Schwurgericht.
UM feinem Zweck gesagt werde, daß
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Aus LtcidL und Land.
Gießen, 24. September 1907.
Rechtsanwalt Müller erklärt, er teile in jeder Weile bte Ansicht des Vertreters der Anklage. Es Hand ft sich Äü ernen Saufstrerch, den der Angeklagte wohl unterlassen Mtt-T ?eJut ,c.c S1 Ienem Abend nüchtern gewesen wäre. Aiuch er ^be die Meinung, daß Knoth genau gewußt habe, was er tue, deshalb, könne er als. Verteidiger von Heu Geschworenen-
ChcvcrLrag.
Dis Zum 1. Januar 1900 galt in sämtlichen Orten des hiesigen AintsgerrchtSbezirks für alle Ehen, insoweit kein Ehevertrag abgeschloisen worden war, Errungenschastsgemein- ft, d. h es wurde alles, was während bei Ehe durch die Tätigkeit der Ehegatten oder auch nur eines derselben erworben wurde gemeinschaftliches Gut beider Ehegatten und fiel nach Auslosung der Ehe iedem der Ehegatten bezw. seinen Erben zur Val sie zu. Auch in den übrigen Teilen unserer Provinz waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, gleiche rechtliche Be- stiuunungen maßgebend. Nach den Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuchs ist hierin eine durchgreifende Aenderung ein- getreten, es greift jetzt, sofern die Brautleut heiraten, ohne vor Gericht oder Notar einen Ehev ertrag errich- t e t 3 u b n b e n , für alle nach dem 1. Januar 1900 abgeschlossenen baä gesetzliche Güterrecht des B. G. B. Platz; hier- nach erlangt die Frau an dem Vermögen, das der Mann wahrend der Ehe in seinem Beruf erwirbt, keinen Anteil, selbst daun Nicht, wenn sie in dem Geschäft, der Landwirtschaft oder sonstigen Belieb des Mannes tätig ist. Bei Auflösung der Ehe erhalten die Frau oder ihre Erben nur das von ihr eingebrachte Vermögen, die gesamte Errungenschaft fällt an den -. a n n oder beffe n Erben. Nach den erbrechtlichen Be- ftimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches erhält der überlebende Ehegatte von dem Vermögen des Verstorbenen nur einen Bruchteil, einen Nießbrauch an dem Vermögen des erstver- sterb enden kennt unser neues Recht nicht.
tYe entsprechen diese Bestimmungen den
Absichten und Wünschen gerade unserer Bevölkerung wohl in ven wenigsten fällen. Wenn trotzdem die Zahl der abgeschlossenen Eheverträge verhältnismäßig gering ist, so liegt dies einmal an ber mangelnben Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen, anderer- 6ber daran, daß die Eheschließenden sich vor den ihrer .Anftcht nach erheblichen Kosten eines Ehevertrags scheuen. Es ^oge deshalb hier darauf hingewiesen werden, daß ein den früheren Verhältnissen entsprechender Zustand nur dadurch geschaffen werden kann, daß die Braut- oder Eheleute vor oder auch, was eoenfalls rechtlich zulässig ist, nach Abschluß der Ehe einen Ehevertrag vor Gericht oder Notar abschließen und darin vereinbaren, daß für ihre Ehe Errungenschaftsgemeinschaft gelten soll. Alle anderen Mittel, durch die das gleiche Ziel erreicht werden soll, ftnd in hohem Grade bedenklich und geeignet, zu schweren Schädigungen der Frau zu führen. Dies gilt auch namentlich dann, wenn, tote es häufig zu geschehen pflegt, Eheleute, die im gesetz- lichen Guterstand leben, Grundstücke je zur Hälfte kaufen. Was Mr die entstehenden Kosten anlangt, so ist zu bemerken, daß nach den neuesten Bestimmungen unserer Gesetzgebung die durch kwen Ehevertrag entstehenden Kosten in allen Fällen, in denen lediglich ein im bürgerlichen Gesetzbuch geregelter Güterstand wie beispielsweise die Errungenschaftsgemeinschaft vereinbart oder auch dem überlebenden Ehegatten ein Nießbrauchs ober Einsichtsrecht zugesichert wird, erheblich herabgesetzt worden sind. Sie betragen hätten bei einem Vermögen bis 2000 Mk. nur 3 Mk 50 Pfg., bei einem solchen von 2001 bis 10 000 6,50 Mk., von 10001 bis 20 000 Mk, 10 Mk. usw.
