Unter den Ertrunkenen befanden sich im ganzen 40 Mitglieder der deutschen O pern g es e lisch a ft. Tie Pianistin Frank. Scharrer war wegen eines Umaües, den sie in London erlitten Halle, zurückgeblieben und verdankt die,em Um- stände ihre Rettung. Ter erste Dirigent Reichwein und der zweite Dirigent Brak, welche eben’afES nach Deutschland reuen wollten, verschoben ihre Abreise. Andererseits glaubt inan, dag die Lovrani'lin Frau Schön und Herr Renk sich unter den Loten befinden. Ter Impresario Tyk dürite sich nicht unter den Cpient be- sinden. Herr Teninigur, welcher zu spät gekonnnen >var, um mit eine» kiollegen re.jen zu fö.men, kam über Antwerpen und wollte hier mit seinen Kollegen wieder zusaminentrenen. Tre ^teyrzagi der Truppe wollte nach Torlmund reisen. . 19n
Pu Bord betäuben sich im ganzen 180 Personen, darunter 120 Passagiere. Bis jetzt wurden 33 Leichen an Land geschwemmt, xie- Fahl der Toten wird auf 150 geschätzt.
° Tie Liste von -18 Kajütpassagieren ist festgestellt, doch weiß die Great Eastern Linie nicht, ob sich alle an Bord befanden. £eiu|d) klingende Rainen sind folgende: Fiänleiu Hciij, Eiwin Fischei, Lanilinger, Frankeiiberg, August Hirsch, Hofländer, Lavidsohn, Reismann und Sohn. . m
u-ie die ^Gieal Eastern Railway" ferner wMellt, ist bei Damp'er .Berlin" mit der g e s a m len Po |i t o la i oerlo reu 205 Schift ist außerhalb des Halens, aber in^Lichlweite von dem Land, aut eine Sandbank autgelauien. Ter Seegang zur Zeit de-. Auflauieiis ivar derart, da» jeöe Hülieleillnng ausgeiwlollen war.
Die Zeugen, die am Lande die Katailrophe beobachlelen, erklären, tm Lichte der elektrischeii Schemiverter derneitl zu haben, daß die See uuauihörlich das Schiff überrollte. Tie Trag ob c i sl die s ch l i nl in sl e, die je an d e r h o l l ä n d i s ch e n h u |t i oorgekominen t sl. Tie Äestürzung m Schisjahrlskreueu, besonders m Rolierdain, >|l grog. Tas Berhallender Mann,^'ten der Reliungsbooie zeugle von grogem Mule. Um 4 Uhr 10 JJliiiuwn nachinlllags befanden |id) aut der .Berlin noch lebende Perionen. Die zur Rellung ausge,etzlen Booie wurden wieder zuruageivor en. Das Hmlerleil des Schipes besindel sich noch minier auf Dem Wellenbrecher. TaS Aieer wiril unauihärlich die Leichen der tir trunkenen ans Land. Mehrere sino durch Die G-uvall Der Wellen versuiminelt. Em D i a m a n t- P a ke t, welche» unter gegangen ist, enlh'ielt für 70U00 Piund Diamanten Ferrier f, . 13 Pospc-cke verloren gegangen. Bon den an l^nö geipiutcn Leiären bcS Dampfers Berlin waren bis gestern aoend ut Voel van »oiiaiu) nur 9 iDaiui^ieu, darunter 3 Hollander, ^Emg länder, kein Deutscher. Em Teil der Post wurde durch ^ilchei wieder auigefunden. Um 1 Uhr nachts ging em RettungLdan. ?i<.x wwveruni m iw, doch ist au, Erwlg wenig Aus.rchr vr-ctzam.n
Kapitän Parkeson, welcher allem von den nn Bord befilwtichen Personen gebettet wurde, erzählte, die Naa> wäre schrecklich geioesen. Er habe sich vollständig bekleidet auf dem Oberdeck ausgchalten. Das Leuchtiurmfeuer wäre ,chon in der Rahe gewesen und die Passagiere, von denen Die meisten ,ich wegen des Sturmes nicht zur Ruhe begeben hatten, schöpften schon wieder Hoffnung. Da erfolgte die Katastrophe. Es wurde ein furchtbarer Stoß verspürt, und plötzlich saß daS Schills unoewegtich fest. Parkeson stürzte auf Deck, um seine Hülfe anzubielen, aber in dem Augenblick sah er den Kapitän der „Berlin ' und den Steuermann im Wasser verschwinden. Was dann geichah, weih Parkeson nicht genau. Als er wieder zum Bewußtsein kam, fand er sich im Meer von Holzstucken umgeben. Er ergnn einige von ihnen, und es gelang ihm auch, sich über Wa,ser zu halten. Als er ein Rettungsboot sah, rief er um Hülfe. Dann wurde er nach dem Bahnhöfe geschafft und von dort nach dem Hotel. Parkeson muß ungefähr eine Stunde in dem tobenden und eisigen Wasser gewesen sein. Tief ergriffen erzählte er noch Einzelheiten Darüber, wie er etwa hundert Menstyen aus dem Vorderteil des Ob.rdecks stehen sah, als er von den Wogen
fortgetrieben wurde. „ , , „ .
