waren bei dem Spiel anwesend.
GereehtssaaL.
Landa u (Pfalz), 22. Mai. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Wein Händler Jung von Edenkoben wegen Wcinsälschung zu 5MonatenGefängnis, wegen Beihülfe die Edenkobener Kaufleute Lteinh-auer zu 4 Mo naben. 8 Tagen sowie Baumann zu 4 Odonaten Gefängnis.
schwacbimg endlich wieder einmal rin besserer Tag zu verzrichomv war. Priv.-Disk. 4Vr'Prvz.
Märkte.
ie. F r a n k f u r t a. M., 24. Mai. sOrig.-Telcgr. deS »GieLj An;.") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafes u. Hammel, 425 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: L Qual. 55—00 PQ. Lebendgewicht 43.00—00 Pf., 2. Qual. 54—00 Pf., Lebendgewichts 42.50—00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—40 Pf., Lebendgewicht 00- 00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00 | 00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen gedruckt, kein Ucberüand.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hcfseu am SamStag den 25. Dtai: Wechselnde Bewölkung, leichte Gewitterregen, warm; schwache südliche Winde.
Universitäts-Nachrichten.
— Aus eine 25jährige Tätigkeit als akademischer Lehrer kann am 26. Mai der ordentliche Professor der angewandten Chemie und Direktor des Laboratoriums für angewandte Chemie an der Universität Leipzig, Gel). Hoirat Dr. Ernst B e ck m a n n zurück- blicken. 1891/92 war er Extraordinarius für physikalische Chemie an der Universität Gieße u. ..
— Tas Slipcndüim der an der Berliner Techniichen Hochschule bestehenden Louis Boisfonet-Stistung für Architekten und Bauingenieure für das Jahr 1907 ist dem Privatdozenten für Bau- geschichle undStillehre an der Technischen Hochschule zu D a r mst a dt, Äegierungsbaumeister Adolf Zeller verliehen worden. Als sach- wissenschaftliche Aufgabe für die mit dem Stipendium auszuführende Studienreise wurde die Untersuchung und Aufnahme der romanischen Denkmäler der Burg mit dem Servatiusslist, der Bauresle des Wipcrti-Klofters zu Quedlinburg sowie der Stiftskirche zu Gernrode „iitsamt den besten der zugehörigen Klosteranlage festgesetzt.
zieht Berlin gegen Ende dec ersten HDftc gleich. Aach Halbzeit ist anfänglich J-reiburg wieder im Borteil, durch zwei gut plazierte Bälle erhöhen sie chre Torzahl auf 3. Jetzt fällt die Mannschaft ab urid Berlin macht schwere Angriffe, doch bleiben dieselben ohiie zählbaren Erfolg. Freiburg ist somit deutscher Meister. Dem Kapitän der Mannschaft wurde auf dem Platz ein großer Kranz überreicht und er^ selbst alsdann von der begeisterten Zuschauermenge auf den Schultern vom Platze getragen. Abends erfolgte alsdann durch den Bundesvorsitzenden die Ueberreichung des Ehrenpreises. Zirka 3000 Zuschauer
Schöffsnachrichten.
Sieb Star Linie.
Der Postdampser „Seelanb* der „Red Star Linie" ht Antwerpen ist laut Telegramm am 21. Mai wohlbehalten in New-Bork angekommen.
Vermischte».
• Ein lustiges Geschichtchen, baS aber auch seine ernste Seite hat, wird quS einer süddeutschen Universitätsstadt mitgeteilt. Wie alljährlich, so machten auch diesmal die Chargierten der Korps zu Anfang des neuen Semesters ihren Besuch beim Rektor. Mit dem betreßten Diener auf dem Bock, rollten die Wagen vor das Hauptportal der Universität. Zielbewußt traten die Herren in die Halle, um ihren Weg über die große Freitreppe hinweg nach dem oberen Stockwerk zu nehmen, wo der Rektor sie erwartete. Aber o weht Die große Treppe war mit einer Bretterwand vernagelt. Und der Pedell erklärte den Herren, daß die Haupttreppe wegen deL Erweiterungsbaues der Universität schon seit länger als einem Vierteljahr gesperrt sei, und daß während dieser ganzen Zeit bereits der Verkehr nach den oberen Stockwerken, in denen sich auch die meisten Hörsäle befinden, über die Treppen des Seiten» baueS gehe. Das hatten die Herren nicht gewußt I
• Ein Indianer als Theologie st udent. Aus Münster i. W. schreibt man: Seit einigen Tagen weilt in hiesiger Stadt zum Besuche eines sich hier aufhaltenden süd- amerikanischen Pfarrers ein Indianer vom Stamme der Botokuden. Derselbe, ungefähr 20 Jahre alt, wurde vor zwölf Jahren bei einem feindlichen Ueberfall der Indianer in Santa Catharina gefangen genommen und von Pfarrer Topp zunächst erzogen, dann zur weiteren Ausbildung dem Kolleg der deutschen Jesuiten tn Parecy-Rovo im Staate Rio Grande do Sul übergeben. Vor drei Monaten hat der junge Indianer das Kolleg der Jesuiten mit einem trefflichen Zeugnisse verlassen und wird jetzt in das südamerikanische Kolleg Pio Latino m Rom eintreten, um Theologie zu studieren und Missionär seiner Landsleute zu werden.
