Nr. 198
Erstes Blatt
Ile Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten.
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m UN gen vom 1. Januar 1906. 8. Die Lagerung von Mine ralölen, Verordnung vom 20. Mai 1903. 9. In Bäck
Aus StuSL unö Land.
Gießen, 24. Ang. 1907.
"Erledigt ist die Stelle des Stc uerkomissärZ Steuerkommissariats Mainz I.
** Uebertragen wurde dem Schnlamtsaspirantcn
Jean VlodL aus Essenheim die Lehrerstelle an der cvang. Schule zu Nack.
** Folgende g'ewerbepolizeilichen Revisionen wurden in den Monaten Mai bis August vom Grohh. Polizeiamt vorgenommen: 1. Ten Verkehr mit Sprengstoffen, Verorbmmg vom 21. Dezember 1893. 2. Tie Uuterkunstsräume der Arbeiter m-Feldziege^- leien in Bezug auf Einhaltung der Polizei-Verordnung vom 12. März 1894. Tie Beschäftigung von Arbeiterinnen
Samstag 24. August 1997 BezugSpreiSr monatlich 75 Pf., viertelns^ A Ehrlich Mk. 2.20; durch
\ »i - Jin IMr Abhole- u. Zweigstellen
Bä M * monatlich 65 Pf.; durch
Wi M W IW die Post Mt.2.— viertel-
M sM LA tährl. ausfchl. Bestellg«
' W X Zeilenpreis: lokal 15Pf.,
auZwärtS 20 Pfennig.
rj >. Mecum, Oberbürgermeister, Gießen, j >. Schäfer, Postdirektor, Gießen, 17. S ch e p p, Bauunternehmer, Saasen,
Hesierreich und Italien.
Auf dem Semmering erloidert jetzt der italienische Minister des Aeußeren, Tittoni, den Besuch, den ihm der
trefflicher Weise mit Vieh zu versorgen und sehr reichlich mit Geldmitteln versehen ist. Eine Trupp en ver sch ie- b u n g der d e u t s ch e n tz> a u p t m a ch t hat sich nach Lage der Dinge noch nicht als notwendig erwiesen.
^4. Bock, Alfred, Fabrikbesitzer, Gießen,
5. Tr. B r e i d e r t, Geheimerat, Provinzialdirektor,
•3 3. Curschmann, Bürgermeister-Beigeordneter, Gießen,
7. Gabriel, Stadtverordneter, Gießen,
9. Hellwig, Pfarrer zu Wies eck,
D. Herberg, Polchc ianctmann, Gießen,
J 0. Herz, Bankier, Gießen,
1. Heß, Redakteur, Gießen,
ich, 2. Kling spor, Adolf, Fabrikbesitzer, Gießen,
u 3. Senn, Bürgermeister und Landtagsabgeordn., Großen-
n» Linden,
4. v. Lindenau, Oberst und Regimentskommandeur Gießen,
Angaben über die Kriegsstärke Morengas sind zurzeit nicht zu machen. Ueber die Bedeutung der Depesche hat man an unterrichteter Stelle die Anschauung, daß sie für die abwartende Haltung des Feindes spr.cht. Es ist noch nicht klar, ob Morenaa sich schon zu einem festen Entschluß durchgerrmgen hat oder ob er nut deshalb! seine zögernde Haltung nicht ausgibt, weil er aus große neue Verstär- hingen wartet.
Am meisten war man aber den Oesterreichern Gram, weil ,ni an von ihnen wußte, daß sie die italienischen Ab- chten in Albanien niemals unterstützen, sondern , ch ihnen auf das Entschiedenste entgegenstemmen wür- $ 'n, weil Oesterreich unbedingt an der Festhaltung des ä^lürzsteger Programmes beharrte und als dessen Wächter rstrat. Allmählich ist aber eine Beruhigung der Gemüter ngetreten, die auch nicht einmal vorübergehend die irrezent i st i s ch e n Exzesse in Triest und anderen Städten [4 striens zu stören vermochten. Man ist eben am Tiber ,4 ir Einsicht gelangt, daß es den Interessen Italiens in Ä -herein Maße entspricht, sich mit Oesterreich zu verstän- R gen, als Phantomen nachzujagen, die die Gefahr von Konflikten in sich bergen. Dazu kam der Wechsel in der yj-'itung der auswärtigen Angelegenheiten, da man in Z oluchowsli das Haupt einer italienfeindlichen Politik er- igj ickte, während mar. von Aehrenthal eine Besserung der 3 eziehungen erwartete.