I T. ^-..Au s Rheinhessen, 22. Sept. In Laubenheiw >Mien kürzlich eine Militärpatrouille, um den Sohn ’ X h e o b o r eines dortigen Landwirts als „unsicheren K ton ist en zu verhaften. Die bewaffnete Macht war erstaun/ als ihr der ^oyann Theodor in Frauenkleidung entgegentrat unh auch Sanz aussah wie ein Mädchen. Der Irrtum hat sK !L“n Aufgeklärt: Statt Johanna Theodora hatte seiner Zeit m)"SG5^caraJc Johann Theodor eingetragen, und so war ha = Mädchen auch m die Stammrolle geraten und darin mügefül^ worden. Mehrere Ladungen zur Musterung hatte der LanM in den Wind geschlagen, denn er hat gar keinen Sohn. fcoffentlirt werden der Johanna Theodora keine Schwierigkeüen gemach? wenn fte in den Ehehimmel kommen will.
Blumenpflege der Schulkinder. Dem Blumenfreund, der jetzt beim scheidenden Sommer wehmütig die Gärten und Fenster veröden sieht, mußte es Mn letzten Samstag nachmittag ein freundlicher Anblick fern, die Mädchen der oberen Volksschulklassen mit ihren Flumen nach der Schillerschule eilen zu sehen. Dort standen sie in langen Reihen und z-eigteu den Preisrichtern, was sie diesmal geleistet hatten. Und es war erstaunlich, was rn einem der Blumenzucht so wenig günstigen Sommer die Kinder mit Sorgfalt und treuer, liebevoller Pfleae aus ihren Schützlingen gemacht hatten. Schade, daß äußere Umstünde diesmal eine öffentliche Ausstellung verhinderten- es sei aber denen, die sich darauf gefreut hatten, zur Be- ruhigung gesagt, daß sie nächstes Jahr sicher wieder auf ihre Rechnung kommen sollen. Man hatte in richtiger Er- wagung, daß man nicht zu empfindliche Sorten ausgeben dürfe, sich bei der Verteilung der Stöckchen größtenteils aus wenige, nicht allzuschwer zu pflegende und dankbare Arten beschrankt, zugleich auch Rücksicht genommen aus häusliche Verhältnisse. Infolgedessen hatten die Kinder saft durchweg gute, vielfach sehr gute Erfolge. Die meisten Stöckchen standen in voller Blüte: Geranien, Fuchsien, Lilien Salvien usw. Mehrere schöne Topftännchen uno ein paar prachtvolle ^opfpalmen seien b^onaers erwähnt. Tie Preise bestanden vorwiegend aus Gegenständen, die zur Blumenpflege im Zimmer gebraucht werden; dazu kam — was dresmal neu war — eine beschränkte Anzahl künstlerisch wertvoller, farbenprächtiger Bilder. Möchten gerade diese dazu beitragen, in den Mädchen den Sinn für guten Zimmer- schmuck zu wecken! Dazu gehört nun freilich, daß sie, ihrem Zweck entsprechend, hüchch unter Glas und Rahmen an die Wand gehängt werden. Doch daran wirdS gewiß auch nicht fehlen.^ Dani aoer allen denen, die bas schöne uno wahrhaft edle Werk auch in diesem Fahre wieder gefördert haben I i
„ **,®i"e Gemeinderats-Familie. Durch die Neuwahl von drei Gemeinderatsmitgliedern ist in einer ^emcin^)e bei Grünberg ein .Verwandtschaftsver- haltnis innerhalb des Gemeinderats geschaffen worden, wie es vielleicht in Hessen nicht wieder vorkommt. Der Bürgermeister und der Beigeordnete sind Gevatter und chre grauen sind nahe verwandt. Das eine neugewählte Gemelnderatsmitglied ist ein Neffe und die beiden anderen Neugewahlten sind Schwäger des Beigeordneten, so daß drei S^toaget im G-meindevorstand sitzen. Noch ein aus
,^'Edtschaft aufgestellter 6. Gemeinderats-Kun- drdat fiel bei der Wahl durch.