Der Wartesaal des Bahnhofes in Hoek ist als Leichenhalle eingerichtet worden. Der Bahnhof wird militärisch bewacht.
Die Zeitung „Telegraaf" veröffentlicht folgende Einzelheiten: Die „Berlin" sitzt am Kopfe der Dotzmole jenseits des Leuchtfeuers fest. Das Schiff brach in der Höhe der Maschine, hinter dem Schornstein. Zwei Schornsteine ragen noch teilweise aus Dem Wasser hervor. Von dem Hinterteil des Schiffes ist nur noch ein kleines Stück sichtbar, das von den Wogen gepeitscht wird, und auf'dem man noch ein paar Menschen bemerkt. Wenn das Meer so stürmisch bleibt, ist ihre Rettung unmöglich Es wird angenommen, daß das Schiff brach weil irgend etwas an der Maschine oder aber Die Kelte des Steuerruders zerbrach
Den letzten Nachrichten zufolge befinden sich auf den Heberte ft en des Dampfers noch vier Personen, aber Die Rettungsboote können sich ihnen nicht nähern.
Unter Den Ertrunkenen befinben sich auch Die Gattin des zkammersängers Theodor Bertram. Dieser muüte_ einen Tag vorher abreifen. Antwerpener Blätter befürchten. Daß unter den Ertrunkenen sich auch der berühmte Sänger Ernest van 2 hck befinde.
Noch ein zweites Schiffsungluck.
wird heute aus Rotterdam gemeldet: Am 21. Februar strandete vor Wassenaar bei Scheveningen der deutsche Frachtdampfer „Venus", der eine Ladung Steinkohlen nach Rußland gebracht hatte und mit Ballast zurückkehrte. Rettungsboote brachten einige Personen an Land. Die übrige Besatzung weigert sich das Schiss zu verlassen, weil der Kapitän wegen der günstigen Lage des Schisses hosst, es flott zu bringen.
Tas Unwetter in Oberheffen.
Aus das vorgestrige Hagelwetter und Gewitter folgte gestern und heute ununterbrochenes Schneegestöber unD Sturm. Die Temperatur sank unter Null, es ist leichter Hroft eingetreien, Der Schnee hat aufs neue die Landschaft in Weiß gehüllt. Im Vogelsberg, wo der alte Schnee noch lag, ist allenthalben das Scl)liltensutwwerk wieder eingerichtet, Post und Lastfuhrwerke, alles geht per Schlitten. Die Schneemassen haben sich im Vogelsberg zu hohen Windwehen aufgetürmt, die ost meterhoch sind. An Telegraphcnleiiungeii und Dächern wurde viel Schaden verursacht, Obst- und Waldbäume wurden entwurzelt oder geknickt. Stellen- weise trat Hochwasser in den engen Tälern des Vogelsberges ein, sodaß bei starkem Steigen der Temperatur Ueberichwem- in u n g e n für die Täler des Vogelsbergs und der Wetterau zu erwarten sind.
Bei Gießen und Heuchelheim sind Wieseck, Lumda und Lahn stark im Steigen begriffen. Das gesamte O h m t a l zwischen Kirchhain unb SchweinSberg ist bereits überflutet.