* Eine Frau als Soldat. Der „Ruffkij Invalid* berichtet von einer Frau, die für ihre Tapferkeit im Felde einen Orden erhalten hat. Xenia Kritschaja ging während des russisch-japanischen Krieges, als Mann verkleidet, nach dem fernen Osten, um dort als Soldat gegen die Feinde zu kämpfen. Rur nach unsäglichen Schwierigkeiten gelang es ihr, ihr Ziel zu erreichen; und sie wurde schließlich der Reiterei zugeteilt. Niemand ahnte, daß der tapfere junge Krieger ein Mädchen war. Bei einem Kampfe gegen die Tschunchusen rettete sie zwei verwundete Kameraden aus dem Handgemenge, verband sie und verteidigte sie bis zum Schluß des Gefechts, bei dem sie schließlich selbst verwundet wurde. So bekam sie einen Orden. Schließlich wurde aber ihr Geschlecht bekannt, und obwohl der Orden keiner Frau erteilt werden soll, durfte sie ihn, auf direkten Befehl des Zaren, behalten.
' Zigarren zu 20 Mark das Stück. Auf der kürzlich geschlossenen Tabak-Ausstellung in London waren Zigarren ausgestellt, die zu 20 Mark das Stück abgegeben wurden. Es handelte sich um eine hervorragende Havanna- Zigarre, die natürlich auch Abnehmer fand, wenngleich der Preis ein außergewöhnlich hoher war. Denn bisher hatte man selbst in dem feinsten Londoner Klub nur 10 Mark für die beste Zigarre bezahlt.
* Der gute und der schlechte Ehemann. Wir lesen in einem auswärtigen Blatte: Aus einer Heinen Psingfttour kam ich in ein kleines thüringisches Dorf. Ta der Wirt des einzigen Gasthauses im Orte die drastische Art der Predigten des Ortsgeisllichen besonders betonte, ging ich früh in die Kirche, um den Geistlichen, der auch von anderer Seite als ein Unikum bezeichnet wurde, zu hören. Ich hatte Glück. Der Seelenhirte sprach über das sechste Gebot und schien dieses Thema achcheinend getvählt zu haben, weil einige „Ehe- irrungen" im Dorfe vorgekommen waren. Tie Ausdrucks- Weise des alten Herrn ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Den Bauern wurden die Leviten gründlich gelesen. Alle Strafen der Hölle wurden ihnen angedroht, wenn die Sünde
nicht bald aufhöre. Ten Höhepunkt erreichte die Philippika in folgendem Sah: „Ein schlechter Ehemann ist wie ein Phosph or st reichholz, es entzündet sich an jeder Reibfläche: em guter Ehemann ist wie ein Schweden st reichholz , das nm nur an der eigenen Schachtel entzündet. Wehe den Pbosphvrbölzern unter euch!" — Zerknirscht gingen die Sündigen m-jc iiainV'-.
Ttunft und wmen-chast.