®uft=at)29lthtneH° q/ Heute feierte man hier das
Gustav Adols-Fest des Dekanats Giesten. Die vrfMo 5U ,tet f0/ bie gesamte Geistlichkeit des Dekanats begann mit einem Festgottesdienst in der Geh .^"chiig klang das alte, kernige Luther-
lJ^b'£ln lest-Burg ist unser Gott", begleitet vom Posaunen- chor Klern-^inden, durch die dichtgefüllten Räume. Pfarrer 9tocIenI’etg hielt die Festpredigt. Gin gemischter Chor sang Gustav Adolfs Festlied Nach der Vre- d'gt erstatten Kons,storialrat Euler-Gießen den Jahres- tnirFfrmrr ’8a^etI S-elgte er die gedeihliche Ent
wicklung des Hauptvereins, sowie der Zweigvereine und in CHhIte'~!Uri u6e„L" ?cn ®tani> der Gustav Adolf-Sache! .^lsaß-Lothringen und den Kolonien
Berm Ausgang aus dem Gotteshause wurde eine anselm- 16« .(.67 SXf.) gesammelt und der kleinen Diaspora- Rockenberg zum Kirchbau überwiesen. — Gegen Abend kamen nochmals alle Festteilnehmer au der .Platte" dem prachtvoll gelegenen Fesrplatz der Anneröder, zu ammen' gliche Ansprachen gehalten, b2 die sinrende Sonne die Gaste zur Heimkehr mahnte. Das nächste
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Greßoner Anzeiger
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** Höhere Lehranstalten (Gymnasien, Real- ^gymnasren, Progymnasien, Oberrealschulen und Realschulen) bestanden in Hessen während des Schuljahres 1906/07 28 (tn Oberhessen 7) mit 529 Lehrstellen (in Oberhessen 127) Hiervon waren einschließlich der 28 Direktoren 392 (84) definitive und 48 (15) provisorische Oöerlehrerstellen und 79 (21) Stellen für seminaristisch gebildete Lehrer Die Gesamtzahl der Schüler betrug 10 290 (2292); davon waren in den Gymnasien 2974, in den Progymnasien 209, in den Mealgymnajien 1324, in den Oberrealschulen 3550 und
s 21e Mitgliederdersammlung des Verbandes bei- Kr an kenkassen und der Gemeinden als Träger der Uranien Er?rÄn^r,,enJanb beute int städt. Festhause statt. Ez " c?- 80 Teilnehmer anwesend. U. a. waren vertreten di-
Gießen, Friedberg und Erbach, sowie fee Ctafrte Mamz und Ofsenbach. Aus dem von dem Vorsitzendeik k^ ^^^^^rstatteten Geschäftsbericht ist zu ersehen
S^Lud 82 Kassen mit .45 000 Mitgliedern angejörn? ^er Reicysapothekengesetzentwun ist dem Verband zur Bcam- h?£Ln9r-5Dr2eIe^ Horden. Verschiedene getroffene Maßnahme^ haben sich bmiahrt Der Vertragsabschluß bez. der Rezepts 1t ^rtral; dez. eines Abkommens mit den Aerzten ■ hna <Snter-^?b e*nu9e Streitigkeiten wurden burct : das Schiedsgericht geschlichtet. ■
! Der Rechenschaftsbericht wurde ebenfalls genehmigt.