Aus Grebenhain wird un5 noch telegr. gemeldet:
Der Bahnverkehr auf Der Vogelsberger Bahn Stockheim-Lauterbach ist feit Donnerstag vormittag infolge Schnee- verwchungeii unterbrochen. Bei Nösberts entgleiste ein Gülerzug, sodaß Die von Stockheim kommenden Züge nur bis Grebenhain und die von Lauterbach kommenden nur bis Nösberts sichren können. Der Güterzug ist wieder in Ordnung. Zahlreiche Leute sind aus den umliegenden Ortschaften aufgeboten, um die Züge auszugraben und die Strecke frei zu halten. — Im Oberwald liegt der Schnee so hoch, daß das völlige Eingehen des Rehwildes zu befürchten ist.
•
Die Hochwassergefahr besonders am Rhein und seinen Nebenflüssen nimmt einen sehr bedrohlichen Charakter an und läßt bei weiterem Anhalten der Niedersckstäge Schlimmes befürchten. Von den Zuflüssen des Rheins wird rapides Steigen des Wassers gemeldet, wie es feit 15 Jahren nicht Der Fall war MC Schiffahrt auf der Mosel und Saar ist eingestellt. Wegen Hochwassergefahr mußte in den Taldörfern das Vieh ausgetrieben werden. Ter <5türm, der großen Schaden in den Dörfern anrichtei hält an.
Das Dorf Kühnhausen bei Erfurt wurde durch eine Windhose icgroer heimgesucht. Viele Gebäude wurden vollständig abgedeckt. Unzählige starke Bäume wurden entwurzelt oder geknickt. Der Schaden ist bedeutend.
Infolge starken Schneefalles sind in der Schweiz am 21 Februar drei Zugentgleisungen vorgekommen, bet Seele bei Schaffhausen und auf Der Linie Bern-Luzern. Personen sind nicht verunglückt.
Zwei Engländerinnen, die von Grindelwald aus die Mutterhornhütte besteigen wollten, wurden durch eine Law ine überrascht. Eine Dame und ein Führer wurden schwer verletzt.
Wiesbaden, 21. Febr. Bei dem gestrigen schweren Gewitter wurden im hiesigen Fernsprechamt 4 B e a in t inne n Durd) elektrische Entladungen schwer betäubt, sodaß sie sich m ärztliche Behandlung begebe» mußten.
Köln, 21. Febr. Ter feit gestern vormittag in ungefchwachter Stärke andauernDe Orkan hat last alle Telephonleiiimgeii zerflort und den Betrieb zahlreicher Telegraphenleitiingen lahmgelegt, um der oberrheinischen Eisenbahnstrecke erlitten Die Zuge uamhaNe Berspäiilngeil dadurch, daß die Gleise von entwurzelten B a u in st ä in in e n bedeckt finb. Bei Troisdorf mußte der Lchiiellzug halten, weil ein ganzes Eise n b a h n Wärter h a u s auf das Gleis geworfen war. Zur Freihaltiing dieser Strecke rourben sämtliche Bahnincistereiarbeiter und Hnlisnianii- 1(1)011 en herangezogen. Tie Saar, Mosel imb Ruhr führen Hoch- IVa"suxhaven, 21. Febr. Heute vormittag f a n f Der Bremerhavener Schlepper „Neufahrwasser" infolge eines Zusammenstoßes mit dem Kreuzer „Medusa". Es sind ertrunken: der i a o i t ä n, der erste und der zweite M a s ch i n i st , der S l e u e r- ld dun und ein Heizer. Vier Wann der Besatzung wurden von dem Schlepper „Terschelling" schwer verletzt nau> Cuxhaven gt\ racyl. Gellern abend ging zwischen Den Feuerschiffen Elbe I" uild „Elbe II" der kleine Tarnpfer .Makrele" ante r. Ter Maschinist ertrank, Die übrige Besatzung tonnte voin Kreuzer „sJioon" gerettet werden, doch starb ein Mann an Bord des Kriegsschiffes. _ . . v
Rew - York. Auf Dem Mississippi fließ der Kreuzer „(Sieb er" mit einem amerikanischen Tampier zusammen, Der lüioit sank. 8 Mann Der Bejatznng sind e r t r u n t e ».
