Karben, P. Berg in Gießen, H. Binding VII. in Echzell, N. Franz in Lich, H. Heller IV. in Lich, K. Hildebrandt in Gettenau, Jung I. in Ober-Mörlen, F. Leipold in Münzenberg, R. Radetzky in Lich, K. L. Schäfer in Lich und K. Vogt I. in Lich.
*• Waisenpflege. Abg. Tr. Glässing bat bei der Zweiten hessischen Kammer einen Antrag cingebracht, in der ein Zusatz zu dem Gesetz über die freiivillige Gerichtsbarkeit, 9(rt 138, verlangt wird, das; in Städten mit mehr als 10000 Einwohnern eine andere Zusammensetzling des Gememde- waisenrats, als das Gesetz vorschreibt, durch Octsstatut eingeführt werden kann. Der Antrag bezweckt, daß ailstelle der Ortsgerichte, die in den größeren Städten der ihnen auf diesem Gebiet zugewiesenen Aufgabe ihrer Zusammensetzung und sonstigen Geschäfte halber nicht gewachsen sind, andere auf dem Gebiet der praktischen Fürsorge tätigen Körperschaften übertragen werden kann, z. B. den städtischen Arrncnvcr- waltungen. 9lu? der dem Antrag bcigegebenen Begründung, die auch die segensreiche Tätigkeit des Vereins für Atrneu- pflege in Gießen anerkennend hervorhebt, ist zu ersehen, daß der in dem Antrag zum Alisdruck gekommene Gedanke schoil vor drei Jahren von dem Gießener städtischen Armenaml angeregt wurde. Das Justizministerium verhielt sich bainals aber ablehnend.
" „Sie ist da!' Tie erste Schnevfe wohl im Umkreis wurde Sonntag abend im Treiser Wald von Herrn Zivilingenieur Mord geschossen.
— Klein-Linden, 17. März. Die seit 20. Jan. d. I. bestehende Volksbibliothek erfreut sich einer recht lebhaften Benutzung. Durch zahlreiche Bücherschenkllngen und -Ankäufe hat sich der Bücherbestand auf 152 Bünde erweitert. Dazu kommen noch 40 Bände, die der Rhein-Main-Verband für Volksbildung dem Volksbildungsverein „Heimatvereinigung" Klem-Linden kostenlos für ein Jahr zur Verfügung gestellt hat. Mehrere Gönner des jungen Vereins unterstützten die Bibliothek mit namhaften Geldbeträgen, so daß ein großer Teil der Anschaffungskosten gedeckt werden konnte. Die der Heimatvereinigung korporativ angehörenden Ortsvereiste haben ebenfalls freiwillige Beiträge für die Bibliothekskasse gestiftet Seit dem kurzen Bestehen der Volksbibliothek haben 415 Bücher- ausleihungen stattgefunden. Vorzugsweise werden Werke der Unterhaltungsliteratur gelesen. Das junge Unternehmen sieht Dank der entgegengebrachten Sympathie einer guten Zukunft entgegen. — Am Sonntag fand bei überfüllter Kirche die 300jährige Geburtstagsfeier für Paul Gerhardt statt. Die würdige Feier wurde durch Gesangs- und Jnstrurnental- Vorträge Gerhardt'scher Dichtungen seitens des Kirchen- gesangoereins rmd des Posaunenchors erhebend verschönert. Am Schlüsse wurde eine Kollekte für das zu errichtende Paul Gerhardt-Stift erhoben.
§ Aus dem Ohmtal, 18. März. Die ersten untrüglichen Boten des kommenden Frühlings, die Kraniche, sind gestern vorübergezogen, dem Norden zu. In vier starken Zügen flogen sie vorbei. Ihrem Fluge folgten zwei Gewitter. Beim ersten vernahm man heftiges Donnern, beim zweiten sah man eS mehrmals blitzen. Die Gewitter entluden sich gegen Abend. Der letzte Schneefall wurde durch ein Gewitter eingeleitet; hoffentlich bilden die gestrigen Gewitter das Nachspiel des endlich abziehenden Winters. Die starken Schneefälle der vorigen Wache — noch vor drei Tagen mußten im - Vogelsberg die Schneeschipper an die Arbeit — haben durch das eingetretene Tauwetter wieder Ueberschwemmungen im Gefolge. Bächlein und Bäche treten über ihre Ufer und donnernd stürzen die Geivässer bei den Mühlen über die Wehren herunter. Lauter Zeichen des nahenden Frühlings.
