Ausgabe 
21.2.1907 Zweites Blatt
 
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mitten, die imLötvcn" tagte, gründete eine landwirt­schaftliche Bezugs- u nb A b s a lz g e n o s s e n s ch a f t, 50 Mitglieder traten sofort bei.

+ Lauterbach, 19. Febr. Der Webschulverein kaufte das Anwesen des Theod. List für 20 000 Rtack, um darauf ein neues Web - und Handwerkerschulgebäude zu erbauen.

sd. Darm stadt, 20. Febr. Das Grobherzogs­paar ist heute nachmittag 4 Uhr trotz des ungünstigen Lchneewetters im Automobil wohlbehalten von seinem Besuch m Llch wieder hier emgetroffeu. Im Kasino der Verein. Gesellschaft fand heute abend auf Einladung des Kammec- hercn Freib. v. Leonhardi eine Ballfestlichkeit statt, an dem aiich das Grobherzogliche Paar teilnahm. Die schön ver- ionfcne Festlichkeit, zu der ea. 200 Personen dec Hofgesell- ch.ist, sowie zahlreiche Osfiziere der hiesigen Garnison eingeladen waren, begann um lOUHr bei dem Erscheinen des Herrscherpaares mit einer groben Polonaise und um 8 Uhc ,and das Souper slatt. Tie Räumlichkeiten waren prächtig geschmückt. Tas Fest nahm um 1 Uhr sein Ende.

x Darmstadt, 20. Febr. In einer von mehr als 600 Personen besuchten M i t g l i c d e r v e r s a m m l u n g des F r e i- sinnigen Vereins wnroe wie die F-rlf. Ztg. meldet, nach einem Vortlage des Pfarrers Ko r e l l einstimmig folgende R e so- lut io n angenam.mn:D.r Zuwachs von Mhezu -rOOO Stimmen, lucliyen die üntsliberalen Parteien bei der Wahl am 25. Zanuar erzielt haben, gibt deutlich zu ernennen, wie lebhaft das Bedürf­nis für freiheitliche Entwicklung im deutschen Volke empfunden wird. Die werbende Mrai't ides liberalen Gedankens im: Volke und in dessen Vertretung im deutschen Reichstage kann, aber nur zur vollen Wirkung kommen durch den engeren Zusam - mens u) lus; der drei l i n ks l i b er a l e n Gruppen. Tie heute imKaisersaal" versammelten Anhänger des entschiedenen Liberalesmus richten deshalb an die Reichstagsjrattionen der Frei­sinnigen Voltspartei, der Deutschen Votlspartei und der Frei­sinnigen Vereinigung das dringende Ersuchen, diesen Zusammen« nach Kräften zu fördern und zunächst durch einen Zusammen- lajlulj der drei Fraktionen in die Wege zu leiten/'

fc. Langen, 20. Febr. Au der Eisenbahn gingen einem Kutscher die Pferde durch und raunten durch den Absperr- drahtzauu auf den Bahnkörper. Der heranbrausende Sch nell- z u g wurde noch rechtzeitig vor dem^auf das Geleis ge­schleuderten, schwer verlebten Kutscher zum Stehen gebracht.

Mainz, 20. Febr. In dec heutigen Sitzung der Stadt- o erocdneten Versammlung wurde em Antrag auf Ge­währung einer TeuerungSzulage an die städtischen Beamten, Lehrer, Lehrerinnen usw. mit einem Gehalt nicht über 2650 Hincf nach längerer Debatte mit grober Mehrheit angenommen. Die verheirateten Beamten erhallen eine Teuerungszulage von 120 Mark, die ledigen von 60 Mark für das Rechnungsjahr 1906/07. Eine gleichzeitig eingelaufene Eingabe der Volks- schullehrer, die sich mit dec Verteilung dec Teuerungs­zulage nicht einverstanden erklärte, ronrbe zur baldigen Er­ledigung der Sonderlommijsion übertragen. Eine definitive Regelung der Gehaltsvechältnisse sämtlicher Beamten rc. fall n. d. Fkf. Ztg. im Laufe dieses Jahres vorgenommen werden. Geh. Kommerzienrat Feldheiin, ein hochgeachteter Bürger unserer Stadt und der Inhaber eines der bedeutendsten Wein- geschäfte, ist heulen acht gestorben. Herr Felüheim ftaiid, wie wir dem Bi. Tgbl. enlnehmem, mit vielen großen Männern unserer Zeit in geschäftlichen Verbindungen und trat auch vielfach in persönlichen Verkehr zu ihnen, ivas als wertvolle Ecmneriingen sein Leben schmückte. Beliebt dank seinem Humor und seiner Liebenswürdigkeit iu werten Kreisen, wurden ihm