— Aus Frankfurt wird uns geichrieben: Tas „Winter- m ä r ch e n" von S h a k e f p e a r e ist feit Jahrzehnten nicht über die hiesige Bühne gegangen. Am Tienstag bekamen wir e5 in einer vom Intendanten Emil Claar besorgten völlig neuen Einrichtung. Tiefe schließt sich an die Dingelüedtsche Bearbeitung an und stellt manche Szenen wieder her, die fönst gestrichen zu werden pflegen, fo die Zeit, die als Chorus die neue Zeit mit der alten verbindet. Aus dem Küslen-Reich Böhmen des Originals ist das Königreich Arkadien geworden und das unseres Erachtens mit Recht. Es wäre eine zu west gehende Pietät gewesen, an dem Ohakespearefchen Begriff Böhmen festzuhalten, mit dem die Zu- fchauer, die das Stück noch nicht kennen, etwas ganz Reales erblicken, während Arkadien den Begriff als Märchenhasteii, Phantastischen besser erzeugte. Die Inszenierung war eine prachtvolle und auch die Aufführung konnte im Ganzen hochgespannte Erwartungen befriedigen. Neben den Trägern der ernsten Haupf- partien traten besonders die der komischen Rollen hervor. So wurde der Gauner Antolykus voii Herrn B a y e r h a ni m e r, der sonst wohl zuweilen übertreibt, sehr charakteristisch veranschaulicht. Herr Reimann war cm tadelloser urkomischer Mopsus und Herr S z i k e ein wrnoser aller Schäfer. Tas Publikum spendete nach allen Aluchlüiien und am Schluß slürrnnchen Beifall. S.
rttrchttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 2 6. Mai, Trinitatis: Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Dormittaqs 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten der Markusgemeinde.
Vormittags 9* 1 */, Uhr: Pfarrer Kraus.
Vormittags 11 Uhr: Mstilärgottesdienst. Pfarrer Euler.
Nachniiltags 21,', Uhr: Kinderklrchc für die Matthäusgemeinde.
Pfarrer D. Schlosser.
In der IohauneSkirche.
Dormitlags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Ziigleich Christenlehre für die Neukonsirmierten au5 der Lukasgemeinde.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer A u s s e l d.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die JohanneS- gemeinde. Pfarrer A u s f e l d.
Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal; Versmnmlung und
Bibelbejprechung.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 25. Mai 1907:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte. . . , ,,
Sonntag den 26. Mai, Dreisaltigkettsfest.
Voruiitlags von 6'/, Uhr an: (Megenljeit zur Herl. Beichte.
, um 7 Uhr: Tie erste heil. Liesse, vor und in derselben Austeilung der heil. Komnmnion.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2'Uhr: Christenlehre ; darauf Andacht mit Segen.
Tienstag und Freitag abend um 61/, Uhr ist Maiandacht.
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Die englischen nie die Saalburg und mnahme des Tees in i und die Badehauser Haus ein Diner statt; iie Gaste und brachte i>, Lord Syveden das te auf die Freundschaft, mm an den Kaiser wii i König von ftnglant
Sport.
— Fußball. Aus Anlaß des 11. Bundestages des deutschen Fußballbundes in Mannheim, auf welchem von Gießen der Gießener F. C. v. 1900 vertreten lvar, sand am Pfingstsonntag das Entscheidungsspiel um die deutsche Meisterschaft statt. Zu den Endspielen hatten sich qualifiziert: Berlin, Leipzig, Hamburg, Breslau, Düsseldorf und Freiburg. In der Hauptrunde mußten bereits Breslau und Düsseldorf ausscheiden, Leipzig und Hamburg folgten in der Zwischenrunde deren Beispiel, sodaß sich in der Endrunde m Mannheim Berlin und Freiburg gegenüberstanden. Beide Mannschaften spielen anfangs etwas aufgeregt. Nach und nach wird Freiburg ruhiger und beherrscht durch ihre ganz vorzügliche Kvm- bination bald die Situation. Die Stürmer schießen jedoch zu wenig. In der 23. Minute erringt Freiburg seinen ersten Erfolg durch einen 11. Meter. Durch einen gleichen Ball Ende der ersten HDftc gleich. Nach Halbzeit iburg wieder im Vorteil, durch zwei gut
SötHe n unb btn 'ie e§ nicht äße tage i ch bei tarmftabt er- iädchen aus Offenbach, auf Ostern lonstrmien imben Rnabtn mibn*
Wen m con machertzefeüen überfallen , die das Kind schreien'^ x\ der Stelle Lynchjustiz er Straße nach Planig olchen überfallen nd Uhren nahmen die ater, 4 Burschen, wurden lg vermißtes Kind einer Homburg wurde m der jimd war epUepUsch ort in die Grube gefallen, irde in der Nacht zum t ft er von Mainz von n unb schwer miß' "eitel uudschlugenm
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Der Kartoffelhändler S. in Ochsenzell bei SamBuig editt am 16 September 1904 in der Verkehrshalle des framburqer Schlachthofes dadurch einen Unfall, daß ein Schwein ihn umranntc, das zur Wage getrieben werden sollte, aber d.-m Treiber entlaufen war. vs. behauptete nun, die Landwirt! cha ft s- kämm er für die Provinz Schleswig-Holstein, welche die Schweine annimmt, um sie zum Verkauf bereit zu halten, betreibe kommissionsweise den Absatz von Schlachtvieh an dem Hamburger Schlachthofe; sie habe den Verkauf des Tieres, das den Schaden angerichtet habe, übernommen und haste deshalb als Tierhalter gemäß § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Wälirend Landgericht und Oberlandesgericht Hamburg den Klageanspruch des S. dem Grunde nach für gerechtfertigt er- Nörten, hob der 4. Zivilsenat des Reichsgerichts das ober- lanbesgerichtlicke Urteil aus der entgegengesetzten Uebcrzeugung auf und verwies die Sache zur Untersuchung darüber, ob etwa brr tz S31 B. G -B. Älnwcmdung zu finden habe, an das Oberlandesgericht Hamburg zurück.