<j Grebenhain, 19. Mürz. Die Kgl. Eiseubahn- verwaltung hat zur Erbauung eines 2. Beamten- hauses Gelände angekauft. Stad) Aufführung dieses Gebäudes würden bann auf unserer Station 9 Bahnbeamten in Dienstwohnungen eingemietet sein. Im vorigen Herbit ist ein weiteres Verladegeleis gelegt worden, doch sind die dringende Abhülfe erheischenden Zustände auf Station Grebenhain noch ebenso schlimm wie vordem. Es kommt von hier aus viel Langholz zum Versandt. Dieses Langholz kann mangels eines geeigneten Zufuhrivegs auf der Station nicht direkt angefahren merben, auch ist nur ein ganz ungenügender Abtadcraum dafür vorhanden. Hoffentlich werden bald un Hess. Landtag diese unhaltbaren Zustände die gebührende Beleuchtiing erfahren. — Mil Harten Regenfällen und unter Gewittererscheinungen ist wieder Schnee- schmelze emgelreten, die Gebirgsflüsse führen Hochwasser.
Kie Anquenz der yesstjchen Hochschulen.
(Van unserem Darmstädter Nedaktionsöureau.)
Die Zentralstelle für die Landesstatistik Hessens gibt soebm eine interessante Statistik bekannt. Danach hat die Gesamtzahl >er Studierenden au der D a r m st ä d t e r Technischen Hoch- chule im Wintersemester 1906/07 das zweite Tausend über* chritten, sie beträgt 2042 gegen 181-0 int Sommer,emester 1906. Die Zahl der dem hessischen Staat angehöreirden Studierenden belief )id) im Sommeriemester 1906 aus nur 379, stieg aber im Wintersemester 19OU/0 < au, 439. Den Löwenanteil der Studierenden ftclit Preußen, das im Sommersemester mit 622, im Wintersemester gar mit 642 Studierenden vertreten war. Von bayrismeu Staatsangehörigen studierten im Wintersemester 112, aus Etsaß-Lothringen 33, laus Sachsen 27, aus Haneburg 22, während Württemberg nur mit 19 uno Baden mit 34 Teilnehmern vertreten ist; cs ist das auf den Umshrnd zurückzuführen, daß Stuttgart und Kurlsruye ebenfalls ausgezeichnete Technische Hochschulen besitzen. Das Ausland ist im Ganzen im Sommer 1906 mit 559, im Winter 1906/07 mit 66 7 Studierenden vertreten gewesen, darunter n i ch t w e n i g e r a l s 5 2 3 ür u s, e n , während Oesterr.ich-lingarn nur 61, die Schweiz nur 16, England 11, Norwegen 18, Griechenland ö und Frankreich gar keinen Studierenden stellte; aus Italien studierten int verstossenen Winter 5, aus Speisten, Luxemburg und den Niederlanden je 4 Personen, au3 den Vereinigten Staaten und Chile je 2, aus Argentinien uiü> Pern ie 1 Person. Aus den vorstehenden Angaben geht also hervor, t.. ; Die Hochschule neben den 439 Hessen von 936 Studierenden aus den anderen deutschen Bundesstaaten und 667 Ausländern besuchst wird; mithin nahezu Vs aller Studierenden Nichthesten und. Da die Summe der Ausgaben int neuen Staats- Haushaltsetat mtt 698600 M., die der Einnahmen der Hochschule mit 4o6 00J Mk. angegeben sind, so beträgt der für 1907 zu eut- richlettde ^tav.tszu^chu,; dafür rund 242 600 Alk (20 000 Mk mehr als im Vorjahr), ein Betrüg, der zum allergrößten Teil den Ausländern zugute kommt. Die Steigerung der Frequenz der Ausländer ist ganz rapide. Während im Studienjahr 1880/61 an der Hochschule 108 Hessen, 51 andere deutsche Sta tsangelistig' und nur 6 Ausländer zu verzeichnen ipareu, zählte das Studie!'.- jahr 1890/91 204 Hessen, 165 Reichsdeutsche uno 23 Ausländer,