I_ Ueber die Krarnen-Hauspflege sprach Münch-Worms. Eä : Sbe empwhlen, diew Bestrebungen in jeder Weise zu unter- * 1 bestehe noch großer Mangel an Krankenschwestern l Die Sa-afsung von Stadt-, Kreis-undProvinzial- < JrafejnfaHcn wird befürwortet, dabei sollen die Verwal- r -fen betr. Behörden getragen und die Unter- - fm-t I?uiilienangehongen obligatorisch werden. Zur Re- l Versicherungsgewt^ wurde beschlossen, zu einer Novelle 1 Stellung zu nehmen und .Petitionen zu veranlassen. r
eobann wurde beschlossen, an den Bimdesrat, an das Eisen. .«■ I babn-,s°toie an das Hess Ministerium Petitionen einzureichen, damü - alle Krankenkassenmitglieder, die während Krankheiten zur 5xr- ' ftellmig ihrer Gesundheit die Eisenbahn benützen, Fahrpreis^ i erI}feten-. ^rner wurde gutgehcißen, daß man - jnJSi ln iefecr Provinz zwecks Erläuterung dar gesetzlichen 1 >5nformationskurse abgehalten werden, t t- \ ie ^orstandwahl ergab die W'federtoahl der seitherigen Mit- - beii ausscheidenden Herrn Ostcrmeier wurde Herr .l ä hr,ftnHeto9nl Versammlung findet >
Schiedsgerichtsicintzer wurden Münch ? und Krieghofs - Worms und Harth-Darmstadt gewählt. 1 der Beitritt zu dem ländl. Verein für i Drredberg, beschlossen. Den Schluß bildete ' Zahnarzt Köhler-Darmstadt über die l
Bestatt ftnd ^^bnkanes und ihre Bekämpfung, der lebhaften i
Mut ber Wetterau, 22. Sept. Mutungen auf Svaun fohlen werden gegenwärtig in der Gegend von Bellers- heun und Obbornhofen vorgenommen. Ein Vertreter der Bergbehörde weilte vestchiedentlich an Ort und Stelle, um sich von dem Ergeoms der Bohrungen zu Überzeugen. Die Resul aw waren bisher günstig. - Kaum sind die Manöver 6^^507 /0 text auch schon die Aufnahme und Feststellung der Flurschäden begonnen. gilt namentlich von den Kreisen Büdingen und ^nen sich fast die ganzen Manövlr aftpielttn Oie Fluilchaden sind dies Jahr nicht sehr groß, da daä Wetter > wst durchweg E gut war. - Die A k t i e n - Z u ck e r f a b r7 W e 11 e ra u ö"r_ieb6erg beginnt morgen ihre diesjährige Kam- pagne Die Rubenfelder der Wetterau zeigen einen qutTi Ctanb und versprechen eine ausgezeichnete Ernte.
s. Z ' 23> Mit dem nunmehr vollendeten
r^s7IE,Qi1-/n berr Steren Fuldengasse vom Leon- yarosti..rm bis zur sogenannten Leonhardömühle ist endlich fe'^^^ngjährigen Kalamität abgeholfen worden. Schon ert Zähren bildete der unhaltbare Zustand der Straße wiederholt den Gegenstand eifriger Aussprachen im hie- rgen Gemeinderat. Dem tatkräftigen Vorgehen des Gemeinderats Koch XIV. haben es die Angrenzer zu verdanken, daß endlich einmal dem unleidlichen Straßenbttd, wenn man von einem solchen überhaupt noch sprechen konnte, cm Ende bereitet wurde. Mit dem Kanalbau wurde zugleich die Korrektion vorgenannter Straße vorgenommen nnd ein sußsteig angelegt, der bisher nicht vorhanden
Gesin deor dnun g. Um vielfach aufgetauchtem precycl zu begegnen, insbes. um die weitverbreitete Un- kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen der Gesindeordnuna zu beheben, erläßt das Großh. Polizeiamt in heutiger Nummer eine Bekanntmachung, die für Dienstboten und Herrschaften von hoher Wichtigkeit ist. Es handelt sich nämstch um die Auslegung der Artikel 6 und 7 der Gesindeordnung, die wie wenig bekannt ist, durch ein Ortsstatlck dahier abgeäudert stnd. Umstelle des gesetzlichen Dienstjahres und des gesetzlichen Dieustmonats ist nämlich in Gießen statutarisch das Kalcndervierteljahr mit vierwöchiger Kündigungsfrist gesetzt.