So kam man denn dem neuen österreichischen Minister 'i> s Aeußern mit ziemlichem Vertrauen entgegen und seit $ .m Tage von Desto hat sich das Verhältnis ganz be- mtend gebessert. Wie dort dürste der Balkan den Haupt-
ie eiter der österreichischen Anslaudspolitik Baron v. Aehren- itj - al vor einigen Wochen in Test) gemacht hat. Es handelt "4 ch also äußerlich um einen Höflichkeitsakt, indessen ist la z selbjrverständlich, daß einer derartigen Begegnung wich- ge politische Bedeutung nicht abzusprechen ist. Zwischen
; esterreich und Italien gibt es im Grunde genommen ugenblicklich nicht viel zu regeln, nachdem man bereits t Des io über die Grundlinien der beiderseitigen Politik
* ezielt derjenigen auf dem Balkan sich verständigt hat nb die erneute Zusammenkunft dürfte nur dazu dienen, in ersten Besprechungen das Siegel aufzudrücken. Es t bekannt, daß man in Italien für Oesterreich fast noch
- eniger Liebe hegt, als für Deutschland,' weil das Jahr . '66 noch immer nicht ganz vergessen ist und italienische ^ltzköpse ' die gewaltsame Abtrennung überwiegend italie- sich sprechender Gegenden von Oesterreich anstreben; ans t:i es em Grunde hat man auch trotz des bestehenden Bünd- ß isses speziell in der Zeit, als der Dreibund ans schwachen I'I üßen stand und Italien dem französischen und engli- y jen Liebeswerben Gehör zu schenken schien, beiderseits j, arke Grenzbefestigungen errichtet und auch Truppendislo- crungen vorgenommen.
reien die Beschäftigung der Gehilfen und Leyrlinge auf Grund der Bundesrats-Verordnung vom 4. März 1896, sowie Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen in diesen Betrieben an Sonntagen, Verordnung vom 20. März 1895. In einigen Bäckereibetrieben wurden Verstöße gegen die Verordnung vom 4. März 1896 und vom 20. März 1895 sestgestellt. Gegen die berr. Betriebsinhaber wurden Anzeigen erhoben. 10. Die Herstellung künstlicher Mineralwasser, Verordnung vom 22. Juli 1885. 11. In den Stein Hauereien und Steinbrüchen betr. die Einrichtung und den Betrieb von Steinbrüchen und Steinhauereien, Gesetz vom 20. März 1902. 12. Die Ausbewah- rungs-, Arbeits- und Verkaufsräume in Metzgereien, auf Grund der Bestimmungen der Polizei-Verordnung vom 2. Januar 1891. Le b en s mi11 el ko n tr o lle. Eine Anzahl Lebensmittelproben wmrden entnommen und dem chemischen llntersuu-ungsamt übergeben. Ferner wurde eine größere Anzahl Milchrevisionen vorgenommen. In einigen Fällen wurde von verdächtig erscheinender Milch Proben entnommen, deren chemische Untersuchung ergab, daß solche gewässerr, sowie auch solche als abgeraymt befunden wurde. Gegen die betr. Milchhändler bezw. Verkäufer solcher Milch wurde Anzeige erhoben.
** Anlagemusi? findet am Sonntag norm. II1/, Uhr in der Südcmlage mit folgendem Programm statt: 1. Akadem. Fcst-Ouverture von Brahms; 2. Valse amoureuse von Berger; 3, Fantasie ans „Lohengrm" von Wagner; 4. Pariser Einzngsmarsch, Armeemarsch von Wolch.
** D e v itno oller teuere in Gießen feiert morgen nachmittag sein ©om inerte ft im Hardlwäldchen, bei ungünstiger Witterung im sogen. Gerstensaale der llnionbraucrct. Dem Programm nach verspricht das Fest sich recht irühllch zu gestalten, denn es ist vollans gesorgt, die Besucher, insbesondere auch die Damen und Kinder, uieljcittg zu belustigen. Tie Beteiligung wird daher wohl sehr rege werden. (Siehe Inserat.)