Ans S.aor uuo tano,
Gießen, Den 22. Februar.
• • Auszeichnung. Se. Exz. Generalleutnant ä la suite und Obent-Hofmarschall a. D. Westerweller von An- ihony ist von S. SL H. Dein Großherzog in Den erblichen Frei Herrn st anD erhoben woiden.
** Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses i in bet Mittwoch, 2i. D. Pets., vorm. 9 UI)r mit folgenKr £ ag l5> Ordnung statt: 1. Gesuch des Wilhelm Klein zu Klein- Linden um Erlaubnis zum Betrieb einer Kauer- unb Schank- uirtfchast. 2. Klage des Orlsarmenverbaudes Gießen gegen den Ortsarmenverband Queckborn. 3. Verunreinigung eines Brun- i'ens in Der Hvchaile Des Wil Heun Born zu Friedberg-Fauer- u a a). 4. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung Der Schell icngaffe in Alsfeld.
• • Ter Wissenschaftliche Schülerausflug Der Königl. Baugeivcrlschule ^lachen, besucht auf seiner Exkursions- lc'lse, morgen SamSlag unsere Stadt. Am Albend findet im .Kaiserhof em vom Technischen Verein veranslalleter Be- giüßiiiigslominers statt.
* • Unser Infanterieregiment wird vom 25. Febr. bis 2. Riärz im Gelände zwischen Großen-Buseck, Altcn- Buseck, Tanbringen, Treis, Climbach und Beuern Scharfschießen abhallen.
* • Die Viehseuchen sind in ganz Oberhessen im Erlöschen begriffen. Die voriges Jahr iueit verbreitete und sehr gefährliche Schweinepest herrscht nur noch in Bcuchen- brucken, Ohmes unb Nieder-Eschbach; Schweine rottauf tritt nur in Großen-Lmben, Angersbach unb Bubesheim auf, Vtilzbranb in Bellersheim und Wlckstadt, Rauschbranb in Altenham, Llch unb Elcheisdorf.
• • K o n z e r t v e r e i n. Das gestrige Inserat DeS KonzertvereiuS enthält zwei kleine Fehler. Am Mittwoch, dem 27. d. M. kommt in der Stadlkirche als 9. Konzert B a ch' S P a s s i o n S m u s i k nach Dem Evangelisten Matthäus zur Ausführung. Die Hauptprobe findet am Dienstag dem 26. statt.
• ’ Das Wohltätigkeits-Konzert des Kron- bauerschen Qu arte ttver e in s hat nach Abz-ug aller Unkosten einen Reinertrag von Mt. 1 008,3 7. Vorstehender Betrag ist bereits an Die Stadtverwaltung, zu Händen des Oberbürgermeisters Mecum, abgeliesert worden.
• • Eine aufregende Szene spielte sich am Donnerstag nachmittag auf Deut verlängerten A sterwcg ab, der ztirzeit infolge seiner totalen Vernachlässigilng einen förmlichen Siimpf bildet, nämlich eine Tierquälerei, die nicht dem betreffenden Fuhrmanne, sondern dem schlechten Zustand der Straße zur Last fällt. In diesem Schtammfelde — von einem Wege kann nicht die Rede sein — kam ein Pferd zu Falle, das nur mühsam wieder auf Die Beine gebracht werben konnte. Wieberhott finb an jenem Wege schon Fuhrwerke infolge bcS erbärmlichen Zustandes ber Slraße — einen solchen grunblojen Weg hat wohl ber ärmste Ort nicht auf- zillveljen — nn Schlamm stecken geblieben unb es würben hierbuich Tlermißhundlungeii begangen.
* * Renais j ance - Abend bes D ürerb unb e.s. Arn Dienstag veranstaltete die seit seck)s ©cnieflern hier bestehenbe Akabemische Ortsgruppe bes Dürerbunbes im „Hotel Großherzog" einen wohlgelungenen Nenaissaricc-Abenb, der von fast 100 geladenen Gästen besucht war. Im Laufe des Abends traten 20 Damen und Herren als außerordentliche AUlglieder der Ortsgruppe bei (orbentlidje Mitglieber können nur Stubierenbe sein). Hierburch ist ber erste Schritt zu einem Zirsammenschluß ber einzelnen Dürerbünbler in Gießen getan, unb burch biese Verstärkung ber Kräfte eine intensivere Tätigkeit ber Ortsgruppe möglich gemacht.