im Wintersemester 1895/96 waren 291 Hessen, 475 Reichsdeutsch.' und 118 Ausländer, im Wintersemester 1901/02 neben 482 fectien schon 862 Reichsdeutsche und 459 Ausländer vornandcn Wahrend also die Zahl der hessischen Staatsangehörigen m den letzten 5 Jahren mm 43 zurückging, hat sich die Zahl der Iienysdeutichen um 74 und die der Ausländer, besonders alw der Runen, gar um über 200 vermehrt, trotzdem schon 1902 das Zutritts- und 1905 besonders noch das Nnterrichtsgeld „für nickst deutsche Studierende sehr wesentlich erhöbt worden ist. ,
Im diametralen Gegensatz hierzu hat sich bie Frequenz an der Landesuniversität gestaltet. Tort sind im Wintersemester 1906/07 von der Gesamtzahl von 1097 Veiuchern (zu denen nock 1.0 Hchpintautinueii, 50 Hör-w und 98 Hörerinnen kommen) 709 Hessen und nur 388 Nichthessen, darunter 212 Preußen, 32 Bayern, 5 Sachsen, 4 Württemberger, 17 Badener, 3 Elsaß-Lothringer, 10 Hamburger, ferner 63 Nüssen, 6 Oesterreicher, je ein Schweizer, Engländer, Niederländer und Schwede, je zwei Rumänicr und Luxemburger, sowie endlich ein Türke, ein Amerikaner und vier Japaner gewesen, im Ganzen 84 Ausländer, sodaß überzweiDrittelderStudierenden hessische Staatsangehörige sind. Von den Hessen studierten im Winter-Semester 1907 59 Theologie, 133 Jura, 94 Medizin und 423 in der Philosophischen Fakultät, während von den Preußen vier in der theologischen, 19 in der juristischen, 119 in der medizinischen und 70 in der phllosophischen ^Fakultät immatrikuliert waren, von den Nüssen 8 in der juristischen, 15 in der medizinischen und 40 in der philosophischen; von den Japanern studieren 2 Medizin und 2 Philosophie. Im Wintersemester 1890/91 zählte die Universität 426 Hessen und 122 auswärtige Staatsangehörige, int Winter-Semester 1901/02 dagegen 565 Hessen und 382 Auswärtige, sodaß sich also in den letzten fünf Jahren die Zahl der Auswärtsgen fast gamidjt vermehrt hat, während die Zahl der , hessischen Staatsangehörigen in derselben Zeit um die stattliche Zahl von 144 sich gehoben hat. Die Laudesuniversität Gießen hat also im Laufe der Jahre einen immer mehr hessischen Charakter angenommen, indes sich die technische Hochschule trotz erhöhter Eintritts- und Unterrichtsgelder für Ausländer von Jahr zu Jahr mehr zu einem internationalen Institut ausgestaltet hat — ein Umstand, der in den maßgebenden Kreisen die ernsteste Beachtung finden sollte.
vermachtes.
"Peine, 16. Mörz. Die hiesige Polizeidirektion wurde gestern nachmittag von der Ankunft zweier schwerer Verbrecher benachrichtigt. Der Schwiegervater des einen wohnt in Peine, den sie besuchen wollten. Mit dem Nachmittagszuge kamen die beiden Hochstapler bei den Schwiegereltern an und wurden sofort von Polizisten festgenommen. Man fand bei ihnen scharf geladene Revolver und Dolche sowie zwei Flaschen Chloroform, ferner amerikanische AuSweispapiere. Eine Durchsuchung förderte eine große Menge Taschenuhren und Ringe zu Tage. Es wurden 94 goldene und silberne Herren- und Damemihren sowie 193 goldene Ringe, 42 Uhrketten und diverse Schlipsnadeln gefunden. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die gestohlenen Gegenstände aus Berlin und Eisenach stammen. Der ältere der beiden, der etwa 25 Jahre alt ist, nennt sich Christian Kosen, der jüngere, 21 Jahre alt, Hermann Kosen. Allem Anscheine nach handelt es sich um internationale Diebe.