Aus uuO Lund.

Sprechstunden dec tiicbaii.on l l- l Uhr vor. < , ---i/28 Uhr abds.

Dießen, den 21. Februar 1907.

- Abiturienten der Oberrealschule. Bei der Samstag, 16. Februar, an der Oberrealjchule abgehaltenen Reifeprüfung bestanden folgende 19 Schüler das Examen: Adolf Engel-Friedberg, Kurt Grünstein-Gleben, Ehr. Haubach« Gießen, Hch. Habermehl-Wallenrod, Wilh. Hofmann-Henchcl. heim, Ernst Hoevels-Laulerbach, Rudolf Iockel-Lauterbach, Hch. Klmge-FocsthauS Bieber, Fritz Kmeriem-Bad-Rauheim, Fritz Luley-Gießen, Karl BiüUer-Atzbach, Theo BiorcU- Münzenberg, Friedrich Schäfer - Gießen, Hch. Schlaudraff- Rodhenn, Karl Lchundt-Butzbach, Will). Sturmfels-9ianheuu, Hugo Reinhardt-Friedberg, Richard Weidmann-Gießen, Hugo Wagnec-Klein-Felda. Acht Schüler tonnten von der münd« lichen Prüfung dispensiert werden. Tas zukünftige Studium der Einzelnen erilreckt sich auf Letermärmedizln, neuere Sprachen, höheres Baufach, Landwirtschaft, Forftwissenschast,

LtUtM und ZLnwelter.

Gießen, 21. Februar.

Der gestrige Frühjahrssturm brachte für große Teile Deutschlands und mehrere andere Länderstrichen Regen und Schneefall, Hagelschlag und Ueberschwemmungen, erfreulicher, weise ohne größeren Schaden anzurichten. Auch bei uns scheinen nur zerbrochene Dachziegel und Fensterscheiben, so­wie abgerissene Baumaste das Opfer des tollen Wetters gewesen zu sein, wenigstens liegen bis zur Mittagszeit keine Mitteilungen über größere Schäden vor, dagegen i|t vielfach Hochwasser zu befürchten. Von unseren auswärtigen Mu- arbeltern liegen u. a. folgende bemerkenswerte Wetternach­richten vor. m _

Ruppertenrod, 20. Febr. In bei verflopenen Nacht tobte ein orkanartiger Sturm, dec in den heutigen Vormittags­stunden seine Höhe erreiche und bis zu dem Mittag dauerte. Ter sturm hatte eine so große Gewalt, daß vielfach die Z i e g e I von ben Dächern flogen, die Firstenziegel abgedeckt wurden und Ge­fache herunterfielen. Die im Tagebauarbeiten de ii Berg­leute mußten ihre Arbeit ein stellen und heimkehren. Der Sturmwiird endigte mit einem Gewitter, bei dem es niehrere- vral stark donnerte, dann hagelte, dann trat heftiger Schnee- sull ein.

b Grebenhain, 20. Febr. Seit der Naäst tobt ein schwerer Orkan mit Niederschlägen. Es stellte sich durch starte Schiieeschmelze Hochwasser ein. Gegen V2II Uhr heute vor­mittag entlud sich ein Hagelwetter, endigend in einem einstün­digen Schnee sturm mit zahlreichen elektrischen Ent­ladungen. Hier und in den umliegenden Orten richtete der Stumi besonders an Dächern vielfach Schaden an, auch Bäume wurden geknickt und entwurzelt. Die Temperatur ist gefallen und es scheint sich wieder leichter Frost einzustellen.