Die Entscheidungsgründe des Reichsgerichts führen hierzu u. a. folgendes aus: „Wenn das Vorbringen der Beklagten als richtig unterstellt wird, wie dies von Seiten des Berufungsgerichts geschehen ist, so ist eine Haftung der Beklagten nach § 833 B. G.-B. nicht begründet. Es fehlt — von den übrigen Erfordernissen (vergl. die Entsch. des Reichsgerichts in Zivils. Bd. 52 S. 118, Bd. 55 S. 166, Bd. 62 S. 81) abgesehen — das Merkmlal des eigenen Interesses. Die Tätigkeit, welche die Beklagte durch ihre (Geschäftsstelle ausüben läßt, wird ausgeübt im Interesse der Erfinder d. h. der Eigentümer der Tiere. Die 93cRagte bringt die Tiere nicht an sich, nm sic ihren Zwecken nicht dienstbar zu machen, irgend welche Nutzungen aus ihnen zu ziehen. Tie Tiere bleiben bis zur Uebergabe an die Käufer in dem Wirtschuftsbetriebe der Eigentümer. Den Eigentümern soll durch die von den Beklagten getroffene Einrichtung der direkte Absatz des Schlachtviehs ermöglicht werben. Die Eigentümer sollen den Gewinn beziehen, den der Produzent erzielen kann, wenn er unter Vermeidung des Händlers an den Konsumenten veräußert. Spediteur und Kommissionär sind für die Eigentümer der Tiere, nicht für die Beklagte tätig.
Tas Landgericht hatte die Annahme, die Beklagte habe die Sorge für die Tiere im eigenen Interesse übernommen, darauf gestützt, daß die Beklagte sich sür die Vermittelung des Verkaufs eine keineswegs unerhebliche Vergütung zahlen lasse. Ebenso bat das Berufungsgericht angeführt, es lasse sich nicht beftreiten, daß Beklagte, die für ihre Tätigkeit Gebühren erhebe, das Unternehmen berufsmäßig in ihrem eigenen Interesse bezw. im Interesse der von ihr vertretenen Landwirte führe. Daraus ergibt sich jedoch nicht, daß die Beklagte die Tiere „hält". Ein Interesse daran, däß die Landwirte ihr Schlachtvieh direkt an die Schlächter absetzen, hat die Beklagte allerdings, aber sie sorgt für die Tiere nicht der Tiere oder ihrer Nutzungen wegen. An den einzelnen Tieren und ihren Nutzungen hat sie fein Interesse. Die geringe Gebühr, die sie bei dem Verkauf erheben läßt, genügt nach ihren Angaben nicht zur Deckung der Aufwendungen, die sie int Jnleresse der Eigentümer der Tiere macht. Wenn die Beklagte den Eigentümern gegenüber die Verpflichtung übernommen hat, für ordnungsmäßige Verwahrung der Tiere Sorge zu tragen, so kann das eine Haftung nach' § 834 begründen, macht aber die Beklagte nicht zum Tierhalter.
Orrginal-Drahtmelvuttgen.