” ®ic städtischen Lastwagen brachten im ab gelaufenen Rechnungsjahr 1906/07 im Ganzen eine Einnahme von 4983,84 Mk. d. h. 84,13 Mk. weniger als im Jahre uorhep Die Einnahme verteilt sich auf Neustadter-Tor mit 2838,68 Alk., Frankfurter-Straße 2038,74 Ntk. und Aiargarelhenhütte 106,42 Mk. Wiegekarten wurden ausgegeben, am Oleustädter-Tor 6943, Frankfurter-Straße 4960, Margarethenhulte 250, im Ganzen 12153 Kurten d. h. weniger als tm Vorjahre 457 Karlen. Tas wenigere Benutzen der städtischen Lastwagen wird darauf zurückgefuhrt, daß die in Dutenhofen neu errichtete Güterverladestelle nachteilig aus die Benutzung der städtischen Lastivagen eingewirkt hat.
+ Großen-Linden, 23. Aug. Für die Brand- beschädigten in Herbstein genehmigte der hiesige Ge^ meinderat am 20. d. Mts. den Betrag von 50 Mk.
— B a d - N a u h e t rn, 23. Aug. Bis zum 22. August sind 25 8 54 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tags noch 5588 atuvesend ivnreu. Bäder wurden bis zum 22. Aug. 325 948 abgegeben.
□ Schönbach, 22. Aug., Ein schwerhöriger Greis aus dem nahen Herborn, der auf das Warnzeichen der Lokomotive hin einem Personenzug nicht auswich, wurde vorgestern von der Maschine derart einer Böschung hinabgestoßen, daß er schiververletzt dem Herborner kranken- haus übergeben iverden mußte.
X. Hanau, 23. Aug. Um die erledigte Stelle eines Stadtschulinspektors waren etwa 80 Bewerbungen eingelaufen. Drei Bewerber kamen in die engere Wahl, von denen dann der Oberlehrer an der städtischen höheren Mädchen- chule in Barmen, Heinrich Hahne, gewählt wurde. Als Anfangsgehalt sind 6000 Mark vorgesehen.
** Kleine yJt i 11 e i l u u n e n aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Auf dem BahnhofOber-Schmitten wird lX-mnächst ein Kreuzungsgleis hergestellt werden. — Im Bahnhof Griesheim bei Frankfurt wurde gestern ein acht Jahre altes Dt ä d ch e n in erschöpftem Zustande angetrossen. Das Kind, das aus Niederrad stammt, gab an, es habe sich dort ein freptder Atann zu ihm gesetzt, der es unter allerlei Verbrechen erst nach Frankfurt und dann nach Griesheim führte. Die Polizei vermutet ein Sittlichkeitsverbrechen und fahndet nach dem Unbekannten. — Wie der Frankfurter Polizei- bericht meldet, schüttete während eines ehelichen Streits in einem Hause der Vergerstraße der Ptann einen Topf mit iedendem Wasser seiner Frau über den Kopf, die erhebliche .Brarldwunden davontrug.
die beiderseitigen Interessen int Mittelmeere sind. Ebenso gelangt dte gesamte Konstellation der Mächte, mit der beide Staatsmänner zufrieden sein dürften, zweifellos zur Erörterung. Ist doch Italien, nachdem eine Besserung der Beziehungen Englands zu Deutschlaud eingetreten ist und auch das Verhalten Frankreichs an Loyalität nichts zu wünschen übrig läßt, aus einer zietulich heiklen Situation heraus, so daß daL Festhalten am Dreibunde für Italien keine Gefahren, aber um so größere Vorteile in sich birgt.
Alles in allem kann man auch die Entrevue auf dem Semmering als ein weiteres Moment in dem Sinne einer allgemeinen Friedenspolitik mit Genugtuung registrieren.
Semmering, 23. August. Heute vormittag um 9 Uhr holteu Freiherr v. Aehrenthal und Sektionschef Frhr. von Call den Minister Tittoni ab und begaben sich zur Villa Helmer, wo ein Photograph ein Gruppenbild abnahm. Hierauf besichtigtett die beiden Minister das Semmering-Panorama. Utn V2I.2 Uhr fuhren die beiden Minister in Begleitung des italienischen Botschafters Herzogs zu Avarna und des Prinzen Franz Lichtenstein im Äuionrobil des Botschafters mn Quirinal, Grafen Lützow, nach dessen Schloß Strelitzhos, wohn: sich die anderen geladenen Herren per Eisenbahn begaben.