** Aus ber Stabtverorbneten-Versammlung scheiben am 31. Dezember d. I. ein Drittel bet Mitglieber aus, sodaß wir in diesem Jahr, voraussichtlich im Spätherbst, außer der jüngst verflossenen Reichstagswahl auch noch Stabt- verorbnetenwahlcn haben werben. Es scheiben aus unb finb wieber wählbar Bibliothekar Dr. Ebel, Schneibemühlenbesitzer PH. Euler III., Fabrikant Äug. Gabriel, Ortsgerichtsmann K e l l e r, Schneibermeister Leib, Rentner L ö b e r, Geh. Justizrat Dr. Schäfer, Kommerzienrat S ch a f f ft a e b t unb Geh. Forstrat Prof. Dr. Wimmenauer. Außerbem hat für ben im vorigen Jahr gestorbenen Ingenieur. S ch i e l e., ber ebenfalls auszuscheiben gehabt hätte, eine Neuwahl stattzufinben unb auch für ben vor einigen Wochen gestorbenen Fabrikanten Emil Schmal^, besten Amtszeit 1910 abgelaufen wäre. Sonach finb 11 Stablverorbnele zu wählen, unb zwar 10 auf 9 unb einer auf 3 Jahre. Da sich aber bie Einwohnerzahl Gießens rafcb ber Zahl 30 000 nähert, bei bereit Vorhanbensein bie Siäbteorbnung 36 Stabtveroronete vorschreibt, ist es nicht ausgeschlossen, baß in ähnlicher Weife, wie es früher schon geschah, schon jetzt eine Erhöhung ber Zahl ber Stabwerorbneten cintritt.
"Feuerwehr. Alontag, 25. b. M., abenbs 8V2 llht, roirb im Cafe Ebel in einem Vortragsabenb ber Gießener Freiw. Feuerwehr ein Vortrag über allgemeine Regeln zur Verhütung von Unglücksfällen unter ben Schul- tinbern bei Feuerlärm in ben Schulen usw. gehalten. ES sei an biefer Stelle baauf hingewiesen, ba zu biefem Vortag nicht nur Feuerwehrleute, fonderu jebecmann jcuigelabai ift.
*♦ Die kleinste Schule Hessens. Im Kreise Lauter- bach existiert in ber Nähe von Herbstein ein Ort Namens Wüu- schen-Moos, ber 53 Einwohner hat unb 1 ebenfalls bie gering ft e Schülerzahl, nämlich 12, aufzuweijcn hat. Das Schulhaus hat eine Schulstnbe, zirka 30 Cuabratmeter groß, und ein Wohnzimmer. Die Schuistclie ist oft verwaist. Der Volks- munb singt: „Wünschen-Ltoos, bie große Stabt, die nur sieben Häuser hat" (auch kein Wirtshaus!).
△ Lang-Göns, 20. Febr. Bel der gestrigen Holz, verNeigern ng wurden hohe Preise erzielt, so kosteten zwei 'Meter Buchenschcitholz 23—26 Mk., Buchen!nüppet 18 bis 22 Mk., Buchenstockholz 13—16 Mk. und Tannenscheitholz 12—13 Mk. Auch die Preise für Stangen waren hoch.
0 Grünberg, 20. Febr. Die vorn 3. bis 8. Dez. v. I. in DarmLadl abgehaltene Prüfung für Gerichtsfchreiber- Af piwanten haben jänitliche bei dem hiesigen Amtsgericht beschäftigten Aspiranten, Kurl K a u ß - Grünberg, Kan ^eng und Karl Wagner- Geilshausen bestanden.