Berlin, 24. Mai. Zu den Rus s en v er ha f tu n g ert meldet noch der „Vorwärts": In der russischen Lesehalle wurde einem Anwesenden, der von den 8 Kriminalbeamten einen Ausweis verlangte, dieser rundweg verweigert. Er wurde zudem zur Polizeiwache sistiert. Die Beamten waren nichts weniger als höslich und packten einen Anwesenden, der sich nicht mit der verlangten Geschwindigkeit legitimierte, an der Brust. Auch haben sie es unterlassen, über die von ihnen mitgenommenen Bücher eine Quittung auszustellen. Das Wohnzimmer des Fräulein Henning mürbe durchstöbert und unverschlossen in großer Unordnung zurückgelassen. Fräulein Henning lvar seit 3/^ Jahren der hiesigen Polizei gemeldet und auch im Besitz eines ordmmgs- mäüigen Passes. Dennoch wurde sie verhaftet, weil sie den Paß augenblicklich verlegt hatte. Eine Frau Dr. B. mußte ihre schwer kranke 16jährige Tochter, die gerade eine Operation durchgemacht, hatte, lo'hne jede Wartung allein zurücklasfen. Auf die Bitte der Frau, sie mit Rücksicht hierauf frei zu lassen, mürbe, von einem Beamten geäußert: „Ach, was geht mich das an."
Trier, 24. Mai. Aus dein Wahlkreise Dann-Pruem-Bttburg wird gemeldet, aus absolut zuverlässiger Quelle verlaute, da» der Mannte Reichstagsabg. Käplan Dasbach schwer er^ krankt ist. Er soll an einer schweren Magenverengung leiden, die ftme Genesung ausgeschlossen erscheinen lasse. Sein Ableben wird in Bälde erwartet und die Zenrrurnssührer seines Wahlkreises uichteten sich schon jetzt auf eine Neuwahl ein.
Nürnberg, 24. Mai. Redakteur Schlegel, der noch vor wenigen Tagen benachrichtigt worden war, die Zeugnis^ z w a n g s h a s t werde bis zu ihrem Ablauf, also bis zum 7. OL* tober abends gegen ihn angewandt werden, wurde aus der Haft entlassen.
Rom, 24. Mai. Das Neapeler Sozialistenblatt „Propaganda" hatte den Abg. Romano als das Haupt der Co m o rra bezeichnet. Ter soz. Abg. Niorgari fragte darauf in der Kammer- den Instizminisler, ob er von dieser Anklage Notiz genommen habe^ Ohne die Antwort des Ministers abzuwarlen, ergriff der Abg. Romano das Wort und nannte, seine Unschuld beteuernd, Morgari einen feigen Verleumder. SDlorgari erwiderte, er habe nur seine Pflicht getan und den Justizmiulster darauf aufmerksam gemacht. Er wiederholte, Romano sei das Oberhaupt der Camorra und unwürdig, Mitglied des Hauses zu sein. Er wundere sich aber nicht, daß bisher nichts wider ihn geschehen sei, denn in seiner Vaterstadt Capua seien auch die Richter nur seine Handlanger und Stellvertreter. Die Worte Morgarir erregten einen ungeheuren Tumult. Ter Präsident hob die Sitzung auf und befahl den Stenographen, diese Ausdrücke aus dem Sitzungsbericht zu streichen.
Wien, 24. Mai. Tie Reichsratswahlen, zum ersten Male nach direktem geheimen Wahlrecht, sind bis auf zwei Stichwahlen beendet. Von Öen 408 Gewählten sind 82 Sozialdemokraten, 66 Christlich - Soziale, 24 Deutschfreisinnige, 25 Teutsche Volksparteiler, 18 deutsche Agrarier, 14 Frei°Alldeutsche, 31 falb. Zentrum, 2 Iungtschechen, 5 Alltschechen, 33 böbtru Agrarier, 10 radikale Tschechen, 5 liberale Slooenen, 15 klerikale Slovenen, 14 Italiener, 5 Rumänen, 5 Rulhenen, 8 Kroaten, 2 Serben, 2 Teutjchradlk ale, 1 Pole, 1 Frelsozialift 2 Ischechiche Wilde.