-j- Aus dec SB etter au, 20. Febr. Heute vormittag brach über der Wetterau ein äußerst heftiges Unwetter los, das beträchtlichen Schaden anrichtete. In der Gegend von Friedberg bat das Wetter heute früh mit furchtbarer Heftig­keit gehaust. In dem Stadtteil Fauerbach schlug um 11 Uhr ein äußerst heftiger Blitzschlag in das Wohnhaus des Flaschenbierhändlers Adolf Schwab und richtete große Ver­wüstung au. Er traf zuerst den Schornstein und spaltete ihn, fuhr dann zwischen den Ziegeln durch, wobei Luftdruck uni) Sturm drei Viertel des Daches abdeckten. Am schwersten be­schädigte der Blitz den Treppenbau, am Giebel brach er einen Teil der Mauer ab, durchschlug die Wand mehrmals und riß allenthalben den Verputz herunter. Groß ist auch die Zer­störung im 2. Stockwerk, das zum Glück noch unbewohnt ist, hier sind die Türen aus dem Schloß gerissen. Die 2)>fanbei ist vollstänbig durchlöchert und zerstört. Das Hoftor riß der Blitzschlag mit den Angeln und mehreren Basallsteinen aus dem Fundament des Hauses. Im Treppenbau, im zweiten Stock und im Dachstock sind sämtliche Fenster eingeschlagen. Die im ersten Stock wohnende FamUie Schwab kam mit dem Schrecken davon. Der Sct-aden an dem erst voriges Jahr erbauten Haus ist sehr groß. Alle Fenster in den Nachbarhäusern flirrten von der Wucht des Schlages und die Bewohner eilten auf die Straße. An mehreren anderen Hofrettcn hat der Sturm be­trächtlichen Schaden an den Dächern angerichtet, so bei Landwirt Holler und Schütz. Die Fluren dec gesamten Wetterau und besonders die benachbarten Höhen des Vogelsbergs und Taunus haben das Winterkleid wieder angelegt. Das bisherige Tau­wetter und das heutige Wetter verursachen ein Steigen der Vogelsberger Flüßchen, die bereits mit Ueberschwemmung drohen.

= SB er b 0r f (Dill), 20. Febr. Heute vormittag zog ein Gewitter burch unser Dilltal und brachte bei außerordentlick starkem Sturme heftige Schneeschauer.

In Wilhelmshaven wurde durch den Sturm ein 450 3 ent n er schwerer Tgucherglockenkrahn bei der neuen Seeschleuse umge)türzt mib zum Teil ins Meer geschleudert. T *3£i 9iorbl)orn bei Osnabrück ertranken zwei Knaben in einem Kanal. In München hatte ein heftiger Schneesturm nn plötzliches Sinken der Temperatur um 10 Grad zur Folge Die telegraphische und telephonische Verbindung ist vielfach gc> stört. 2n Iena stürzte infolge des herrschenden Sturmes ote eperne Dachkonstruktion des im Bau befindlichen Maichmenhauses der Eisenbahnreparaturmerrstätte ein. Em Zimmermann wurde getötet, zwei Arbeiter schwer und Srer leichter verletzt. Ein schwerer Sturm herrschte auch in England, Frankreich und Spa n i e n.

Chemie, Mathematik, Bergbau, Philosophie. Zwei Schüler werden Volksschullehrec.

.»Dec Kaiser in H 0 rnbur g. Im Lause b. durfte der Kaiser dreimal nach Homburg kommen. Zu­nächst im April, wo er kurz nach Ostern mit dec Kaisecm und dec kleinen Prinzessin einen längeren Aufenthalt dort 511 nahmen gedenkt. Er kommt als Kurgast, und dec Aufent­halt tragt rein privaten Charakter. Zuiil zweiten Male kommt dann der Kaiser beim internationalen Tauuns­re n n e n , jedenfalls nur auf zwei oder Tage, und endlich zum 'dritten Male im September zur Einweihung des neuen Homburger Hanptbahnhofs. Wie man hort, beabsichtigt ber Kaiser der Stadt Homburg aiich in diesem Zahre em Denkmal zu schenken und zwar das der Landgräfin Elisabeth. Jedoch sind genaue Bestimmungen darüber noch nicht getroffen.