** An Brückengeld vereinnahmte der hessische Staat von den Rhein- und Mainbrücken im Rechnungsjahr i 1906 200 837,21 Mk. Davon erbrachten die beiden Brücken bei Mainz, die verpachtet sind, 149 000 Mk. ;
in den Realschulen 2091. Tie höhere Handels sch ule in M^linz besuchten 13 und die Landwirtschaftsschule in Groß- llmjiabt 29 Schüler. Evangelisch waren 6851, römisch- Äolisch 2558, israelitisch 789 und sonstiger Konfession ooer konfessionslos 92 Schüler. Aus dem Orte der betr. Lehranstalt stammten 6158, aus anderen hessischen Orten 3363, aus anderen Staaten des deutschen Reiches 723 nnd aus dem Ausland 46 Schüler. 899 Schüler waren Söhne von Landwirten, 4174 von Gewerbetreibenden, 5208 von staats- und Gcmeindebeamten und Angehörigen militärischer Berufe, während 9 von beruflosen Vätern stammten
Qb°n sämtlichen Schülern bezahlte Schulgeld betrug 922 487 Mk. Mit dem Zeugnis ftir einjährigen Militär- dienst gingen ab 499 Schüler, mit dem Zeugnis der Reife für die Universität und gleichgestellten Anstalten 428. Hier- bon widmeten sich 355 Schüler dem akademischen Studium und zwar studierten evaug. Theologie 14, katholische Theo- lOQie 13, Rechtswissenschaft 61, Medizin 46, Tierheilkunde 13, Philosophie 4, Philologie 69, Finanzwissenschaft 1, Forstwissenschaft 10, Landwirtschaft 9, Bau- und Ingenieur- fach 30, Maschinenbaufach 9, Elektrotechnik 0, Berg- und Hüttenwesen 2, Mathematik 30, Geschichte 14, Naturwissen-! )chasten 22, Chemie 8, Pharmazie keiner. Von den 67 die sich einem nichtakademischen Beruf widmeten, gingen
dRilttar oder Marine, 12 zum Post-, Telegraphen- vder Elsenbahndienst, 8 widmeten sich dem Handel, Gewerbe oder Oekouomie, 26 gingen zum Elementarlehrfach über und 7 zu einem sonstigen Beruf, während 6 keinen bestimmten Beruf angaben. ;
sd. ® arm flabt, 22. Sept. Der O Bc r p f f P« h » v »; „ hpr ^arm!-tfe>t ^atte Oboern zu Ehren des Geburtstages I. K H hP^nnr?nuV e E 0 S 1 n lm Kaiserftal eine sehr gut besuchte Feier
> Hm^^gend machte sich um das Fest verdient fer Dornet a Piston-Künstler Kammermusiker Kümmel — In Enteignungssache des Eisenbahnfiskus gegen eine 9tn- iate hiesiger Grundbesitzer, bereit Grundbesitz in das Terrain des ancWifl f s fällt, fand gestern vor bent Provinzial-
raf5 t)€r ä^kus durch Regierungs-,
rat ^r. Schneider und Rechtsantoalt Osann und die Grund-! bescher durch neun Anwälte vertreten waren. Nach der bis zum Urt^n ÖaU^n^n ^brhandlung wurde verkündet, daß'das mpiftPt- f Tagen, verkündet wird. — Der Stadtbau-!
getreten 110 9U- Krankheitsgründen in den Ruhestand
Schülerzeit. Wer will das? rwrtgm Gedanken und sremden H r f n r n n n ^^Eähler ist die Verkörperung der in Lehrerkreisen Herr- 4« ™™ ÄWk’K
Der Verteidiger erklärte, daß er es in Rücksicht auf das große Strafregister des Angeklagten unterlasse, die Frage c^. ^llbctrnbc" umftünben zu stellen, er wolle aber dem Gerichtshof zur Erwägung anheimgeben, ob man diese Frage nicht von amtswegen stellen wolle. 0
f;UlAer ^roatun9 erklärte der Vorsitzende, daß der Gerichtshof es nach Lage der Sache ablehne, die Milderungs- frage zu stellen Oberstaatsanwalt Theobald wies darauf hin, daß der Angeklagte ein sogen. Gewohnheitsverbrecher sei, der in den letzten 20 Jahren 7 Jahre im Gefängnis! zugebracht hat. Solche Verbrecher geben der öffentlichen ..ceinung Verantaftung zu der Meinung, daß unser Strafvollzug nicht hinreiche, um diese Elemente zu bessern. Dazu b^u,eue Per-onen, Strafrechts kündige und Laien erklären, cher Strafvollzug mqfe geändert werden, u...
