platze, frie vollständig danach zugeschnitten sim nno da ferner die Ladeniiihao^r durch Steuern rc- genügend be­lastet find, so ist es nur Pflicht, darüber zu wachen, daß feine Aeiidecungen getroffen werden, die geeignet sind, die Geschäfte empfindlich zu schädigen-

An alle Geschäftsinhaber unb auch an beit Bürger- Verein möchte btr Einsender die Aufforderung richten, zu den angeregteh Fragen Stellung zu nehmen unb ihre Interesse zu wahren-

des

Handel

Frankfurter Börse, 24. Aug., 1.15 Uhr.

92.20

. 108.91 i

Portugiesen

111

88.7^

Prince-Heun-Bisenbalm . 123.u

1

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. 204.40

. 110,80

Laurah litte . .

Nordd. Lloyd .

Elektriz. Lahineyer . . . Elektnz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket*. Barpcner Bergwerk. . .

Harpeuer Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . riiiKeidose . .

. 139.80 . 46,50 . «1.00

. 60.70

. 94.30

30 fr

186.fr.

4%

4%

3%

3-6 316°/« 3-6

. 186.0

. 216.7

. 29.9

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Ungar. Goldrente . . Italien. Heute . . . Portugiesen Serie 1 .

4)^o/0 russ.Staatsani. IBUa 4^°/0 japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 13U3

lleichsanleihe do.

Konsols . «

do. . .

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Überliessen .

. 2207 . 139.fr.

. 165.fr

. 135.9."

. 196 d

lürkenlose.....

4-6 Griech. Ilonopol-Anl.

4-6 iirsjere Argentinier

3°/o Mexikaner . <

4 h % Chinesen . . <

Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . .

Tendenz: lustlos.

fileriiner ÜSörse, 24, Ang. Aulangskurse.

81.05

92.25

81.90

91.30

90.00 97.55

97 30

92 15

102.25

66.00

66.50

90.60

88.50

93.30

113.211

96.21:

199.5 b!

185.9c

124.61.!

187.1

219.01

TeiefoEiiscäi© Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

M^vielsach, nachgeahmt, nid erreicht» hilft Zadierlim wahrlich staunenswert gegen jeäeSnsektenplage.

-Es ist niemals in der Düte, sondern nur in q Flaschen ju kaufen, wo Zachett-Plakate aushangen.

FamUien-Nachrichten.

G e st 0 r b e n : Fran Augnsle Richard, geb. Friedrich, in Wetz' lar; Herr Johannes Keitzer, Schneidermeifter, m Rixfeld; Hei. Heinrich Bos;, Schiieider, in jDiarburg ; Frail Katharine Müller Wwc. in Biitzbach.

Verlobte: Fränlein Anna Elisabetha Schwalm in Allen-j bürg, : 1 ul Herrn Balentin Brann in VtieDcifossa.1

4^6 Uesterr. Goldrente , . 4l/6% Uesterr. Silberrente

Canada E. B......158.60

Darmstädter Bank . . . 123.70 Deutsche Bank .... 220.75 Dortmunder-Union C. . . 61.50 Dresdner Bank .... 135.70 Tendenz: schwach.

Übeischles. Eisen-Industrie 97.Ui

Berliner Bandelsges. . . 149.li

Darmstädter Bana . . . 124.G \ Deutsche Bank . .

Deutsch-Asiat Bank Dißkouto-Kommandit.

Dresdner Bank

Kreditaktien . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisen Lahn . . .

Gotthard bahn . . .

Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn .

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Nur Eiweä-Aiwlheke offen, j