** Aus d e ni Bureau des S t a d t t h e a t e r s- Die morgige Aufführung vonWas ihr wollt" J|t von Der Regie derart eingerichtet, daß nur einmaliger Szenen­wechsel nölig ist. In Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Doiiecker, Wiederstein und Schuster, foroie, das gesamte Herrenpersonal. Am Samstag nachmittag findet auf oiel» «eckigen Wunsch noch eine Wiederholung des Kindermärchens Hänsel und Gretel" statt, da bei der letzten Aufführung wiederum viel kleines Publikum feinen Platz erhallen konnte.

** Schwestern Fröhlich-Stiftung. Aus der in Wien bestehendenSchwestern Fröhlich-Stistmig' fallen zur Unter- stützung bedürftiger und hervorragender Talente aus, dem Ge­biete dec Kunst, Literatur und Wissenschaft in diesem Jahre Stipendien und Pensionen, die statutengemäß 5002000 Guloen ö. W. betragen, verliehen weroeii. <»ur Verleihung kommen: Stipendien an Künstler oder Gelehrte zur Vollendung ihrer Ausbildung oder zur Ausführung eines bestimmten Werkes oder zur Veröffentlichung eines solchen oder im Falle plötzlich ein- iretenber Arbeitsunfähigkeit; Pensionen an Künstler oder Gelehrte, die durch Atter, Krankheit ober Unglückssälle in Mittel­losigkeit geraten sind. Zur Erlangung eines Stipendiums muß der Bewerber in seinem an das Kuratorium zu richtenden Geiuch den Tauf- oder Geburtsschein, Studien- oder Prüfungszeugniiie, glaubwürdige Zeugnisse über seine wissenschaftlichen und künst­lerischen Leistungen und ein behördliches Zeugnis über seine Mittellosigkeit beibringen. Mit dem Gesuche um eine Pension ist der Tauf- ober Geburtsschein, eine glaubwürdige Bescheinigung über die Krankheit oder den Unglüdsfalt, wodurch der Bewerber in Mittellosigkeit geraten ist, und ein Ausweis über die Verdienste des Bewerbers um Wissenschaft und Kunst einzureichen. Die vorschrijtsmußig belegten Gesuche samt eu. Kunstprooeu sind bis 31. März 1907 im Prüsidialbureau des Wiener Gemeinderates I, Lichtenfelsgas,'e 2, 1. Stock, zu überreichen, woselbst auch die Ltistuilgsiccckuten behoben lucrben können. Nicht entsprechend instruierte Gesuche werden nicht in Betracht gezogen.

x Steinberg, 20. Febr. Der TurnvereinGut Heil" Steinberg hielt kürzlich im Saale zum grünen Baum sein erstes W i n t e r f e st ab. Das reichhaltige Programm mit seinen schönen Aufführungen fand großen Beifall. Staci) Beendigung des Programms fand ein Tänzchen statt, das die Teilnehmer bis zuni frühen Morgen zusaminenhielt. Der junge Verein, der jetzt 100 Mitglieder zählt, gehört dein Gau Hessen an.