entsprechen. Währeno aber einerseits gesagt werde, daß die Strafart zu mildern sei und daher den rückfälligen !
^bcke, werde andererseits behauptet, man b^„^brurteilten zu streng. Aber es sei aut, 6 srä) ^lc Oeffentlichkeit mit diesen Dingen beschäftige uub man rönne nur den Wunsch haben, daß inan die Wurzel- fksP^LLeEnne, damit zweckentsprechende Reformen für unser Rechtsleben emgefuhrt werden könnten. Im vor- ffpi9fp«ben^^les au] C€n ^den des Gesetzes !
{teilen. Daß der Angeklagte der ihm zur Last aeleaten Straftaten schuldig sei davon seien die Geschworenen wohl ’ überzeugt und deshalb müßten beide Schuldfragen bejaht
th. G i e ß e n, 23. Sept, e j Ein Brandstistnngsprozetz.
So« dormittag verhandelte das Schwurgericht gegen den 36 ^ahre alten Dienstknecht Kasimir Knoth, geb.^m ll-ulda zuletzt in Kirtorf in Dienst, wegen ' Sachbeschädigung und Brandstiftung. Der Angeklagte ist dreizchnmal wegen Diebstahls und Sachbescbädigung vorbestraft und zwar bereits zweimal mit Zuchthaus.
L. Den Bor,itz führte Landgerichtsrat Schmeckenbecher. Die Anklage verdat Oberstaatsanwalt Theobald, während als Verteidiger Rechtsanwalt Müller bestellt war.
ein kräftiger, intelligent ausschauender Mann ist geständig in der Nacht vom 9. zum 10/Juni in me Hosreite seines ehemaligen Dienstherrn, des Briefträgers H. Schmidt I. in Kirtorf eingedrungen zu fein, um dort -Jinb Pserdegeschirr zu zerschneiden. ~amit noch^ Nicht zufrieden, hat er unweit des Dorfes einen dem Schmidt gehörenden Strohdiemen in Brand go otzt, von dem er angenommen — wie er in der Verhand- ^u9ejt(ln^en W daß er nicht versichert sei. Als .üotiv gibt Knot an, er sei ärgerlich darüber gewesen, daß em ehemaliger Dienstherr, in dessen Diensten er sich einLn -ocutbrua) zugezogen hat, ihm beim Verlassen der Stelle von seinem Lohn die Hälfte des erhaltenen Kranlenver- slcherungsgeches für Veiösrigung abgezogen habe. Knoth gibt an, er sei am -ratabend angerrunien gewesen, aber nicht fto, daß er nicht gewußt habe, was er tue.
Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr kurz. Von den geladenen 6 Zeugen wurden nur 2 vernommen. Briefträger Schmidt gibt seinen Schaden auf 180 Mk. an. DaA aus dem Felde war nicht versichert. Er hatte sofort Knot im Verdacht. Er hatte den Menschen, als dieser nach seinem Beinbruch als Rekonvaleszent aus der Marburger Kimik enllanen war, Unterkunft und Essen in seinem Hause gewahrt, bis er wieder eine neue Stelle bei Lutz in Kirtoick annehmen konnte. Dafür hat er, da er sel^r nur ein kleiner Mann i)t, Knoth an seinem Hohn den Betrag des halben Kraniengeldes in Abzug gebracht. Durch die V«. nehmung eines weiteren Zeugen wurde dargetan, daß der Angeklagte am 9. Juni spät abends zwar angetrunken, : keinesfalls aber so betrunken war, daß er nicht fähig war zu ermesfen, was er tue. 1 ; '