* Speyer, 18. März. Die Unterschlagungen des flüchtigen Kassierers Wendelin Müller von der Gewerbebank Attien-Gesellschaft belaufen sich, soweit jetzt fest- gestellt ist, auf 700000 Mark, dürften jedoch nach dem Revisionsbericht eine Million Mark übersteigen. Müller versuchte in Paris laut einer telegraphischen Anfrage von dort Papiere einzulösen und wurde dort verhaftet. Bei seiner Verhaftung hatte Müller vierhundert Franks bei sich. Man glaubt, daß er beträchtliche Summen bei verschiedenen Kreditinstituten hinterlegt hat. Müller wurde bis zur Erledigung der Auslieferungsverhandlungen in Gewahrsam genommen.
• Malmö, 18. März. In dem Personenzuge von Simrishann nach Malmö wurde heute abend der Postbeamte im Postwagen von zwei maskierten Männern überfallen und durch zwei Revolverschüsse schwer verletzt. Die Räuber bemächtigten sich der Wertsendungen und sprangen bann aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge. Ein Schaffner, der die Schüffe gehört hatte, eilte nach dem Postwagen und fand den Postbeamten schwer verwundet am Boden liegen. Der Verwundete ist bei der Ankunft in Malmö ins Hospital gebracht worden. Bis jetzt ist noch nicht ermittelt, wie viel den Räubern in die Hände gefallen ist.
• Ein Eisenbahnunfall. Der Keffel der Lokomotive eines Güterzuges explodierte gerade, als der Zug in die Bahnhofshalle zu Löwen (Belgien) einfahren wollte. Ein Maschinist wurde getötet, ein Heizer und ein anderer Beamter tüdtlich verwundet. Auch viele Reisende sind verletzt worden.
"Unwetter. Die Ortschaften Galtuer und Jschgl im Pazuaunertal (Tirol) sind vollkommen ein geschneit und vom Verkehr abgeschnitten. Tas Unterkunftshaus bei Vorderkcnserfeldcn steckt bis in den ersten Stock im Schnee; acht Bewohner sind an das Haus gebannt. In den Salzbergwerken wurden die Arbeiten wegen Lawinengefahr eingestellt. In Raitis ist ein Knecht erfroren. Seit gestern haben die Schneefälle aufgehört. — Im Halltal verlegte eine riesige Lawine die Salzbergslraße und die Quellen der Stadt Hall; in St. Georgenberg sind die Ställe des dem Stift Flecht gehörigen Hatlbergguts unter der Schneelast eingestürzt, wobei 21 Stück Vieh getötet ober beschäbigt würben. Bei Birgitz ronrbe ein Bauer erfroren auf» gefunben. — Durch eine Grundlawine ist bie Arlbergbahn zwischen den Stationen Talaß nnb Danoefen verschüttet worben, eine 150 Meter lange und 10 Meter hohe, nut Erbrcich vermischte Lawine mußte ausgeschaufelt werben. Auch ber telegraphische Verkehr auf der Arlbergbahn ist unterbrochen. — Em gewaltiger Sturm hat großen Schaden in vielen Teilen von England angerichtet. In Lancaster wurden sä mtliche Kats von den Fluten des Fluffes Lone iveggeschivemmt. Tas Fieberkrankenhaus steht unter Wasser. Berichiedene Häuser routben weggeschwemmt. Hausrat schwimmt m den Straßen herum. — Aus Madagaskar wird berichtet, das; in den Bezirken Mosy Varika in Ceylon zahlreiche Wohnhäuser zerstört worden sind. Die Ortschast Ma- nanjart) ist ebenfalls zerstört worden, ebenso zahlreiche einzeln gelegene Häuser am Ambongo. Die Flüsse sind aus den Ufern getreten, die Brücken größtenteils fortgeschwemmt und die Verbindungen überall unterbrochen.