Lich, 19. Febr. Eine Versammlung von Land-

"Verwaltmrgsgebäudes im engeren Streife statt. Ter Festakt wurde eröffnet mit einer Rede des präsidierenden Bürgermeisters, xrt. Markus. Zum Schluß hielt Generaldirektor Tr. Wiegand eine A"'*Heute' nachmittag sand unter dem Vorsitze des Prinzen Frie­drich Wilhelm von Preußen als Vertreter des Kapers ein Fest­mahl statt. An demselben nahmen u. a. teil: Munster Breitenbach, der Oldenburgische Minister Wittich, Staatssekretär Kcatke, Kolo­nialdirektor Dernburg, Unterstaatssekretär Holle, die Ministerial­direktoren v. Jongui§res und Wiesner, Direktor Balttn. Bürger­meister Dr. Mackus brachte ein Hoch am den flauer aus, denen unablässiger Fürsorge das Vaterlaiid die herrliche Kriegsflotte verdanke/die ebenbürtig dem Landheere ist und an Gute hinter keiner Flotte der Weit zurückstehe. Aber auch der Handelsflotte sei der Kaiser allezeit ein warmer Freund und ein mächtiger För­derer gewesen, allen ungezählte Beweise bekamtt seien

Hierauf erhob sich Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen und brachte ein Hoch aus den Senat der treten Handels- labt Bremen aus. Die Glückwünsche des Kaisers auszuiprechen, ei ihm eine angenehme Psuuu, oenn auch er l-ade dazu oeigetragcn, » der Norddeutsche Lloyd in 50 Jal)ren, die hinter ihm liegen, 0 große Erfolge erringen konnte. Wie es Bremen gelungen ist, erst ganz vor kurzem in nationalem und patriotischem Sinne einen schönen Erfolg ju^crjielen, so hat ine alte ehrwürdige Stadt immer in Umsicht und Tatkraft dazu beigetragcn, Handel und Verkehr zu pflegen und zu fordern.

Nach dem im Anschluß hieraii vom Bürgermeister ^r. Markus ausgebrachten Trinlspruch auf den Norddeutfchen ^loyd fpraa> der Präsident des dtvrddeutschen Lloyd dem ^euat und der Burger- schajt Bremens den Dank des Norddeutschen Lloyd aus

Die Jubelfeier fand ihren Abschluß in einer ge>eiligen Zu­sammenkunft im Ratskeller. Prinz Friedrich Wilhelm zeichnete hier besonders den Koloniachirector Deriiburg nut einer Längeren Ansprache aus. ,,

Der Kaiser verlieh zahlreiche Auszeichnungen, u a. erhielten der Präsident des Aussicktsrars Plate und Generaldirektor ganb den Stern zum Krvnenorden zwetter Klaffe.

ai.ch zahlreiche aufcte Ehren durch Ordens- und Ttteloer. Icihungen zuteil. . ,

Marburg, 20. Febr. Die B e c rbigu n g des Geb. Rats Pror. I u st i sand heute vormittag um 1 1Uhr in der einfachsten Weise statt. Jedes akademische Lchaugepränge war n. d.Den. Ldszta. vermieden worden. Dem Sarge folgten die Profenoren und Dozemen der Universität, die sonstigen Beamten derfelben und zahlreiche Studenten. Aus dem Friedhöfe hielt Superinten­dent H a v p i ch die Leichenrede, während als Vertreter der Uni­versität Rektor Professor v. Sy bei dem Entschlafenen einen Nachruf widmete. Heute morgen flog dem Angehörigen einer Burschenschaft, der auf dem Fechtboden zwei fechstenden Kom­militonen zufah, ein Stück von der Kls n ge des einen so unglücklich ins Auge, daß er in die Kttm kgebracht werden mußte. Man fürchtet, daß das Auge nickst erhalten werden kann.

DermifdyteA,

* Das neueste Eisenbahnunglück. Ein gemisch­ter Eisen bahnzug ist bei Cetif (Algier) ui dem Augen­blick, als er über eine Brücke fuhr, in den Fluß gestürzt. Maschine, Tender, Postwagen und sechs Güterwagen entgleisten und stürzten ins Wasser. Der Zugführer wurde getötet, em Heizer schwer und mehrere andere Zugbeamte leicht verletzt.