Wien, 24. Aug. Die Note, welche in nicht offizieller Form vom Semmering aus an die rtalienische Presse zur Veröffentlichung milgeteilt wurde, hat folgenden Wortlaut: Tie öffentliche Meinung in Italien hat die in Ischl mit) London veröfjentlichten Noten mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Tas Einvernehmen Englands mit Oesterreich-Ungarn in den weltpolitischen, besonders in ben Balkansragen beweist in der Tat sonnenklar, 1. daß die Beziehungen Italiens zu England gegenüber dem Dreibund stets bie korrektesten waren, beim Oesterreich-Ungarn hätte sonst zweifellos ähnliche ober gleiche Beziehungen nicht anstreben können; 2. baß Oesterrerch-Ungarn unb Italien in ben Ballanfragen vollstänbig einig jinb, sonst hätte sich ja England uno Oesterreich nicht verständigt, da es mit Italien in engster Fühlung stand und steht; 3. daß die allgemeine europäische Lage befriedigend ist und zu keinerlei Besorgnis Anlaß gibt.
Mrschetnl täglich außer Sonntag-.
Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit )em hessischen Landwirt ?ie Gießener KamUien- - blätter viermal in der
und jugendlicher Arbeiter in Ziegeleibetriebeit auf Einhaltung der gesetzlich zulässigen Arbeitszeit, auf Grund der §§ 135 und 136 d. G. O., sowie der Bundesrats-Verordnung vom 15. Nov. 1903 und Abänderung. Zu dieser Verordnung betr. Aussührungsanweisung zu den Titeln VI. ff der G. O. vom 20. Okt. 1906, sowie die Beschäftigung von Arbeitern in Ziegeleien an Sonntagen. Wegen Verfehlung gegen bie PoUzei-Verorbnung vom 12. März 1891 mußte gegen Ziegeleibesitzer Anzeige erhoben werben. Gegen Ziegelmeister bieser Betriebe mußten Anzeigen erhoben werden, weil sie entgegen den gesetzlichen Äestim- lnungen jugendliche Arbeiter beschäftigten, desgleichen wurden Anzeigen erhoben, weil an Sonntagen Arbeiter in Ziegeleien beschäftigt wurden. 3. Auf den Konsektionswerkstätten in Bezug auf Einhaltung der Kaiserlichen Verordnung vom 4. Juni 1901. In zwei dieser Betriebe mußte wegen Verstöße gegen die angeführte Verordnung Anzeige erhoben werden. 4. Die Beschäftigung von s ch u l p f l i ch t i g e n K i n d e r n in gewerblichen Betrieben, Gesetz vom 30. Mürz 1903. 5. Tie Lagerung von Karbid, Verordnung vom 20. Okt. 1905. 6. Die Barbier- und F r i s e u r u b e n auf Einhaltung der Polizei-Verordnmtg den Gewerbebetrieb der Barbiere betr. vom 8. August 1904, 7. In ben Betrieben ber Maler, Anstreicher, Weißbinber ober Lackierer, wo Bleifarben z<ur Verwendung gelangen, in Bezug auf Einhaltung der BnndesralSbestim-
s 53od)e beigelegt und ' iweimalwochentlichdas
Kreisblati für den Kreis ■ Sichen. Fernsprech-An- C kchlußs.d.RedaktionllZ t Verlag u. Expedition 51
Verantwortlich
B» General-Anzeiger für Oberhessen
bis ÄioX Rotationsdruck und Verlag der VrühI'Ichen Univ.-Such- und Steindruckerei. B. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schuistratze ?.