"Genickstarre. In Regensburg ist der Direktor Döring von ber Kreis-Taubstummenanstalt an Genickstarre erkrankt. Auf Anorbiiung ber Regierung wurden bie Ansiallszöglinge sofort in bie Osterferien entlassen. —
In den ungar. Gemeinden Bello, Felsoe und AlsokoeskocZ ist die Genickstarre besonders beftig alisgebrocben._____________
JpiHplas ber «rrinigten Frankfurter Ztadttheater. Cbcrnfiattö.
Mittwoch den 20. Marz"): „Der Freischütz." Donnerstag den 21. März: „Die Negimentstochter." Hieraus: „$ie Altweiber, mühte." Freitag den 22. März geschlossen. Samstag beit 23 März: Einmaliges Gastspiel der k. k. Kammersängerin Fräulein aUCi) Weidt vom f. k. Hofoperntheater in Wien: „Fidelio". (Leonore — Frl. Weidt.) Sonntag den 24 .März, nachmittags halb 4 Uhr: „Violetta" („La Traviata"). Abends 7 Uhr: „Oberon." Montag den 25. März, abends halb 8 Uhr: „Tie lustige Witwe."
Schauspielhaus.
I Mittwoch den 20. März, nachmittags halb 3 Uhr: Volksschüler» Vorstellung: „Wilhelm Tell." 9lbcnb5 7 Uhr: „G'wissenswurm." Donnerstag den 21. März, abends halb 8 Uhr: „Husarenfieber." Freitag den 22. März: „Maria Stuart." Mortimer — Herr Hermann Tra eg er vom Deutschen Theater in Berlin als Gast. Samstag den 23. März: „Ton Earlos." Ton Carlos — Herr Verin. Traeger als Gast. Sonntag den 24. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Ter heimliche König." Abends 7 Uhr: „Robert und Bertram." Montag den 25. März: „G'wissenswurm."
") Aniang, wenn nicht ander? bemerkt, abends nm 7 Uhr.
Eingesandt.
/Für Form und Inhalt ...iRubrik stehenden Artikel übernimmt die Redalt b' ' " ö'.ikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
In dem in der Samstag-Nummer Ihres geschätzten Blattes entflohenen Eingesandt hat der Bersasser auf die voll jedem Mitbürger hart empfundenen Fehler hingewiesen, bie zweifellos bei ber Sian al if ation§aii tage in technischer Beziehung gemacht worben sind, obgleich sie bei planmäßigem Vorgehen zu vermeideir waren. Von nicht geringerer Bedeutung sind aber meines Erachtens die Fehler und Mißstände, die inbezug auf die bisher ja wenig beachtete ^G e I ö f r a g e sestzustellen sind. In erster Linie hätte doch von ber Stabiverivaltung erwartet werben müssen, daß sie wenigstens tu bem Augenblick, zu beut sie die Neuanlage in Betrieb setzle, auch in der Lage wäre, den Angeschlossenen zum mindesten die ungefähre Höhe der dafür zu entrichtenden Gebühren bekannt zu geben. Ein ganzes Jahr ist aber seitdem verflossen, ohne daß den Hausbesitzern auch nur bie geringste verwertbare Mitteilung barüber zugegangen wäre. Es verlautet vielmehr, baß man sich an maßgebender Stelle, abgesehen von ber Höhe auch noch nicht einmal übep die A r t b e r E r h e b u n g d e r K a n a l g e b ü h r e n im k l a re n sei, unb demnach die endgültige Regelung noch in weiter Ferne liegt Es erübrigt fast auszusprechen, welche schweren Miß* stände für die Hausbesitzer mit dieser alles Maß überschreitenden Verzögerung der Erledigung eines so wichtigen Punktes verbunden sind. Es wird dem Hausbesitzer dadurch geradezu die Möglichkeit