* 101 Jahre alt war am 19. Februar der in Andermatt (Schweiz) lebende Lehrer a. D. ColumbanNussi, der noch mit 90 Allersjahren die flinber seines Heimatborfes am Fuße des Gotthaid unterrickstet hat. Er ist in Andermatt als Sohn unbemittelter Eltern geboren. Der kleine, schwächliche Knabe zeigte Talent, nni> nachdem er die Schule in Andermatt durch- gemacht, kam er zur weiteren Ausbildung nach Altdorf. Dort nahnl er auch Unterricht in Musik und Gesang. Mit 13 Jahren schon wurde Russi von seiner Heimatgemeinde zum Drganilten gewählt. Mit 15 Jahren war er Lehrer von Andermatt geworden. Er hat die dortige Schule etwa 75 Jahre lang geleitet Russi wurde auch in das öffentliche Leben hineingezogen. Er war viele Jahre Gemeindepräsident von Andermatt und Präsident des Be­zirksgerichts Ursern. 35 Jahre lang saß er in Gericht und Rat. Ter alte Junggeselle lebt mit einer 60 jährigen Magd sehr ein­fach. Kaffee trinkt er nie; fein Frühstück besteht aus einem Glas Wein und einem Stück getrockneten Fleisches.

* Kleine Tagesmr » 11 11. In Friedland (Mecklen­burg) wütete ein großes Schadenfeuer. Unter ben nieber- gebrannten Gebäuden befinden sich auch beide Schillhäuser. Zwölf Faiiiilieil würben obdachlos. Mensche» kamen nicht zu Schaben. Ter Verlust soll größtenteils durch Versicherimg gedeckt sein. In Berlin versuchte der 30 jährige Arbeiter Wolter erst ben Kohlen- (länblcv Haust und bann sich selbst zu eijchleßen. Während Hanfr unverletzt blieb, wurde Wolter in recht bedenklichem Zustande als Polizeigeiaiigener tu die Eharitee euigeliefert. Wolter ist verheiratet und lebte seit längerer Zeit von seiner Frau getrennt. Er juchte sich der Tochter des Kohleuhäiidlers Haust zu nähern, was ihm Hanil verbot. In Halle überfiel die lebige Berta Schaefer ihren ungetreuen Geliebten, den Viehiinporteur Bruchardt, und über g 0 ß i h n m 1 t S ch iv e f e l s a u r e; er wurde bann schwer verlebt unb ist dauernd ent ft eilt.

Auttft un- Wissenschaft.

Paris, 20. Fedr. Ter Eheiniker Ai e i j f a 11, dec im vorigem Jahre den Nobelpreis erhielt, ist iniolge einer Operation, der er sich miterzieheii mußte, g e ft 0 r ben.__________________

Nniversitats-Nachrichten.

An dec Akademie für Sozial- unb panbels« ivisseuschaiteu zu Frauk'urt a. M. ist mit Genehmigung ber 5taai5vegtcrnng Geilchlsassessor Dr. Franz Hayman n als Pri- vatdozeut für das Gebiet des Bürgerlichen Rechts unb ber Rechts­philosophie zugelassen worben.

Ter Oiel). Mediztualcat Professor Dr. Strahler, Direktor der Kinderklinik und Politlimk dec Universität Greifswald, ist voii einer Krankheit infiziert worben unb nach längerem Kranken lager g e ft 0 r b e n.

Eine voii der L e i p z i g e r B u r f ch e n j ch a j t emberufene allgemeine 0 t u ö c n t c n u e r j a ni ni l u n g wanbte sich m einer Neiolution gegen das A-n s l a n d e r u ii w e s e n an der Um- uer|ität. In einer Eingabe an den Senat sollen die Erschwerung dec Anlnayinebediugungeu, soivie bte Erhöhung ber Gebühren unb Kolleggeldec für Ausländer gefordert weröeit

Frischmilch aus der Landw. Ausstelluug zu Düsseldorf.