Tie dcutichen Lebensversicheruugsgeiellschafte« im Jahre 1906. Nach dem „National-Oekonom" betrug der gesamte Lebens- versicherungsbeitand aller deutschen Gesellschaften 10711,9, der Rein- zuwachs 595,5 Millionen Maik. Es hatten an Gesamtbest and die Victoria 1 Milliarde und 395 Millionen Mark, Gotha 921,4, Stuttgart 780,7 Leipzig </3,4, Germania 751,2, Karlsruhe 586,5 Mtb lioncn Mark. Bon allen 50 Gesellschaften hatten 43 je mindestens
1 Akilliarde Mart weniger Gesamtversicherungsbestand als die
Vietotta. Ter Bestand der Victoria war um 473 Dttllionen Mark
höher als der der nächstgrößten Gesellschaft. Vor 20 Jahren batte die Vicwria nocy 402 Millionen Mark weniger Bestand als diese Gesellschaft damals aufwies. Ter :)teinzuwachs war mit 108,9 Millionen Mark am größten bei der Victoria. Bei der nächsten Gesellschaft war der Zuwachs twch nicht halb so groß. Den Zuwachs, den die Victoria in den letzten 20 Jahren zusammen erztette, hat keine andere Gesellschaft auch nur annähernd ^ur Hälfte erreicht- Volks- und Sterbekaffenverilchenlng betreiben ca. 30 Gesellschaften. Ter gesamte VersicherungSbeiiand hierin betrug 1161 Millionen Mk. wovon die Hälfte mit 573 'Millionen Akark auf die Victoria kommt,- der Reinzuwachs betrug 94P Attllionen Mark, bei der Victoria allein 43,5, trotzdem diese Gesellschaft im Vorjahr an Versicherungssummen 18 Millionen Atttrk für Sterbefälle und Abläufe zur Auszahlung gebracht hat. In der größeren Lebensversicherung allein hatte die Vicwna einen Reinzuwachs von 65,5 Millionen Mark, der höchste Zuwachs, der bisher je in Teutfchland erzielt ist. Im ganzen gingen bei der Victoria tm Jahre 1906 557890 Versicherungsanträge ein d. s. pro Arbeitstag über 1800. Tie Anträge in der Feuer un* Einbruchdiebstahl-Versicherung (sehr weit über 1000009 find dabo natürlich nicht mttgerecdnell IC er
Lamilieri-Na^rlchten.
Gestorben: Wilhelm Endres, Baumipektor, Heppenheim. — Karl Marx, Rainmühle bei Griedel.
Geboren: P. A. Fisch in Butzbach ein Mädchen.
Vermählt: Lehramtsaffessor Fischer mit Fräulein Berta Schröder in Offenbach.
LingejcrnSt.
(Für Form und Inhalt aller mucr bieicr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pubttrum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
An den Berkehrsverein.
Warum gingst Tu schon schlafen, Tu noch so junger Herr- Bist Du so müd vom Schaffen? Drückt Tich Dein Bündel schwer? Tu hast doch starke Stützen, An Gold und Ehren reich, Die müßten doch was nützen. Rui nur, sie kommen gleich! Sie werden iiicht erlahmen In ihrer Ehrenpflicht.
Und hold Dir auch die Damen Sie sorgen, daß man spricht Von Dir ui allen Kreisen. Und daß es nicht so staubt. Das können sie Dir weisen Wohl beffer als man glaubt. Eine Reformerin.
Kandel.
— An der Berliner Börse werden am 28. Mai drei Millionen Mark vierprozentige Schuldverschreibungen der Stabt Gießen mit 9912 Prozent zur Zeichnung aufgelegt.
An der Berliner Börse ist wieder wirkliche Befesti- gung eingetreten. Einesteils auf die beobachtete kleine Gelderleichterung, dann auf die zuversichtlichere Beurteilung der Wetterlage, die sich auch in der Abschwächung der Getreidepreise kundgab. Am meisten gebessert waren die Aktien, die in der letzten Zett am meisten zurückgegangen sind, nämlich die Montanaktien. Es ist idies einesteils auf Deckungskäufe zurückzuführen und andemtcils darauf, daß foioohl der Essener Bericht wie der Bericht des Jron Äge eine gebesserte Telrdenz begünstigen. Ferner glaubt man, daß bie morgige Stahlwerksbesitzer-Versammlung gute Nachrichten bringen wird. Es stiegen Laurahütte, Rheinische Stahllverke und Phönix 21/» bis 3 Proz. Auch Kvhlenwerte roaren um ca. 1 Proz. kffiher. Amerikaner waren nur anfangs recht fest und Kanada formten bis 1713/i Proz. steigen, verloren aber in der zweiten Börsenstunde das Bruchteil. Pennsylvania notierten 12111, Baltimore 95. Ferner waren Schiffahrtsattien erholt, da gehofft wird, daß mit den Seeleuten eine Verständigung erzielt werden wird. Beim Norddeutscher Lloyd iviro eine Lohnerhöhung den Ausstand überhaupt verhindern und in der Frachterhöhung ein Ausgleich gefunden werden. Banken konnten sich von ihren letzten Rückgüilgen auch wieder etwas .erholen^, sodaß nach ixn Tagen fortgesetzter Ab-
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