1 Friedberg, 21 Febr. Späte Neue zeigte eine Kleidermacherin durch Einsendung eines Betrages von 3,60 Mark in Freimarken an die Frau eines hiesigen Wirts und Atetzgers mit folgenden Worten: Vor zirka 10 Jahren machte ich Ihnen ein SUeiD in Bockenheun, wobei ich l1/, Nieter Stoff zurückbehielt und für mich verwendete. Uni mein Gewissen zu beruhigen, sende Ihnen vollen Ersatz dafür. Ich bitte nur doch mitziiteiten, ob Sie mir verzeihen wollen und von einer Anzeige abzustehen.
□ Vlttingen, 21. Febr. Unsere Gemeinde hat die Herstellung einer Wasserleitung beschlosien: sie echätt bas Wasser anä der Hauplrohrleitung Des slaallichen Wasserwerks Lauter, Die von Ober - Bessingen über Ronnenrolh nach Hungen führt. Der Hochbehälter wirb westlich Des Dorfe- ernchlet.
R. B. (Darm ft abt, 20. Febr. Wie hoch beim Karneval bie Faschingssreuben gingen, mag aus ber Tatsache erhellen, baß meinem hiesigen Caio an ben brei FaschingStagen nicht weniger als 570 Kilo, also über 11 Ze ntnerMakulatu r zusammengekehrt würben, bie ganz ausschließlich aus ben schmalen, leichten Papierstreifchen bestaub, bie von ben Gästen in Gestalt der sog. Luftschlangen geworfen lootden waren. Welcher Rechen- künstlet mackst sich die Mühe, die Länge dieser Papierftreisen aus- zurechnen?
Darm st a b t, 21. Febr. II. KK. HH. der Großherzog unb Die Großherzogin kamen gestern abenD in Begleitung des Prinzen unD Der Prinzessin Helnr 1 ch von Preußen aus Frankfurt hlcr an. Prinz unD Prinzessin Heinrich von Preußen reisten um 7 Uhr 30 Wtin. wieder ab, während das Großherzogspaar n. D. Darmst. Ztg. eine von dem Kammerherrn Freiherrn von Leonhardt in Den Räumen Der Vereinigten Gesellschaft gegebene Tanzgesellschaft besuchte.
b DarmstaDt, 21. Febr. In Der heutigen Sitzung Der StaDtverorDneten gab Oberbürgermeister Niorne- weg bekannt, Daß ihm Die StaatSregiernng im Anschluß an Die bekannte Nl an n hei in er Protestversammlung (nuf Der auch Die Stadt Darmstadt vertreten war) milgeteilt habe, Hessen werde im Bundesrat an seiner Gegnerschaft zu den S ch i ffa h ctsa b g a b e n auf Den natürlichen Wasserläufen festhalten. Es Dürfte also Preußen schwer werden, die nötige Riajorität für bie Adänberung bes Artikels 5-1 Der Reichsverfassung nn Bunbesrat zu erhalten. Sonach bleibt hoffentlich Die brohenbe Gefahr einer schweren Schädigung ber wirtschaftlichen Jntereffen ber Den Rhem begren- zenDen Gebiete abgewanDt.
SprenDlrngen b. Langen, 20. Febr. Der 18jährigi Gottlreb Pfaff, Kassierer Des hiesigen FnßballsportvereinS 1906, Der zwecks Kassenrevision zirka 90 Mark bei sich trug, wurde heute abenD gegen 9 Uhr Ecke LuDnngilraße und TarmstäDter LanDstraße von z^vei Unbekannten überfallen unb hinter ben zirka 300 Meter entfernten BahnDamm ber Nebenbahn Sprendllngcn-Oberroben geschleift, woselbst ihm das Gelb und Die Uhr abgenommen wiirDen. Von Den Tätern fehlt n. D. Gen. Anz. bis jetzt jeDe Spur.
tc. Worms, 21. Febr. Bei Den gestern oorgenommenen Wahlen zum Gewerbegericht stimmten von 172 Arbeitgebern 96 ab (es war nur em Zettel ausgestellt). Von 3628 Arbeitnehmern stimmten 2605 ab. Davon fielen 1553 Stimmen auf bie Liste Der bürgerlichen Partei und nur 1052 auf Die Liste Der Gewerkschaften.
p Wetzlar, 20. Febr. In Dec letzten Nacht brachte sich Der hoch in Den Dreißig stehenDe Mechaniker L. von hier mit einem scharfen GegenslanD eine große WunDe am Leibe bei. Das hiesige Slrankenhans tonnte, weil es überfüllt ist, ihn nicht ansnehmen. Man überwies Den Unglücklichen Daher Der Jrrrenheilanstalt zu AnDernach am Rheine» da angenommen wirD, Daß er im ZustanDe geistiger Umnachtung Hand an sich gelegt hat. L. ist Vater mehrerer RmDer.