Aus der 21. Wanderausstellung der Deutschen Land- wirtschastsgesellschast. welche vorn 6.-11. Juni 1907 m bewerb zur Ausstellung kommen, während Sauermilch, Butter­milch, Magermilch und Rahm außer Preisbewerb gezeigt werden können. Da nach neueren Erfahrungen reinlich gewonnene Milch ohne jeglichen. Zusatz mud ohne ouraudgeiluijene Erhitzung noch nach einer 14 tägigen Aufbewahrung frisch und gut sein kann, also nicht nur zum sofortigen Verbrauch Verwendung finden muß, dürfte die Aufnahme einer solchen Prüfung durch die Deutsche Landwirlschasls-Gesellsüstist als ein zeitgemäßes Mittel zur Förderung des Milchabsatzcs zu begrüßen sein. Um eint möglichst große Beteiligung hcrbeizuführen, wird die Annahme von Anmeldungen von Frischmilch zu einfachen Gebühren aus­nahmsweise bis zum 31. März 1907 gestattet sein. Anmelde- Papiere und die sonstigen Bedingungen sind durch die Haupt- steile der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin SW., Tefsauer Straße 14, kostenlos zu beziehen.

Battfcel und verkehr, Volkswirtschaft.

V 0» der Berliner Börje. Infolge drahtlicher Storungen lagen bis zuni Abgang unseres Berichts nur unvoll­kommene Mittettuligeu über den Gang dec heutige» Börse vor. Die Miltagsbörfe war am Kasjarnackt ziemlich schwach, die meisten i»»bijche» Werte wäre» »icberer. Von Fonds waren die russischen Prioritäten etwas gebessert. Am Aktieiimarkt waren Concordia abgeschwachl, Bochumer notierten 241.10, Hoheiilohewerke 270, Laurahütte 241.50, Gelsenkirchener 214, Hacpener 220.70. Für die neue siamesische "jlnleihe stellte sich die erste Notiz auf 98 Prozent.

Tec Grand Lasar i n F r a 11 k s u r t a. Di. Hal un abgelaiifenen Jahr einen (Gewinn von 685 000 Alk. gegen 480 000 Mark i.V. erzielt. 320000 Alk. sollen zii Abschreibungen verwendet und 4 Prozent Dividende verteilt werden.

Markte.

Limburg a. d. S., 20. Febr. Fruchtma r k t. Durch­schnittspreise pro Alaller. Roter Weizen (Nassauischer) 15.30 Mk., weißer Weizen 00.00 Alk., Korn 12.60 ÜJIL, Gerste 00.00 Ack^ uatev 8.75 M Erbsen 0.00 Nik., Kartoffeln 0.00 Ntt.

Gerichtssaal.

. Darmstadt, 21. Febr. Tas Kriegsgericht ver­urteilte den Aluskelier Gg. Fuhrmann von ber 12. Komp. deS Inianterie-Regimems Kaifer Wilhelm (dir. 116), ber einem Kame­raden 2 Mark gestohlen hatte, zu 3 Wochen strengen Arrest und Versetzung m bie 2. Klasse des Solbatenslanbes.

Berlin, 20. Febr. Zu der heutigen Verhandlung des P ö p - 1 a u-P r 0 z e s s e s, in dem die Plaidoyers beginnen sollten, war der Angeklagte nicht erschienen. Er hatte ein Schreibe» geschickt, m dein er erklärte, daß er körperlich und geistig io h e r ii n l e r g e k 0 m in e » sei, daß er der Verhandlung rnchl folge»»»e. Da er ei» ärztliches Attest beigejügt hatte, so beschloß der Vorsitzende, bie Verhandlung auf Freilag zu vertagen.

Nürnberg, 20. Febr. Das Kriegsgericht verurteilte ben Artilleristen Tröster, der jahnenslüchttg geworden war und nach seinem GesiäiidniS Brandslifumg begangen Halle, um ins Zucht­haus zu konnnen und aus dem Soldatenstand entfernt zu werden, zu vier Jahren Ziichthaus.

Brüssel, 20. Febr. Tie Straskammer verurteilte ben Prof. I 01 y zu 18 Monate n Gefängnis und 3UU Franks Buß« wegen vorsätzlich er Körperoerletzungmitlöttichem Ausgange.Joly f cho ß im Mai vorigen Jahresaul jeliienmlßrateiien Sohn, dec ihn tätlich bedrohte. Tiejec ist an den Folgen der Venoundung gestorben-