genommen, von seinen Mietern einen Teil der ihm durch die ^analgebühr auferlegten Lasten wieder einzuziehen; dies ist einerseits bedingt in dem Wechsel der Mieter, anderseits in der Unmöglichkeit, den Mieter zur Erstattung für eine zurückliegende Zeit heranzuziehen. Aber abgesehen von diesen den Hausbesitzer treffen- den Nachteilen ist damit auch eine direkteSchädigung des Stadtsäckels und zugleich eine solche sämtlicher Steuer- za hl er verbunden. Denn es unterliegt doch keinem Zweisel, daß die Stadt durch den Verlust der Zinsen von den Kanal- gebühren, die sie bei geordneter Finanzwirtschast seit einem Jahr hätte erheben können, einen recht erheblichen Ausfall erleidete, der um so weniger zu billigen ist, als sich die Stadt Gießen keiner besonders günstigen Finanzlage zu erfreuen hat. Unter diesen Umständen dürste das allgemein sich äußernde Verlangen nach endlicher rascher Erledigung der finanziellen ©eite unserer Kanalisation kein unbilliges sein.
Kird>lid?e Nachrichten.
Evangelische Gemeinde. In der Iohanneskirche.
Mittwoch, den 20. März, abends 6 Uhr, 6. Passionsandacht. Pfarrassistent Steiner.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank fllr Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Jltörse. 19. März. 1.15 Uhr.
3>£°/o Reichsanleihe . . 95.90
3% do. . . 84.70
3j4°/0 Konsols .... 96.30 3-6 do.....84.70
3^°/0 Hessen . . 94.70
3^°/. Oberbessen . . . 94 00
4% Oesterr. Goldrente. . 99.00 4l/s % Oesterr. Silberrente 99.60 4?t> Ungar. Goldrente . . 94.30 4% Italien. Rente . . . 103.00 3% Portugiesen Serie I . 68.20 3% Portugiesen „ III 68.90 4>j°/e russ.Staatsanl. 190a 90.20 4%°/0 japan. Staatsanleihe 90.90 4% Conv. Türken von 1903 93 85 Türkeulose.....142.00
1% Griech. Monopol-Anl. 50.00 A% äussere Argentinier . 83.60 3°/0 Mexikaner . . . 65.25
4^°/0 Chinesen .... 96.50
Aktien:
Bochum Guss..... 224.50
Buderus E. W .... —
Tendenz: schwach.
Elektriz. Lahmeyer . . . 133.00
Elektriz. Schnckert . . . 112.00
Eschweiler Bergwerk . 225.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 197.60 Hamburg-Amerik. Paket!. 138.00 Harpener Bergwerk. . . 207.40 Laurahtitte...... 223.50
Nordd. Lloyd.....123.00
0 bei seid es. Eisen-Industrie 111.00 Berliner tiandelsges . . 162.70 Darmstädter Bank . . . 133.50 Deutsche Bank . . . 285.00
Deutsch-Asiat Bank . . 166.00 Diskonto-Kommandit. . . 176.10 Dresdner Bank . . . 148.5u
Kreditaktieu.....213.00
Baltimore- und Ohio-
Eisen Lahn . . . 100.60
Gotthard bahn . . . . —
Lombard. Eisenbahn . . 26 90
Oesterr. Staalsoahn . . . 142.60
Pnnce-Henri-Eisenbabn . 134.25
Berliner Börse, 19. März.
Canada E. B......175.60
Darmstädter Bank . . . 133.00 Deutsche Bank .... 234,40 Dortmunder-Union C. . . 75.30 Dresdner Bank ... 147.60
Tendenz.: schwach.
Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 206.60
Laurahtitte .... 222.60
Lombarden E. B. ... 26.20
Nordd. Lloyd.....122.40
l'ürkenlose . ... 142.20
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Verbau] durch die Apotheken in Flaschen und Dosen ä 2.50 M.
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