Instand der Erörterungen bilden und es steht außer rage, daß man hierbei zu einer Verständigung gelangt. ,, überhaupt dürfte eine einheitliche Politik der Mäa)te auf 'm Balkan zu erwarten sein, zumal nach offiziösen Verlaut- ,1 crungen kürzlich in Ischl bereits ein Einvernehmen mit ugland erzielt worden ist, das bisher auf dem Balkan ine eigenen Wege ging. Aber auch sonst haben die beiden taaksmäuner ja Stofs genug für ihre Aussprache, zumal ).*■ e Vorgänge, in Marokko nicht ohne Bedeutung für
? f Tas altehrwürdige Städtchen Herbstein im hohien
-ogelsberg ist von einem schweren Brandnnglück heim- j esucht worden. 34 Anwesen fmb in wenigen Stundeir ein J taub der Flammen und an 50 Familien obdachlos ge- wrben. Ter Schaben berechnet sich wohl auf eine Million ■qJ Kart Tie Betroffenen, meist unbemittelte Lanbleute, Hanb- :.. werter, Tag löhn er unb kleine Beamte, sinb zum Teil gering, eiisum Teil gar nicht versichert. Schleunige Hilfe tut M 0 t!
Der unterzeichnete Hilfsausschuß richtet an bie Bevölke- ung bes Kreises Gießen, bie stets eine offene Hand hat, >enn es gilt, ber Not zu steuern, bie Bitte um Spenbnng on Gaben, insbesonbere von Gelbmitteln, bie zum Auf- iC|( au ber abgebrannten tzofraitell bringenb nötig sinb. vx Ter Schatzmeister bes Hilfsausschusses, Herr Fabrik- , esitzer Kliugsp 0 r aus Gießen ist zur Entgegennahme er Gaben bereit.
Gießen, ben 22. August 1907. - -
sÄ 1. Bayer, Dekan in Gießen,
111112. v. Bechtold, Kreisrat in Lauterbach,
3. Tr. Behaghel, Geheimer Hosrat, Rerwr der Landes- Universität, Gießen,
9 s. D. Schlosser, Pfarrer zu Gießen, :e 0. Schwalm, Beigeordneter zu Lollar, Schweitzer, Lehrer zu Odenhausen, Strack, Dekan zu Leihgestern, Weber, Kircheurat zu Londorf, C. Weidig, Reisender zu Gießen, W 0 h l m u t h, Journalist zu Gießen.
Der Unfall der Kaiserin.
Wilhelms höhe, 23. August. Die Kaiserin hat die Nacht ohne Schmerzen zugebracht. Die heute morgen stattgehabte erste Koiisullation hatte ein befriedigendes Ergebnis. Die Verletzung der Kaiserin stellt sich als eine nicht gefährliche Zerreißung der Krampfader im oberen Teil beS linken Oberschenkels bar. Da bie hohe Patientin ftänbig liegen muß, ist bereits eine mit RÜberu versehene Chaiselongue angefertigt worben, auf der bie Kaiserin in ihren Gemächern umhergesahren wirb unb von ber aus sie bie Mahlzeiten einnimmt. Die hohe Patientin ist bei gutem Appetit, sie nahm bie erste Mahlzeit in Gemeinschaft mit bem Kaiser, ihrer Tochter unb bem Prinzen Oskar ein.
— Wolffs Telegraphisches Bureau erfährt von zustän- bigcr Seite: Die Heilung berGerletzung ber Kaiserin verläuft burchaus normal. Voraussichtlich werben Bulletins nicht mehr ausgegeben.
K 0 l n, 23. August. Wie bie „Köln. Ztg." aus Wilhelms- böhe meibet, hat der König von England der deutschen Kaiserin wegen des Unfalles ein äußerst herzlich gehaltenes Telegramm geschickt, worin er bie Hoffnung ausbrückt, ber für ben November in Lonbon geplante Besuch möge burch ben Unfall keine Verschiebung erleiben.
Auf der Suche «ach Moreuga.
Berlin, 23. Aug. Heute ist in Berlin eine neue Nachricht eingetroffen, bie bie Ergebnisse ber letz - ten Rekognoszierungen Über M0rengas Aufenthalt mitteilt. Die Kabel-Depesche hat folgenben Inhalt: Gamsib Kluft ist völlig frei von Hottentotten. Die neuesten Nachforschungen haben sich bis an bie Südgrenze erstreckt unb keine Spur vom Feinbe erkennen lassen. Man kann baraus mit ziemlicher Sicherheit schließen, daß M 0 r c n g a auf englischem Gebiet unb zwar aller Wahrscheinlichkeit nach unmittelbar am Oranje-Fluß sitzt. Er ist von einer großen Anzahl Weiber unb Kinber umgeben. Außerbem steht fest, baß er es verstauben hat, sich in vor-