Glauberg, 20. Febr. In diesen Tagen wurde in unserer Gemeinde eine Einrichtnng getroffen, von welcher wir uns für Die Zukunft reichen Segen versprechen. Auf Anregung Des Ortsgeistlichen unD mit Dem EinverstänDnls wohl der ganzen Gemeinde wurde ein größeres Zimmer gemietet, in welchem von jetzt ab abends die schulentlassene männ- Ilche Jugend unserer Genieinde, soweit sie Interesse an gemütlicher Unterhaltiing und an guter Lektüre hat, zusammenkommen kann. In Dem gut geheizten unD erleuchteten Zimmer liegen neben verfchieDenen Tageszeitungen mancherlei gute Bücher auf; auch an unterhaltenDen Spielen fehlt e§ nicht. Natürlich wicD Durch Das Jntereffe, Das vcr- ftänDige unD um Das Wohl Der JugenD besorgte Üliännec, besonDerS auch unsere beiDen Lehrer, Der Sache entgegenbringen, Dafür Gewähr geleistet, Daß an jeDem AbenD allein Der rechten Ordnung vor sich geht. Hoffentlich lebt sich diese gute Sache zum Segen unsrer Jugend rasch in unsrer Gemeinde em und findet vielleicht Dann auch Nachahmung in anDcien Gemeinden.
+ Frankfurt a. M., 21. Febr. Eine große b i en ent wirtschaftliche Ausstellung wird in den ersten Tagen des August hier abgehalten und zwar aus Ancaß Der Wanderver- fammüma des deutschen B cenenivirtichas tlichen Zenttal-BeteinS, der 55 000 Mitglieder zählt und der deutsu)-öfterrc:chisck -ungarö- fchen Bienemvirte. — Sell Dem 13. Februar mirb Die 32 Jahre alte Witwe Luise Steiner aus Offenbach a. 'JJL vermcöt, benter wirD seit dem 15. Februar das üojährtge Dienslmäbcheu Anna Bcrglina vermißt.
W Hc,mbnrg 0. d. H., 21. Febr. Prinz und Prin- z e l > c n H e i n t i ch v 0 n P r e u ß e n lind ftcute nachmittag mittel» Automobils von hier nach Frutltfurt gejahren, um von dort nach! einem lurzen Besuche beim Prinzen paar Friedrich Karl von Heu^ die Rüd 1 eifq nach Kiel anzutreten..
sannilich V -u plünben Loldot ersci rellung hat (ige fttnnte Beschassung
*
Sifinije n aiiägeiM . Mens vo! iränfen versi löblich ötrroi
» Die auf bie'N" von Bulgan Prinzeffinne: richtig. Sle am 3. Ium bensjahr vol die 'ö t Hi z burg-Soi ron 3ub, bii geboren, nn als alle and Lmscherhäus regeiit Suitpi Wirb. Sinter biicg-Slrelitz, Mn folgt, d Regenten Scl'. ÄuS dem Ii verzeichnet, zemder gebe letzte Bruder Zllhmr. Eb Oeorg von Exkaiserin ( yriedrich v jog Ernst 1826; und des regten am 18. Nl Rainer vo: geboren, ei zählende M unb g-fitjHn
*3nb tyangc de- Cbuiburg", h iüngften Torr paar Kyrill kreuze bie m. den Jak um Mthtsl wundenen $ - cnstem ei liaje Gruft buchen Für e k'Ärenö bk
rotem < wM Mvfail M des im Ee Gruft h cten Zeil d< Prinzessin 8 261 Sufi älter von 63 A'hre fetzte * stehende Milchern Mar •n Pallasch । au[ einem Nei
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